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Magazin für Dark Music, Kult(ur) und Avantgarde

 

Archiv Rezensionen - A -

 

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ACUMEN
Adrian Borland
Adversus
Advocatus Diaboli
After Darkness
AGATHOCLES
AGENT ORANGE
Age Of Ignorance
Aghast View
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Alien Sex Fiend
Allied Vision
Alpha-Child
Marc Almond
AM TAG UNTER NULL
Amorphis
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ARTEFAKTO
ARTWORK
Asia
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Asylum
ATARAXIA
Audioscope-1
Aurora Sutra
AUTUMN
Avalist

Arch Enemy – "A collection of rare & unreleased Songs from the arch enemy vault" - Century Media

8 Tracks rocken brachial in gewohnter Hardcoremanier auf leider nur 26 Minuten ab. Starbreaker, der 1. Track, gefällt mir persönlich am besten. Ein wenig krachig und ein bisschen übersteuert produziert, erinnert diese Scheibe an alte Tage. Wer Arch Enemy nicht kennt, dem sei gesagt, Hardcore à la Pro Pain mit ein wenig mehr Schmackes. Nicht nur für Sammler sondern für Hardcore Fans allgemein sei dieses Werk wärmstens empfohlen.

Markus Freyer

 

Anyone - Anyone

Rock und Grunge – ein wenig Psychdelic Atmosphäre. Alles allerdings durchschnittlich und wenig mitreißend. Die 3 Jungs (unter ihnen der Ex-Foo-Fighter Drummer) reißen mich nicht vom Hocker – 16 Songs plätschern dahin und langweilen irgendwann - weil – irgendwas fehlt. Als bestes Stück möchte ich "Don´t wake me" herausheben. Das Niveau dieses Songs können Anyone leider nicht beibehalten. Die Band selber küren Jane´s Addiction, Led Zeppelin und Pink Floyd als Ihre Einflussmeister. Anyone sind wirklich anyone und wenn sie ihren Qualitätsstandart nicht verändern, werden sie es auch wahrscheinlich bleiben. Da kann die lange Spielzeit der CD mit 64 Minuten auch nicht wirklich trösten. Meiner Meinung nach sollte man die Finger besser davon lassen – aber da kann sich ja jeder selbst sein eigenes Bild drüber machen.

Markus Freyer

 

MARC ALMOND - STRANGER THINGS - XIII Bis Records

Marc Almond veröffentlicht sein neues Soloalbum "Stranger Things". Eine CD, die beim ersten Hören lediglich den Eindruck hinterläßt, eine durchschnittliche Glam-Elektro-Scheibe zu sein. Klar, gut produziert ist sie ja, aber...

Doch dann, nach dem zweiten, dritten Hören, erblüht die CD erstmal zu ihrer vollständigen Schönheit. Von wegen farblos, langweilig. Dieses Album ist ein anspruchsvolles Werk, dass sicherlich nicht unbedingt für Liebhaber simplen Pops gedacht ist. Songs wie der Opener "Glorious" oder "Come Out" wirken wie für ein Broadway-Musical gemacht. Hätte es in den 50er Jahren bereits Elektro-Wave gegeben, dann hätte er bestimmt so geklungen. Sicherlich kann man sich Lieder wie das jazzige (!) "Dancer" nicht immer anhören (es sei denn, man ist ein Hardcore-Fan des Kultmusikers), aber dieser Rundling hat seine genialen Momente. Eine tolle, entspannte Grundstimmung verbreitet sich, die aber bestimmt jede Düsternis vermissen läßt. Ein "Gruft-Album" ist "Stranger Things" mit Sicherheit nicht geworden. Im Gegenteil, man vermisst tatsächlich eine Wave-Coverversion von "New York, New York". Die hätte dieses Album perfekt gemacht.

Soft Cell-Fanatiker könnten enttäuscht sein, während Almond nun Fans des Robbie Williams-Albums "Swing When You're Winning" dazu gewinnen könnte. Und das ist keineswegs böse gemeint. Leute, die ein wenig offenherziger mit dem Begriff "Wave" umgehen, könnten ihre helle Freude an dieser CD haben. Ein weiterer Pluspunkt ist die geniale Stimme der Background-Sängerin Sara Gudmundsdottir (interessanter Name...).

