| Entry |
| Magazin für Dark Music, Kult(ur) und Avantgarde |
| Archiv Rezensionen - G - |
Gather in Dust - ...and I saw night in the daytime! - MCD
Gather in Dust geben sich auf Ihrer Maxi-CD dem Gothic-Rock mit mehr oder weniger stark ausgeprägten Heavy-Anleihen hin. Gerade der recht düstere und ein wenig "kehlig-gröhlige" Gesang trägt sein übriges dazu bei. Leider darf das eine oder andere Klischee, wie gesampeltes Wolfsgeheul nicht fehlen. Ansonsten präsentiert sich hier ein ansprechendes, vielleicht etwas bodenständiges, Album. Besonders das Stück "Something Real" hat einen wahren Hymnencharakter und vermag es, den Hörer in seinen Bann zu ziehen. Eine Band, die man auf jeden Fall im Auge behalten sollte. (Note:2) Th.K.
THE GATHERING - Nighttime BirdsCD - Century Media
Man, was habe ich mich auf diese CD gefreut... Im letzten Jahr durfte ich sie gleich zweimal live bewundern und mich von ihnen bezaubern lassen. THE GATHERING sind eben eine faszinierende Liveband. Doch leider muß ich feststellen, daß es ihnen dieses Mal recht schwer gefallen ist, die Atmosphäre ihrer Songs auf einem Studioalbum einzufangen. So plätschert "Nighttime Birds" leider nur so dahin, zwar in hoher Qualität, aber ohne irgendwelche herausragenden Momente. Ich vermisse etwas die ruhigen, flächigen Passagen und die Solis... Weniger ist oft mehr, so sind manche Songs von ihrer Fülle her sehr überladen, sehr bombastisch, und lassen so kaum Platz zum Atmen. Als Ausnahmen seien hier "On most surfaces" und "Kevin’s Telescope" erwähnt, welche meine persönlichen Tops sind. T.C.Note: 3
God´s own medicine - "Retro" - (Hypnobeat/SPV)
Sehr ruhiger Electro-Synth, klingt ein wenig verhalten, im Sinne von geheimnisvoll. Der Opener "Dissolution" macht sofort klar, worauf man sich beim Hören dieser CD einstellen sollte; nämlich guten Synth, der sich sofort im ganzen Körper ausbreitet, sich langsam ausdehnt und dort noch Stunden nach dem Anhören ausharrt. Sehr schön. A.D.
Gitane Demone - Am I wrong? Apollyon
Am I wrong? Darauf gibt es nur eine Antwort: NEIN! Denn als ich diese CD in die Finger bekam, konnte ich es kaum glauben. Die Queen ist zurück. Nicht so wie auf ihren letzten Veröffentlichungen (Stichwort Jazz und Dance), sondern eher in Richtung ihrer Wurzeln. Nahtlos schließt dieses Album da an, wo sie damals aufhörte, und erfüllt wirklich alle Erwartungen (teilweise wird man an alte Christian Death Sachen erinnert). Das Album ist recht akustisch ausgefallen, was den Charme ihrer Stimme noch unterstützt. So bleibt mir nur noch übrig, auf ihre Tour zu warten und solange gilt: Genuß Pur. M.V. 2
Auf diesem Album ist jeder Song eine Perle für
sich. Sei es die zum heulen schöne, gänsehautfördernde Darkwave-Ballade
"As time goes by", das treibende, tanzflächentaugliche "Minddiver", dessen
Refrain sich sofort in die Gehörgänge bohrt, die hymnenhafte und wirklich
geniale Coverversion von Madonnas "'Frozen" oder auch "Erinnerung", ein melancholisches
Synth-Pop-Stück. Nicht zu vergessen das düster und beklemmende "Love
is a symbol" oder das wütende, EBM-lastige "It's Cold", um nur einige zu
nennen. Bei aller Stilvielfalt schaffen Girls under Glass
trotzdem das Kunststück, immer nach sich selbst zu klingen. Wahrlich ein
Meisterwerk, was die Jungs, äh Girls :-), hier abgeliefert haben.
