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| Magazin für Dark Music, Kult(ur) und Avantgarde |
| Gegendarstellung: Massiv In Mensch |
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03.05.2001
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| MASSIV IN MENSCH - BELASTENDES MATERIAL
- AETNA/WPR Bei "Belastendes Material" handelt es sich um deutschsprachigen EBM, der sich fast ausschließlich um Krieg und Kampfhandlungen dreht, was schon durch das Blicken auf das Cover und das Durchlesen der Lied-Titel einige Verwirrung beim Käufer auslösen dürfte. Denn die politische Richtung der Texte wird leider auch beim Hören der einzelnen Songs nicht deutlich. Das flaue Gefühl im Magen wird hierbei auch durch oberflächliche Lyrics, wie z.B. "Mein Job ist töten, das tut nicht weh..." ("Die Natter") nicht gerade gelindert. Musikalisch erinnert die Band stark an ebenfalls militärisch orientierte Kombos, wie z.B. Funker Vogt, jedoch stechen die nervig-gebrüllten Phrasen des Sängers Daniel Logemann und die etwas dünnen Vocals der Sängerin Sarah Follers heraus. Leider können die Elektroniker zu keiner Zeit an ihre Vorbilder, wie z.B. die oben genannten Funker, herankommen. Bei dem instrumentalen Track "Verlust", lässt sich dann zum ersten Mal so etwas wie eine schöne Melodie vernehmen, jedoch nehmen auch hier die ewigen Kriegs-Film-Samples keinen Abbruch...Auf Dauer gesehen gehen einem dann auch die flachen Texte und der stur gleich bleibende Beat, sowie die beiden Leute am Mikro irgendwann so auf die Nerven, daß man die CD in die Ecke wirft und nur noch Bilder aus schlechten Nazi-Kriegs-Filmen vor Augen hat. Für Elektroniker-Fans von Filmen wie "Die Brücke von Arnheim" und Konsorten, könnte diese CD durchaus ein Tip(p) sein, auf die meisten anderen wird sie eher lächerlich wirken...Danke nein! (ds) |
Hallo !
Habe mir gerade mit Schrecken Eure Rezension unserer Debüt-CD durchgelesen.
Mit Schrecken nicht etwa deshalb, weil sie für uns negativ ausfällt,
nein weil hier platte und tumbe Unterstellungen laut werden, die es auszumärzen
gilt ! Leider hat der/die Kritiker(in) unsere Texte überhaupt nicht verstanden
und die übliche Kleingeistkeule herausgeholt und uns rechte Tendenzen unterstellt
! Wie in vielen anderen Fällen ist dieser Vorwurf absolut unberechtigt
und obsolet ! Da ich selbst die Texte schreibe, fühle ich mich zu tiefst
angegriffen, da ich selbst humanistisch orientiert bin, Zivildienst geleistet
habe und politisch eher links stehe. Aber das nur am Rande. Unsere Texte sollen
nämlich gar nicht politisch sein, sondern sie konterkarieren die Plattheit
des Krieges und das tumbe Allerlei in vielen Titeln bekannter EBM-Combos - in
der Kritik wird gar gesagt, dass derartige Bands unsere Vorbilder seien!!!
Auch ist nicht wahr, dass das gesamte Album mit Kriegssamplen versehen sei.
Es ist ungeheuerlich, mit welcher Belanglosigkeit und Unwissenheit an eine solche
Kritik herangegangen wird ! Kriegssamples kommen nämlich nur im ersten
Track "Offensivschock" vor, welcher halt die Platt- und Stumpfheit des Krieges
auf den Punkt bringen soll !
Und ich bitte Euch zur Kenntnis zu nehmen, dass wir durchaus negative Kritiken
beachten und gar auf unsere Homepage stellen - im Gegensatz zu vielen anderen
Bands sind wir kritikfähig. Hier hört jedoch der Spaß auf. Ich
bitte Euch darum, diese Darstellung auf Eure Seite zu bringen !
Mit freundlichen Grüßen,
Daniel Logemann
hallo nochmal...
nach eingehender analyse der kritik sind wir zu der auffassung gekommen, dass
wir euch nunmehr höflichst bitten, die kritik aus euren rezensionen zu
nehmen oder so umzuschreiben, dass kein zweifel daran gelassen wird, dass es
sich bei MASSIV IN MENSCH um KEINE rechtsradikale oder faschistische Band handelt.
