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| Archiv Rezensionen - H - |
HIGH VOLTAGE III - SAMPLER - Dying Culture
Sampler gibt's ja bekanntermaßen wie
Sand am Meer, doch die wenigsten sind Ihr Geld wirklich wert. Entweder man hat
bereits die Hälfte der Songs anderweitig oder es ist viel Mist auf der
Scheibe. Um so
erfreulicher ist also die "High Voltage III" - Compilation, welche niemand geringeres
als Johan van Roy alias Mr. Suicide Commando zusammengestellt hat. Auf dieser
Compi findet Ihr jede Menge bisher unveröffentlichtes Electro-/EBM-/Industrial-Material
von Bands, die sich bereits seit Monaten oder gar Jahren im heimischen Untergrund
bewegen und die sich hinter den "angesagten" Bands nicht zu verstecken brauchen.
Neben KIL67 mit Ihrem coolen "Plastic City" und PROTHESE findet man auf dem Cover auch Namen wie STIN SCATZOR, FEINDE AUF VALIUM, SOLITARY EXPERIMENTS, ASLAN FACTION, die gerade mit Ihrem neuen Album um Hörer buhlen, oder eben DIOXYDE, eine 2-Mann-Combo aus dem sonnigen Spanien. DIOXYDE gehören derzeit zum Interessantesten, was Spanien musikalisch zu bieten hat. Ihr Sound erinnert dabei etwas an die frühen 90er, ganz besonders an METALLO & THE FIXER. Fazit: Kaufen!
TC
Ozark Henry - "This last warm solitude" (Metthod)
Electro-Gitarren-Pop mit Hang zum Melancholischen. Teilweise ist dieses Album ein wenig zu verhalten um tanzbar zu sein und teilweise zu kompliziert arrangiert um zum Zuhören zu animieren. Für den Hintergrund sehr geeignete Musik, die sich ziemlich vieler musikalischer Stilrichtungen bedient und daher nicht so schnell langweilig wird. Vor dem Kauf aber unbedingt reinhören - ist bestimmt nicht jedermanns Sache. A.D.
The Hall Of Souls - Love DesertCD - Alice in ...
Dieses 3. Album der genialen Progressive-Rocker beweist diesmal wieder ihre Experimentierfreudigkeit, da sie sehr gekonnt ihre Vorliebe für elektronische Feinheiten in dieses Werk einfließen lassen. Es ist ihnen gelungen, ein Werk zum Träumen voller atmosphärischer Dichte und Tiefe zu kreieren. Besonders hervorheben möchte ich die Ballade "Farewell", in der neben Alexanders Stimme auch die von Ullie Scharf (Morbus Kitahara) erklingt. Durch ihr Zusammenspiel erinnert das Lied stark an das Ergebnis der Zusammenarbeit Cave/Minogue. Ich denke, mit diesem Werk haben sie es geschafft, ihre musikalische Bandbreite voll auszuspielen. Ihr könnt Euch übrigens auch live von ihrem Können überzeugen, da sie im April/Mai auf Tour sind. M.V. Note:2T
THE HOME OF THE HITMAN - Destination - CD - United Chalet Records
Gute Musik gibt es auch in heimischen Landen. Bestes Beispiel für meine Region sind neben SPARK und den PASTEL COLOURED DAYS wohl auch THE HOME OF THE HITMAN (THOTH) aus Detmold. Im Gegensatz zu den Erstgenannten haben THOTH nun endlich in United Chalet Records ein geeignetes Label gefunden, um ihre Musik durch den angeschlossenen Vertrieb europaweit präsentieren zu können. Mit "Destination" kommt nun das zweite Album, wesentlich druckvoller und filigraner als das Debut, mit vordergründigen Bassläufen und schwermütigen, verhallten Gitarren erzeugen sie eine wahrlich düstere Klangkulisse, die durch das gemäßigte Tempo mehrfach unterstrichen wird. Musikalisch reichen sie mit ihrem Depri-Rock in ähnliche Gefilde wie auch die PASTEL COLOURED DAYS, allerdings nicht ganz so psychedelisch, dafür wesentlich trauriger. T.C.Note: 2
HELLBENT - HELIUM - Re-Construction / Cargo Music
Was soll ich denn zu dieser CD schreiben? Elektronisch geht es zur Sache, überall piept und blubbert es, aber überzeugen kann das deshalb noch lange nicht. Langeweile ist angesagt, zumal mich der Sänger des öfteren an eine weichgespülte Version von Marilyn Manson auf halber Geschwindigkeit erinnert. Sorry, aber dafür kann ich mich wirklich nicht begeistern. Und da noch eine Menge CD’s zum rezensieren zwischen mir und meinem wohlverdienten Urlaub liegen, fliegt diese nun raus aus meinem CD-Player.
