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DISMANTLED
- Dystopia - MCD - Dependent
DISMANTLED - Dismantled - CD - Dependent
DISMANTLED ist eine noch recht jungen Band aus Amerika, die keinen Hehl daraus
macht, zu klingen wie Ihr großes kanadisches Vorbild FRONT LINE ASSEMBLY.
Und genau das ist es, was mir bei ersten Hören von DISMANTLED durch den
Kopf geschossen ist..."Das klingt doch verdammt nach FLA". Im Booklet stand
noch was von "Audio Armor: Bill Leeb und Daniel Myer". Ich traute meinen eigenen
Augen nicht...sollte dies tatsächlich ein Projekt von FLA und HAUJOBB sein?
Oder nur die musikalischen Vorlieben? Auf der Homepage von DISMANTLED wurde
ich dann schließlich fündig. Also, Kommando zurück, definitiv
kein Projekt von FLA und HAUJOBB! DISMANTLED sind eine Ein-Mann-Band mit Gary
Zon als Kopf und Macher, der live von seinen Kollegen Shawn & Matt unterstützt
wird. Wer den FLA-Sound der frühen 90er gemocht hat, wird seine Freude
an diesem Material haben. Während "Dystopia", die erste Singleauskopplung
und 4-Track-MCD recht ruhig und sphärisch daherkommt, geht's beim aktuellen
Album "Dismantled" richtig zur Sache. Harte Beats, harsche Sounds und verspielte
Melodien - FLA eben, na ja, nicht ganz.
TC
Neven David - Unstar - Spinner Ace Records
Ob der gute Neven David mal Chartbreaker wird, ist fraglich. Aber die häufig vertretene Gattung Unstar, von mir hier interpretiert als unbekanntes Talent im Background, ist ja eine häufig vertretene. Mögen David's Qualitäten nicht auf dem rythmischen Chart-Sektor liegen, so finden sie sich definitiv in der Riege Stimmungs- und zwar ziemlich Stimmungsmusik. Als Film- oder Theaterkomponist könnte aus dem Unstar ein richtiger werden; ob Faith Akin oder John Carpenter - der Sound der "Unstar" kann aus solchen Projekten Kult machen. Und für's Zimmer heisst das: Licht dimmen, Glasblumenvase raus und wegtreten auf eine musikalische Reise von Countrygitarren über klagenden Gesang bis hin zu orientalischen Sounds und schrägen Synthmaterial. Allein weil's anders ist eine Erfahrung wert.
SEBO
Soft Dogs kommt, wie der Name es vermuten läßt etwas softer und ruhiger rüber als die 7 Vorgängeralbem des Dänischen Quartetts D-A-D, allerdings nicht mit weniger Biß. Ganz im Gegenteil. Für Überraschungen waren D-A-D schon immer gut. Sei es vom lustigen Punkrock zu Anfangszeiten über dreckigen Hardrock Ende der 80er/Anfang der 90er Jahre bis hin zu elektronischen Elementen und etwas härtere Gangart bei Helpyourselfish oder dem fast überproduzierten und von melodischem Hardrock glänzenden Simpatico. Auch hier präsentiert sich dem geneigten Zuhörer ein ausgereiftes und trotzdem verspieltes Album, daß so manche Überraschung bietet. Guter erdiger Rock, mit der Prise Selbstironie, die man von D-A-D kennt, allerdings auch gleichzeitig mit ernsthaften Texten, die sich mit den Schwierigkeiten in Beziehungen, dem Leben als ‚Rockstar‘, unerfüllten Träume und falschen Hoffnungen sowie gemachten Fehlern auseinandersetzt. Die Musik mag für manchen nicht so ganz zu den melancholischen, von Selbstreflektion gezeichneten Texten passen. Ich finde aber gerade diese Mischung sehr gelungen, sie macht die textlich schwere Kost leicht verdaulich und zeigt einem, daß man bei aller Ernsthaftigkeit niemals den Spaß zu kurz kommen lassen sollte. D-A-D sind erwachsen geworden. Das läßt sich nicht leugnen. Das bedeutet aber nicht, daß man sich im Keller verkriechen sollte, um auf sein Ende zu warten. Mitnichten!!!! Aus den Jungs sind lediglich Männer geworden, bei denen das schnelle und hektische Leben eines Rockstars der Einsicht gewichen ist, daß es auch noch wichtigeres im Leben gibt. Gnadenlos wird vom ersten Song, dem Title Track ‚Soft Dogs‘ in sehr persönlichen Texten an mit der eigenen Sichtweise abgerechnet. Melancholisch könnte man das Album fast nennen, wenn da nicht die Musik wäre, die von sanfter Ballade über Blues bis hin zu richtigen Midtempo Reissern reicht. Textlich gesehen, könnte man ‚Soft Dogs‘ fast als Konzeptalbum ansehen. Aber solche Klassifizierungen sind bei D-A-D unnötig...und auch gar nicht gewollt. Man will keinem künstlerischen Anspruch genügen, sondern einfach nur gute intelligente, aber auch spaßige Rock Musik machen. Ganz egal, wie man das Album nun bezeichnen möchte oder aus welchen Gründen man es sich anhört, D-A-D gehören mit zu den Bands, die sich nicht einordnen lassen. Sicherlich mag man aufgrund der Musik geneigt sein, zu sagen, daß es sich um eine normale Rockband handelt....damit würde man aber den Texten nicht gerecht werden. Genausowenig kann man sie in die Schublade der melancholischen Dunkelrocker einordnen, da dafür die Musik eindeutig zu erdig und schnörkellos ist. Ein Gegensatz in sich...und gerade darum besonders interessant. Und auch wenn mir das eine oder andere Vorgängeralbum allein schon aus nostalgischen Gründen besser gefällt...Beide Daumen hoch von mir für dieses gelungene Album. Man hört es sich am besten an, wenn man in einem offenen Wagen durch eine laue Sommernacht fährt.
Kerstin Jambor
Kurz und knapp könnte man das Schaffen der sechsköpfigen Band DEFORM aus Mühlhausen als progressiven Elektro-Metal im Stile von Oomph!, Megaherz und Rammstein beschreiben. Aber das kann ja jeder und da einfach meistens auch einfach langweilig ist und besonders in diesem Fall so einfach dann eben auch nicht, widmen wir uns im Folgenden mal den Details.
"00:00:01" ( erinnert irgendwie an den Titel des Livealbums einer weltbekannten Synthiepopband aus England) ist in drei Segmente unterteilt: Der erste Akt mit Namen Deformation, beschäftigt sich mit dem Oberthema Sucht in all seinen Facetten und Ausprägungen.
Der zweite Akt mit dem Titel Spiegelbild, thematisiert den, meist sehr unangenehmen, aber retrospektiv betrachtet immer sehr produktiven Vorgang der Selbstreflexion.
Der finale dritte Akt gipfelt dann schliesslich, nach anstrengender Reise quer durch die grosse Palette menschlicher Suchtzustände und der damit einher gehenden Überprüfung des Ichs, im Koma. Textimmanent wird der Schrei nach Erlösung deutlich, die allerdings – wie im alltäglichen Leben auch – ausbleibt.
Die Konzeption dieses Albums und die Auswahl der Themen erinnert sehr an die Arbeitsweise der grossen Vorbildformation Oomph! Dennoch haben die sechs Musiker um Frontmann Basex ihre ganz individuelle Note einfliessen lassen. Sie interpretieren die Topics auf ihre ganz eigene Art und Weise.
Was die musikalische Gestaltung angeht, so sind allerdings kaum Unterschiede zu den bekannten Grössen dieses Genres zu erkennen. Die Komposition und er Einsatz der einzelnen Instrumente ist meist noch sehr zurückhaltend, fast ein wenig ängstlich. Sicher ist diese verhaltene Herangehensweise eine Begleiterscheinung der Furcht, einfach nur ein schlechtes Plagiat, der oben genannten Bands zu sein. Meines Erachtens nach völlig unbegründet Jungs! Legt diese Scheu ab und seid einfach ihr selbst, das nötige Potential, ganz oben mitzuspielen, steht euch bereits zur Verfügung. Also: Free Your Minds!
