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Magazin für Dark Music, Kult(ur) und Avantgarde

 

Archiv Rezensionen - F -

 

Fading Colours
The Fair Sex
Fallen Apart
Fear Factory
Festival der Geisteskranken
Five Point O
Flowers Of Romance
Flowing Tears
Die Form
Force Dimension
Forma Tadre
Der Fluch - Für Immer
Fortification 55
F.P.A.C.
Freyburger Spielleyt
Front 242
Frontline Assembly
Frozen Sun
Funhouse
Funker Vogt
Furslide
Fusspilz 11
The Fields Of The Nephilim

 

Five Point O - Untitled - Roadrunner

New Metal mal ganz anders…mit Deathmetal Gesangs und high Speed Hämmer Einlagen. Kein Typischer New-Metal - ein bisschen Thrash-Death-Emo-X-Over irgendwo dazwischen aber auf jeden Fall ist hier der Einfluss-, bzw. Einfallsreichtum schwer zu überbieten. Die Stimme könnte man auch bei Cradle of Filth vermuten, manchmal auch bei Faith No More oder dann auch wieder bei Rage Against The Machine. Die Musik passt sich dem Gesang, der am ausdrucksstärksten is,t gut an. Die 6 noch ziemlich jungen Musiker aus Chicago können all dies zu einem homogenem Hörerlebnis kombinieren – alle Achtung! Die zwei, in Eigenregie veröffentlichten Vorgänger, dürften in Europa zwar nicht leicht zu bekommen sein, aber da sie jetzt endlich bei Roadrunner unter Vertrag sind, kommen wir nun auch in den Genuss von Stücken wie "King of the Hill", "Syndron Down" und "Untitled" Nach 11 Stücken und 52 Minuten, habe ich den Eindruck, man bekommt nicht einmal das gesamte Repertoire zu hören. Diese Jungs haben wirklich Potential, das spürt man sehr deutlich. Also, wer viel gerne und oft harte Musik unterschiedlichster Struktur hört, kann bei Five Point O mal probieren wie sich alles zusammen anhört – mir gefällt es sehr gut ! Unbedingt reinhören und sich verzaubern lassen ! Markus Freyer  

 

 

Flowing Tears – "Serpentine" CD - Century Media

Ein nettes, von Gitarren geprägtes Album aus dem Hause Century Media ist uns im Zeitalter des Elektros in die Redaktion geflattert ... Flowing Tears liefern mit Ihrem nunmehr drittem Album Serpentine ein im meinen Augen echt gelungenes und in sich schlüssiges Werk ab, dass seit heute bei den Händlern steht. Die jungen Musiker um die 20 beherrschen wirklich Ihr Handwerk! Nun ja ... Newcomer sind sie ja auch nicht mehr unbedingt ... Schließlich gaben sie bereits 1998 ihr Debut ...
Wie immer wird versucht eine Band und Ihre Musik zu katalogisieren ... In eine Schublade zu stecken ... Bei Flowing Tears dürfte das etwas schwerer fallen ...
In die Metalschublade passen sie genauso wenig, wie man die in die Gothicecke stecken sollte  ...
Flowing Tears bedienen sich in den verschiedensten Genres, basteln daraus ihren eigenen Stil, und das  ohne dabei in Klischees zu verfallen ...
Die Frontfrau Stefanie Duchêne macht mit ihrer Stimme den Sound diese Combo unverwechselbar und hebt ihn dadurch von den in erster Line männlich dominierten Gitarrenformationen deutlich ab.
Kritisch muß ich allerdings anmerken, dass dieses Album auf die Dauer etwas eintönig wirken könnte. Die Songs ähneln sich gesangstechnisch wie auch kompositorisch sehr. Zwar wechseln sich ruhige mit brachialeren Songs ab, sowie auch Songs mit einem Spannungsbogen vom Ruhigen hin zum Lauten auf diesem Longplayer zu finden sind. Doch trotzdem ähneln sie sich sehr ...
Aus einem Guß, trotzdem abwechslungsreich??? Hm ... Dieses Album ist sicherlich keine Liebe auf den ersten Blick ... Aber dadurch reduziert sich auch die Gefahr, dass man sich daran satthört ...

Irgendwie kam mir bei Hören des Album der althergebrachte Begriff Independent in den Sinn ...
Ja ... Ich denke, das beschreibt das musikalische Treiben dieses Quartetts recht gut ...
Kritiker könnten es allerdings auch als "Mattenschwingermusik" betiteln ...
Es ist sicher nichts für den klassischen Schwarzmusikhörer, aber vielleicht für den geneigten Gitarrenfan ... Ich jedenfalls empfinde es mehr als angenehm, dieses alternativ angehauchte Album im Player rotieren zu lassen ... Besonders gefällt mirder 4. Track: Children Of The Sun.
Er fängt zwar recht ruhig an, wird aber zum Ende hin recht laut und fordernd ... Ein für mich sehr willkommener Gegenpol in der heutigen lauten, hektischen und elektronisch geprägten Welt ...

Armando Pereira

 

Festival der Geisteskranken - Burn Manson Burn - Sonic Malade

Ein seltsamer Name, dazu mindestens genauso seltsame Musik, sowie keinerlei zusätzlichen Infos über diese Band, was will der gestresste Rezensent mehr? Beschränken wir uns also auf die Besprechung der Musik, zuallererst fällt einem die doch nur sehr mäßige Soundqualität unangenehm auf, doch auch musikalisch bleibt einiges im Argen. Die Stücke basieren mal auf Gitarre-, dann wieder auf Keyboardmelodien sind recht ruhig und zumeist auch sehr düster. Dazu kommen zum Teil stark verzerrte Vocals, man bekommt streckenweise den Eindruck, diese Musik muß direkt aus der Hölle kommen. Soll man vergleiche ziehen, fällt einem so recht nichts ein, am ehesten vielleicht noch das erste SOPOR AETERNUS-Tape, welches mit ähnlich abgedrehten Songs daherkam. Ich denke, dieses ist eine der CD´s, die in einigen Jahren als absolut Kult gehandelt werden, wobei niemand weiß, warum. So richtig überzeugen kann sie nämlich nicht. (Note: 4) TH.K.