Thorsten Kübler
HYPOCRISY - THE FINAL CHAPTER NUCLEAR BLAST
Tja, das war's dann wohl offenbar von der Hypocrisy Front. Die Jungs wollen sich nämlich trennen. Nach vier derben Death Metal Scheiben präsentieren die Schweden in diesem Jahr ihr voraussichtlich letztes Album. In einem "textlich zusammenhängenden Konzept" der neuen CD ist der musikalische Stil dergleiche geblieben. Knallharte, straighte Trashsongs wechseln sich mit "episch anmutenden, spärischen Deathmetal-Hymnen" ab. Wobei - so genau kann ich das nicht erkennen, für eine alte und bekennende (Death-)Metalhasserin klingt das eine Lied genauso nach Runzrunzrunz wie das andere. Obwohl auch hier, wie im Metal üblich, einige echt nette Intros zu finden sind. Da die Katze jetzt aus dem Sack ist, gebe ich zu, daß ich mir einfach keine Allgemeingültigkeit meines Urteils anmaßen kann und will und beliefere euch mit dem, was Andere /(Wissendere?) sagen und den groben Fakten. Also: Die Scheibe hat zwölf Songs, 55:17 Minuten --- und mehr kann ich dazu wirklich nicht guten Gewissens von mir geben. Ich denke, wer auf Metal steht und Hypocrisy kennt, weiß sicherlich, was ihn erwartet und wird auch sicherlich von dem guten Stück nicht enttäuscht... Sorry. lilli
HYPERNOID - ADVANCED TECHNOLOGIE Visage records
Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne...oder so. Will sagen: Nach dem ersten Hören war ich recht angetan. Nette Beats, schöne Mukke. Beim zweiten Versuch war ich schnell gelangweilt, beim dritten Mal noch schneller und beim vierten Anhören unendlich genervt.Was ist davon zu halten? Vielleicht erklär' ich das am besten so: Das erste Lied klingt innovativ - 'Yello'-mäßig wird ein Text gesprochen, bevor die Elektrik beginnt. Kurz gehalten, ein origineller 'Prologue', wie der Name auch sagt. 'Trapped', der zweite Song, ist eine nette, leichte Komposition, die bestimmt gut tanzbar ist.Von da an geht´s allerdings auf dem selben Level weiter. Es tut sich nichts großartiges, fast jedes Lied beginnt mit einem gesprochenen Satz, einzige Auflockerung hierbei ist, daß mal ein Mann und mal eine Frau spricht. Musikalisch bleibt das Niveau gleich...Ohne besonderen Ideenreichtum werden sanft-elektrische Versatzstücke immer wieder hintereinandergesetzt und begleiten den Hörer in zermürbender Monotonie mehr oder weniger das ganze Stück lang. Gesanglich ist nicht viel zu holen, außer mehr oder weniger melodischem Sprechgesang gibt es leider keine Gesangselemente. Klar gibt's auch Stücke, denen zumindest ich mehr abgewinnen kann: Schön sind außer den schon genannten Songs auch die Titel 'Eyewall' und 'Fiat Lux'.Fazit: Nichts umwerfendes von den vier Jungs aus dem Kingdom. Diese Scheibe muß man nicht haben, aber man kann.