Für alle Fans harter, elektronischer Klänge, gemischt mit schroffen Gitarren und unterlegt mit einem treibenden Beat, ist dieser Silberling mal eine willkommen Abwechslung zu den Klangerlebnissen alt bekannter Recken.
Mareike
The Deep Eynde – City Lights – Apollyon / EFA
Scheuklappenträger bitte weiterlesen, denn vorliegendes Album bedarf der Offenheit gegenüber unkonventionell gestrickter Soundlandschaften. Die amerikanische Band um den extrem charismatischen Sänger Fate Fatal (Ex-Kittens For Christian) legt hier ein Werk vor, welches in Punkto Kreativität nur so glänzt. Ich würde das ganze „Exotic-Goth" nennen, denn die Kompositionen zeichnen sich durch die Verschmelzung von gothischen Elementen mit den verschiedensten Einflüssen aus. So finden sich neben waschechten Deathrock-Tracks („Hoodoo") auch Akkordeon-tonierte Gothic-Blues-Songs („The Feast"), spanisches Flair versprühende und Marimbainistrumentierte Darbietungen („Inferno") sowie paukenuntermalte, mit flirrender Melodie versehene Eskapaden („Parfumery"). Bei „Majick Man" hat man gar Reggae-Rhythmen im Ohr („Sounds cool in a way"). Über allem schwebt der vielseitige, theatralische Gesang von Frontmann Fate, der dem musikalischen Gewand so zu einem ganz eigenen, intensiven Charakter verhilft. Ein gelungenes Release jenseits der ausgetretenen Pfade, erhältlich zum Crashprcis. Es lebe der Exotic-Goth!
Anspieltips: „Majick Man”, „Tongues”, „Hoodoo”.
AX
DATA BANK A – Nuclear winter – Subtronic Records / SPV
Mit diesem Silberling, der mit einen großen Atompilz und dem Aufdruck „Artists against atomterror" versehen ist, setzen sich die Amis mit dem leider immer noch aktuellen Thema des Nuklearwahnsinns auseinander. Wann begreifen Maniacs wie Chirage endlich, was sie mit ihren verbrecherischen Atomtests anrichten?
Erfreulich, daß es Menschen wie DATA BAND A gibt, die diesem Wahnsinn etwas entgegensetzen. Musikalisch präsentieren die Nukleargegner ihren sehr typischen Stil, der die Gegensätze von Electro und Pop vereint, ohne in seichte Synthieschleimerein abzudriften. Trotzdem nicht so ganz meine Sache. Die Aufnahmen sind übrigens teils älter, und stammen aus den Jahren 1990 - 95.
Desweiteren ist auf dem Album eine Coverversion („Radioactivity") enthalten, die sich natürlich in keinster Weise mit dem brillanten Original der elektronischen Helden messen kann, aber perfekt in dieses Konzeptalbum paßt.
L.S.
DASEIN - ASCEND / ELECTRIC BLUE - SPV
Die kanadischen DASEIN waren bereits auf dem letzten `Electronic Youth` Sampler (#4) vertreten und konnten dort mit ihrem ruhig-atmosphärischen Stück `Loss` überzeugen. Mittlerweile ist das Debüt `Ascend` beim deutschen Label `Electric Blue` erschienen und es wird wohl in der nächsten Zeit für massig Wirbel in der Electro-Scene sorgen. DASEIN fabrizieren eigentlich einen für Kanada typischen Sound, obwohl die Macher Griechen sind. Skurile Melodien, hypnotische Beats, und alles, was sonst noch dazu gehört oder was man mit Bands wie Numb & Co. verbindet. Trotzdem haben sie das gewisse Etwas und die Eigenenergie, was sie nicht zu einer Kopie irgendwelcher Landsmänner macht. "Ascend" ist überwiegend schnell, tanzbar und brutal. Mit der richtigen Lautstärke gehört können sogar Suchterscheinungen auftreten. Spielt "Some how" oder "Save" an, und Ihr werdet wissen, wovon ich hier überhaupt rede... Note: 2
T.C.
DEEP - DEEPFREEZEABERDEEN / LP
Hinter DEEP verbergen sich Stefan Vetter und Bernd Spring. Ihre Musik bezeichnen sie als Industrial/Indie-Rock, wobei Noise mit Melodik und Akustik mit Elektronik kombiniert wird. Wichtiges Merkmal bei Deep sind unüberhörbar die bedrohlich tiefen Bässe, die einen Kontrast zu dem eher warmen, melancholischen, wenn auch leicht monotonen Gesang bilden. Auf dieser LP befinden sich 7 Songs, welche zwar vom Aufbau her alle durch das Wechselspiel zwischen ruhigen Momenten und kraftvoll krachigen Parts geprägt sind, ansonsten aber doch recht unterschiedlich ausfallen. Es finden sich gitarrenbetonte Mixturen ("DLG - WS 73", "Head"), Tracks mit teilweise an Lagerfeuerromantik erinnernden Akustikbildern ("Take a shower"), atmosphärische Ambient-Ausflüge ("RH Hektik"), sowie auch trancige Sounds in Verbindung mit krachigen Einlagen und breakbeat-Annäherungen ("Take a shower - Ajuuca Mix"). Somit also durchaus nicht uninteressant, deses Vinyl-Erlebnis. Das ganze ist auf 500 Exemplare limitiert, Interessierte greifen also lieber gleich zu Die LP erschien im zweifarbigen Cover und mit 4-seitigem Siebdruck-Inlet.
DIGITAL FACTOR - ON DEMAND / Hypnobeat - Indigo
Mit "On Demand" legen die ostdeutschen Elektroniker ihr zweites Album vor. Nachdem ich mir dieses Scheibchen mehrmals durch die Gehörgänge gejagt habe, hat es bei mir eigentlich einen ganz ordentlichen Eindruck hinterlassen. Druckvoller EBM mit melodischen Grundzügen wird hier geboten, überwiegend mit "ich muß tanzen"-Beats ausgestattet, aber zuweilen auch gemäßigter und sphärischer daherkommend. Meines Erachtens haben sich die Jungs in Punkto Detailraffinessen so einiges ausgedacht, ob nun in Form von Samples, eingewobenen Trance-Elementen ("Illogical way", "Ecstasy") oder verwendeten Sounds allgemein. Die Band vermag es, den Klanglandschaften eine dunkle, bedrohliche Atmosphäre einzuhauchen. Hinzu gesellen sich powervolle Vocals und prägnante Melodieläufe, die das Album in eine durchaus interessante Reise verwandeln. Der im Info verwendete Begriff "Future Sound of EBM" ist meiner Meinung nach zwar übertrieben, nichts destotrotz sticht dieses Album doch aus dem Electro-Einheitsbrei heraus. Freunde elektronischer Musik sollten hier einmal reinhören. Man darf gespannt sein auf die anstehende Tour. Note 3
A.X.
DROWN FOR RESURRECTION - I´m Human - CD GLASNOST
Ein Gesang der nur deshalb so unter die Haut gehen kann, weil er ehrlich und mit Überzeugung dargeboten wurde, kombiniert mit ebenso phantastisch wie flüssig, ausgetüftelten und liebevoll arrangierten Vertonungen sorgen für gnadenlose Gänsehauteffekte so daß ich ohne geringsten Zweifel sagen kann, daß D.F.R. eine der wenigen Wave-Bands ist, die auch ohne gängige Klischees auskommen und gerade durch ihre eigene Art zu glänzen vermag. Und genau so gelang es ihnen mit ihrer neuesten aus 8 Titel bestehenden Full-length CD-Perle "I´m human" abermals schlüssig und abwechslungsreich komponierte Titel zu präsentieren, die so gefühlvoll und lebendig sind, daß sie für mich in der heutigen Zeit neben dem hochwertigen und wohltuenden Genuß noch dazu nahezu wiederbelebende Auswirkungen habe. Anspieltip: "Release and suffering"
B.K.
