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Magazin für Dark Music, Kult(ur) und Avantgarde

 

Konzert: Cinema Strange + Murder At The Registry

 

Cinema Strange + Murder At The Registry

22. September 2000 Zwischenfall Bochum

Nachdem die US-Band Cinema Strange in den letzten Monaten in sämtlichen Magazinen als die Batcave-Newcomer des Jahres gefeiert wurden, kam dem Zwischenfall in Bochum die Ehre zu Teil, sie zur Vorstellung ihres Debütalbums, dem ersten Auftritt in Europa überhaupt, begrüßen zu dürfen. Und die Publicity hatte ihre Wirkung nicht verfehlt, mehr als gut gefüllt präsentierte sich uns der Konzertort schon bei unserer Ankunft, wobei eine ganze Anzahl nicht ganz unbekannter Musiker entdeckt werden konnte (u.a. von Garden Of Delight, The House Of Usher, Pierrepoint, Fallen Apart und Kiss The Blade) und Fans aus dem ganzen Bundesgebiet angereist waren.

Cinema Strange

So kam auch die Vorband Murder At The Registry in den Genuß, ihren klassischen Gothic Rock vor einer schon jetzt euphorischen Menge zu spielen. Leider erwies sich ihr Sound als zu laut und war nicht von bester Qualität, was man aber kaum der Band selbst ankreiden dürfte. Musikalisch trotzdem einen sehr guten Eindruck hinterlassend, dürften sie einige neue Fans gewonnen haben. Unverständlich, daß noch immer kein Label auf diese vielversprechende Band aufmerksam geworden ist.

Nach kurzer Pause betrat dann der Hauptact des Abends die Bühne: Cinema Strange. Sänger Lucas Lanthier präsentierte sich in einem weißen Kleid und machte auch ansonsten einen recht krassen Eindruck, dem seine beiden Mitstreiter Daniel und Michael Ribiat an Bass und Gitarre aber nur wenig nachstanden. Die Deko mit zerschlissenen Tüchern und künstlichen Spinnenweben tateihr übriges, um ein echtes Batcave-Feeling aufkommen zu lassen. Entsprechend begeistert zeigte sich das Publikum beim Opener "Tea Carriage". Dieses ging aber vor allem bei den Albumhits, wie "Sadist Sagittarius" und "Lindsay’s Trachea" mit.

Das Set zeigte sich dabei sehr abwechslungsreich, da auch immer wieder ruhigere Stücke, wie "Mediterranean Widow" und kleinere Instrumentalparts eingebunden wurden. Insgesamt wurde neben älteren Stücken und dem kompletten Album auch vier bisher unbetitelte neue Stücke erstmals live aufgeführt.

Allerdings hätte man das Ganze vielleicht doch ein wenig straffen sollen, die Show dauerte an die zwei Stunden und schon nach der ersten machten sich Ermüdungserscheinungen bei Teilen des Publikums bemerkbar, so daß sich die Halle zusehends leerte, was vielleicht auch an der auf Dauer etwas anstrengenden Stimme des Sängers liegen mag. So blieb ein etwas zwiespältiger Eindruck zurück, hätten Cinema Strange lediglich eine Stunde plus zwei bis drei Zugaben gespielt, wäre wohl kaum ein Zuschauer unzufrieden gewesen. So zeigte sich, daß mit Murder At The Registry eine gleichwertige Band, leider nur aufgrund fehlendem Medieninteresses, im Vergleich sicher nicht schlechter war.

Die anschließende Aftershowparty Pagan Love Songs meets Nightstalkers Ballroom mit den Zwischenfall-DJ’s R.a.l.f & :Thomas: Thyssen, sowie den Gast-DJ’s René und Martin aus der Honigfabrik Hamburg sorgte dann noch bis in die frühen Morgenstunden für eine gefüllte Tanzfläche.

Thorsten Kübler

 

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