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| Magazin für Dark Music, Kult(ur) und Avantgarde |
| Archiv Rezensionen - C - |
Für alle, die bisher gedacht haben Computermusik klingt wie die Gameboy-Melodie der Super Mario Bros, ist diese Platte ein absolutes "Muss". "Dataseed" wird euch umhauen, denn sie klingt anders als billiges Computergepiepe !
Auch wenn cut.rate.box alle auf dieser Welt existierenden Sounds in einen Topf geworfen und einmal kräftig gerührt haben, "Dataseed" ist ein exklusives 11 Gänge Menü a la carte !
Der Koch des Ganzen war nicht nur innovativ in der Auswahl seiner Sounds, sondern auch in der Wahl der stimmlichen Würze. Schnelle Beats werden mit poppigem Gesang garniert und je nach Gang mehr- oder einstimmig variiert. Besonders bei "Enigma" ist die weibliche Note hervor zu heben, denn die Stimme klingt nicht nur mystisch sondern verdammt einfallsreich plaziert. Meine Wertung: Besten Dank an den Küchenchef und ich werde "Dataseed" wärmstens weiterempfehlen !
Marta Bock
36 Crazyfists - Bitterness the star
In Alaska ist es wohl bekanntlich sehr kalt und folglich sollte man dort wenigstens per Musik richtig einheizen. Die 4 Jungs aus dem hohen Norden lassen jedoch kochen ! (Autsch ! Achtung-Überhitzungsgefahr) Nu-Metal à la Slipknot mit gefühlvollen Passagen aber vor allem - mitten in die Fresse - kommt das Debutwerk "Bitterness the star" daher. Wer sich das Gejaule von Nickelback nicht mehr geben möchte und wem gut durchdachte Songstrukturen und Wechselbäder der Gefühle auch eine Gänsehaut über Rücken herunter laufen lassen, kommt an diesem Crazy-Werk nicht vorbei. "One more word" und "Slit wrist theory" sind 2 Songs aus diesem wirklich komplett gut gelungenem 13 Track 46 Minuten Album, bei denen ich besonderen Hörgenuss verspüre. Live konnten die Frostschmelzer schon mit Pro-Pain, Blink 182 , System of a down, Suicidal Tendencies uvm. ihre Bühnenerfahrung vergrößern. 36 verrückte Fäuste – in your face ! Wer sich als Nu-Metal Fan bezeichnet und sich diese Scheibe nicht käuft ist Selber schuld !
Markus Freyer
Coal Chamber – Dark Days - Roadrunner Rec.
Alles bleibt beim Alten. Wer Coal Chamber kennt, ahnt was ihn erwartet. Stilistisch hat sich nicht viel geändert und die 12 Songs mit einer Lauflänge von knapp 41Minuten werden nach einiger Zeit eintönig und langweilig. Einziges Highlight ist nur "Fiend" – eine sehr ansprechender Songs mit guten Melodien. Alles in Allem klingt Sie wie ihre Vorgänger, ohne sich in einem Punkt abzuheben.
www.coalchamber.com (12Songs - 41:16min)
Georg Henzel
Casual - fora - EP-CD, 30 Minuten December 2000
Eines muss man den Spaniern lassen, krasse Musik können sie machen! Vor allem für Designer-Pop verwöhnte mitteleuropäische Ohren wie die meinen. Da hat es mich fast vom Stuhl gehauen, denn der stimmlichen Intensität des Sängers kann man sich kaum entziehen. Selbst wenn man diese Musik weniger mag, geschweige denn nach dem Einlegen der CD erwartet. Kompromisslos, aber doch irgendwie eingängig, irgendwo zwischen Punk und Waverock. Sie singen hauptsächlich in spanisch, zeigen aber bei Songs wie Deathwish (Rozz Williams-Coverversion) auch, daß sie des Englischen mächtig sind. Der Frontmann Mon/a/la/Cova singt mit einer Wut/Verzweifelung, das es eine wahre Pracht ist, abrupte, unerwartete Drumssolos knallen einem um die Ohren, daß es nur so raucht. Die Stimme erinnert sehr an die ebenfalls spanischen Waverock-Helden Heros del Silencio.
Eigentlich braucht man gar nicht viel Worte über die CD zu verlieren. Hier kommt man garantiert nicht auf dunkle Gedanken, es sei denn, man versteht die Texte. Da aber in spanisch gesungen wird, dem nicht jeder mächtig ist, kann man nur schwer Einblick gewinnen. Selbst auf der recht gut gestalteten Webseite finden sich zwar die Texte, aber eben ohne Übersetzung. Das ist einer der wenigen Punkte, die ich hier als negativ empfinde. Man hätte der CD wenigstens die Texte bzw. eine englische Übersetzung beilegen können. Schade. Ein weiterer Punkt, der allerdings weniger auffällt ist, daß die Aufnahmen scheinbar kaum gemastert sind. Es könnte etwas voller wirken, mit geringem Aufwand hätte man hier dem Hörgefühl noch den gewissen Kick verleihen können.
Nichtsdestotrotz ein gelungenes Werk, das schwarzweisse Cover ist sehr spartanisch gestaltet und mit nur 30 Minuten Spielzeit kann man es gut als EP bezeichnen. Was dabei auffällt, sind die kurzen Zwischenstücke, die die Übergänge zwischen den eigentlichen langen Stücken erzeugen....denn füllen wäre hier das falsche Wort. Kurz und gut: kaufen hören, kaufen hören.....
Bin gespannt, was man von Casual noch zu hören bekommt, denn in Spanien hat sich genauso wie in Frankreich eine Musikszene etabliert, die sich den Teufel um Kommerz und Europop schert. Die einfach nur kreative Musik macht, weitab vom Durchschnitt.
www.casual-barcelona.com
KarstenV, 6/10 Punkten, Mai 2002
Crack Up – Buttoxin´ Bloom - Moonstorm Records
Viel gibt es zum neuen Album, dem mittlerweile 5ten, von Crack Up nicht zu sagen. Weiter so, Jungs. Mit 13 Songs und ein "Hidden Track" mit der Laufzeit von ca. 40min präsentieren uns Crack Up mit "Buttoxin´ Blow" einen abwechslungsreichen Longplayer der keine Wünsche übrig lässt. Fette Gitarren, super Gesang, schöne Melodien und eine qualitativ klare und druckvolle Aufnahme: Tipp am Rande: "Crack Up" gehen April/Mai 2002 mit "Pro Pain" auf Tour – unbedingt anschauen. www.crackup.de
Georg Henzel
Charon - Downhearted - SpineFarm
Nein, heute kommt unser Album des Monats ausnahmsweise mal nicht aus dem Hause Century Media, sondern von dem finnischen Label SpineFarm. "Downheartet" , so der Titel des neuen Albums der Metal-, Rockfomation Charon. Schon die Vorveröffentlichung des Songs "Little Angel" schlug in Finnland grosse Wellen, denn allein damit verweisen die vier Mannen um Frontman Juha-Pekka, alle Veröffentlichungen der vergangen vier Monate auf die hinteren Ränge. Dieses kleine Meisterwerk lässt wirklich keine Wünsche übrig, da schlägt sowohl das Metal- , wie auch das Rockherz zehn Takte schneller.
Der Silberling enthält insgesamt 11 Stücke. Den Anfang macht ein eher druckvoller, gitarrendominierter Song namens "Bitter Joy", der den Hörer sensibilisiert, auch bei den folgenden Stücken genauer hinzuhören. Ein gelungener Auftakt also, mit einer ebenso gelungenen Fortsetzung. "At The End Of The Day" fügt sich nahtlos an seinen Vorgänger an, bietet aber auch ruhigere Passagen, unterbrochen durch harte Gitarrenriffs. Der passende Rhythmus jedenfalls, um sich schon mal auf eines der vielen Highlights dieses Albums einzustimmen. Mit Craving ist der 1992 gegründeten Band ein weiterer Kracher in die Gitarren geflossen. Atmosphärische klänge, harte Gitarrensequenzen, getragen durch die eindringlich tiefe, melodiöse Stimme des Sängers. Ein Song mit Gänsehaut- und Hitpotential, und das Beste, was ich seit langer Zeit zu hören bekommen habe! Gleiches gilt natürlich auch für "Little Angel". Hier stimmt einfach alles. Die einprägsame Grundmelodie, geformt durch den ausdrucksstarken Gesang, der sich übrigens bei allen Stücken gegen die krachigen Gitarrenriffs behaupten kann. Ehrlich gesagt hatte ich beim ersten Hören die Befürchtung, dass spätestens jetzt der Einbruch folgen würde... aber, falsch gedacht. Das Tempo wurde nicht nur beibehalten, sondern noch um einige Beats erhöht – that´s rock´n roll!
Elf qualitativ absolut hochwertige Songs geben sich auf diesem Werk die Klinke in die Hand und mit dem "Sorrow Song" haben Charon auch noch eine gefühlvolle Ballade abgeliefert, die das unglaubliche Stimmpotential des Sängers noch einmal deutlich herausstellt! Unglaublich, was die fünf Finnen da vorgelegt haben und eine schwere Aufgabe für die Kollegen der klampfenden Zunft, dieses Meisterwerk zu toppen.
