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Depeche Mode Fanzelten, Meltewitz 19.-21.07.2002

Depeche Mode Fanzelten, Meltewitz 19.-21.07.2002

 

Selten geben sich große EBM-Bands wie Welle Erdball, Camouflage, Funker Vogt, S.P.O.C.K. und Covenant das Mikro in die Hand. Am letzten Wochenende war dies allerdings im kleinen Ort Meltewitz bei Leipzig der Fall. Gefeiert wurden diese und noch weitere Bands (insgesamt 23) von einem ganz speziellen Publikum – Depeche Mode Fans. Grund dafür war das 1. Depeche Mode-Fanzelten, ein Festival der besonderen Art. Aus ganz Deutschland fanden sich die Fans der großen Synthi-Pop Band ein, um mit Gleichgesinnten ein unverwechselbares Wochenende zu erleben.

Angefangen wurde Freitag mittags mit Auftritten von weniger bekannten Bands, die insgesamt aber auf positive Resonanz des noch relativ kleinen Publikums stießen.

Technoir zum Beispiel lieferten eine überzeugende Show ab. Am späteren Abend folgten dann die Mainacts Welle Erdball und Camouflage. Beide Bands präsentierten wie immer eine perfekte Bühnenpräsenz. Anschließend ging es für die Fans im Partyzelt weiter, natürlich mit 100 % Depeche Mode. Erst morgens um 5 Uhr wurden auch die letzten von der Tanzfläche verscheucht und begaben sich zu dem ca. 700m entfernten Zeltplatz, um im Schlaf Kraft für den folgenden Tag zu tanken.

Dieser begann für die meisten am Frühstückszelt, indem man nicht nur Kaffee und ein komplettes Frühstücksangebot vorfand, sondern sich auch mit Snacks wie zum Beispiel Würstchen oder Steaks versorgen konnte. Der nächste Zwischenstopp waren die Duschen, für die man zwar zahlen musste (Duschen: 2€, Toiletten: 10c), aber die dafür auch immer in einem für Festival-Verhältnisse sauberen Zustand waren.

Schon um 15.30 Uhr ging es wieder los. Abwechselnd bewiesen sich weitere Newcomer-Bands auf der Hauptbühne und der kleineren Naturbühne. Langeweile kam selbst während den "change overs" nicht auf. Auf dem Festival-Gelände war einiges an Abwechslung geboten: Bierstände, Fressbuden, CD-Stände, Fanartikel-Stände. Und zur Abkühlung sprang der eine oder andere auch einfach kurz in den wunderschönen See.

Spannend wurde es gegen 20.00 Uhr, denn wer kann schon von sich behaupten, innerhalb von ca. 5 Stunden die Auftritte drei grandioser Bands wie Funker Vogt, S.P.O.C.K. und Covenant gesehen zu haben?! Wie schon so oft, heizten S.P.O.C.K. ihrem Publikum mit einer futuristischen Bühnenshow ein. Auch Covenant waren brillant und sorgten für einen gelungenen Abschluss des Live-Programms. Mit entsprechend guter Stimmung wurde dann wiederum im Partyzelt bis früh morgens weitergefeiert.

Überschattet wurde dieser Tag allerdings von einem tödlichen Unfall direkt auf dem Zeltplatz. Ein 20jähriger Security stürzte und erlitt einen Herzstillstand, doch jegliche Wiederbelebungsmaßnahmen schlugen fehl. Meine Kritik gilt hierbei den professionellen Rettungskräften, denn der Rettungswagen erschien erst 35 Minuten, nachdem der Notruf abgesetzt wurde, der Rettungshubschrauber sogar noch weitere 20 Minuten später. Des weiteren lag der Verstorbene geschlagene 5 Stunden lang auf dem Zeltplatz, was natürlich auf die allgemeine Stimmung dort schlug.

Am nächsten Mittag hieß es für die meisten dann Abschied nehmen vom schönen Meltewitz, dessen Einwohner die Fans unglaublich freundlich empfangen haben. Offiziell wurde das Fanzelten zwar bis Montags angekündigt, doch an diesem Morgen war der Platz nur noch von wenigen Zelten besetzt. Demnach machten auch wir uns langsam wieder auf den 7stündigen Weg zurück ins Ruhrgebiet, wobei man auf den Autobahnen noch auf feiernde und sich per Zufall treffende Fans stieß.

Im nachhinein bleibt mir nichts anderes übrig, als ein durchweg positives Resümee zu ziehen. Es fehlten zwar eine ganze Reihe vorher angekündigte Veranstaltungen (Dave-Dancing, Karaoke, Fußballturnier, usw.), aber das angebotene Programm reichte vollkommen aus, um den Fans ein unvergessliches Wochenende zu bereiten. Auch die komplette Organisation war weitestgehend professionell.

Die zweite Ausgabe des Depeche Mode-Fanzelten wurde vom Veranstalter schon bestätigt und ich kann einen Wochenend-Trip in den Osten Deutschlands nur empfehlen.

Janine Verfürth

 

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