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| Magazin für Dark Music, Kult(ur) und Avantgarde |
| Festival: WGT 2004 |
Ein Markenzeichen des WGTs ist die Vielfalt.
Alljährlich wird auf dieser weltweit einzigartigen Veranstaltung die Vielfalt
der schwarzen Szene präsentiert und gepriesen. Das macht ja gerade den
Reiz aus.
Ebenso wie die Konzerte sind die verschiedenen Afterparties auf die Locations
innerhalb der Stadt verteilt. Es ist somit jedem möglich zu wählen,
allerdings ist nach wie vor die Discoparty in der AGRA-Halle 4.2 die zentrale
Anlaufstelle. Das liegt zum einen natürlich an der direkten Nähe zum
Zeltplatz zum anderen auch daran, dass es für die Besucher der Konzerte
natürlich angenehm ist im Anschluß an diese direkt auf dem Gelände
zu verbleiben. Da wäre es doch eigentlich wünschenswert, dass die
Musik eher ein breites Spektrum der Geschmacksvielfalt abdeckt. Aber weit gefehlt!
Nur weil einige "DJs" gute Bands haben und damit auch erfolgreich
sind, bedeutet dies nicht, dass sie auflegen können! Leider Gottes verkommen
diese Veranstaltungen zu Technoparties, die bei weitem nichts mit Elektro, EBM,
Industrial oder ähnlichem zu tun haben. Am übelsten war die Musik
in der AGRA 4.2 donnerstags und sonntags. Da stellt sich die Frage weshalb soviel
Wert auf reine Namen gelegt wird? Es gibt genug gute DJs und solche SpartenDJs
sollten auf eine kleinere Locations verlegt werden, wo sich dann die Interessenten
für deren Auflegeprodukte einfinden können.
Zum Glück gibt es aber immer wieder Alternativveranstaltungen. So kann man mit einem Besuch der Afterparties in der Moritzbastei eigentlich nie falsch liegen. Mit drei Floors ist eigentlich immer für jeden was dabei. Hierbei müssen für den Sonnabend zwei DJs hervorgehoben werden. Zum einen Dominic ,DJ De`ath aus Leeds, und Markus ,DJ MSTH. Vor allem MSTH und einigen anderen gelang es eine elektronisch geprägte Party hinzulegen bei der es vom Minimalelektro über Synthpop bis hin zu aktuellen Chartbreakern alles dabei war. Die Party ging bis 7.00 Uhr morgens und alle, incl. DJ MSTH waren glücklich und zufrieden. DJ De`ath legte in einem anderem Raum das gitarrenmäßige Alternativprogramm hin und auch dort waren alle glücklich und zufrieden.
Was auch immer einen Besuch wert ist, ist der Darkflower Club. Dies ist unter dem Jahr das Szenezentrum Leipzigs und kann am besten mit den Worten umschrieben werden: klein aber fein! Die Musikrichtungen wechseln je nach gebuchtem DJ, sind aber meistens für fast alle hörbar und tanzbar. So legte auch in diesem Jahr wieder DJ duke erez aus Tel Aviv auf, der den einigen noch von der genialen, elektronischeren Party vom letzten Jahr im Darkflower bekannt sein dürfte.
Die Krönung der Afterparties ist natürlich
die Abschlussparty in der Moritzbastei! Das Motto im Oberkeller könnte
in diesem Jahr auch "Erbarme! Zu spät! Die Hesse komme!" gelautet
haben. So legte im Oberkeller auch hessischer DJ, Frank D`Angelo, auf.
So fand sich auch eine kleine, lustige Hessenkommune, bestehend aus ca. 30 Leute
+ nichthessischer Anhang, ein. Witzigerweise war darunter auch eine gute Auswahl
der Rhein Main DJs dabei. Nachdem das Bier auch gleich in groben Mengen herangeschleift
wurde stieg die Stimmung ins unermessliche. Nach kürzester Zeit wurden
die Bänke, im oberen Aufgang, zum Tanzen genutzt und es wurde mitgegrölt
was das Zeug hält. Es wurde berichtet, dass die Gesänge sogar bis
weit hinter dem DJ-Pult zu hören waren.
Viele Besucher blieben stehen um sich dieses Schauspiel zu betrachten. Einige
waren sogar dermaßen angetan, dass sie auch gleich auf dem Gang zu tanzen
anfingen.
So entwickelte sich eine phantastische Party mit einer Stimmung ohnegleichen,
die von der gut gemischten Musikauswahl angeheizt wurde. Die Abschlussparties
in der Moritzbastei sind immer gut. Aber die im Oberkeller im Jahre 2004 hat
sich wahrlich einen Platz in den Memoiren des WGTs verdient. Mal sehen unter
welchem Motto die Party im nächsten Jahr verläuft.
Tatjana