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| Sparrenburgfest zu Bielefeld |
Am Freitag, den 29. Juli ward es endlich soweit: Ein Wochenende lang öffnete die Sparrenburg ihre Pforten zum mittelalterlichen Markte und Spektakulum.
Ein geringer Brückenzoll ward zu entrichten, Kinder - kleiner denn das Schwertmaß - genossen freien Eintritt. So strömten die Besucher zu tausenden herbei, um sich bei bestem Wetter einer ungewöhnlichen Art der Unterhaltung zu widmen.
Wie stets organisierten Kramer Zunft und Kurzweyl e.V. - das Fest, ein Verein, der vor 13 Jahren als Arbeitsgemeinschaft zur Erhaltung und Belebung mittelalterlicher Kultur e.V. gegründet wurde und - zunächst im kleineren Rahmen - mittelalterliche Märkte und Feste organisierte. Wertere Teilnehmer jeden Alters schlossen sich an und so finden sich unter den Handwerksleuten auch Meister ihres Fachs und weitere Mitglieder, die ihr Hobby zu ihrem Beruf gemacht haben. Ihr Wissen über handwerkliche Techniken, Kultur und Traditionen schöpfen sie aus ihrer vereinseigenen Bibliothek, die neben zeitgenössischer Literatur z.B. auch Bücher über Kostümkunde beherbergt, erklärt mir Herr Kiwitt, Historiker und Geschäftsführer von Kramer Zunft und Kurtzweyl. Ein Großteil der Kunst - und Schmuckgegenstände werden nach historischen Vorbildern selbst gefertigt.
So hat man auch während des Marktes die Gelegenheit, den Handwerksleuten bei der Herstellung ihrer Waren über die Schulter zu schauen.
Doch neue Stände auf dem Markt sind eher selten, denn jeder Stand ist sorgfältig ausgewählt und muß sich harmonisch in das Gesamtbild einfügen. Aber auch ihrem langjährigem Stammpublikum weiß die Truppe Abwechslung zu bieten, wem Spielleute und Gaukler ein turbulentes und amüsantes Kutzweyl veranstalten: ob als orientalisches Gauklerduo, daß tolpatschig, doch liebenswert, auf der Flucht vor dem Sultan von Aharan in Gestalt eines riesigen Fledermausmenschen, der sich auf seinen Stelzen erstaunlich schnell und geschickt fortzubewegen vermag und sich von mutigen Kindern mit Blättern (!!!) füttern läßt.
Für die musikalische Unterhaltung sorgten "Oui Wytars", ein internationales Ensemble, das das Marktvolk alsbald zu fröhlichen Rhythmen traditionelle Tänze darbieten läßt. Als gegen 22.00 Uhr der Ruf des Nachtwächters erklingt, machten sich die letzten Besucher auf den Heimweg in die Gegenwart, vielleicht ein bißchen wehmütig, doch der Markt war noch lange nicht zu Ende. Noch zwei weitere Tage galt es zu feiern auf der Sparrenburg und wessen Wissensdurst über das Mittelalter noch nicht gestillt ist, kann im Herbst / Winter an einem der Wochenendseminare teilnehmen (z.B. Gauklertechniken, Spielmannslieder, Bekleidung, ...), die der Verein "Kramei Zunft + Kurtzweyl" anbietet. Wer mehr wissen will, wende sich an: Kramer Zunft und Kurzweyl e. V, Bergneustadt.
Stefanie Lohmann