Mareike Meyer
Chandeen – Light within time - Hyperium
Trotz Minialbum sind 7 Musikstücke und ein Videoclip darauf vertreten, welcher natürlich nur mit einem CD-ROM-Laufwerk abspielbar ist. Mit den Heavenly Voices-Stücken kommen die CHANDEEN-Fans ganz auf ihre Kosten. Obwohl zwei Songs auf mich eher langweilig wirken, wird das den Erfolg wohl nicht mindern. Eine CD voll und ganz für Romantiker, vor allen Dingen das Stück „On Land", welches extra von Steve Rosch, in New-Age-Kreisen wohl bekannt, remixt wurde. Möchte man vielleicht seinen Kundenkreis etwas erweitern? Denn „On Land" klingt für mich absolut sphärisch. „Before Sunrise" und „Imagination" kann man gut als Pop-Wave bezeichnen und werden sich vielleicht zu Ohrwürmern entwickeln.
A.A.
Cyber Axis – The way I feel – Paradise Rising / Fire Engine
Irgendwann einmal kommt jede Elektroband an einem Punkt, wo sie sich überlegt, ob verstärkt Gitarren eingesetzt werden oder nicht. Leider entscheiden sich immer mehr für die härtere Gangart. So auch CYBER AXIS mit ihrer 4-Track-Maxi. Dadurch legen sie zwar das FRONLINE ASSEMBLY-Image der früheren Stücke ab, doch drängen sich schon bei dem Titelstück „The way I feel" Vergleiche zu den GIRLS UNDER GLASS auf. Auch die Stücke „System required" und „Perjury" vermitteln nach mehrmaligem Hören das Gefühl, daß wieder etwas geklaut wurde. Schade, nach so einer vielversprechenden 180-Grad-Wende hätte ich etwas mehr erwartet.
T. C.
Cyber Axis - Fool Energy / Paradise Rising - Fire Engine
Neulich in Dortmund... fanden sich ein paar hundert Leute ein, um eine Release-Party zu feiern. Was nicht allzu spektakulär begann, endete nach einiger Zeit in einer peinlichen Lachnummer, denn die Platte, um die es ging, war die neue Cyber Axis. Und die ist so grottenschlecht, daß Cyber Axis, die es sich nicht nehmen ließen, die neuen Songs live zu präsentieren, die Halle binnen kürzester Zeit leer spielten. Peinlich, wenn einem das eigens gekaufte Publikum davonläuft... aber immerhin wurde das gestrafte Publikum mit Promokrempel vollgestopft (ich hab´ jetzt endlich eine Giger-Jute-Tüte). Doch genug der lästerei: Hier geht es schließlich um die Musik. Und da kann man nur sagen, daß Cyber Axis jetzt unwahrscheinlich trendy sind, denn sie spielen auf Fools Energy lupenreinen Crossover mit ein paar elektronischen Spielereien. Crossover nicht in dem Sinne, daß sie EBM/Electro mit Gitarren paaren, sondern so richtigen MTVIVA-Crossover Das an sich wäre ja auch o.k., wenn Fool Energy wenigstens gut gemacht wäre, doch die CD quält sich von Song zu Song. Die Musik ist völlig blutleer und drucklos, weder aggressiv, noch schön melodisch. Diese Platte hat gar nichts, was mir eine positive Bewertung abringen könnte (mal abgesehen von dem kultigen Giger-Cover, aber das schmückt ja auch besagte Jute-Tüte), und es gibt nur deshalb nicht die Note 6, da sich CYBER AXIS immerhin um kritische Statements bemühen. Also gebe ich die Note 4 - 5 (aber eher 5!).
R.I.R.
The Cain Principle – Untitled – Dark Star / Indigo
Die vierte Veröffentlichung von T.C.P. bietet im Grunde genau das, was man bisher von diese Formation gewohnt ist. Man kann ihre Musik wohl am ehesten in die Wave-Pop-Schublade stecken. T.C.P. spielen den Pop, als wäre es das älteste auf der Welt alle 10 Stücke klingen irgendwie schwerelos, wobei ich dem 8. Stück „Dive" sogar noch einen leichten Ambient-Trance Mantel überwerfen würde. Diese Beschreibung steht ihm auch sehr gut. Leider brechen T.C.P. nicht großartig aus den Erwartungen heraus, was diesem Werk ein wenig den Rang abläuft. Denn auf die Dauer könnte man meinen, THE CAIN PRINCIPLE wäre etwas eintönig. Aber auf der anderen Seite haben sie einfach ihren festen Stil. Ach, es hat eben alles 2 Seiten. Wer Wave-Pop mag, liebt THE CAIN PRINCIPLE.
M.W.
CYTRON - NUCLEAR TRANCE / Spirit Production - Nuclear Blast
Eine geniale CD ist das Debut-Album des Projekts "CYTRON". Soviel gleich vorweg. Doch wer irgendwelche Rückschlüsse auf die Musik von Cytron aus der Tatsache, daß sie auf Mozart's Spirit-Label sind und auch von ihm höchstselbst produziert wurden, ziehen will, der liegt ein wenig falsch. Da ist es schon angebrachter, den Plattentitel zu interpretieren. Denn das, was CYTRON machen, ist der Ambient-/Trance-Richtung zuzuordnen. Erweitert werden diese flächigen, sphärischen Sounds um housige Parts, die dem Ganzen den nötigen Kick verleihen. Trotzdem wirkt die ganze CD sehr soundtrackmäßig und erschließt sich dem Hörer erst dann vollständig, wenn er sie vollständig durchhört und als Ganzes überblickt. "Nuclear Trance" ist `mal wieder eine CD, die im weiteren Sinne der Techno-Szene zuzuordnen ist und nichtsdestotrotz (oder gerade deswegen???) viele Elektroveröffentlichungen aus dem "schwarzen" Bereich locker in die Tasche steckt. Reinhören ist Pflicht für jeden toleraten Elektro-Fan! Note: 2
R.I.R.
CRIES OF TAMMUZ - DUMUZI AWAKENS - CD APOLLYON/EFA
Nach etlichen Samplerbeiträgen haben es die britischen CRIES OF TAMMUZ doch noch geschafft. Das Album `Dumuzi Awakens' steht nun und beinhaltet Aufnahmen der Jahre 94 & 95. Die Mannen rund um Paul Nemeth widmen sich ganz dem typischen Gothic der eigenen Lande, während sich die Texte um die Mystik des Nahen--und mittleren Ostens bewegen. Als Highlights seinen hier das vom `The Sun IV-Sampler bekannte Stück `Walk to war`, `Alchemist within` und `Phoenician Age` genannt. Ein gutes Goth-Album also, durch seine prägnanten Bassläufe und flächigen Sounds allerdings sehr eindeutig Fieldslastig. Note: 3
T.C.
Corvus Corax - "In Electronica - Zona extrema" Remixe - Falcone Music Verlag
Aus den Plattenregalen blitzt ein edles Cover in puren Chromfarben. Schwarzer Text und Relief und den vielversprechenden Subtitel "In Extrema" reizen sicher den verwöhnten EBM- und Electrofan. Leider hält das Werk nicht ganz, was es verspricht. Die Mixe teils bekannterer Formationen wie Beborn Beton oder Blind Passengers gehen zumeist vom Original getrennte Wege. Das dieses Prozedere nicht zwingend besseres aus bekanntem macht, weiß man und bekommt man leider auch auf dem Remix-Sampler wieder bestätigt. Vereinzelte Stücke sind phantasievoll arrangiert und vor allem rhytmisch - tanzbar - discotauglich. Im Verlauf jedoch verliert die Platte an Attraktivität. Innovatives wiederholt sich bis zur Abnutzung und die teils eher schweren Instrumente nerven schneller als dass sie langfristig beeindrucken. Schön der Dudelsack aber auch der passt nicht in jedes Arrangement und Zwang-Crossover a lá "Gitarre prügelt Synthie" ist auch nicht mehr so experimentell als dass man es nicht auch besser hätte hinbekommen kommen. Im Ganzen eine eintönige, teils frustrierende Platte mit wenigen Highlights. Nicht notwendig für DJs und überflüssig im Hörregal.
Sebo
CORVUS CORAX - Tanzwut - MCD
Angenommen, es gibt tatsächlich ein Leben vor dem Tod (und ob es das gibt!!!), verbringt man es angesichts dieser Maxi wohl besser auf der Tanzfläche, denn nicht zu Unrecht heißt das Stück ja "Tanzwut" und bringt selbst die einsamste Jungfrau zum hemmungslosen Abtanzen. Wie das geht? Mit einer brandheißen Mischung aus Mittelalter, Dancefloor und Industrial-Elementen. Unvereinbar? Von wegen! Das ist nur noch so neu, daß dazu noch keiner einen "schönen" Schubladen-Oberbegriff erfunden hat - obwohl "Middle Ages Dancesound" doch schon ganz cool klingt. Der Beschreibung nach hört sich das jetzt ein wenig nach Qntal an, ist aber eigentlich nicht sonderlich vergleichbar - soll heißen: härter, schneller, besser. Oder anders ausgedrückt: Haben Qntal den Gruftgespenstem einst gezeigt, was `ne Harke ist, zeigen CORVUS CORAX jetzt, wo der Hammer hängt. Eine Überraschung dürfte die neue Maxi besonders für diejenigen sein, für die CORVUS CORAX bereits seit einigen Jahren das Manifest ist für lebendige und tanzbare Mittelaltermusik: Genialer Sound ohne großenTechnik-Schnickschnack und sakrales Tralala. Und das jetzt eben auch Dancefloor-tauglich mit drei Tracks auf der Maxi: 1. "Die Balz", ein etwas verlängertes Intro, das den alten C.C.-Stil noch ein wenig erahnen läßt,
2. "Tanzwut", wo es mit coolen Beats und verschärfter E-Gitarre zur Sache geht, gespickt mit einigen Industrial-Elementen und schließlich
3. "Die Klage", die eigentlich keinen Anlaß zu selbiger gibt, und für ein B-Seiten Stück auch ziemlich gut `rüberkommt. Kaufen!!! That's it!
