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Archiv Bücher - ABRAHADABRA

 

Rodney Orpheus - ABRAHADABRA - A beginner's Quide to Thelemic Magick -

 

„Ich habe das Buch nicht wegen Geld gemacht", stellte Rodney während unseres Gesprächs fest. „Ich habe in den Jahren so viel gelernt, daß ich es einfach an andere weitergeben muß."

Und dies sei zu Anfang gleich gesagt: wer Rodney Orpheus nur ein einziges Mal persönlich erlebt hat weiß, daß er an seinen Worten nicht zweifeln braucht. Rodney meint es genau so, wie er es sagt.

In ABRAHADABRA geht es, wie am Untertitel schon unschwer zu erkennen ist, um das System der thelemitischen Magick. Einer Synthese aus vielen verschiedenen älteren magischen und okkulten Lehren, denen ganz neue Teile hinzugefügt wurden, welche speziell für die Welt, in der wir heute leben, geschaffen und entwickelt wurden.

Wem das alles nichts sagt: das thelemetische System wurde maßgeblich von einem Mann geschaffen, Alester Crowley. Hierauf geht Rodney natürlich schon in der Einleitung seines Buches ein. Denn vermutlich gehen schon bei der Nennung des Namens die Meinungen auseinander. Aber die meisten haben halt nur etwas über Alester Crowley gehört. Rodney rät dazu, erstmal alle Geschichten über A. Crowley zu vergessen, weil letztlich 50 % totaler Quatsch ist. Dieses kann ich zwar nicht beurteilen, kann der Aussage aber mit halbwegs gesundem Menschenverstand zustimmen. Und, was ich für sehr wichtig erachte, ist der Hinweis des Autors, daß niemand Crowley „mögen muß“, wenn er in die thelemitische Magick eintauchen will. Aber selbstverständlich basiert ABRAHADABRA im wesentlichen auf der Arbeit Aleister Crowleys, anders kann es auch gar nicht sein.

Das Buch hat einen klaren Aufbau und ist in elf Kapitel unterteilt, wobei Rodney drei Schwerpunkte setzt: Meditation, Rituale und Philosophie. Diese Schwerpunkte nehmen jeweils mehrere Kapitel ein, welche sich dann der Reihe nach abwechseln. Auf eine Einführung in Yoga folgt die Beschreibung des ersten Rituals und hierauf ein erster Einblick in die thelemitische Kosmologie usw.

Inhaltlich bleiben erstmal keine Fragen offen. Rodney nimmt kein Blatt vor dem Mund und stellt manche Sachverhalte bisweilen recht drastisch und anschaulich dar. Und ich empfehle einigen Leuten nachzulesen, was es denn mit dem „Tu' was Du willst sei das ganze Gesetzt' auf sich hat.

„Tu' was Du willst", sagt Rodney, „heißt doch nicht jemanden zu töten. Das ist sowieso ein interessanter psychologischer Aspekt, für die Kirchen-Leute ist der erste Gedanke: töten." Dabei ist dies allerdings nicht gemeint. Gemeint ist vielmehr die eigenverantwortliche absolute Freiheit.

„Freiheit ist böse. Nur kontrolliert ist man nicht böse."

Und ich denke, darum geht es vornehmlich, wenn Staat und Kirche gemeinsam vor-wem-auch-immer warnen: um die Angst, die Kontrolle über die Schäfchen zu verlieren.

„Klar", sagt Rodney, „ich frühstücke einmal in der Woche kleine Kinder. Glaub' mir, es ist nicht einfach, Satanist zu sein und dabei vegetarisch zu leben. Er wäre witzig, wenn es nicht so traurig wäre. Die Journalisten, die diese Storys groß bringen, glauben es selbst nicht. Es sind die Kirchen. Weißt Du, da sind diese Sektenbeauftragten, wirklich schlimme Leute."

ABRAHADABRA ist bislang leider nur in englisch zu haben. Dies sollte aber niemanden abschrecken, denn mit einigen Jahren Schulenglisch und einem Wörterbuch zur Hand ist es überhaupt kein Problem dieses Buch zu lesen. Rodney Orpheus hat sich nicht nur bemüht, leicht verständlich zu schreiben, es ist ihm auch gelungen.

„Seit Jahren haben mich Freunde und Bekannte gefragt: 'was ist ein gutes Anfängerbuch?' Ich konnte es nicht sagen, denn es gibt keine. Und dann fragen sie mich, wenn sie etwas wissen wollten und irgendwann sagten sie: `Du erklärst sehr gut, Du solltest ein Buch schreiben.' Wenn sie jetzt kommen und Fragen haben, kann ich ihnen mein Buch geben."

Wann, wie und wo es eine deutsche Übersetzung geben wird, stand zum Zeitpunkt meines Gesprächs mit Rodney noch nicht fest. Sicher war nur, daß in den nächsten Monaten ein Freund von Rodney, welcher Übersetzer ist, mit der Arbeit beginnen wird.

Mein Fazit: ABRAHADABRA ist uneingeschränkt empfehlenswert. Wer sich also für die Materie interessiert, tätigt sicherlich keinen Fehlkauf. Allerdings, dies sei 'noch angemerkt, von Vorteil ist selbstverständlich, wenn der Leser schon über ein wenig „esoterisches Vokabular" verfügt.

Abschließend mein Dank und Gruß an Rodney.

F.H.

(Abrakadabra, A begitmers guide to tfielemic magick, erschienen bei Looking Glas Press, P.O. Box 8105, S‑104 20 Stockholm, Schweden.)

 

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