Andrea
GIRLS UNDER GLASS - EQUILIBRIUM (CD - Hall Of Sermon / eastwest)
Mit der neuen Plattenfirma scheint auch die Zeit des Experimentierens vorbei zu sein. Keine Anzeichen mehr von Crossover-Anleihen. Vielmehr hat sich die Bands an alte Tugenden erinnert und eine Gothicscheibe produziert, wie sie besser nicht sein könnte. Erinnerungen an 'Humus', 'Flowers' oder 'Darius' werden wach. Neun Songs, ein jeder für sich ein Hit. Auch die wieder vermehrt zum Einsatz kommenden weiblichen Backing Vocals stehen der Musik sehr gut. Und um das Ganze noch abzurunden, konnte für einen Song Eric Burton von CATASTROPHE BALLET als Gastsänger gewonnen werden. Gothic lebt - GIRLS UNDER GLASS are back! Th. K.
GHOSTING CD "Enter My Crypt" (Glasnost GLAS 30 / EFA CD 11280)
Sascha Tayefeh at himself! Ein äußerst gelungenes neoklassizistisches Album. Auf 13 Tracks wird durch dieses "Musikdrama" begleitet. Es ist ein rein instrumentales Werk, es gibt keinen Gesang. Die Handlung des Konzeptwerks liegt in den Händen des Hörers. Ihm allein gehört die Aufgabe, seine Ge-schichte auf die Musik zu übertragen. Dement-sprechend beginnt das Album nach einem obliga-torischen Intro mit "Birth" und endet mit dem "Fi-nale". Bereits 1992 wurde die Demo-Version des Albums auf Tape veröffentlicht. Für die CD wurden die Stücke noch einmal überarbeitet und sauber abgemischt. Realisiert wurde das Album rein mit einem "Orchester" aus Synthesizern. Brilliante Sam-ples tragen dazu bei, daß dieses klassizistische Werk sehr dynamisch klingt. Im Bereich "Neo-Romantik" hat Ghosting alias Sascha Tayefeh wieder einmal bewiesen, daß Klassik produziert mit Synthesizern durchaus ihren Reiz hat. (A.K.)
Ghosting - Lips Like Red CD - Synthetic Symphony/SPV)
Auch der 4. Longplayer des Duos Ghosting vermengt Zutaten aus dem Dark-Wave/Gothic-Topf mit einigen Litern klassischer Klänge und einer Prise elektronischer Sounds. Garniert wird das Ganze mal mit einer Portion Dramatik, mal mit einem Schnuß Romantik. Ob dieses Rezept aufgeht? Teil, teils. Z.B. bei "The cage" fehlt eindeutig das Salz in der Suppe, der von Sascha und Diana gesungene Song wirkt einfach nur einschläfernd. In diese Kategorie fällt auch der passend betitelte Track "Sleep and dream", trotz inszeniertem Tempowechsel wird der geneigte Hörer in einen Zustand dees gelangweiltseins versetzt. Einen faden Nachgeschmack verursacht auch "Revelge", ein Lied von Gustav Mahlers Gesamtvertonung der Gedichte von Achim von Armin und Clemens Brentano, welche als "Des Kanben Wunderhorn" zusammengefasst wurden. Gut, daß es die Skip-Taste gibt. Aber keine Angst, die Speisekarte enthält auch wohlschmeckende Gerichte. Da wäre zunächst einmal der Opener "Bombed The world", ein