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| Magazin für Dark Music, Kult(ur) und Avantgarde |
| Gail Of God |
Entry: Da es sich bei ‘Fifth Angel’ um Eure erste Veröffentlichung handelt, solltet Ihr Euch vielleicht vorab kurz einmal vorstellen.
Gail: Im Grunde genommen bin ich, Gail Liebling, GAIL OF GOD. Ich bin das Orakel. Die Hauptaufgabe der Band ist es, als ein Werkzeug für mich zu funktionieren, damit ich mich ausdrücken kann. Ich schreibe die komplette Musik und die Texte, kreiere alle Sounds und kümmere mich um die Programmierungen, die Produktion und das Abmischen. Und ich bin verantwortlich für alles, das durch GAIL OF GOD ausgedrückt wird. Kaleen, unsere Bassistin, arbeitet am längsten mit mir zusammen. Sie war ein Teil von CALLANISH TRIBE und blieb bei mir, als ich zu GAIL OF GOD wurde. Sie gibt mir die nötige Balance und beruhigt mich, immer wenn ich nahe einem Nervenzusammenbruch bin. Aufgrund meiner Arbeitsweise kann das sehr schnell passieren. Deshalb ist sie immer bei mir, jeden Schritt auf meinem Weg. Richard A. habe ich vor ungefähr zwei Jahren aufgelesen. Ich sah ihn in einer lokalen Band spielen. Von der Band war ich wirklich nicht besonders beeindruckt, aber Richard hinterließ einen bleibenden Eindruck auf mich. Er paßte absolut nicht in das Line-Up. Die Band versuchte eine bescheidene Art von Doom-Metal zu spielen, doch Richard hatte ganz offenbar eine andere Intension. Während des ganzen Gigs hat er wie verrückt mit seinem Instrument herumgewirbelt, was die seltsamsten Feedbacks verursachte, die ich je gehört habe. Während der ganzen Zeit hatte er einen total abwesenden Blick in seinen Augen und er schien immer nur weiterspielen zu wollen. Als die anderen Bandmitglieder dann nach dem letzten Stück die Bühne verließen, schien er ein wenig überrascht zu sein. Ich war so begeistert von ihm, daß ich ihn sofort fragte, ob er bei GAIL OF GOD einsteigen möchte. Ich denke, daß er das nicht ganz ernst genommen hat, da er nicht zur ersten Probe erschienen ist. Erst als ich ihn anrief und noch einmal fragte, raffte er sich auf und stieß zu uns. Er spielt noch immer in dieser lokalen Band, allerdings spricht er nicht sehr viel über seine Pläne mit ihnen. Hitter stieß kurz nachdem wir die Aufnahmen zu ‘Fifth Angel’ abgeschlossen hatten, zu uns. B Fly, unser vorheriger Drummer, kam mit dem Druck unserer Extravaganzen nicht mehr länger klar. Er meinte, daß er zu viele schlaflose Nächte hinter sich habe und das er nicht für diese Art von Leben geschaffen sei und so verließ er uns. Es war Kaleen’s Idee, Hitter zu fragen. Den Namen hat er von mir bekommen, da ich fand, daß er ziemlich genau seine Psyche beschreibt. Er ist eine verdammte Handgranate, die nur darauf wartet zu explodieren. Bis dahin hatte er noch keine Band und fühlte sich geehrt, zu uns zu kommen, da er die Musik, die wir machen wirklich mochte. Er ist nun seit ungefähr einem Jahr bei uns und paßt sehr gut zur Band.
Entry: Eure Band gibt es nun schon seit 1987, warum hat es dann so lange gedauert, bis Ihr Euren ersten Longplayer veröffentlicht habt?
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Gail: Als wir GAIL OF GOD gründeten, haben wir nicht geplant, damit eine Karriere zu starten. Die einzige Absicht war, die Göttlichkeit in uns selbst zu suchen. Mit CALLANISH TRIBE haben wir diese Göttlichkeit in allen möglichen Arten von seltsamen Ritualen und okkulten Glauben gesucht. Wir wollten uns selbst in etwas Neues transformieren, blieben aber auf dem Weg dahin irgendwo stecken. Uns wurde klar, daß wir uns, wenn wir die Götter in uns finden wollten, von dieser Welt losschlagen mußten. Also starteten wir mit GAIL OF GOD wieder von null, nahmen nichts für selbstverständlich und wägten alles gegen unsere Absichten ab. Es hat eine wirklich lange Zeit gedauert, um an einen Punkt zu gelangen, an dem unsere Musik eine Art von Struktur bekam und erst dann begannen wir, wieder Live-Shows zu geben. Über die Jahre haben wir einige Demos aufgenommen, die wir aber nur als Archiv für uns selbst betrachten. Wir haben sie nur an Leute verkauft, die darum gebettelt haben. Erst in den letzten zwei oder drei Jahren wurde uns größere Aufmerksamkeit zuteil. |
Die Leute begannen auf Konzerten die Songs mitzusingen und da wurde mir bewußt, daß GAIL OF GOD auch Anderen etwas bedeuten könnte und nicht bloß ein individuelles Ding von uns ist. Also entschloß ich mich, ‘Fifth Angel’ zu kreieren.