 

DIE FORM - PHENOMENA OF VISITATION / MCD - HYPERIUM

Die neue MCD von DIE FORM ist gar nicht so neu, wie man vielleicht vermuten mag. "Phenomena of Visitation" ist eine Mix-Auskopplung zum Videoclip aus dem aktuellen Album "l'ame electrique", die im Gegensatz zur Ur-Version doch um einiges fetziger und dadurch tanzbarer geworden ist. Als Bonus findet man noch 2 Remixe von "Masochist", sowie das Stück "Tokyo Dreams". Note: 2

T.C.

 

FORCE DIMENSION - KITTY HAWK / Subtronic Records - SPV

Vorliegender Silberling bietet einen Überblick über das Schaffen der 1986 gegründeten holländischen Electro-Band FORCE DIMENSION, quasi also eine Best-Of `86-`96. Bekannt wurde die Band vor allem durch Kultsongs wie "Carcinome", "Fiebertranz" (beide auch zu finden auf dem Sampler "Call of the Banshee") und "So-Dom" (zu finden auf dem "Zwischenfall"-Sampler), welche auch auf diesem Album verewigt wurden. Beachtenswert sind jedoch auch die anderen Klangstreiche auf dieser CD, bei deren Genuß "ewig gestrige" Achtziger-Freaks wie ich schon mal mehr oder weniger ausgeprägte Wehmutseufzer nicht verbergen können und wollen. Minimal-Electro-Songs mit maximaler Wirkung (z.B. "Exitement", "Green Hall"). Als interessant erweisen sich zudem experimentell angehauchte Tracks ("Giant Ghost' Steps"), sowie Darbietungen mit pulsierenden Techno-Beats ("Our deep world of darkness", "Lightfood"). Das Ganze durchquert die Boxen übrigens in sehr guter Soundqualität, da alle Songs für "Kitty Hawk" neu aufgenommen wurden. Lohnenswert! Note 2

A.X.

 

THE FIELDS OF THE NEPHILIM - Revelations - Musikvideo, Beggars Banquet / SPV

Vor längerer Zeit schon wurde dieses Video herausgegeben, um die Fan-Gemeinde um Carl McCoy & Co. noch zu befriedigen, er läßt sich mit seinem The Nefilim-Projekt schon immerhin über 3 Jahre Zeit. Folgende Beiträge sind auf der Kassette enthalten: "Preacher Man", "Blue Water", "Moonchild", "Psychonaut", "For Her Light" sowie "Sumerland". Die einzelnen Clips sind mit überdurchschnittlichen Aufwand produziert worden und stellen die visuelle Umsetzung McCoy's Thematik dar. Besonders die visuelle Umgebung, in der sich die Akteure befinden, ragen im Besonderen heraus. Die Eingangssequenz von "Blue Water" dürfte eigentlich jedem bekamt sein (Carl am Galgen...). Das ganze ist 37 Mimten lang und bietet zum Abschluß noch ein Interview mit der Band. Sozusagen als Siegel über ein abgeschlossenes Kapitel der Gothic-Szene, Ob Tränen bleiben, überlasse ich dem Fan...

Armin Kessel

 

FURSLIDE - ADVENTURE - Meanwhile / Viergin

Wenn ein Produzent, der schon mit MASSIVE ATTACK, MADONNA, BJÖRK, GARBAGE, den SMASHING PUMPKINS und U2 zusammengearbeitet hat, nur wegen einer Newcomerband ein eigenes Label gründet, um diese unter Vertrag zu nehmen, dann muß diese wirklich ziemlich gut sein. Was es dann auf ‘Adventure’ zu hören gibt, ist eher unspektakulär, netter Gitarrenpop in Verbindung mit Sängerin Jennifer Turners ansprechenden Stimme. Alles plätschert so vor sich hin, zum nebenbei Hören sehr gut geeignet. Ein Hit ist allerdings nicht auszumachen, auf der anderen Seite wurde aber auch nicht versucht, die Band mit allen Mitteln auf Chartstauglichkeit zu trimmen. Von daher ist es gut möglich, daß sie mit weiteren Veröffentlichungen ihren Weg noch machen wird.

Thorsten Kübler

 

Fortification 55 "Organism" Discordia - LC 7802

Die CD-Single erinnert mich am ehesten an irgendwelche Techno-/Trance-Stücke, wie man sie von Vertretern dieser Musikrichtung kennt. Das soll jetzt nicht heißen, die Stücke wären schlecht, sie sind auf jeden Fall hörbar. Nur wohl eher etwas für Solche unter unserer Leserschaft, die sich mit der ganzen Rave-/Techno-Fraktion anfreunden können. Sorry, ich habe zu solcher Musik überhaupt keinen Draht.

 

FORMA TADRE - NAVIGATOR CD Off Beat / SPV

Nach den zwei Appetithäppchen, zum einen der Song "Looking Glass" auf dem Sampler "The Tyranny Off The Beat 2", zum anderen der Remix von "Dream Aid" auf Haujobb´s "Frames", legt uns die Bielefelder Formation nun ihr Debüt vor. Raffiniert komplexer Sphärenelectro durchflutet mein Zimmer, eindringlich und eine emotionale Atmosphäre kreierend. Eine zugleich spannende und entspannende Reise durch einfließendes Electro-Meer mit ambienten Strukturen, experimentellen Arrangements, Samples, mal dezenten, mal pulsierenden Beats und einem markanten, guten Gesang, der sich den jeweiligen Melodieläufen und Stimmungsbildern anpaßt. Poppige Haujobb mit Clock DVA-Anleihen, oder so ähnlich. Ein in sich geschlossenen Album, welches die Soundtrackartigen Stücke "Navigator Part I, II, III" zusammengehalten wird und in dessen dichter Klangwelt man sich gerne verliert. Ein eigenständiges, ambitioniertes Debüt! Volle Kraft voraus, Käpt´n... AX Note: 2