mit dynamischen Essenzen gewürzter Song inklusive Ohrwurmeffekt, dürfte selbst überzeugte Tanzmuffel in Bewegung versetzen. Gelungen auch "Ad Nauseum", ein dramatisch feuriger Cocktail mit pulsierender Atmosphäre (das Original stammt übrigens von Fad Gadget). Als Dessert genießbar dann auch noch der melodische und mit feinfühligen Arragements versehene Song "Heal me", ganz brauchbar. Die letzten drei Tonstücke sind eine Art Theaterstück, in welchem der erste Akt "The spell" aufwühlende, traurige Stimmungen zu erzeugen vermag, der zweite Akt "Reverse" ein Szenarium der Qual vollführt, bevor "And you see me" ein Gefühl der Befreiung aufkommen läßt. Sol.ides Album... AX
GENITAL A-TECH CD "Hardcore User" (Off Beat / SPV 084-22162)
In der Presseinfo wird von Splatter-Punk, Elektro und "trashige, grelle, abgedrehte Popmusik" gespro-chen. Ein "Hardcore User" ist der Band nach ein Mensch, der regelmäßig Pornofilme anschaut, um schlechte Schauspieler in schlechten Verfilmungen von schlechten Drehbüchern anzusehen. Letztere Aussage kann ich ohne Probleme auch auf diese CD übertragen. Was uns die Band hier bietet ist überhaupt nichts Neues aus dem Genre der Techno-Musik. Alles irgendwie schon einmal gehört, aber trotzdem für anspruchslose Tänzer(innen) geeignet. Einzig und allein dem 11. und letzten Track "This Fusion" dieser CD kann ich etwas abgewinnen. Zum Ausklang wird nämlich eine tolle Piano-Ballade vorgetragen, die absolut im Gegensatz zur CD steht. Selbst eine gar nicht so tolle Roland Kaiser Cover-Version "Dich Zu Lieben" kann diese CD nicht retten. Die ersten 10 Tracks würde ich als "Pubertäts-Sample-Techno" beschreiben und so-mit geht der Daumen ganz tief nach unten. (A.K.)
GENITAL A-TECH - Hardcore User - Off Beat / SPV
In der Presseinfo wird von Splatter-Punk, Elektro und "trashige, grelle, abgedrehte Popmusik" gesprochen. Ein Hardcore User ist der Band nach ein Mensch, der regelmäßig Pornofilme anschaut, um schlechte Schauspieler in schlechten Verfilmungen von schlechten Drehbüchern anzusehen. Letztere Aussage kann ich ohne Probleme auch auf diese CD übertragen. Was uns die Band hier bietet ist überhaupt nichts Neues aus dem Genre der Techno-Musik. Alles irgendwie schon einmal gehört, aber trotzdem für anspruchslose Tänzer(innen) geeignet. Einzig und allein dem 11. und somit letzten Track dieser CD, This Fusion, kann ich etwas abgewinnen. Zum Ausklang wird nämlich eine tolle Piano-Ballade vorgetragen, die absolut im Gegensatz zur CD steht. Selbst eine gar nicht so tolle Roland Kaiser Cover-Version Dich Zu Lieben kann diese CD nicht retten. Die ersten 10 Tracks würde ich als Pubertäts-Sample-Techno beschreiben und somit geht der Daumen ganz tief nach unten.
