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Magazin für Dark Music, Kult(ur) und Avantgarde

 

Archiv Rezensionen - E -

 

Each Dawn I Die
ECO
Echelor
E-Craft
Eldritch
Eleven Shadows
Empyrean
Endless
Engelsstaub
English Dogs
Engorged
Entombed
Entwine
Epilepsy
Equatronic
Estampie - Materia Mystica
Erben der Schöpfung
Equinox
Escape with Romeo
Escucha
Esplendor Geometrico
Estampie
Eternal Tears Of Sorrow
Evergrey
Evil`s Toy
Excession
Experiance Of Nation
Explizit Einsam
Eyes of the nightmare jungle
The Escape
The Eternal Afflict

 

Entwine - Time Of Despair - Century Media

Da hatte ich doch bei unserem Album des Monats März von der finnischen Band Charon tollkühn orakelt, dass dieser Meilenstein noch lange seines Gleichen suchen würde ... Errare humanum est! Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt!

Die, ebenfalls in Finnland beheimatete Band Entwine ist ja bekanntlich immer für eine Überraschung gut. So setzen Riitta Heikkonen und ihre Kollegen auch mit ihrem neuen Werk Time Of Despair wieder neue Massstäbe: Ein Rockalbum ohne Grenzen, weder lyrisch noch instrumental.

Beginnend 1995 haben die Finnen eine beeindruckende musikalische Entwicklung durchschritten. Verwurzelt im Death Metal Bereich, spielte man sich in den Folgejahren quer durch alle Genres, die der gitarrendominierte Musiksektor zu bieten hat. Entwine machten sich mehr und mehr frei, von den genreimmanenten Grenzen und heraus kam ein melodischer Gothic Metal Sound.

Mit Time Of Despair, schon der Albumtitel lässt es erahnen, ist den Finnen ein gefühlvoll, melodisches Stück Musik in die Instrumente geflossen, getragen von bittersüsser Melancholie auf der Textebene. Mika Tauriainens wandelbar melodischer Gesang verschafft, unterstützt durch die Backroundvocals von Keyboarderin Riitta Heikkonen, jedem Song seine Einzigartigkeit.

Druckvolle Gitarrenriffs wechseln sich ab mit melodisch leiseren Sequenzen, getragen vom atmosphärischen Keyboard und den eher zurückhaltenden Drums.

Jedes der insgesamt neun Stücke ist ein kleines Meisterwerk. Besonders ins Ohr stechen einem allerdings der gefühlvolle Rocksong Nothing Left To Say sowie das, vom Abschiedsschmerz handelnde Stück Learn To Let Go. Mit Time Of Despair ist den, aus Lathi stammenden Musikern dann auch noch eine aussergewöhnlich tiefgründige Rockballade geglückt, auf lyrischer wie kompositorischer Ebene.

Ganz unbemerkt führen Entwine den Zuhörer in seine eigene, schon bekannte oder bis dato noch völlig fremde Gefühlswelt. Eine beachtliche Leistung, die in der Form schon seit längerem kein Werk dieses Genres mehr abliefern konnte.

Dieses Album sollte in jeder guten Rockmusiksammlung zu finden sein. Also, nichts wie hin, in den CD-Shop um die Ecke!

Mareike

 

Evergrey - The Dark Discovery - Black Sun Records

Diese Band agiert irgendwo im Metalbereich, durch ihre facettenreiche Musik und das Zusammenspiel verschiedenster Elemente ist es wirklich nicht einfach, Evergrey zu beschreiben. Die Vokals erinnern etwas an RUBICON, nicht jedoch die Musik. Evergrey spielen sehr melodiösen Metal, tendieren mal etwas mehr zum Gothic, dann wieder mehr zu progressiveren Sound. Sie nehmen und benutzen, was ihnen gefällt. Es überwiegen die ruhigeren Arrangements, teilweise auch mit Chorälen oder plätschernden Regentropfen, allerdings ist man vor gewaltigen Ausbrüchen nicht sicher. Der Gesang könnte ruhig etwas düsterer sein, ansonsten ist es eine ordentliche Platte. (Note: 3) TC

 

EACH DAWN I DIE – Notes from a holy war – D.V.L.R. / Dark Vinyl / Discordia

EACH DAWN I DIE waren bereits mit dem Stück „Notes from...“ auf dem letzten TASTE THIS Sampler vertreten, und präsentieren sich nun mit der gleichnamigen Debüt-CD. Entstanden ist das Projekt im Jahre ´92 aus Peter Nyström, seines Zeichens Kopf der Band MEGAPTERA, und Ex-MORTHOUND Mitglied Marten Kellerman. Sie verarbeiten zum einen den "Heiligen Krieg" des Mittelalters als solches und zitieren aus dem Buch "Talisman of Death" und einem Brief von Sir John Edward Thompson, der 1438 im Namen Gottes umgebracht wurde. Mit mehreren gesampelten Sprachsequenzen aus Filmen wie z.ß. "The pit and the pendulum" (dt. Meister des Grauens), der ja zur Zeit der spanischen Inquisition spielt und eben dieses Thema behandelt, unterstreichen sie ihr eigenes Thema "Kontra Kirche". Musikalisch sind EACH DAWN I DIE irgendwo im Elektronik/Industrial-Lager anzusiedeln. Die 5 Stücke der CD sind allesamt sehr ruhig und melodisch und suggerieren eine morbides Weltbild voller Haß gegen die (kath.) Kirche. Sie wollen nicht den Moralapostel spielen, lediglich an geschehene Grausamkeiten erinnern, denn an der Kirche hat sich bis heute nicht viel verändert.

