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Magazin für Dark Music, Kult(ur) und Avantgarde

 

Summer Breeze Festival

 

The Sunny Side Up

- Review zum diesjährigen Summer Breeze, 22. – 24. August in Abtsgmünd -

 

Sauber hinbekommen Herrschaften! Fast vorbildlich möchte ich meinen, vor allem wenn man bedenkt, dass dieses Festival noch in den Kinderschuhen steckt. Vielleicht ist gerade das aber auch der Grund, dass die Wettergötter sich von ihrer schockobraunen Seite zeigten und mit Sonnenschein und blauem Himmel – Kaiserwetter eben – nicht sparten! Dies und die idyllische Baden Württembergsche Landschaft steuerten ebenso ihren Teil zur allgemein guten Stimmung bei, wie das vielversprechende Line-Up.

In der Running Order gab es lediglich geringfügige Änderungen und durch die gute Bühnenkoordination, blieben lange Wartezeiten zwischen den einzelnen Gigs aus. Kaum hatten die bösen „Buam“ und „Madl“ auf der „Main Stage“ geendigt, wurde an die Kollegen auf den „Pain Stage“ übergeben. Letztere sorgte übrigens keineswegs für schmerzliche Momente ... sieht man mal von einigen Vertretern der: „Hauptsache Brüllen“-Fraktion ab. Mit der größten Spannung wurden wohl die Finnen Charon erwartet, die derzeit mit Nightwish durch die Lande touren und einen kurzen Zwischenstop in Abtsgmünd einlegten. Frontmann und Sänger J.P. ist eben nicht nur ein Augenschmauß für den weiblichen Teil des Publikums, sondern auch ein Rockmusiker mit Leib und Seele und ich muss sagen, dass es leider nur noch wenige Musiker bzw. Bands gibt, die so ehrlich und leidenschaftlich rüber kommen! A pro pos Leidenschaft... da fallt mir doch noch ein Kollege ein: Wenn Mr. Sentenced Ville Lahiala seine schwarze Mähne in Bewegung setzt und „Cross My Heart And Hope To Die“ ins Mikro schmettert und damit einen Reiz im Nervenzentrum auslöst, der unweigerlich „fast“ jeden Körpermuskel in Bewegung setzt, dann..... ja dann konnte das mit Paradise Lost ohnehin nichts mehr werden! Die Erwartungen an die, inzwischen zu Synthiepop-Rockern mutierten Engländer waren von vornherein nicht eben hochgesteckt, aber das, was Nick Holmes und seine Mannen da ablieferten war mehr als peinlich und hatte mit schwermetallischen Klängen nur am Rande etwas gemein. Der englische Humor ist ja bekanntlich eher derb und makaber, aber selbst über Nick Holmes Stand-Up-Comedie – Versuche konnte keiner so recht lachen. Für Schmunzeln sorgte hingegen wieder mal Glamour-Cowboy Johan Edlund von Tiamat, mit Cowboyhut und verspiegelter Sonnenbrille. Nun, ähnlich wie ihre Kollegen aus dem verlorenen Paradies sind auch die schwedischen Herren musikalisch nicht mehr allzu aufregend, aber eines muss man ihrem Frontmann ja lassen, Johan spielt seine Gitarre so sexy wie kein anderer!

In die Kategorie Sexy gehören die Recken von Bonfire wohl eher nicht und das Aufregendste an der Show der Jungs aus Audi-Town war wohl der Spottkübel, den sie über das Wacken Open Air auskippten! Je nach Stand des Alkoholpegels, konnte man aber trotzdem seinen Spaß haben und für den guten Geschmack sorgten etwas später am Abend dann Edguy.

Die Objekte der Massenbegierde waren wie erwartet Hypocrisy, Pain , Nightwish, die bösen, bösen Jungs von Dimmu Borgir , The Gathering, Samael und Sentenced. Nebst all dieser Klangvollen Namen gab es aber auch einige Neuentdeckungen zu bestaunen. Die Melodic Death Metaller Mourning Caress aus Münster stellten sich zum ersten Mal auf einem Festival dieser Größenordnung vor und dies gar nicht mal schlecht! Da kommt sicher noch mehr, also im Auge behalten!

Nicht mehr so neu, aber live dafür um so überzeugender empfahlen sich die Flowing Tears und die Gothic Rocker aus Finnland Entwine und auch die restlichen Bands zeigten sich von ihrer gut gelaunten Seite.

Für das leibliche Wohl war ebenso ausreichend gesorgt, wie für die Möglichkeit, der potentiellen CD- und Bekleidungskaufwut freien Lauf zu lassen. Die Preise lagen im Rahmen des Erträglichen und auch die Damen und Herren von der Security waren – wenn auch nicht immer ausreichend informiert – stets um Freundlichkeit bemüht. Die Parkmöglichkeiten um das Festivalgeländer herum waren – gelinde gesagt – ein Scherz, der Campingplatz definitiv einige Kilometer zu weit entfernt und die Pressebetreuung ein Entwicklungsland. Aber nun gut, da wollen wir mal nicht päpstlicher sein als der Papst, der als Institution ohnehin hinfällig ist und somit sehen wir dem Organisationsteam diese kleinen Schwächen gerne nach.

Da sagen wir doch mal ganz lieb Dankeschön, fürein sehr angenehmes Festival und hoffen auf eine Neuauflage im nächsten Jahr.

Bis dahin, immer schön böse bleiben.

Mareike Meyer

 

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