Armin Kessel
GARY NUMAN - Exile - CD - Eagle Records
Wer hätte das gedacht, daß sich der Altmeister der elektronischen Musik nach so vielen Jahren nochmals an die Tasten begibt, um uns ein Klangwerk diesen Ausmaßes zu schenken? GARY NUMAN hat in den vergangenen Tagen nichts von seinem Zauber eingebüßt. Mit "Exile" schließt er nun die musikalische Brücke zwischen den 80ern und den 90ern. In ruhigen Zügen werden analoge Relikte mit dem digital Machbaren vermengt. Diese explosive Mischung detoniert allerdings erst im Herzen des erwählten Hörers. Gewaltige Sehnsuchtsschübe kennzeichnen dieses Phänomen, ein Zeittor öffnet sich, doch man kann nicht hineinsteigen. Zu groß ist die Gefahr, das Raum-Zeit-Kontinuum zu zerstören. "Exile" läßt sich aber auch ein weiteres mal hören, ohne irgendwelche Folgeschäden zu verursachen. T.C. Note: 1
GARDEN OF DELIGHT - HEAVEN AND HELL Do-EPCD, Nr.: BN 510 - Dion Fortune / Semaphore
Etwas Neues gibt es auch von den deutsch-irischen GARDEN OF DELIGHT zu berichten - Jener Band, die nur 7 Jahre existieren soll und nur 7 Alben mit jeweils 7 Titeln veröffentlichen wird. Daß man so jedes Sammlerauge zum funkeln bringen kann, versteht sich eigentlich von selbst. Doch irgendwie scheinen Garden of Delight das Ganze nicht so eng zu sehen und brachten nun außerhalb der Reihe den ersten Teil der HEAVEN AND HELL-Trilogie. Diese besteht aus einem auf 1000 Stück limitierten Digi-Pack mit 2 EP-CDs - eben den CDs THE HEAVEN und THE HELL (Ist auch einzelnd erhältlich!). Insgesamt 11 Tracks, auf denen Sänger Arthaud sein exklusives Bild von GUT und BÖSE offeriert. Zum Teil sind es bereits bekannte Stücke als Remixe, eine Version des JOY DIVISION-Klassikers DEAD SOULS und natürlich einiges an neuem Material. Interessantester Song ist eindeutig 'Spiral Dance', welcher sogar das Zeug zum Dancefloorhammer hat! Fortgesetzt und beendet wird die Trilogie mit dem sechsten Album "Scheoul", welches für Oktober angekündigt ist und der siebten und letzten CD "Paradise" im kommenden Jahr. Danach werden sich Garden of Delight auflösen und so eine trauernde Fangemeinde zurücklassen. T.C., Note: 2
The Garden of Delight - Paradise - CD Dion Fortune Records
Mit dem Release von "Paradise" nähert sich nun das Ende der Ära von The Garden of Delight, die ihre 7 Alben in 7 Jahren nun veröffentlicht haben, und somit als Band der Welt Lebewohl sagen möchten. Aber wer weiß schon, was Artaud, Adrian Hates und Th. O’Conell einzeln für die Zukunft planen, zumindest Adrian wird mit seinem äußerst erfolgreichen zweiten Standbein Diary Of Dreams der Musikwelt ja sicherlich erhalten bleiben. "Paradise" nun bleibt dem typischen Garden of Delight Sound treu, die Songs voller spiritueller Inhalte sind nach wie vor gut strukturiert, kraftvoll und ausdrucksstark, aber dennoch hätte ich mir den Abschluß ihres Wirkens doch etwas "krönender" gewünscht. Aber so fällt der Abschied vielleicht leichter.H.M. Note 3
THE GARDEN OF DELIGHT - Necromentea - 7" Dion Fortune
Für Sammler und nicht nur für die erschien 1991 eine leider bis heute unbeachtete Single mit den ersten Releases von G.O.D. aus der Frühphase. Die Single erinnert musikalisch an die "The Reptile House E.P"-Zeit jenes Andrew Eldritch. Das Stück "Necromentea" erzählt uns vom Erlebnis des Eintritts in eines der sieben Tore der im Necronomicon beschriebenen Tore zu anderen Sphären, während "Somniorum Interpretio" stillere Töne anschlägt. Wer mit der guten alten Zeit konform geht, wird von dieser Single nicht enttäuscht sein.
