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Magazin für Dark Music, Kult(ur) und Avantgarde

 

Umbra Et Imago

 

 

 

UMBRA ET IMAGO

Auf der diesjährigen kurzen Tour von Umbra et Imago/Dracul, gelang es uns, mit Mozart ein interessantes Gespräch zu führen. Wir wollten bei diesem Interview seine persönlichen Ansichten zu verschiedenen Themen erfahren. Dies ist also keine Bandgeschichte oder ähnliches...

Da Mozart doch einer der herausragenden Persönlichkeiten der hiesigen S/M-Szene ist, wollten wir als erstes von ihm wissen, was er von dem Ausverkauf dieser Szene hält. In Deutschland hat sich die S/M-Szene, laut Mozart, gewandelt. Die Akteptanz der Gesellschaft gegenüber der Szene nimmt immer mehr zu, was jedoch auch dazu führt, daß der eigentliche Sinn immer mehr in den Hintergrund gedrängt wird. Wenn z.B. 16jährige Mädchen im Lackdress und in Handschellen, auf ihr Outfit angesprochen, antworten: "dies sei schließlich schick", zeigt es doch sehr deutlich, daß das Wesentliche verloren geht.

Auch wenn Lack zu einer der neuesten Modeerscheinungen geworden ist - was sich leider nicht verhindern läßt - so bleibt es doch noch immer ein äußerliches Merkmal der S/M-Szene. Zur den richtigen Parties hat die Öffentlichkeit sowieso keinen Zutritt.

Umbra  1

Darauf angesprochen, was er mit Umbra und seiner sehr provozierenden Show bezwecken möchte, erzählte Mozart, daß er den Leuten nicht die S/M-Methoden aufdrängen will. Vielmehr versucht er zu demonstrieren, daß die Sexualität weitaus mehr als nur die Missionarsstellung beeinhaltet und daß man sich selbst einigen Spaß und neue Erkenntnisse verdirbt, wenn das Thema Sexualität weiterhin tabuisiert wird.

Die Liveshow von Umbra et Imago hat sich auch geändert, seitdem Mozart mit seiner Lebenspartnerin auf die Bühne geht und der Öffentlichkeit einen kleinen Einblick in sein Schlafzimmer gewährt. Dies ist vielleicht auch der Grund, warum Umbra auf dem diesjährigen "Festival of Darkness", trotz fester Zusage, nicht auftreten durften. Kai Hawaii hat sich zuerst sehr darum bemüht, die Band für dieses Festival zu gewinnen, ihnen dann jedoch eine Absage erteilt, weil Ecki Stieg von den Grenzwellen - der wohl sehr großen Einfluß auf die Organisation des Festivals hatte - dagegen war.

Mozart erklärte im weiteren Verlauf des Interviews die Bedeutung seines Synonyms folgendermaßen: Wolfgang Amadeus Mozart war der erste, wirkliche Independent-Künstler. Seine Musik war, zu seiner Zeit, eine Art unverstandene Revolutionierung des eingefahrenden Stils, welche zu Protesten in der Öffentlichkeit führte und ihm einige Probleme einbrachte. W.A. Mozart kümmerte dies allerdings recht wenig und er verwirklichte seine Ideen und öffnete dadurch (leider erst nach seinem Tod - was heute, "Goth" sei Dank, nicht mehr üblich ist!), so Manchem die Augen: es bringt nichts, mit dem Strom zu schwimmen. Spaß am Leben hat man nur, wenn man in jeglicher Hinsicht unabhängig von der Meinung Anderer, seine Verrücktheiten, Ideen und Vorstellungen auslebt. So ist das Synonym des Sängers von Umbra eine Art "Ehrerbietung" W.A. Mozarts gegenüber.

So, wie W.A. Mozarts Werke das damalige Musikverständnis revolutionierten, haben (und werden) die heutigen Indie-Bands das Musikgeschehen entscheidend verändert, was man z.B. an der Tekkno-Bewegung sieht, welche durch Bands wie Kraftwerk oder Cabaret Voltaire ihre Anfänge fand.

Anmerkung der Redaktion: So wollen wir hoffen, daß spätere Generationen die Arbeit von Bands wie Umbra et Imago zu würdigen wissen.

M.V. + M.B.

(many thanx to Kalli!)

 

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