T.C.

 

ERBEN DER SCHÖPFUNG - ELIS (MAXI) - M.O.S. RECORDS LTD.

Die ERBEN DER SCHÖPFUNG präsentieren ihre Single-Auskopplung "Elis", einen der besten Songs ihres Albums "Twilight", der sogar zum Clubhit aufsteigen könnte. Auf der Maxi-CD befinden sich vier verschiedene Versionen des Songs; darunter die "normale" Version und das gleiche Stück in Englisch. Der Song vereint elektronische Rhytmen, schweren, getragenen Goth-Metal, Sabine Dünser's geradezu liebliche Frauenstimme, sowie leichte Mittelalter-Elemente und kombiniert diese ganzen Parts zu einem Werk, das einem zeitweise einen wohligen Schauer über den Rücken laufen lässt. Das besondere an Sängerin Sabine ist, dass ihre Stimme keineswegs nervig wirkt, was bei Stimmen dieses Genres leider viel zu oft der Fall ist. Im Gegenteil! Sie wirkt sogar richtiggehend sympatisch, da selbst der opernhafte Gesang nicht ZU perfekt oder gar aufgesetzt rüberkommt, halt "menschlich" und warm.

Die Remixe wirken dagegen eher wie Pflichtübungen. Der NoyceTM-Remix kommt als getragener Wave-Mix ohne Gitarren daher, wärend der Spiritual Cramp-Mix das gleiche nochmal als EBM-Variante im Stile von L'âme Immortelle präsentiert.

Zwar hat man das alles sicherlich schonmal irgendwo gehört, dennoch wirkt die Musik der Band bemerkenswert eigenständig und mitreißend. Eine Digipack-Aufmachung incl. Text der deutschen Version macht die CD nur umso kaufenswerter.

Dominik Schröder

 

EPILEPSY - ROZOIS - CD DISCORDIA

Nicht mehr ganz brandaktuell ist die CD 'Rozois' der Schweitzer Formation EPILEPSY (Ich sag jetzt lieber nicht, von wann sie ist, sonst lacht Ihr alle). Dennoch sollte sie nicht übergangen werden, denn was EPILEPSY hier zu bieten haben, weiß durchaus zu gefallen. Ihre Musik läßt sich grob mit den Konstanten 'Electrobeat' und 'harte Gitarren' abgrenzen. Damit liegen sie irgendwo im Dunstkreis von CUBANATE und MINISTRY, ohne jedoch die Klasse vor allem der Letzteren zu erreichen. Das ist aber auch nicht weiter schlimm, denn MINISTRY sind in ihrem Bereich einfach unerreichbar. Nichtsdestotrotz verfügen auch EPILEPSY über einigen Wiedererkennungswert, was vor allem auch am bemerkenswerten Organ des Sängers liegt. Wer sich also von den Attributen, die ich in Zusammenhang mit EPILEPSY genannt habe, angesprochen fühlt, der sollte sich 'Rozois' auf jeden Fall mal anhören. Note: 3+

RIR

 

ENGLISH DOGS - SEI WAS DU BIST - 7" IMPACT RECORDS

Die ENGLISH DOGS dagegen spielen eine ganze Nummer schneller und härterund bringen so den eher amerikanischen Stil auf dieser Single unter. Hörbar sind aber auch sie, denn durch das relativ hohe Tempo kommt doch richtig Stimmung auf. Vom Text versteht man zwar nicht all zuviel, doch sollte der Titel des Stückes "Sei Was Du Bist" für sich alleine stehen. Ob das 2. Stück nun "Delete it" heißt oder nicht, läßt sich nur vermuten, aber sicher ist, daß dieses zweite, im Gegensatz zum ersten, in englisch gesungen wurde. Besser abschneiden wird bei mir das UNTERGANGSKOMMANDO, da es mich immer freut, wenn ich die Texte verstehen und auch den Bezug zu mir selbst finden kann. So vergebe ich die Note: 3

R.R.

 

THE ESCAPE - FAITH AND DECAY (CD - Oblivion / SPV)

Eigentlich sind Intros doch gar nicht mehr so in, oder? Naja, dem Opener ‘Where Have You Been’ vom neuen THE ESCAPE Album steht es aber ganz gut. Und wenn ich ehrlich bin, mag ich atmosphärische Intros wirklich sehr gerne (auch wenn auf die typischen Klischees oft nicht verzichtet wird). Zehn Jahre gibt es THE ESCAPE nun schon, doch ‘Faith And Decay’ ist erst das dritte Fulltime-Album. Einen Umstand, den man wohl auch dem früheren Label der Band zu ‘verdanken’ hat. Doch diese wenig erfreulichen Zeiten sind nun vorbei und herausgekommen ist ein Stück Musik, das THE ESCAPE von seiner besten Seite zeigt. Selten zuvor präsentierte die Band ihre Interpretation von Gothic & Wave so kraftvoll und gleichzeitig melancholisch, wie hier. Auch die Zuhilfenahme von weiblichen Vocals neben Eltens klassisch ausgebildeter Stimme macht sich positiv bemerkbar. So dürfte ‘Tears In December’ wahre Hitqualitäten haben. Und da promotiontechnisch bei der neuen Plattenfirma ebenfalls deutlich mehr geleistet wird, sollte dem endgültigen Durchbruch eigentlich nichts mehr im Wege stehen. ‘Faith And Decay’ dürfte ein Garant dafür sein.

