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| Archiv Rezensionen - B - |
BIGBANG – Frontside Rock´n Roll - WEA
Nichts Aufregendes, nichts Neues, nichts Exklusives und nichts Überzeugendes konnte ich beim Hören dieses Logplayers, der 3 Skandinavier finden. Sondern eher das Gegenteil: Eine nervige Stimme, ein platter Sound, manchmal etwas nostalgisch. Rock aber er rollt nicht. Da bleibt eigentlich nur eine Frage offen: Was soll das ?
Markus Freyer
Eine neue Rezi steht an, also Schublade auf, CD rein, Play-Taste gedrückt und... Panik geschoben, den Wasserrohrbruch gesucht und Aufatmen: Die CD beginnt mit äußerst realistischem Wasserrieseln. Der Blutdruck sinkt langsam wieder auf das Normalmaß und ich kann mich endlich ganz dem Hörgenuss widmen. Schon nach den ersten Klängen wird klar, welchen großen Vorbildern Beyond the Wall of Sleep huldigen, schimmert doch eine gehörige Portion Sisters-Spirit durch. Eingestreute Synths sorgen dafür, dass das Ganze nicht zu altbacken klingt, wirklich innovativ ist das allerdings nicht. Wer jedoch auf dem Standpunkt steht, wenn vom großen Original eh nichts neues mehr erwartet werden kann, ist eine gut gemachte Kopie durchaus akzeptabel, wird mit an dieser Scheibe sicher seine Freude haben: Ordentlich gemachter Düster-Rock für die schwermütigen Momente des Lebens, zwar nur bedingt geeignet für den Einsatz bei strahlendem Sonnenschein und 35 Grad im Schatten, aber als akkustische Untermalung eines trüben Herbsttages durchaus anzuraten. Anspieltipp: Black Daze - davon bitte mehr!
Contact:
Office beyond Sleep
c/o: Auf der Haag 36
D-52134 Herzogenrath
Germany
Andrea Scherr
Der Meister ist zurück und wie! Back to the roots heißt die Devise - mal rockig, mal sphärisch verträumt, allerdings selten zuvor derart warm intoniert. Oft schwebt die Stimme wie eine sanfte Umarmung im Raum, herzergreifend in ihrer sehnsüchtigen Intensität. Exemplarisch hierfür sei das Pixies-Cover "Cactus" genannt, das eine kaum zu ertragende Gefühlswelle zu erzeugen vermag. Bei aller Emotionalität kommen wieder die, besonders von seinen 70er Alben bekannten schrägen Schrubbelgitarren, überwiegend bei den straighteren Stücken, zum Einsatz und sorgen dafür, dass das Ganze bei aller Eingängigkeit nicht zu poppig klingt. Das verwundert allerdings nicht wirklich, wenn man weiß, dass Tony Visconti, der auch die Alben Low, Heroes und Young Americans produziert hat, auch hier wieder seine Hände im Spiel hatte. Für Bowie-Fans ist Heathen sowieso ein Pflichtkauf, aber wer bis dato keinen Bezug zum guten alten David hatte, findet mit dieser CD den perfekten Einstieg, um sich langsam in diese ganz legale Droge, sprich die Welt des "Chamäleons", hineinzutasten. Fazit: Ein geniales, berührendes Album und für mich jetzt schon eines der Highlights des Jahres - Gänsehaut garantiert!
Andrea Scherr
Black Symphony - TearsOfBlood - LP-CD (Promo) 56 Minuten
Aha, wieder eine Heavymetal-Truppe aus England...hören wir doch mal rein. Was einem da entgegenschlägt ist düsterer epischer Heavymetal der feinsten Sorte, gemacht von alten Musikerhasen, die ihr Handwerk verstehen. Das Werk kann sich ohne weiteres mit allen derzeitigen Veröffentlichungen messen. Sowohl von der Klangbreite als auch von ihrer Vielfalt. Genial auch die dezent eingearbeiteten Elektronikstücke, nicht zu aufdringlich, jedoch genau am richtigen Platz. Black Symphony machen ihrem Namen alle Ehre. Ich hoffe auch, daß wir noch viel von ihnen zu hören bekommen, mehr noch als dieses klasse, zweite Album verspricht. Einfach anhören und geniessen.
www.blacksymphony.com
KarstenV, 8/10 Punkten, Mai 2002
Boshetunmay - Signal - Dercho-Music
Noch nicht ganz druckreif wirkt das Album Signal. Entweder etwas unfertig oder stark gewöhnungsbedürftig schleppen sich die Songs über die Platte. Interessant gemacht sind manche der vereinzelten Highlights schon; zu Beginn fällt das fantasievolle Instrumentalwirrwar von Vote in Black auf und zwar angenehm, zum Ende hin wird mit dem zehnten Stück Personifiziertes Silikon noch mal Überzeugungsarbeit für Signal geleistet.
