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| Erblast |
Entry: Erblast! Hat der Name eine bestimmte Bedeutung? Vor allem wenn man die Ähnlichkeit zu Goethes ERBEN sieht?
Oswald Henke: "Nein, aber der Name ist bewußt gewählt. Am Anfang hatte ich zwei Namen zur Auswahl. Es gab da zum einen noch erblassen, und zum anderen Erblast und das war eigentlich der Hauptgrund. Die Last eines Erbes."
Entry: Also nicht ein Hinweis, daß Goethes Erben irgendwie dahinter stehen?
O.H.: "Nein, denn es hat mit Erben eigentlich nichts mehr zu tun. Außer meine Person, aber es hat einen ganz anderen Anspruch. Für mich ist Erblast eher imaginäre Filmmusik,. Und die Worte stehen nicht im Mittelpunkt. Das ist der ganz große Unterschied. Bei Erblast steht die Stimmung im Mittelpunkt, das Gesamte. Deswegen sind auch Instrumentalstücke, welche nur von der Stimmung leben und nicht von irgendwelchen Harmonien oder Wortfolgen, zu finden."
Entry: Und dieses kannst Du dir mit Goethes Erben nicht vorstellen?
O.H.: "Instrumentalmusik kann ich mir nur als Bindung zwischen zwei Stücken vorstellen, aber nicht als selbständiges Stück, denn das wäre eine Themaverfehlung. Mit Goethes Erben machen wir Musiktheater und beim Theater steht nun mal das Wort und die Aktion im Vordergrund."
Entry: Wer ist denn die Frau, die den weiblichen Gesangspart übernimmt? Hat sie auch Stücke geschreiben und wird sie auf der nächsten CD wieder singen?
O.H.: "Das ist die Juliana Ihl, und sie ist die Sängerin einer Gruppe, die ich zur Zeit zusammen mit Vladimir Ivanoff produziere, die Jungschnecken heißt. Sie hat für die CD kein Stück geschrieben, wird aber auf der nächsten CD wieder singen."
Entry: Bei Erblast singt sie hauptsächlich diese rituellen Sachen! Wirkt Ihre Stimme beim normalen singen nicht so gut?
O.H.: "Nein, bei Erblast macht sie mehr die rituellen Sachen, denn es war ihr Part. Ich finde, daß sie jetzt nicht unbedingt eine anheimelnde, schöne klare Stimme wie Lisa Gerhard, von Dead Can Dance hat, sondern eine sehr markante Stimme. Entweder man mag sie oder man mag sie nicht. So ein Zwischending gibt es nicht. Viele Leute sagen: ‘Das klingt aber komisch’, aber ich finde, die Stimme klingt richtig genial, denn ich kenne keine andere die so klingt, wie die Stimme, von dieser Frau."
Entry: Die Stimme paßt ja richtig auf die Musik, zu der sie singt! Hast Du das Lied extra für sie und ihre Stimme geschrieben?
O.H.: "Ja! Sie singt sehr rhythmisch und deshalb habe ich dahingehend auch gearbeitet."
Entry: Und das was sie singt, ist dann irgendetwas rituelles?
O.H.: "Ja... , wir haben versucht mit "Illian", dem ersten Stück der CD, eine imaginäre Kultur darzustellen. In einer erfundenen Sprache, einer irgendwo untergegangenen indianischen Kultur. Etwas sehr Rituelles, aus dem dem Ursprung der Musik. Das Stück entstand damals aus einem Rhythmus, es gab noch gar keine Harmoniefolgen nur diese Klopfgeräusche usw.. Und dieses Lied hat keine festen Harmonien eigentlich nur eine Oberfläche, eine Lautsprache, das ist alles."
Entry: So ein bißchen wie bei Sixth Comm?
O.H.: "Damit hat es eigentlich wenig zu tun, da Sixth Comm-Stücke viel komplizierter aufgebaut sind. Und außerdem benutzen wir im ersten Song eine reine Lautsprache, also keine richtige Sprache. Aber im Album geht es mehr so um einen Streifzug durch die Menschheitsgeschichte. Es sollte so innerhalb eines Jahrtausend, praktisch das ganze Menschheitsspektrum erfaßt werden und dieses erste Lied stellt die Anfänge dar. Jedes Lied steht für einen Zeitabschnitt und ‘Stumme Bilder’ z.B. steht für den Zeitraum 100 Jahre in die Vergangenheit, als die Bilder laufen lernten. Ich habe versucht jeden Zeitabschnitt, der für die Menschheit wichtig war, musikalisch darzustellen."