 

Equinox - Holon CD - Zoth Ommog / Connected

Er ist zurück: der Weltrekordhalter im Nebenprojekte gründen! Genau, Bill Leeb hat mit seinem derzeitigen Lieblings-Spezi Chris Peterson ein neues Projekt namens Equinox ins Leben gerufen. Damit gehen die beiden den Weg, den sie mit dem letzten Frontline Assembly-Album "FLAvour Of The Weak" eingeschlagen haben, noch ein Stück weiter. Mit eben jenem Album hatten die beiden den Sound von FLA ein ganzes Stück in Richtung Progressive Techno zu verschieben versucht, was teilweise auch gelang: bei einigen Songs verbanden sich die FLA-typischen Elemente mit den "neuen" Klängen sehr gut, auch wenn das ganze noch etwas unausgegoren wirkte. Deshalb erwartete ich bei diesem Album den Feinschliff, der der "FLAvour" noch gefehlt hatte. Aber meiner Meinung nach haben sich Leeb und Peterson zu weit von ihrem gewohnten Territorium, auf dem sie sich sehr sicher und gekonnt bewegen, entfernt, so daß ich in "Holon" sowohl die spektakulären Songs, die mich begeistern können, als auch den roten Faden vermisse - das Ganze klingt zuweilen ziemlich zerfahren und deshalb leicht langweilig. Bei der "FLAvour" hatte man eine Fusion von Gewohntem und Ungewohntem geschaffen, durch die eine kreative Dynamik entstand; aber bei Equinox lassen sie die FLA-Sounds weg und versuchen sich an einer Musik, die andere einfach besser machen können. Trotzdem ist es zu loben, daß ein Musiker, der so lange dabei ist wie Bill Leeb, immer wieder neue Möglichkeiten sucht, seiner Kreativität in neuer Form Ausdruck zu verleihen, anstatt immer wieder ein EBM/Industrial-Album à la "Tactical Neural Implant" zu machen. Wenn er sich dabei ein wenig mehr auf seine Stärken besinnt, wird das nächste Album auch wieder ein Hit, ganz sicher. Note: 3 Z

 

Equatronic - Shadowland CD - Zoth Ommog / semaphore

Equatronic machen Synthie-Pop und stehen dabei mit mindestens anderthalb Beinen noch in den 80ern. Die vorab auf dem "Tribute To ..."-Sampler veröffentlichte Madonna-Coverversion von "La Isla Bonita" gefiel mir noch ganz gut, weshalb ich mir von diesem Album einiges erhoffte. Beim Hören von "Shadowland" war ich aber enttäuscht: die Musik bringt überhaupt nichts Neues, Sänger Oliver Thom näselt die ganze Zeit völlig schrecklich und nach spätestens drei Songs war ich nervlich total aufgerieben. Die Melodienlinien in den Refrains sind zumeist hübsch und eingängig, aber die Songs ziehen sich dann wie süßes, eklig klebriges Kaugummi. Einzelne Songs wie z.B. "Silent Sea" kann ich mir sogar sehr gut anhören, aber auf die Dauer bietet der Sound zu wenig Abwechslung und wird deshalb schnell nervig. Note: 4 Z

 

Equatronic "Motivation" (Connected/Zoth Ommog)

Ein wenig "Motivation" brauchte ich auch, um dieses Album bis zum Ende durchzuhören. Nicht, daß Equatronic besonders schlecht wären, aber irgendwie kann mich die Musik nicht ansprechen. Ich würde das Ganze in die Schublade Synth- und Electropop stecken. Mir gefällt der Gesang nicht und die Song sind auch irgendwie komisch. Ich empfehle jedem unbedingt vorm eventuellen Kauf reinzuhören. Note: 4 AD

 

ENTOMBED - Monkey Pussy - CD - Earache

London Astoria, 18. März 1992, "Gods of Grind"-Tour.... Hier wurde das vorliegende Material von ENTOMBED aufgezeichnet. Die 10 Songs, allesamt in einer überaus guten Qualität, angefangen von "Living dead", über "Sinners bleed" bis hin zu "Left hand path" zeigen einmal mehr, wo die wahren Wurzeln des Deathmetals liegen. "Monkey Pussy" ist nicht ganz so mein Ding, wie ENTOMBED insgesamt, aber so hin und wieder läßt sich diese Scheibe wirklich gut hören. TC NOTE: 3

 

Engelsstaub - Unholy Apollyon

Konnten Engelsstaub dieses Jahr auch bereits durch ihre brilliante U2- Coverversion "Mothers of the Disappeared" glänzen, so schütteln sie nun nochmals ein As aus dem Ärmel, und erfreuen ihre treuen Anhängerscharen mit dem Re-Release ihrer 1992 limitiert veröffentlichten 7" "Unholy". Auf der nunmehr 6 Tracks umfassenden EP finden sich außer den digital aufgearbeiteten "Unholy" Stücken noch zwei Neubearbeitungen von "Lost Purity" und "Ignis Fatuus Pt. 1"sowie gesuchte Samplertracks, die diese EP zu einem Schmuckstückchen in eines jeden CD Sammlung werden lassen. Außerdem kann man sich mit ihr die Wartezeit auf die für April '98 erwartete neue Full Length CD verkürzen, und wann war das Warten je stimmungsvoller als mit "Skin Me Alive" im Hintergrund? H.M. Note: 1