 

FLOWERS OF ROMANCE CD "Pleasure and the Pain" (Nyctalopia Rec. / NYMF 070 CD/333220 OSSIA)

Nun hör' sich einer diese Griechen an! Ganz schön mutig so ein Album auf den Markt zu bringen. Vielleicht hat es aber auch weniger mit Mut zu tun, vielleicht ist es einfach nur konsequent. Das Label beschreibt die Musik der Flowers als melodischen Gothic-Rock. Nun ja, das ist ein weites Feld. Und deshalb höre ich schon jetzt den kritischen Gothic-Konsument nörgeln: von wegen, diese Musik sei angestaubt, biete nichts Neues, wäre vor Jahren eventuell akzeptabel gewesen usw. usw., das bekannte Gejammer einer Ex- und Hopp-Kundschaft, die Musik lediglich als Ware konsumieren will. Die Flowers of Romance machen da nicht mit. Sie versuchen nicht den Gothic-Rock neu zu erfinden, sie kümmern sich nicht um Trends, sie gehen einfach ihrem Handwerk nach. Ein Handwerk, welches sie übrigens durchaus sehr gut beherrschen. Die Flowers machen keine Experimente, sollte dies manchem Gothics nichts passen, bleibt es ihnen unbenommen selbst zur Tat zu schreiten, um uns endlich den ultimativen Sound zu schenken. Nun aber noch ein paar Sätze zur vorliegenden CD: Pleasure and the Pain ist, nach der Dorian Grey-LP, erst das zweite Album der Band, die seit 1988 auf diversen Samplern und MC's veröffentlicht hat. Auch 7" und 12" sind bereits erschienen, und einige Titel aus 92/93 begegnen uns auf diesem Album wieder. Was dem ganzen Unterfangen aber nicht schadet, da die Flowers dem breiten Publikum ja nicht so wahnsinnig bekannt sein dürften. Neben schnellen treibenden Songs wie Love means Death und eher konventionellen 08/15-Stücken, fallen vor allem die wunderschöne Ballade Winter Walz und das dunkle Who's playing Jesus auf, in welchem Mike Pougounas über einem düsteren Sound-Teppich zu einem Sprechgesang anhebt. Trotz mancher Schwächen, die ich gern zugebe, und trotz des bisweilen nervenden Gesangs (zu heavy-like), bekommen die Flowers auf meiner persönlichen Skala eine 6,8 als Note (mit Sternchen). (F.H.)

 

Flowers of Romance - Brilliant Mistakes Hyperium

Hier kommt mein absoluter Geheimtip dieser Ausgabe. Hinter Flower of Romance verbirgt sich kein geringerer als Wayne Hussey. Vielen von Euch ist er sicherlich durch seine Mitarbeit bei Dead Or Alive und den Sisters of Mercy bekannt. Der jetzige Frontmann von The Mission hat den Jungs von Flowers of Romance bei der Produktion von Channel Z kräftig unter die Arme gegriffen. Das bei so tatkräftiger Unterstützung zwangsläufig ein so hochkarätiges Album herauskommt liegt, auf der Hand. Brillant Mistakes wurde 1996 in Athen aufgenommen und in Bristol, im Studio von The Mission, abgemischt. Die Mitarbeit von Wayne Hussey beschränkte sich hierbei nicht auf seine Aufgaben als Produzent, sondern er konnte seine musikalische Kreativität bei Highlights wie Channel Z, The Crying Puppet und Reptile Dance als Gitarrist und Co-Vocalist voll einbringen. Absolut Hitverdächtig ist der Song Channel Z, der gleichzeitig Tanzbarkeit mit zeitkritischem Inhalt verbindet. Lange Rede kurzer Sinn - Losgehen und kaufen! Note 2 K.F. #

 

FLOWERS OF ROMANCE - Pleasure and Pain - Nyctalopia Rec. / Ossia

Nun hör' sich einer diese Griechen an! Ganz schön mutig so ein Album auf den Markt zu bringen. Vielleicht hat es aber auch weniger mit Mut zu tun, vielleicht ist es einfach nur konsequent. Das Label beschreibt die Musik der Flowers als melodischen Gothic-Rock. Nun ja, das ist ein weites Feld. Und deshalb höre ich schon jetzt den kritischen Gothic-Konsument nörgeln: von wegen, diese Musik sei angestaubt, biete nichts Neues, wäre vor Jahren eventuell akzeptabel gewesen usw. usw., das bekannte Gejammer einer Ex- und Hopp-Kundschaft, die Musik lediglich als Ware konsumieren will. Die Flowers of Romance machen da nicht mit. Sie versuchen nicht den Gothic-Rock neu zu erfinden, sie kümmern sich nicht um Trends, sie gehen einfach ihrem Handwerk nach. Ein Handwerk, welches sie übrigens durchaus sehr gut beherrschen. Die Flowers machen keine Experimente, sollte dies manchem Gothics nichts passen, bleibt es ihnen unbenommen selbst zur Tat zu schreiten, um uns endlich den ultimativen Sound zu schenken. Nun aber noch ein paar Sätze zur vorliegenden CD: Pleasure and the Pain ist, nach der "Dorian Grey"-LP, erst das zweite Album der Band, die seit 1988 auf diversen Samplern und MC's veröffentlichungen hatte. Auch 7" und 12" sind bereits erschienen, und einige Titel von 92/93 begegnen uns auf diesem Album wieder. Was dem ganzen Unterfangen aber nicht schadet, da die Flowers dem breiten Publikum ja nicht so wahnsinnig bekannt sein dürften. Neben schnellen treibenden Songs wie Love means Death und eher konventionellen 08/15-Stücken, fallen vor allem die wunderschöne Ballade Winter Walz und das dunkle Who's playing Jesus auf, in welchem Mike Pougounas über einem düsteren Sound-Teppich zu einem Sprechgesang anhebt. Trotz mancher Schwächen, die ich gern zugebe, und trotz des bisweilen nervenden Gesangs (zu heavy-like),bekommen die Flowers auf meiner persönlichen Skala eine 6,8 als Note (mit Sternchen).