HAUJOBB - Less - MCD - Accession
Auch HAUJOBB wandeln auf neuen Pfaden. Ein neues Label, eine neue Maxi, und für den April ist auch noch ein neues Album im Vormarsch. Eigentlich war es ja abzusehen. Das, was jetzt von ihnen kommt, hat mit den Ursprüngen nur eines gemeinsam - die elektronische Basis. Ansonsten ist alles anders.... so widmen sich HAUJOBB nun den sphärisch höheren Ebenen, sofern man das anhand dieser einen Maxi mit 4 Mixen beurteilen kann. Hinzu kommt noch der filigrane Gesang einer gewissen "Vanessa Briggs", was dem Ganzen einen gewissen "Ivoux"-Touch verleiht - rein stilistisch gesehen, versteht sich. Im Übrigen kann man "Less" ruhig im Bereich der Ambientelektronik einordnen, wobei leichte Drum'n'Bass Einflüsse erkennbar sind, aber keine tragende Rolle spielen.... warten wir also mal auf's Album. TC Note: 2
haujobb: frames OFF BEAT/SPV
Nach der hochgelobten "freeze frame reality" halten die Electrotüftler mit dieser EPCD Revue über ihr Meisterwerk und halten ihre Stellung als derzeit konkurrenzlos beste Electroband in Deutschland. Den Anfang auf der CD macht ein grandioser Eigenmix von meinem Albumfavoriten "dream aid", bevor cEVIN kEY seine recht gelungene Interpretation von "cold comfort" zum besten gibt. Einen souveränen Umgang mit Atmosphäre und Klangstrukturen beweist auch das neue Off Beat-Signing Forma Trade, ebenfalls mit einem Mix von "dream aid". Sehr gelungen fällt auch die über acht Minuten lange Version von "cold comfort" aus, die dem Stück meiner Meinung nach mehr Facetten gibt, als auf dem Album. "Mit A4-main title" befindet sich auch ein neuer, instrumentaler Track auf der CD, der allein schon die Anschaffung rechtfertigt. Nur von einer so begnadeten Band wie Mentallo & the Fixer hätte ich mehr erwartet, ihre von dem Original völlig entfremdete Version von "yearning" schleppt sich etwas mühsam und ohne Höhepunkt daher. Schade. Insgesamt komme ich natürlich nicht umhin Euch diese CD wärmstens (ist schließlich kalt draußen) zu empfehlen. L.S.
Haujobb - Matrix Off Beat/SPV
An Remixalben ist eigentlich immer etwas auszusetzen. Nicht so an diesem. Wie es nicht anders zu erwarten war, beweisen die Bielefelder, daß selbst reine Remixveröffentlichungen spannend und abwechslungsreich sein können. Die Doppel-CD "Matrix" besteht aus der "the rmx matrix"-Seite und "the sound matrix". Erstere enthält deutlich bearbeitete Versionen des begnadeten letzten Albums "Solutions for a small planet", die u.a. auch von Covenant, Forma Trade und überraschenderweise auch von Steril stammen. Dementsprechend qualitativ unterschiedlich sind auch die musikalischen Interpretationen von genialen Stücken wie "Distance", "Deviaton", "Depths" oder "Sub Unit One", aber insgesamt überwiegen die gelungenen Bearbeitungen, die insgesamt sehr technolastig sind und erklären, warum -wie man munkeln hört- sich haujobb in Zukunft nur noch trancelastigem Techno hingeben wollen. Ob das eine gute Entscheidung wäre, bleibt abzuwarten. Vorher darf man sich aber über eine gelungene Veröffentlichung freuen. Wer Blut geleckt hat und selber mal ein bißchen experimentieren will, für den/die ist die zweite Seite gedacht, die bassdrums, loops, snares und Sequenzen des letzten Albums enthält und zum klonen einläd. Abschließend möchte ich noch einer größeren Musikzeitschrift widersprechen: Das ganz in weiß gehaltene Coverartwork ist klasse! LS Note: Schöne Scheibe
haujobb. From Homes To Planets CD - OffBeat / SPV
Noch eine von diesen Rar-Unveröffentlicht-GeRemixt-Aber-Trotzdem-Best-Of-Compilations aus dem Hause OffBeat. Nachdem haujobb mehr oder weniger von ihrem Label gegangen (worden) sind, setzt OffBeat einen Schlußstrich unter das Kapitel haujobb in Form dieser "Mission Summary". Wie ich schon bei der neuen Delay erwähnte, sind diese Zusammenstellungen nicht ganz so mein Ding, denn als Fan muß man sich das Ding kaufen, weil man die zwei oder drei unveröffentlichten Songs nicht hat, obwohl man die ganzen übrigen Tracks schon zu Hause rumstehen hat. Für die, die nur die Hits von haujobb haben wollen, ist diese Zusammenstellung auch nicht ganz das richtige, weil viele der Klassiker in anderen Versionen auf dieser CD enthalten sind. Trotzdem ist eine neue haujobb-Platte natürlich