DISABLED FORCES - ANABEL LEE - CD
Neben der ganzen Synthibeat- und Crossoverberieselung tut es zur Abwechslung mal wieder ganz gut, eine Produktion vorgesetzt zu bekommen, die sich nicht durch spektakuläre Arrangements auszeichnet, sondern die einfach nur gut gemachten Gitarrenrock bietet. Gemeint ist die Berliner Formation DISABLED FORCES, die mit "Annabel Lee" ihre erste Longplay-CD vorlegt. DISABLED FORCES wurden Ende der achtziger Jahre in Berlin von Steven Williams und Jörg Künicke gegründet. Die Musiker selbst bezeichnen ihre Musik als Dark Wave-Rock. Über diverse regionale Konzerte, mit denen man sich eine treue Fangemeinde erschloß, fanden DISABLED FORCES im Frühjahr 1995 den Weg ins Studio. Herausgekommen ist das Erstlingswerk "Drifting". Nach einem Jahr und vielen Live-Auftritten erscheint nun das Nachfolgealbum "Annabel Lee", benannt nach dem gleichnamigen E. A. Poe Gedicht, das die Band vorliegend vertont hat. Nach eigenen Aussagen sind die Songs dieses Albums im Gegensatz zu den Titeln der "Drifting" aus allen Bandmitgliedem heraus entstanden. Es waren verschiedene Ideen, die sich im Übungsraum aus einer Session heraus zusammenfanden und entwickelten. Laut Info haben sich der Titelsong und das Stück "Forever" innerhalb kurzer Zeit als die Darkhymnen der Band in der Berliner Szene herausgestellt. Fügt man jetzt noch meinen Favoriten "Take all away" hinzu, so hat man schon drei Titel deretwegen man die CD unbedingt kaufen sollte.
K.F
DERRIERE LE MIROIR - THIEVES AND KISSES - NIGHTSHADE PRODUCTIONS/SPV
Als ich dieses Album zum ersten mal hörte, konnte ich es nicht fassen: So schön kann Wave-Pop der 90er Jahre sein. Im Gegensatz zum Album "Deep" findet man hier zwar auch die typische Melancholie, doch es wurden desweiteren mehr Popstrukturen eingebaut ("Tell Me", "Diving"). Besonders gekonnt ist auch die Cover-Version des B-Movie Klassikers "Nowhere Girl", wobei der Reiz der 80er Jahre gekonnt in das Gewand der 90er gekleidet wird. Das Album präsentiert sich sehr abwechslungsreich, beginnend mit dem verträumten "death behind the bridge" über schnellere, druckvollere Songs wie "down an me" bis hin zu reinen Popsongs wie "the sea" oder "tell me". Alles in allem ein sehr schönes Album für die kommenden kalten Herbsttage, an denen man am besten vor dem Kamin ins Träumen geraten kann. Note: 2+
MV
DER FLUCH - IM FEUER DER LIEBE - CD DARK EMPIRE/SPV
Was ist es, was DER FLUCH da machen... Gothic? Punk? Metal? Wave? Von jedem etwas! Die Klassifizierung fällt ähnlich schwer wie bei EA80. 'Im Feuer der Liebe' ist nun das 2te Album nach der Wiedervereinigung der damals schon fast legendären Formation des deutschen Gothics. Auf der einen Seite gibt sich 'Im Feuer der Liebe' hart, unnachgiebig und wegweisend ('Mein Sohn', '1000 Jahre'), aber auch sinnlich ruhig, düster und melancholisch ('Winter', 'Nicht von dieser Welt', 'Auferstehung'). Eine einwickelnde Platte deutschsprachiger Kunst. Note: 2,
T.C.
DEEP RED - THE AWAKENING - CANDYLAND/SPV
Denkt man an Miami, so denkt man vielleicht an unsere Helden Crocket und Tubbs, riesige Seniorenresidenzen, rosa getünchte Art-Deco Häuser, planlose Flamingos und blauen Himmel, eventuell noch an Gangs, die wohlhabende Touristen ausrauben. Aber musikalisch? Irgendwie ein weißer Fleck auf der Landkarte der Tonkunst. Und eben aus dieser Stadt kommen DEEP RED, die vom Pitchfork-Label "Candyland" auf der letzten US-Tour der PITCHIES gesignt wurden, was nicht unbedingt schon für Qualität spricht, aber das ist ein anderes Kapitel. Das Duo aus dem Sonnenstaat bietet auf seinem Debüt-Album wirklich Hörenswertes, zum Teil ein wenig an neuere Delerium erinnernd macht sich auf den 10 Songs eine Melancholie breit, die von der angenehmen Stimme Martha M. Acres besungen durch immer neue Soundlandschaften wandert, vorbei an zarten Tönen und begleitet durch sanft schwebende Melodien. Dabei schaffen sie es bei den meisten Songs, daß der Refrain der Kulminationspunkt des Liedes, der Liedmelodie, ist und einen hohen Wiedererkennungswert hat. Das verwendete Equipment ist dabei scheinbar perfekt eingesetzt worden, um den musikalischen Gedanken Form zu geben und den authentischen Texten, in denen sich viele Wiedererkennen werden, eine ideale Begleitung zu bieten. Sicher fehlen auf diesem Werk ein wenig die Kontraste, die einmal angeschlagene Tonart wird nur gering variiert, da sich trotz dem ein stimmiges Bild bietet ist dies kein all zu großes Manko. NOTE: 2
C.C.
DATA - ACCUMULATOR - CD ETERNITY RECORDS/OCTOBER/SEMAPHORE
Nach "Rekonstriktion" von KEINE AHNUNG und "The working Model" von BOYTRONIC folgt mit "Accumulator" ein weiteres Tondokument einer Achtziger-Band, sprich der englischen Electro-Pop-Formation DATA. Die CD enthält alle Hits der vergriffenen Alben "Opera Electronica", "2-Tone" (1983) und "Elegant Machinery" (1985) und stellt somit quasi eine "Best of..." dar. Beim hören der 21! Songs (Spieldauer knapp 75 Minuten) stellt sich dann auch sogleich dieses Kribbeln ein, welches die Songs der damaligen Zeit auszulösen vermögen. Sprühender Charme umgibt die Songs, verspielte, herrliche Melodien setzen gnadenlos Ohrwurmviren frei, welche sich sogleich in den Lauschern einnisten. Hört euch Songs wie das mitreißende "Fall Out" oder "Living inside me" an und ihr wißt, wovon ich hier spreche. Einige Stücke erinnern mich irgendwie an die guten, alten HUMAN LEAGUE - Sachen. Ich könnte jetzt noch seitenweise Weiterschwärmen (ja, ja, immer diese "ewig gestrigen"), aber ich mach's mal kurz und schmerzlos - eine zeitlose Perle, die in eurer Sammlung einen Platz haben sollte. Note 2
AX
Dorsetshire - Beast - CD - Offbeat / SPV
Überrascht hat sie mich schon, die neue Dorsetshire. War die Vorab-Maxi `Herz aus Stahl` gar nicht mal so toll, geht der Longplayer `Beast` gleich in die Vollen. Harte Synth, abgehackte Gitarrenriffs, verzerrte Vocals, alles trägt wieder die Handschrift von Bruno Kramm und die katapultiert diese CD ins weite Crossover-Lager. Dorsetshire ist somit ein großer Schritt nach vorne gelungen, sie sind um einiges reifer und ausgelassener geworden, auch wenn dem Gros wahrscheinlich die älteren Sachen (e.g. Straße der Verdammnis) eher zusagen werden. Ähnlich wie STERIL mit ihre aktuellen Platte wagen sich auch Dorsetshire auf Neuland. Allerdings gibt es auch noch Songs wie `Süchtig!`, `Krankes Fleisch` oder `Hass`, die mit ihrem bekannten Aufbau und dem deutschen Gesang die alten Fans nach wie vor begeistern werden. Meine persönlichen Favoriten sind auf jeden Fall `Last Necklace` und `Master and Servant`. T.C. Note: 2
Da ist sie! Die CD, auf der nicht wenige Leute lange Jahre gewartet haben. Viele Spekulationen begleiteten die Entstehung dieser Scheibe...Wie würden sie jetzt klingen? Würden sie die alten Zeiten nochmal aufleben lassen können? Letzteres muss man wahrscheinlich eher mit "nein" beantworten, denn DM sind wesentlich moderner, haben den alten, unterkühlten Charme beinah völlig abgelegt und sind ganz einfach merklich älter geworden. Lieder wie "Shine" oder das geniale "The Sweetest Condition" wären früher zwar nicht undenkbar gewesen, allerdings hätte so etwas wohl keiner erwartet. Beinahe schon zu ruhig klingen die neuen Songs, die - mit wenigen Ausnahmen, wie z.B. "I Feel Loved" - extrem balladesk ausgefallen sind. Jedoch versprühen sie auf ihre Art immer noch den typischen, unglaublich coolen Sonnenbrillen- Charme, der DM immer ausgemacht hat. Alteingesessene Fans werden sich in dieses introvertierte Meisterwerk erst reinhören müssen, es dann aber wahrscheinlich lieben! Leute, die mit DM noch nie allzuviel bis gar nichts anzufangen wussten, werden sich an diesem Silberling die Zähne ausbeißen, da es nicht die erwartet spektakuläre Bombast-Scheibe geworden ist, die manche vielleicht gerne gehört hätten. Aber ganz ehrlich: Wer hat das denn wirklich von Depeche Mode erwartet? Die "Jungs", oder besser: Die "alten Herren" haben ein souveränes Album abgeliefert, dass mich persönlich nur über eines im Dunklen läßt: Werden diese Songs auch live so ruhig rübergebracht, oder ändert sich da noch was? Wir werden uns wohl einfach überraschen lassen müssen...oder eben auch nicht... ;)(ds)
Dupont - Behave - Life is painful Records MCD
Ein junger Mann sitzt schwitzend, nur mit einem weißen Handtuch bekleidet in einem Hotelzimmer und faßt sich zärtlich an die Brust. So gesehen auf dem Cover dieser neuen Maxi-CD von Dupont. Regelrecht abgetörnt und voller Vorurteile habe ich mal wieder gleich an die übelste Synthiepop-Weichspühler-Mucke gedacht und die CD sicherheitshalber in einer Ecke verschwinden lassen.
