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| Magazin für Dark Music, Kult(ur) und Avantgarde |
| Inside |
An einem naß-kalten Dezember Abend trafen wir uns mit den Mitgliedern von "Inside" in den Studio von Winus in Essen, um das Schaffen dieser Leute etwas näher zu betrachten, und dort hatten wir dann die Gelegenheit, schon vorab einiges vom neuen Material dieser Band zu hören, was sich als sehr interressant heraus stellte. Nun aber zum Interview...
Entry.: Wie kam es überhaupt zum Zusammenschluß von Inside und warum haben sich "The Eternal Afflict" überhaupt aufgelöst?
Mark: Nun ja, warum sich "The Eternal Afflict" aufgelöst haben, möchte ich nicht sagen, brauche ich auch nicht, denn es gibt doch genügend Gerüchte, an die man sich halten kann.
Winus: Das klärt sich doch von ganz alleine! Hier sitzen drei Leute von "The Eternal Afflict" und dazu als Sänger Darrin, also liegt es doch auf der Hand, oder?
Mark: Also, als es sich abzeichnete, daß "Eternal" auseinander brechen würde, haben wir unter anderem mit Darrin Kontakt aufgenommen.
Winus: Wir haben einen Sänger gesucht, mehrere "ausprobiert" und uns dann mit Darrin zusammen getan und die Sache mit ihm besprochen. Einig geworden sind wir uns dann auch ziemlich schnell, zumindest das wir es erst einmal miteinander probieren. Dann haben wir an den neuen Sachen gearbeitet, wobei die Musik ja schon fertig war. Denn wir haben die Stücke schon während "Eternal Afflict" geschrieben und daher gründet sich auch die relative nähe der ersten Platte von Inside zu Eternal Afflict. Mittlerweile hat sich das aber auch geändert, da wir jetzt fast 2 Jahre zusammen und auch miteinander arbeiten. Und ich würde es jetzt auch als Synthy-Pop beschreiben.
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Darrin: Man kann es wohl auch als Space Pop definieren, aber ich glaube SPOCK hat das Copy Right darauf. Dennoch sind die neuen Sachen sind ziemlich Spacy, sehr seltsame Atmosphären, also nicht wie irgend etwas was ich kenne. Aber nicht alles was wir machen ist so spacig, denn dann wäre es nur ein Soundtrack, und dieser Film wäre dann nicht für Menschen, sondern nur etwas für Außerirdische. Es wäre halt etwas Übernatürliches und genau dieses Übernatürliche prägt die meisten Lieder. Vor allem auch von unseren Stimmen her, die sich seit dem ersten Album stark entwickelt haben. Wir haben neue interessante Persönlichkeiten hineingebracht. Entry: Aber eine Persönlichkeit, die man in eine Gruppe hineinbringt, ändert sich doch nicht im laufe der Zeit, oder? |
Darrin: Also bei "Room full of mirrors" habe ich meine böse Persönlichkeit hinein gebracht und bei der neuen habe ich...(Nun reden alle durcheinander.. Anmerk. Der Red.)
Winus: ... es ist auch weit näher an der Realität...
Darrin: ... und ich schlage den Leuten nicht mehr vor den Kopf, sondern versuche zu verstehen und zu genießen. Es sind von den Texten eher Erwachsenenprobleme geworden, aber nicht mit dem erhobenen Finger, sondern verpackt in kleine Geschichten, teilweise lustig und teilweise belehrend.
Entry: Heißt das jetzt, daß Ihr im Gegensatz zu "Eternal" oder "Psyche" erwachsen geworden seid?
Winus: Wir versuchen auf jeden Fall Erwachsenen Pop zu machen. Also Synthy Pop. Nicht mehr diese Lalala-Lieder über Liebe, Pickel usw., sondern eher über Probleme, Sorgen und Umwelt der älteren Leute. Dabei lassen wir dem jeweiligen Hörer auf jeden Fall den Platz für die eigenen Interpretationen.