Die ganze CD über begleitet uns ein vocaler Bass weiblichen Ursprungs, ergänzt aber eher die Melancholie der Sounds denn uns mit wahrem Wohlklang zu erfreuen. Für Fans des trägen Genres sicher ein beschwingendes Album. Mir persönlich muss ja nicht alles gefallen. Reinhören sollte man mindestens. Oder warten. Das nächste Album, vernünftig produziert, könnte sogar richtig gut werden.
Sebo
BLIND PASSENGERS - RESPECT YOURSELF - MCD SPV
Pünktlich zur Fortsetzung der diesjährigen umfangreichen Destroyka Tour 96 flattert mir hier die aktuelle Singleauskoppelung "Respect yourself' der BLIND PASSENGERS ins Haus. Seit ihrem ersten Album "The glamour of darkness" haben die BLIND PASSENGERS einen radikalen Stilwandel vollzogen. Während ihr Erstlingswerk noch mit den Vorbilder der 80er liebäugelte, liegt das zweite Album "Destroyka" voll im Trend der 90er. Hip hop-, Metal- und Crossoverelemente beherrschen das Geschehen, Mit "Respect yourself" zeigen die Jungs von BLIND PASSENGERS, daß sie in der Lage sind, all diese Musikrichtungen unter einen Hut bzw. eine Headbangermatte zu bringen. Wer Zeit und Lust hat, mal so richtig abzurocken, der sollte es nicht versäumen, BLIND PASSENGERS einmal live zu erleben. Aufgrund der umfangreichen Tourdates dürfte für jeden etwas dabei sein.
K.F.
BARADELAN - THE 3RD AND THE FINAL - EIGENPRODUKTION
Die deutsche Ambient-Kombo "Baradelan", bringt in Eigenproduktion ihr Album "The 3rd And The Final" auf den Markt. Schon das merkwürdige, mit einer interessanten Beschreibung der eigenen Musik ("...a soundtrack for nighttime outdoor activities...") ausgeschmückte Booklet, lässt auf merkwürdige Sound-Collagen schließen, wie man es vom Ambient gewohnt ist. Und prombt geht es auch schon mit verzehrten "Kyrie Eleyson" -Gesängern los, und ein Album voller "Sturm-Samples" und Keyboard-Synthie-Schwaden nimmt seinen Lauf. So wie es meistens bei dieser Art von "Musik" ist, wird der Hörer darüber im Unklaren gelassen, was die Künstler mit ihrem Werk ausdrücken wollten. Naja, vielleicht hilft einem hier mal wieder das Booklet weiter, in dem man immer wieder die Phrase "Ambient Is Silence, HEAR IT LOUD!" lesen kann... Wie zu erwarten entpuppt sich die CD als nahezu perfekter Soundtrack für einen 80er-Düsterfilm, oder auch als schöne Hintergrund-Musik für den Chill-Out-Raum der nächsten Goa-Party...Die Mischung aus Moll-Klängen und Düster-Sounds wirkt auf Dauer eher nervtötend und ist für den durchschnittlichen Musik-Konsumenten kaum nachzuvollziehen. Hinzu kommt die Länge der Scheibe: Bis auf den letzten Track "Dämonische Leinwand" (?), der nur 3:12 in Anspruch nimmt, haben die Stücke alle Überlänge, wobei "Bunsoh" mit seinen 15:40 den Vogel abschießt. Das alles trägt dann dazu bei, dass diese CD zwar nur 6 Songs hat, allerdings ca. 64min. dauert! Meiner Meinung nach ca. 34min. zu lang, aber vielleicht lässt sich der ein oder andere Goa-Fan tatsächlich zum Kauf dieses Scheiblings hinreißen... (D.S.)