immer kaufenswert, so auch diese, denn es ist z.B. der beste Song, den haujobb nicht selbst gemacht haben, auf dieser Scheibe: "Dream Aid (Different Species)". Dieser wurde nämlich von Forma Tadre geremixt und ist fast noch besser als das Original. Auf dieser Platte hat sich OffBeat auch mal wieder etwas für die Pfadfinder und Rätseltüftler einfallen lassen, denn die Beschriftung wurde zwar richtig numeriert, dann aber wild durcheinandergemixt. Auch die musikalisch-inhaltliche Struktur dieser Compilation läßt etwas zu wünschen übrig: es wurden mehr oder weniger chronologisch Songs oder Remixe hintereinandergeklemmt und irgendwie hätte ich von einer haujobb-Best-Of etwas besseres erwartet. Note: 2 Z
Haujobb "Freeze-Frame-Reality" Off Beat/SPV
Nachdem haujobb ja bereits mit ihrem Debut "homes & gardens" beachtliche Erfolge für eine Newcomer-Band erzielen konnten, könnten sich bei "Freeze-Frame-Reality" die Geister scheiden, denn die drei Soundbastler haben sich ein gehöriges Stück weiterentwickelt und geben sich nicht mehr so dunkel wie auf dem ersten Album. Aber keine Angst, soo gravierend ist die stilistische Entwicklung nun auch nicht, vielleicht ein bißchen mehr in Richtung Ambient/Trance, ohne dabei einschläfernd zu wirken, wie es mir oft bei diesen Trance-Geschichten geht. Vielmehr haben haujobb es geschafft, ein spannendes Klanggerüst synthetischer Welten zu errichten, in das man sich sicherlich erstmal einhören muß. Aber hat man das Türchen zu dieser Scheibe gefunden, erschließt sich dem Hörer eine faszinierende Computerwelt, die lange nicht so kühl ist, wie es der Titel vielleicht vermuten läßt. Erfreulich experimentierfreudig zeigten sich haujobb aber, was die Gitarreneinsätze angeht. So ist "Cold Comfort" wohl haujobbs Antwort auf die allgemeine Crossover-Welle. Mein persönlicher Favorit aber ist "Dream Aid", das ich für das repräsentativste Stück dieser CD halte. Volle Punktzahl! S.L.
haujobb - CLENED VISIONS Off Beat/SPV
Lange Zeit habe ich dafür gebraucht, um mich zu entscheiden ob ich die neue haujobb-Maxi nun gut finde oder nicht. Das Ergebnis meiner langen Rätselzeit: Die Maxi ist klasse, reicht aber nicht an das hohe Niveau der "freeze frame reality" heran. Das wird so schnell sicher keiner mehr schaffen, nichtmals haujobb. Mit "Cleaned Visions" werden haujobb es aber vielleicht in die Clubs schaffen, da sich die fünf Titel insgesamt tanzbarer gestalten, als auf dem genialen Vorgängeralbum. Trotzdem lassen sie auch auf dieser Maxi viel Raum für Flächensounds. Bassdrum und Strings werden geschickt verbunden, so daß die Tracks nicht nur der Dancefraktion, sondern auch denen gefallen dürfte, die bei haujobb immer die komplexen Strukturen geliebt haben. Für mich ist "Cleaned Visions" insofern noch eine sehr gute Maxi, die Hoffnung auf das neue Album macht. L.S.
Es folgt nun das dritte Album der legendären Hate Squad, namentlich PZYCO! Hier wurde die bekannte Brutalität und Härte um ein erhebliches Maß gesteigert. Wie eine Kampfmaschine bahnt sich der Sound durch die Menge, nimmt keine Rücksicht auf Verluste. Gnadenlos zerstört Pzyco! Illusionen, verkündet auf krasse Weise die Wahrheit. Der Sound läßt dem Hörer nicht einen Hauch von Ruhe spüren. Er reißt mit, spricht unterschwellige Ängste an, er vernichtet... K.B. Note:2
HALL OF SOULS - HOPE CD, LC: 3739, NR: AIW 007 LABEL: Alice in..., VERTRIEB: Semaphore
Mit "Hope" präsentiert die Saarbrücker Darkwave/Gothic-Formation THE HALL OF SOULS Ihr Debüt in CD-Format. Man sprach bei der Veröffentlichung von Musik fernab von Konventionen und Vorbildern. Das dem nicht ganz so ist, wird jedem spätestens bei dem Stück "Leviathan" auffallen. Eine frapierende Ähnlichkeit zu den guten alten FIELDS läßt sich nunmal nicht leugnen, Basslauf, Melodieführung, etc... doch will ich HALL OF SOULS hier nicht schlecht machen, nur weil ich vielleicht meine Ansprüche zu hoch gesteckt habe. Nein, die Musik ist durchweg hörbar und das ist keineswegs abwertend gemeint. "Hope" steht für ordentlichen Gothic-Rock mit einem Schuß Melancholie und etlichen Höhepunkten. Auch möchte ich hier an dieser Stelle das Label "Alice in ..." erwähnen, welches sich, mutig wie es ist, gänzlich der Gothic-Bewegung verschrieben hat..... T.C.