Angela: Ich habe hier z.B. eine Textzeile, mit der ich mich als Sängerin auch auseinandersetzen muß. Ich muß überlegen, wie Darrin es meint - er hat sie ja geschrieben - , höre mir seine Stimme, seinen Klang an, und wenn ich dann "Know he had my dreams / made for your pleasure / do you like my attention" zu singen habe, dann stellt sich für mich die Betonungsfrage. Denn diese Betonung regelt den Sinn dieses Liedes. Ich kann also dem Hörer genau meine Meinung / Intention vorlegen. Man kann halt Texte schreiben, wer sie aber singt, hat noch einmal die Möglichkeit, den Sinn zu verändern.
Winus.: So soll es aber auch sein, denn wenn wir den Song mal als Bild ansehen, so ist es eines, welches noch nicht fertig ist, sondern nur bis zur Hälfte gemalt wurde. Jede Person kann rangehen und seine eigene Kreativität verwenden, um das Bild zu vervollständigen.
Entry: Ihr seid ja alle völlig unterschiedliche Leute, gut Angela, Mark und Wenus haben schon bei "T.E.A." zusammen gearbeitet, aber mit Dir, Darrin , ist es doch ein bunter Haufen geworden! Wie funktioniert das?
Darrin: Inside gibt uns eine übergeordnete Seele, und wir haben trotzdem irgendwie Gemeinsamkeiten. Außerdem schaffen wir es nur so, in jedem Lied eine unterschiedliche Struktur hinzubekommen.
Angela: Ja, ich hasse es, wenn die Songs immer irgendwie gleich klingen. Irgendwie einfallslos und immer nach dem Schema F, und das eine ganze Stunde lang!
Winus: Mit diesem Album ist Angela auch vollkommen aus der Rolle der Background-Sängerin herausgekommen. Jetzt ist es so, daß mal Darrin, dann mal Angela und dann beide zusammen singen. Sie sind also praktisch gleichwertig. Im Prinzip war die erste Platte auch mehr so ein Suchen nach dem, wo es vielleicht hingehen sollte.
Angela: Und für diese Platte haben wir ihn auch gefunden, aber wie die nächste dann werden sollte, steht noch in den Sternen.
Entry: Es wird also nie eine klare Linie bei Inside geben?
Angela: Nein, aber man wird uns immer erkennen können, schon allein von den Stimmen her. Außerdem werden wir mit der neuen Platte sogar richtig Rebellisch sein. Obwohl einige Leute sagen, daß Popmusik immer brav ist, aber darauf haben wir gar keine Lust, wir wollen keine brave Musik machen, für uns ist unsere Musik alles andere als brav.
Winus: Wir transportieren ja schon mit den Texten Sachen, die eben nicht brav sind, das einzige, es muß an den Hörer herankommen.
Entry: Wird es denn dann mal ein Lied in Deutsch geben, damit man Eure Aussage auch direkt und unmittelbar mitbekommt?
Winus: Das ist jetzt ein wenig schwierig!. Darrin deutsch singen zu lassen, ist wohl nicht das Beste, was uns einfallen könnte.
Angela: Und außerdem sind die Texte nicht so schwierig, als das man sie nicht verstehen könnte.
Winus: Und da Darrin die Texte in Englisch schreibt, müßten wir sie ins Deutsche übersetzen, und ob dann nicht der Sinn verloren geht, ist noch die Frage.
Entry: Dann müßte jemand anderes die Texte schreiben...
Darrin: (HaHaHa) Angela schreibt auch Texte!
Angela: Aber die schreibe ich in Englisch, Türkisch oder Portugiesisch, da ich viel mehr die weichen Sprachen als die harten mag.
Darrin: Gibt es eigentlich Synthy-Pop Gruppen mit Deutschen Texten? Mir fällt da keine ein.
Und mit der Überlegung, die noch bis zum heutigen Tag andauert, beenden wir dieses Interview mit Inside, da es wohl nur Platzverschwendung wäre, die vielen Fragezeichen hier aufzulisten! Einen herzlichen Dank an INSIDE und besonders an Darrin, denn nun können auch wir sagen, daß wir in einem Tonstudio gewesen sind.
R.R. / M.V.