S.L.
COLLIDE - BENEATH THE SKIN - NIGHTSHADE PRODUCTIONS
Der Newcomerband aus den Staaten gelingt es durch karins glasklarer Stimme in Verbindung mit Statiks Fähigkeit, eine Symbiose aus Wave und Elektro zu erschaffen, und der Mithilfe einiger Gastgitarristen, ihre Vielfältigkeit unter Beweis zu stellen. Die Palette ihrer Stücke reicht von "Cybertec-Tanzstücken" bis zu atmosphärisch verträumten Songs. Weiterhin lebt die Musik von COLLIDE auch von karins surrealistischer Poesie, die sie stimmungsvoll auf diesem Album präsentiert. Der Besitz dieser Platte ist ein absolutes Muß sowohl für Freunde des Electros als auch der verträumteren Sachen. Note 2+
M.V.
COLLIDE - SKIN / Nightshade Productions - SPV
So langsam aber sicher geht mir dieses ganze Remixgedackel mächtig auf den Zeiger. Kaum ist die Fulltime CD "Beneath The Skin" erschienen, da wird direkt eine Remix-Mini-CD auf den Markt geschmissen. Auf dieser befinden sich sechs Versionen des Albumtitels "Beneath The Skin", sowie eine akustische Version von "Deep". Zugegeben: die musikalische Qualität von COLLIDE, die kaRIN's klare Stimme mit elektronischen Mitteln verbinden und somit einen Spagat zwischen Wave und Electro meistem, ist wirklich nicht schlecht. Auch sind für die Verwirklichung dieser MCD eine ganze Reihe bekannter Künstler zu Felde gezogen, nämlich cEvin kEy (wir sind ja in Gelsenkirchen...), Zip (Bigod 20), Phillip Boa, Bruno Kramm und Leute von Regenerator, aber dennoch ist mir nicht ganz klar, wer diese ganzen Remixe braucht. Ich jedenfalls nicht. Trotz killvin kEy.
L.S.
COLLAPSED SYSTEM - BERLIN 2007 - ZOTH OMMOG / SEMAPHORE
Diese CD erreicht beinahe die Kategorie: "Kennst Du einen (Song), kennst Du alle!". Das sie dann daran aber doch scheitert gedeiht Ihr natürlich zum Vorteil, trotzdem bleibt nach Genuß ein etwas schaler Nachgeschmack. Beinahe die ganze erste Hälfte der Platte verstreicht gleichförmig mit dem immer gleichen "Stampfrhythmus" und relativ einfallslosen Melodien. Keine Ahnung wie so etwas passieren konnte, aber Herrn Langermanns COLLAPSED SYSTEM) Ideenreichtum war wohl irgendwie eingeschränkt. Positiv fällt noch am ehesten auf, das die Songs nicht all zu lang sind. Der zweite Teil wird dann aber doch noch besser, die Stücke besitzen Charisma und erreichen ein ganz ordentliches Elektro-Niveau. Komplexe Harmonie-Strukturen oder komplizierteste Rhythmus-Sequenzen gibt es zwar immer noch nicht zu hören, Titel wie "Addiction" oder "Brain Breaker" bieten aber nett-schmissigen EBM, wenn's die überhaupt noch gibt. Letztgenannter Song kommt auch noch im "Elektro-Marx- Mix" daher, was bei mir die Frage aufwarf: Ist dies etwa versteckte Werbung für Herrn Langemanns Lieblings Elektro-Geschäft oder handelt es sich hierbei um die Cyborg-Version des Genossen Karl M.? Doch nein, weitgefehlt, das Booklet raubte mir sämtliche Illusionen... Nicht unerwähnt lassen möchte ich die Texte, die zwar ab und zu etwas holprig erscheinen aber wahrlich keine 08/15-Themen behandeln sondern durchaus engagiert sind. Prima Sache, wenn die Lyrics auch mal konkretere Dinge behandeln und nicht voll und ganz im virtuellen Cyber-Space die Orientierung verlieren, wie das ja gerade bei Elektronischer Musik häufig der Fall ist... NOTE: 4+
C.C.
COBALT 60 - ELEMENTAL - CD EDEL
Eines steht fest: Da COBALT 60 mit Elemental eine aus 12 Titeln bestehende Debut-CD veröffentlicht haben, die genau in die zur Zeit im Electro-Genre angesagten Strömungen einfließt, J. L. De Meyer (FRONT 242) nicht nur einfach einer der beiden Mitglieder der Band ist, sondern seine Vergangenheit per Aufkleber auf dem Cover vermerkt ist, dürfte dieser Formation den vorprogrammierten Erfolg so leicht keiner streitig machen können. Gnadenlos tanzbare Rhythmen, abgefahrene und bis ins Detail ausgefeilte Stimmkonstruktionen verknüpfen sich mit zum Teil wirren, zum Teil "technoiden" Soundkollagen zu einem Endprodukt, das besonders für die Diskothek geeignet sein dürfte. Ohne Zweifel liegt dem Hörer hier eine CD vor, die technisch und von den Arrangements aus betrachtet ganz phantastisch ist, ich denke jedoch das es eine grundlegende Problematik bei Neuformationen von Bands mit altbekannten Kultpersönlichkeiten ist, daß die Erwartungshaltung der meisten Fans und Hörer aufgrund der Vergangenheit einfach zu hoch ist und ich befürchte so geht es mir auch... Mein absoluter Favorit: "The Worried Well".
B.K.
CHASSALLA - PHOENIX - OUT OF THE ASHES - CD SPV
Bei dem Kasseler Quintett CHASSALLA ist der Titel der CD anscheinend Programm. Mit "Phoenix - Out of the ashes" durchlebt der Hörer ein Wechselbad der Gefühle. Teilweise kraftvoll, teilweise träumerisch verspielt, verspricht dieses Album eine musikalische Vielfältig, die besonders eindrucksvoll durch die betörende Gesangsstimme von Stephanie Kühn untermalt wird. Trotz der Vielschichtigkeit dieses Albums ist die musikalische Ausrichtung von CHASSALLA dem Genre Gothic-Rock zuzurechnen. Zwar scheut man sich nicht davor, Sampler und Keyboards einzusetzen, die Musik wird aber eindeutig durch die Gitarren von Frank Matthäus und Harald Bernstein getragen. Höhepunkt dieser CD ist sicherlich der Song 1943, dessen Thematik leider immer noch einen zeitgemäßen Bezug aufweist, ohne dabei in irgendeiner Form aufgesetzt zu wirken.
K.F
C-TEC - CUT - SPV/SYNTHETIC SYMPHONY
Das Projekt C-Tec, an dem solch illustre Leute wie Jean-Luc De Meyer (Front 242) oder Marc Heal (Cubanate) mitarbeiten, zeigt mit Cut, wie waschechter EBM sich anhören muss. Gleich mit dem düsteren Opener "Brutal", der schon vor der Veröffentlichung des Albums in einigen Diskotheken zu hören war, überzeugen sie auch Hörer, die mit den eigentlichen Bands der einzelnen Mitglieder nicht so viel anzufangen wissen. Besonders hervorzuheben ist der Titel-Track "Cut...Lacerate", der in seinen knapp acht Minuten (!) Vocals aus dem flämischen, englischen und französischen Sprachraum beinhaltet! Höchstinteressant. Auch Experimente, wie z.B. der Versuch einer Vermischung von Glam-Rock und Elektro "Gesellschaft", gelingen auf Anhieb, auch wenn sie nicht direkt auch gleich gefallen wollen. Für diese CD sollte sich der geneigte Hörer schon seine Zeit nehmen. Hat man sich jedoch erst einmal hineingehört, weiss sie nach jedem Durchlauf mehr zu begeistern und beweist einmal mehr, dass Leute wie De Meyer und Heal absolute Vollprofis in ihrem Bereich sind, was dem Album allerdings fast (!) zum Verhängnis wird, sprich: Es ist stellenweise einfach zu glatt, ein paar Ecken und Kanten oder schlicht und einfach Überraschungen hätten ihm gutgetan. Ich will hier aber nicht meckern, würde mir beim Anhören dieser Scheibe eh viel zu schwer fallen. Daumen hoch! D.S.