Frank Hellwig

 

FADING COLOURS "Lie" MCD Dion Fortune/Semaphore

"Lie" ist die erste Veröffentlichung der polnischen Band FADING COLOURS. Auftritte in ihrer Heimat im Vorprogramm von LOVE LIKE BLOOD boten der Band die Gelegenheit, ihre Musik einem breiteren Publikum vorzustellen, was letztendlich dazu führte, das Dion Fortune sich ihrer annahm. Und man kann nur eines sagen: ein absoluter Glücksgriff! Geboten wird erfrischender Gitarrenwave, der manchmal etwas an THE MISSION erinnert - aber das nur als ungefähre Orientierungshilfe. Das Titelstück jedenfalls ist mit das beste, was in diesem Jahr bislang auf dem Gitarrensektor veröffentlicht worden ist. Absoluter Tip! Kaufen! H.M

 

Fading Colours - Time E.P.Dion Fortune/Semaphore

In Zeiten, wo immer mehr elektronische Bands auf die Gitarre zurückgreifen, da "chic", ist es umso erstaunlicher, wenn eine Band einmal umgekehrt agiert. vor allem dann, wenn es sich um eine Gothic Wave-Formation handelt, bei welcher die Gitarre doch eine nicht unwichtige Rolle spielt. Die polnischen Fading Colours haben es wirklich getan, sie haben auf ihrer neuen E.P. die Gitarre ins Exil geschickt. Wie sie nun klingen? Nett, wirklich nett. Ethno-Ambient gibt's auf die Öhrchen, sphärisch trancige Klänge, liebliche Melodien, dezente oder auch pulsierende Rhythmen, sehr entspannend, da zuzuhören. Sängerin De Coy hat eine ausdrucksstarke Stimme, die gut mit der relaxten Musik verschmolzen wurde. Von den Songs "Time", "Spring", sowie "Lie" sind verschiedenste Versionen zu hören, u.a. auch Remixe von Darrin Huss (Psyche), Gagarin 108, Broon. Augen zu und schweben... Note: 3, AX

 

Frontline Assembly - Flavour Of The Weak CD - OffBeat / SPV

Techno, Techno, Techno! Nachdem Bill Leeb und Rhys Fulber ihre musikalische Zusammenarbeit erst einmal beendet haben, hat sich Rhys Fulber unter anderem verstärkt der Arbeit mit Fear Factory gewidmet und war mit Sicherheit nicht ganz unschuldig daran, daß diese ihren Sound so verändert haben. Zur Erinnerung: Die Death-Metal-Combo öffnete sich immer mehr Elektro-Einflüssen und brachte Anfang dieses Jahres ein Remix-Album heraus, bei dem unter anderem Techno-DJs den Songs ein sehr neues, elektronisches Gewand verliehen. Eine ähnliche Entwicklung hat das Projekt Frontline Assembly nunmehr unter den Fittichen von Bill Leeb und dem Decree- und Ex-Will-Musiker Chris Peterson genommen. Die alten FLA-Markenzeichen, wie die schmissigen Gitarrenriffs und die eingängigen FLA-Refrains, tauchen hin und wieder noch auf, der Schwerpunkt hat sich jedoch in Richtung Techno verschoben. Man setzt verstärkt auf Breakbeats, Drum'n'Bass-Elemente und komplexe Synthie-Sounds. "FLAvour Of The Weak" erinnert mich insofern etwas an das "Millenium"-Album, als daß man damals das Projekt FLA etwas überraschend und plakativ für harte Gitarren-Samples öffnete ohne Rücksicht auf möglicherweise sensible Fans zu nehmen. Etwas ähnliches ist mit dem neuen Album wieder geschehen. Um nicht Gefahr zu laufen, sich selbst zu kopieren, integriert man neue Elemente (diesmal eben nicht Gitarren- sondern Techno-Klänge), wirkt aber dabei noch etwas unbeholfen und roh: etwa wie ein ungeschliffener Diamant. Ich hoffe, daß FLA diesen Weg weitergehen, denn dann wird das nächste Album mit Sicherheit wieder ein Jahrhundertwerk! Note: 1 Z

 

Frontline Assembly - Hard Wired (CD) Circuitry (MCD) CD - OFF Beat/SPV 086-22290 MCD - OFF Beat/SPV 055-22303

Als ich die Vorab-Maxi "Circuitry" gehört habe, war ich doch sehr positiv überrascht. Hier war doch tatsächlich kein Gitarrengeschrebbel á la "Millenium" zu hören... Außerdem klingt dieses Stück richtig gehend genial. Abgesehen von einem Remix von haujobb, befindet sich auf der Maxi auch noch ein CD-ROM File. Hierzu kann ich allerdings gar nichts schreiben, da ich kein CD-ROM-Laufwerk besitze... Aber nun zu der neuen CD "Hard Wired". Zugegeben, Bill Leeb hat sich wieder einiges an Soundtüftelei ausgedacht, jedoch klingen die meisten Tracks schon fast langweilig. Dies mag sich vielleicht recht hart anhören, aber trotz der vielen verschiedenen Soundelementen, die hier verwendet werden, fehlt irgendwie das Sahnehäubchen, was diese CD schmackhaft macht. Ein großes Plus dieser CD ist jedoch der Verzicht auf irgendwelche eingesampelten Gitarren, die den Vorgänger so grauenvoll entstellt hatten. Alles in allem bin ich jedoch recht enttäuscht. M.B.