Entry: Was möchtest Du mit dem Namen GAIL OF GOD aussagen?
Gail: GAIL OF GOD könnte man mit ‘Sturm von Gott’ vergleichen, dem Wind der Wahrheit. Bei GAIL OF GOD werde ich, Gail Liebling, zum Orakel für meine persönliche Wahrheit. Ich öffne die Türen zu meiner Göttlichkeit und spucke sie aus in die Welt, entblößt von allen Dingen. Ich lasse es alles heraus. Meinen Haß, meine Ängste, meine Qualen. Alles was ich ausdrücke bedeutet aufrichtige Qualen für mich. Ich möchte dabei nicht von irgendwelchen sozialen oder moralischen Grenzen beschränkt werden. Und ich werde dazu stehen. Wenn in einem Kloster eine Novizin zu einer Nonne wird, ändert sie ihren Namen als ein Zeichen von totaler Bindung. Sie wird zu Katherine, Theresa oder vielleicht Agnes von Gott. Der Name GAIL OF GOD drückt meine aufrichtige Bindung zu unseren Absichten aus.
Entry: Da Du zuvor in der Doom-Band CALLANISH TRIBE gespielt hast, was ist passiert, daß Du Dich dazu entschlossen hast, Deine Musik so drastisch zu ändern?
Gail: Der Bruch mit dem, was wir mit CALLANISH TRIBE gemacht haben, war schon recht plötzlich. Ich fühlte, daß wir uns musikalisch in unseren eigenen Goth-Doom Standards festrannten und mir wurde die Tatsache bewußt, daß es uns unmöglich wurde, jemals diese Schwelle zu überschreiten. Die Leute bei CALLANISH TRIBE definierten alles aus ihrer Sicht innerhalb dieser Grenzen und sie konnten sich nicht vorstellen etwas anderes außerhalb ihres Stiles zu machen. Meine Frustration über ihre Haltung wurde immer größer und mir wurde bewußt, daß ich eine drastische Maßnahme ergreifen mußte, um alles zu einem Ende zu bringen. Also verließ ich die Band und gründete GAIL OF GOD, mehr als ein Experiment. Kaleen und der Drummer, den wir zu der Zeit hatten, kamen mit mir und zusammen versuchten wir viele Dinge und definierten für uns neu, was wir wirklich machen wollten. Die Musik, die wir nun spielen, entwickelte sich daraus über die Jahre. Es ist ein allmählich fortschreitender und sich noch immer fortsetzender Prozeß.
Entry: Wo seht Ihr Eure Einflüsse?
Gail: Im Grunde haben wir alle einen Gothic-Background. Frühe SIOUXSIE AND THE BANSHEES und insbesondere die VIRGIN PRUNES waren sehr wichtig für unsere Entwicklung. Über die Jahre sind wir von vielen Dingen beeinflußt worden. Von Black- und Deathmetal bis zu kommerziellen Sachen, aber auch Untergrund-Noise. Alles was ich höre oder sehe und mich dabei berührt, beeinflußt mich.
Entry: Manchmal erinnert mich Eure Musik an MARILYN MANSON. Könnt Ihr mit diesem Vergleich leben und was bedeutet deren Musik für Euch?
Gail: MARILYN MANSON’s ‘Antichrist Superstar’ hatte eine wirklich große Wirkung auf uns. Während des Abmischens von ‘Fifth Angel’ habe ich das Album sehr oft gehört. Tatsächlich habe ich ‘Antichrist Superstar’ und NINE INCH NAILS’ ‘Downward Spiral’ als eine Referenz für unsere Produktion gesehen. Ich bin nun schon sehr lange ein Fan von Trent Reznor’s Arbeitsweise. Musikalisch sehe ich allerdings keine wirkliche Verbindung zwischen MARILYN MANSON und uns. Im Gegensatz zu uns orientieren sie sich sehr an geradlinigem Rock. Was ich wirklich an MARILYN MANSON mag, ist, wie er mit den Medien spielt und es schafft diesen christlichen Kirchen in den Arsch zu treten.