Mit "Hyper Martyrium" liefern Centurion ein kraftvolles Werk ab, das durchaus ebenso Fans von Kapellen wie Crimson Glory, Grave Digger oder anderen härteren Power Metal-Bands begeistern könnte, aber auch bei Anhängern von Bands der noch "etwas" härteren Gangart, wie z.B. Grip Inc. oder den Klassikern S.O.D. wahrscheinlich durchaus Anklang finden wird. Sehr schnelle und gewalttätige Parts paaren sich mit einer gesanglichen Mischung aus hellen, um nicht zu sagen schrillen Vocals und tiefen, wütenden Grinds. Eine abwechslungsreiche Mischung, die man sich aber öfter anhören muss, und für die man schon immer innerlich ein reges Interesse gehegt haben sollte, zumal es nicht eine einzige Ruhepause zwischen Reißern wie dem Titeltrack, dem heftigen "Into The Arena" oder dem schleppenden, aber durchaus donnernden "Call Of The Blood" zu vermerken gibt!
Callenish Circle - Graceful...Yet Forbidding
Wieder einmal haben die Holländer nach The Gathering und After Forever eine vielversprechende Band ans Licht gebracht. Callenish Circle, die mit ihrem Debutalbum "Drift Of Empathy", produziert von Han Swagerman (The Gathering - Always), und ihrer 2. Mini-CD "Escape" relativ im Verborgenen blieben, scheinen nun mit "Graceful...Yet Forbidding" ihren Durchbruch erlangen zu können. Agressive Vocals und schnelle Bässe gepaart mit melodischen Gitarrenparts und einigen wenigen Keyboardklängen, verleihen den Songs einen traurigschö- nen Touch. Ein Album, das man vom ersten bis zum letzten Track durchhören kann, ohne jegliche Eintönigkeit zu entdecken. Auf jeden Fall eine Empfehlung für Freunde des Melodic Black Metals.(nl)
THE CRAMPS - BIG BEAT from Badsville - CD - Hiss and Hearse Music / BMI
Ist das Rock’n’Roll? Das ist Rock’n’Roll, das ist Psychobilly....! Interior Lux und Poison Ivy sind wieder zurück, um den Leuten gehörig in die Ärsche zu treten. Welche Band kann schon von sich behaupten, über 3 Jahrzehnte Musikgeschichte geschrieben zu haben - THE CRAMPS natürlich. Nicht immer klangen sie so "artig" wie auf "Big Beat from Badsville", schließlich geht das Alter auch an ihnen nicht spurlos vorbei. Doch das hat nicht viel zu sagen. Sie können noch immer abrocken, was das Zeug hält. Ihr Sound geht einfach ins Blut, egal ob man will oder nicht. Plötzlich fängt der Fuß an zu wippen, die Finger trommeln im Takt auf die Tischplatte, oder der Oberkörper ist nicht mehr zu halten. THE CRAMPS haben in all den Jahren rein gar nicht von ihrem Zauber eingebüßt. Im übrigen werde ich mich dafür einsetzten, daß der Soundtrack zum nächsten Quentin Tarantino-Film von den Cramps kommt, so! T.C.Note: 1
THE CRACK OF DOOM - SOUND OF ANCH (CD - Divension Christine / EFA)
Oh Mann, entweder hat diese Band eine Menge Mitglieder mit den unterschiedlichsten Musikgeschmäckern, oder aber man weiß noch nicht so recht, was man denn nun machen möchte. So findet man ansprechende Wavestücke mit weiblichen Vocals und Mittelaltertouch (‘Rose Dance’ & ‘METAchrome’) neben unspektakulären Gitarren-Gothic Stücken, die unnötiger Weise in Richtung Heavy tendieren (‘Apocalypse’ & ‘Dark Tower’) und die erzeugte Atmosphäre immer wieder zerstören. Dabei geht es doch auch besser, wie die Hymne ‘Chalice Of Salvation’ beweist. Doch wenn man wenig später von Gitarrensoli, wie sie die SCORPIONS nicht besser hätten hinlegen können, aufgerüttelt wird, fragt man sich schon, was die Musiker damit aussagen wollen. Für weiteren Abwechslungsreichtum sorgen solch düstere Epen, wie ‘Metachrome II’ und ‘Octagon’, bevor man zum Ende hin wieder zu wavigen Gefilden zurückkehrt und gar die guten alten SISTERS streift. Für meinen Geschmack leider zu viel Kreuz und Quer (Crossover?) ohne richtiges Konzept.Th. K. (Note: 3)
THE CHEMICAL BROTHERS - HEY BOY HEY GIRL (MCD - Virgin)
Die Big Beat Stars CHEMICAL BROTHERS wagen mit diesem eingängigen Stück einen ernsthaften Angriff auf höhere Chartsregionen. Und dieser Angriff dürfte auch erfolgreich verlaufen, zu schnell setzt sich dieses vom Aufbau einfach gestrickte Stück Musik im Kopf des Hörers fest. Selbst Szene-DJ’s werden an diesem Song nur schwer vorbeikommen (hallo Tom). Die beiden zusätzlichen Songs sind leider nicht viel mehr als schmückendes Beiwerk.Th. K.THE CHURCH - Hologram of BaalCooking VinylWas gibt es schöneres als eine Kultband aus den 80ern, die sich auf der einen Seite weiterentwickelt hat, aber immer noch zu ihrem unverkennbaren Sound steht? Die Indierocker sind auf ihrem bereits 11ten Album ruhiger (und auch älter) geworden, der damalige Glamour ist verschwunden, und man gibt sich mit dem zufrieden, was das Leben so mit sich bringt. Die Gitarren sind größtenteils immer noch recht schmutzig und verhallt, ebenso die Vocals, und man schwelgt in Erinnerungen an eine vergangene (Waver-) Zeit, eine Zeit, an die man sich gerne erinnert, auch wenn man nicht genau festmachen kann, warum überhaupt. Die getragenen Keyboardflächen und der prägnante Gesang Steve Kilbeys bilden das i-Tüpfelchen auf "Hologram of Baal" und sind Ursprung der unterschwelligen Melancholie, die immerzu mitschwingt. Einfach schön.... TC 1
Chlorine - "Primer" (Time Bomb Recordings/BMG)
Durchaus radiokompatibler Gitarren-Rock-Pop, wie man ihn jetzt quasi überall hören kann. Viel mehr kann man zu "Chlorine" nicht sagen, ausser, dass alle Tracks Ohrwurmqualitäten besitzen und auch sonst ganz schön abgehen. A.D.
CULTURE CLUB - YOUR KISSES ARE CHARITY - MCD - Virgin
Und auch der CULTURE CLUB meldet sich inklusive Boy George zurück. Die Freude ist groß, den mit dem lockeren Reggae-Beat, holt sich der Grufti von Welt die Sommer- und Urlaubsstimmung in seine Gruft, ohne sich den schädlichen Strahlen der gleißenden Sonne aussetzen zu müssen. Juhu!
Thorsten Kübler
CATHEDRAL - SUPERNATURAL BIRTH MACHINE CD Earache/IRS
Große Augen bekam ich, als ich kürzlich das neue CATHEDRAL-Album in den Händen hielt, denn ich erinnere mich noch gut daran, daß ich 15 Jahre alt war, als ich deren erstes Album in die Finger bekam. Stolz wie Oskar war ich, denn CATHEDRAL waren irgendwie was Besonderes. Doch dann änderte sich so nach und nach mein Musikgeschmack, und CATHEDRAL gerieten in Vergessenheit. Und jetzt liegt "Supernatural Birth Machine" in meinem CD-Player, und das alte Feeling kommt wieder in Erinnerung. Auch CATHEDRAL haben sich weiterentwickelt, sie sind psychedelischer geworden, ohne vom Doom wegzurücken. Teilweise findet man Parallelen zu Bands wie MONSTER MAGNET oder KYUSS, nur daß CATHEDRAL halt düsterer sind. Das heßt aber nicht, daß sie sich wie so viele andere Bands des Genres dem Gothic angenähert haben. Im Gegenteil, vielmehr klingen sie jetzt noch mehr nach Bands wie z.B. den alten BLACK SABBATH (hui-buh!!). Schön, daß es so etwas noch gibt. Note:2 R.I.R.