The Breath of Life - Lost Children, CD, Nr. HOS 043The Breath of Life - Shining, MCD - HOS 041Hall of Sermon/Eastwest
"Lost Children" - so heißt die zweite CD der belgischen band The Breath of Life. Bereits ihr Debüt "Taste of Sorrow" hat in der Presse außerordentlich gute Eindrücke hinterlassen und mit diesem Album wird es wohl nicht anders sein, denn es schließt fast nahtlos an seinen Vorgänger an. Höhepunkt ist wieder einmal die klassisch geschulte Stimme von Isabelle Dekeyser. Ihr faszinierender Gesang erinnert mich ein wenig an Kate Bush, Siouxsie & the Banshees oder Bel Canto, besticht durch Präzision, Kraft und Vielschichtigkeit. Auf 12 neuen Stücken, die allesamt wie der von Gilles Martin (TUXEDOMOON) produziert wurden, beweisen THE BREATH OF LIFE einmal mehr, wie offen und frisch Avantgarde-Musik sein kann, ja, ich würde sie sogar fast als "Easy Listening" bezeichnen, ohne jedoch abwertend klingen zu wollen. Gitarren, akustisch und elektrisch, Violine, Keyboards, Drums und Gesang, alles wird durch ein harmonisches Zusammenspiel zu einem ausgefeilten, nicht zu düsteren Gesamtbild ausgebaut. Eine schöne CD für zu Hause. Die etwas ältere Maxi "Shining" scheint dagegen noch ein Anhängsel des Erstlingswerkes zu sein und tendiert demzufolge etwas mehr in Richtung Gothic-Rock. Sie beinhaltet die Stücke "Shining", entnommen von der "Taste of Sorrow"-CD, "Taste of Sorrow", paradoxer Weise nicht auf dem gleichnamigen Album enthalten und das tiefschwarze "Kutna Hora", welches ein wenig an den Soundtrack von Bram Stoker’s Dracule erinnert. T.C., Note: 2
THE BREATH Of LIFE - Taste of sorrow - LC / Hall of Sermon
Recht unscheinbar sieht es schon aus, das neue Album vor The Breath of Life. Das gelbgrüne Cover der CD Taste of Sorrow täuscht doch ein wenig und läßt garantier keinen Gothic-Rock erahnen. Mit welcher Intensität die vier Musiker dieser Band jedoch hier zur Tat geschritten sind, ist für mich ziemlich schwer in Worte zu fassen. Die eigenwillige und trotzdem reizvolle Gesangstimme, der treibende Bass und die melodieführende Viola sind nur einige der vielen markanten Punkte, die diese CD aufweisen kann. Eigentlich ist es gar nicht verwunderlich, daß The Breath of Life in Belgien und Frankreich bereits einen Kultstatus genießen und sogar als die wiedergeborgen Siouxsie und the Banshees bezeichnete werden. Dieses Album wurde übrigens von Gilles Martin (Tuxedomoon) produziert und selbst Gunnar Eysel (Love Like Blood) hat ihm und der Band sein Lob ausgesprochen, in dem er von der aufregensten Gothic-Rock Veröffentlichung seit Jahren gesprochen hat.
Thomas Czernetzki
Belfhegor - Blutsabbath Last Epitaph
Belfhegor scheinen das Knüppeln in der Todesbleimusik erfunden zu haben, da sie einfach nur Prügeln und Kreischen, was das Zeug hergibt und das noch nicht mal schlecht. Die Band benutzt dabei auch, die in gerader dieser Metalart bevorzugten und topaktuellen, Musikstilmittel, wie Grunzen, Kreischen, heftige Gitarrensounds, "epische" Melodien und absolutes Highspeedgeschrubbe, was den Gedanken nahe legt, das dieser Silberling auf jeden Fall nur für Kenner und Gourmets dieser Sparte in Frage kommt, sonst stellt sich mir nämlich die Frage: Was noch mit der schönen Musik zu tun, die es noch vor ein paar Jahren gab und die jetzt langsam wiederentdeckt wird? J.K. 5
Behind The Scenes - Fragment Solar Plexus / Nova Tekk
