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| Magazin für Dark Music, Kult(ur) und Avantgarde |
| Festival: WGT 2003 |
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Wie jedes Jahr zu Pfingsten machten sich auch dieses Jahr erneut tausende Leute der Dark/Gothic-Szene auf den Weg nach Leipzig zum 12. WGT. Man war gespannt was man wohl so alles zu sehen bekommen würde. Wie viele Leute man aus dem eigenen Bekanntenkreis treffen würde, wie die Konzerte, Discopartys oder Zeltplatzpartys verlaufen würden, und ob sich das Wetter mal wieder von seiner besten Seite zeigen würde, oder ob die Leute auf dem Zeltplatz wie letztes Jahr mit sintflutähnlichen Verhältnissen zu kämpfen haben würden... |
Zuerst die wichtigsten Fakten: Es gab wie von Organisationsseite verlautet während des WGT keine schlimmeren Vorfälle wie Verletzungen, Gewaltaufkommen, Herzinfarkte, Satanistenmorde mit 66 Messerstichen usw., lediglich ein paar Leutchen mit Kreislaufkollaps aufgrund der Hitze oder zuviel Alkohols. Die Besucherzahl beläuft sich auf 19000 + 750 Presseleute aus über 30 Ländern von diversen Zeitungen und Magazinen. Es gab insgesamt fast 150 Konzerte, nur eine der Bands, Primordial, musste abgesagt werden, da die Band nicht anreiste. Es kommen wohl wie jedes Jahr noch ein paar - wie soll man sagen - "Schmarotzer" dazu, die sich von Leuten mit Bändchen die überstehenden Enden abschneiden, geschickt zusammennähen, oder mit Klebeband unter dem Armgelenk zusammenkleben ließen. Ist eigentlich schon jemand auf die Idee gekommen, sich das Bändchen tätowieren zu lassen ???
| Bei der Anfahrt hatten wir weniger Probleme, da wir in der Nacht von Donnerstag auf Freitag morgens um 4.00 Uhr von Frankfurt am Main aus abfuhren. Leute die Freitags mittags anreisten hatten da, wie wir erfuhren, schon mehr Probleme, da viele Pfingststaus, meist durch Baustellen verursacht, auf den Autobahnen gemeistert werden mussten. | ![]() |
Für Frühreisende wie uns, die morgens um 8.00 Uhr in Leipzig ankamen, gab es dann jedoch das Problem, dass wir in Leipzig vor dem Agragelände noch 3 – 4 Stunden warten mussten bis die Kassenhäuschen und die Bändchenausgabestände öffneten. (Kleiner Vorteil für uns: das Kassenhäuschen für die Pressebändchen öffnete schon ein wenig früher.) Das war schon ein wenig nervig, zumal es in Leipzig auch grade noch regnete. Dies könnte unserer Meinung nach noch etwas verbessert werden. Einige Bekannte von uns fuhren auch schon Donnerstags abends nach Leipzig, um auf dem Zeltplatz in Ruhe und ohne Stress das Zelt aufbauen zu können.
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Ein Offenbacher hatte jedoch eine Autopanne und kam deshalb erst kurz nach Mitternacht vor dem Agragelände an. Als er zum Zeltplatz wollte „zwecks Zeltaufbau“, wurde er informiert, dass es nach Mitternacht sei und er deshalb nicht das Gelände betreten dürfe. Er verbrachte die restliche Nacht also etwas beleidigt im vollgepackten Auto. Es wurde Mittag und endlich hatten auch wir unsere Bändchen und Presseausweise. Auf dem Agragelände herrschte schon ein großes schwarzes Getümmel. |
Was uns jedoch auffiel war, dass es im Verpflegungsbereich ( Essensstände ) extrem große Unterschiede bezüglich des Preises aber insbesondere der Qualität gab. Ohne genauer darauf eingehen zu wollen, waren die Stände mit den teuersten Preisen zumeist auch die mit den mickrigsten Portionen und der schlechtesten Qualität.
An einer Fritten- und Currywurstbude musste man sogar nur vorbeigehen und roch auf 4 Meter Entfernung das ranzige Öl. Hier besteht ebenfalls noch ein wenig Handlungsbedarf von Seiten des Veranstalters.
| Der nächste Schock war dann für mich, das wieder das gleiche schreckliche Bier wie letztes Jahr in der Agra ausgeschenkt wurde. O.K., die Geschmäcker sind verschieden, aber viele von uns beschlossen darauf hin dieses Bier nach Möglichkeit zu meiden. Unser Hotelbesitzer sagte uns, dass er es nicht verstehen könne, es gebe so viele gute Ostbiere, und ausgerechnet dieses räudige müsse verkauft werden. Letztes Jahr sagte uns ein einheimischer Besucher des WGT´s, dass das Ekelbier jenes wäre, welches eine gewisse Markenbrauerei in den Gully laufen lassen würde. Ohne beleidigend werden zu wollen, aber wenn es euch auch so gegangen ist (betrifft nicht nur Bier, sondern auch einige eklige Longdrinks), dann beschwert euch auf der WGT Homepage darüber. Vielleicht sind wir aber auch nur zu wählerisch? | ![]() |
Aber ich muß sagen, wenn ich 2,30 Euro
für ein lauwarmes Bier bezahlen muß, dann erwarte ich wenigsten Qualität.