Catamenia - Halls Of Frozen North Massacre Records/Intercord
Hinter Catamenia verbirgt sich eine neuej, 6-köpfige Black-Metal-Band aus Finnland, die hier mit "Halls of frozen north" ihre Debut-CD vorlegen. Bedrohlich düstere Metal-Gitarrenriffs und dezent eingesetzte Keyboards bilden das Grundgerüst dieser CD. Der für diese Musik typische Gesang zieht sich durch das gesamte Album und ist leider nicht ganz mein Geschmack, aber es gibt eine Menge Freunde diese Stilrichtung und diese werden an der Platte ihre wahre Freude haben. FM 3
Cat Rapes Dog - Fuck Nature ERCD 092 Energy Records/SPV
Hey, was habe ich mich gefreut, als diese CD von einer meiner Lieblingsband ins Haus schneite... dafür war die derbe Enttäuschung nach dem Hören um so größer! Zum ersten lagen keinerlei Infos dabei, so daß ich gar nicht weiß, ob es sich um eine MCD oder um eine CD handelt... es handelt sich hier um 7 Tracks, wovon der Titelsong in 3 verschiedenen Versionen erscheint. Für eine MCD also viel, für eine CD wohl etwas zu wenig... An sich hört sich "Fuck Nature" gar nicht mal übel an, nur den "Lobtec Mix" hätte man sich besser sparen können - reiner Tekkno übelster Sorte! Dafür kann man den "Blackbird Mix" als das beste Stück dieses Siberlings bewerten. "Jesus swallows" erinnert mich äußerst an ein älteres Stück von ihnen (wobei ich leider nicht sagen kann, um welches es sich handelt, da der gute Herr Wehmeier noch immer meine ganzen CRD-CD's hat! - Hier ist die offizielle Bitte um Rückgabe!). Auf jeden Fall empfinde ich diesen hohen Erinnerungswert schon mal als sehr negativ. Auch wenn ich die Stimme des "neuen" Sängers als passender empfinde, so muß ich doch zugeben, daß der weibliche Gesang nur klingt, wenn beide Stimmen gemeinsam ertönen. Abschließend sei gesagt, daß ich, abgesehen von wenigen Ausnahmen, denke, daß diese CD ein Schritt zurück für Cat Rapes Dog ist! M.B., Note: 3
Cat Rapes Dog - The secrets of God (Album) Motorman (CD-Single) Vision Records/Rough Trade
Cat Rapes Dog sind zurück (siehe auch Interview in dieser Ausgabe). Das Album steckt voller dreckiger, harter, energiegeladener, guter Songs. Wie man das halt von Cat Rapes Dog gewöhnt ist. Die Single "Motorman" enthält einen Remix von S.P.O.C.K den man sich unbedingt anhören sollte. Ansonsten gibt es nicht viel mehr zu sagen, denn Cat Rapes Dog geben ja eigentlich schon eine Garantie für gute Musik. 2 AD
CASUALTY PARK - SMOKE (CD - Frank Mark Arts, Zugspitzenstraße 53, 85551 Kirchheim)
Laut Presseinfo spricht für das US-Duo CASUALTY PARK ihr origineller Sound. Naja, mir kam der im poppigen Wave mit deutlichem Synthie-Einschlag anzusiedelnde Sound eher äußerst unspektakulär, um nicht zu sagen einschläfernd, vor. Lediglich die teilweise schon recht stark an DEPECHE MODE's David Gahan erinnernde Stimme hält den Hörer bei der Stange, ansonsten ist doch eher gepflegte Langeweile angesagt. Die Musik plätschert so vor sich hin, die teilweise eingestreuten Effekte wirken eher deplaziert und es ist nicht ein Stück auszumachen, daß ein wenig heraussticht. Aber vielleicht ist dieser Sound auch lediglich zu anspruchsvoll für mich ... ich werde die CD mal als Gute Nacht Musik antesten. Th. K.
Casualty Park - Telepathy Frank Mark Arts
Dies ist eine weitere Veröffentlichung des mir bis vor kurzem unbekannten Labels Frank Mark Arts. Anscheinend scheinen die Macher dieses Labels nicht daran interessiert zu sein, Musik herauszubringen, die einfach zu konsumieren ist. Zwar ist dieses Album wesentlich leichter zugänglich als das von Roman Leykam und Frank Mark (Rezi in diesem Heft), aber auch nichts für den kleinen (musikalischen) Hunger zwischendurch. Die Atmosphäre dieses Albums erinnert mich (mehr als die Musik selbst) etwas an Nick Cave oder an And Also The Trees. Die Songs sind zumeist sehr getragen und beziehen ihre Spannung durch das Zusammenspiel von Gesang und Musik, der besonders Baß und Gitarre ihren Stempel aufgedrückt haben. Mir waren sowohl die beiden Musiker Martin Birke und Aaron Kinney als auch ihre Band Casualty Park unbekannt, obwohl sie schon seit Jahren zusammen arbeiten und "Telepathy" bei weitem nicht ihre erste Veröffentlichung ist. Informationen hierüber findet man auf der Homepage der Band, die sich ebenfalls auf der CD befindet (eine schlaue und zur Nachahmung sehr zu empfehlende Idee!). Dort findet man neben Infos, Texten und reichlich Bildern auch ein Video der Band. Sowohl die Musik als auch das Konzept drum herum gefallen mir ziemlich gut - diese CD könnte für den ein oder anderen auf verschieden Arten inspirierend sein. 2 Z
Vom ersten Eindruck sollte man sich nicht täuschen lassen... Also sehe ich relativ gelassen über das mainstreamig-poppige CD-Cover hinweg und bemühe mich, geflissentlich auch die äußerliche Ähnlichkeit der beiden Musiker mit sogenannten "Britpoppern" zu übersehen. Nachdem ich die Scheibe sinngemäß im CD-Player plaziert habe, gelingt es ihr -aller Vorurteile zum Trotz- doch wenigstens, meine Aufmerksamkeit zu wecken. Die Band besteht aus zwei Musikern, Richard Davies und Eric Matthews die, wie eigentlich alles, was in diesem Jahr irgendwie hip ist, aus London kommen. Sie praktizieren einen ziemlich abwechslungsreichen Stilmix, negativ daran finde ich lediglich, daß der Stil auch innerhalb eines Songs von träumerisch- versponnen zu fast Marschmäßigen Trompetenklängen wechselt. Seichte und bunte Lieder, die zumindest als nette Hintergrund-musik tauglich wären, werden von Drums- und Trompetenlastigen Songs abgelöst und der willige Hörer kriegt wenig Chancen, sich in eine - wie auch immer geartete - Stimmung fallen zu lassen. Auf's dritte Hören fand ich Nummer fünf und sechs am schönsten, die sicherlich Platz auf irgendeiner Mixkassette finden werden. Im Gesamten also für meinen Geschmack zu bunt, zu leicht und zu lalela. Als Nebenbeimusik sicher ganz tauglich und für eingefleischte Anhänger von Oasis, den Beatles oder 60er-Jahre-Hippie-Sounds sicherlich eine Bereicherung der Sammlung.lilli
CAMOUFLAGE - THIEF (MCD - Virgin)
Daß ich das noch erleben darf, eine neue Maxi von CAMOUFLAGE und das auch noch in Originalbesetzung. Wer hätte das gedacht? Älter sind sie geworden, klar, aber auch ruhiger. Wer einen Hit wie 'The Great Commandment' oder 'Love Is A Shield' erwartet, wird enttäuscht werden. 'Thief' kann vielmehr durch emotionale Tiefe überzeugen. Warme Keyboardsounds dominieren das Stück, dazu die unverkennbare Stimme, einfach schön. Das zweite Stück 'Isolation' kommt ganz ohne Gesang aus, erinnert an atmosphärische Filmmusik. Die folgenden drei Remixe von 'Thief' bieten hingegen keine großartigen Änderungen gegenüber dem Original, weitere neue Stücke wären mir da lieber gewesen. Th. K.
Camouflage - "Spice Crackers" CD 74321 292612, Vielklang
Bevor ich mir diese CD anhörte, hatte ich Probleme Camouflage mit Indie zu verbinden. Ich war der Meinung, die beiden Hamburger wären doch eigentlich viel zu kommerziell für unsere Leser. Ich habe mich mal wieder völlig geirrt. 14 wunderschön experimentell poppige Stücke, die jedem Synthie-/Wave-Fan das Herz höher schlagen lassen werden. Eigentlich viel zu gut, um es in Worte zufassen. Ich bin vom Kunstwerk Musik, welches Camouflage hier geschaffen haben, vollauf begeistert. Stellenweise verträumt und romantisch, teilweise mit aggressiven, sehr gewöhnungsbedürftigen Strukturen spielt sich dieses Album in das Herz des Hörers. Spice Crackers bietet für jedes Ohr etwas. Mein absoluter Tip für diesen Monat! M.W.
Calva Y Nada - Das Böse macht ein freundliches Gesicht Hyperium/Rough Trade LC 3132
Lange genug drauf warten mußte man ja schon, auf das neue Werk von Calva Y Nada... Dafür präsentiert der gute Konstantin mit "Das Böse macht ein freundliches Gesicht" 16 saugute Songs. Und wer lange gewartet hat, wird belohnt! Wie üblich sind die Texte in Deutsch und in Spanisch. Die Stücke sind recht gut tanzbar und textlich setzt man sich, zumindestens in den deutschen Texten, wieder mit sozialkritischen Themen auseinander (Spanisch beherrsche ich leider nicht so gut...). Hier wird uns endlich mal wieder gezeigt, daß man gute, elektronische Musik auch ohne nervige Gitarreneinsätze, irgendwelchen Tekkno-Elementen und ähnlichem Gedöns produzieren kann. Habe ich, aufgrund fast aller Veröffentlichungen im elektronischen Bereich aus der vergangenen Zeit der Elektro-Musik schon fast den Rücken gekehrt, so beweist mir dieses gute Stück, daß doch noch nicht Hopfen und Malz verloren ist. Auch wenn man Calva Y Nada immer wieder heraushört, so ist diese CD einfach Pflicht für jeden, der die Glatze und Nichts bisher gemocht hat. Note: 1 +, M.B.