 

FRONTLINE ASSEMBLY - PLASTICITY MCD OFF Beat / SPV

Das nimmermüde Duo Leeb/Fulber schlägt erneut zu. Was soll man zu Frontline eigentlich noch viel sagen? Die beiden Electro-Koryphäen haben mit vorliegender Maxi wieder mal ein heißes Süppchen am Kochen (blubber), gnadenlos kreativ und vielschichtig wie gewohnt, und, was vor allem "Millenium"-entsetzte Hörer interessieren dürfte, die beiden präsentieren sich von ihrer elektronischeren Seite, Electro-Puristen können also zu 92,7% aufatmen. Sowohl "Plasticiy" als auch "Replicant" bieten hochkarätige, BPM-reiche Electro-Spielereien - es wimmelt nur so von Sounds. Ebenfalls vorhanden der unverwechselbare FLA-Refrain mit dem "Aha"- bzw. "Juhu"-Effect. Im übrigen gebe ich einen aus, wenn sich "Plasticity" nicht als Clubhit erweist, der Song geht gnadenlos gut ab und hat Ohrwurmqualitäten hoch drei. Tja, und wer nun denkt, das war's, der hat sich getäuscht, denn als dritten Track bzw. Bonbon gibt's noch einen Remix von "Plasticity" auf die Ohren. Hier waren keine geringeren als Haujobb am Werk, die dem Song ihr typisches, komplex verschachteltes Soundgewand verpaßt haben und diese Maxi zu einem wirkungsvollen Adrenalinpusher abrunden. Und ab dafür....AX Note: 1

 

FRONT LINE ASSEMBLY - The initial Command - CD - Zoth Ommog

Es gibt wieder etwas Neues in Richtung FRONT LINE ASSEMBLY zu berichten. Nicht etwa, daß sich Rhys Fulber und Bill Leeb dazu entschlossen hätten, doch gemeinsam weiter zu machen - Nein! Das längst vergriffene Erstlingswerk "The initial Command" wurde bei Zoth Ommog neu aufgelegt. Rhys Fulber gab's im übrigen zu der Zeit noch gar nicht bei Front Line Assembly, Bill's zweiter Mann war da nämlich noch Michael Balch. Die damaligen 8 Vinyltracks der "Initial Command" wurden nun zusammen mit 2 bisher unveröffentlichten Stücken auf CD gebannt und haben dadurch sicherlich nicht an Charisma verloren, obwohl diese zusätzlichen Songs doch etwas neuer klingen. Zudem werden sich einige Leute mächtig an die Ohren fassen, wenn sie diesen "alten" und wesentlich düsteren Sound zu hören bekommen - besonders die, die Front Line Assembly nur aus ihrer Electro-Metal Prügelphase her kennen. T.C. Note: 2 (Damals wär's ne 1 gewesen!)

 

FRONT LINE ASSEMBLY - Reclamation - Roadrunner

Tja, so kann's kommen... da schickt einem ein lieber Mensch Namens Dennis eifrig ein Vorab-Tape der "neuen" FLA zu, und man freut sich naturgemäß ein Loch in den Bauch, so nett bedacht worden zu sein. Doch was tut man, statt eine Rezi zu schreiben? Man schaukelt mit dem Klang dieser Klassiker in den Ohren wehmütig im Auto durch die Gegend und denkt an die Discos zurück, aus denen man das ganze Zeug kennt (oh PC, oh Garten Eden!) und lullert sein Lenkrad voll... Jetzt soll dann aber die Rezi noch nachgeholt werden, wenn auch verspätet. Eigentlich reicht es, die Tracklist dieser Best-Of zu nennen, und schon wird jeder, der noch nicht alle Tracks auf CD hat, in den nächstbesten Shop rennen und sich das Teil zulegen: Digital Tension Dementia, No Limit, Iceolate, Virus, Provision, The Blade, Heatwave, Target, Toxic, Mindphaser, Millennium uns Surface Patterns sind hier vertreten, z.T. als Remixe. Wem das nicht die Tränen in die Augen treibt, dem ist eh nicht mehr zu helfen. Für alle anderen ist es die Gelegenheit zuzuschlagen, nur werden wohl Viele das meiste Material eh schon haben. Egal: Dieses Album zeigt noch einmal, wie traurig es ist, daß Bill Leeb und Rhys Fulber nicht mehr gemeinsam FLA machen. Viele Tränen für dieses Album und einen Kämpfer, der sich nicht mehr einkriegt! 2xR Note:1

 

Front Line Assembly - Reclamation P&C Roadrunner Records

Mittlerweile müßte es wohl schon auf dem Markt sein. Das nagelneue Album von FLA ('FLAvour of the week') sollte zumindest Ende Oktober in die Läden kommen... However - sei´s, um den Fans die Wartezeit auf dieses Ereignis zu verkürzen, sei´s, um einfach in Erinnerungen zu schwelgen - jedenfalls hat Roadrunner Records mit diesem Sampler eine echte Perle produziert. 'Reclamation' ist eine Zusammenstellung der größten Single- und Clubhits, die FLA in ihrer Zeit bei dem Label zu verzeichnen hatten. Die gesamte Ära bis zum 94er-Album 'Millenium' ist auf dem Silberling vertreten; teils in remixten Versionen, teils im Original. Zusätzlich beinhaltet die Scheibe neben der gesuchten 'Virus'-Maxi auch noch drei rare B-Side Tracks der Singles 'Mindphaser' und 'The Blade'. Ein stimmiger Sampler, der alle Facetten der innovativen Kanadier verein. Seit jeher haben es FLA drauf, Electro-Industrial mit Metal und technoiden Anteilen zu mischen und zeigen so eine musikalische Bandbreite, die im Genre ihresgleichen sucht. Ein Goldstück also nicht nur für Sammler, sondern eigentlich für jeden, der dem elektrischen Bereich nicht völlig abgeneigt ist. Die Vorfreude und Neugier auf die neue Scheibe wächst...Daumen hoch! TK

 