Dies war jedoch ein großer Fehler, denn die Jungs von Dupont machen alles andere als schnöden Synthiepop. Die Musik selbst erinnert etwas an DAF und Nitzer Ebb, die grollende Sangesstimme (bei "Behave") tendiert dagegen eher Richtung Laibach. Jaja, Vergleiche über Vergleiche.....was soll’s! Absolut hörenswert sind auf jeden Fall "Behave (Total)" und das etwas ruhigere "Perfection", eben halt ordentliche Tanzmucke mit netten Effekten, ideal zum Abhotten! TC
DONOTS - Better Days not included - Super Sonic / BMG
Erfrischender Pogo-Fun-Punk-Rock’n’Roll aus deutschen Landen mit absolutem Hitpotential (wie ja auch die Charts zu Recht unter Beweis stellen), der einfach gute Laune macht, obwohl er manchmal auch durchaus mit schwermütigeren Melodien arbeitet ("You cannot"). Die ersten drei Songs machen allesamt gleich klar, daß hier eine Band aufspielt, die noch eine große Zukunft hat, sofern sie gut gemanaged wird (und bitte, liebe Musikgeschäftsbetreibenden - vermurkst es nicht!). Hoch anzurechnen ist ihnen auch, wie sie New Orders "True Faith" covern nämlich ohne jegliche Peinlichkeit einfach frisch und unbekümmert heruntergespielt, als gäbe es nichts Selbstverständlicheres. Coole Platte! 2xR
Dynastie, die nun mittlerweile ihre zweite CD (nach dem Debut "Light And Darkness") herausbringen, haben bereits jetzt schon eine neue Formation auf- zubieten, ein "Privileg", das den meisten Bands ja bekanntlich erst nach dem zweiten oder dritten Album zusteht... Voller Erwartung stürzt sich der Schreiber dieser Zeilen auch gleich in den Opener "Time To Reflect", welcher dem ein oder anderen Disco-Gänger sicher- lich auch schon begegnet ist. Harmonische Sounds bestimmen den Klang der Band, die einen trotzdem recht treibenden Synthiepop mit Anleihen aus dem EBM-Bereich von sich geben. Allerdings hört man auch noch eine gewisse sympatische Unprofessionalität heraus, die sich besonders in der Produktion bemerkbar macht. Zwei instrumentale Stücke ("To Go" und "Violence"), sowie ein in der Gelsen- kirchener Kaue aufgenommener Live-Song ("Treacherous World") und ein Remix von "Time To Reflect" runden das 10-Track Album ab. Das Dynastie nicht nur namenstechnisch ein wenig an Distain! erinnern, sollte jedem auffallen, der sich schon mal mit eben dieser Band befasst hat, ist aber auch nicht wirk- lich negativ zu bewerten, wer wird denn schließlich nicht von irgendeiner Band beeinflusst? Mein persönlicher Anspieltip(p): das ruhige, melancholische "A World".(ds)
The Dreamside - Nuda VeritasDeath wish office - 074-2
Diese E.P. der Band um die italienisch-holländische Sängerin und Songwriterin Kemi Vita bietet drei Dance-Stücke deren stärkste Waffe die Stimme, sprich der Gesang ist. Diese Stimme betört und reißt mit, sie verzaubert und lädt ein. Aber THE DREAMSIDE überzeugt auch musikalisch, alle drei Songs besitzen viel Eigenständigkeit und animieren nicht nur den geneigten Hörer zum Tanzen. Da dürften wir ja mal gespannt sein, was uns das im Frühjahr zu erwartende Album "Apaika" bietet und ob die hier initiierten Hoffnungen erfüllt werden. M.W.
THE DAYS OF THE MOON - CD "The Prince"LC 6821/CD 3910104242
Selten hörte ich eine Gruppe wie "THE DAYS OF THE MOON", die es mit absoluter Leichtigkeit fertig gebracht haben, ein Album mit derartig unter-schiedlichen Musikstilen zu erschaffen, so daß die Benotung 1-6 umfaßt.Da wäre zum einen der beruhigende Frauengesang, untermalt mit seichten Percussion-, Keyboard - oder Gitarrenklängen (Benotung 1-2).Zum anderen wäre da der agressive Männergesang, mit dementsprechenden härteren Klängen. (Benotung 3). Als 3. Variante beschert uns die Formation ir-gendetwas zwischen Jazz und (?). Da fehlen mir ehrlich gesagt die Worte. Die Stücke "The Deceiver" oder "We are" sind ohne lange zu überlegen bei 6 anzusiedeln.Naja, vielleicht überlegt es sich THE DAYS OF THE MOON noch einmal bei der nächsten CD, solche letztbenannten Experimente rauszulassen.S.H.
THE DAYS OF THE MOON - The Prince
Selten hörte ich eine Gruppe wie THE DAYS OF THE MOON, die es mit absoluter Leichtigkeit fertig gebracht haben, ein Album mit derartig unterschiedlichen Musikstilen zu erschaffen, so daß die Benotung 1-6 umfaßt. Da wäre zum einen der beruhigende Frauengesang, untermalt mit seichten Percussion-, Keyboard - oder Gitarrenklängen (Benotung 1-2). Zum anderen wäre da der agressive Männergesang, mit dementsprechenden härteren Klängen. (Benotung 3). Als 3. Variante beschert uns die Formation irgendetwas zwischen Jazz und (?). Da fehlen mir ehrlich gesagt die Worte. Die Stücke The Deceiver oder We are sind ohne lange zu überlegen bei 6 anzusiedeln. Naja, vielleicht überlegt es sich THE DAYS OF THE MOON noch einmal bei der nächsten CD, solche letztbenannten Experimente rauszulassen!
Simone Hampeter
DREADFUL SHADOWS - Estrangement & Homeless - Andromeda Records
Nach über 7 Jahren Existens, 10 Veröffentlichungen und über 300 Konzerten bietet diese Goth-Band den Fans eine schönes Abschiedsgeschenk rechtzeitig zur Abschiedstour (Daten siehe Tourplaner), bestehend aus einer Wiederveröffentlichung ihrer ersten beiden Alben aus den Jahren 1994/95 als ansprechendes Digi-Pack. Was soll man an dieser Stelle zu den wiederveröffentlichten Platten sagen? Schaut zwecks Rezi am besten in unsere alten Exemplare der Entry. Wer die alten Sachen noch nicht sein Eigen nennt, sollte sie schnellstens ordern!