Behind The Scenes - Fragment Solar Plexus / Nova Tekk Behind The Scenes ist das Projekt der beiden Herren Büntig und Melrow, die beide auch eigene Bands habe, doch ich habe leider verdrängt, welche das waren. Jedenfalls bieten sie auf ihrem Album "Fragment" Gitarren-Wave, der geschickt und gekonnt in Szene gesetzt wird - allerdings zeichnet sich das ganze nicht sehr durch Kreativität aus, weshalb überraschende Momente Mangelware sind. Das Album verbindet Wave mit ein paar Gothic-Elementen und einigen synthetischen Sounds und zeigt dabei kaum Schwächen, allerdings auch kaum Stärken. Behind The Scenes zeigen, daß sie ihr Handwerk beherrschen, und haben an alles, was ein Wave-Album braucht, gedacht - nur nicht daran, daß es vielleicht auch Hörer gibt, die auf einer solchen Platte etwas finden wollen, das neu oder unerwartet ist. Doch gibt es diese Hörer wirklich? Ich befürchte, daß mehr als genug Hörer mit einem solchen hübsch aufpolierten und unanstrengendem Produkt mehr als zufrieden sind. 3 Z
Beborn Beton Truth CD - Strange Ways / Inidgo Another World und MCD - Strange Ways / Indigo
Beborn Beton machen Synthie-Pop ohne dabei allzusehr über den eigenen Tellerrand hinauszuschauen: will heißen, daß sie sich in musikalischer Hinsicht, sehr enge Grenzen stecken. Spätestens mit dem letzten Album "Nightfall" haben sich die drei Essener aber in diesen Grenzen zur absoluten Spitze deutschen Synthie-Pops gemausert (sogar der werte Kollege Lambert mochte die Platte!). Mit "Truth" machen Beborn Beton auch genau dort weiter, wo sie mit "Nightfall" aufgehört haben: sie verschmelzen gefällige Sounds, hitverdächtige Melodien und fröhlich-glucksend blubbernde Synthies zu sehr ansprechenden Songs, die nur manchmal beiläufig an einem vorbeiplätschern. Die meisten Songs schmeicheln sich aber in des Hörers Ohr und sind dort nicht einmal mehr mit Wattestäbchen wegzubekommen. Meine persönlichen Favoriten sind "New Born King" und das auch textlich überzeugende, deutsch gesungene, schrecklich schön melancholische "Eisplanet". Doch auch Tracks wie das als Maxi ausgekoppelte "Another World" wissen zu überzeugen. Auf dieser Maxi sind zusätzlich zum Titeltrack, der in zwei Versionen vorliegt, auch noch die beiden Songs "The Truth" und die Ballade "Elaine", die nicht auf dem Album enthalten sind, veröffentlicht worden. Nachdem mir diese beiden Platten schon gut gefallen hatten, nahm ich die Möglichkeit wahr, mir Beborn Beton auch live anzusehen, und das war wirklich die Krönung. Live haben die Jungs echt gerockt und die Songs kamen viel treibender und einfach fetter rüber. Hätten sie "Truth" als Live-Album herausgebracht, wäre die Bewertung noch besser ausgefallen! Note: 2 Z
Beborn Beton - Concrete Ground Dark Star / Indigo
Nachdem im letzten Jahr bereits das Debut-Album "Tybalt" der Essener Electro-Popper Beborn Beton wiederveröffentlicht wurde, ist nun selbiges mit dem Nachfolgewerk "Concrete Ground" geschehen, das 1994 auf Subtronic veröffentlicht wurde. Weil diese beiden Alben schon lange vergriffen sind, auf den Konzerten aber immer noch stark nachgefragt werden, hat sich die Band entschlossen, diese nochmal auf dem Schwesterlabel Dark Star ihres jetzigen Labels Strange Ways herauszubringen. Im Wesentlichen wurde nichts an dem alten Material geändert, bis auf ein paar kleine, aber höchst delikate Kleinigkeiten: Grinsend erzählte mir Sänger Stefan Netschio: "Da ist jetzt auch das Anti-Carlos Peron-Sample bei Bountyhunter dabei - da hatten