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Magazin für Dark Music, Kult(ur) und Avantgarde

 

Lights Of Euphoria

 

Lights Of Euphoria - Das Interview

Lights Of Euphoria - 2 -

 

Lights Of Euphoria- Das Interview

 

Mit "Fahrenheit" ist unlängst das dritte Album der deutsch-dänischen Electroband erschienen, die mit Stücken wie "Subjection" und der Anne Clark-Coverversion "Our Darkness" in den Clubs zum Tanzen animiert hat. Nachdem das letzt Album "Subconsciousness" noch straighten EBM lieferte, haben sich LOE mit ihrem neuesten Werk teilweise etwas poppigeren Strukturen zugewendet, ohne jedoch den einst eingeschlagenen Weg zu verlassen und ohne auf potentielle Nachfolgeclubhits zu verzichten. Das nachfolgende Interview entstand spontan am Telephon und wurde letztlich über E-Mail zu Ende geführt. Ist halt so praktisch...

Entry: Ein paar einleitende Worte zur Bandgeschichte...

Torben Schmidt:

Wir haben 1992 eigentlich mehr aus Spaß einen Titel für die "Body Rapture Vol. II gemacht. Den hat dann Claus Larsen für uns mit Vocals versehen. Das war vorerst alles. Als der Titel ("Subjection") sich dann zu einem kleinen Hit entwickelt hat folgten weitere Compilationbeiträge und die erste Single "Violent World" über das dänische Label Hard Records. Eine richtige Band sind LOE eigentlich erst nach unserer 96er Tour zur "Beyond Subconsciousness" geworden.

Wie erklärt sich die internationale Zusammensetung von LOE?

Ich hatte zunächst das Problem einen Sänger für meine Stücke finden zu müssen, da ich das Arbeiten mit Gesang wesentlich interessanter finde, als nur Instrumentale zu machen. So habe ich einige befreundete Musiker gefragt, und so sind die Zusammenarbeiten entstanden.

Wie ist es, als einziger Deutscher mit zwei Dänen zusammenzuarbeiten und wie

und wann entstehen die Songs, ist die musikalische Zusammenarbeit?

Als wir ende 96 unsere kleine Deutschlan-Tour gemacht haben zählte

Jimmy (Godheads) bereits zum festen Live-Sänger. Wir beschlossen

kurzerhand auch im Studio zusammen zu arbeiten und so ist er mit einer

Ausnahme der einzige Sänger auf Fahrenheit. Als Drummer ist dann noch

Kevin zu uns gestoßen, den wir in Kopenhagen auf einem Konzert

aufgegabelt haben. Er ist mitlerweile ein Bestandteil unserer

Live-Auftritte und ein guter Freund.

Das Album "Fahrenheit" hat mich ein wenig überrascht, da es doch einige poppige

Strukturen enthält. Zeichnet sich hier vielleicht schon ein Richtungswechsel ab,

der sich auf der im Winter erscheinenden EP weiter fortsetzen wird?

Hauptsächlich geht es bei uns um Tanzbarkeit. Daß das Album etwas

kommerzieller ausgefallen ist war schon irgendwie beabsichtigt aber

nicht 100%ig geplant. Als das gesamte Material fertig war hat es sich

halt so ergeben. Ich denke, das "Fahrenheit" das bisher ausgereifteste

LOE-Album ist und wir sind eigentlich alle zufrieden damit. Auf der E.P.

wird es aber gewohnten LOE-Sound geben und keine Synthi Sachen.

"Fahrenheit" ist ein vielschichtiges Album, daß neben den angesprochenen poppigen

Strukturen auch Tanzflächenfeger und einige Überraschungen parat hält.

Wie erklärt sich das? Kommt hier Eure Weiterentwicklung als Band zum Ausdruck

oder wolltet Ihr mal (wie z.B. mit "Under my skin") ein wenig experimentieren?

Experimentieren wollten wir auf jeden Fall und abwechslungsreich

sollte die Platte von Anfang an werden. Auch haben an 3 Titeln

verschiedene Produzenten mitgearbeitet, so daß die natürlich auch Ihre

Handschrift hinterlassen haben.

Liegt "Fahrenheit" ein bestimmtes Konzept zu Grunde?

Definitiv nicht. Wir wollen vorrangig das machen, was uns Spaß macht.

