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Magazin für Dark Music, Kult(ur) und Avantgarde

 

Buddhismus - Der Weg zur Freiheit

Mal ehrlich, wer macht sich schon die Mühe, setzt sich vollkommen relaxt hin, schließt die Augen und genießt nur den Augenblick?!

Benebelt von Räucherstäbchen und im Kerzenschein fließen die Gedanken wie ein ruhiger Fluß an Eurem inneren Auge vorüber und von außerhalb beobachtet ihr eure Gedanken und Erlebnisse.

- Der beste Weg um innere Ruhe und Ausgeglichenheit zu erlangen -

Diese tägliche Zeremonie ist eine der wichtigsten im Buddhismus. Darüber und über die Hintergründe wollte ich berichten. Über die Philosophie, die Lehre des Karmas, die Erleuchtungen und das Leid der Wiedergeburt. Das schwerste in der Meditation ist anfangs das loslassen der Identität, des Egos. Man beginnt, indem man sich einen erleuchteten Buddha vorstellt, z. B. den des Mitgefühls, verschmilzt mit ihm und erlangt so seine Eigenschaften. Zwar werden im Buddhismus keine Gottheiten angebetet, da jede Seele ein Buddha ist, die es gilt, zu entdecken, doch gilt diese Methode zur Vereinfachung.

Die Lehre -Dharma-, sagt, daß jeder Mensch ein Buddha ist, dessen Geist momentan benebelt ist und wiederentdeckt werden muß. Buddha sagt, daß das Leben ein von uns inszenierter Traum ist, ein Trugbild. Tatsache ist einzig unser Geist, der ewig ist und nicht einer von vielen Lebensabschnitten (dieses Leben).

Betrachte dein Leben aus der Perspektive eines Zuschauers und du wirst es besser beurteilen und verstehen. Alles, was unseren Geist beflügelt, sind Dinge, die wir selbst durch etwas anderes auf uns wieder projizieren, und uns wachsen lassen.

Dinge und Situationen, die wir in der Meditation sehen und erleben, sind momentan getrennt, doch können wir sie nur sehen, da sie aus unserem eigenen Geist entstanden, zu ihm zurückkehren und eigentlich nie getrennt von uns waren, wir haben sie nur entdeckt. Loslassen der Identität, des Egos, bedeutet, nichts getrennt sehen, alles ist eins und miteinander verbunden. Sein Leben nicht nur aus der "Ich-Perspektive" sehen, sondern aus der "Wir-Perspektive"! Du bist eins und emotional verbunden mit den Pflanzen, den Tieren, deinen Mitmenschen und der ganzen Umwelt. Dualität ist ein Trugbild oder Schutzschild deines Egos, da alles, was du auf andere projizierst, später auf dich zurückkommt (man muß es nur erkennen und deuten können).

Als Beispiel: Du bist mit einem dir völlig unsympathischen Menschen zusammen. Statt es den anderen spüren zu lassen, und so eine völlig negative Situation aufzubauen, denkst du positiv: Ich bin nur kurze Zeit mit diesem Menschen zusammen, er aber sein ganzes Leben, ist das nicht gut für mich?

Einflußreich ist auch Dein Karma für dein momentanes Leben. Der Buddhismus sagt, daß jeder Geist viele Leben hinter sich und noch sehr viele vor sich hat, um die Erleuchtung zu erlangen.

Deine jetzige Situation ist das Resultat deines Karmas. Das Karma zeigt uns unsere Fehler aus dem vorherigen Leben und gibt uns im jetzigen die Chance, diese aufzuarbeiten. Ziel ist es, einen völlig klaren und reinen Geist zu erlangen, den Kreis von Wiedergeburt zu durchbrechen und ins Nirwana einzutreten. Das schwerste ist, sein Karma zu erkennen. Wenn du z. B. im vorherigen Leben viele Partner hattest, diese aber absichtlich unglücklich machtest, wirst du in diesem Leben nicht fähig sein, eine liebevolle Beziehung zu führen. Diesmal wirst du ausgenutzt und begreifen, was man dir für Schmerzen zufügt.

Höchstwahrscheinlich wirst du gar nicht begreifen, warum dir soviel schlechtes widerfährt. Verstehst du aber die Lehre des Karmas und blickst tief in dein Inneres, klärst deinen verwirrten Geist, wirst du die Bedeutung deiner momentanen Situation verstehen und sie verarbeiten.

