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| Bericht - Bela Lugosi |
Bela selbst hatte unter seiner Verkörperung des Dracula zu leiden. Er sagte einmal, daß die Menschen dächten, daß jeder, der sich eine entsprechende Maske aufsetzte, das Böse, den Dracula zu spielen vermöge. Ein Monster, so Lugosi, müsse Charakter und Hirn besitzen. Es sei nicht einfach das Böse zu spielen. Neben ihm gelang es vielleicht noch Max Schreck, K. Kinski oder C. Lee, den Dracula zu spielen
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Am 20.10.1882 wurde Bela Ferenc Dezso Blasko in Lugos/Ungarn geboren. Er war das jüngste der vier Kindernm des Ehepaars Istvan und Paula Blasko. Bela erzählte von seinem Vater: "Irgend etwas in seiner Art mich anzusehen ließ mich schon erstarren. Ich hatte unglaublichen Respekt vor ihm. Er war es, der mich lehrte, daß es nicht physische Gewalt ist die die Menschen erschauern läßt, vielmehr das was aus den Augen zu lesen ist." Lugosi sagte über sich selbst, daß er in seiner Kindheit zu den Jungen brutal und zu den Mädchen sanftmütige war: "Ich war sehr wild als Kind, völlig außer Kontrolle. Irgendwie wie Dr. Jekyll & Mr. Hyde."
Im zarten Alter von 12 Jahren verlor er seinen Vater. Er lief von zu Hause weg und verdingt sich im Bergbau, bei der Bahn und anderswo. Mit 17 Jahren dann erhielt er von seinem Schwager die erste Bühnenrolle als Chorsänger in einer Operette. Zu diesem Zeitpunkt lebte er wieder bei seiner Familie.
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1903 spielte er im Franz Josef Theater in Temesvar. 1910 gelang ihm sein erster Bühnenerfolg als Romeo im Theater der Stadt Szeged. Bis Mitte 1911 spielte er dort über 30 Rollen. 1916 stellte er anläßlich der Passionsspiele von Debrecen den Jesus dar. 1917 erschien sein erster Film, "Der Leopard" , und es folgen "Lula" und "Casanova" (1918). 1919 muß Bela nach Deutschland fliehen. Hier drehte er die Filme: "Sklaven fremden Willens" und "Tanz auf dem Vulkan" (1919), sowie "Der Januskopf" (1920). 1921 folgte dann die Emigration in die USA . Dort beginnt dann seine eigentliche Karriere mit dem Film "The Silent Command" von 1923 - der erste von insgesamt 28 Stummfilmen. 1927 spielte er in einer Broadway Produktion den Grafen Dracula nach der Buchvorlage Bram Stokers. Die Kritik überschlug sich damals förmlich. |
Es dauerte jedoch noch bis 1931, bis er diesen Dracula erstmals im Film verkörperte. Der Film wurde ein Kassenschlager. Der harte ungarische Akzent Lugosis verlieh der Dracula-Verkörperung ungeheure Authentizität. Kleine Scheinwerfer wurden am Set auf Lugosis Augen gerichtet, so daß es zum berühmten durchdringenden unwirklichen Blick des Schauspielers kam. Seine Gestik, das Haar, sein Cape, all das sollte die Figur des Count Dracula für Jahrzehnte prägen,eines Aristokraten, eines Wesens mit Stil und ebenso unheil- wie geheimnisvoller Aura. Sicherlich zugute kam dem Film, daß die Tonfilm-Ära begonnen hatte. Der Ton von Sturm, Glas, wehenden Vorhängen oder hallenden Schritten mußte nicht länger hinzugedacht werden und verlieh dem Szenario, zusammen mit der Musik Wagners und Tschaikowskys, ungeheure Intensität.
Seine große Zeit erlebte Lugosi in den 30er Jahren. Er war die Verkörperung des Dämonischen schlechthin. Doch sein Ruhm sollte nicht vor der amerikanischen Polit-Paranoia schützen. In den USA wurde er nämlich zum Präsidenten des "Ungarisch Amerikanischen Rates Für Demokratie", dem nachgesagt wurde, den Kommunisten sehr nahe zu sein. Zusammen mit anderen Schauspielern wie Orson Wells und Charles Chaplin erschien er auf der "Schwarzen Liste" der sogenannte subversiven Künstler, die kommunistischer Umtriebe verdächtigt wurden. Dies stellte ein Urteil dar, daß noch heute jede Hollywood-Karriere beenden kann. Nach dem Krieg sollte Lugosi in keinem der großen Studios mehr arbeiteten. Niemand wollte sich an ihm die Finger verbrennen. Doch Bela's Filmkunst hat überlebt und vermag auch heute noch die Zuschauer zu fesseln
| Bela Lugosi starb am 16. August 1956 in Los Angeles an einer Herzattacke. Sein Tod war eine Reminiszenz an die von ihm geliebte Figur . Bela Lugosi ließ sich in seinem Dracula-Cape beisetzen, auf dem Holy Cross Friedhof in Los Angeles. | ![]() |
Sabine Zimmer
Anmerkung der Redaktion: Diese Biografie wurde uns freundlicherweise von unserer Leserin Sabine Zimmer zur Verfügung gestellt. Besten Dank!