Im Gegenteil : M.i.M. verachten diese menschenverachtende Grundhaltung, wie
alle extremen politischen Richtungen und wir sind in unseren texten stark humanistisch
geprägt ! die kritik jedoch geht stark unter die gürtellinie und unterstellt
uns verfassungsfeindliche grundhaltungen. ferner wurde das vorliegende material
nicht richtig analysiert und es wurde unterstellt, dass wir durchgängig
kriegssamples benutzen würden, was nachweislich nicht der fall ist ! das
kann man nur mit unwissenheit erklären !
nochmals mfg, daniel logemann, sarah folkens, mirco osterthun
BETREFF: KRITIK AN DER KRITIK ZU "MASSIV IN MENSCH - BELASTENDES MATERIAL"
Hi Leute!
Zuerst einmal möchte ich betonen, dass ich nicht gewillt bin, meine Kritik umzuschreiben oder gar komplett aus dem Magazin zu nehmen. Bedenke: Das würde - wenn man so weit gehen möchte - gar die Pressefreiheit anzweifeln! Lediglich dem Chef-Redakteur überlasse ich die Entscheidung, dies zu tun oder halt auch nicht! Zur Richtigstellung ist schließlich Deine Mail und meine Gegendarstellung gedacht. So, jetzt zu den Anschuldigungen, die meine Kritik zu Eurer CD betreffen:
Ich habe zu keiner Zeit behauptet, dass Ihr mit Euren Texten Nazi-ähnliches Gedankengut unterstützt oder gar fördern wollt. Wenn Ihr die Kritik wirklich so genau analysiert hättet, die Ihr in Eurer Mail behauptet, dann hättet Ihr feststellen müssen, dass ich lediglich von einem "flauen Gefühl im Magen" spreche und davon, dass die politische Richtung der Texte "nicht deutlich" wird!
Was die - meiner Meinung nach(!) - militärische Orientierung Eurer Songs angeht: Die ist für mich noch immer vorhanden. Und wenn nur im ersten Song Samples aus einem Kriegsfilm vorhanden sind, woher stammen dann die Samples in den anderen Songs? Schließlich sind auch dort Sprachsamples enthalten, die einen, ich wiederhole, militärischen Touch mit sich bringen. Und das ganze wird durch das Cover der CD, das einen Mann mit einem Mundschutz zeigt, der mich weniger an den eines Arztes als an den eines Soldaten oder vielmehr Terroristen erinnert, nur unterstützt. Auch die Lyrics lassen oft nur auf Texte über Kriegsszenarien schließen ("Will nicht mehr[...]die Angst vernehmen, den Tod erblicken, das Blut strömen sehen..."; aus "Ans Kreuz genagelt"). Oder habe ich da was falsch verstanden?
Aber gerade das ist es ja, die Texte und die ganze Aufmachung der CD, von der Musik bis hin zum Cover, können für "einige Verwirrung beim Käufer" sorgen, wie ich es auch schon in meiner Rezension zur Sprache gebracht habe. Damit müsst Ihr rechnen, wenn Eure Musik provozieren soll, was offensichtlich der Fall ist. Wenn Ihr Musik gegen den Krieg macht, dann muss dies nicht mit der Holzhammermethode alla "Krieg ist schlecht, make love not war!" passieren, allerdings ist es im Fall Eurer CD so undurchsichtig und - meiner Meinung nach(!) - zu oberflächlich passiert, als dass diese Message wirklich rüberkommen kann. Es steht jedem Käufer der CD frei, selbst darüber zu entscheiden, aber ich für meinen Teil, habe meine Meinung zum Album gebildet und werde sie auch nicht ändern, auch wenn ich mir nun über die politische Richtung der Texte im Klaren bin...dies sollte aber eigentlich auch ohne die Gegendarstellung der Band möglich gewesen sein, oder!?(ds)
GEGENDARSTELLUNG "MASSIV IN MENSCH"
Hallo Dominik !
Wir zweifeln mit keinem Ton die Pressefreiheit an, sondern wir bestehen darauf, dass die in Deiner Kritik lautwerdenden Zweifel an unserer politischen Gesinnung herausgenommen werden, da Deine Analysen, die zu dieser Vermutung führen, teilweise falsch, lückenhaft und oberflächlich sind. Wir bestehen weiter darauf, dass der Name "Massiv in Mensch" nicht mit Begriffen wie "Nazi" und ähnlich faschistoiden Begriffen in Einklang gebracht wird. Das gleicht einer Rufschädigung bei der wir notfalls rechtliche Schritte einläuten könnten. Die politische Gesinnung wird, wenn man sich denn eindeutig mal mit unseren Texten befasst und durch die erläuternden Texte auf unserer Homepage, mehr als deutlich. In keinem Massiv in Mensch-Text herrscht extremes Gedankengut, weder faschistoides oder linksradikales. Im Gegenteil : die Texte sind weitestgehend unpolitisch und reflexieren Gewalt, parodieren diese oder zeigen die Plumpheit dieser negativen Seite des Menschen deutlichst auf. Dir sollte desweiteren zu denken geben, dass bislang niemand auf die Idee gekommen ist, uns in diese Ecke zu schieben, geschweige denn uns mit Bands wie "Funker Vogt" zu vergleichen, deren Habitus ja eindeutig die Militärschiene ist, ohne dass man dort eine eindeutige Distanzierung vernimmt.