Kleiner Tipp: Den Hidden Track 13 mal anspielen!! Also, weiter so Frank...ähem...Marc! ;)

Dominik Schröder

 

Advocatus Diaboli - Enter Your Forest - Advocatus Diaboli

Bereits seit 1996 treiben die Anwälte des Teufels ihr musikalisches Unwesen. Nun liegt mit Enter Your Forest die erste offizielle CD vor. Stilistisch bewegen sich Advocatus Diaboli in den Gefilden des Darkwave mit vereinzelten Anleihen aus dem Electro- bzw. Mittelalterbereich. Herausgekommen ist dabei ein wirklich bemerkenswertes Debut zwischen treibender Härte, Schwermut und Zerbrechlichkeit. Da sowohl männliche Vocals als auch weibliche Heavenly Voices variieren und die Texte zwischen englischer und deutscher Sprache pendeln, gestaltet sich die gesamte CD sehr abwechslungsreich. Besonders gelungen sind die 7 bis 8 minütigen Stücke. Diese überzeugen mit einem durchdacht aufgebauten Spannungsbogen und geschickt eingestreuten Tempowechseln. Einzige Wehrmutstropfen dieser Scheibe sind zum einen die stellenweise sehr angestrengt auf Dunkel getrimmte Stimme von Thomas Jäkel. Zum anderen hätte manchen Stücken ein sparsamerer Einsatz des Drumcomputers gut zu Gesicht gestanden. So wirkt dieses Album stellenweise etwas blutleer, aber ich bin jetzt schon gespannt auf das nächste Werk der Aschaffenburger. Wenn sie diese Mankos ausmerzen können, haben sie durchaus das Zeug dazu, in der Oberliga des Darkwave mitzumischen. Die Ansätze sind auf jeden Fall schon äußerst vielversprechend.

Andrea Scherr

 

Accessoires - Veudetta - Ausfahrt / EFA

Mit dieser Veröffentlichung stellt sich ein Duo vor, dessen Künstler keine Neulinge in der großen weiten Musikwelt sind. Zum einen AXEL MACHENS, bekannt von der Formation PLACEBO EFFECT und zum anderen ECKI STIEG, dessen allsonntäglichen Grenzwellen wohl den meisten bekannt sein dürften. AXEL MACHENS, der sich für die Musik verantwortlich zeichnet, hat ruhige, an Ambient erinnernde Songs kreiert, die ich stellenweise auch mit Pop nicht falsch beschreiben würde. ECKI STIEGS Gesang ist eine Welt für sich, die sich mir jedoch nicht geöffnet hat. Vielleicht bin ich auch nicht offen genug, ich weiß es nicht. Als gesamtes Werk gesehen würde ich es nicht überdurchschnittlich hoch bewerten, „normale" Musik ohne großartig aus dem Rahmen zu fallen, nicht mehr und nicht weniger. Vielleicht hätten die Schuster auch einfach bei ihren Leisten bleiben sollen!

M.W.

 

APRIL NINE - SANDGLASS / HYPERIUM – ROUGH TRADE

Eine der interessantesten Formationen dieses Jahres sind mit Abstand APRIL NINE, ein Nebenprojekt der schwedisch-slowenischen COPTIC RAIN. Während sich Coptic Rain jedoch mit hartem Crossoversound rumschlagen, geht's bei APRIL NINE wesentlich ruhiger zu. Ihnen gelingt mit dem Album `Sandglass' die perfekte Symbiose aus TripHop, Dub und Ambient, genannt 'Heavenly Grooves'. Stilistisch lassen sich also Brücken zu Bands wie z.B. TRICKY schlagen. Geradezu schwerelos plätschert die Musik mit abgrundtiefen Bässen in die Gehörgänge und verbreitet dort angenehmes Wohlbehagen. Durch abwechslungsreiche Soundgewänder kreieren sie ein unvergleichliches Hörerlebnis. Hinzu kommt die wahnsinnig erotische Stimme von Katrin Radman, verzaubernd und anregend .... "Sandglass" ist ein Album ohne Ecken und Kanten, transparent und einfach nur schön. Bonus dieser CD ist die Neuinterpretation des Elvis-Klassikers `In the Ghetto'. Note: 1 T.C.

 

AUDIOSCOPE - 1 / Succession Records - EFA

Auf dem letzten Redaktionstreffen kam ich einfach nicht umhin, bei der CD-Verteilung die schlicht mit "1" betitulierte CD der Band aus dem Leverkusener Umfeld mitzunehmen. Schließlich sind mir AUDIOSCOPE aufgrund der geographischen Nähe längst keine Unbekannten mehr, und ich erinnere mich wohlwollend an alte Tapeaufnahmen, die ich zu hören bekam. So ist es auch kein großes Wunder, daß mir der digitale Überblick über die Jahre 1992 - `96 sehr zusagt: Intelligent gemachte Electronic Listening Music mit Einflüßen aus dem Ambient- und Trancesektor, die eine ureigene Atmosphäre aufweist, in die das auditive Eintauchen Spaß macht. Dieses sollte man jedoch sehr intensiv betreiben, denn der erste oberflächliche Eindruck könnte dazu führen, sich nicht richtig mit den zunächst wenig transparenten Strukturen zu beschäftigen. Das wäre aber äußerst schade, denn AUDIOSCOPE glänzen durch Ideenreichtum, ausgefallenen Arrangements und dem nötigen Maß Eigenständigkeit. Mutige und sehr gute Veröffentlichung in einer Zeit, in der sich wenige Menschen die nötige Zeit zum bewußten Musikhören nehmen.