Zumal das WGT und die Obsorgekarte sowieso jedes Jahr teurer werden.
Teurer werden auch von Jahr zu Jahr die Klamotten / Utensilienstände in
der Agrahalle ( X-Tra und Konsorten). Hier kann man nur empfehlen nicht gleich
am erstbesten Stand zu kaufen. Wir haben dieses Jahr extreme Preisspannen für
gleiche Artikel gefunden. Insbesondere bei Schmuck sollte man erst mehrere Stände
anschauen bevor man sich entscheidet. Wir fanden Preisspannen für ein und
denselben Ring aus Silber von bis zu 12 Euro. Billigster Anbieter 13 Euro, teuerster
Anbieter 25 Teuro.
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Einen Dank möchte ich dieses Jahr den Ordnern / Securityleuten zukommen lassen. So nett, freundlich und hilfsbereit wie dieses Jahr waren sie noch nie. Ich hoffe nur, dass es allen so erging und nicht nur uns dank des Presseausweises. Aber auch hier haben wir einige Beobachtungen gemacht die uns etwas ärgerten. Zum Beispiel wurde am Sonntag auf der Parkbühne vor dem Oomph Konzert eine Einlasssperre verhängt, obwohl der Platz vor der Bühne nur zu dreiviertel voll war. Ob dies ein Versehen war oder aus sicherheitstechnischen Gründen so vorgegeben ist, konnte uns keiner beantworten. |
Auch ein wenig penibel fand ich, dass ein Ordner beim Durchsuchen einer Handtasche einen Beutel Kirschen fand und diesen dann in den Müll entsorgte. Dies geschah sicherlich nicht aus Eigeninitiative des Ordners. Sondern wohl eher aufgrund der Vorgaben des Veranstalters.
Mein Kommentar dazu: „Hallo! Aufwachen! Wir sind hier in Leipzig auf einem Wave Gothic Treffen. Die Leute sind friedlich, oder glaubt ihr, jemand wolle den Sänger von Diary Of Dreams mit Kirchen bombardieren? Oder habt ihr um euren Umsatz in der Halle Angst?“
| Die Leutchen auf dem Zeltplatz hatten dieses Jahr wieder viel zu leiden. Ab Freitagmittags wurde es richtig warm in Leipzig. Viele jammerten schon morgens um 9 Uhr, dass es unerträglich heiß in den Zelten werde. An Schlafen war dann nicht mehr zu denken. Dafür kann der Veranstalter jedoch nichts. Es ist nur Tragisch, dass es beim WGT immer zu so extremen Wettersituationen kommen muß. Es scheint als würde der einheimische Wettergott seit 7 Jahren nur Extremhitze oder Unwetter kennen. So kam es dann Sonntagsmittags zu einer Unwetterwarnung gefolgt von Wind, Regen, Sturmböen, Blitz und Donner. Einige mögen dies aufgrund der Hitze der Vortage als angenehm empfunden haben. | ![]() |
Auf die Konzertberichte gehen wir gesondert ein. Nur soviel dazu: Der Sound in der Agrahalle war wie jedes Jahr leider schlecht, da ich kein Toningenieur oder Techniker oder sonst was in der Richtung bin, habe ich keine Ahnung, ob es möglich ist den Sound in der Halle durch erschwingliche Hilfsmittel zu verbessern.
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Also machen wir gleich mit den unterschiedlichen Discopartys weiter. Schade fanden wir es speziell am ersten und zweiten Abend in der Agrahalle 4.2. Die Musik dort war schon nicht mehr EBM oder Darkelectromäßig, sondern eher Technoid. Auf Dauer für viele nicht mehr auszuhalten, und so verbrachten viele Besucher lieber den Abend auf dem Zeltplatz oder in der Zwischenhalle mit ein paar Bekannten beim gemütlichen Plausch. Wir hatten Samstags auch das Glück viele Bekannte in der kleineren Vorhalle ( Eingangsbereich zur 4.2) zu treffen. |
Schnell waren 3 Bänke zu einem Dreieck zusammengestellt und die Privatparty konnte steigen. Gegen 4 Uhr morgens saßen wir dann nur noch mit 5 Leutchen da und wollten schon gehen, als aus der Agra 4.2 Discohalle endlich mal weniger Technolastige, sondern eher EBM / Darkelectro Klänge drangen ( Apoptygma, Suicide Commando usw. ja so was höre ich, also könnt ihr euch denken, was ich mit Technoid meine, denn das war selbst mir zu Technolastig.). Also stürmten wir rein und hatten dann endlich die Gelegenheit uns auszutoben. Das taten wir dann noch bis 6.30 Uhr und dann war Feierabend. Ein wenigstens halbwegs versöhnlicher Abend für uns, aber trotz alledem für viele die früher gegangen waren etwas kläglich. Vielleicht sollte man das Musikprogramm in der Agra 4.2 doch etwas gemischter gestalten, um dort allen Besuchern etwas bieten zu können.
