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| Magazin für Dark Music, Kult(ur) und Avantgarde |
| Amorphis |
Entry: Könnt ihr mir eine kleine Einführung zu eurer neuen Platte "My Kantele" geben?
Oli-Pekka: Nun es beinhaltet 4 neue Trackes und zwei davon sind von uns und die anderen beiden sind Coverversionen. Der eine Song ist von Hawkwind und der andere kommt von einer Finnischen Band und der Grund warum wir diese Band und diesen Song ausgewählt haben ist, das diese Musik uns sehr beeinflußt hat und das sehr lange. Viele Arrangments kommen aus diesem Bereich, der im Progressiv-Psychedelic anzusiedeln ist.
Brother slayer wurde von Pasi geschrieben und ist seine erste Amorphis-Komposition und der andere Song war ein Session-song, der auf Brother-slayer folgte, da wir nicht wußten wie wir Borther-slayer beenden sollten und irgendwie ein neuer Song daraus entstand und dann gingen wir damit ins Studio.
Entry: Er ist also eher ein Proberaumsong.
O: Ja genau so. Wir haben ihn vielleicht zweimal gespielt bevor wir damit ins Studio gingen um ihn auf zu nehmen.
Tomi: Es war das erste mal das wir ihn so gespielt haben.
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O: Er ist auch nicht ein guter Live-Track, man kann ihn besser abjammen. Entry: Ist es zu schwierig das Gefühl des Songs live rüberzubringen? O: Das entscheidet eigentlich ganz allein das Publikum, aber es ist nicht gerade sehr passend einen Instrumentalsong live zuspielen als Heavy-Metal-Band. Entry: Eure folkloristischen Einflüsse liegen tief verwurzelt in den Legenden und Sagen Finnlands. T: Der Brother-slayer ist auch noch aus der Kanteletar aber jetzt hat Pasi angefangen eigene Texte zu schreiben, die ähnlich geschrieben sind und sich mit den gleichen Gefühlen und Themen beschäftigen. |
Wir wollen noch mehr wir selbst sein und nicht immer bei den gleichen Büchern bleiben.
O: Es war ein guter Zeitpunkt zum Wechsel zu etwas eigenem und Pasi schreibt sie immer noch zu erst in finnisch und erst wenn sie richtig gut sind werden sie ins alte englisch übersetzt.
Entry: Versucht ihr jetzt die Texte zu euren Songs im Stil der alten finnischen Bücher zu schreiben?
O: Die Texte sind nicht soweit von einander entfernt. Wir versuchen die Atmosphäre und die Stimmung ähnlich zu halten, aber sie sind persönlicher für uns. Die Texte aus der Kanteletar kann man zwar auch sehr persönlich nennen, da jeder eine Stelle findet in die er sich herein denken kann, aber Pasi versucht jetzt seine Ansichten zu verdeutlichen.
Entry: Wann wollt ihr mit einem neuen Album beginnen?
O: Das wird nach diesen ganzen Festivalgigs passieren .
T: Vielleicht machen wir dann noch eine kurze Pause.
O: Aber wir haben genug Material zusammen um uns an die Arbeiten für eine neue Platte zu setzten.
T: Und hart zu arbeiten. Wir wollen noch dieses Jahr ins Studio gehen.
O: Aber wir können noch nichts versprechen. Vielleicht dauert es ja doch noch ein Jahr.
Entry: Ist die "My Kantele" also eine Überbrückung zum nächsten Album?
O: Ja, so haben wir etwas mehr Zeit. Denn wenn man zwei Jahre braucht um eine neue Platte einzuspielen, dann sollte man eventuell doch vorher schon mal ins Studio gehen und irgendeinen Mist einspielen.(Er grinste dabei und gab mir zu verstehen, daß er dies nicht ganz ernst meinte!)
T: Wir verlassen das Studio nicht eher bis wir mit den Songs zufrieden sind.
O: So war das immer bei uns und wird sich bei der nächsten Platte nicht ändern. Naja, die EP haben wir nicht ganz so ernst genommen, da wir eigentlich nur ein bisschen Spaß im Studio haben wollten.