L.S. P.S.: Tina F. , meld Dich mal!

 

AURORA SUTRA - ...PASSING OVER IN SILENCE TO WARDS NUIT / SOUNDFACTORY

Nach den Alben "The land of harm and appletrees" und "The dimension gate" hat sich Patricia Nigiani von Peter Spilles getrennt und geht jetzt eigene, neue Wege mit der CD "...passing over in silenc towards nuit". Wer jetzt glaubt, sie knüpft an die beiden alten Alben an, hat sich geirrt, es ist etwas absolut Neues und hat nichts mehr mit den früheren Produktionen zu tun. Dies begründet sich schon darin, daß Rodney Orpheus als Produzent gewonnen werden konnte, mit dem sie ja bereits beim Debütalbum von Sungod zusammenarbeitete. Hinzu kommt, daß ausschließlich natürliche Akkustikinstrumente wie Gitarre und Geige benutzt werden, also kein Synthesizer zum Einsatz kommt. Bei der Entstehung dieser CD hatte auch der Musiker Tippy Agogo einen großen Anteil, er kreierte mit ungewöhnlichen Mitteln neue Instrumente und Sounds. Die verschiedenen Percussionklänge, die stimmlichen Elemente, dies alles trägt dazu bei, eine ganz andere Stimmung hervorzubringen, als auf den früheren Produktionen. Die Stücke erscheinen mir wesentlich ruhiger, sind nach meinem Geschmack mehr etwas zum Anhören und Träumen für zu Hause, als für die Tanzfläche. Ausgenommen das Stück "Moon behind moon", welches mir auch auf Anhieb auffiel. Gesamt gesehen, ist diese CD hörenswert, aber für mich verwirrend, warum sie unter dem Namen AURORA SUTRA läuft. Es ist Patricia Nigiani gelungen etwas vollkommen Neues zu schaffen, aber warum wollte sie das?

A.A.

 

AVALIST - THE ENTIRE SILENCE - ALICE IN.../JSEMAPHORE

Stilistisch im Mittelalter anzusiedeln ist diese E.P. von AVALIST. Pompöses läßt bereits der Auftakt "Silence" erwarten. Langsam und ruhig geht es los, eine Pianomelodie trägt das ihre dazu bei, aufgemalt auf Streichersounds - und dann der Trommelwirbel. Das bestätigt dann auch Track 2 "Noise abatement", das ebenso mächtig wirkt wie erwartet, ergänzt durch einen Bläsersound und etwas Spinettartiges. Ein tolles Arrangement und gut durchdacht, wie ich finde. Dabei stört es nicht einmal, daß die Sounds eben doch echt elektronisch klingen, im Gegenteil. Die Nuancen in den einzelnen "Instrumenten" sind recht interessant. Es klingt halt nicht wirklich nach gewohnten Sounds. Im dritten Titel verwendeten AVALIST sogar gregorianische Gesänge, die dann den Eindruck des Mittelalters vollenden. Mit Pauken und Trompeten ist "The entire silence" wirklich eine gelungene E.P. und erinnert mich zeitweise etwas an Herrn Spilles - keine Ahnung wieso. Für meine Geschmacksbegriffe könnte etwas Gesang die Musik noch mehr hervorheben und mir die Stücke dann auch wirklich in meinem Kopf einbrennen lassen - aber das ist halt Sache des Geschmacks. Und noch ein P.S. an die Macher: Also Track 6 ist mir einfach zu ruhig, da hätte doch etwas mehr geschehen müssen!!

L.H.

