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| Magazin für Dark Music, Kult(ur) und Avantgarde |
| Archiv Szene - Uli Gasper |
Kunst - auch ein Thema unserer Szene? Da ja leider die meisten Magazine nur eine Richtung verfolgen (Interview, Rezension, Story...) und die Entry sich schon immer auch mit anderen Themen beschäftigte, werden wir diese Tradition in Zukunft verstärkt weiter verfolgen. Den Auftakt hierzu liefert eine Bekanntschaft, die ich Silvester diesen Jahres machen durfte. Dort traf ich einen Menschen, der den Gastgebern Bilder überreichte... – normale Bilder? Oh nein, doch macht Euch einfach selbst ein Bild. Zu diesem Zweck schickte mir Uli einen kleinen Ausschnitt seines Schaffens zur Veröffentlichung.
Entry: Stelle Dich bitte einmal vor.
Uli: Mein Name ist Uli Gasper und ich wurde 1970 geboren. Ich interessiere mich für Fotografie, Satz, Grafik sowie diverse skurile Sachen wie Holzskulpturen mit Flex und Kettensäge. Geschweißte Schrottskulpturen sind so meine "künstlerischen Äußerungen". Meine Hobbies sind Bmx, Mtb, und Downhill, Mittelalter (Darsteller im Söldnerhaufen www.dasrudel.de.
Entry: Wie kamst Du zur Photgraphie?
Uli: Da ich aus irgend welchen Gründen nicht Zeichnen kann, hab ich irgendwann mal angefangen etwas mit der Kamera rumzudilettiern. 1991 bin ich mit dem Fahrrad rund um Island gefahren und habe mir dazu eine Kamera gekauft. Da stellte ich fest, daß mir das zum einen Spaß macht, zum anderen die Ergebnisse nicht völlig miserabel waren, und ich beschloß, Fotograf zu werden. Ich bekam dann eine Lehrstelle in einem recht guten Werbestudio, wo ich sehr viel über Fotografie und Labortechnik gelernt hab. Seit 3 Jahren studiere ich Kommunikationsdesign.
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Entry: Wann wurde daraus eine Leidenschaft? Uli: Leidenschaft eigentlich schon in Island. Und es hört nicht auf. Hilfe! Der Kühlschrank ist leer, bis auf ein paar Filme! Im Ernst: Nach einem Tief letztes Jahr hab ich wieder kräftig angefangen zu Arbeiten. Leidenschaft? Ja, denn alles, was ich neu lerne eröffnet neue Möglichkeiten. |
Entry: Beschreibe einmal Deine Werke.
Uli: Welche Werke? Du müßtest mal vorbeikommen, es sind recht viele mit teilweise total verschiedenen Themen. Ich mache Werbefotografie im Sportbereich, Fotografiere Trendsports wie BMX und Skaten, mache Reportagen, auf Anfrage auch Hochzeits und Portraitfotos :-)
In der letzten Zeit bekomme ich öfters Anfragen wegen Aktaufnahmen (Manchmal macht die Arbeit auch Spaß!) Gerade in diesem Bereich ist aber Vertrauen und Seriosität superwichtig, es gibt einfach zu viele Deppen, die Fotografie als Anmache verwenden, oder sich dran aufgeilen... Ich bin da eher schüchtern, wenn ich Mädels fotografieren will, lasse ich mich meistens vorstellen. Bevor ichs vergesse, ein grosser Teil meiner Arbeit sind natürlich Beauty Aufnahmen, größtenteils im Gothic Bereich und surreale Fotografien.
Entry: Woher kommen die Ideen?
Uli: Bei Terry Pratchet gibt es einen Theaterstücke schreibenden Zwerg, der permanent von umherfliegenden Ideenpartikeln getroffen wird. Unglücklicherweise reagiert er extrem empfindlich darauf, und so kann er nicht aufhören zu schreiben. Ich denke, da ist was dran. Ideen schwirren einfach so herum, und wenn sie ein aufnahmebereites Hirn treffen, passiert was. Wenn sie auf eine Kuh treffen passiert meistens nix. Einer guten Idee ist es egal, wer sie hat. Leider schwirren oft viel zu viele Ideen durch meinen Kopf und ich verzettele mich ganz gerne mal. deswegen hab ich angefangen zu studieren. Es hilft irgendwie Ordnung in meine Gedanken zu bringen und Sachen zum Ende zu führen.
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Entry: Wie gehst Du an eine Arbeit heran? Uli: Verschieden. Es gibt die Jobs, wo ich ungefähr weiß, was mich erwartet. Sport, Mode, Beaty und Akt gehören dazu. Ich überlege mir vorher ein Konzept, suche meine Ausrüstung aus, plane Requisiten... Dann gibt es natürlich Reportagen, bei denen ich nicht soviel vorausplanen kann. Oder ich veranstalte Sessions, zu denen ich Leute einlade und wir fangen einfach an zu arbeiten. Die Grenzen sind natürlich fließend, gerade auch bei Laborarbeiten bin ich ausgiebig am experimentieren. |
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Entry: Beschreibe einmal Deine Technik.