wir uns damals nicht getraut, das zu veröffentlichen..." Es handelt sich dabei um ein Filmsample, das als Reaktion auf die Probleme bei der Zusammenarbeit mit Carlos Peron verwendet wurde (s. Interview Entry Feb./Mär.) und folgenden Wortlaut hat: "Ich habe Señor Peron nur flüchtig gekannt und war zu keinem Zeitpunkt mit ihm befreundet." Obwohl "Concrete Ground" nicht den Produktionsstandard hatte, den die von José Alvarez produzierten Alben "Nightfall" und "Truth" erreichten, können die meisten Songs auch durch andere Qualitäten überzeugen. Meine persönlichen Favoriten sind das angesprochene "Bountyhunter" und das deutsche "Genauso Wie Ich". Als Schmankerl gibt es drei Remixe zu den Album-Tracks "Lost Little Robot", "No Promise" und der Coverversion "Being Boiled" und des weiteren den Bonustrack "Fortuneteller". Für jeden wahren Synthie-Pop-Fan, der dieses Album noch nicht besitzt, ist es ein Pflichtkauf und die wahren Beborn Beton-Fans, die es schon besitzen, werden wohl auch nicht darum herumkommen, sich diese Neuauflage zuzulegen! 2 Z
BAUHAUS - CRACKLE CD / Beggars Banquet Records
Nach "Best of" Alben und einigen Jahren aktiven Schaffens neigen Bands zu einem erneuten Abmischen oder zur wiederholten Aufnahme alter Songs. Besonders wenn das Geld knapp wird, ein Comeback oder ein neues Album in Planung ist. Wie die Lage bei BAUHAUS ist, entzieht sich meiner Kenntnis. Ich sehe lediglich, was ich sehe: Ein "very best of" Album der berühmt berüchtigten Band. BAUHAUS haben ihre alten Scheiben geplündert und die besten (so rein bekanntheitsmäßig) Songs zusammengestellt. Es finden sich Titel der vier Studioalben, Singleauskopplungen sowie Songs der Compilation Alben Vol. 1 & 2. Klasse, find ich, denn ich war nie ein Bauhaus Fan im Sinne von CD kaufen. Für jemanden wie mich (wenn man mit der Mukke was anfangen kann) also coole Sache - langweilig vermutlich für echte Anhänger der Kapelle. Aber Plattenfirmen sind schließlich auch nicht dumm: Auf nahezu jedem "best of" befinden sich geringfügig andere Mixe, leicht neue Versionen oder die ein oder andere Rarität. Auch hier. Also doch was für Vollzeitfans? TK
BAUHAUS - Archive (Musikvideo) - Beggars Banquet
Super! Hier darf ich nun ein wenig dieses Live-Feelings mitbekommen, welches die Besucher der legendären Konzerte von Bauhaus damals schon erleben durften. Neben den Kult-Stücken (Ist nicht jedes Bauhaus-Stück ein Kult-Song?) "Dark Entries" und "Passion Of Lovers" werden die Stücke vor allem mit einer Rahmenhandlung umgeben. In dieser Handlung begibt sich ein alter Mann verfolgt von einigen Jugendlichen in ein altes Gebäude und findet dort ein altes Grammophon, danach startet ein Filmgerät wo alte Live-Aufnahmen von Bauhaus abspielt werden, genial! Allein bis hier her, bekommt der Zuschauer schon das richtige Bauhaus-feeling. Die Bewegungen und die Motivation Peter Murphy's auf der Bühne sind schon ein echter Highlight. Leider geht das Video nur etwas mehr als 35 Minuten und man hat nicht die Clips "She's in Parties" und ,Bela Lugosis dead" auf dieses Tape kopiert. Zum Schluß werden noch Bilder und Videomitschnitte aus der Bandhistorie (`79 - `83) gezeigt. Für Bauhaus-Fans ein absolutes Muß und für jede Musikvideo-Sammlung ein edles Bonbon. Wer also nach dem Live-Album "Rest In Peace - The Final Concert" noch mehr Bauhaus Live-Performances haben will, sollte zugreifen.
Armin Kessel
BATTERY - Momentum - EP - COP Int.
