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| Festival: WGT 2002 |
WGT 2002: Familientreffen oder Massenabfertigung?
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Das ist sicherlich eine der Fragen, die sich viele stellen. Ich denke die Antwort sollte jeder für sich finden ... Ich für meinen Teil bin der Meinung, das es beides ist. Zum einen gibt es eine Gruppe, die die Chance nutzen will möglichst viele Bands zu sehen - wohlwissend, daß es gerade auf dem WGT ein recht schwieriges Unterfangen ist. Zum anderen gibt es eine weitere Gruppe, für die es wichtig ist Freunde und Bekannte zu treffen; neue Menschen kennen zu lernen, den Horizont zu erweitern, Mauern im Kopf einzureißen. |
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Last, but not least gibt es sicherlich auch eine weitere Gruppierung für die das Sehen und Gesehen werden auf dem alljährlichern Karneval der Grufties das A und O ist ...
Doch das soll als moralisches Vorwort genügen ...
Was hatte das WGT 2002 denn nun konkret zu bieten?
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Neben einem kräftigen Sonnenbrand für den einen oder anderen - das hervorragende Pfingstwetter läßt grüßen - gab es wieder jede Menge Musik in altbekannten Locations wie AGRA-Halle, Werk 2, Haus Ausensee, Parkbühne, Moritzbastei, und, und, und, ... Natürlich war es auch dieses Jahr die Ausschöpfung des Festivaltickets aufgrund der veranstaltungsbedingten Überschneidungen nicht einmal ansatzweise möglich. Wer es trotzdem mit Hilfe des ÖPNV versuche traf fast überall auf gutgelaunte Schwarzkittel. Ich denke, daß die Leipziger Verkehrsbetriebe zu keinem anderen Zeitpunkt des Jahres mehr Schwarzfahrer zu befördern haben. |
Zu Begegnungen der etwas anderen Art kam es dabei aufgrund des in Leipzig parallel stattfindenden Turnfestes. Die vorwiegenden älteren Semester in bunter Sportkluft zeigten sich nach anfänglicher Scheu interessiert an diesen seltsamen, schwarzbunten Gestalten. Daher suchte man das Gespräch und es fand quasi Öffentlichkeitsarbeit an vorderster Front statt.
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Aufgrund der weit auseinanderliegenden Veranstaltungsorte entschieden sich nicht wenige Besucher für die Taktik zumindest große Teile des Tages an ausgewählten Spielstätten zu verbringen - eine Vorgehensweise für die auch wir uns entschieden. So ergab es sich, daß wir Freitag, Sonntag und Montag auf dem AGRA-Gelände verbrachten und nur am Samstag eine Expedition zum Haus Auensee unternahmen. Während Helium Vola für uns der zwar nett anzuhörende aber nicht wirklich aufregende Opener des Freitagabends war, fand der erste Tag mit Sex Gang Children einen netten Ausklang. |
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Wie bereits angemerkt entschieden wir uns am Samstag für eine kleine "Weltreise" zum Haus Auensee.
Überraschenderweise kam es dort nicht zu Verspätungen, so dass wir lediglich die letzte Hälfte der allerletzten Zugabe von Escape With Romeo natürlich Somebody zu Gehör bekamen.
Weiter ging es mit ASP, gefolgt von Kuschelgrufties Illuminate. Beide Bands hatten Ihre Fans, konnten mich aber weder musikalisch, noch bühnentechnisch nicht wirklich überzeugen.
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Während ich von der schwachen Show von Clan Of Xymox schwer enttäuscht wurde - es war ein stark elektronisch geprägtes Konzert bei dem in meinen Augen die Klassiker viel zu kurz kamen; so wurde ich von Diva Destruction mehr als entschädigt! Die US-Gothrocker zogen von Anfang an mit Ihrer charismatischen Frontfrau das Publikum in Ihren Bann und wußten es zu begeistern. Jedoch muß ich hinzufügen, daß nach mehreren Songs Diva Distruction sich immer mehr nach einer Kopie Ihrer selbst anhörten und somit leider etwas langweilig erschienen ... |
Auch der musikalische Teil des Sonntags begann für uns relativ spät, nämlich als wir uns gegen 19:45 zum Konzert der absolut sehens- und hörenswerten Ausnahme-US-Band Crüxshadows in der AGRA-Halle einfanden. Auch hier wurden wir nicht enttäusch im Gegenteil: Zwei Gogo-Tänzerinnen und Rouges akrobatische Kletterpartien sorgten für zusätzliche Abwechslung.
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Ebenso amüsierend wie ärgerlich für Fans von Silke Bischoff war der Auftritt von 18 Summers. Die Band hatte mit massiven technischen Problemen zu kämpfen und konnte das Konzert nach diversen Anläufen letztendlich nur in vorwiegend akustischer Form darbieten. Auch wenn Felix Flaucher mit diversen Witzchen und schwarzem Humor das Publikum zeitweilig zu unterhalten wußte, konnte das Programm aufgrund der vorgenannten Gründe nur verkürzt dargeboten werde. Nicht zuletzt dieser Umstand führte sowohl bei Publikum wie auch Künstlern zu Mißstimmungen. |
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Lieber Veranstalter: Solch' massiven Pannen dürfen in dieser Form einfach nicht passieren! Schließlich findet das WGT in dieser Form nicht zum ersten Mal statt! Zudem zeugen diese Pannen nicht gerade von Professionalität ...