Eine Weisheit sagt: "Alles hat seinen Sinn"

Der Sinn entdecken wir meist erst spät, aber aus jeder Situation heraus, egal ob positiv oder negativ, ergibt sich eine neue. Und wenn es Jahre dauert, bis wir entdecken, daß eine schlechte Erfahrung doch gute Folgen für uns hatte. "Alles hat seinen Sinn" - läßt uns negative Situationen tiefgründiger erforschen und verstehen. Z. B.: Wäre ich nicht bei meinem letzten Job gekündigt worden, hätte ich nie den Mut oder die Möglichkeit gehabt, etwas völlig neues zu machen, was mir viel mehr Spaß macht.

Du solltest z. B. deine Feinde nicht hassen, sondern dankbar für diesen Zustand sein, der dich wachsen läßt. Überlege dir, warum ist diese Person so, könnte es an mir liegen? Meist entdeckst du schon dann uralte Begebenheiten, die du vielleicht schon längst vergessen hast, deinen Widersacher aber tief gekränkt haben. Findest du keine negative Begebenheiten, könnte es auch dein oder euer Karma sein, das euch daran hindert, einander zu versöhnen. Es könnte jeder sein, z. B. deine Mutter, mit der du dich ständig streitest, dich vielleicht bereits zurückgezogen hast. Da wir schon viele Leben und Beziehungen hinter uns haben, ist es möglich, daß diese Person -in dem Fall deine Mutter- im früheren Leben dein Lebenspartner war. Vielleicht sind noch einige Probleme ungeklärt geblieben und du, oder ihr, findet nur wahren Frieden, Ausgeglichenheit, wenn ihr dieses Leben nutzt um euch auszusprechen und alles zu klären.

Buddha sagt: "Zähme den eigenen Feind im Innern, der die Verblendung ist!" Äußerliche Feinde scheinen dir vielleicht schädlich, könnten allerdings im letzten Leben deine liebsten Freunde gewesen sein. Feinde lehren uns, bereits jetzt Nachsicht und Mitgefühl zu empfinden.

Buddhisten benutzen ein "Mantra" = Schutz des Geistes, um ihren Geist zu klären und reinzuwaschen. Leider sind wir so verblendet und oberflächlich, daß wir unser wahres Potential gar nicht erfassen können. Das Mantra hilft uns, daß nicht Gedanken uns denken, sondern wir unsere Gedanken. Wieviel tausend Gedanken rasen dir in fünf Minuten durch den Kopf? Probiere einmal, diese einfach abzustellen! Es wird nicht funktionieren, weil es dir dein Leben lang gar nicht bewußt ist. Durch das Mantra beschäftigst du deinen Geist und hilfst ihm, dein Ego (Stolz, Wut und Neid) zu kontrollieren. Zum Beispiel das Mantra "Om mani padme hum" (Herr, befreie meinen Geist aus meiner Unwissenheit): Es ist ein spirituell aufgeladenes Mikrogebet, das sich beim vielfach wiederholten rezitieren an göttlich Geläuterte richtet (Erleuchtete) und von ihnen Segen und Einflußnahme erbittet. Dein tiefvergrabenes Buddha läßt durch sein Strahlen dein Ego im Schatten verschwinden.

Die meisten Buddhisten leben vegetarisch. Das tiefe Mitgefühl, welches sie für andere empfinden, trennt sie nicht mehr von der Umwelt. Alles ist eins, daher werden keine Unterschiede zwischen Mensch und Tier und den Pflanzen gemacht. Mit dem Genießen des Fleisches nimmt ein Mensch auch die Qualen und Ängste der Tiere auf und beschmutzt seinen strahlenden Buddha im Inneren.

Im Mensch-Körper zu verweilen ist das Resultat eines guten Karmas aus dem vorherigen Leben. Es gibt dir die Möglichkeit, in diesem Leben die Erleuchtung zu erlangen. Dein Geist kann auch in einem Tier- oder Pflanzenkörper wiedergeboren werden und ewig lange warten auf eine Chance, in einem Menschenkörper wiedergeboren zu werden. Der Buddhismus bemüht sich, es allen Lebensformen recht zu machen, keine unnötigen Qualen oder Leiden zu verursachen, da alles eins ist und man sich selbst Schaden mit absichtlichen negativen Handlungen zufügt.

Frauke Knoblich

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