CALVA Y NADA - Die Katze Im Sack - Hyperium/Rough Trade
Mehr als ein Jahr nach dem grandiosen "Monologe Eines Baumes"-Opus melden sich CALVA Y NADA mit der 28 minütigen CD "Die Katze Im Sack" zurück. Die erste Überraschung: Brenal hat sich für die sechs enthaltenen Stücke nicht etwa, wie gewohnt, mehr oder weniger skurrile Titel ausgedacht, sondern der Einfachheit halber von 1 bis 6 durchnummeriert. Ansonsten ein CALVA Y NADA-Werk, wie es typischer nicht sein kann: Der noch recht experimentelle erste Titel wird gefolgt von "Die Katze Im Sack 2", ein Stampfer, wie ihn nur diese Band produzieren kann; der legitime Nachfolger zu "Rascheln" und "Der Sturm", welcher, trotz des ausgedehnten Intros, noch druckvoller als auf "Monologe ..." ausgefallen ist. Danach noch zwei avantgardistische Stücke, wie gewohnt von überdurchschnittlicher Qualität.
"Die Katze Im Sack" stellt ein Muß für jede Elektroniksammlung dar, die Synthese aus ungewöhnlichen Arrangements, eingängigen Techno-Beats und die unverwechselbare Stimme machen CALVA Y NADA für mich zur Nr. 1 unter den deutschen EBM-Bands. Nur einen Nachteil hat diese CD: Die interessanten Texte sind dieses Mal leider nicht abgedruckt.
Holger Meyer
CALVA Y NADA - Palpita. Corazon, Palpita - Hyperium
Ja, sie hat lange auf sich warten lassen, die neue CALVA Y NADA. Nun steht sie in den Verkaufsregalen. "Palpita. Corazon, Palpita " heißt sie, was soviel bedeute, wie "Schlage, mein Herz, Schlage". Eine Frage, die sich sofort aufdrängt, ist, ob Calva Y Nada einen würdigen Nachfolger zu den bisher veröffentlichten Alben geschaffen hat, da ja die letzte Mini-CD "Die Katze im Sack" die Erwartungen der Fans nicht unbedingt erfülllen konnte. Und doch, es scheint Brenal und seinen Mannen gelungen zu sein. Wie ein roter Faden zieht sich das "Leid der Menschen" als Hauptthema durch alle Titel. Viel weitläufiger und verspielter als zuvor schaffen es Calva Y Nada, durch massiven Avantgardistischen Elektronikeinsatz, die Freunde von tanzbaren EBM-Klängen in ihren Bann zu ziehen. Doch ist "Palpita. Corazon, Palpita" keineswegs ein Album, das man mal eben so hören könnte. Es ist nicht leicht zu konsumieren und das werden Calva-Fans auch zu schätzen wissen.
Thomas Czernetzki
Call - Flesh CD, Con-Sequence/Discordia
Call stehen auf Ketten, Lack und Leder, bevorzugen Sado-Maso-Spiele und machen Musik. Eine wahrlich abgefahrene Mischung also, um in den S/M-Fetisch-Szene Aufmerksamkeit zu erregen. In den einschlägigen Clubs werden Call bereits seit ihrem Debüt "Domina" rauf und runter gespielt, "Love in chains" ist zum Kulthit avanciert. "Flesh" heißt das nun erschienene Nachfolgealbum. Trotz des eigenen Stils lassen sich ihre Ursprünge, man denke z.B. an Die Form, nicht leugnen, vor allem nicht, wenn man verstärkt ein Auge in Richtung Minimalismus, sprich Dive, Klinik etc, geworfen hat. "Flesh" ist wesentlich aggressiver und auch abwechslungsreicher als sein Vorgänger geworden. So sind 5 der 12 Tracks reine Elektronik-Instrumentalstücke; dunkel-bedrohliche Soundtracks wie "Morphia" oder "Procession", die im richtigen Moment gehört sogar das Blut in den Adern gefrieren lassen. Sie bilden die ruhigen Pole des Albums. Härter geht es da schon bei "Torture", "Devote Slave" oder dem Titelstück "Flesh" zur Sache. Krasse, Leaether Strip-ähnliche Disortion, ausgefallene Samples, zusammengesetzt zu Melodien mit massig Disharmonien und abgrundtiefen Bässen, die ein noch nie dagewesenes Gesamtbild erzeugen. Hört mal in "Feel it in the flesh" und "Torture" rein - es lohnt sich. T.C., Note: 1 Call - Flesh CD, Con-Sequence/Discordia Call stehen auf Ketten, Lack und Leder, bevorzugen Sado-Maso-Spiele und machen Musik. Eine wahrlich abgefahrene Mischung also, um in den S/M-Fetisch-Szene Aufmerksamkeit zu erregen. In den einschlägigen Clubs werden Call bereits seit ihrem Debüt "Domina" rauf und runter gespielt, "Love in chains" ist zum Kulthit avanciert. "Flesh" heißt das nun erschienene Nachfolgealbum. Trotz des eigenen Stils lassen sich ihre Ursprünge, man denke z.B. an Die Form, nicht leugnen, vor allem nicht, wenn man verstärkt ein Auge in Richtung Minimalismus, sprich Dive, Klinik etc, geworfen hat. "Flesh" ist wesentlich aggressiver und auch abwechslungsreicher als sein Vorgänger geworden. So sind 5 der 12 Tracks reine Elektronik-Instrumentalstücke; dunkel-bedrohliche Soundtracks wie "Morphia" oder "Procession", die im richtigen Moment gehört sogar das Blut in den Adern gefrieren lassen. Sie bilden die ruhigen Pole des Albums. Härter geht es da schon bei "Torture", "Devote Slave" oder dem Titelstück "Flesh" zur Sache. Krasse, Leaether Strip-ähnliche Disortion, ausgefallene Samples, zusammengesetzt zu Melodien mit massig Disharmonien und abgrundtiefen Bässen, die ein noch nie dagewesenes Gesamtbild erzeugen. Hört mal in "Feel it in the flesh" und "Torture" rein - es lohnt sich. T.C., Note: 1
CALL - Obsession - CD - ConSequence Records
Was hab' ich mich gefreut, endlich die neue CALL Scheibe in den Händen zu halten.... Aber Ihr kennt das ja sicherlich, wenn man privat etwas gebeutelt ist und einen kleinen Durchhänger hat, da gefällt einem dann überhaupt nichts mehr, man ist einfach nur noch total unzufrieden. So war ich beim ersten Durchhören etwas benommen und gar nicht mal mehr so glücklich. Wie auch immer, CALL erfordern zumindest einen gesunden und ungetrübten Verstand. "Obsession" ist nach "Domina" und "Flesh" mittlerweile das dritte Album über die sado-masochistischen Phantasien und Ausschweifungen vom Macher D.Percht. In altbekannter Manier fabrizieren CALL elektronische Schläge abseits aller Normen. Neu ist der verstärkte Einsatz von Gitarren. Dadurch wirken die Songs nicht mehr ganz so steril und klar, eher etwas verschwommen, zum Teil auch etwas härter, was ich nicht unbedingt als Fortschritt sehe. Natürlich beinhaltet "Obsession" auch potentielle Nachfolger der Tanzflächenfüller "Flesh" & "Feel it in the Flesh", nämlich "Lady of death" und "Mutilation". T.C. Note: 2
C17H19N02 - terra Damnate CD - Fifth Column Rec. Europe/Rough Trade
Hinter diesem wirren Bandnamen verbirgt sich John Bergin (Trust Obey). Nachdem ich diese CD gehört hatte, mußte ich mich erst einmal wieder besinnen, um in die Realität zurückzufinden. Warum? Weil das hier gebotenen Klangszenario mich unwillkürlich in urgewaltigste Höllenschlunde hinabgerissen hatte. Mr. Bergins Tonierungen scheinen aus den Tiefen von labyrinthischen Abgründen seiner menschlichen Psyche zu kommen, bietet er hier doch musikalische Endzeit pur, morbider Sound für die Phasen vor, während und nach der Apokalypse. Der Titel ist Programm! Schleifende Rhythmik, nagende finstere Monotonie - Parts und Vocals mit Gänsehauteffekt beschwören eine Phantasmagorie von namenlosen Grauen herauf. Schepper -, Säbel - und Glockengeräusche, Pauken-versehene, orchestrale Instrumentals und gesampelte Schreie, die Dir klar machen, der Tod wartet in jeder Ritze. Soundtrack-Industrial, aus dem es kein Entrinnen zu geben scheint, ruhig aber wirkungsvoll. Ein atemberaubender Genuß für Freunde beklmmender Klangatmosphären, gönnt Euch die Begegnung mit der Endzeit. Note: 1 AX
CYAN - FICTION (CD - Off Beat / SPV)
Mit 'Fiction' geht CYAN sowohl einen Schritt nach vorne, als auch einen Schritt zurück. Nach vorne deshalb, weil es eindeutig sein bis dato bestes Soloalbum ist, ein Schritt zurück, da es sich mehr denn je nach THE ETERNAL AFFLICT anhört. Tanzbare elektronische Musik trifft auf Cyans aggressiven Gesang und schöne Melodien. Das Rezept, mit dem halt auch THE ETERNAL AFFLICT schon ihren Erfolg begründet sahen, dürfte nun auch Cyan solo zu größerer Popularität verhelfen. Zusätzlich sorgt ein Schuß moderner Big- und Breakbeat dafür, daß sich das Album auf der Höhe der Zeit befindet. Ganz nebenbei findet man hier dann auch endlich den Szenehit 'Die Vögel' auf einem CYAN-Longplayer wieder. Einen Anspieltip neben 'Die Vögel' zu geben fällt schwer, da sich sämtliche Songs auf einem gleich hohen Level bewegen. Einzig zu erwähnen wäre da vielleicht noch das abschließende rund zehnminütige 'Underwater World', das über die gesamte Laufzeit eine unvergleichliche und nur schwer zu beschreibende Atmosphäre versprüht, was sicher nicht nur an dem verwendeten Original-ETERNAL AFFLICT-Sample liegt. Tip des Monats! Th. K. (Note: 1)
Cyan "Rage" CD Offbeat
Nachdem Cyan im ersten Halbjahr mit dem Album "True" ein erfolgreiches Comeback gelungen ist, erreicht uns diese Tage sein neues Album "Rage". Neben Remixen von "Like a flow" und "Kick it out enthält die CD auch den 97er Remake von "San Diego" sowie zwei Versionen von "ring of light", das sich bereits zu einem respektablen Club-Hit entwickelt hat. Das Konzept von Cyan ist auf den gnadenlosen Einsatz in den Clubs ausgerichtet. Hämmernde Beats, schroffe Gitarrensamples und dazwischen Cyan´s nöliger Gesang. Im Gegensatz zu den alten Eternal Afflict- Produktionen fehlen die stimmungsvollen Momenten und die übergreifenden Melodiebögen. Das Album ist nicht schlecht, bringt aber im Grunde wenig neues. Note: 3 Kai
CUT - MILLIONAIRHEAD (CD - Virgin)
Müssen diese fetten Aufkleber immer sein? Schön, nun wissen wir also, daß der Sänger von CUT auf den Namen Ray Wilson hört und die Stimme von STILTSKIN und GENESIS ist. Ja und? Was sagt uns das über die Musik? Zumindest in diesem Fall bürgt der Name für Qualität, irgendwo zwischen SOUL ASYLUM und den aufgelösten STILTSKIN bewegen sich die Gitarrenpopsongs auf 'Millionairhead'. Dazu gibt es mit dem gelungenen Cover von 'Space Oddity' eine Huldigung an Wilsons großes Vorbild DAVID BOWIE. Th. K.