HUMAN DRAMA CD "Human Drama" Projekt / RTD
Human Drama ist das Projekt des US-Amerikaners Johnny Indorina, welcher seine musikalische Arbeit nun zum erstenmal via Projekt bzw. Hyperium der europäischen Öffentlichkeit vorstellt. Hierzulande noch völlig unbekannt, soll Human Drama in der US-Gothic-Szene einen sehr guten Ruf besitzen - wobei sofort bemerkt werden muß, daß Human Dramas Musik mit dem Begriff "Gothic" nicht nur unzureichend, sondern vielleicht sogar unzutreffend beschrieben ist. Johnny Indorina präsentiert recht eingängige, meist gitarrenorientierte Stücke, bei denen die vortrefflich eingesetzte Geige sowie der charismatische Gesang, den ich irgendwo zwischen Rozz Williams und David Bowie ansiedeln würde, heraussticht. Highlight der CD ist die wirklich sehr einfühlsame Klavierballade "The waiting hour", welche auch gleichzeitig die CD beschließt. H.M
HIM - WHEN LOVE AND DEATH EMBRACE (MCD - tba / BMG Ariola)
Was soll ich zu diesem Stück noch viel schreiben, ist es doch schon längst ein Hit und wird selbst auf MT-V-IVA regelmäßig gespielt. Und eins muß man Mädchenschwarm Ville Valo und seinen Kollegen lassen, mit diesem Song ist ihnen wirklich eine Hymne für die Ewigkeit gelungen. Dieses melancholische Gitarrenspiel in Verbindung mit Villes sehnsüchtiger Stimme läßt ganz bestimmt nicht nur Mädchenherzen höher schlagen. Negatives gibt es von dieser Veröffentlichung aber auch noch zu berichten, denn auf Dauer wird es doch ein wenig eintönig wenn man vier sich kaum unterscheidende Versionen (Radio-Edit, AOR-Radio Mix, Original Single-Edit, Album Version) zu hören bekommt und sonst nix. Dann doch lieber zwei Versionen weniger und dafür zwei bisher unveröffentlichte Songs. Th. K.
HERBST IN PEKING - LES FLEURS DU MAL (CD - Moloko Plus / EFA)
Die neue Scheibe von HERBST IN PEKING bietet 70 Minuten experimenteller Musik irgendwo zwischen Dub, Trip Hop, Goa Trance und was weiß ich nicht noch. Und wenn dieser mal abgedrehte, dann wieder düster atmosphärische Sound selbst mich begeistern kann, dann bedeutet das schon was. Kann ich doch sonst gar nicht auf diesen Goa und Trance-Kram. Das süße Leben ist vorbei - Herbst in Peking. Th. K.