 

ELDRITCH - El nino - CD - Inside Out

Nicht zu verwechseln mit dem Sisters-Eldritch kommt diese italienische Formation aus dem progressiven Metallager und legt nun mit "El nino" ihr bereits drittes Studioalbum vor. Eldritch haben einen ausgeprägten Sinn für außergewöhnlich ohrenfreundliche Melodien, die allerdings immer wieder von unkonventionellen Elementen entfremdet werden. Prägnante, ja fast schon typische Keyboardeinsätze ergänzen Gesang und Gitarrenspiel. Die sonst so (bei mir) verhaßte Metalstimme erscheint gar nicht mal mehr so schlimm, was allerdings auch daran liegen mag, daß Sänger Terence Holler auf jegliches Gekreische verzichtet und auch die unteren Oktavbereiche bedenkt. "El nino" ist ein beeindruckend druckvolles Album geworden, sowohl mit Glanz- als auch ein paar wenigen Schattenseiten. Die erste Hälfte der CD ist, obwohl härter, weitaus harmonischer und ansprechender, während beim Rest recht schräge Sachen passieren, die eben nicht jedermann's Sache sind. TC Note: 2

 

E-CRAFT - Reaktanz MCD - Maschinenwelt

Mittlerweile zum Duo geschrumpft präsentieren sich E-CRAFT in einem (fast) neuen Gewand. Die neue "Reaktanz" MCD steht für einen großen Schritt in die richtige Richtung. Ich war wirklich positiv überrascht, als ich mir neulich die CD zu Ohren kommen ließ. Die Songs sind etwas kühler und distanzierter als sonst, ganz besonders auffallend ist der fünfte und letzte Song, "Withered Side", der vielleicht der Beginn einer neuen Ära für E-Craft ist. Thematisch haben sie nun einen etwas anderen Weg eingeschlagen, mal abgesehen von dem Grand-Nipple-Mix von "Ich will Titten" (und ich find' diesen Song immer noch peinlich!), wobei der ja auch nicht unbedingt repräsentativ für E-Craft war. Sie kommen jetzt einfach ehrlicher rüber, und das ist es, was zählt. T.C. 2

 

E-CRAFT - DIE STAHL AG - CD - NR: MW 02, LABEL: Maschinenwelt

Nach dem erfolgreichen Sampler-Debüt des jungen MASCHINENWELT Label liegt nun die 2te Veröffentlichung an - E-CRAFT mit "Die Stahl AG". Wenn man sich das Tracklisting anschaut, könnte man fast meinen, die CD würde nur von Stahl handeln (Man at steel, Stahl-Ouvertüre, Der STAHLinist). Dem ist aber nicht ganz so, denn E-CRAFT tangieren mit Ihren Texten ebenso kritische Punkte unserer Gesellschaft. Was die Musik selbst angeht, so spielt das Trio eine Mixture aus klassischem Synthie-Pop und eingängigem EBM. Manche Stücke kommen zwar nicht über das Mittelmaß hinaus, doch zeigen "Stars & Stripes" und "Play my game", wo's Richtung Dancefloor geht und auch "Der Suizid" oder "Rise on earth" setzen sich vom Gros ab. Besonderes Schmackerl ist auch die CD-Shapeform, ein Zahnrad, welches in ein Jewel-Case gebettet liegt. Sieht tot-schick aus, ist aber leider nicht für CD-Wechsler und Auto-CD-Player zu gebrauchen. Musikgenuß also nur für daheim. T.C. Note: 2

 

E-CRAFT - Forge the steel - CD - Maschinenwelt

"Forge the steel" - zweiter Streich der EBM-Formation aus Eisenhüttenstadt. E-CRAFT haben sich hörbar weiterentwickelt, die neuen Songs sind komplexer und vielschichtiger und das nicht nur in musikalischer Hinsicht. Sie lösen sich etwas von ihrem Stahlarbeiter-Image, behandeln nun auch persönlichere Dinge, die sich nicht nur um Arbeit und das soziale Umfeld im Osten drehen. Etwas negativ aufgestoßen ist mir der Titel "Titten", aber vielleicht fehlt mir momentan auch nur der nötige Humor. Unbedingt hören sollte man noch den Song "Believe", aber ich denke, daß er in Zukunft sowieso öfters in den Clubs gespielt werden wird. Zudem beinhaltet diese CD auch noch einen CD-Rom-Track, der den Videoclip zu "Die Stahl AG" beinhaltet - eine nette Aufmerksamkeit. Lest aber bitte hierzu auch noch das Interview in dieser Ausgabe! T.C. Note: 2

 