Nicht jede Remix-Scheibe ist überflüssig und nur langweilig - man muß es nur geschickt anstellen. Die 7-Track Remix-EP "Momentum" ist nämlich nur als kleiner Appetizer für das kommende BATTERY-Album "Aftermath" gedacht. Namhafte Gestalten wie Hate Department, Heavy Water Factory oder Fishtank No.9 durften sich an den bekannten Songs "This much", "Betrayal", "Theme" und "Dopplegänger" einmal richtig austoben. Entstanden ist ein ausgesprochen facettenreiches Bild, das in keinem Augenblick den Pathos missen läßt, den man sonst von BATTERY gewohnt ist. Als besonders gelungen möchte ich den ruhigen "Dopplegänger"-Mix von Fishtank bezeichnen - ein wahrer Spielplatz der Gefühle. Weiteres Highlight ist der Non-Album-Track "Headcheck", der mit seiner kontroversen Dynamik die Begriffe Ruhe und Chaos neu definiert. TC Note: 1
Battery - Distance CD - Cop International/Semaphore
Ha, endlich mal wieder ein Album, bei dem es unmöglich ist, eine einzelne Schublade für die dargebotenen Klangmalereien zu finden. Gut so! Das Trio aus San Francisco konnte bereits mit den vorangegangenen Maxis und Alben vollends überzeugen, offeriert uns nun jedoch mit "Distance" ihr vorläufiges Glanzstück. Viele Bands erheben ja den Anspruch, abwechslungs- und ideenreiche Musik zu fabrizieren und kommen dabei doch über die Einheitsbreistufe nicht hinaus. Anders bei Battery, die den Hörer mit einer facettenreichen Palette elektronischer Musik konfrontieren, in der Art etwa, wie es Girls Under Glass mit ihrem letzten Album taten. Nicht, daß Battery wie Girls Under Glass klingen würden, nein, das nun überhaupt nicht: Gemeinsam ist den beiden Bands jedoch das gekonnte Betreten diverser Stil-Teppiche. Auf "Distance" finden sich sowohl mitreißende, clubkompatible Tanzhits ("Transit"), als auch ruhige, getragene Melancholietracks ("A Fate like this"), oder auch bedrohliche Soundtrack-Collagen ("This hideous strength"). Ebenso verstehen Battery es, Elemente aus den Bereichen Dark Wave, Techno oder auch Ambient und Experimental geschickt in ihr musikalisches Strickmuster einzuweben. Einer der Höhepunkte ist mit Sicherheit zudem die brilliant inszenierte Cover-Version von Coolio's "Gangsta's Paradise". Untermalt werden die Songs größtenteils mit dem ausdrucksstarken Gesang von Maria Azevedo, zuweilen bilden männliche Vocals einen hörenswerten Kontrast. Ein Album, was in keiner Sammlung fehlen. sollte. P.S.: Klasse Artwork! Note 1, AX
BATTERSHELL - Sunshine in Popopia - CD - NG Records
Hübsch sind sie ja, die beiden Mädels von BATTERSHELL aus New York (den männlichen Drummer lasse ich jetzt einfach mal außen vor), aber ob sie auch musikalische Qualitäten haben, zeigen sie auf dem aktuellen Album "Sunshine in Popopia". Sängerin und Frontfrau Tammy Lynn bezaubert durch ihre 1a Schmuse- und auch Quietschestimme (Hallo Heike!), erzählt von irgendwelchen Märchen und Geschichten, die man einer solchen Rassefrau sowieso nie abnehmen würde. Und deshalb gibt's auch noch Musik drum herum. Gitarrenpop lautet meine erste Prognose, doch BATTERSHELL geben sich weitaus schräger und abgefahrener, als ich dachte, Postpunk beeinflußt und vielleicht haben sie auch ein bißchen zuviel geraucht - wer weiß? Fazit: Es sind halt doch nicht die lieben, kleinen, unschuldigen Mädchen von nebenan.... T.C. Note: 2 (Aber nur wegen den Mädels)
BASTARD - USELESS BRILLIANT NOTHING plattenmeister/ efa
Ende letzten Jahres gab es im TV eine Derrick-Folge zu bewundern, in der es im weitesten Sinne um den Schrei ging, den wir alle in uns tragen. Selbstverständlich haben Stefan und Harry den Fall gelöst. Was das mit dieser Platte zu tun hat? Nun, das neueste Werk des Multiinstrumentalisten Marcus Giltjes scheint mir voll von diesen stillen Schreien zu sein, da brodelt es die ganze Zeit unter der Oberfläche, das fragile Songgebäude droht jeder Zeit einzustürzen. Nur selten läßt der BASTARD seinem Ausdruck freien lauf, wie zum Beispiel im Opener "Call" (tolles Stück). Meist tragen coole Trip Hop-Beats eine Songstruktur durch diverse Klangsequenzen, die genau so zerbrechlich wirken wie der teilweise nur geflüsterte Sprechgesang des Tüftlers. Eine nicht sehr leicht zugängliche Mischung bietet sich dem Hörer dar, denn diese Musik ist nicht vorhersehbar, zumal die kollageartig zusammengesetzten Klangbilder, die bei jedem eine andere Assoziation hervorrufen dürften. Daher ist es aber spannend, sich dieser Platte zu stellen, denn man erhält Einsichten in nicht alltägliche Klangwelten. Gut, das es so etwas noch gibt! CC
BARCLAY CAME HARDEST - d-fine hardhop - CD - High Gain Records
Der Titel ist hier volles Programm - "d-fine hardhop", das sind sägende Gitarren eingebettet in groovige Rhythmen, natürlich mit Sprechgesang. Der Sound an sich ist etwas lau geraten, Langeweile macht sich breit. Auch hier gilt wieder: Besser eine EP mit 5 gute Stücken, als ein flaches Fulltime-Album mit 12 Tracks. T.C.