Entry: Der fünfte Engel ist der Engel der Apokalypse. Ist es richtig, daß Eure CD dieses Thema als Konzept hat?
Gail: Der fünfte apokalyptische Engel ist derjenige, der den Schlüssel besitzt, mit dem man die Tore der Hölle öffnen kann, um alle Dämonen zu befreien. Das ist aus dem Buch der Offenbarung. Die gesamte CD ist angefüllt mit meiner Qual, meinem Haß und meiner Angst. Mein persönlicher Dämon spricht somit aus mir. Jedem Song geht ein zutreffendes Zitat der Prophezeiung des fünften Engels voraus. Ich habe die Nummern 3 (Dreieinigkeit), 7 (Heiligkeit) und 11 (Nachsicht) ausgelassen. Insgesamt gibt es 13 Prophezeiungen, 13 die Nummer der Macht. Alles auf der CD hat viele Schichten. Ich habe versucht, meine Message auf einem musikalischen, textlichen, begrifflichen und unterschwelligen Level zu übermitteln. Ja, ich denke, man kann sagen, daß es ein Konzept für das alles gibt.
Entry: Da Du über den fünften Engel singst, glaubst Du an Gott? Nach meiner Meinung muß man, wenn man an den apokalyptischen Engel glaubt, auch an Gott glauben, da das eine nicht ohne das andere existieren kann.
Gail: Der fünfte Engel ist Teil einer Prophezeiung. Nicht notwendigerweise die tatsächliche Beschreibung von Ereignissen. Ich komme aus einem sehr katholischen Background und bin mit dieser Mythologie aufgewachsen. Ich schätze solche Prophezeiungen, da sie mich auf einem metaphysischem Level berühren. Glaube ich an Gott? Ich bin mein eigener Gott. GAIL OF GOD ist im Geist die Suche nach dem Gott in mir, meine eigene Göttlichkeit. Das ist, was das Christentum im Wesentlichen eigentlich immer gemeint hat. Eine individuelle Suche nach der inneren Wahrheit. Ich kann dieses arrogante, sich selbst überschätzende Arschloch Gott meiner Väter, der all diese Qualen und Leiden erlaubt, nicht akzeptieren. Nein, ich bin kein Satanist. Satan ist lediglich eine Persönlichkeit, die Gott annimmt, um seine Herde aufzuschrecken und zu unterwerfen. Vielleicht ist es so, wie die alten Katharer sagten. "Jahweh ist ein niederer Gott, der eine Geißel benötigt, um seine Untergebenen zu kontrollieren und uns davon abzuhalten, selbst zu Göttern zu werden." Er fürchtet die Konkurrenz.
Entry: Was denkst Du dann über die christliche Kirche und den Glauben?
Gail: Die Kirche hat sich selbst komplett in die Bedeutungslosigkeit geführt. Sie hat sich selbst so sehr bloßgestellt, verspottet und entstellt, daß sie noch nicht ein mal mehr ein Minimum an Bedeutung hat. Ich denke, es ist Zeit, daß wir uns kurz vor einem neuen Millenium von institutionalisierten Religionen befreien. Zerstört die Hierarchie, die uns für so eine lange Zeit versklavt hat. Sie haben genug Schaden angerichtet. Sie haben ihre umgestalterische Kraft für politische und soziale Zwecke verkauft und nun ist alles, was sie machen können, hohle Phrasen zu dreschen. ("Und wenn Du betest, sollst Du nicht wie die Heuchler sein, da sie es lieben, betend in den Synagogen und Ecken der Straßen zu stehen, nur um von den Menschen gesehen zu werden." Mat. VI;6). Eine rituelle Messe soll vermeintlich eine Kommunikation mit Gott sein. Allerdings sehe ich darin keine Erleuchtung, keine Verzückung oder Befreiung. Wenn man seine Seele verkaufen kann, sie tun es. Sie haben Gott mit Kleingeistigkeit und Konservatismus getötet. Und bedenke dies, welches bessere Werkzeug kann sich der Teufel wünschen, um möglichst viele Seelen von Gott wegzuführen, wie möglich.
Entry: Empfindest Du Dein Leben wirklich als so schlimm, daß Du über solch düsteren Dinge singst? Oder ist die Musik eher eine Art von Therapie für Dich?