ECO - entfesselt CD Off Beat / SPV

Über wenige Projekte gibt es so viele kontroverse Meinungen wie über ECO, das Projekt von Heiko Daniel. Von der Kritik gehasst und regelmaessig verrissen hat ECO im Laufe der letzten Jahre immer wieder große, zeitlose Szene-Hits landen können. Nachdem "Hass & Liebe" zunächst auf einem Major veröffentlicht wurde, wechselte ECO 1994 zu Off Beat, wo der Szenehit nochmals aufgelegt wurde. Es folgten weitere Renner wie "Gier" oder "Schmutz". Die Presse hingegen ließ nie ein gutes Haar an der Musik und alle stöhnten (allerdings nicht vor Lust sondern eher vor Entsetzen) als vor zwei Jahren das erste Album veröffentlicht wurde. Warum? Für meine Ohren ist ECO vor allem Musik die Spaß macht: man kann sich die Songs gut anhören, dazu abtanzen, was ist daran verwerflich? Mir egal, "entfesselt" hält auf jeden Fall einige Tanzflächenfeger für das tanzfreudige Grufti-Volk bereit. Allerdings muß ich sagen, daß mein Promo-Tape nach dem halben Album endet (auf der zweiten Seite ist zwar das sehr gute Click Click-Album, aber lieber wäre mir doch die zweite Hälfte gewesen), weshalb ich noch nicht in den Genuß des mir von Produzent Sevren Ni-Arb als absolutes Brett angekündigten Songs "ich will dich" kam. Dennoch haben auch "follow me" oder noch eher das wieder nur zum Teil deutsch gesungene "rosarot" eindeutig Clubhitpotential, weshalb ich den guten Tom auch zwang diesen Song schon in der Disco zu spielen. Ich bin gespannt auf die zweite Hälfte dieses Albums (deshalb auch noch keine Note!), auf die Reaktionen der Presse und der Konsumenten. Komm, flieg' mit mir auf und davon! Z

 

Eyes of the nightmare jungle "Innocence" CD/Synthetic Symphonie/SPV 084-61722

Eigentlich hatte ich nach der Vorab-Maxi "Pressure" ein schönes Gitarren-/Gothic-Rock-Ablum erwartet. Was mir beim Hören dieser CD jedoch entgegenschwoll war alles andere als aufregend. Hauptsächlich langsame Balladen ohne irgendwelche interessanten Schnörkel oder eingängige Melodien. Es scheint teilweise einfach so dahingespielt, obwohl mir die Texte sehr sinnvoll scheinen (soviel ich verstehen konnte - es waren keine abgedruckt). Eigentlich schade, denn das gewählte Thema, Lebensgeschichte eines Menschen, hätte man sicher besser darstellen können. Wer gitarrenunterlegte Balladen mag, sollte mal reinschnuppern, alle anderen werden nichts damit anfangen können. M.W.

 

EYES OF THE NIGHMARE JUNGLE - Pressure - MCD, Synthetic Symphony / SPV

Viele von Euch werden EYES OF THE NIGHTMARE JUNGLE sicherlich noch von der 93er Zillo-Tour her kennen. Auf der vorliegenden neuen Maxi-CD bieten sie mit Synthies angereicherten Dark-Wave-Rock, der für die Tanzflächen geradezu prädestiniert ist. Als besonderes Bonbon enthält die CD neben zwei Versionen von Pressure einen Remix ihres Klassikers "Shadowdance".

Holger Meyer

 

Excession - Jong & Huga Resurrection Records / PHD

Hhhm, noch nie was von gehört. Und in Ermangelung einer Presseinfo weiß ich nicht mal, ob das an meiner Unwissenheit liegt und ich über eine Koryphäe schreibe oder ob Excession mit diesem Silberling ihr Debüt geben. Das Cover macht mich garnicht an, sieht irgendwie nach fernöstlicher Meditationsmukke aus. Und der Titel des guten Stücks reißt es auch nicht raus - Jong & Huga!!! Hmmm... .Umso größer ist die Überraschung, als das Werk in meinem Player liegt - es klingt nämlich gar nicht nach Meditationsmusik. Die Stimme der Sängerin Yasmin erinnert mich in Kombination mit den musikalischen Arrangements stellenweise an Garbage in ruhiger und schwärzer (besonders der vierte Track ‚I wanna be your dog' ). Torben sagt zwar, das stimmt nicht, aber schließlich schreib ich ja die Kritik. Das beweist Euch vielleicht mal wieder, wie subjektiv CD Rezis sind. Gemeinsam mit ihrem Partner Dave, der die Verantwortung für den instrumentalen Teil der Scheibe hat, performen die Engländer fünf Songs, die auf eine schöne Weise melancholisch sind und phantastisch in Filme wie "The Crow" passen würden. Ich habe keine Ahnung, wie man diese Musikrichtung nennt und so 'ne Band-Vergleicherei wie oben liegt mir eigentlich nicht besonders - zumal das ja von Lied zu Lied variiert. Nur eins weiß ich mit Sicherheit: Die unterschiedlichsten Leute werden sie mögen. Denn die Musik ist eine gute Mischung - sie ist nicht allzu elektronisch, nicht allzu schwarz, nicht allzu poppig und nicht zu eintönig. Excession klingen mal beschwörend & melancholisch, mal klassisch und auch schon mal tanzbar (‚Years to come'). Ich weiß nicht genau warum, aber die Scheibe ist klasse. Nur schade, daß sie so kurz ist...Scheint wohl doch ein Debüt zu sein. Fest steht: Kaufen! TK

 