BANLIEUE ROUGE - BANLIEUE ROUGE LP Mad Butcher Records
BANLIEUE ROUGE habe ich in der letzten Entry bereits als eine der herausragenden Bands des 'See you in Valhalla'-Samplers erwähnt, nun liegt auch schon deren neuste Platte auf Vinyl vor. Eine Art 'Best-of' mit Material der vorherigen Veröffentlichungen 'Au coeur de la tempete' (1994), 'Engrenages' (93), 'Que tombent les masques' (92) und 'En attendant demain' (91). BANLIEUE ROUGE spielen in erster Linie anspruchsvolle Punkmusik, doch beim mehrmaligen Hören fällt einem auf, daß bei den 16 Stücken stellenweise der Sprung zum frühen US-Gothic gar nicht mal so groß ist. Sicherlich haben auch CHRISTIAN DEATH & Co. mit ihrem Sound einen gewissen Einfluß ausgeübt. Mich hat's ziemlich überrascht! Und ich habe mich gleich in das Stück 'Kassandra' verliebt. Note: 2 T.C.
Babylon will Fall - An exhibition of depressions Alice in/Semaphore
Ein sehr interessantes Minialbum präsentieren uns Babylon will Fall mit ihrem Erstlingswerk "An exhibition of depressions". Die Bandbreite ihrer Songs reicht von melancholischen, sakralen Elektropassagen mit wabbernden Gitarren ("Love") hin zu harten agressiven treibenden Stücken ("Daydream"). Insgesamt ein gelungenes Werk, daß einen möglichen Weg des Gothics der 90er Jahre aufzeigt und auf mehr hoffen läßt. M.V. Note: 2 (-)
B-TON-K - SemiHum@nBeing Mental Ulcer Forges/NovaTekkekk
Alleine das Label sollte Eingeweihten bereits verraten, um was es sich bei dieser CD handelt, denn Mental Ulcer Forges ist ein Teil von Beton Kopf Media, das Label von und um Rudy Ratzinger. Um Mißverständnissen gleich vorzubeugen: B-TON-K ist kein Nebenprojekt von WUMPSCUT, Rudy hat lediglich Pate gestanden, aber auch hier und da mit Hand angelegt. B-TON-K ist atmosphärisch - dunkel - bedrohlich, ein Electro-Industrial-Projekt mit leichten Ambient/Ritual-Anleihen, das einige Höhepunkte hat und zu gefallen weiß, allerdings manchmal recht einfach gestrickt und wenig innovativ erscheint. Daher sollte man unbedingt vorher in diese CD reinhören! T:C. 3
BURIED ALIVE - THE DEATH OF YOUR PERFECT WORLD
Victory Records
Na wer hat denn da in der Entry-Redaktion rumerzählt, daß ich früher mal IRON MAIDEN gehört habe, oder wie läßt es sich erklären, daß ich auf einmal Heavy-CD’s rezensieren darf? Dabei ist das doch schon fast 15 Jahre her. Na ja, was soll’s, kommen wir zu BURIED ALIVE. Diese bieten 12 Stücke in 24 Minuten, woran der geneigte Leser schon erahnen kann, daß man erbarmungslos durch das Album geprügelt wird. Und so ist es denn auch, wir schlagen auf unsere Instrumente bis zum Abwinken. Zum Abwinken ist dann auch die CD. Sorry, aber so was haben KREATOR (als sie noch richtig hart waren) und ähnliche Bands vor vielen Jahren mindestens genauso originell rübergebracht, da brauche ich das heute sicher nicht mehr. Einziger Pluspunkt ist die Albumlänge, da hat man es als Rezensent schnell hinter sich.
