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| Magazin für Dark Music, Kult(ur) und Avantgarde |
| Archiv Gedichte - Christoph Vivenz - |
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Ich will sterben mit einem Ausdruck der Ungewißheit auf meinen Lippen. Ich will sterben mit dem Wust des Lebens voll der bitteren Süße. Ich will saure Früchte fressen, die Morcheln aus meinen Ohren. Ich will begehen einen Abusus meiner Leibhaftigkeit. (-Komm wieder zu dir, Alter! Ich will dann mit dir die Bibel lesen.) Ich will sterben, indem ich nicht mehr zu mir komme. Ich will ein Ei auf meinem Kopf so lange aufschlagen, bis seine Schädeldecke zerbricht. (Was war zuerst: Das Hirn oder das Ei?) Ich will mich mit Wein beschütten, bis ich mich darin aufgelöst. Ich will mich an dieser Frage zerbrechen, bis mein Freund mich an Lächerlichkeit übertrifft. Ich will sterben mit dem Ausdruck der Liebe auf den Lippen. Ich will mich selbst vergessen haben. Ich bin mein selbstgestorbenes Todesmal. Ich will sterben, wenn ich weiß, daß jeder nur ‘Na geh!’ dazu sagt.
Christoph Vivenz |
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