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Zillo-Festival in Rüsselsheim |
Zillo-Festival in Rüsselsheim 09./10.06.1995
Als wir am Freitag um 10.00 Uhr losfahren wollten, war uns schon klar, daß wir an den folgenden beiden Tagen eine Menge Spaß haben werden! Noch müde, aber gut gelaunt, mit ein paar Lebensmitteln, fuhren wir in Richtung Rüsselsheim, wo der Spaß stattfinden sollte. Das Festivalgelände war, dank vorbildlicher Ausschilderung (wirklich gute Arbeit!), einfach zu finden und der Parkplatz war, da es sich um einen Opel-Werks-Parkplatz handelte, riesig. Um 13.00 Uhr angekommen, fanden wir auch direkt Leute, die uns mitteilten, daß man sich zwar den Zeltplatz von außen ansehen könnte, aber ihn garantiert noch nicht mit seinem Zelt beziehen kann. Manche Leute, die aufgrund ihrer weiten Anreise schon am Vortag angekommen waren und ihr Zeit auf dem Gelände aufgebaut hattet, mußten es abbauen, um die Zeltgebühr zu entrichten, und dürften es nun erneut aufstellen. Nach mehrstündigen Wartet auf das Öffnen des Zelt- und Eintrittsmarkenverkaufsstandes, konnte man sich in die nunmehr horrernd lange Schlange anstellen und hoffen, daß man doch bald seine Marke bekommen würde. Auf denn Zeltplatz angekommen, mußten wir feststellen, daß, obwohl man garantiert nicht zu spät da war, der Zeltplatz eigentlich schon voll war. Nun ja, einen Platz haben wir noch bekommen - direkt neben dem Disco-Zelt!
Die Eingangskontrollen vor dem erreichen des eigentlichen Festivalgeländes waren dagegen wirklich harmlos und es kam auch nicht zu langen Warteschlangen. Der Anblick, der einem dann entgegen schmetterte, war schon gewaltig. Geradeaus schaute man über einen Acker hinüber zu der gewohnt großen Bühne - umrundet wurde der Acker von zahlreichen Ständen mit Getränken, Schmuck und Lebensmitteln. Die Getränke waren mit Euro 2,30 einen halben Euro teurer als das letzte Jahr und daß man für 1/8 (!) Dörer Euro 3,50 hinlegen mußte, war wohl auch ein Scherz! Ich habe es am Samstag doch tatsächlich geschafft, vom Frühstück bis zum Mitternachtsmahl ganze Euro 28 fürs Essen auszugeben. Zwar wurden die Preise nicht von der Zillo GmbH vorgeschrieben, aber bei den meines erachtens horrenden Standmieten, mußten sich die Standmieter irgend etwas einfallen lassen und so die Festivalbesucher bitten, doch etwas tiefer in die Taschen zu greifen. Vorbildlich dagegen waren auch die Massen an Toiletten, die rings um das Festivalgelände und dem Zeltplatz platziert worden waren. Es waren so viele vorhanden, daß man im Extremfall nur auf eine einzige Person warten mußte.
Als die erste Band, Armageddon Dildos, anfing, kämpftet die Tontechniker, welche für meinen Geschmack etwas zu nahe an der Bühne standen, zwar noch mit dem Sound, jedoch sollte dieses bald behoben sein. Als nächste Band folgten dann The Cranes und wie sollte es nun sein, Die Tontechniker kamen auch diesmal nicht mit dem Sound - oder war es Alison's Stimme - klar. Als dann Alien Sex Fiend kamen, wurde es richtig voll vor der Bühne und auch richtig gute Stimmung kam bei den Festivalbesuchern auf.
Als Headliner am Freitag waren die Jungs von Project Pitchfork angesagt und mittlerweile war es auch schon dunkle geworden. Peter konnte mit seiner fast 1 ½ stündigen Show dem Konzertabend einen krönenden Abschluß geben.
Direkt anschließend konnten alle, die die Nase noch nicht voll genug hatten von der guten Musik, noch auf DJ DIVA's Musik abtanzet und feiern.
Nun nach fast einem ganzen Tag wurden auch wir müde und gingen in unser Zelt um dort die restlichen, uns verbleibenden, Stunden zum schlafen zu nutzen. Am nächsten Morgen, die Sonne meinte es gut mit ums, gingen wir nach dem ewig langen anstehen vor dem Waschwagen, uns waschen und direkt anschließend wieder auf das Festivalgelände, wo sogleich The Fair Sex ihren Auftritt als Anheizer hatten. Eine wirklich gute Wahl, denn T.F.S. hattet bis zu dem Auftreten von The Bates, den größten Zuschaueranstrom an diesem Tag gehabt. Dieses spricht nicht gerade für die Bands, die dazwischen gespielt haben, aber es könnte auch nur unsere subjektive Meinung sein. Mit Nitzer Ebb, Siouxsie & the Banshees, welche endlich mal wieder viele ältere Songs gespielt haben und New Model Army kamen die Gruppen, auf die wohl die meisten Leute gewartet hatten. Alle drei boten herrliche Musik und auch die Show, die sie darboten, konnte sich sehen lassen. Direkt vor den Auftritt von N.M.A, konnte es sich Easy nicht verkneifen, ein paar Worte an die Zuschauer zu richten. Unter anderen unterrichtete er uns, daß er doch das gesamte Festivalgelände für läppische 40 Eintrittskarten an Opel-Mitarbeiter und einem T-Shirt bekommen hatte. Nach der damaligen Spendenaufforderung von der Zillo muß es jetzt wohl steil nach oben gehen, oder wie kam der Spruch zustande: Geld kommt zu Geld?
R.R. / M.V.