Armin Kessel
THE GARDEN OF DELIGHT - The Seal - MCD / Dion Fortune
Nach der auf 777 Exemplaren limitierten Erstauskoppunng "Shered Creation" folgt mit "The deal" nun die zweite Auskopplung aus dem aktuellen Album "Sargonid Seal" der irisch-deutschen Esotheric-Rock Band. Neben zwei Versionen des Stückes "The Seal", das mit treibenden Beats fast schon Ritual/Industrial-mäßig daherkommt und auf dieser Maxi durch female vocals unterstützt wird, findet man eine noch intensivere Version von "The White Goddess". Letzteres war ja schon als Höhepunkt auf dem "Epitaph"-Album zu hören. Von der Atmosphäre her sicherlich das intensivste Stück der Band. Ein schwebender, meditativer Song der wirklich "durch Herz und Seele" geht. Die G.O.D. Maxi-CD, die auch DJ's in dieser Region ansprechen dürfte (Ein kleiner Seitenhieb auf einige EBM-Verliebte unter den DJ's).
Armin Kessel
GAIL OF GOD - FIFTH ANGEL (CD - DSFA Records / Rough Trade)
Auf 'Fifth Angel' sucht Gail Liebling der Kopf und Sänger von GAIL OF GOD nach dem göttlichen in sich selbst und führt den Hörer dabei zu den tiefsten Abgründen seiner Seele. Dabei vermischt die aus dem Doom-Metal stammende Band gekonnt Elemente von Gothic, Metal und Industrial und erschafft so eine Melange, die in der Lage ist, extreme Emotionen hervorzurufen. Verpackt wurde das Ganze in das Konzept um die Legende des fünften Engel, dem apokalyptischen Engel, der den Schlüssel zur Hölle besitzt. Düstere Musik für düstere Zeiten und Fans von MARILYN MANSON oder NINE INCH NAILS dürften begeistert sein. Mehr über diese interessante niederländische Band im Interview in dieser Ausgabe. Th. K. (Note: 2)
GOOD COURAGE - Old, broken & destroyed CD, LC: 3612 NR: Hardest 15 LABEL: HARD RECORDS VERTRIEB: Hard Publishing / Alster Musikverlag
Von dem Vorwurf, wie DEPECHE MODE zu klingen, distanzieren sich GOOD COURAGE händeringend, obwohl sich dieser Vergleich beim HörenIhrer Musik manchmal etwas aufdrängen mag. Trotzdem läßt sich Ihreinnovative Ader nicht leugnen. Sie vermischen aufgrund Ihrer Herkunftamerikanische und europäische Stilelemente, und kreieren so einen"eigenen" Sound. Trotz der großen Vorbilder wie Neubauten, Dead canDance oder Front 242 fällt es GOOD COURAGE in keinster Weise schwer,eingängige Melodien ohne fremde Anleihen in ordentlichen Synthi-Pop zuverwandeln. Lediglich die etwas gedrungene Instrumentierung hättesorgfältiger ausfallen können, aber vielleicht ist es gerade die,die sich als roter Faden durch "Old, Broken & Destroyed" zieht !? T.C.
GODZILLA SUSHI - Godzilla Sushi - CD - Terrazone
Was ist es nun, was die Band mit dem merkwürdigen Namen auf ihrem Debüt abliefert. Gitarrenalternativambientbigbeat? Könnte sein, zumindest etwas richtig Außergewöhnliches, aber so richtig. GODZILLA SUSHI, übrigens benannt nach einer Sushi Bar in San Francisco, arbeiten völlig unkonventionell. Die Gitarren schräbbeln so in Cure-Manier vor sich hin, während im Hintergrund irgendwelche Samples rumblubbern und wabbern, oder dir ultratiefe Bässe a'la Prodigy und Chemical Brothers die Füße kitzeln. Godzilla Sushi rühren in jedem Topf ein bißchen, kein Song ähnelt auch nur im geringsten dem nächsten. Aber es geht von jedem eine ungeheure Faszination aus. Und wenn dann noch singende Wale und zirpende Grillen mit im Spiel sind, dann werde ich sowieso ganz schwach. Dies ist für mich definitiv eine der merkwürdigsten und zugleich interessantesten Veröffentlichungen der letzten Tage. T.C. Note: 2