Entry: Und das letzte Stück endet dann musikalisch bei Goethes Erben?
O.H.: "Ja,das ist das Stück, das am ehesten unter G.E. hätte erscheinen können, aber ich habe mir am Ende der Platte überlegt, warum ich diese überhaupt gemacht habe. Und dann kam mir der Gedanke, daß alles, was ich mit Erblast gemacht habe, ich auch mit Goethes Erben hätte machen können, deshalb auch der Titel des letzten Liedes "Was war bleibt". Am Schluß bin ich dann zu der Überzeugung gekommen, daß Erblast nicht unbedingt notwendig war, aber für mich war es so ein Ego-Trip, da ich keinerlei Kompromisse bei der Musik eingehen mußte. Ich habe zwar ziemlich eng mit Troy gearbeitet, der auch die Musik von zwei Stücken geschrieben hat, aber sonst war ich völlig unabhängig. Es ist somit eine reine Studioproduktion geworden, die man fast gar nicht auf der Bühne darstellen kann."
Entry: Es ist also auch nicht geplant es mal live zu präsentieren?
O.H.: "Geplant ist nichts. Vor allem ist es mit einem gewissen Aufwand verbunden. Wir sind dann mindestens 5 Leute und das kann wieder keiner bezahlen und finanzieren, und so wird ein Live-Auftritt wohl nicht zustande kommen."
Entry: Erzähl uns doch mal etwas über das Lied "Eine Tragödie".
O.H.: "Es geht über die Tragödien, die geschehen sind, und um alle imaginären Tragödien. Ich meine die literarischen Tragödien. Es ist unterteilt in 1.- und 2.-Teil und diese werden untereinander vermengt, also Romeo und Julia wird mit Natural Burn Killers an einer bestimmten Stelle gleichgesetzt. Und dann werden bestimmte Sachen in Frage gestellt. Am Schluß wird es ad absurdum geführt, wenn es dann um Rotkäppchen und diese ganzen Märchengeschichten geht. Außerdem hat mich gereizt, das von Troy inszenierte Orchester: 3 Rauschgeneratoren, 2 Hörner, 2 Cellos. Theoretisch könnte man dieses Stück auch live aufführen, aber wie so ein verwirrtes Orchester, was in einem Wald immer aneinander vorbei läuft und sich nicht findet, stolpert es herum. Es ist ein Stück ohne Höhepunkt. Das was man am ehesten als einen Höhepunkt ansehen könnte sind zweimal die Takte mit Pauken. Es ist so, als ob man durch einen Wald der Tragödien hindurchläuft und an jedem Baum findet man eine kurze Sequenz aus einem berühmten, oder auch weniger berühmten Buch."
Entry: Warum hast Du Erblast überhaupt gegründet? Mindy Kumbalek hat ja ungefähr zur selben Zeit ihr Projekt Still Silent gestartet! Bringt Euch Goethes Erben nichts mehr?
O.H.: "Nein, Erben bringt uns schon noch etwas. Aber innerhalb von Erben habe ich uns eine Grenze auferlegt. Es ist die deutsche Sprache.Bei Erblast ist nicht mal die Hälfte Deutsch gesungen, und auch, daß meine Stimme im Zentrum steht,ist bei Erblast nicht mehr gegeben, sondern es werden drei Stücke von einer Frau gesungen.Und außerdem arbeite ich gerne mit neuen Leuten zusammen. Bei Erblast hat eben Alexander Popp, der Keyboarder von Artwork, mitgearbeitet, dann der Troy und die Juliana Ihl. Und auf der neuen Erblast, die ich jetzt schon in Arbeit habe, werde ich mit Susanne Reinhard (Common Spring, G.E.) ziemlich eng zusammen arbeiten."
Entry: Du sagtest, daß du gerne mit neuen Leuten zusammen arbeitest, erwähnst aber nur Leute, mit denen du schon arbeitest.!