Thorsten Kübler
BATZ WITHOUT FLESH - Initial Stages 1987-1989 - VUZ / Discordia
Batz Without Flash ist wohl eine der Bands aus Ami-Land, die kaum jemand hier in Europa kennen dürfte, zumindest nicht die jüngeren Generationen unter uns. Ich selbst kannte sie nur vom Hörensagen, bis mir nun diese CD in die Hände fiel. INITIAL STAGES heißt sie und umfaßt die beiden ersten, längst vergriffenen Vinyl-Werke, die "Batz Without Flash Mini-LP" und "A million bricks" - Also ein Compendium der Jahre 1987 - 1989. Diese Sachen schlugen damals Wellen in den Underground-Death-Discos, Kritiker verglichen sie mit SUICIDE, ALIEN SEX FIEND oder PORTION CONTROL. Dennoch haben Batz Without Flash ihren eigenen Stil entwicklen können, zwei weitere CD-Alben folgten 1991 und 1992. Mittlerweile wäre es also an der Zeit für neues Material ... warten wir es ab.
Thomas Czernetzki
BEL CANTO - Shimmering, Warm And Bright - Crammed Discs / EFA
Schon über zwei Jahre alt, scheinen die meisten diese CD des norwegischen Duos BEL CANTO erst jetzt wahrzunehmen. Nils Johannsen und die deutschstämmige Anneli M. Drecker schaffen es, eine Symbiose aus eingängigen Pop-Arrangements und betörenden weiblichem Gesängen herzustellen, ohne dabei in allzu Charts-gefährdete Bereiche abzudriften. Der Titel hätte treffender nicht sein können, schon das in leuchtenden Farben gehaltene Cover stimmt den Hörer auf 47 Minuten voll warmer, ansprechender Musik ein. Höhepunkte: "Summer", das auf einem Märchen von H.C. Andersen basierende "Die Geschichte Einer Mutter" sowie der Tanzflächenknüller "Spiderdust". Es stellt sich die Frage, weshalb die Band keinen Platz auf der "Heavenly Voices"-Compilation gefunden hat. Die Antwort wird jedoch sofort deutlich: BEL CANTO, zu deutsch etwa "Schöner Gesang", hätten sämtliche darauf enthaltene Bands in den Schatten gestellt.
Holger Meyer
BLACK LUNG - Silent Weapons For Silent War? - Machinery Records
Ungewöhnlich schöne, ruhige instrumentale Musik von einer ungewöhnlichen Formation. Johan Lieberkuch aus Neuseeland und David Thrussel aus Melbourne haben sich für dieses Projekt zusammengetan. Die Songs dieser CD verleiten zum Träumen; einschlafen kann man bei dieser Musik jedoch nicht. Im Hintergrund hört man plätscherndes Wasser oder beruhigendes Gemauze einer Katze, gemischt mit leichten, sinnlichen Klängen. Gleichzeitig wirkt die Musik durch düstere Elemente ein wenig bedrohlich. Die CD enthält 14 Stücke dieser Art und ist sehr empfehlenswert.
Michaela Böttcher
BLOCKHEAD - Trial Of Teas - Hall Of Sermon / SPV
Die Schweiz macht sich so langsam, was die Alternative Musik angeht. Ist doch neulich erst die HELVETIC ART COMPILATION erschienen, folgt nun das bereits vor 3 Monaten angekündigte Debütwerk einer der Gruppen, die auf ihm vertreten waren. Die Rede ist von BLOCKHEAD. Obwohl Blockhead bereits seit 1991 existieren, ist recht wenig von Ihnen hier zu uns rüber geschwappt. Lediglich ein Track auf dem bekannten Celric Circle Sampler attestierte die Existenz dieser Band. Und allein dieser Track versprach schon etwas Außergewöhnliches. Auf der einen Seite sägende Gitarren, harte Samples und eine kratzende männliche Stimme, auf der anderen intelligente Synthiearrangements plus einer ausdrucksvollen, klassisch ausgebildeten Frauenstimme. KEVIN LANCASHIRE und CAT NEMETH, bekannt auch als Touch El Arab Sängerin, sind die beiden Macher dieser extravaganten CD mit dem Titel "Trial of Tears" - Abrechnung mit den Tränen. Was der Name der Band auch schon andeutet, wird hier konstruktiv verarbeitet. Blockhead ist abgeleitet aus dem englischen Ausdruck "writers block" und bedeutet soviel wie die schöpferische Lähmung eines Schriftsteller. Mir gehts ab und zu recht ähnlich, z.B. wenn ich diese Plattenkritiken fur Euch schreibe. Dann höre ich einfach ganz schnell auf ...
Thomas Czernetzki