Solange das die Leute annehemen, machen wir weiter. Sollte das irgendwann

mal nicht mehr der Fall sein, werden wir aufhören.

Wie wichtig sind Dir die Texte, die ja diesmal auch im Booklet abgedruckt wurden?

Kannst Du Dich mit Jimmys Texten identifizieren?

Die meisten Sachen sind sehr persönliche Dinge von Jimmy, die er in

seinen Texten verarbeitet. Für mich sind sie eigentlich mehr ein

Stilmittel, aber Jimmy ist sehr eigen mit seinen Texten. Er legt viel

Emotionen hinein und ich lasse Ihm auch absolut freie Hand.

Was ist Dein persönlicher Lieblingstrack des neuen Albums?

"Under my Skin" und "Slowmotion" wechseln sich ab. Ich höre

allerdings meine eigenen Sachen nicht so oft wie andere Sachen.

Auf der letzten CD "Subconsciousness" war vor allem Eure Anne Clark-Coverversion

"Our Darkness" ein Renner in den Clubs. Warum ist auf dem neuen Album keine

Coverversion. Ist das ein Statement von Euch zu der aktuellen Debatte über Coverversionen?

Ohren auf, Neighbours sollte Dir bekannt vorkommen. Das Original ist

von Camouflage ! (Asche auf mein Haupt, ich schäme mich in Grund und Boden, Anm. d. Verf.)

Mir geht diese Gelaber total auf den Keks. Wir machen

was uns gefällt und Neighbours hat sich hervorragend in das Gesamtbild

der "Fahrenheit" integrieren lassen, warum also nicht ?? Mir gefällt es

ausgesprochen gut und es hat Spaß gemacht.

Ihr habt einen enormen Eifer für Remixeio-Tek gemacht.

Da werden in näherer Zukunft sicher noch einige dazukommen.

Was können wir für die Zukunft von Euch erwarten?

Wir werden uns jetzt erstmal um die Promotion für "Fahrenheit" kümmern

und dann im September die CD in den USA veröffentlichen. Im Dezember

gibt es dann eine neue E.P., die wahrscheinlich nur in den USA

erscheinen wird, aber da sind wir uns noch nicht so 100%ig sicher. im

Nov.-Dez. werden wir eine kleine Tour zu Fahrenheit machen, die

hauptsächlich in Deutschland sein wird.

Bis dahin wünsche Ich noch viel Erfolg und vielen Dank für das Interview!

LS

 

Lights Of Euphoria - 2 -

Seit dem überragenden Debüt-Beitrag "Subjection" auf dem Body Rapture Vol. 2 und dem nicht minder genialen Longplayer "Brainstorm" dürfte sich Torben Schmidt alias Lights of Euphoria mittlerweile den Zuspruch einer größeren Fangemeinde gesichert haben.

Mit "Beyond Subconciousness" setzt Torben Schmidt seinen musikalischen Höhenflug fort. Satte Basslinien, eingängige Melodien und die charismatische Stimme von Jimmy Machon, Frontman der Formation Godhead, zwingen den Hörer geradezu, seinen zuckenden Körper Richtung Tanzfläche zu bewegen. Zu welchem der insgesamt 15 Titel (incl. Intro + Outro) er seinen geschundenen Leib windet, bleibt letztlich Gunst der Stunde, bzw. dem DJ überlassen. Meine persönlichen Vavoriten sind "Sleepwalking", "Lock me up" und "Injustice". Letztgenannte Stücke sind der CD auch als Remixe von Apoptygma Berzerk und In Strict Confidence beigefügt.

Lights Of Euphoria Neben Apoptygma Berzerk und In Strict Confidence hat Torben Schmidt auch diesmal wieder eine Vielzahl von Gastmusikern an seiner Seite. Erwähnt seien insbesondere Trklok (die Debüt-CD wurde in der letzten Entry-Ausgabe besprochen), Digital Factor, Leaether Strip und Controled Fusion. Besonders hervorgehoben sollte in diesem Zusammenhang auch die Mitarbeit von Jimmy Machon von Godhead sein, der anfänglich als Gastsänger gedacht war, aber mittlerweile zum besten Bestandteil von LOE geworden ist.