M.V.
DREADFUL SHADOWS - THE CYCLE - Oblivion / SPV
Nach der doch etwas enttäuschenden letzten Maxi ‘Twist In My Sobriety’ stimmt das aktuelle 4. Album ‘The Cycle’ der Berliner Ausnahmegothicer den Fan doch wieder mehr als glücklich. Voller Power, wie eh und je treibt man den Hörer durch die CD, zusätzliche Verstärkung gab es durch die ‘Queen of Goth’ Gitane Demone höchstpersönlich. Und ihre Stimme steht in einem gelungenen Kontrast zum Gesang von Sänger Sven Friedrich. Hier wird Gothic auf höchstem Niveau zelebriert. Gleich nach dem Intro wird mit dem Stück ‘Futility’ (die nächste Single-Auskoppelung) ein Duett geboten, das es mit allen bisherigen DREADFUL SHADOWS-Hits spielend aufnimmt. Einfach nur genial. Gekonnt werden in den folgenden Stücken leise Passagen mit kraftvollen E-Gitarren verbunden. Und über all dem thronen diese beiden faszinierenden Stimmen, da bleibt nur zu hoffen, daß es nicht die letzte Zusammenarbeit mit Gitane Demone war und diese eventuell auch für Liveauftritte gewonnen werden kann. Weitere Anspieltips: ‘New Day’, ‘A Better God’, ‘Intransigence’, ‘Torn Being’ etc. Lediglich den Bonustrack, eben jenes oben angesprochene Cover ‘Twist In My Sobriety’ hätte man sich schenken können.
Thorsten Kübler
DREAM DIVER - LOKT DOR - Eigenvertrieb, Heiner Stahl, Stormstraße 13, 14471 Potsdam
Eine CD verpackt in Sandpapier, na das nenne ich wirklich mal originell, zumal man damit so wunderschön Ober-Entry’s Markus Auto bearbeiten kann, der daraufhin in hysterische Schreianfälle ausbrach (hey Markus, ist es DAS Auto wirklich wert, deshalb an einem Herzanfall zu sterben?). Aber kommen wir zur Musik, bei so einer Verpackung kann es sich doch eigentlich nur um eine Industrialband handeln! Doch weit gefehlt, hier gibt es richtig netten Hardrock, versehen mit ein paar schönen Melodien, teils heftig rockend teils balladesk schön. Hey, das kann man sich wirklich anhören, erinnert ein wenig an PUPPETLAND, die außer mir wahrscheinlich wieder kaum jemand kennt, da sie aus meiner heimischen Soester Börde kommen. Den Gesang gibt es zum Teil sogar in Deutsch, wobei es hier manchmal etwas, naja sagen wir unfreiwillig amüsant wird. Ist halt immer so eine Sache mit der deutschen Sprache. Und mit sieben Tracks ist das Album vielleicht doch ein wenig zu kurz geraten, ansonsten ein dickes Lob an die Jungs aus Potsdam. So, ich mache mich jetzt wieder an Markus’ Auto zu schaffen.
Thorsten Kübler
DRUNKNESS - FORGOTTEN TIMES - Deadline / Nova Tekk
Oh, eine neue CD von DRUNKNESS. Wie schön, bin ich von deren Veröffentlichungen doch schon seit dem Debüt ‘Area 51’ im Jahre 1995 wirklich begeistert. Und schon der Opener ‘In 1999 ...’ beweist, daß man auch auf ‘Forgotten Times’ altbewährte Qualitäten ausspielt. Mit einem treibenden Beat werden die Hörer geradezu auf die Tanzfläche gejagt. Dazu ein melodisches Grundgerüst und die angenehme Stimme von Ric, welche auch ohne Verzerrer sehr gut auskommt. Synthiefan was willst Du mehr? Beim zweiten Stück kommt dann zum ersten Mal der Gesang von Neuzugang Stefanie voll zur Geltung. Dieser harmonisiert wunderbar mit dem männlichen Gegenpart und bereichert die Musik von DRUNKNESS um eine weitere Nuance. Einen CD-ROM Track gibt es übrigens auch noch, der neben Fotos weitere Infos über die Bandmitglieder und die bisherigen Veröffentlichungen bietet.
Thorsten Kübler
Dark Side Cowboys - Pure Hearts EP - Synthetic Symphony/SPV
Der letzte Schnee ist geschmolzen und der hoffnungslose, kalt-romantische Winter hat sich endgültig zu Günsten des aufwachenden Frühlings verabschiedet, da präsentieren uns die Dark Side Cowboys, die ihren Namen mit Bedacht gewählt haben müssen, eine düster-romantische EP, die nostalgische Erinnerungen an den Gitarrenwave der 80er erweckt. Neben In- und Outro geben die Düsterdowbays aus Schweden, die in ihrer Heimat wohl schon für Furore sorgten, drei Stücke voller Melancholie, getragen von spartanischen Gitarren zum Besten, die bei denen auf aufmerksames Interesse stoßen dürften, die ihre musikalischen Vorlieben auch aus szenevewandten Künstlern wie z.B. Nick Cave schöpfen. Der Longplayer ist bereits für die nahe Zukunft angekündigt. L.S.
Dark Land - Rise And Fall CD - Perverted Taste
Bisher hatte ich weder von der Band Dark Land noch von dem Label Perverted Taste etwas gehört, was aber auch nicht weiter verwunderlich ist, wenn Dark Land zu den Zugpferden dieses Labels zählen sollte. Diese bieten auf ihrer 6-Track-CD, die eine Spieldauer von gut 38 Minuten hat, für meine Ohren eher durchschnittlichen Gitarren-Wave. Neben den Gitarren bestimmt ein Streicher (evtl. Bratsche) den Sound von Dark Land entscheidend: einige Tracks wie "Sound Of Nothing" klingen dadurch sehr psychedelisch, bei anderen wie dem deutschsprachigen "Schizophren" ist es ziemlich nervig, doch hier kommt noch hinzu, daß der Gesang nicht besonders abwechslungsreich sondern eher sonor ist. Bester Song ist für mich eindeutig "Dreams Of Childhood", das das Gothic-rockigste Stück der Platte ist. Zusammenfassend würde ich sagen, daß in allen Songs recht gute Ansätze zu finden sind, die jedoch manchmal kaputt gemacht werden; aber vielleicht bin ich auch nicht der richtige, um diese CD zu rezensieren. Note: 3 Z
Dark Illumination - Realize The Error CD - Zoth Ommog / semaphore
Dark Illumination - eine neue Dark-Electro-Band aus dem Hause Zoth Ommog. Schon der Name schürt die Befürchtung, daß es sich hier um ein Produkt handelt, das hauptsächlich ausgelutschte Klischees bedient. Ganz so schlimm ist es vielleicht nicht, aber wesentlich besser auch nicht. "Realize The Error" ist für meine Ohren ziemlich an die großen haujobb angelehnt, ohne jedoch auch nur im entferntesten mit den göttlichen Melodien und der genialen Soundvielfalt der Bielefelder konkurrieren zu können. Trotzdem ist es kein grottenschlechtes Album, denn es ist solide gemacht, offenbart auch einige gute Einfälle, ist aber leider überhaupt nicht neu und deshalb verhältnismäßig unspannend. Note: 3 Z
DARK AGE - "The fall" Eigenproduktion -CD