 

ASYLUM - VENT - WORLD'S BEST / EFA

Diese Bandgeschichte ist schon einigermaßen kurios: Im Herbst '91 erscheint die erste Scheibe " Suckling The Mutant Mother" (mit tollen Stücken, keine Frage...), ein Jahr später der Nachfolger" Into The Web" und wiederum vergeht ein Jahr und die E.P "Breed" wird geboren. Und nun, drei Jahre und einige hunderttausend Bandumbesetztungen später, erscheint wieder etwas Neues von den Jungs aus England. Eigentlich hatte ich sie schon ad acta gelegt als eine Band, die einiges versprach, dann aber im Nichts verschwand." Vent" ist aber trotz der langen Pause eine konsequente Weiterentwicklung der ersten drei Werke und dem Hörer wird gleich mit den ersten Tönen eine kräftige Salve druckvoller Gitarrenriffs um die Ohren geschossen. Nichts für Zartbesaitete, oder vielleicht doch, denn auf" Vent" entwickelt sich die ganze Bandbreite der Grenzgänger, ihr "Asyl" suchen sie mal in eher metallenen Gefilden, mal im Tempo-Bereich, aber auch ruhige balladeske Gestade werden eben so wenig gemieden wie düster-atmosphärische Gothic-Rock-Gegenden. Dabei wird dem Ganzen der ultimative ASYLUM-Stempel durch Mark Soby's unvergleichliche Stimme aufgedrückt, der gute Mann wurde von der Natur mit einem Organ ausgestattet, das es ihm ermöglichen würde, selbst aus dem Wort "Butterblume" ein kraftvoll-düsteres Ereignis zu machen... Nicht alle Songs schaffen es, das angeschlagene Niveau zu erreichen und verlieren sich etwas, aber der Titelsong, "Turn Away" oder "The Flag" sind auch eine verdammt hohe Meßlatte. ASYLUM sind zurück und wer dies nach "Vent" immer noch verschläft, der befindet sich wohl schon im Winterschlaf. NOTE: 2

C.C.

 

Age of ignorance - "Zoom this sound" (Element Records/Immediate)

Netter Gitarren-Crossover, der sich aber leider nicht vom Sound der vielen anderen Gitarrenbands unterscheidet; sicherlich sehr tanzbar und durchaus hörenswert, aber es fehlt eben der gewisse Touch Originalität; Reinhören sei hier aber durchaus empfohlen. Als besonderen Bonus enthält diese CD einen 3D-Screensaver. A.D.

 

Astra Kid - "Planet der Affen" (Connected/PIAS/Tonhaus)

In einem Wort könnte man diese CD mit "guter Deutsch-Rock-Pop" beschreiben. Astra Kid erinnern mich ein wenig an Tocotronic oder auch die Sportfreunde Stiller, aber direkt vergleichen kann man diese Bands auch wiederum nicht. Astra Kid machen eingängigen Rock-Pop mit Ecken und Kanten, schönen Melodien mit Wiedererkennungseffekt. "Planet der Affen" ist bestimmt keine Easy-Listening-Scheibe, denn man sollte schon auf die Texte achten. Wer Tocotronic und die Sportfreunde Stiller mag, bei diesen aber den nötigen Biss vermisst, dem sei Astra Kid sehr ans Herz gelegt. A.D.

 

AGENT ORANGE - Just do it - MCD - Cut Music

Um ehrlich zu sein, ist mir bei "Agent Orange" etwas völlig anderes in den Sinn gekommen, aber sicherlich kein Hardrock, der sogar in irgendwelchen ZDF-Samstagabendserien zu hören ist. Schaut Euch einfach "Mit Leib und Seele" an, und ihr wißt, was hier bei mir gerade aus den Lautsprechern tönt. Ach was, vergeßt es einfach, AGENT ORANGE gehören mit ihrem "beinharten" (das stand wirklich so im Info!) Hardrock-Sound sicherlich nicht ins ENTRY. T.C. Note: 5

 

Agathocles - Humarrogance Morbid / SPV

Belgischer Grindcore, der angeblich total angesagt sein soll wird hier von der mir unbekannten Band Agathocles recht ordentlich rübergebracht. Für mich klingt der Sound eher ein bißchen veraltet. Egal wer auf Krach steht, der wird an dieser Band Spaß haben. 4 Stumpf

 

After Darkness - Murnan CD - Schreck Records /Subtronic/SPV

Das Debut-Album der Schweizer Vampirfans Orlok (vocals), Harding (guitar) und Knock (bass) ist dem deutschen Regisseur Friedrich Wilhelm Murnau gewidmet, der in den 20er Jahren u.a. den Klassiker "Nosferatu" schuf. Die CD beschäftigt sich dann auch ausschließlich mit dem Vampirmythos, wie Songtitel á la "Lestat" oder "Karloss" ja schon andeuten. Ja, ja, und ewig lockt das Klischee! Musikalisch haben hier eindeutig die Sisters im Frühstadium Pate gestanden. Ich will jetzt nicht soweit gehen, "After Darkness" als Kopie abzustempeln, aber einige Songs ("The Devil", "Karloff", "She fell away") liegen schon verdammt nah am Sisters-Sound, und da ist Epigonentum nicht ganz von der Hand zu weisen. Naja, wenigstens klingt das ganze sehr stimmungsvoll und auch einige Ideen finden Platz im Klangnetz. Wer einmal wieder Nostalgie-Luft schnuppern möchte, der sollte hier zugreifen, denn die bringen "AFTER DARKNESS" überzeugend rüber. Die CD wurde übrigens in ein stilvolles Digipack gebettet, dafür mein Lob. AX

