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Magazin für Dark Music, Kult(ur) und Avantgarde

 

Headcrash

 

sind 6 Freunde aus dem Raum Pirmasens und Kaiserslautern, die sich zusammengefunden haben, um eine neue Verschmelzung von Sounds auf einen Nenner zu bringen.

 

Viele bezeichnen es gerne als Crossover, Headcrash zählen sich selbst auch zu der ganzen Szenerie dazu, allerdings stehen sie ebenso noch mit einem Bein im Hardcorelager - sowohl musikalisch als auch textlich. Zu Beginn stand ein einfaches Konzept, Technoelemente, Sprachsamples, also viele elektrische Elemente, mit Gitarrenarbeit zu verbinden und das Ganze wiederum mit Rapgesang zu unterlegen. So kommen die Leute von Headcrash aus den unterschiedlichsten Bereichen und beeinflussen den Sound auch auf ihre Weise. Niemand war aber in seiner Art so festgefahren, daß er darauf bestanden hätte, jetzt z.B. nur Hardcore machen zu müssen. Die Rapper Allen und Shane haben zuvor in Hardcore-Bands wie "Public Urinals" (Hoffentlich richtig von Band abgehört???) oder "Wedding Tackle" gesungen bzw. gespielt, wurden allerdings nicht groß bekannt, Computerexperte Ulli widmete sich diversen Technoproduktionen im Studio, Herwig hatte in einigen Bands Gitarre gespielt, die aber kaum über die Stadtmauern von Kaiserslautern hinaus kamen und Roger war im Vorfeld Gitarrist bei den "Spermbirds" (siehe Rezis) und früher auch bei "Arts & Decay". Headcrash haben aufgrund ihrer eigenen Stilvielfalt auch keine spezielle Zielgruppe, dennoch verlangen sie von ihrem Publikum ein offenes Ohr. Alle sollen sich angesprochen fühlen, denen die Musik gefällt. Ihnen geht es in erster Linie darum, daß die Leute, die zu den Konzerten kommen, durch ihre Bühnenpräsenz, durch die Art und Weise, wie sie sich geben oder durch die Erklärungen, die Shane und Allen vor den Songs geben, aber auch durch den Sound selber und die Atmosphäre dazu angeregt werden, sich mit den Texten auseinander zu setzen, sofern sie es noch nicht getan haben. Und dann kommt auch die Message richtig rüber: "Ihr solltet Euer Bewußtsein etwas wacher halten und solltet Euch nicht von Dingen wie Industrie, Werbung, Politik, von eben allen Medien in jeglicher Form, so stark beeinflussen lassen, wie es eben der Fall ist." Und sie schließen sich da selbst auch nicht aus, sie sind ziemlich kritisch mit sich selbst. Die Band war jetzt im Januar zuletzt auf Tour, mittlerweile auch schon die 4te oder 5te, und die Konzerte waren allesamt recht gut besucht, um nicht zu sagen voll. Auch die Resonanz auf das aktuelle Album "Overdose on Tradition" ist sehr gut und es kommt gut an, vielleicht weil es um einiges dynamischer, melodiöser und abwechselungsreicher geworden ist als der Vorgänger "Direction of Correctness" und auch einige neue Arrangements vorweisen kann. Es scheint den Leuten prima zu gefallen, mal eine Band zu erleben, die einerseits ein voller Schlag ins Gesicht ist, aber dann auch mal plötzlich wieder in sich zusammenfällt und still wird. Es gibt viele Crossover-Bands, die ebenfalls Elektronik mit Gitarren verbinden, dann aber eine Stunde volles Brett durchfahren; halt ein Image - ein Sound. Davon distanzieren sie sich und das Publikum weiß das auch zu schätzen.

Headcrash gibt einiges her und das Potential ist noch lange nicht ausgeschöpft. Als nächstes steht erst mal ein neuer Videoclip an, im Sommer gibt`s ne Menge Open Air-Konzerte, wo sie zum Beispiel auch als einziger Deutscher Act auf der WDR-Rocknacht spielen werden, eine 2-Wochen-Tour durch die Schweiz und noch einiges mehr.

T.C.

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