Eindrucksvoll verläßt diese Band mit "The fall" den Demostatus. DARK AGE, das heißt Dark Symphonic Metal ohne sich an erfolgreiche Bands oder an die aktuelle Black Metal-Schwemme (vornehmlich aus Skandinavien)anzubiedern. Trotz traditioneller Instrumentierung schaffen es die Keyboards und die Vocals immer wieder eine dunkle Gesammtstimmung voller Melancholie und Finsternis zu erzeugen, die gepaart mit der spieltechnisch auf hohem Niveau stehenden Gitarrenarbeit DARK AGE zu einem sehr eigenständigen Act machen. Aber es fehlt auch nicht an der für Metal notwendigen Aggresivität und an druckvollem Riffing. Als Vergleichsmöglichkeit kommt mir nur CREMATORY in den Sinn, obwohl DARK AGE noch mehr in Richtung metallischer Verspieltheit und Power gehen. Einziges Problem: Diese CD ist (noch) nicht im großen Stil käuflich zu erwerben, weshalb hier wohl eher interessierte Labels unbedingt Kontakt aufnehmen sollten. Den gibt es entweder über Martin Reichert; Hellenkamp3; 25421 Pinneberg oder über den zuständigen Verlag Sure Shot-Worx;z.Hd.Angela Lameiras; Oberhafenstr.1; 20097 Hamburg (Tel.:040/30059900). Mit "The fall" haben DARK AGE einen sehr ansprechenden Soundtrack zur derzeitigen Winterstimmung geschaffen und ich bin sicher, daß wir von dieser Band noch hören werden. NOTE:2 T.S. (Thomas Sauerbier)
Dark - Endless Dreams of Sadness
Die Jungs spielen ihre Düstermusik so als wäre es das letzte was sie noch tun könnten. Die Platte hat einen guten Sound und bitterböse Texte, was die Stimmung des Hörers etwas beeinflußt aber die Stimmung der Musik verstärkt. Man kann eigentlich nicht soviel dazu sagen außer, das der Markt im Moment mit Bands dieses Genres überschwemmt wird. Dark jedoch treten aus der Masse hervor und sind meiner Meinung nach unverkennbar. Note: 1-
DARK - Seduction - CD - GUN
Man konnte es sich ja eigentlich schon fast denken..... DARK, die Band mit dem seltsamen Namen, hat ein grandioses Zweitwerk ans Tageslicht geholt. Düster, bedrohlich, abwechslungsreich, und einfach wesentlich ehrlicher kommt "Seduction" rüber. Die CD klingt nicht mehr so nach Möchtegern wie das Debut. Synthieflächen geben nun dem Ganzen etwas mehr Fülle und Homogenität, und auch die weiblichen Vocals als Kontrast, die man leider nur bei "Broken Down" so richtig zu hören bekommt, wirken frisch und machen Lust auf mehr. Ebenso positiv fällt das gemäßigtere Tempo auf, durch das die Songs mehr an Intensität gewinnen. Rechnet man nun 1 & 1 zusammen, dürfte wohl jedem klar geworden sein, daß aus DARK eine sehr ernst zu nehmende Band geworden ist. "Seduction" ist mit Abstand eine der besten Veröffentlichungen des letzen Quartals und ich bin wirklich gespannt, ob DARK diesen Level halten können. T.C. Note: 1
Darc Entries - Deaf, Mute and Crippled UpArt-Publishing (Gothic Magazine)/SPV
Darc Entries... Ob sich da wohl jemand bei der Namenswahl von unserem Mag hat inspirieren lassen? Wohl kaum, denn die Band aus Reutlingen existiert bereits seit vier Jahren und legt mit dieser Maxi mit dem "optimistisch-friedvollen" Namen nun ihr Debüt vor, welches dem Namen in musikalischer, als auch lyrischer Hinsicht mehr als gerecht wird. Die vier Titel erweisen sich als ein düster-morbides Wechselband der Gefühle, das von einer dunklen Stimmung und textlichen Assoziationen von Tod, Einsamkeit, Krieg und Endzeitstimmung durchzogen ist. Dabei gestalten die vier Süddeutschen, denen viele einen Hang zum Morbiden nachsagen, ihre Musik äußerst abwechslungsreich. Mal klingt die musikalische Melange aus Gitarre, Bass und Keyboard nach der Blüte des New Wave, dann durch das harte Gitarrenspiel wieder mehr nach mächtigem Gothic und durch die teils verzweifelt-aggressive Stimme von Matthias Günzler sogar nach latenten Punkeinflüßen. Diese kontrastreichen Atmosphären haben dabei Platz in einem Stück, ohne den roten Faden zu verliren. Gelungen! L.S.
Dance Or Die - Relationshit MCD - Polydor
Wie auch schon die ehemaligen Label-Kollegen And One haben Dance Or Die nach dem Untergang des Machinery-Labels den Absprung geschafft und sind bei einem Major unter Vertrag gekommen. Das erste Produkt der Zusammenarbeit mit Polydor ist die Maxi "Relationshit". Diese ist auch gleich wieder heftig in den DACharts eingestiegen und wird sicherlich für einige gefüllte Tanzflure sorgen. Leider ist "Relationshit" der einzige Song auf dieser CD, dafür wird er aber auch noch in vier verschiedenen Remixen dargeboten. Der 'Separation Mix', der die harten Gitarren stärker in den Vordergrund stellt, wurde von Guido LeFric angefertigt, der ja auch schon bei Oomph! seine Finger an den Reglern hatte. Am besten gefallen mir allerdings die beiden Remixe von den Trip-Hoppern Terranova die dem Song eine recht sphärische und groovige Seite abgewinnen, was ihn nicht so platt und direkt erscheinen läßt. Note: 2 Z
DANCE OR DIE - MCD "Minuteman" (Machinery)
"Minuteman" ist nach "Time Zero" die 2. Vorabauskopplung des am 29.03. erscheinenden neuen Albums "Everspring" (müßte also zum Zeitpunkt des Erscheinens der vorliegenden Ausgabe bereits draußen sein). DANCE OR DIE liefern, wie man es von dem Berliner Duo gewöhnt ist, eingängie Electro-Tracks, die auf den Tanzflächen sicherlich ihren Platz finden werden. Neben zwei Versionen des Titelstücks bekommt man außerdem noch "Goldrush" zu hören, das für DANCE OR DIE-Verhältnisse beinahe schon experimentell ausfällt. H.M.
DANCE OR DIE "Everspring" (Machinery/RTD)
Nach den beiden Vorabauskopplungen "Time Zero" und "Minuteman" legt das Berliner Electro-Duo sein nunmehr 3. reguläres Studioalbum vor. "Everspring" präsentiert sich als ein mit viel Liebe zum Detail produziertes Werk, dessen 12 Tracks sowohl für die Disco (hier natürlich in erster Linie die beiden Singles) als auch zum konzentriertem Zuhören in den eigenen vier Wänden geeignet sind. Ein Album, dessen lange Produktionszeit sich durchaus bemerkbar macht. Hervorzuheben ist das im Walzertakt gehaltene "Satira" sowie das interessant gestaltete Booklet. "Everspring" ist für mich das beste DANCE OR DIE-Album und nicht nur für Electro-Fans unerläßlich. H.M.