O.H.: "Ja, aber durch diese Leute lerne ich immer mehr neue Leute kennen und diese meine ich eigentlich. Die "Familie" wird immer größer. Aber auch bei den Leuten, mit denen ich schon seit Jahren arbeite, entstehen andere Sachen. Mit Troy z.B., der bei G.E. ja "nur" spielt, hat bei Erblast den Part eines Songschreibers übernommen und auch Susanne hat bei G.E. "nur" das gespielt, was wir ihr vorgegeben hatten. Bei Erblast dagegen hat sie auch ein Stück geschrieben. (Nun gleitet das Thema doch ein bißchen weit ab und ich blende erst an der Stelle wieder ein, wo Oswald sagte:) Es war fast unmöglich für diese Platte ein Label zu finden."
Entry: Aber du hast doch eines gefunden!
O.H.: "Ja, Kodex bringt die Platte heraus. Das ist eine Gemeinsamkeit von Still Silent und Erblast. Ich finde das eine sehr mutige Sache, und hoffe, daß so etwas belohnt wird. Aber ich denke, die Platte wird seine Hörer finden und falls die Platte diese nicht findet sollte, dann wird es keine Hörer geben."
Entry: Es ist dir also auch gar nicht so wichtig, daß ihr viele CD´s verkauft?
O.H.: "Also von der Erblast nicht. Es ist eine Platte, bei der ich absolut keine Kompromisse in Beziehung Vermarktbarkeit eingegangen bin. Mache ich zwar bei meinen anderen Sachen auch nicht, aber diesmal war ich viel konsequenter. Ich habe Sachen gemacht, die man eigentlich nicht machen darf. Man kann die Platte z.B. nicht Mono anhören, weil sie ein Phasendreher drin hat. Das gibt dann schöne Surround Effekte. Wer also eine Dolby-Surround-Anlage hat, sollte sich die Platte, und vor allem die Instrumentalstücke, anhören."
Entry: Ich sehe bei Deinen Projekten das Problem, daß durch deine prägnante Stimme es immer irgendwie Goethes Erben sein wird!
O.H.: "Aus diesem Grunde habe ich einige Lieder gar nicht gesungen und andere instrumental gehalten."
Entry: Im September wird also die erste Erblast-CD herauskommen und Du arbeitest schon an der zweiten! Wie sollen wir dieses denn verstehen?
O.H.: "Nun ja, an dieser ersten habe ich ca. 1 Jahr gearbeitet, da dieses halt mein Hobby ist, kann ich mir die Zeit nehmen. Aber die arbeiten sind sehr komplex und ich benötige wirklich viel Zeit um diese Sachen fertig zu stellen."
Entry: Erzähl doch mal welchen Zeitpunkt Du in Deinen Lieder festgehalten hast.
O.H.: "Das erste habe ich ja schon gesagt, das sind die Anfänge der menschlichen Existenz. "Eine Tragödie" geht im groben um die ganzen Tragödien ohne Unterschied Klassisch oder Trivial und Zeitübergreifend, dann "Stumme Bilder" wie gesagt, der Film, ein künstlerisch sehr wichtiger Zeitpunkt. Das 2. Stück "Erinnerungen", ein Instrumentalstück, welches ganz kurz ein Leben von der Geburt bis zum Tod darstellt. Dann gibt es ein Liedzyklus über den Glauben und zwar darüber, daß ein wichtiger Faktor beim Mensch der Glaube ist. "Was ist dein Wunsch" hat weder was mit Satanismus noch mit Katholizismus zu tun, sondern damit, daß jeder Mensch seinen eigenen Glauben repräsentieren sollte und sich nicht von irgendeiner Institution vorschreiben lassen sollte, was er zu glauben hat."
Entry: Aber dann geht Deine Reise durch das Jahrtausend ja völlig willkürlich vonstatten! Ja, selbst ein Lied springt durch die Zeit!
O.H.: "Ich will auch keine Reise von einem Punkt zum anderen machen, denn dann hätte ich einen Kreis gezogen, sondern ich wollte eine Kugel erschaffen."
Entry: Und wer steht im Zentrum dieser Kugel?