ESTAMPIE - ONDAS - WARNER/RED MOON

Auf ihrem neuen Album Ondas verschmelzen Estampie einmal mehr Texte aus dem tiefsten Mittelalter mit ihrem düsteren Mittelalter-Dark-Wave. Schon beim ersten Hören, weiss der Konsument: Hätten die Autoren der einzelnen Stücke damals schon Synthesizer gekannt, hätten sie ihre eigenen Instrumente wahrscheinlich auch mit diesen gepaart, genauso, wie es halt Estampie zelebrieren... Die Palette der Band reicht von entspannend und träumerisch-romantisch ("Reis Glorios") bis dramatisch-tanzbar (ja, auch diese Mischung kann funktionieren, hört selbst rein: "Quantas Sabedes"). Diese CD darf auf keinem Live-Rollenspiel-Treffen fehlen, denn hier handelt es sich um die perfekte Tavernen- und Lagerfeuer-Musik! Einen einzigen Minuspunkt gibt es allerdings zu bemerken: Die Scheibe wird nach dem 7.-8. Track ein wenig eintönig, und es kann passieren, dass der betrunkene Lord beim letzten der insgesamt 11 Stücke schon im Reich der Träume wandelt und sich seine Haare am Lagerfeuer verbrennt... Alles in allem ist dieses Album aber sicherlich dennoch durchaus eine Empfehlung für alle Mittelalter- und Phantasie-Fans!(ds)

 

ESTAMPIE - MATERIA MYSTICA CD / Christophorus

Zehn Gramm Religion, eine Handvoll gregorianische Gesänge, vier Kilo phantastische Stimmen, eine Prise innovativer Musiker - das Ganze mit etwas Mystik abschmecken und fertig ist der mittelalterliche Wundertopf. Einen wirklich ganzheitlichen Musikmix bietet Estampies neuestes Werk. Die Musik wurde für eine Performance mit dem Titel MATERIA MYSTICA geschaffen, die Estampie im Frühjahr 1998 in München zum Besten gaben. Vertont wurden in erster Linie Texte von Hildegard von Bingen, deren Grundgedanken des Hexagramms als Symbol der Ganzheit das Gerüst für die Performance bildeten. Die Künstler haben wie gehabt mit Bruchstücken alter Musik gearbeitet, die sie gekonnt mit neuen Elementen paarten um eine "neue alte Musik" zu schaffen. Natürlich ist die Scheibe gewohnt gelungen, wobei sie in Kombination mit der Aufführung sicherlich Gänsehaut zaubert. Das Konzept ist rund und stimmig & auch wenn das Silberstück meinen persönlichen Geschmack für den Plattenteller nicht trifft, weil ich derartige Bands lieber live genieße, so darf das Werk der Mittelalterikonen Estampie doch bei keinem eingefleischten Fan dieser Sparte fehlen. TK

 

ESTAMPIE - Ludus Danielis - EFA

Einen Vorgeschmack auf diese CD konnte man auf den Essence of Consequence Sampler bekommen, wo man das Intro "Ad honorem tui Christi" hören konnte. "Ludus Danielis", ist ein Mysterienspiel aus dem 13. Jahrhundert und handelt von dem vermeintlichen Propheten Daniel. In Szene umgesetzt wurde dies von Estampie, die sich schon seit 1985 mit medievaler Musik beschäftigen. Dahinter stecken Sigrid Hausen (Sängerin von QNTAL), und Michael Popp von DEINE LAKAIEN. Wer Stücke a la "ad mortem festiniamum" erwartet, wird enttäuscht sein. Hier findet sich die gekonnte Umsetzung einer mittelalterlichen Oper, was sowohl durch die Instrumentierung als auch durch die Auswahl der Sänger dokumentiert wird. So kann man z.B. Alexander Veljanow in der Rolle des Propheten Habakuk hören. Der CD liegt ein ausführliches Booklet bei, in dem sowohl der Text des Danielspiels in vier Sprachen abgedruckt ist, als euch Informationen zum mittelalterlichen liturgischen Drama. Eine CD, die Mittelalterfreunde sehr ansprechen dürfte.

Hella Schrader

 

Esplendor Geometrico - Balearic Rhythms Geometrik

Esplendor Geometrico hatten sicherlich immer schon eine gewisse Ausnahmestellung und einen höheren Bekanntheitsgrad als so manche andere Band, die vielleicht nur irgendwelchen Insidern in Süddeutschland bekannt ist. Bei EG liegt das wohl vor allem daran, daß sie aufgrund der klar durchstrukturierten und wenig radikalen Songs auch auf das Interesse der ElectrohörerInnenschaft stößt. Auch "Balearic Rhythms" wird da keine Ausnahme machen und reiht sich nahtlos in die letzten Veröffentlichungen der Südeuropäer ein. Die vom Coverartwork interessant und farbig gestaltete CD enthält sieben minimale, rhythmische und dabei auch tanzbare Industrialperlen, die wie die CD eine runde Sachen sind und kaum anecken, also kaum die Hörgewohnheiten der KonsumentInnen angreifen oder verändern werden. Man mag das positiv oder kritisch bewerten. LS

 

ESPLENDOR GEOMÉTRICO CD "1983-1987" Geometrik GR-07/DISCORDIA

Hierzulande fast unbekannt sind Esplendor Geometrico. Die Spanische Industrial Band hat aber durchaus mehr Beachtung verdient, zumal einige Stücke auch durchaus in Clubs gespielt werden könnten. Auf "1983-1987" wurde das 2. Album von E.G. "Comisario de la luz/Blanco der Fuerza" und 4 Teile von "Noising in the Rain" veröffentlicht. Anspieltips sind "Comisario de la Luz I", "Noising in the Rain I + IV" Zwar gehört E.G. nicht gerade zu den leicht zu konsumierbaren Gruppen, aber trotzdem sollten Leute, die DIVE und BLACKHOUSE gut finden, auch mal bei Esplendor Geometrico reinhören. Für Industrial-Fans ist E.G. ein Pflichtkauf. H.S.