Current 93 - Soft Black Stars World Serpent Distribution
Tatsächlich fühle ich mich ein wenig unwürdig, ein Current 93 Album zu besprechen, zählt David Tibet doch ohne Widerspruch zu den Künstlern, die jenseits von Gut und Böse und jeder Kritik erhaben seit Jahren perfekte Arbeit leisten... Wie kaum anders zu erwarten, stellt auch Soft Black Stars erneut eine Sternstunde im Schaffen Tibets dar, der sich mit dieser CD fast völlig auf Piano und sehr leise klassische Instrumentierung beschränkt, wodurch seine ungewöhnlich klaren Vocals noch mehr in Szene gesetzt werden. Es scheint unmöglich, das Album nebenher zu hören, es verlangt - und bekommt automatisch!- volle Konzentration und Aufmerksamkeit, man kann sich der Magie des gesprochenen Wortes einfach nicht entziehen. So stört es auch nicht weiter, daß die Titel der einzelnen Stücke im sparsam gestalteten Booklet des wunderschönen Digipacks nicht bekannt gegeben werden, bis auf den nun bereits legendären 'A Gothic Lovesong' läßt sich also keines der übrigen Stücke namentlich identifizieren. Soft Black Stars ist in meinen Augen eine sehr, sehr traurige, nachdenklich stimmende, aber wunderschöne, filigrane und zeitlose Metapher für Schönheit und Zerfall, Schein und Sein, Alpha und Omega,... Note: 1 H. M.
CURRENT 93 - Of Ruine Or Some ßlazing Starre - Durtro/Discordia
Der 21. Januar dieses Jahres wird in die Musikgeschichte eingehen. Warum? Dieser Tag sah den Release des oben genannten Meisterwerkes. Epen wie "Nature Unveiled" waren nett anzuhören, "Swastikas For Noddy" und "Earth Covers Earth" waren herausragend und das letzte Studioalbum "Thunder Perfect Mind" bedeutete den Höhepunkt des bisherigen Schaffens von CURRENT 93. Es stellte sich sicher nicht nur mir die Frage, wie Tibet dieses Werk übertreffen sollte, Und dennoch: er hat es geschafft. Im Klartext:"Or Ruine..." gestaltet sich noch sanfter, noch zarter und noch feinfühliger als der ohnehin schon sehr ruhige Vorgänger. Filigrane Gitarren, der schon fast als schüchtern bezeichnende Gesang David Tibets und kaum wahrnehmbare Hintergrundgeräusche, die den einzigen Bezug zu den nur schwer zugänglichen Frühwerken herstellen. Darüber hinaus bietet dieses Opus, wie immer, interessante Texte sowie ein phantastisches Artwork."Of Ruine Or Some Blazing Starre" ist für mich jetzt schon das Album des Jahres und ich bezweifle ehrlich, ob CURRENT 93 jemals in der Lage sein werden dieses Album zu übertreffen.
Holger Meyer
Covenant - "Tour de force" - Maxi (Dependent/SPV)
Covenant - "Tour de force" - (Depentend/SPV)
Was soll man zu Covenant eigentlich noch sagen ? Jeder Song ist irgenwie ein Hit... so auch "Tour de force". Ich muss aber hinzufügen, dass ich der Meinung bin, dass sich die tracks von Covenant langsam aber sich immer ähnlicher werden, was nicht heissen soll, dass sie auch schlechter werden, aber trotzdem kann man sich an immer den gleichen Sound irgendwann auch mal satthören. Nichtsdestotrotz eine geniale Single-CD
AD
Condition One - "Mirror of Liberation" - (Calyx records/Nova Tekk)
Condition One sind ziemlich neu auf dem Synthpop-Markt. Umso mehr war ich überrascht, daß sich die Jungs vor anderen artverwandten Bands nicht verstecken brauchen. Großartiger Synthpop, der sofort ins Ohr und auch ins Bein geht. Sehr zu empfehlen ist das, auch als Single veröffentlichte, "Black Skin". Es ist sicherlich nicht verwunderlich, daß mich diese CD ein wenig an Depeche Mode erinnert, aber das ist bei Synthpop-Bands eben so. Allerdings haben Condition One ihren eigen Stil, der sich sicherlich noch weiterentwickeln wird. Für Synthpop-Fans sicher eine gute Wahl.
Note: 2
AD
Console - ":14 Zero Zero" - (Virgin/Community/Payola)
Eigentlich sollte jeder diesen Song kennen, wenn man ab und zu mal Viva Zwei schaut… nun, Techno ist es nicht, House auch nicht, sondern mehr eine Mischung aus allem, aber mehr in Richtung Electro. Wunderschöne Melodie, geile 64-er Beats und einen genialen Gesang. Ich bin mal auf anderes/neues Material von Console gespannt. Ausserdem ist es alleine schon wegen des knuffeligen Videos zum Track Pflicht, diesen Song zu lieben.
AD
"CybOnetix 1999" - (DSBP)
Ich war ja bekanntlich noch nie so der Fan von Industrial aus USA… mit dieser CD bestätigt es mal wieder : Irgendwie hängen die Bands aus Übersee hinterher… das Material, was man auf dieser Compilation zu hören bekommt ist absolut korrekt, aber irgendwie ein paar Jahre zu spät… trotzdem gibt es ein Highlight : Noxious Emotion mit "Integral"... ansonsten, wer auf die alten Skinny Puppy steht, sollte in diese Scheibe mal reinhören...
AD
CANTICUM FUNEBRIS - Endless - SATE / SPV
Beim Hören dieser CD fängt man mit dem Träumen an. Der Gesang von Sängerin Nicci und Sänger Uwe klingt ruhig und wunderschön. Häufig werden in ihren Stücken Akustikgitarren eingesetzt, mitunter auch verzerrte Gitarren. Letztere klingen jedoch keineswegs brutal, sondern eher beruhigend. Bei einigen Songs wird doch ein wenig an Engelsstaub erinnert. Mit "Endless" haben Canticum Funebris ein einheitliches Werk geschaffen. Die Stücke an sich hören sich aber doch unterschiedlich an. Diese CD ist absolut empfehlenswert für alle Gothic-Liebhaber.
Michaela Böttcher
Anne Clark - Elegy for a lost summer und Psychometry - LC / SPV
Viel brauche ich gar nicht erzählen, denn ANNE CLARK dürfte wohl jeden ein Begriff sein; selbst denen, die nicht soviel mit Musik am Hut haben und die noch die Titelmusik der WDR-Nachrichten-Sendung ZAK in den Ohren haben. Mittlerweile hat es die introvertierte Engländerin wieder einmal geschafft, ein neues Stück Musik zu schaffen, welches sich durch seine Leichtigkeit und Eleganz auszeichnet. Die elektronischen Klänge von damals sind mehr und mehr akustischen gewichen, wobei ein harmonischer Soundteppich die subtilere Seite ihrer Musik stärker beleuchten soll. Elegy for a lost summer heißt diese neue Single. Zudem ist gerade noch ein Live-Album mit dem Titel Psychometry erschienen, welches in der Passionskirche in Berlin aufgezeichnet wurde und das all Ihre großen Hits in excellenter Qualität vereint. Man darf also gespannt sein, was das angekündigte neue Album mit sich bringt.