O.H.: " Der Hörer. In einer Kugel sehe ich die Zeit nicht als fortlaufenden Faktor, sondern für mich ist die Zeit eine Dimension, die ich im Geiste bereisen kann. Also, die Phantasie ist in der Lage in der Zeit zu reisen, nur der Körper nicht, denn der muß immer mit der Zeit nach vorne gehen."
Entry: Du sagtest, daß es für Dich nicht wichtig ist, daß die CD ihre Hörer findet. Wie kann dann der Hörer im Zentrum dieser Kugel stehen?
O.H.: "Gute Frage... Ich wünsche mir viele interessierte Hörer, nach dem relativen Mißerfolg des blauen Albums von Goethes Erben bin ich aber sehr skeptisch, daß 'Erblast I' eine breite Hörerschicht ansprechen wird. Das Album ist alles andere als einfach und leicht zu konsumieren. Es ist mir egal, ob diese CD gefallen wird, es ist mir aber wichtig, daß diese CD interessierte Hörer findet. Dies gelingt aber nicht über den Weg üblicher Vermarktungsmechanismen."
Entry: Du erzähltest vor kurzem, daß Du Kodex verboten hast, die CD zum Bemustern an die Presse zu schicken. Wenn aber Erblast von der Presse todgeschwiegen wird, weil sie nichts von der CD weiß, hast Du dann keine Angst davor, einen finanziellen Mißerfolg, womöglich Verlust, zu machen?
O.H.: "Nein, mir war bewußt, daß diese CD mit Sicherheit kein Verkaufserfolg werden würde."
Entry: Könnten Du und Mindy Euch vorstellen, evtl. ein gemeinsames Sideprojekt völlig unabhängig von den Erben zu starten und somit auf einer anderen Basis zu arbeiten?
O.H.: "Vielleicht..."
Wir bedanken uns bei Oswald für das nette Gespräch (vielleicht sollten wir das nächste Mal weniger Sekt trinken...). Auch im Namen meiner Ma sagen wir Danke Schön (Du weißt, wofür).
Bis irgendwann, irgendwo...
R.R. & M.B.
Entry: Auf deiner kürzlich erschienenen zweiten CD, hast Du das erste mal einen Song im Englischen gesungen! Was war der Anlaß dazu, in der doch für Dich ungewöhnlichen Sprache zu singen?
Oswald Henke: Ich hatte mir überlegt, wie man es halbwegs musikalisch umsetzen kann, daß jemand auf eine Ebene etwas hört, welche eigentlich nicht seine Ebene ist. Und dann habe ich für mich überlegt, welches wohl das untypischste für mich wäre. Unvorstellbar war es, wenn ich mich in einer anderen Sprache mitteile müßte. Über eine Fremdsprache wie Englisch, können sich Deutsche und Franzosen verständigen. Wie könnte es dann bei einem Menschen und einem Wal funktionieren? Über den Traum! Nur über den Traum können sie sich beide mitteilen!
Dies ist der Gedanke, warum Ismael im Englischen gesungen wurde.
Entry: Warum wurden die CD´s den nur durchnumeriert, anstatt sie einen eigenen Titel zu geben?
O.H.: I und II waren die Arbeitstitel, unter denen ich die CD´s gemacht habe und da war es zum einen Lustlosigkeit, von mir, mir einen Titel auszudenken und zum anderen die nähe zu Goethes Erben, wenn ich einen Deutschen Titel gewählt hätte. Die Nähe zu G.E. läge dann schon wieder auf der Hand, welches ich sicherlich nicht beabsichtigen wollte.
Entry: Ist es denn bei der zweiten CD auch noch so, daß Du absolut keine Kompromisse mit Erblast eingegangen bist? Oder hast Du bei der "II" einige Abstriche machen müssen?
O.H.: Ich bin absolut keine Kompromisse eingegangen! Im großen und ganzen mache ich die CD´s im Alleingang, und so ist es nicht notwendig, daß ich irgendwelche Kompromisse mit anderen eingehe.
Entry: Wer hat denn aber bei der II mitgearbeitet?