Front 242 [:Re:Boot:(Live]) CD - Zoth Ommog / Connected

Wer hätte das noch gedacht? Front 242 bringen eine neue CD raus ... OK, es ist zwar nur eine Live-CD, aber vor gar nicht allzu langer Zeit sah es noch so aus, als würden die Mitglieder von Front 242 nie wieder etwas zusammen aufnehmen! Im letzten Jahr zeichnete sich aber schon wieder ab, daß die Wunden verheilen und daß es möglicherweise neues Material geben würde. Front 242 gaben zahlreiche Konzerte (u.a. beim Zillo-Festival, wo sie Headliner Skunk Anansie fast gänzlich die Show stahlen) und es war offensichtlich, daß die Chemie zwischen Daniel B., Patrick Codenys, Richard 23 und Jean-Luc de Meyer wieder stimmte. Letzterer sagte uns letztes Jahr im Interview auch, daß er es sogar für möglich hält, daß es noch mal ein Album mit wirklich neuem Material geben wird. Aber wir wollen ja nicht gleich gierig werden und uns erstmal mit dieser Platte begnügen, die im übrigen die Katalognummer CD ZOT 242 schon vorab bekommen hat (Zoth Ommog ist ungefähr bei 215). Leider liegt mir bisher nur eine Vorab-CD mit den drei Songs "Masterhit", "Im Rhythmus Bleiben" und natürlich "Headhunter" vor - auf dem eigentlichen Album werden 15 Songs sein, wobei es auch Limited Editions der Platte geben wird, auf denen einige Songs mehr enthalten sein werden. Die Songs können überzeugen und den Originalen durchaus die eine oder andere neue Seite abgewinnen. Außerdem hat man es geschafft, sowohl die Live-Atmosphäre einzufangen als auch eine gute produktionstechnische Qualität zu sichern. Ein Muß für jeden wahren Front 242-Fan, aber auch für jeden anderen interessant! Note: 2 Z

 

FRONT 242 "Headhunter 2000 - Part 1" (Connected/Zoth Ommog)

Das FRONT 242 sich erfolgreich zurückgemeldet haben, dürfte wohl inzwischen jeder mitbekommen haben. Auf "Headhunter 2000 - Part 1" wird der Hit der Band von namhaften Größen gemixt. Es gibt insgesamt 4 CDs, dies hier ist die erste und beinhaltet Mixe von Space Frog, Apoptygma Berzerk, Funker Vogt und Aqualite. Zum Inhalt des Songs brauch ich wohl nichts mehr sagen, außer, daß mich jeder Mix vollkommen überzeugt hat. Auf Part 2-4, die mir leider nicht vorliegen, gibt es Mixe von Frontline Assembly, Suspicious, Xingu Hill, Haujobb, Empirion, Leaether Strip, Substanz T, Beefcake, Resistance D., The Gallan Pigs, Noisex und Doug Laurent. Insgesamt eine Menge Stoff. Headhunter 2000 - Die Hymne für das nächste Hajrtausend. Note: 1 AD

 

FREIBURGER SPIELLEYT CD "Tales of Miracles" EFA 12707

Man begebe sich zurück ins spanische Mittelalter, schließe die Augen und lausche der Musik von den FREIBURGER SPIELLEYT. Wer sich in diese wunderbare und zauberhafte Welt, mit all ihren Mythen, einhören kann, wird dieses Album zu schätzen und zu lieben wissen. Die Verschmelzung von der "königlichen" Stimme Regina Kabis´, und en historischen, ethnischen und elektronischen Instrumenten (sprich: Drehleier, Scheitholz, Schalmei, Percussion etc.) wirkt mehrdimensional und führt den heutigen Hörer zu einer sinnlich erweiterten Wahrnehmung, der in den "Cantigas" verborgenen zeitübergreifenden Spiritualität. "Tales of Miracles" ist demnach nicht zum flüchtigen reinhören gedacht, sondern zum Durchhören. Denn jedes Stück hat einen ganz besonderen Flair, der umso einfühlsamer wirkt, je mehr und öfterman sich dieses Album zu Gemüte führt. Einfach SAGENHAFT!S.H.

 

FREIBURGER SPIELLEYT - Tales of Miracles - EFA

Man begebe sich zurück ins spanische Mittelalter, schließe die Augen und lausche der Musik von den FREIBURGER SPIELLEYT. Wer sich in diese wunderbare und zauberhafte Welt, mit all ihren Mythen, einhören kann, wird dieses Album zu schätzen und zu lieben wissen. Die Verschmelzung von der königlichen Stimme Regina Kabis', und den historischen, ethnischen und elektronischen Instrumenten (sprich: Drehleier, Scheitholz, Schalmei, Percussion etc.) wirkt mehrdimensional und führt den heutigen Hörer zu einer sinnlich erweiterten Wahrnehmung, der in den "Cantigas" verborgenen zeitübergreifenden Spiritualität. Tales of Miracles ist demnach nicht zum flüchtigen reinhören gedacht, sondern zum durchhören. Denn jedes Stück hat einen ganz besonderen Flair, der umso einfühlsamer wirkt, je mehr und öfter man sich dieses Album zu Gemüte führt. Einfach SAGENHAFT!

Simone Hampeter

 

Fusspilz 11 - Gib' ihr einen Namen Zoth Ommog  

"Gib' ihr 'ne Chance" wäre ein besserer Titel gewesen! Was die Leute von Funker Vogt hier verbrochen haben, wird wohl kaum auf offene Ohren treffen. Langweiliger EBM ohne Höhen und Tiefen und dazu unwitzige, peinliche Songtexte, die in Punkto Innovation selbst den Rammstein-Leuten die Show stehlen (negativ gemeint). "Der Entenmann", "Der Schänder", "Dein Blut" - das ist so scheiße, daß man sich an den Kopf packen muß!! Hey, Jungs - ihr seid nicht lustig!! Wer aber auf Funker Vogt steht, dem wird diese CD bestimmt gut gefallen. Ich gebe dem Ding jetzt einen Namen: "Überflüssig II". Stumpf 5

 

