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| Magazin für Dark Music, Kult(ur) und Avantgarde |
| Second Decay |
Das ist in groben Zügen die Vorgeschichte von Andreas Sippel und Christian Purwien, besser bekannt als "Second Decay".
Nur mit analogen Geräten arbeitend, verschrieben sich die zwei gänzlich der elektronischen Musik. Andreas hatte zwar mal versucht, mit einer Gitarre zu arbeiten, dies jedoch wieder aufgegeben. Er war zu dem Schluß gekommen, daß er ja mit einem Synthesizer jedes Instrument fehlerfrei spielen kann. Zudem lagen die persönlichen, musikalischen Vorlieben sowieso auf dem Elektronik-Bereich.
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Zur Entstehung des Namens wurde nur erklärt, daß "Decay" ein Parameter sei, das man an jedem analogen Synthesizer finden kann. "Im Prinzip kommt er von unserer Vorliebe für analoge Geräte. Er hat keinen speziellen Hintergrund". Das Konzept der Band ist an sich sehr geschlossen; Christian schreibt die Texte und Andreas ist die Musik. Dies ist auch ein Grund, warum man nicht mit Gastmusikern arbeitet, die Beiden sind in ihrem jeweiligen Bereich sehr dominant. Die Texte und die Kompositionen entstehen dann auch separat. Die fertigen Stücke entstehen dann in einer Art Session-Werk. Andreas meint dazu: "Wir arbeiten fast unter Live-Bedingungen. Wir experimentieren und probieren sehr viel." |
Christians Texte sind zwar sehr persönlich, aber er findet es sehr wichtig, daß sich der Hörer trotzdem wiederfinden kann. Andreas: "Wir lassen uns generell von Filmen inspirieren. Wir mögen die 30er Jahre Avantgarde-Filme und den Surrealismus. Ich persönlich werde auch stark von meinen Geräten inspiriert. Wir arbeiten sehr spielerisch mit unseren Maschinen."
Die Musik und die Texte sind gleichberechtigt. Second Decay versuchen in Bezug auf die Eingängigkeit, bzw. Tanzbarkeit und Aussage den größtmöglichen Nennen zu finden. Sie legen großen Wert auf Individualität.
Second Decay haben im Verhältnis zu früher in letzter Zeit sehr viel veröffentlicht. Andreas meint hierzu, daß es einfach wichtig für sie war, etwas neu zu veröffentlichen. "Was wir haben, wird veröffentlicht. Wir produzieren nicht auf Halden."
In den Medien wird ihre Musik häufig mit Elektro-Pop oder Synthie-Pop beschrieben, eine Bezeichnung, mit der sie, wie Christian sagt, "gut leben können".
Die beiden Tüftler arbeiten auch live mit analogen Geräten. Es ist für Andreas zwar mehr Arbeit, aber er hat Spaß daran. Außerdem singt er zwei Lieder selbst, hat dadurch also auch die Möglichkeit, etwas von der Stimmung des Publikums mitzubekommen.
Christian: "Andreas spielt soviel live, er würde sonst gar nicht mitbekommen, was auf der Bühne und im Publikum vor sich geht." Second Decay sehen sich zum Teil als Musiker und zum Teil als Künstler. Andreas: "Wir sehen es als multimediale Geschichte. Es ist Tanz, Musik und audivisuelle Darstellung. Jedes Lied hat sein eigenes Video, das wir auch live zeigen." Die zwei finden es genrell besser, in kleineren Clubs zu spielen, da man dort besser Stimmung erzeugen kann. |
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Christian: "Es ist auch interessanter, allein zu spielen, als auf Festivals, weil man dann einfach weiß, daß die Leute für Second Decay bekommen sind."
Das Publikum spielt eine sehr große Rolle. Andreas ist der Meinung, daß die Leute schließlich bezahlt haben und deswegen das Beste für ihr Geld bekommen sollen.
Zu ihren Zukunftsplänen befragt, sagten sie nur, daß sie sich erstmal zurückziehen werden. Es wird neues Material erstellt, da sie vom Live-spielen so ausgelaugt sind, daß sie vorerst ihre Ruhe brauchen.
Vielen Dank für dieses ausführliche Gespräch, besonders an Manou, die das Ganze überhaupt möglich gemacht hat.
M.W.