GODFLESH - Love and Hate in Dub CD - Earache
Mastermind Justin Broadwick konnte sein 96er Album "Songs of love and hate" so einfach nicht stehen lassen.... Man kann heutzutage einfach viel mehr aus seinen Songs machen, die Einflüsse sind breit gefächerter und allgegenwärtig. Drum'n'Bass und Dub heißen die Zauberwörter, denen sich J.B. hingegeben hat. Man kennt J.B. eh als Mann der Tat am Mischpult, doch seinem eigenen, recht brachialen Material einen neuen Anstrich zu verpassen ist sicherlich nicht einfach gewesen. In Kollaboration mit Techno Animal nahm er sich Song für Song vor, sezierte Stück für Stück, fügte wieder zusammen und reanimierte so das Ergebnis. Ihr werdet sicherlich Euren Spaß an diesen Sounds haben.... meine Faves sind zumindest "Circle of Shit" & "Almost Heaven". T.C. Note: 2
Godheads Ordinary Swoon CD - Zoth Ommog / semaphore
Nachdem sie ihre Alben "The Rush Inside" und "The Reshuffle" auf Hard Records veröffentlicht haben, macht uns Zoth Ommog erstmals Material der dänischen Band Godheads direkt zugänglich. Die "Götterköpfe" machen interessanten Electro-Rock, der viel mit Dynamik arbeitet. In ihrer Musik vereinen sie Gegensätze: nicht nur den zwischen druckvollen und ruhigen Passagen, sondern sie spielen auch mit Techno-Anleihen auf der einen und harten Gitarren-Parts auf der anderen Seite. Dabei klingt die Musik teilweise recht Grunge-lastig wie bei "Pale Moon", tanzbar in "Body & Mind" oder Industrial-lastig bei "Shameless", das exklusiv für Europa veröffentlicht wurde. Die Godheads konnten sich auch schon erfolgreich in den Deutschen Alternative Charts plazieren. Wer Electro-Rock mag, begeht sicher keinen Fehler, wenn er mal in dieses Album hineinhört. Note: 2 Z
Guesch Patti - Dernieres Nouvelles - XIII BIS Records
Dieses 5. Werk der französischen Diva der Popmusik ist in sicher wesentlich stimmiger und schlüssiger als der Vorgänger. Die abwechslungsreichen und emotionalen 12 Stücke des Albums "Dernieres Nouvelles" von Guesch Patti zeugen von ihrer musikalischen Komplexität, und bringen den Lauschenden zum Nachdenken und träumen. Schade eigentlich, daß ich kein französisch spreche. Übrigens ist dieses Album limitiert und hat zusätzlich noch eine Dreingabe in Form einer zweiten CD, auf der sich neben den bekannten Stücken wie "Etienne", "La marquise" oder "Blond" auch noch der von Peter Greenway produzierte Videoclib befindet. Klasse!
Aquarius
Guesch Patti - "Blonde" - (XIII Bis Records/Adami)
Kennt noch jemand Guesch Patti aus den 80ern? Auf ihrer neuen Scheibe präsentiert Guesch eine fröhliche Mischung aus Chansons und Französisch-Pop. Nett anzuhören aber auch nichts Herausragendes. Vielleicht werden diejenigen auf diese CD abfahren, die gerne nette, leise Musik beim Diskutieren im Hintergrund laufen haben.
AD
Götterdämmerung - Rearm - E.P. - Semaphore
Die niederländische Formation Götterdämmerung, die bereits zwei CD's veröffentlicht haben, sind, sofern man für sie überhaupt eine Schublade öffnen sollte, dem alten Gitarren-Wave zuzuordnen Ihre Songs sind experimentell, düster, gitarrenlastig und enthalten klassische Gothic-Einflüsse. Die drei Stücke auf dieser E.P. sind auf jedem Fall lohnenswert. Eine Hörprobe ist auf dem 3. Dion Fortune-Sampler zu hören.
Michaela Böttcher