 

ESPLENDOR GEOMETRICO/ MOST SIGNIFICANT BEAT: CONTROL REMOTO 1.0 LIBERATION AND ECSTASY/EFA

Au fein, hier ist ja mal wieder was von der beliebten spanischen Industrialcombo. Das Material von 1992 ist allerdings sehr viel elektronischer als erwartet und verschließt sich nichtmals vor eingängigen Strukturen. Dennoch hat diese Split-CD ihre Vorzüge, die bereits von mir getestet sind, denn wer z.B. wie ich gerade umgezogen ist und keine Lust aufs nervige Kisten ausräumen und einräumen hat, wird durch den rhythmischen Charakter der CD auf Trab gehalten. (Clay People oder And Christ Wept würden da wohl wenig Sinn machen, das würde nur dazu animieren, seine Einrichtung zu zertrümmern). Die zweite Hälfte kommt von Most Significant Beat, einem Projekt von Esplendor-Gründer Saverio Evangeliste (igitt, was für ein christlicher Name), der -ob man's glaubt oder nicht- hier seine sehr technoide Leidenschaft auslebt, ohne dabei die Nähe zum Electro zu verlieren. Ja, ja, die Grenzen sind fließend. Insgesamt eine nette CD, die Esplendor-Fans sicher interessieren dürfte. Einsteigern sei jedoch die "Sheikh Aljama" empfohlen, die CD, die's geschafft hat, daß selbst im Ruhrgebiet, sprich dem Gebiet mit den spießigsten und Scheuklappen tragenden DJ's wenigstens ein Industrialstück (Sinaya) regelmäßig läuft. L.S.

 

ESPLENDOR GEOMÉTRICO - "1983 - 1987" GRO 7

Hier nun ein Release einer klassischen Industrial-Band aus den 80ern. Diese CD beinhaltet das zweite Album "Comisano de la luz" und vier weitere Stücke von "Noising in the Rain". Bei manchen Tracks hat man das Gefühl, daß einem entweder das Trommelfell oder die Boxen zerbersten. Typisch Industrial eben. Die Songs sind relativ monoton gehalten und von diversen Krachgeräuschen untermalt. Ein Ablum, welches absolut nur für Fans dieser Musikrichtung ausgelegt ist. Alle anderen werden diese CD weniger mögen. S.H.

 

ESPLENDOR GEOMETRICO - Polyglophone

Und wieder ein neues Stück Industrial aus Spanien. Schon seltsam, denn dies ist sicherlich nicht die Art von Musik, die man mit dem sonnigen Süden verbindet.... "Polyglophone" ist wieder ein sehr rhythmisches Album geworden. Im Prinzip liefert es genau das, was man von ESPLENDOR GEOMETRICO auch kennt und erwartet, allerdings etwas gesetzter und harmloser, nicht mehr ganz so brachial. Durch die monotonen Loops und die untypischen Geräusche, die hier immer wieder als Trommelwerk oder als Verzierung auftauchen, werden unterschiedlichste Stimmungen aufgebaut, die als Ganzes wie ein großes Ritual erscheinen, jedoch durch die verwendeten Sprachfetzen eher gedämpft werden. Deshalb rangiert diese CD bei mir auch nur im Mittelfeld. Hinzu kommt noch, daß sie zudem mit nichts Neuem aufwarten kann. T.C. 3

 

Endless – Survivior - Andromeda Records

Die Pause von über zwei Jahren hat Endless verdammt gut getan. Kannte man sie bisher eher als etwas durchschnittliche Gothic-Band, ist ihre Musik nun von einer neuen Frische, die gut tut. Die Thematik dieser Veröffentlichung liegt im Bereich Überleben und Zukunft in unserer Gesellschaft. Die CD sollte man sich ruhig öfter anhören, und erst dann ein Urteil bilden.

Note 2, Frauke Becker

 

ENDLESS - Beyond the Abyss

Beim Hören dieser CD wird man automatisch in die guten, alten Christian Death-Zeiten (a la CAVITY, THE FIRST COMMUNION) versetzt. Eindrucksvoller Gothic, in englischer und deutscher Sprache. Sehr gefühlvoll, eindringlich, abwechslungsreicher Gesang (aufgrund von zwei Sängern); auch musikallisch durch Baß, Keyboard und Gitarre seht gut umgesetzt. Der Kauf dieses Albums ist für jeden Fan dieser Sparte ein äußerstes Muß.