Fusspils 11 - Gib Ihr Einen Namen Zoth Ommog / Connected

Fusspils 11 ist das Nebenprojekt von Funker Vogt und Ravenous. Da stellt sich dem aufmerksamen Beobachter doch die Frage: Braucht die Welt ein Funker Vogt/Ravenous-Nebenprojekt? Viele werden jetzt wahrscheinlich schreien: Ja! Gut, bei Fusspils 11 steht - wie schon dieser grandiose Name nahe legt - der Spaß im Vordergrund (was eine Erklärung für die Existenz dieses Projekts sein könnte), aber bei einigen Songs kann man das kaum heraus hören. In meinen Ohren klingen nämlich auch Songs wie "Tempel Der Wahrheit" mehr nach Standard-EBM-Geknüppel als nach Musik, die sich selbst oder die Szene-Standards nicht so ernst nimmt. Einige Lichtblicke hat dieses Album aber doch zu bieten: grundsätzlich finde ich es schon mal angenehmer, wenn Tim Fockenbrock singt (Jens Kästels "Gesang" klingt meiner Meinung mehr nach einem intensiven Schluckauf o.ä.) und so ist es kein Wunder, daß mir die Songs "Der Entenmann" und "Griechischer Wein" am besten gefallen. "Der Entenmann" ist in musikalischer Hinsicht zwar auch nur durchschnittlich, aber er hat eindeutig Ohrwurmqualitäten und macht einfach Spaß (vielleicht weil man den Text verstehen kann...). Ähnliches gilt auch für die Udo Jürgens-Coverversion "Griechischer Wein" - zum Glück wurde hier nicht nur ein EBM-Rhythmus druntergelegt und der Gesang verzerrt (was Genital-A-Tech schon vor Jahren mit Roland Kaisers "Dich Zu Lieben" glänzend machten), sondern die Atmosphäre des Songs wurde in gewisser Weise aufrechterhalten und die elektronische Musik durchbricht diese auf recht subtile Weise. Auch wenn dann noch das Booklet ganz lustig gemacht ist, bleibt doch insgesamt die Frage: Braucht die Welt ein Funker Vogt/Ravenous-Nebenprojekt? 3 Z

 

Funker Vogt - Maschine Zeit - Bloodline

Ein neues Label, ein neues Album, aber immer noch die gleiche Musik, die gleichen Rhythmen, die gleichen Bässe! Musikalisch gesehen treten Funker Vogt seit Alben auf der Stelle. Und das ist auch genau der Grund, warum Ihre Fangemeinde Ihnen immer noch die Stange hält und Sie abgöttisch liebt. Mir persönlich liegt dies weniger, obwohl ich zugeben muß, daß Songs wie "Gunman" oder der Titeltrack "Maschine Zeit" wieder mal potentielle Chartjäger sind. Ein paar Kleinigkeiten zu den vorherigen Veröffentlichungen fallen doch auf... Jens & Gerrit versuchen zeitweise etwas von dem ewigen BumBum abzuwandern, um einige langsamere und auch ruhigere Passagen einzuarbeiten – ein Fortschritt? Mit Sicherheit, aber man wird sehen, was die Fans dazu sagen werden.... TC

 

FUNKER VOGT - Maschine Zeit - Bloodline / Connected

Wer Funker Vogt kennt, der weiß was ihn auf ihrem aktuellen Album "Maschine Zeit" erwartet, Electrostomper der Extraklasse. Und so legt man bereits mit dem Opener "Sins" die Meßlatte sehr hoch, dürfte das Stück demnächst wohl kaum noch aus den Szenediscos des Landes wegzudenken sein. Eine eingängige Melodie trifft auf einen Rhythmus, der von Beginn an durch Mark und Bein geht, so muß es sein, wenn man eine Tanzfläche füllen will.

 

Funker Vogt - Killing Time Again MCD - Zoth Ommog / Connected

Eigentlich sind sie zwei ganz nette Buben aus Hameln - wenn sie durch die Stadt gehen, fallen sie nicht übermäßig auf und ihre Nachbarn grüßen sie, wenn man sich im Lidl um die Ecke trifft. Aber ein dunkles Geheimnis unterscheidet sie von allen Bewohnern unseres Planeten: wenn Gerrit Thomas die Regler des Synthies berührt und Jens Kästel das Mikrophon einstöpselt, dann werden sie zu blutrünstigen Todes-Maschinen - denn zusammen sind sie FUNKER VOGT! Angst! Terror! Blut! Gewalt! Sehen sie demnächst im Kino ihrer Wahl "Killing Time Again" - die Splatter-Fortsetzung des Horror-Erfolges "We Came To Kill"! Ja, Funker Vogt sind zurück und es hat sich nicht sonderlich viel geändert: sie präsentieren uns weiterhin stampfenden EBM-Bumm-Bumm mit rülpsend-verzerrtem Gesang, diesmal auf der Länge einer EP. Um die Zeit zum neuen Album zu überbrücken, bringt man also diese Scheibe mit zwei Remixen des Hits "Killing Fields", einigen neuen Songs, einem weiteren Remix und einer Live-Version heraus. Das ganze ist nicht spektakulär neu, aber diejenigen, die "We Came To Kill" mochten, werden auch hieran ihre Freude haben. Und ab dafür! Note: 3 Z

 

Funker Vogt Take Care! MCD - Zoth Ommog / semaphore

Die neueste Maxi aus dem Hause Funker Vogt bewährte sich schon in den Deutschen Alternative Charts (bisher Platz 9) und auch das demnächst erscheinende Album "We Came To Kill", auf dem diese Single enthalten sein wird, ist laut Torben S. ein Knaller. Ich habe dennoch mit diesem Song (wie mit eigentlich allen Funker Vogt-Songs) so meine Probleme: die Musik - straighter EBM mit Techno-Anleihen und eingängigen Melodien - gefällt mir ziemlich gut, aber mit den Vocals - ultraverzerrter Rülps-Gesang, bei dem man die Texte eh nicht versteht - konnte ich mich bisher noch nicht wirklich anfreunden. Trotzdem gefällt mir diese Maxi ganz gut, zumal beim Refrain ein angenehmerer Verzerrer verwendet wurde und so etwas wie eine Melodie gesungen wird. "Take Care!" erinnert mich ein wenig an Project Pitchfork, nicht zuletzt wegen des "Umwelt-Warrior"-Textes: "Crowded cities polluted air ... try to breathe the smokey steam, it will affect your lungs". Eine angenehme Abwechslung ist anschließend der Remix von Patrick Codenys und Daniel B. (Front 242), bei dem glücklicherweise die Vocals komplett weggelassen wurden und der sehr techno-lastig ausgefallen ist. Danach folgen nur noch zwei weitere Mixe des Titelstücks und der mit zwei Minuten sehr kurz geratene Song "Fantasies". Ach ja, auch diese CD hat mal wieder ein sehr gelungenes Cover, Stichwort: Tigerente. Note: 2 Z

