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| Das Holz |
In letzter Zeit macht immer mehr ein Trio von sich hören, das eher ungewöhnlich ist: DAS HOLZ. Dahinter verbergen sich Christian Komorowski (Geiger bei DEINE LAKAIEN), Ania Clarissa Gürke und Hermann Beetsen Jr.. Das ungewöhnliche ist die Besetzung: Zwei Geigen und ein Klavier. Dabei kommen sehr sensible Klänge heraus, mit Einflüssen aus der osteuropäischen Folklore. ENTRY sprach mit Komo über DAS HOLZ.
Entry: Was bedeutet Euer Name?
Der Name DAS HOLZ bezieht sich in erster Linie darauf, daß wir alle auf Instrumente spielen, die aus Holz gemacht sind. Es gibt ein türkisches lautenähnliches Instrument. die Oud (Michael Popp spielt das live bei einigen Lakaien-Songs), und die Übersetzung des Namens ist schlicht und einfach "Holz". Ich finde, das ist ein schönes Bild, DAS HOLZ, auf dem Musik gemacht wird. Außerdem wird so von vornherein klar, daß wir natürliche Musik machen, eben keine elektronischen Instrumente oder elektronisch erzeugte Klänge verwenden.
Entry: Wann wurde DAS HOLZ gegründet?
DAS HOLZ wurde im Frühjahr 1993 gegründet. Ania hatte mich angesprochen, mit ihr zusammen die Musik für ein Hörspiel zu produzieren. Zur gleichen Zeit war Alexander auf der Suche nach Gästen für die Record Release Party von Run Run Vanguard. Ich hatte ihm von unserem Projekt erzählt und so wurden wir eingeladen, eben auf dieser Party zu spielen. Hermann kannte ich noch aus der gemeinsamen Zeit bei Love Sister Hope, und so war unsere Besetzung komplett. Auf Grund der guten Resonanz haben wir dann beschlossen, auch weiterhin in dieser ungewöhnlichen Besetzung Musik zu machen.
Entry: Warum benennt Ihr die Stücke mit Vornamen? Stehen reelle Personen dahinter? Was für Geschichten wollt Ihr erzählen?
Den Liedern Vornamen zu geben, war eine sehr spontane Idee von uns. Am Anfang, als es nur ein paar Lieder gab, standen wir plötzlich vor dem Problem, daß wir uns gegenseitig nicht verständigen konnten, welches Stück wir (z.B. beim Proben) spielen wollten. Ein Lied, Pina, erinnerte uns alle aber an eine gemeinsame Freundin. Also nannten wir es auch so. Und wir stellten fest, daß sich die Charaktere von bestimmten Liedern sehr treffend mit Vornamen (Olga, Michail) bezeichnen lassen. Mittlerweile ist dies zu einer festen Arbeitsweise geworden, es gibt Lieder, deren Namen erst hinterher gefunden werden muß, manchmal orientieren wir uns an Freunden und Bekannten und manchmal benutzen wir den Namen auch, um uns gegenseitig den Charakter eines Stückes klarzumachen. Die Geschichte, die so ein Lied erzählt, kann sich jeder Zuhörer dann selber ausdenken. Wenn man die Augen schließt, kann man sich glaube ich zu jedem Lied einen Film oder eine Landschaft, oder aber auch einen Menschen, vorstellen.
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Entry: Du bist auch bei DEINE LAKAIEN als Geiger aktiv. In was für Projekte, neben DAS HOLZ, arbeiten Ania Clarissa Gürke und Hermann Beesten Jr.? Ania macht neben DAS HOLZ Musik für Lesungen und Performances. Sie arbeitet teilweise mit Christian Woltz zusammen und hat auch auf "Ludus Danielis" von Estampie mitgespielt. Hermann spielt in der Berliner Acid Blues Band "My Buddy Friends" und produziert ansonsten in seinem Heim-Studio verschiedene Instrumentalmusik. |
Entry: In der INSEL in Berlin hat Alexander Veljanow als Gastsänger gesungen. Ihr macht aber hauptsächlich Instumentelle Stücke. Wie kommt das?
Mit Alexander Veljanow haben wir schon im letzten Herbst einer Coverversion von "Spanish Caravan" für den SubLine-Sanrpler "A Tribut To Jim Morrison" aufgenommen. Grundsätzlich sehen wir uns aber als eine Band, die Instrumentalmusik macht. Dies läßt einfach an Möglichkeiten der Interpretation für den Zuhörer mehr offen. Aber das schließt nicht aus, auch mit anderen Musikern zusammenzuarbeiten. So haben wir mit Sven Regener, dem Sänger von Element of Crime, auch gerade ein Lied (Warte auf mich) aufgenommen. Das soll auf dem Sampler von Gymnastic herausgebracht werden
Entry: Wann sind noch Auftritte geplant? Wird wieder ein Gastsänger dabei sein?
Die nächsten Auftritte werden Ende März, rein instrumental, im Rahmen der Deine Lakaien Akkustik-Tour sein. Da sind wir als special guests. Außerdem spielen wir am 4.3. in Potsdam, Lindenpark, da wird Sven Regener auch ein Lied mit uns singen.
Entry: Wann kommt eine CD?
Die CD erscheint Mitte Mai bei Trikont im Indigo Vertrieb.
Entry: Was für Leute wollt Ihr mit Eurer Musik ansprechen? Woher kommen die Ideen für Eure Stücke?
Es gibt keine Zielgruppe, die wir mit unserer Musik ansprechen wollen. Es ist ja nicht so, daß wir uns hinsetzen und sagen, so, wir machen jetzt ein Stück, das den und den Leuten gefallen soll. Ich glaube auch nicht, daß man längerer Zeit ernsthaft auf so eine Art und Weise Musik machen kann. Wir freuen uns über jeden einzelnen, dem unserer Musik gefällt und der sich drauf einläßt. Die Ideen für Stücke kommen, wie bei vielen anderen Musikern, die ich so kenne, irgendwie einfach so. Man kann das schlecht beschreiben, manchmal fällt mir beim Spielen zuhause etwas ein oder es sind Ideen, die ich schon lange mit mir herumtrage. Anja wird es wohl ebenso gehen, wichtig ist aber, daß diese Ideen meist nur aus Fragmenten bestehen und erst im Übungsraum von uns dreien daraus ein Lied gemacht wird. Jeder von uns hat den gleichen Anteil am Entstehungsprozeß eines Liedes.
Dank gebührt Komo für das Interview
Hella Schrader