Entry: Noch mal das Gefühl bei den Aufnahmen wieder bekommen?
O: Ja! Genau so.
Entry: Wie wird denn nun das neue Album aussehen?
O: Das ist sehr schwer zu sagen, denn ich würde es auch gerne wissen. Aber ich denke es wird eher an Elegy anknüpfen als an My Kantele, denn die EP unterscheidet sich doch sehr von dem Vorgänger, welcher mehr Amorphis entspricht.
T: Musikalisch wird mehr als Elegy sein.
O: Auf der einen Seite härter.
T: Elegy war ja gar nicht mehr so hart.
O: Auf der anderen Seite weicher mit mehr accoustic Parts. Also noch abwechslungsreicher als Elegy.
T: Viel mehr softere Parts.
O: Und Pasi hat bei den Proben alle Gesangsparts übernommen auch die Growl- Parts. Tomi hat wie gesagt bei den Proben noch nicht gesungen.
T: Ich werde vielleicht noch ein bisschen mitgrunzen.
O: Aber wahrscheinlich nur noch im Background.
Entry: Wann kamt ihr auf die Idee zwei Stimmen zu benutzen?
T: Das war zu Zeit der Tales of a thousand Lakes, wobei der Hauptgedanke war die Musik farbenprächtiger zu gestalten. Und so suchten wir uns also einen zweiten Sänger, der mitmachte. Zuerst zwar nicht permanent aber zumindest bei den Auftritten. Dadurch waren wir irgendwann von der zweiten Stimme abhängig :
O: Aber Will konnte nicht immer zu unseren Auftritten kommen und als wir dann auf Tour gehen wollten, wollte er seine eigentliche Band nicht hängen lassen und so wurden wir gezwungen einen neuen Sänger zu suchen.
T: So suchten wir uns einen permanenten Sänger und der war dann Pasi.
Entry: Ich mein Pasi sieht irgendwie aus als wäre er der Hardcore-Szene entsprungen.
O: Die Band bei der er vorher gesungen hat macht so eine Musik wie Nirwana und er ist ein totaler Industrial-Fan. Er ist also ziemlich abwechslungsreich und das paßt gut in unsere Band. Die Art mit der er singt ist .....(Diskussion auf Finnisch). Tut mir leid kann ich nicht sagen.
T: Früher haben wie immer diese Melodieparts gespielt, ohne Pasi, aber jetzt können wir seine Stimme ganz anders einsetzen und brauchen selber nicht mehr so viele Melodien spielen.
O: Wir werden immer noch alles mit den Melodien totschlagen, denn das ist schließlich ein Markenzeichen von Amorphis. Jetzt haben wir halt noch mehr Möglichkeiten Musik zu schreiben. Es ist irgendwie aufregend jetzt schon an die neue Platte zu denken.
Entry: Hat also schon wieder eine neue Amorphis- Ära angefangen?
T: So benutzten wir jetzt Heavy-riffs mit melodischem Gesang und auf der Elegy waren ja eigentlich keine so harten Riffs. Somit wird es etwas anders und Pasi ist jetzt auch immer mit dabei, so daß wir uns nicht mehr darauf konzentrieren müssen, wie das jetzt auf den Instrumenten klingt und später mit Gesang.
O: Andererseits war es sehr gut, wenn die Sache nur auf den Gitarren gut klang, denn ein Song der Instrumental gut ist wird durch den Gesang meist noch besser. Das ist eine gute Art zu komponieren und wir haben es immer so getan und durch Pasi verändert sich halt so viel. Normalerweise nimmt er die Songs im Proberaum auf eine Kassette auf und schreibt die Texte dann zu hause.
Als dann die nächste Show auf der großen Bühne begann, beschlossen wir das Interview an dieser Stelle abzubrechen, da die Jungs auch noch einen Gig auf dem Festival vor sich hatten.
Vielen Dank an Eddi und Nuclear Blast für ihre Unterstützung.
J.K.