O.H.: Das war Susanne Reinhardt an der Violine bzw. dem Cello, Juliane Ihl mit dem Gesang und dem Didgeridoo, Troy an der Keyboards und der Akustikgitarre, Alexander Popp auch an den Keyboards und meine eigene Person. Alles sehr umgängliche Personen, die ich mir speziell ausgesucht habe um mit Ihnen zu arbeiten. Jede Person hat ihre seine eigenen Vorzüge und es macht Spaß mit ihnen zu arbeiten.
Entry: Warum wurden die Songs "Wolf" und "Wahrheit" in zwei Teile aufgespalten?
O.H.: Ganz einfach, weil.... Das ist so: "Genesis" ist das leben, das steht ja in der Mitte der CD und die Wahrheit ist eine Fragestellung ("Was liebt Ihr den, der aller Welt verhaßt ist?"), diese Frage wird ja einmal gestellt und einanderes mal kommt die Antwort in "Warum". Es geht ja darum, daß der Wal so gerne das Wasser verlassen möchte, um das zu erkunden, was außerhalb von seinem Lebensraum liegt. Und dieses kann er nur in seinen Träumen machen, denn darin gelingt es ihm, andere Gestalten anzunehmen und auch andere Möglichkeiten zu nutzen. Eben in Form eines Wolfes oder Menschen oder Adlers. Was all diese Lebewesen verbindet, ist das weiße. Alle Kreaturen sind weiß! Dieses wurde auch im Booklet stark nachgezeichnet.
Der Wal will halt das, was er nicht bekommen kann! Jedoch kann er diese Sachen bekommen, zwar nur in seiner Phantasie, aber dies ist der einzige Weg für ihn. Und darum geht es halt. Phantasie! Bei Erblast geht es immer um Phantasie und ohne Phantasie kann man Erblast gar nicht kapieren!
Aufgespalten habe ich die Songs, weil der Wal etwas will, was er nie erreichen kann und er verirrt sich in seiner eigenen Phantasie. Am Schluß von "Wolf Teil I" gibt es kein Wort mehr und erst bei "Wolf Teil II" gibt es die Auflösung und dann noch einmal die Frage nach der Wahrheit, wobei keine Antwort mehr gegeben wird, sondern nur noch die Gewißheit an Form gewinnt, daß die letzte Antwort der Tod sei!
Entry: Du hast in "Wahrheit" einen Sample benutzt! Woher stammt dieser?
O.H.: Er stammt aus dem Film Edward der II!
"Was liebt Ihr den, der aller Welt verhaßt ist?"
Ein wirklich phänomenaler Satz, der von einem Kind zu dem Vater gesagt wurde.
Entry: Eine Frage muß ich Dir auch noch zu dem letzten Album stellen! In "Arbeit" kommt die Textpassage "Suchen wir den Sinn in Arbeit, verweigern wir sie zu verstehen" vor! Was steckt dahinter? Ist es eine Erklärung wie sinnlos doch Arbeit ist, oder wie sollen wir dieses verstehen?
O.H.: Ich habe mir einen Fabrikarbeiter vorgestellt, welcher zwar für seine Arbeit gut bezahlt wird, aber leider sehr monotone Arbeit verrichten muß und durch diese monotone Arbeit langsam - aber sicher - verblödet. Ich fand, daß dieser Satz gut klang![Oswald singt Ihn sogar kurz an!] Diese Form der Arbeit wird so automatisch von den Menschen bewältigt, das sie ebensogut auch von einem Roboter gemacht werden könnte. Es ist eigentlich sinnlose Arbeit für den Menschen, denn die Kreativität wird vollständig unterdrückt.
Entry: Nachdem wir jetzt die "II" ein paar mal hören konnten, wirkt sie ziemlich konfus und wirr! Wie stehst Du diesem entgegen?
O.H.: Ich finde sie gar nicht so konfus. Wenn man die Handlung der Platte versteht, dann versteht man auch die Platte viel besser. Und es ist nun mal keine leichte Popmusik, sondern Phantasiemusik. Musik für die Phantasie. Musik um die Phantasie zu trainieren!
Und dieses, fand ich, ist auch ein gutes Schlußwort von Oswald und bedanke mich bei Dir für dieses Interview, welches Teilweise doch mehr an ein Gespräch erinnerte, und warne alle, die von Oswald ein Autogramm haben wollen, ihm sicherlich nicht die Stirn zu bieten!!!
R.R.