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Magazin für Dark Music, Kult(ur) und Avantgarde

 

The Garden Of Delight

 

The Garden Of Delight

- Eine Reise in die Vergangenheit. oder ein Sumerischer Spiegel der Zukunft -

 

The analogy of opposites is the Relation 0f light To Shadow, peak to abyss fullness to void. Allegory, mother of all dogmas, is the replacement to the Seal by the hallmark, of reality by shadow; it is the falsehood of truth, and the truth is falsehood."

Eliphas Levi 1856

Eine Band besonderen Charakters haben wir mit The Garden Of Delight. Ein Projekt, das sich selbst auf sieben Jahre limitiert hat. Mystisches Gedankengut und der sumerische Kulturmythos werden auf besondere Art und Weise dem Interessierten nähergebracht, nämlich durch die Vertonung der oben genannten Thematiken. Gerade im Moment erfreuen glücklicherweise die alten Kulturen immer mehr Menschen. Gilt es doch, sich seiner eigenen Umgebung klar zu werden und neue Artsätze in längst vergessenen Kulturen zu suchen und zu finden.

Ich konnte bereits in das neue Album Necromanteion IV" hereinhören und muß sagen, daß die Band um einiges musikalisch gewachsen ist. Die angedeuteten akustischen Gitarrenparts des Vorgängers Sargonid Seal wurden weiter ausgebaut. Herausragend tritt der Song Spirit Invocation hervor. Nach anfänglichen ruhigen Sekunden wird man mit einen Gitarrengewitter überfallen, das ich bisher von der Band noch nicht gehört habe. Ein energiegeladener Darkwave-Song und hervorragend für den Live-Einsatz geeignet. Es werden aber auch ruhige und typische G.O.D.-Stücke präsentiert, wie z.B. Colder, welches an Inanna vom ersten Album ENKI´s Temple anknüpft. Insgesamt bleibt ein sehr positiver Gesamteindruck zurück - Der Garten der Freude ist komplexer geworden.

Um Neues und Hintergründiges zu erfahren, stellte ich Artaud, der übrigens Vater geworden ist (Vivian Lilith), und der Band einige Fragen.

Wann erscheint das nächste Album?

Artaud: Unser viertes Album, Necromanteion IV, erscheint in diesen Tagen.

Welche Themen umfaßt Necromanteion IV?

Artaud: Die Intension des Albums war es den zweiten Teil der Geschichte der jungen Inanna, der Sumerisch-Babylonischen Göttin der Liebe, aus einer - nennen wir sie Lovecraft´schen Sicht - zu erzählen. Den ersten Teil haben wir bereits auf unserem ersten Album ENKI´s Temple abgehandelt. Der Ursprung der Geschichte um Inanna basiert auf den Sagen und Legenden aus dem Mesopotamischen Deltagebiet zwischen Euphrat und Tigris.

Diese Ur-Legende wurde dann mit Hilfe des Romans Cultes des Goules / Comte D´Erlette, des aus dem 13. Jahrhundert stammenden Buches Eibon und dem schwarz-okkulten Pseudo-Werk Necronomicon weiter ausgebaut und musikalisch umgesetzt.

Wie lange habt Ihr an Eurem neuen Album gearbeitet?

Th. O'Connel: Drei Monate, vier Tage die Woche, waren wir im Studio. Ich denke, daß es ein sehr gutes und kraftvolles Album geworden ist.

Die erste Single sowie Euer erstes Album ENKI´s Temple klangen deutlich nach The Sisters Of Mercy aus der The Reptile House E.P.-Zeit-..

Artaud: Finde ich nicht. Ich denke das "ENKI`s Temple viel innovativer und schwieriger ist, als die Sisters es je waren. Die Sisters sind sicherlich keine Vorbilder für uns.

Was hat der Hörer unter dem Bandnamen Garten der Freude zu verstehen?

Artaud: Unseren Bandnamen haben wir von einem niederländischen Maler entliehen. Der Garten der Freude stellt ein Synonym für den Garten Eden da; und dieser lag bekanntlich im Zweistromland Mesopotamien. Der Kreis schließt sich und wir befinden uns wieder im Land der Sumerer.

Ihr stellt die textliche Aussage vor Euer selbst. Was genau wollt Ihr aussagen, welchen Anspruch habt Ihr an die Hörer?

Adrian Rates: Ich denke, daß die Musik als Untermalung und emotionale Unterstützung der Texte Artauds gesehen werden sollen.

Artaud: Ich würde mir ein Publikum wünschen, das mit dem Herzen und der Seele hört.

Wer ist der momentane Kern von The Garden Of Defight?

Artaud: Ich denke, daß ich in Th. O´Connel und Adrian Hates außergewöhnlich gute Musiker gefunden habe. In der Besetzung spielen wir übrigens schon seit Ende 1992. Auf unseren Konzerten werden wir noch von einem Keyboarder unterstützt.