DANCE OR DIE - Time Zero - MCD, Machinery Records
Nachdem DANCE OR DIE lange Zeit nichts mehr von sich hat hören lassen, ist diese Maxi-CD "Time Zero" eine völlige Überraschung. Wer erwartet, Songs wie "Dance Or Die" zu hören, irrt sich gewaltig. Die neuen Sticke klingen in ihrer Art völlig anders. Die Band hat sich ohne Zweifel musikalisch weiterentwickelt. Sie klingen ruhig und wesentlich reifer als bei älteren Veröffentlichungen. Bestückt ist diese CD mit vier Songs. Der Song "Time Zero" ist in zwei verschiedenen Versionen zu hören. Ein unbedingtes Muß für Freunde der ruhigen elektronischen Musik
Michaela Böttcher
DAILY PLANET - THE TIDE visage/ spv
Doch, diese CD hat auch viele gute Seiten, zum Beispiel, daß man dabei prima einschlafen kann, oder daß man sich wieder daran erinnert, wie gut DEPECHE MODE doch waren (und vielleicht werden sie es ja auch wieder). Über den Rest sollte man vielleicht besser den Mantel des Schweigens werfen, wäre da nicht diese miese Verpflichtung des Rezensenten, die Platte wenigsten in groben Zügen zu charakterisieren. Also: Allen Mut zusammengenommen und durch, so schlimm wird es schon nicht werden! Mit den ersten Tönen stellt sich aber das unangenehme Gefühl ein, das sich die beiden schwedischen Macher der Band einfach diverse ERASURE-Tracks genommen haben, und darüber skrupellos noch jede Menge kitschigen Zuckerguß kippten. Das Problem ist jetzt, daß man entweder sanft entschlummert, oder aber mit Breitseiten Billigkitsch bombardiert wird. Dazu kommen teilweise wirklich sinnentleerte Texte, Highlight in dieser Hinsicht ist sicher "Superman". Will man sich das Ganze ersparen, so reicht eigentlich der Genuß der ersten 20 Sekunden von "Radioactive Love" (wirklich eine beeindruckende Instrumentierung), danach ist man wahrscheinlich kuriert. Menschen, die Synthiepop mögen, können ja ruhig `mal "Shame", "Imagination" oder "Milky Way" anhören, das dürften in einer Tüte tauber Nüsse die Kernbeißer sein. Note: 4 CC
CHRISTIAN DÖRGE - ANTIPHON Derriere-Records
Das neue Album "Antiphon" , Dörge's zweite Literaturvertonung seit der "Lycia"-CD , beweist einmal mehr das große poetische Schaffen des Schriftstellers und Musikers. Die Texte, die fast alle dem Buch "Opera" entstammen, wurden nicht überarbeitet, um eine möglichst große Authentizität mit dem Leben des Autors zu erreichen. Musikalisch hat sich Dörge sehr gewandelt, denn er verarbeitet die verschiedensten musikalischen Stielrichtungen, wie Jazz-Elemente (Im Cafe), Dance Breaks (Französische Filmszenen 2),gefühlvolle Piano Passagen (An der Mole), und doch ist es wieder ein typisches Dörge-Album. Vorgetragen werden die Texte übrigens wieder von Mala Jayita Murkherjee, die mit ihrer Stimme auch diesmal den Stücken die geheimnisvoll kühle Atmosphäre verleiht. Wer also seine Musik kennt, wird nicht an dem Album vorbeikommen, und allen anderen sei gesagt: Reinhören, es lohnt sich! Anspieltips: "Mystische Rosenmadonna (1995)" und "An der Mole"
Christian Death - Death in Detroit Cleopatra Records
Hier also noch ein Werk von Rozz Williams Plattenfirma Cleopatra. Warum denn immer noch unter Christian Death? Auf dieser CD befinden sich 8 Songs. 4 mal Panic in Detroit mehr oder weniger verunstaltet und 4 mal werden andere Lieder von C.D. geremixed. Für die Remixe waren u.a. Numb, Rosetta Stone, LeaEther Strip und Die Krupps verantwortlich. Allerdings hat es nach meinem Geschmack allein Jürgen Engler von Die Krupps geschafft einen wirklich guten Remix abzuliefern. Falls ihr euch diese CD aus Sammlerleidenschaft kaufen müßt: Anspieltip ist das 3. Lied Figurative Theatre und ansonsten laßt die Finger weg. R.R., Note: 5 Christian Death - Death in Detroit Cleopatra Records Hier also noch ein Werk von Rozz Williams Plattenfirma Cleopatra. Warum denn immer noch unter Christian Death? Auf dieser CD befinden sich 8 Songs. 4 mal Panic in Detroit mehr oder weniger verunstaltet und 4 mal werden andere Lieder von C.D. geremixed. Für die Remixe waren u.a. Numb, Rosetta Stone, LeaEther Strip und Die Krupps verantwortlich. Allerdings hat es nach meinem Geschmack allein Jürgen Engler von Die Krupps geschafft einen wirklich guten Remix abzuliefern. Falls ihr euch diese CD aus Sammlerleidenschaft kaufen müßt: Anspieltip ist das 3. Lied Figurative Theatre und ansonsten laßt die Finger weg. R.R., Note: 5
DEMENTIA SIMPLEX - Yeah, I killed my mama - CD - OffBeat
Und sie wandeln doch auf den Pfaden der großen Heroen SKINNY PUPPY... Nach dem (längst abgenudelten) Knaller "Cinderchild" hätte kaum jemand ein solches Album von DEMENTIA SIMPLEX erwartet. Aggressiv und sensibel zugleich, komplex, total durchgeknallt, dies sind nur ein paar Attribute, die mir spontan durch den Kopf gehen. Abgehackte Beats, total verworrene Rhythmuskonstrukte, vordergründige Bässe und eine überwiegend, aber nicht immer verzerrte Stimme, teilweise vom Typ Megaphon, kennzeichnen das Gros der Songs. Dabei besteht die Basis meistens aus flächigen Synth und ruhigen, eingängigen Keyboardmelodien, die von wirren Gitarrenriffen oder der breiten, prägnanten Gesangstimme überschattet werden. Im Übrigen hat jeder der einzelnen Song sein eigenes Intro bzw. eine Art Übergang zum nachfolgenden Song, so daß die eigentlichen 10 Tracks auf stolze 20 anwachsen. Eine wirklich Überraschung, dieser Silberling! TC Note: 1
DEINE LAKAIEN - Acoustic CD- NR: GYM 5882 Gymnastic Records - Class X/EFA
Lakaien - Acoustic, eine CD, die man sich in einer ruhigen Stunde sehr gut anhören kann. Auf ihr befinden sich 15 Stücke aus der gesamten Laufbahn der Lakaien, "Love me to the end", "Mindmachine", "2nd sun", etc.. Entstanden ist diese aufwendige CD, wie der Name schon sagt, auf der Acoustic-Tour `95. Herausragend ist auch hier wieder Alexander Veljanov`s warme, tiefe Stimme und Ernst Horn`s "präpariertes" Klavier. Dieses Klavier wurde zum ersten Mal in den 50zigern von dem amerikanischen Avantgarde-Komponisten John Cage eingeführt: Die Saiten und der Resonanzraum wurden z.B. dadurch "präpariert", indem man verschiedene Hilfsmittels zwischen die Saiten oder darauf gelegt hat. Auch wurden die Saiten manchmal mit Schlägen bearbeitet. Auf diese Weise verändert sich der Klavierklang grundlegend. Und genau diesen Effekt hat Ernst Horn optimal ausgenutzt und mit Alexander`s Stimme einen faszinierenden Sound geschaffen. Während der Songs kehrt er immer wieder zum eigentlichen Klavierspiel zurück, ein befremdendes Klangexperiment. Acoustic - eine CD, die wirklich zu gefallen weiß. F.S.
DEINE LAKAIEN - Winter Fish Testosterone Gymnastic records
Mehr als 2 Jahre sind nun seit Erscheinen von "Forest Enter Exit" vergangen und das neue Deine Lakaien-Album ist da!!! Der etwas eigentümliche Titel 'Winter Fish Testosterone' setzt sich aus drei Songtiteln zusammen, die exemplarisch für die unterschiedlichen Stimmungen auf dem Album stehen. Bei My Winter, Away und As it is zum Beispiel handelt es sich um die Lakaien typischen, melancholischen Klänge. Hier steht eindeutig Alexander Veljanov's ausdrucksvolle Stimme im Vordergrund. Während bei Fish und Testosterone harte, zynische und humorig-skurile Klänge, die jedoch ziemlich gewöhnungsbedürftig sind, den Rhythmus bestimmen. Alles in allem ist das Album nicht nur etwas für eingefleischte Lakaien-Fans, sondern es bietet mit seinen unterschiedlichen Stimmungen für jeden etwas. F.S.
Distain! - "Tears of joy" remix e.p. - (Chrom Records)
Nicht gerade der absolute Hit aus ihrem Album "Homesick Alien" wird hier von Distain! Als Single-CD ausgekoppelt, aber durchaus ein würdiger Hit. Synthpop allerfeinster Güte wird hier geboten...Ich allerdings muss sagen, dass mir die viel gelobten Remixe von gareth Jones, seineszeichens Producer von Depeche Mode, gar nicht gefallen... Distain! Sind und bleiben eben Distain!