Ich zitiere den Refrain aus unserem "Kriegssong" "Offensivschock" mal für Dich :
"Du bist im Kampf und weißt den Weg nicht. Du siehst das Leid und bist nur schädlich. Agiere und töte die Liebe – verteile nur Schläge und Hiebe."
Wer hier nicht die eindeutige Kritik, auch auf die vorangegangen, gesungenen, tumben Militärparolen versteht, befasst sich, unserer Meinung nach, nicht deutlich genug mit unserer Musik. Dein "flaues Gefühl", wie Du es nennst, müsste dann auch bei zig anderen Bands des Genres auftauchen, da es dort eine Vielzahl von Bands gibt (die meistens jedoch englisch singen), die Gewalt als Hauptthema angeben und benutzen, bzw. analysieren oder reflektieren. In unserem Fall ist es etwas anderes. Wir haben eine Vielzahl von Themen, rund um die negativen Aspekte des Menschen, der Gesellschaft.
Du fragtest weiter, dass wenn wir nur im ersten Songs Kriegssamples benutzen würden, woher denn die Samples in den anderen Liedern stammen !
Ich weiß nicht, inwieweit Du Dich mit elektronischer Musik und deren Gangarten beschäftigst. Ins unserem Fall ist es so, dass wir für jedes Lied, für jedes Thema (auch das wird durch unsere Aussagen und Texte deutlich), neue Samples, also auch passende, suchen und integrieren in das Gesamtbild. Wir sind in diesem Punkt, unserer Meinung nach, anderen Bands einen Schritt voraus, dass wir nicht nur eine Film o.Ä. durchpflücken. Und beim genauen analysieren müsste Dir eigentlich aufgefallen sein, dass schon im Lied 2 ein recht philosophisch angehauchter Klaus Kinski sich äußert, sehr passend zum Leitthema des Liedes. Was das mit Krieg zu tun hat, solltest Du uns bitte einmal klarmachen. Ich weise noch einmal deutlich darauf hin, dass in keinem weiteren Lied der CD "Belastendes Material" Kriegssamples vorkommen. Auch der Touch wird keinesfalls deutlich, wie Du sagst. In Lied 3 parodieren wir comicartig schlecht gemachte USA-Krimiserien und das Genre, bzw. die Medien im allgemeinen. Im Titel "Ans Kreuz genagelt" reflektieren wie Bestechlichkeit und religiösen Fanatismus. Hat also auch nichts mit Krieg zu tun.
Deine Belege sind also äußerst dürftig und ärgern uns ungemein. Das sind Unterstellungen, die jeglicher Beweislast entbehren. Das darf so nicht stehenbleiben.
Auch in Bezug auf das Cover müssen wir darauf hinweisen, dass kein militärischer Touch deutlich wird, sondern lediglich der Titel des Albums. Hier gibt es auch keine weiteren Interpretationsmöglichkeiten. Auf kriegerischen Pathos wurden wir in dem Zusammenhang jedoch noch nie hingewiesen.
Die von Dir angeführte Textzeile aus "Ans Kreuz genagelt" hast Du vollkommen falsch verstanden. Wie schon oben erwähnt geht es hier um andere Dinge, als um Kriegsszenarien. Es geht mehr um den Blickwinkel eines Menschen, der sich die Welt um sich herum anschaut. Das müssen nicht unbedingt kriegerische Handlungen sein, sondern alltägliche Gewalt o.Ä. Es geht also hier mehr um den Menschen und seine Ängste an sich, als um die Darstellung eines Kriegsszenarios. Das wird im Lied allein schon durch die vielen "Will nicht mehr..." mehr als deutlich.