Gail: Ich muß meinen Anteil an Schmerzen und Kummer ertragen, sowohl physisch, als auch seelisch. Einige meiner Narben sind sehr tief. Und auf eine gewisse Art und Weise benutze ich meine Musik, um mit vielen dieser Dinge klarzukommen. Ich benutze diese umwandelbare Kraft, um mich selbst zu öffnen und all den Schmerz herauszulassen. Auf dieser Art und Weise entblöße ich manchmal Dinge, von denen ich gar nicht bemerkt habe, daß sie mich derart verletzt haben. Ich mache mich selbst sehr verwundbar, wenn ich meine Musik kreiere oder spiele. Ich falle in eine Art Trance und verliere die Kontrolle darüber, was dabei herauskommt. Wenn ich schreibe, versuche ich, möglichst lange in diesem Zustand zu verbleiben um so viele Informationen zu bekommen, wie möglich. Erst später verarbeite ich das Material und forme es in Songs um, dann, wenn mir einige der tieferen Bedeutungen bewußt werden. In seiner Bedeutung ist es ein therapeutischer Prozeß für mich, ja. Allerdings muß es für mich auch mehr sein. Da ist eine tiefe zugrundeliegende Bedeutung in allem, was ich tue. Und ich kann diese nicht anders übermitteln, als sie durch alles bluten zu lassen, was ich kreiere. Jede künstlerische Entscheidung muß sich dieser Prüfung unterziehen. Das Artwork des Albums, die Numerierung der Stücke, das ist alles Teil der Message. Allerdings erscheinen die Texte nur düster und bedrohlich, ich denke, da ist auch eine positive Seite an meiner negativen Einstellung. Beim Erkennen der Dinge, die ich hasse, entdecke ich auch die Dinge, die ich liebe und die das Leben lebenswert machen. Wenn mein Leben lediglich aus Schmerzen bestünde, hätte ich sicher nicht die Anstrengungen unternommen, um ein Album zu produzieren. Ich hätte diese Welt einfach verlassen.
Entry: Ich denke, daß Eure Musik in der Gothic-Szene sehr populär werden könnte. Habt Ihr noch Kontakt zu dieser Szene?
Gail: Ursprünglich kommen Kaleen und ich ja aus der Gothic-Szene der frühen Achtziger. Später haben wir uns zwar davon abgewendet, aber wir fühlen uns noch immer dem Teil der Szene zugehörig, der ehrlich nach einer neuen Form von Schönheit und anderer Realität sucht. Viele Goths scheinen lediglich wegen des Images und nicht wegen dem, was wirklich dahinter steht, in der Szene zu sein. Wir fühlen, daß wenn wir mit diesen Leuten rumhängen, es uns von unseren Vorsätzen ablenkt. Es ist zu einem Spiegelbild der normalen Gesellschaft geworden. Aber obwohl wir nicht länger Teil dieser Szene (oder irgendeiner anderen Szene) sind, fühlen wir noch immer eine Art von Verwandtschaft mit ihnen. Ich denke, es ist ganz offensichtlich an unserer Musik zu erkennen, wo unsere Wurzeln zu finden sind. Ich kann Dir keine Meinung über die Leute in dieser Szene geben, da ich nicht besonders viel über sie weiß und ich bevorzuge es in der Regel, Leute nur nach ihrer Persönlichkeit zu bewerten.
Entry: Habt Ihr auch noch Kontakt zu anderen Szene-Bands in den Niederlanden, wie z.B. die ziemlich genialen MALOCHIA?
Gail: Wir leben sehr zurückgezogen, aber wir haben unsere Kontakte zu anderen Bands. Allerdings ist das hauptsächlich deshalb, weil wir auf den gleichen Festivals spielen und uns die Backstageräume teilen. Wir haben keinen wirklichen Kontakt zu der Musikszene in unserer Gegend, weil unsere Musik und unser Auftreten heraussticht, wie ein entzündeter Daumen. Für die Anderen sind wir lediglich Freaks. Sie würdigen die Qualität, dessen, was wir machen, aber dennoch sind wir nur Freaks für sie. MALOCHIA kennen wir relativ gut, da wir vor rund einem Jahr eine kleine Tour mit ihnen gemacht haben. Wir hatten ein wirklich gutes Verhältnis zu deren Sängerin Antoinette. Allerdings verloren wir uns nach der Tour aus den Augen, immerhin leben wir an zwei sehr weit auseinanderliegenden Orten dieses Landes.
Entry: Letzten Herbst seid Ihr dann wieder auf einer Tour durch die Niederlande gewesen. Was für eine Show bekamen die Zuschauer zu sehen und wann werden wir Euch hier in Deutschland zu sehen bekommen?