 

Adrian Borland - 5:00 AM - CD Red Sunshine Records

Adrian Borland ist einigen vielleicht ein Begriff aus seinen Tagen in der Gruppe The Sound, die in den Achtzigern auf sich aufmerksam machten und prominente Fans wie Oasis und Fury In The Slaughterhouse haben. Die mir vorliegende CD ist nunmehr schon das 5. Soloalbum des Londoner Musikers. Die Platte ist eine Mischung aus Gitarrenrock und TripHop der 90er, hat aber ihren Ursprung in den 80er Bands wie Chameleons und Simple Minds, wie man deutlich in den Stücken "Stray Bullets" und "Kissing The Dark" hören kann. Die Lieder können überzeugen, wenn auch erst beim zweiten oder dritten Hören. Doch wer erst einmal Gefallen daran gefunden hat, der wird die CD auch gerne öfter hören. Die Portishead-ähnlichen Stücke wie z. B. "Dangerous Stars" oder "Between Buildings"sind eine Klasse für sich. Borland versteht es, Akustikgitarren perfekt mit den E-Drums zu kombinieren. Die Keyboards sind auf dem Album eigentlich komplett gut eingesetzt, was gerade für Waveanhänger ein Ohrenschmaus sein sollte. Allein die Stimme von Borland klingt ein wenig wie die von Michael Hutchence (INXS), besonders in "Redemption´s Knees", allerdings stellt das keinen allzu großen Minuspunkt dar. Also Fans der 80er, hört euch diese Platte an und entscheidet selbst, ich finde sie jedenfalls im Großen und Ganzen hörenswert. F.M. Note: 2

 

ACUMEN - TERRITORY MEANS THE UNIVERSE FIFTH COLUMN RECORDS/RTD

"Parental Advisory, Explicit Lyrics" steht da auf dem Cover. Logo, kommt ja aus dem prüden Amerika. Aber auch logo, weil das Überseelabel um die fünfte Säule (was sind wohl die ersten vier?) wieder eine drüben schon recht bekannte Crossoverband auf die (europäische) Menschheit losläßt. Konnten Acumen mich bereits mit ihrem Beitrag "Mike" für den "Forced Cranial Removal"-Sampler überzeugen, hält auch die Longplay-CD, was sie verspricht: Satte Elektronik und derbe Saitenspiele ergeben den allseits beliebten Metalcrossover, und erweitern die Sammlung um einen weiteren akustischen Totschläger. Dieser dürfte vielen zu metallastig sein, doch wer dies nicht als Abschreckung, sondern als Aufforderung auffasst, sollte mal in Stücke wie "Stone Farm", "Crazy Stalked Eyes" oder "Fuckface" hereinhören. L.S.

 