Wenn jemand es so auffasst, dass wir provozieren wollen, dann kann er das selbstverständlich tun, aber auch das ist doch sehr subjektiv. Für den einen ist das Cover einer "Knorkator"-CD provokant, für den anderen eine "Marianne & Michael"-Scheibe, ohne dass man hier jedoch gleich auf politische Gesinnung schließt. Wir haben ganz sicher kein Cover, dass ausschließlich provokant wirkt, sondern wenn man sich die CD anhört und sowohl Albumtitel und Songtexte verfolgt, wird man erkennen, dass wir eine kritisch-reflektierende Band sind, mit einer gehörigen Portion Sarkasmus. Fernab von Klischees, die uns unterstellen könnten, dass wir politisch seien oder gar faschistoid. Wir fassen diese Betrachtung als Beleidigung auf und wehren uns zu tiefst gegen diesen Vorwurf.
Ich bitte um Gegendarstellung und Veröffentlichung dieses Textes !
Mit freundlichen Grüßen,
Daniel Logemann (Massiv in Mensch)
Hallo Daniel!
Nun, rechtliche Schritte kann man tatsächlich einleiten, solange ein wirklicher Versuch einer Rufschädigung vorliegt, was hier aber nicht der Fall ist. Ich wiederhole noch einmal, dass es sich hier um meine Meinung handelte, die ich mit meiner Kritik sicherlich keinem aufdrängen wollte. Jemand, der so etwas aus
meiner Kritik herausliest, darf mir nicht vorwerfen, dass ich mich nicht eingängig genug, oder gar "oberflächlich" mit seinen Texten beschäftigt habe, denn das gleiche scheinst Du schließlich mit meiner Rezension getan zu haben. Sonst wäre Dir - ich wiederhole mich noch einmal - aufgefallen, dass Worte wie "Nazi" oder "faschistoid" nicht einmal dort vorkommen und dass ich Euch niemals in diese Ecke gedrängt habe! Ich habe ausschließlich meine eigenen Empfindungen beim wiederholten anhören Eurer CD zum Ausdruck gebracht. Ich beschäftige mich (um Deine Frage zu beantworten) logischerweise sehr viel mit elektronischer Musik und ihren Gangarten, nicht zuletzt deswegen, weil ich schließlich elektronische CD's rezensiere...
Und mir ist durchaus bewußt, dass viele Bands einfach wüst irgendwelche Film- Samples in ihren Liedern einbauen, die teilweise überhaupt nicht so passen wollen. Jedoch ist mir bei Euch aufgefallen, dass die Samples, die ihr nunmal benutzt, allesamt einen aggressiven oder eben in dieser Richtung provozierenden Touch haben! Und das hat auf mich den Eindruck gemacht, dass diese CD einen "kriegerischen" oder besser militärischen Hauch besitzt. Und dabei habe ich nicht von militärischem Pathos geredet, sondern schlicht und einfach von der militärischen Atmosphäre, die das Album verbreitet.
Was das Cover angeht, so möchte ich doch mal wissen, wer oder was letztendlich dort dargestellt wird, wenn kein Terrorist oder Soldat. Natürlich ist es, wie Du schon sagst, sehr subjektiv, das ganze als reine Provokation anzusehen, jedoch sollte man sich noch einmal vor Augen führen, worüber wir hier eigentlich reden...genau! Über eine Rezension! Nichts ist von Haus aus Subjektiver als eine Kritik, oder!?
Die nachdenklichen, ironischen Texte wirken auf mich nicht so nachdenklich und ironisch, sonder eher stumpf, was ich auch bereits erwähnt habe. Und genau darum geht es doch die ganze Zeit: Es geht hier um meine persönliche Meinung, die ich in meinem Text zum Ausdruck bringe. Und wenn man CD's zum rezensieren verschickt, muss man damit rechnen, dass man auch mal Kritiken bekommt, die einem auf den Bauch schlagen, ohne dass der Rezensent die persönliche Würde der einzelnen Bands antasten will, was Du mir anscheinend vorzuwerfen versuchst.
Ich habe lediglich erwähnt, dass ich mir nicht sicher war, in welche politische Richtung die CD geht. Und es ist Fakt, dass ich so gedacht habe. Und ich habe mich mehr als nur "oberflächlich" mit der CD beschäftigt. Natürlich kann es sein, dass Euch noch niemand in diese Richtung gedrängt hat. Das habe auch ich nicht. Ich habe nur Eure Texte in Frage gestellt, was einem Rezensenten erlaubt sein sollte, womit wir doch wieder unweigerlich bei dem leidigen Thema der Zensur wären...
Die Richtigstellung wird schließlich im Entry veröffentlicht, weshalb ich ein Umschreiben der Rezensur persönlich für Schwachsinn halte. Aber wie gesagt, hierbei überlasse ich meinem Chef-Redakteur die Entscheidung über diese Frage.
(DS)