AD
Dive - "True Lies" - (Trinity/Daft)
Jau, der Meister schlägt wieder zu! 10 Tracks von Dirk, die durch Mark und Bein gehen. Dive wie man ihn kennt und liebt, stampfende, nicht zu schnelle Beats, krachige Loops und der typische Gesang. Aber nach etwa der Hälfte der CD verfällt Dive in verspielte 80er-Melodien, die meiner Meinung nach nicht viel mit dem Rest auf "True Lies" zu tun haben, aber dennoch ist und bleibt Dive eine der Grössen am Electro-Himmel und die auch immer Verlass ist. Kompliment.
AD
DARK DISTANT SPACES - secret words & little treasures
Zugegeben, noch bevor ich die ersten Töne hörte, beschlich mich ein ungutes Gefühl. Keine Ahnung, weshalb das so war, immerhin war es gerechtfertigt. "Secret words & little treasures" ist ein Album, das DDS immer machen wollte, zwecks Aufarbeitung der eigenen Geschichte. So entstanden einige der Songs auf dieser CD bereits Mitte der 80er Jahre, und wurden sozusagen in ein neues Gewand gekleidet. Um welche Songs es sich dabei handelt, vermag ich aber nicht zu sagen, denn einer plätschert dahin wie der andere. Ich nenne so etwas Synthie-Pop der unteren Kategorie, also nicht mal besonders gut gemacht. Ein Album, das in keine Sammlung gehört, so nett die 80er auch gewesen sein mögen. Genug davon.
Frank Hellwig
DEMONIX - Neve Felt So Alive - Hypnobeat
Demonix ist das geistige Kind zweier Künstler. Gitane Demone, vielen sicher noch als Chanteuse bei Christian Death oder als Solointerpretin in Erinnenmg, und Mark Ickxx, seineszeichens Mastermind hinter A Split Second, schufen hier ein Konzeptalbum mit 10 Kapiteln. Um es vorweg zunehmen: Eine perfekte Verbindung zweier Musikgenre.
Die erzählerische Vortragsweise von Gitane wird mit Klingen zwischen Atmosphäre, Melancholie und Aggressivität untermalt. Die meisten Texte stammen von Gitane, die in ihren Texten für verständnisvolleren und positiveren Umgang mit fetischistischen Themen wirbt. Sie begibt sich auf einer Odyssee durch Prostitution, Unterwerfung und sexuellen Abweichungen, die mit einer zum Teil sehr "deutlichen" Sprache beschrieben wird. Wer vielleicht bisher mit Gitane Demone's Soloprojekt wenig anfangen kann, findet hier ein wirklich gelungene Album der Künstlerin vor, welches nicht zuletzt auch Freunde von A Split Second interessieren dürfte. Anspieltips: "Perv", "...For You".
Armin Kessel
DIAMANDA GALAS - Judgement Day - Musikvideo
Ein Konzert in New York des Jahres 1992 wurde hier aufs Band gebracht. Dabei handelt es sich um die sogenannten Piano-Konzerte der "Diva im Blutgewand". Von der Faszination der Live-Performances konnte einiges mit herübergenommen werden, jedoch dürfte jedem klar sein, daß dieses nur eingeschränkt geschehen kann. Mit aufgezeichnet wurden auch die Ansagen der Dame, bei der sie mal auf die intolerante Gesellschaft schimpft und ein anderes Mal eine Propaganda-Zeitung verbrennt und zerstampft. Freunde dieser Art Musikkultur werden dieses Video ohnehin schon haben und Live-Acts vorziehen. Für Neulinge auf diesem Gebiet ist diese Kassette auf jeden Fall eine Bereicherung.
Armin Kessel
Die Form - Suspiria De Profundis - Hyperium / RTD
Mit ihrer zweiten Veröffentlichung innerhalb eines Jahres präsentiert die französische Kultgruppe mit Suspiria De Profundis ein Album, welches nahtlos an den letzten regulären Studio-Release "Ad Infinitum" anschließt. Dabei entfernen sich Phillipe Fichot und Eliane immer mehr vom beinahe poppigen Sound der "Confessions"-Ära und wenden sich erneut dunkler, teilweise an die Randgebiete des Industrials grenzende Elektronik zu, obwohl natürlich potentielle Tanzflächenknüller wie zB. Cantique oder Automat 994 (beide schon vor der "Rose Au Coeur Violet"-EP bekannt) nicht fehlen. Dabei leben die Stücke vom äußerst eindringlichen Gesang Elianes und Phillipes. Suspaia De Profundis ist fürmich der bislang beste Output von DIE FORM, für alle Electro-Freaks stellt diese CD einen Pflichtkauf dar. Außerdem bietet die CD ein interessantes Artwork mit sechs beigelegten Fotografien, die zwar nicht jedermanns Geschmack sein dürften, aber durchaus in der Tradition dessen stehen, was DIE FORM seit nunmehr 15 Jahren zum Inhalt haben.
Holger Meyer
Die Form - Rose au coeur violet MCD - Hyperium
Diese CD ist, neben einer Hommage an Hans Bellmer, sowohl ein Vorgeschmack auf die kommenden Projekte rund um Die Form, als auch ein Rückblick auf bisherige Hits. Die 7-Track CD setzt sich aus drei Remixen bekannter Hits wie "Silent Order" oder "Savage Logic". Ansonsten bekommt man mit "Bite of dog" und "Eclipse II" eine Kostprobe des Projektes "The Visionary Garden!. Einen Ausblick auf das kommende Die Form Album bieten "Automat 994" und das sehr sphärische Cantique II. Insgesamt ist "Rose au coeur violet" ein lohnender Kauf, nicht nur für eingefleischte Die Form Fans.
Hella Schrader
DORSETSHIRE - Das letzte Gefecht - OFFBEAT/SPV
Die Newcomer des Jahres präsentieren uns nach ihren Tanzflächenknüllern "Schwarze Armeen" und "Herzschlag" nun ihr Debut-Album, das musikalisch eine Mischung aus New Wave und Dark Techno darstellt. Das aus zwei Ex-Relatives Menschsein-Mitgliedern (dieses bedeutet nicht, daß sie auch so klingen) bestehendes Trio präsentiert uns, daß auch deutschsprachige Wave-Bands in der Lage sind, irren politischen Anspruch in klar strukturierte Texte zu stecken. Neben einer neuen Version von "Herzschlag" sticht vor allem das Stück "Brothers And Sisters" als Powerstück und einziges englischsprachiges Lied heraus. Wobei hier das Keyboard mit deutlich erkennbarer Gitarre unterstützt wird. Desweiteren wird Urich Heep's "Lady In Black" gecovert. Das bei einigen anderen Stücken die Gitarre fehlt, liegt wohl daran, das Gitarrist Andy erst während der laufenden Produktion zu Dorsetshire gestoßen ist. Er spielt jetzt aber auch noch bei Relatives Menschsein. Live klingen Dorsetshire druckvoller und voluminöser als auf der CD, was vor allem auch an der satteren Gitarrenunterstützung bei den Live-Versionen liegt. Im Herbst wird es eine Tour geben, wo man sich selber über die Live-Qualitäten der Band überzeugen kann. Dorsetshire wird der Durchbruch spätestens jetzt gelingen.
Armin Kessel
DRACUL - Die Hand Gottes - Spirit Records
Kostprobe gefällig? "Die höhere Kultur ist die Vergeistigung der Grausamkeit / Oh Pein - schmerzliche Wollust / Das Blut ist der Würztrunk der Ewigkeit..." Oder, wie wäre es damit: "Die Bewegungen deiner Zunge / sind wie das Schwingen einer Gerte / Deine Augen stechen wie glühende Nadeln / die sich in mein Fleisch bohren..." Und Spirit Records schreibt dazu: Vampiraler Gesang, transylvanische Gitarren, Jeder Song ein Biß zur Unsterblichkeit. Stimmt auch irgendwie. Und das es sich um das ultimative Projekt von Mozart und Alex Perin handeln soll, müssen wir das wohl so hinnehmen. Jedenfalls ist diese CD für Mozart und Umbra-Freunde ein unbedingtes Muß, und für den kleinen Gruft von nebenan die absolute Geschenkidee, um die lieben Eltern damit auf dem Gabentisch zu erfreuen.
Was soll man noch dazu sagen? Schon gut, schon gut: Ich gebe zu, mir gefällts.
Frank Hellwig