Absurd Adventures - Idealism Triton

Geil, das ist die erste Multimedia CD, die ich in den Händen halte. Die Bandinfos mit Fotos & Discographie sind klasse gemacht und besonders toll daran ist, daß sie auf meinem Rechner laufen!!! Nur bei den Videoaufnahmen der Songs "Nervous Breakdown" und "Die Wand" hakelt mein Kleiner etwas - aber das nehm' ich gern in Kauf. Ich find' es cool, daß immer mehr CDs auch eine CD-ROM Funktion haben. Von wegen Einblick ins Schaffen der Band & so...Das Schaffen von "Absurd Adventures" nahm 1994 in Bielefeld seinen Anfang, als sich drei Überbleibsel der ehemaligen Techno/EBM Combo ‚Experiment IV' zusammen setzten und mit einem Demotape ("to be in it's infinity") schnell Einzug in die Clubs der westfälischen Szene hielten. Schon 1996 erschien die Debüt CD "Ad Absurdum" und als Vorgruppe von "Apoptygma Bezerk" war der Aufstieg vorprogrammiert. Soviel zur Geschichte. Weiter geht's mit der Scheibe ‚Idealism'. Mal poppig, mal düster - abwechslungsreich sind die Elektrosounds auf jeden Fall und garantiert tanzflächentauglich. Musikalisch also eine echt nette Sache, das. Leider (und es tut mir immer weh, sowas zu schreiben) finde ich den Sänger der meisten Tracks, Roger Freis, nicht besonders toll. Die beiden anderen Bandmitglieder - Thomas Arensmann & Axel Rothkamm - singen ebenfalls in jeweils einem Track, traurigerweise haben auch sie ihre Qualitäten eher im Bereich elektronischer Arrangements denn im 'vocalen'. Scheint so, als wüßten die Drei um ihr Defizit, denn die Sangespassagen sind nicht sehr melodisch & bewegen sich eigentlich immer im engen Rahmen einiger weniger schlichter Tonfolgen. Dazu kommen die Texte, die zwar inhaltlich meinen Nerv treffen, bloß sind die ‚Lyrics' ziemlich unlyrisch & erinnern stellenweise an etwas wahllos aneinandergereihte Appelle. Schade drum, trotzdem glaub' ich, daß die Band wachsenden Erfolg haben wird, denn daß dazu die Musik oft ausreicht, sieht man an Beispielen wie Rammstein und (man möge mir verzeihen) Tilo Wolff (oder, wie mein Süßer ihn nennt "die alte Krähe"), bei denen es ja auch weder mit der Dicht- noch mit der Sangeskunst allzuweit her ist. Egal, wenn sie sich einen neuen Sänger & Songwirter(-helfer) suchen würden, hätten "Absurd Adventures" bestimmt das Zeug zur großen Liga. Wenn... TK

 

And Also The Trees - Nailed AATT / EFA

Um ehrlich zu sein ist alles, was mir zum neuesten Release 'Nailed' von And Also The Trees einfällt, ein ganz schlichtes 'Geht So'. Zum einen befindet sich nur ein wirklich neuer Song auf dem 7 Track Mini Album, der Rest besteht lediglich aus eher fragwürdigen Remixen oder Live Versionen, zum anderen habe ich schon lange keine Musik mehr gehört, die so uninteressant und völlig ohne Höhepunkte einfach nur vor sich hin plätschert, um am Ende wirklich gar keinen Eindruck hinterlassen zu haben, bereits nach zwei Stunden hat man spätestens vergessen, daß dieses Album überhaupt existiert. Wenn 'Nailed' wenigstens richtig schlecht wäre, könnte es immerhin noch gewisse Aufmerksamkeit erhalten, aber in seiner Unauffälligkeit verschwindet es einfach im Dunst der Veröffentlichungsflut und ward daraufhin nie mehr gesehen. H.M. Note:4

 

Amygdala - Memento Mori CD Hyperium/ Rough Trade

Im Rahmen der Reihe Hyperium New Classics wurde nun auch das Album "Memento Mori - A Mosaic of Transmissions in 9 Parts" von Amygdala veröffentlicht, und den Toten, oder eher dem Tod, wird auf dieser mystischen und ziemlich düster ausgefallenen CD reichlich gedacht. Rafaela Hermes und das ehemalige Ton Steine Scherben(!) Mitglied Dirk Schlömer schafften es, auf ihrem Debut eine Art Todessymphonie zu komponieren, welche die Elemente klassischer europäischer Musik mit denen völlig fremder Kulturkreise vereinigt und zu einem großen Ganzen zusammenfügt. So stehen lateinische Choräle, Schamanentrommeln, Gesänge orthodoxer Priester, das "Gayatri" aus dem Sanskrit, Symphonieorchesterpassagen, flächige Keyboardsounds und orientalisch anmutende Klänge einander gegenüber, vermischen sich, und führen in Sphären jenseits der schnöden Gegenwart. Von der Stimmung her erinnert mich "Memento Mori" übrigens zumindest teilweise an Wojciech Kilars atemberaubenden "Dracula" Soundtrack, ist ansonsten, wenn auch dunkler, im Stile von Stoa anzusiedeln. Mein persönlicher Favorit der CD ist "Datme La Muerte, Que Me Falta - Practising dying before death Pt.I", eins der sakraleren Stücke, die insgesamt gesehen auch wesentlich stimmungsvoller ausgefallen sind, als die eher orientalisch angehauchten. H.M. Note: 2

 