| Als es am dritten Abend wieder etwas seltsam in der 4.2 anfing, beschlossen wir in die Moritzbastei zu fahren. Wir dachten uns, dort könnten wir in einem der 3 Räume mit unserem Musikgeschmack mehr Glück haben. Als wir dort gegen 1 Uhr ankamen war es in der Bastei schon recht gut gefüllt, aber nicht überfüllt, also auszuhalten, nach einem Rundgang durch die Bastei blieben wir in dem kleinem Raum im 1 Stock hängen (im Oberkeller, dort wo die Verkaufsstände von mehreren Händlern waren). | ![]() |
Nach einer halben Stunde, so gegen 3.00 Uhr, hörte DJ De`ath aus Leeds auf, in besagtem Raum aufzulegen. Völlig verzweifelt sagte er auf Englisch, er müsse jetzt leider das Programm beenden, da dieser Teil der Moritzbastei wegen den Händlern, die Angst um ihre Waren hatten, gesperrt werden müsse. Um sich das zu Überlegen: der DJ freut sich total darauf, auf dem WGT aufzulegen. Ihm wird im Vorfeld nichts davon gesagt, dass er nur bis 3.00 Uhr auflegen darf. Er wird extra aus England bestellt, und dann so etwas... Er war total fertig. Dabei hätte ein Absperrgitter und ein Ordner gereicht, und er hätte weiter auflegen können. Das war wirklich von Organisationsseite her nicht gelungen.
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In den beiden anderen Räumen der Moritzbastei lief im kleinem Raum nur noch 80er, und Industrial in der großen Halle. Also war musiktechnisch hier für uns nicht mehr viel zu holen. Unsere nächste Anlaufstation war das "Dark Flower", der einheimische Club. Und ich kann nur sagen, sehr klein (Fassungsvermögen ca. 150 – 200 Leute), sehr schick (echt toll dekoriert ), und die Getränkepreise waren echt human. Zahlten wir in der Bastei noch 2,40 Euro für ein 0,3er Markenbier aus Bremen, so bekamen wir hier ein 0,5er zum gleichen Preis (und zwar eiskalt!) |
Die Stimmung in diesem Laden war echt gigantisch und es fiel uns schwer morgens gegen 6.30 Uhr Tschüß zu sagen, da der Laden immer noch recht voll und die Stimmung immer noch auf dem Siedepunkt war.Falls ihr mal wieder in Leipzig seid und dort ein DJ, der eurer Musikrichtung entspricht, auflegt, dann geht hin. Es wird sich lohnen.
Angenehm fiel uns auf, dass viele Bandmitglieder und Künstler abends die unterschiedlichen Partys und das große Rahmenprogramm nutzten und auch gerne mal zu einem kleineren Gespräch bereit waren. Das unterstreicht die Nähe der Künstler zum Szenevolk.
| Wie Jedes Jahr war eines der Highlights die Abschlussparty in der Moritzbastei. Hier treffen sich meistens noch mal alle, die sich untereinander kennen und feiern bis tief in den nächsten Morgen oder noch länger ein berauschendes Fest (zumindest waren wir bis 7 Uhr Morgens da, dann sagte mir mein Körper, dass er zu keiner weiteren Bieraufnahme bereit sei, da sich mein Mageninhalt sonst... Ihr wisst schon...) Bei der Abschlußparty wurde noch einmal für ein sehr gutes Musikprogramm in 3 Räumen gesorgt und ist über die Jahre ein echter Selbstläufer geworden. | ![]() |
Auch hier kann ich nur sagen, jeder der nicht gleich dienstags morgens wieder Arbeiten/Schule oder Sonstiges muß, sollte diese Abschlusspartys mitnehmen.
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Wort zum Sonntag ( Nachlese )Zum Abschluss ist nur noch zu sagen, dass man nicht alles so negativ sehen darf wie wir es hier geschrieben haben. Aber man muß halt mal darauf hinweisen. Im Gegensatz zu dem Chaos, welches noch vor 3 oder 4 Jahren auf dem WGT herrschte, sind diese Kleinigkeiten, die wir hier aufgeführt haben, echt nur noch Fliegendreck. Der organisatorische Ablauf hat sich über die Jahre wesentlich verbessert. Wir wollten mit diesem kleinen Beitrag nur auf die kleineren Mängel aufmerksam machen, die man vielleicht auch noch beheben könnte. |
Der/Die eine oder andere hat wohl auch ganz andere positive oder negative Erfahrungen gemacht als wir. Aber erstens sind wie allgemein bekannt gerade die Geschmäcker in unserer dunklen Szene verschieden, und 2. konnten wir nicht gleichzeitig überall sein, um alles mitzubekommen. Trotzalledem ist das WGT die beste Veranstaltung dieser Art, die wir haben. Wir hatten über die 4 Tage jedenfalls sehr viel Spaß (auch dem Alkohol sei Dank), und wir freuen uns schon auf das nächste WGT Treffen im Jahre 2004. Vielleicht dann ja doch mit einem anderen Bier in der Agra. „Grins“
Bericht: Peter Büttner
Fotos: Frank Ott
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