 

Funker Vogt "Execution Tracks" (Connected/Zoth Ommog)

In gewohnter Funker Vogt-Manier geht es auf diesem Album zu. Hau druff und hab Spaß! So seh ich daß. EBM vom Feinsten und in 1a-Qualität - verzertter gesang, krachende Beats und sagenhaftes Tempo. Mein Tip: "Tragic Hero", welches ja auch als Maxi schon ausgekoppelt wurde. Ja, die Rattenfänger aus Hameln wissen, was das electronische Herz begehrt. Musik für´s Tanzbein und für den Bauch. Mehr dazu im Interview in dieser Ausgabe. Note: 1 AD

 

Funker Vogt We Came To Kill CD - Zoth Ommog / semaphore

Kurz vor dem Redaktionsschluß trudelte es dann doch noch ein: das neue Funker-Vogt-Album. Tja, der angekündigte Knaller ist es meiner Meinung nach nicht geworden. Es klingt wesentlich angenehmer als das letzte Album, musikalisch gilt ansonsten dasselbe wie für die Maxi! Der Mix von "Take Care!", der auf der Maxi veröffentlicht wurde, gefällt mir besser als der Album-Mix; ansonsten hat das Album nicht allzuviel Neues zu bieten. Glücklicherweise sind nicht alle Songs knüppelhart, sondern es sind auch ein paar ruhigere Tracks dabei. Da es sehr schwer bis unmöglich ist, die Texte beim Hören zu verstehen, wurden diese im Booklet abgedruckt; ob sich Funker Vogt damit einen Gefallen getan haben, möchte ich mal dahingestellt lassen. Ich habe zumindest schon mal - sowohl inhaltlich als auch sprachlich - anspruchsvollere Texte gelesen. Trotzdem bin ich zuversichtlich, daß diese CD speziell in den Reihen der EBM-Heads, die die härtere Gangart bevorzugen, genügend Freunde finden wird, um ein Hit zu werden. Note: 2 Z

 

FROZEN SUN - HEADTRIPS (CD - DSFA Records / Rough Trade)

Laut Beipackzettel handelt es sich bei 'Headtrips' um die zweite CD von FROZEN SUN. Ihre erste Veröffentlichung 'Unspoken' soll vor zwei Jahren für einiges an Aufsehen gesorgt haben. Selbst MT-V-IVA spielten seinerzeit die zwei zugehörigen Videoclips. An mir ist diese Veröffentlichung allerdings vorübergegangen, ich kann mich zumindest nicht mehr daran erinnern, etwas von ihr gehört zu haben. Und auch zu 'Headtrips' finde ich keinen richtigen Zugang. Die heftigen Gitarren, gepaart mit zum Teil verzerrtem Gesang gehen mir persönlich ein wenig zu weit in Richtung Hardcore, doch Fans des Genres sollten sich von dieser, meiner Meinung nicht abschrecken lassen, denn gut produziert ist die Scheibe allemal und somit auch einen Hörtest wert. Th. K. (Note: 4)

 

F.P.A.C. - Campaign - Semaphore

Electronic-Industrial pur. Eine mir bisher unbekannte Band aus Hannover präsentiert mit dieser CD ein unverwechselbar eigenständiges Werk. Der Einsatz von Samples, Keyboardflächen und dezenter, verfremdeter minimalistischer Gitarrenakkorde laßt wirklich kaum zu wünschen übrig. Um auch hier wieder in die Schubladen zu greifen nenne ich an dieser Stelle ältere yelworC kombiniert mit einem Schuß :Wumpscut:. Gleich das erste Stück "Plasma" findet bei mir sofort Anklang, die Art der Effekte ist hier wie ein roter Faden durch das ganze Album zu erkennen. Hier gibt es keine Krachorgien, sondern gemäßigte sauber ausgefeilte Arrangements, die immer zwischen Harmonie "Nomnalisation" und Extrem "System Death", "Icicle Implant" schwanken. Ein hervorragendes Album, daß ich jedem Electronic-Freak empfehlen kann. Man sollte Ausschau nach Live-Gigs dieser Band halten.

Armin Kessel

 

Fallen Apart - Misereality - E.P - MCD

Nachdem ich mich eine halbe Nacht lang, mit dieser CD in der Hand (aufgrund Taschenmangels!), durch das Zwischenfall gekämpft habe, wollte ich wenigstens wissen, warum ich mich hier abplage! Das naheliegenste tat ich als ich zu Hause war: CD in den Player, repeat drücken und zuhören! Und was ich hörte, war gut! Diese 5-Track-EP mit eigenartigem Gitarren-Wave konnte mich durchaus überzeugen! Erschienen mir die Songs kurzzeitig ein bißchen holprig, verschwand dieses Gefühl jedoch, alsbald ein wenig mehr Druck die Songstruktur sprengte. Eine sicherlich interessante EP, die bei einem akzeptablem Ladenpreis sicherlich einige Anhänger finden dürfte! Merkwürdig war nur, daß ich den eigenartigen Eindruck nicht ergründen konnte! Ob es nun daran lag, daß ich die Songs irgendwie schon kannte, oder daran das das mir beigefügte Photo den Untertitel "I met Fallen Apart May 27th 2000" trug (wir hatten August!) oder ich einfach nur nicht in der Lage war den CD-Player auszustellen um dieses Gefühl zu verwerfen...

R.R.

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