Amorphis - My Kantelle EP - Relapse Records/Nuclear Blast

Death-Metal moves... Nach dem neuen TIAMAT-masterpiece zeigen nun auch AMORPHIS, daß es für Death-Veteranen noch andere Auswege als Gothic gibt. Neben einer Akustik-Version des Stücks "My Kantelle" finden sich auf der EP (oder ist's eine Maxi?) vier Stücke, die lupenreinen Spacerock bieten. Als Richtung seien STROBE und vor allem MELTING EUPHORIA genannt, die mir spontan beim Hören dieser CD einfallen. Als Beweis dieser Einschätzung sei gesagt, daß AMORPHIS den Song "Levitation" von HAWKWIND gecovert haben, den ich jedoch leider nicht im Original kenne. Auf jeden Fall wabern in Hintergrund puper pychedelich piepende Synthies, die von pumpenden Bässen, klappernden Drums und klimpernden Gitarrren begleitet werden. Das alles wirkt sehr homogen und überzeugend. Der Akzent liegt jedoch etwas mehr als beispielsweise bei MELTING EUPHORIA auf Rock als auf Space, was aber kaum ins Gewicht fällt. Störend ist nur, daß wir es hier halt nicht mit einem ganzen Album zu tun haben, denn kaum ist man weggedriftet, ist das gute Stück auch schon wieder zu Ende. Da hilft nur: Song eins nicht mit einprogrammieren und den CD-Player auf Repeat stellen. R.I.R.Note: 2

 

AMORPHIS - ELEGY - CD, NB141-2 / NUCLEAR BLAST

Als ich die neue AMORPHIS zu hören bekam, mußte ich meine Enttäuschung sichtlich verbergen. Ich dachte an das Kult-Album "Tales from the thousand lakes"....was war geschehen? Nun, sie haben die düsteren Gefilde fast verlassen und sind ein wenig rockiger geworden. Hinzu kommt noch die alte String-Orgel, die einen Hauch von den 70ern verbreitet. Nach mehrmaligen Hören kam ich hinter das Geheimnis von "Elegy". Diese kurzen, prägnanten und auch recht flotten Melodien fraßen sich in mein Hirn und erinnerten mich an die Sounds eines alten Action-Adventures, daß es mal auf dem C64 gab - genial! AMORPHIS haben sicherlich nichts von ihrer verspielten Art verloren. Auch wenn sie nun in eine etwas andere Richtung tendieren, so wird ihnen die Fangemeinde treu ergeben bleiben...und ich ebenso! Hört Euch mal Stücke wie "The Orphan" oder "Better unborn" an und do the timewarp! T.C., Note: 2

 

AM TAG UNTER NULL - "Endstadt" Alice in... 008

Was meinen Ohren hier geboten wird, ist nun nicht gerade das Gelbe vom Ei. Auf dieser CD werden wirre Texte ziemlich schlecht vorgetragen, untermalt von langweiliger La-La-Musik. Meiner Meinung nach ist dieses Debut alles andere als gelungen, aber heutzutage darf ja eh jeder Musik machen. Wer sich diese CD kaufen möchte, sollte vorher unbedingt mal reingehört haben. Ob der Kaufwunsch danach noch vorhanden ist, ist mehr als fraglich. Tip an die Band: Üben, Üben, Üben! M.W.

 

ANGINA PECTORIS - Anguish - SPV

Das Intro "Seclusion" ist wie so oft ruhig und besonnen, bestückt mit betörenden, weiblichen Gesang. Bei den restlichen sieben Stücken stehen interessante Gitarren- und Klavierspiele im Vordergrund. Anguish ist eine eher ruhige CD mit düsteren Vocals. Dies ist bereits die vierte Veröffentlichung von Angina Pectoris. Sicherlich wird sie nicht als CD des Jahres gekührt, aber sie in den Verkaufsregalen zu lassen, wäre auch ein Fehler!

Michaela Böttcher

 

ARECIBO - Trans Plutonian Transmissions - Atmosphere / Rough T'rade

 

Interessant, welche Ideen manchen Musikern immer wieder einfallen. Aber Geräusche und Gespräche vom NASA-Space-Center zu sampeln und daraus ein Dark AmbientAlbum heraus zu entwickeln, ist schon außergewöhnlich. Wer B. Lustmord kennt weiß, daß es sich hierbei um ein Qualitätswerk handelt. Sphärische Weltraumsounds, cosmologische Soundmalereien und Gesprächsfetzen aus Raumfahrtmissionen werden durch den Sampler und den Effectprocessor geschickt. Wer Ambient mag, findet hier ein ruhiges und kreatives Werk. Eine Message steckt sicherlich nicht dahinter, aber es ist einfach schön anzuhören. Auf Plastik wurde auch hier bei dem Pak ganz verzichtet. Hierfür ein weiteres Lob.