Wem dies alles noch nicht genug Anreiz bietet, sich diese CD einmal zu Gemüte zu führen, dem sei noch gesagt, daß "Beyond Subconciousness" auch noch eine Cover-Version des Anne Clark Klassikers "Our Darkness" enthält.

Soweit zur CD. Das nachfolgende Interview wird Euch sicherlich noch weitere Informationen über LOE geben.

Entry: Wie ist "Lights of Euphoria" entstanden?

Torben Schmidt: "Eigentlich war LOE nur als Projekt für den damals gerade erscheinenden Body Rapture Sampler gedacht, auf dem wir Subjection veröffentlicht hatten. Nach dem Erfolg des Titels und der daraufhin veröffentlichten Maxi, von der wir immerhin 1200 Einheiten verkauft haben, wurde LOE als Act ins Leben gerufen."

E.: Wie kam es zu dem Bandnamen?

T.S.: "Das Projekt hieß ursprünglich Euphoria, leider gab es diesen Namen in Belgien schon und so hat der Sven Freuen damals einfach ein Lights of davorgesetzt, da ich zu dieser Zeit als LJ im Frankfurter Technoclub gearbeitet habe. Den entgültigen Namen habe ich dann erst auf der CD gesehen."

E.: Was hörst Du privat für Musik. Welches sind Deine musikalischen Vorbilder?

T.S.: "Privat höre ich viel Techno und Dancefloor, sowie natürlich Wave und Electro. Musikalisch habe ich eigentlich keine Vorbilder, ein wenig von allem. Meine Lieblingsacts sind Leaether Stip und Apoptygma Berzerk, die ich beide schon länger kennen und sehr schätze. Geheimtip sind Godhead und Good Courage!!!"

E.: Einige Informationen über die Entstehung von "Beyond Suconciousness"...

T.S.: "Ich habe schon nach der Brainstorm-CD angefangen, neue Titel zu schreiben und so hat es diesmal nicht mehr ganz so lange gedauert. Die Musik ist wieder komplett von mir und Jimmy, der jetzt fester Bestandteil von LOE ist und diesmal drei Titel gesungen hat. Ansonsten sind Gastmusiker und Remixer aller Couleur vertreten, wie Apoptygma Berzerk, Leaether Strip, Trylok, Controled Fusion, In Strict Confidence."

E.: Hast Du von Anfang an ein bestimmtes Konzept verfolgt?

T.S.: "Nein, es ist Musik aus dem Bauch raus, einfach das, was mir gefällt."

E.: Welche speziellen Themen verarbeitest Du in Deinen Songs, was beeinflußt Dich?

T.S.: "Die Texte werden ja von den jeweiligen Sängern selbst gemacht, da habe ich nur geringen Einfluß drauf. Ansonsten beeinflussen mich eigentlich nur die Sachen, die ich in diesem Moment gerade so höre, deshalb auch die unterschiedlichen Sounds und Klänge auf den Titeln."

E.: Wird sich LOE auch in Zukunft auf rein elektronische Klänge beschränken?

T.S.: "Ich hasse Gitarren, ich hoffe, das reicht als Erklärung. Eine Gesampelte ist stellenweise erträglich, aber das war es dann auch. Man kann mit Elektronik soviel machen..."

E.: Wie hast Du angefangen, Musik zu machen? Welches Equipment benutzt Du?

T.S.: "Damals mit einem Freund, mit dem ich heute mit meinen anderen Projekten auch noch zusammenarbeite. Wir sind ein sehr gut eingespieltes Studioteam und außerdem dicke Freunde. Ich benutzte hauptsächlich Akai S1000 & S3000, JD 1080, M1, Quasar, FB01, Bass Station, pulse, Microwave, Ensonique VFX und ein paar andere Sachen."

E.: Entsteht die Melodie eines Songs bereits vorher im Kopf oder erst im Studio?

T.S.: "Sowohl als auch, eigentlich jedoch mehr aus der Stimmung oder Situation, teilweise aber auch bewußt, wenn ich eine Melodie im Ohr habe."

E.: Worin liegt für Dich der Reiz von Live-Auftritten?

T.S.: "Einfach Feedback von den Leuten zu bekommen. Zunächst mache ich die Sache ja mal für mich, aber wenn dann andere Leute drauf stehen, finde ich das natürlich klasse."

E.: Vielen Dank für das Interview und weiterhin viel Erfolg.

K.F.

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