| Entry |
| Magazin für Dark Music, Kult(ur) und Avantgarde |
| Lithium |
Interview mit Sebastian Brede (19 Jahre), Homburg von der Band Lithium
Interview mit Schlagzeuger Benjamin Brede, ( 16 Jahre ), Homburg von der Band Lithium
Im Vorfeld muss ich sagen, dass ich Sebastian per Telefon kennengelernt habe und Er hat mich schon am Telefon fasziniert. Denn Er ist ein unwahrscheinlich interessanter Mensch und Er hat eine starke Persönlichkeit die Er durch sein Auftreten im Alltag an die Gesellschaft bringt.
Sebastian ist ein Mensch, den man kennengelernt haben muss, um Ihn wirklich zu verstehen. Wenn man in seine Augen schaut, dann sieht man die Qualen seiner Vergangenheit und dass die Musik alles für Ihn bedeutet. Die Musik ist praktisch sein Lebenselexier, denn in Ihr kann Er sich fallen lassen.
Ich zitiere wörtlich:
"Lieber werden ich von allen als Freak angesehen, als überall akzeptiert zu werden."
Diese Aussage hat mich doch schon fasziniert, denn das zeigt mir, dass Er ein Mensch ist der sich in keine Schublade stecken und sich von niemanden ändern läßt.
Denn wer sich ändern will, der ändert sich aufgrund seiner Erfahrung und läßt sich nicht von der Gesellschaft dazu zwingen, aber leider machen das viele Menschen. Sie ändern sich für die Gesellschaft und fühlen sich dabei unwohl.
Sebastian ist der kreative Kopf der Band: LITHIUM.
Ihre Musik erinnert an eine Mischung aus The Cure und Nirvana. Wenn man sich Ihre Musik anhört, dann kommen Erinnerungen an alte Zeiten wieder hoch. Besonders der ältere Generation, ist diese Musik sehr zu empfehlen.
Schaut doch einfach mal auf Ihre Homepage:
Dort findet Ihr alle Informationen die Ihr braucht , Bilder und Songtexte!
Als ich Sebastian fragte, wie lange Er schon in der schwarzen Szene ist, schaute Er mich an und hatte dabei ein leichtes Lächeln im Gesicht und sagt:
Sebastian B.: "Meine Ersten Erfahrungen sammelte ich mit 16 Jahren. Ich weiß für manche zu spät, aber mir hat das gereicht. Denn ich zähle mich eh nicht zur schwarzen Szene dazu.
Ich ziehe diese Sachen an, weil ich Sie mag. Ich höre diese Musik, weil ich in Ihr meine innere Ruhe finde und mich dabei entspannen kann.
Ich lasse mich auch von niemandem in eine Schublade stecken, denn das machen schon andere für mich.
Eben so wenig mag ich die typischen Vorurteile unserer Gesellschaft...
Alle die schwarz tragen und sich schminken sind Satanisten....also ich weiß, das ich keiner bin und das ist gut so.
Was andere denken ist mir egal."
Entry: Welche Erfahrungen hast Du bis jetzt in dieser Szene gesammelt, auch wenn Du Dich eigentlich nicht dazu zählst ?
Sebastian B.: "Also das Positive an dieser Szene ist die verbreitete Toleranz. Aber leider sind es dennoch nicht viele. Viele haben keine politische Orientierung und das ist auch ein positiver Aspekt.
Das Negative an dieser Szene, sind halt diese typischen Klischees. Es gibt viele Mitläufer in dieser Szene, die der Meinung sind, dass Sie sich die Arme aufschlitzen müssen, um dazu zu gehören ...*völliger Schwachsinn*
Entry: Was war Deine Erste CD ?
Sebastian B.: "Also meine Erste CD habe ich mir selbst gekauft.
Das war GREEN DAY - Dookie."
Entry: Was hörst Du denn privat so für Musik und welche inspiriert Dich gleichzeitig ?
Sebastian B.: "Privat höre ich am Liebsten solche Sachen wie Nirvana, Lacrimosa,
The Cure, Nine Inch Nails, Deine Lakaien und Placebo.
Ich mag die 80`iger, denn das war noch richtige Musik und nicht nur reine Geldmacherei. The Cure und Nirvana haben etwas was mich schon immer fasziniert hat. Sie haben teilweise düstere Texte, die aber der Wahrheit entsprechen.
Wahrheit die niemand erkennen oder sehen will, wie das eben auch im richtigen Leben ist.
Entry: Was bedeutet für Dich das schreiben von Gedichten ? Ist es so eine Art Flucht aus dem Alltag für Dich ?
Sebastian B.: "Natürlich ist es das. Neben der Musik, ist das Schreiben, das beste Medium für mich, um den Alltag loszuwerden. Ich flüchte in meine Gedanken und fange an zu schreiben. Ich schreibe meine Gefühle, meine Gedanken und meine Hoffnungen nieder und das befreit mich. Das ist wie eine Therapie, nur ohne Psychater.
Entry: Was wollt Ihr mit Eurer Musik erreichen ?
Sebastian B.: "Wir wollen den Menschen mal einen Einblick in die Gedankenwelt andersdenkender geben. Denn es muss ja nicht immer was mit Mord und Totschlag zu tun haben, es gibt auch eine gepflegte Mischung von Rock, Punk und ein wenig Goth.
Unsere Musik beruht auf persönlichen Erfahrungen und Erlebnissen. Sie soll die Menschen zum Nachdenken anregen. Sie soll die Menschen dazu bringen zu sehen, dass es auch Menschen gibt, die anders sind und das diese auch so akzeptiert werden möchten, wie Sie sind und diese nicht anhand von Vorurteilen abzustempeln wie ein Stück Vieh.
Martina Rauer