Armin Kessel

 

ARMAGEDDON DILDOS - 07104 - Zoth Ommog/Semaphorc

Zoth Ommog hat allen Fans von ARMAGEDDON DILDOS mit dieser CD ein wahres Geschenk gemacht. Während die Band gerade mit Skinny Puppy- und Ministry-Produzent Fluffy in Amerika ihr drittes Studioalbum einspielen, hat Zoth Ommog eine Compilation alter, längst vergriffener Stücke veröffentlicht. Songs, die nur auf diversen Samplem zu finden waren, sind genauso auf der CD enthalten, wie unveröffentlichte Remixe, z.B. "Every Day Is Like A Sunday" (wurde nur in den USA veröffentlicht!). Erkennen kann man allerdings nicht, daß es sich um eine Coverversion von Morrissey handelt, da die Dildos das gute Stück auf brutalste Weise verändert haben. Man kann nur sagen, sehr gelungene Coverversion. Ein weiteres schönes Geschenk von Zoth Ommog: "07104" ist als Mid-Price-CD erschienen.

Michaela Böttcher

 

ARMAGEDDON DILDOS - Lost - Zoth Ommog

Daß die neue CD dieser Band von Fluffy, dem Produzenten von Ministry und Skinny Puppy, produziert wurde, ist überdeutlich zu hören. Die neuen Stücke der Dildos klingen sehr hart! "Lost" ist eine , Mischung aus Metal und Electro, wobei harte E-Gitarren immer wieder im Vordergrund stehen. "Lost" besteht aus 11 Songs, die für alle Gitarrenfreaks bestens geeignet sind. Mit ihrem neuen Werk verlieren die Dildos sicherlich ein paar ihrer alten Fans, gewinnen aber ganz bestimmt sehr schnell viele neue dazu. Die Möglichkeit dazu haben sie beispielsweise als eine der Gruppen, die im Dezember´94 bei der Zillo-Hallen-Tour dabei sind.

Michaela Böttcher

 

ARMAGEDDON DILDOS - Too far to suicide - MCD, Zoth Ommog / IRS

Uwe und Dirk von den Armageddon Dildos sind zurück aus Chicago, wo sie ihr neuestes Album LOST eingespielt haben, daß mittlerweile auch schon in den Läden erhältlich sein dürfte. Nun haben sie auch noch die erste Maxi-Auskopplung nachgeschoben - TOO FAR TO SUICIDE heißt sie. Die Dildos überraschen mit heftigem Industrial-Metal Sound vom Feinsten.

Momentan wird ja der Markt von derartiger Musik regelrecht überflutet, dennoch läßt sich die Spreu leicht vom Weizen trennen. Nicht jede Band kann mit so einem Potential aufwarten und hat so viel Zeit & Geld, um im Studio die nötige Feinarbeit leisten zu können. Da die Armageddon Dildos schon von Anfang an bei Zoth Ommog unter Vertrag sind, ist zumindest die finanzielle Seite klar. Alles andere liegt wohl am können der Dildos. Immerhin sind sie keine Anfänger mehr und das hört man auch.

Thomas Czernetzki

 

ARTEFAKTO Des-Construccion - Zoth Ommog/Semaphore

Etwas überraschend ist es schon, ausgerechnet in Mexiko auf eine recht gute Band zu stoßen, die düsteren Electro-Sound mit Industrial und ein wenig Crossover mischt. Nichts destotrotz ist diese CD ein gelungenes, abwechslungsreiches Werk. Das Album ist insgesamt sehr erfrischend. zwei Stücke "Akzion" und "La Differenzia" wurden von Sascha Konietzko von KMFDM bearbeitet.

Michaela Böttcher

 

AUTUMN - Terra Incognita 7", Autumn

Diese auf 300 Stück limitierte 4-Track Single mit Handmade-Cover läßt den Hörer in eine traumhaft poetische Odyssee einsteigen. Vergleiche mit den Legendary Pink Dots oder auch Endraum sind angebracht. Einige kennen vielleicht "Interludenight" vom "Electrope Vol. 1"-Sampler, wo die seit 1984 existierende Formation einen tollen, aber leider auch sehr kurzes harmonisches Intro präsentierten. Durch zahlreiche Tapes konnten sich AUTUMN bereits auch im Ausland aufmerksam machen und ernteten dort sehr gute Kritiken. Man konnte ihren Stil als Sureal-Cold-Wave Pop bezeichnen, produzieren sie doch textlich Tagträume und untermalen diese mit schwebenden und leicht poppigen Rhythmen. Der Song "Lalyraa" erzählt beispielsweise von einer Person, die im Zimmer sitzt und aus Tagträumen Ideen entspringen läßt. Dabei wechselt der englischsprachige Text ins deutsche. Atmosphärisch gut gemacht. Wer etwas abseits der harten Elektronik sucht, findet in dieser Single sicher den gewünschten Ausgleich. Prädikat: Wertvoll!

Armin Kessel

 

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