Uli: Auch die Technik wechselt mit der Aufgabe. Die Sachen, die ich Dir geschickt habe (wenn ich noch wüsste, welche das waren) kamen glaub ich aus der Serie Haunted-Heimsuchungen. Diese Serie ist komlett im Labor entstanden, ohne Hilfe eines Computers. Im weitesten Sinne kann man von verfremdeten Doppelbelichtungen sprechen. Viele Stunden Dunkelkammer, einige Flaschen Bier und viel gute Musik waren notwendig, abgesehen von einem Stapel Papier.
Entry: Was ist die Intention Deiner Bilder?
Uli: Wenn ich das so immer wüsste! Bei den Mehrfachbelichtungen ist es meist so: Ich sehe ein Negativ, mir kommt eine Idee, ich schau mir das am Leuchtpult an und dann geht es ins Labor zum ausprobieren. Wenn ich am Arbeiten bin werden es meist Serien zu einem bestimmten Thema, aber die Techniken können stark variieren. Bei Haunted hab ich zum Beispiel Airbrush, Fotoübermalungen, Labortechniken und vieles andere angewand. Wenn die Grundidee erst einmal da ist, wird solange experimentiert, bis ich mit dem Ergebnis zufrieden bin.
Entry: Welche Deiner Arbeiten gefallen Dir am Besten?
Uli: Keine. Eine der Wahrheiten die ich gelernt habe ist: Man darf nie zufrieden sein. Es geht immer noch besser. Nur so kann man sich weiterentwickeln. Aber es gibt natürlich Arbeiten, mit denen ich recht zufrieden bin :-) Haunted gehört dazu.
Entry: Wie sieht Dein künstlerischer Background aus, oder wie läßt Du Dich inspirieren?
Uli: Ich lese viel, schaue gelegentlich fern, gehe viel weg. Ich laß mich auch gern von Industrial inspirieren.
Entry: Gibt es Mäzenen in Deinem Leben, denn Dein Hobby ist doch nicht gerade günstig?
Uli: Außer meinen Eltern, die mir gelegentlich bei der Ausrüstung ausgeholfen haben und dafür sorgen, daß ich nicht verhungere... leider nein. Es gibt wirklich Zeiten wo ich fast das Essen vergesse :-)
Entry: Wie ist die Resonanz auf Deine Bilder, sowohl vom Publikum als auch der Kritiker? Und wie sieht es mit Ausstellungen aus?
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Uli: Ausstellungen gab und gibt es einige, bis 1.6. hängt SEE im Biergarten Dieburg, danach geht wahrscheinlich HAUNTED und eine Serie aus einem Stahlwerk nach Aschaffenburg ins Piercingstudio und ins Dome (Klamotten). Ich hab jahrelang eigentlich nur für mich fotografiert und die Bilder archiviert. War dumm, ich hätte mehr an die Öffentlichkeit gehen sollen, vielleicht wäre ich dann schon weiter. Eigentlich hatte ich bisher meist positive Resonanzen, sowohl von der Presse als auch vom Publikum. Okay, Lack/Leder ist nicht jedermanns Sache, meine freien Arbeiten auch nicht, aber auf den großen fiesen Verriss warte ich bisher noch. Da ich jetzt verstärkt an die Öffentlichkeit gehe muß ich vielleicht nicht mehr lange warten. Was solls, viel Feind, viel Ehr! |
Entry: Wie steht es mit einem kommerziellen Erfolg?
Uli: Was soll das sein? Das ich am ende von meinen arbeiten Leben kann? Nicht, das ich reich werden will, aber das könnte mir gefallen. Ich arbeite dran, aber bisher tut sich finanziell noch wenig. Ich gebe viel Geld aus und nehme wenig ein.
Entry: Was planst Du als nächstes?
Uli: Einiges! Natürlich werde ich weiter in der schwarzen Szene aktiv sein mit allen Arten von Bildern. Portrait, Lack, Akt, Bodypainting. Auch die surreale Fotografie will ich weiterverfolgen. Kommerziell wird der Schwerpunkt im Sportbereich liegen. Werbung also. Ich steige gerade auch ins Videodrehen ein, ich denke, auch in dieser Richtung eröffnen sich einige Möglichkeiten, bin selber mal gespannt. Ich entwerfe gerade fotografische Bildergeschichten, etwas ans Comic angelehnt (Neiiin! Nicht Bravo Foto Love Stories!), schaun mer mal. Außerdem gibt es noch eine Kooperation mit einem Comiczeichner wegen eines schwarzen Comics. Im Buch sollen Fotos und Comics gemischt werden. Ich sag Bescheid wenns Neues gibt!
... mit diesem Versprechen schließen wir für Heute. Und wenn Uli sein Versprechen wahr macht, werden wir ja demnächst wieder einiges von ihm hören! Uli, besten Dank und alles Gute!
M.V.
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