Simone Hampeter

 

EVIL'S TOY - VIRTUAL STATE (MAXI) - Drakkar

Das Trio Evil's Toy aus Witten, das schon mit einigen gelungenen Future-Syn- thie-Pop Alben zu begeistern wusste, wie dem genialen Werk "Angels Only!", kommt mit einer sehr tanzbaren Scheibe rüber, die (wie der Zusatz "Radio- Edit") beim Titeltrack schon sagt) durchaus auch Radio-Elektro-Fans, die normalerweise nur bei Namen wie Wolfsheim oder Depeche Mode aufhorchen, zu begeistern wissen wird. Die Vocals erinnern mehr denn je an And One, wobei es dann auch nicht sonderlich verwundert, dass eben diese auch einen Remix des angesprochenen Titeltracks beisteuern, der zwar an Tanzbarkeit einbüßt, jedoch eindrucksvoll demonstriert, wie schräg man einen eigentlich recht glatten Tanzflächenfüller klingen lassen kann. Zwei weitere Tracks, darunter das Liebeslied "Inside Out" runden das Scheibchen ab. Alles in allem eine Maxi-CD, die sich EBM-Fans antun sollten, die sich von poppigen Elementen nicht sofort abschrecken lassen.(ds)

 

Evil´s Toy - Silvertears - Drakkar

Mit diesem nun bereits 6. Studioalbum legen die Elektroniker von Evil´s Toy wieder ein gewohnt ausgereiftes Werk vor. Volker Lutz und Oliver Taranczewski gelingt es, Electro-Dance-Rhytmen mit Anleihen an den Sound der 80`er Jahre zu einem gekonnten filigranen Gebilde zu verschmelzen, daß sicher nicht alltäglich zu nennen ist. Mit "In The Army Now" ist denn auch eine Coverversion eines Klassikers der 80`er Jahre vertreten, wohin gegen das stimmungvolle "Inside Out" regelrecht verträumt daher kommt. Diese Platte ist ein Muß für jeden, der gute elektronische Musik mag.

M.V.

 

ELEVEN SHADOWS - In Strange lives and Distances - Hyperium

Eines gleich vorab: für dieses Album hat sich Hyperium einen Bonuspunkt verdient. und gleich noch einen für die Tatsache, daß man Eleven Shadows einen Drei-Jahres-Vertrag gegeben hat. Aber natürlich ist auch auf diesem Album nicht alles GOLD, und by the way: man verschone mich mit den sogenannten perfekten Alben, denn es gibt sie einfach nicht, aber dies ist nur meine unmaßgebliche Meinung. Wenden wir uns daher also Eleven Shadows zu. Nun, hinter dem Bandnamen verbirgt sich eigentlich nur ein Mann, nämlich der in Frankfurt geborene Ken Lee, und der versteht Eleven Shadows weniger als Band, sondern vielmehr als kreative Insel seiner Gefühle. Und das ist gut so, denn K. Lee versteht es alle möglichen Musikstile, ob aus Orient oder Okzident, aufzusaugen und daraus etwas neues zu machen, das immer noch vertraut klingt. Um dies zu erreichen, arbeitet Lee mit einer ganzen Reihe unterschiedlichster Musiker zusammen, und ebenfalls setzt er auf mehrere weibliche Stimmen. Heraus kommt dabei ein Album, in welchem so ungefähr alles zu finden ist, was Spaß macht, seien es Ambient-Klänge oder Folk-Einflüsse und auch die Neo-Klassik kommt zu ihrem Recht. Es macht einfach Freude zuzuhören und den musikalischen Inspirationen Ken Lee's zu folgen. Herausheben möchte ich dennoch einige Titel: 56 in 81 / Ich schleich umher betrübt, das instrumentale Aurelia (schöner Bass), Salve Regina (der Titel hält was er verspricht), Lilith (ein dreieinhalbminütiger Traum) und selbstnatürlich O mio babbino caro von G. Puccini, mit der Wahnsinnsstimme von Clara Kaurunde befinden wir uns unvermittelt in einem Konzertsaal... Leider viel zu kurz ausgefallen sind Exulting in the temple of Shiva und Charon, zwei hübsche dunkle Stücke. Bitte demnächst mehr davon. Insgesamt ein gutes Album, was zu mindestens 8,6 Punkten auf meiner Skala führt.

Frank Hellwig

 

EMPYREAN - Of Faithless Men And Fallen Kings - AIW / Semaphore

Betrachtet man das Cover, könnte man meinen, man hätte es mit irgendeiner Stumpf-Metal-Band zu tun. Dem ist aber nicht so. EMPYREAN bieten auf "Of Faithless.. " typisch britischen Wave-Goth-Rock, der, eindeutig von The Mission und den The Fields Of The Nephilim beeinflußt, niemanden mehr vom Hocker reißen dürfte. Dieses Album ist nicht unbedingt als schlecht zu bezeichnen (obwohl die ewigen Clean-Gitarren und der aufgesetzt wirkende Gesang schon nach relativ kurzer Zeit ziemlich nerven), bietet aber absolut nichts Neues. Vor zehn Jahren hätte dies CD ihre Existensberechtigung gehabt, klingt im Jahre 1994 jedoch mehr als verstaubt. Ein höchst überflüssiger Release.

Holger Meyer

 

EXPERIANCE OF NATION - Inception - VAWS

Die Formation Experiance Of Nation gibt es seit Juli 1993. Sie machen rein elektronische Musik, die stark vom Dark Wave beeinflußt ist. Die Vocals sind stark verzerrt. Man muß jedoch zugeben, daß Ihe Stücke nicht gerade ausgereift klingen. Die Songs sind wahrhaftig nicht schlecht, nur fehlt irgendwie der Pepp. Das 5. Stück "Fake Feeling" hat jedoch diesen Pepp. Insgesammt gesehen beinhaltet diese CD 10 Stücke, die größtenteils gut anzuhören sind.

Michaela Böttchers

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