Gail: Unsere Liveshows sind zu unserem wichtigsten Ritual geworden. Wir bringen uns selbst in eine Trance und lassen all die Dämonen heraus. Da ich das Orakel der Band bin, ist alles so organisiert, daß ich wirklich alles beiseiteschieben kann, sämtliche sozialen und moralischen Kontrollen. Ich werde zu reinem Instinkt. Unsere Roadies zäunen das Drumkit ein und sorgen dafür, daß alles auf der Bühne gesichert ist, während unsere Lichttechniker für die richtige Atmosphäre sorgen. Wenn die Show beginnt, lasse ich mich vollkommen gehen und Deedee, mein persönlicher Roady, führt mich zur Bühne und sorgt dafür, daß dort keine größeren Unfälle passieren. Es ist ein wirklich intensives Erlebnis, sowohl für uns, als auch für das Publikum. Wir werden hoffentlich schon sehr bald nach Deutschland kommen. Zwar gibt es bisher noch keine konkreten Pläne, doch unsere Plattenfirma und unser Management arbeiten daran. Und wir freuen uns schon jetzt darauf.
Entry: Auf Eure zweite CD müssen wir aber hoffentlich nicht wieder 10 Jahre warten?
Gail: Die meisten Stücke auf ‘Fifth Angel’ wurden in den letzten drei Jahren geschrieben und ich schreibe neues Material die ganze Zeit über. Nein, man wird wahrscheinlich nicht wieder zehn Jahre warten müssen. Ich bin sehr kritisch meiner Arbeit gegenüber, aber ich habe schon ein paar Songs zusammen, die es auf das nächste Album schaffen könnten. Allerdings müssen wir zuerst abwarten, wie weit uns ‘Fifth Angel’ bringt.
Entry: Vor ein paar Tagen habe ich eine Studie gelesen, wonach niederländische Frauen im Gegensatz zu den Männern sehr groß sind. Hast Du ein Problem damit, wenn eine Frau größer ist, als Du?
Gail: Oh nein, natürlich nicht. Ich liebe meine Frauen in allen Größen, Farben und Formen. Ich mag eine große Frau, wenn ich in der Stimmung für eine intensive S&M-Session bin. Der Winkel, in dem die Peitsche auf Deinem Arsch aufprallt, ist viel besser und man kann buchstäblich viel einfacher in unterwürfiger Bewunderung zu ihr aufblicken. Wir haben wirklich viel mit Hormonen herumexperimentieren müssen, um dieses Ergebnis mit den großen Frauen zu erreichen und wir sind sehr stolz darauf. Im Moment versuchen wir Frauen mit großen Schwänzen zu züchten, da, wie Du vielleicht gehört hast, die sexuelle Verdorbenheit von uns Männern hier in den Niederlanden so schlimm geworden ist, daß wir alle bi-sexuell geworden sind. Wir trainieren alle schon voller Vorfreude unsere Schließmuskel.
Entry: Zum Schluß noch eine Frage über eines dieser Vorurteile. Verbringst Du auch Deine sämtlichen Ferien in einem kleinen Wohnwagen auf einer deutschen Autobahn?
Gail: Ja natürlich. Was ist besser, als Eure Autobahnen hinauf- und herunterzureisen? Ich persönlich liebe die Toiletten in Euren Raststätten. So klinisch rein. Viel besser, als die in Frankreich, wo sie von Dir verlangen, Deine Ladung in ein Loch im Boden fallen zu lassen. Wir können mit unseren Hinterteilen einfach nicht mehr so gut zielen, was wohl an unseren Aktivitäten liegt, die ich Dir gerade geschildert habe. Wir lieben deutsche Toiletten und ich möchte Dich bitten, all diese Toilettenfräuleins an den Eingängen von uns zu küssen. Danke bestens. Vielleicht können wir einen Handel machen, ich tausche Dir eine unsere großen Frauen gegen eine Eurer großbusigen Toilettenfräuleins ein. Was hältst Du davon?
Entry: Naja, gibt es da noch ein Schlußwort, welches Du gerne loswerden möchtest?
Gail: Nun, ich plane meinen Tod im Moment eigentlich noch nicht, doch als Schlußwort für dieses Interview laß mich das folgende sagen: "Sei das, was Du immer sein willst. Laß Dich bei Deinen Vorsätzen nicht von der Meinung oder Moral anderer Menschen abbringen. Du hast nur ein Leben und Du hast keine Ahnung, wie kalt die Hand des Teufels ist, bevor Du sie nicht selbst geschüttelt hast."
Entry: Dem gibt es wohl nichts mehr hinzuzufügen.
Thorsten Kübler