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The Mission standen aufgrund anderer Verpflichtungen leider nicht auf unserem Programm, so daß wir den bühnentechnischen Teil des Samstag Abends mit einem grandiosen Konzert von Goethes Erben beendeten. Oswald Henke zeigte sich in Topform, schien das Konzert wirklich zu genießen und ließ sich gebührend feiern.
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Am Montag kam es zu einigen Verschiebungen, so dass wir Mila Mar leider verpassten und mit Schandmaul, In Extremo und Subway To Sally für uns das eigentliche Festival einen mittelalterlich angehauchten Abschluß fand. Alle drei Band zeigte sich äußerst spielfreudig mund motiviert und wussten somit das Publikum zu begeistern.
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Die offizielle Abschlußparty fand wie jedes Jahr in der Mortizbastei statt, war erwartungsgemäß sehr gut besucht (man wundert sich immer wieder wie all diese Gestalten es dort hin schaffen) und bildete den würdigen Abschluß für das diesjährige WGT. Abgesehen vom letzten Abend haben wir in den frühen Morgenstunden regelmäßig die Parties in der Agra 4.3 besucht, die - möglicherweise aufgrund der Nähe zum Zeltplatz - regelmäßig gut besucht waren. Szene-DJs wie Martin Sprißler, Ronan Harris, DJ Diva und weitere internationale DJs gaben sich Abend für Abend die Regler in die Hand. |
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Besonders hervorzuheben sei hier die lokale Strokers-Crew erwähnt, die mit einem Oldie-Pritschenwagen als DJ-Bühne und einer wirklich sehr guter und zur Veranstaltung passenden Pyroshow das Publikum bis in die frühen Morgenstunden zu begeistern wußten.
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Einziger Wermutstropfen bleibt wie so oft auch hier die Tatsache, daß auch im Rahmen dieser Veranstaltungen die Musik weitestgehend elektronisch geprägt war. In meinen Augen ein Fehler, da zeitweilige Ausflüge in die gitarrenlastige Musik oder in die 80er kaum zu Ausfällen auf der Tanzfläche führten. Während die Security auf dem AGRA-Gelände dieses Jahr zumindest uns besonders positiv und freundlich auffiel, so fiel uns diese im Haus Auensee umso negativer ins Auge ... Letztendlich ließ nicht zuletzt die Organisation vor Ort stark zu wünschen übrig. |
Das gipfelte letztendlich darin, daß den wartenden Massen vor der Location wohl "vergessen" wurde mitzuteilen, daß aufgrund der bereits ausgeschöpften Kapazitäten kein Einlaß mehr gewährt werden konnten. So kam es, daß viele Besucher dort unnötig viel Zeit vertrödelten, anstatt sich auf dem Weg zum nächsten Veranstaltungsort zu machen. Pech hatten auch die, die Location nur kurzzeitig verlassen wollten um frische Luft zu schnappen, bzw. sich Nahrung zuzuführen. Auch wenn noch ein Teil der Gruppe d'rin war - Pech gehabt!
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Lieber Veranstalter - da muß langfristig eine andere Lösung her ... Ein paar weitere negative Eindrücke gibt es leider auch zu vermelden. So war der Fotograben - insb. in der AGRA-Halle - hoffnungslos überfüllt. Dies führte dazu, daß man sich zeitig einfinden mußte, um überhaupt einen dieser begehrten Plätze ergattern zu können und für's Fotografieren an sich zeitweilig nur ein halber Song blieb. Nicht gerade ideale Arbeitsbedingungen, wenn man bedenkt welche miserablen Lichtverhältnisse - aus fotografischer Sicht - auf der Bühne z. T. herrschen ... Eine letzte traurige Meldung gibt es anläßlich einiger Konzerte auf der Parkbühne. |
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So kam es - offensichtlich angeheizt durch einen einseitigen Artikel in der lokalen Presse zu Übergriffen durch autonome Jugendliche auf WGT-Besucher, denen eine rechte politische Gesinnung unterstellt wurde. Ein trauriges Novum in Leipzig, daß sicherlich nicht nach einer Wiederholung schreit, aber vielleicht die Veranstalter die Bandauswahl in gewissen Bereichen Überdenken läßt ...
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Für einigen Gesprächsstoff sorgte der Gig der Kult-Elektro-Formation Frontline Assembly, auf das sich viele Besucher gefreut haben. Es wird gemunkelt, daß nicht Bill Leeb persönlich auf der Bühne stand, sondern nur ein Double. Eine offizielle Meldung gab es bis zum derzeitigen Zeitpunkt nicht und wir warten gespannt auf eine Auflösung ... Nun ja ... |
Mir hat es dieses Jahr trotz allem besonders gut auf dem WGT gefallen.
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Das mag möglicherweise an der Tatsache liegt, daß ich dieses Jahr besonders viele nette Menschen kennen lernen durfte. Wie dem auch sei ... Ich denke, daß ich mich auch nächstes Jahr zu Pfingsten wieder nach Leipzig begeben werde und "überbrücke" die Zeit derweil mit einigen netten anderen Festivals ... :-) |
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Armando Pareira