Wenn man sich Eure Texte, oder auch eure Songtitel, wie zB. Confessions Of A Captued Cultist (Beichte eines gefangenen Kultisten) oder auch The Relation Of Light To Shadow (Die Relation von Licht zu Schatten) ansieht, so kommen mir doch recht merkwürdige Dinge in den Sinn?

Artsud: Ich kann nichts Absonderliches an denen vor dir genannten Beispielen finden Der Songtitel Confessions ... und die in dem Stück rezitierten Lyrics, stammen zum Teil aus der Feder von William Blake. Da sagt auch keiner was. Oder?

Der andere, von dir genannte Songtitel, drückt eigentlich schon den Inhalt des Stückes heraus. Die Relation von Licht zu Schatten stellt für mich die Phase des Eintritts vom Leben zum Tode da; also das Sterben. Es stirbt in diesem Falle Inanna auf dem Schafott, hingerichtet von den "großen Alten aus der Zeit vor der Zeit".

In Eurem Booklet zum neuen Album findet man (neben den Songtexten) mehrere Zitate okkulter Magier oder magischen Vereinigungen, wie z.B. Eliphas Levi, Aleister Crowley und auch ein Zitat des Golden Dawn Orden. Welche Absicht steckt dahinter?

Artsud: Ich versuche mit diesen Zitaten Querverbindungen zum Sumer-Kult aufzuzeigen. Ich denke, daß wir bei vielen magischen Lehren einen gemeinsamen Nenner finden können.

Ist aber nicht gerade Crowley ein Scharlatan?

Artaud: Natürlich ist er einer! Aber sein Charisma wirkt noch bis heute eine ungeheure Anziehungskraft aus. Wir haben ihm den Song Spirit Invocation gewidmet.

Das Necronomicon, sowie die Mythologische Magie an sich, werden allzuoft mißverstanden. Was ist Deine Auffassung von Magie?

Artaud: Magie ist all das, was dem Menschen als Individuum Böses sowie Gutes, Angst und Freude, Macht aber auch Unterdrückung bringen kann. Es ist als die Urkraft unseres Denkens zu verstehen. Das Necronomicon verstehe ich als Sammelsurium verschiedenster Ur-Mythologien, dessen Wahrheitsgehalt ich jedoch stark anzweifle!

Weiche Literaturautoren bzw. welche Art von Literatur beeinflußt Dich beim Schreiben Deiner Texte?

Artsud: Magisch-rituelle bis fiktive Literatur, Colin Wilson, H.P. Lovecraft, Crowley, Elephas Levi, die Bibel...

Ist das Stück The White Goddess in Anlehnung an das Buch (Standardwerk in Sachen mythologischer Literatur) von Robert Grave...?

Artaud: Ja!

Woher kam die Idee gerade so ein Projekt zu starten?

Artsud: Es war irgendwann einfach da. Vielleicht müßte ich in der Tiefe meiner Vergangenheit suchen um es zu ergründen.

Confessioos Of A Captued Cultist war ja schon experimentell, ja industrialmäßig. Wird es bestimmte Rhythmusarten wie The Seal und Indastrialparts wie Confessions ... auch weiterhin geben?

Adrian Hates: Die Instrumentation hängt ausschließlich von der textlichen Aussage des jeweiligen Stückes ab. Sicherlich wird es in diesem Bezug auch weiterhin Titel geben, die sich vom gewohnten Klangbild abheben und somit im Gesamtkonzept als experimentell oder rhythmisch untypisch erscheinen werden.

Räumt Ihr demnächst mehr Raum für weibliche Stimmen ein; auf der The Seal-Maxi war ja ansatzweise schon etwas?

Adrian Hates: In Zukunft werden wir versuchen den Horizont der Klangbreite unserer Musik durch die Verwendung von mehr weiblichen Stimmen. zu erweitern.

Wave-Videos sind gerade im Kommen. Plant Ihr eine visuelle Umsetzung Euer Stücke?

Th. O'Connel: Letztes Jahr haben wir ein Video zu unserer ersten Singleauskopplung Shared Creation gedreht. Wir werden sicherlich noch weitere Clips machen.

Nach dem siebten Album und dem siebten Jahr soll das Kapitel The Garden Of Delight zu Ende sein. Warum?

Artaud: Alle sieben Jahre erneuert sich die Zeit. Im Dezember 1997 geben wir irgendwo unser unwiderruflich letztes Konzert.

Wird 1994 für Euch ein gutes Jahr?

Artaud: Ich hoffe. Wir haben viel Zeit und Geld in unser 4. Album investiert, und das letzte Album verkaufte sich auch gut. Die erste Singleauskopplung Shared Creation landete sogar in den Indie-Charts. Leider läuft unsere zweite Single aus Sargonid Seal, The Seal, nicht so wie ich mir das vorgestellt habe; dabei finde ich, daß gerade dieser Titel der Beste vom Album war... (Amen. d. Red.: ...und das meine ich auch).

Armin Kessel

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