Thomas Czernetzki
CONTROLLED BLEEDING - Hog Floor - Subterranean Records
Hier haben wir ein Album einer Band vorliegen, die sich vornehmlich dem Bereich Industrial/Noise verschrieben hat. Ohren, die noch nicht an diese Art von Experimental-Musik gewöhnt sind, werden sicherlich durch die ersten 4 Songs geschockt werden. Controlled Bleeding, ein etwas bekannterer Name in diesem Genre, bieten hierbei härteste Kost an Noise. Um so überraschender folgen dann mit "Firelight" und "Black Sands" zwei sehr herkömmlich strukturierte Songs, wo vor allem "Black Sands" absolut zu überzeugen vermag. Dieser Song könnte auch von einer Band der neueren Gothic/Dark Wave-Generation stammen. Ein männlicher Gesang, der sich in epischen Soundgefilden versucht. Hiernach jedoch kehren Controlled Bleeding mit "Music For Magnetic Tape & Voice" zu ihren eigentlichen Soundstrukturen zurück. Wobei ich vor allem bei den letzten Stücken den Eindruck hatte, das dort einige Magnetbänder sehr "gequält" worden sind. Fazit: Für herkömmliche Ohren sicher nichts, jedoch für Kenner dieses Genres eine interessantes Werk, vor allem, weil es sich hier teilweise um bisher unveröffentlichtes Material aus den Anfangsjahren dieser Band handelt. Das Album ist daher in 2 Parts eingeteilt: "Early Noise" und "Hymns, Outtakes & Experiments", was der Art der Stücke eigentlich sehr gerecht wird. Die CD enthält zudem noch 3 Tracks, die nicht auf die Vinyl-Version gepreßt wurden.
Armin Kessel
CONTROL - SYNDROME / Metal Dog Records
Sieh einer an. Neben Menschenrechtsverletzungen an Aboriginees, netten Partysongs von einer gewissen Band mit glatzköpfigem Sänger und natürlich den Severed Heads um Tom Ellard, gibt es in Australien auch Bands, die sich härteren Electrosounds annehmen. "Syndrome" beginnt direkt mit einem schnellen, leicht aggressiven und tanzbaren Stück, so daß man annehmen könnte, daß sich die gesamte CD so anhören könnte. Das wäre auf die Dauer natürlich recht langweilig, zumal bei CONTROL Anleihen an einige bekannte EBM-Bands der 80er spürbar sind. Ist aber nicht so. Vielmehr wissen die Australier mich mit einem Gespür für Abwechslung und Sounds zu überzeugen, und schaffen es eingängige Strukturen mit Überraschungsmomenten wie variierendem Gesang, verspielter Elektronik und bewußt inszenierten Gegensätzen aufzuwerten. Das geniale "Tuming point" vereint beispielsweise gekonnt kalte Härte mit einer weichen Melodieführung, während ich mir das melancholische "The land between" auch zu besseren Zeiten von Depeche Mode vorstellen könnte. Das Hauptgewicht wird jedoch auf schnellere und transparente Electrostücke gelegt, in deren Strukturen die Gitarre als integratives Element, und keineswegs plakativ verwoben ist. Auffällig sind auch die omnipräsenten Sprachsamples, zumal es sich stellenweise um berühmte Zitate wie etwa "If only you could see what I see with your eyes" oder "It's too bad she won't live - but then again who does?" aus einem meiner Lieblingsfilme (Bladerunner) handelt. Das ist zwar ein wenig abgegriffen, paßt aber prima zu der Atmosphäre von "Syndrome", welches in Electrokreisen sicherlich gut ankommen wird. If only you could hear what I hear with my ears.
L.S.
CONTROLLED BLEEDING - DUB SONGS FROM A SHALLOW GRAVE / BLANK YOUR MIND - NUCLEAR BLAST - EW
Egal was CONTROLLED BLEEDING für einen Sound machen, Joe Papa´s Vocals sind unverkennbar. Sie gehen mit keinem Trend, machen das, wozu sie einfach Lust haben. Tendierte es früher doch sehr häufig in Richtung Noise, so haben sie jetzt den Groove für sich entdeckt. 8 Dubsongs mit ultratiefen Bässen und flächigen Synth, mal düster angehaucht und schwer melacholisch ("Darkening Skies", "The Toiler's Song"), mal flott und sogar richtig funky (..."as gravity fades") ....Reggae läßt grüßen! CONTROLLED BLEEDING machen wunderbare Musik für die schönsten Momente im Leben - SLOW BUT DEEP!!! Aufgenommen wurde dieses Material in den Jahren 94/95, als Bonus ist noch ein 8-minütiger Livemitschnitt von 1980 enthalten. Note: 2
T.C.
CONTROLLED BLEEDING & DIVE - NIGHTSHADOWS / Fast Forward
Zwei Songs und fünfzig Minuten Spielzeit, das ist Nightshadows. Von den beiden Kultformationen (kann man hier wohl mal zu Recht schreiben) CONTROLLED BLEEDING und DIVE gibt es jeweils einen Song zu vernehmen, wobei sich die US-Amerikaner ca. 30 Minuten Zeit lassen, während Mijnherr Evens schon nach 20 Minuten zum Ende kommt. "Glow in the dark" vom Belgier stellt einmal mehr die Frage, ob ein monoton dahinplätscherndes Lied von dieser Länge langweilig ist, oder doch hypnotisch fesselnd. Ich weiß nicht genau, was es ausmacht, aber hier trifft letzteres zu. Obwohl über die gesamte Spieldauer kaum etwas passiert. Minimalismus pur ist angesagt und das Ganze erinnert eher an "Lust" von der Concrete Jungle, als an die frühen DIVE-Sachen. Im Prinzip verändert sich der Song im ganzen Verlauf nicht, im Hintergrund zwei düstere Akkorde, eine Rhythmussequenz läuft immer gleich ab und ansonsten geschieht auch nicht viel, bis natürlich auf die Stimme des Herrn, die irgendwie unterdrückt klingt, nur geflüstert. Trotzdem entsteht eine Intensität, die unglaublich ist (was wohl auch am Text des Liedes liegt) und im Kopf des Hörers die Bilder erst entstehen läßt, die andere Musiken ihm von vornherein schon einimpfen wollen. Die New Yorker Formation um Paul Lemof präsentiert ihre "Hymn from the shadows I + II" und befindet sich damit nicht zum ersten Mal außerhalb jeglicher Schubladen. Was sich hier auf dreißig Minuten entwickelt, ist nur schwer zu beschreiben: zunächst nur ein Geräusch, das immer lauter und komplexer wird, teils chaotisch, teils strukturiert erscheint (oder hat das Chaos nicht auch eine Struktur?!) sich dann in Wohlgefallen auflösend. Immer wieder werden bekannte und exotische Geräuschsequenzen und Fragmente wiederholt und plötzlich ist da auch ein Rhythmus auf Percussion und Bass von Sirenengesang begleitet. Dann löst sich alles wieder auf, kehrt aber um so intensiver zurück... Wie gesagt, beschreiben kann man dieses nicht, aber hören, denn wer sich für Musik Zeit nehmen kann und will, der sollte sich dieses Werk einmal zu Gemüte führen, denn hier gibt es etwas für Hirn, Herz und Ohren. Genial. Note: Controlled Bleeding: 1, Dive: 2
C.C.
CORPUS DELICTI - Sylphes - Glasnost Records/EFA
Auch das zweite Album "Sylphes" ist der französischen Formation sehr gut gelungen Es enthält 12 sehr schöne Tracks der "Gruft-Kapelle". Auch wenn sich ein roter Faden durch diese CD zieht, sind die Songs in ihrer Art sehr unterschiedlich. Teilweise läßt sich CORPUS DELICTI, vielleicht aufgrund der Gitarren lustigen Songs, mit Love Like Blond vergleichen. In eine Schublade kann man die beiden Bands jedoch nicht stecken.
Michaela Böttcher
CUBANATE - Cyberia - Dynamica / RTD
Nach der Debut-Single "Body Burn", dem Album "Antimatter" und der letztjährigen EP "Metal" ist "Cyberia" die nunmehr vierte Veröffentlichung des aus Marc Heal und Phil Barry bestehenden britischen Duos. Musikalisch hat sich nicht viel getan; wie gehabt dominieren meist hektische Beats, Barry's Gitarre und Heals aggressiv-verzerrter Brüllgesang. Freunde von Bands wie OOMPPH!, den neueren FRONT LINE ASSEMBLY oder aber auch MINISTRY (zu deren "The Mind Is A..."-Zeit) sollten unbedingt zugreifen, andererseits ist der Bereich des EBM/Gitarren-Crossover doch schon soweit ausgereizt, daß wenig von Innovationen zu spüren ist. Wie gesagt, für Freunde dieser Richtung sicherlich empfehlenswert, der Rest hingegen wird dieser CD nicht allzuviel abgewinnen können.
Holger Meyer
Cubanate - Metal
Dynamika / RTD
Diese CD hat es in sich. Voll Power dröhnen die Songs von Cubanate durch die Boxen. Bei dieser 5-Track-CD handelt es sich um eine gekonnte Mischung aus kraftvoller, elektronischer Musik, gemengt mit vielen Metal-Einflüssen, die einen schon fast auf die Tanzfläche zwingt. Absolut empfehlenswert für Freunde schnellerer Sounds...
Michaela Böttcher