Helga Pogatschar - Mars Requiem CD - Gymnastic/EFA
Eine äußerst ungewöhnliche Klangreise erwartet den Hörer hier. Im Auftrag von Carl Erling (Gymnastic-Chef), der sich hiermit einen Jugendtraum erfüllt, erschuf Komponistin und Konzertpianistin Helga Pogatschar eine musikalische Totenmesse (Requiem), wobei sie unterstützt wurde vom Produzenten und Dirigenten Alexander Zimmermann, sowie 5 Sänger/innen. Christliche Texte auf Latein werden von polyphoner Stimmführung (Sopran, Mezzosopran, Tenor, Bass) wirkungsvoll vorgetragen. Verschmolzen mit einem klassikdurchzogenen Gewand mit Industrial- und Electroeinstreuungen. Die Stimmung, die von diesem Werk ausgeht, ist schwierig in Worte zu fassen, das sollte jeder Hörer selbst erleben. Wenn dies auch nicht meinen musikalischen Geschmack trifft, so muß ich dennoch sagen, daß dies Werk sehr anspruchsvoll und interessant geworden ist. Nehmt Euch einfach mal die Zeit, reinzuhören. AX
HEAVY WATER FACTORY - Cries from Hell OffBeat
Dies ist keine neue HWF-CD, sondern ein klassisches Remix-Album des Hauses OffBeat; fast alle Stücke kommen von der "Author of Pain"-CD und nur zwei Stücke sind bisher unveröffentlicht. Das tolle an dieser CD ist, daß sie unheimlich abwechslungsreich ist; es finden sich sehr relaxte Trance-Stücke wie das bisher unveröffentlichte "Everyone's in Heaven" oder die "Delusions"-Version von ERIC CURRY, krachige, gitarrendominierte Tanzstücke wie der "More Dirt Mix" von "Control", Ethno-angehauchte Stücke wie die FISHTANK NO.9-Interpretation von "Delusions", düstere Kriecher wie der Mix von "Strange", eine nervös-zappelige, dezenz Breakbeat-orientierte, aber nie aufgesetzt wirkende Version von "Waking up in Darkness" und und und (ach ja, nicht zu vergessen den Honkey-Tonkey-Song "Better than Dead", der sich in der Afterhour einer mexikanischen Sombrero-Party gut machen würde). Trotz aller Stilvielfalt wirkt die CD dennoch kompakt und ist gut am Stück hörbar, was bemerkenswert ist. Toll gemacht, auch wenn Remixalben ja sonst oft einen schalen Beigeschmack haben. 2xR 2
Heavy Water Factory "Author Of Pain" CD Off Beat
Der Bandname "Schwere Wasser Fabrik" ist eine Anleihe an das riesige Stollensystem in Norwegen in dem Ingineure des Dritten Reiches an der ersten Version der Atombombe experimentierten. Es ist schon ziemlich erstaunlich, daß sich Amerikaner mit diesem unrühmlichen Teil deutscher Geschichte beschäftigen und gleichzeitig noch ein so hervorragendes Album produzieren. Heavy Water Factory erinnert sehr stark an die früheren Mentallo & the Fixer-Arbeiten, wenngleich der eigentliche Melodiebogen weniger durch Samples oder andere Nebengeräusche überlagert wird. Vielmehr stehen düstere Melodien und bizarr anmutende Strukturen im Vordergrund, die den Hörer unwiderstehlich in ihren Bann ziehen. "Author of pain" ist ein äußerst facettenreiches Album, das einen langanhaltenden Hörgenuß verspricht. Für mich ist "Author of pain" der absolute Favourit dieser Ausgabe ! Note: 2 Kai
HYPOCRISY - THE FINAL CHAPTER NUCLEAR BLAST
Tja, das war's dann wohl offenbar von der Hypocrisy Front. Die Jungs wollen sich nämlich trennen. Nach vier derben Death Metal Scheiben präsentieren die Schweden in diesem Jahr ihr voraussichtlich letztes Album. In einem "textlich zusammenhängenden Konzept" der neuen CD ist der musikalische Stil dergleiche geblieben. Knallharte, straighte Trashsongs wechseln sich mit "episch anmutenden, spärischen Deathmetal-Hymnen" ab. Wobei - so genau kann ich das nicht erkennen, für eine alte und bekennende (Death-)Metalhasserin klingt das eine Lied genauso nach Runzrunzrunz wie das andere. Obwohl auch hier, wie im Metal üblich, einige echt nette Intros zu finden sind. Da die Katze jetzt aus dem Sack ist, gebe ich zu, daß ich mir einfach keine Allgemeingültigkeit meines Urteils anmaßen kann und will und beliefere euch mit dem, was Andere /(Wissendere?) sagen und den groben Fakten. Also: Die Scheibe hat zwölf Songs, 55:17 Minuten --- und mehr kann ich dazu wirklich nicht guten Gewissens von mir geben. Ich denke, wer auf Metal steht und Hypocrisy kennt, weiß sicherlich, was ihn erwartet und wird auch sicherlich von dem guten Stück nicht enttäuscht... Sorry. lilli
HYPERNOID - ADVANCED TECHNOLOGIE Visage records
Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne...oder so. Will sagen: Nach dem ersten Hören war ich recht angetan. Nette Beats, schöne Mukke. Beim zweiten Versuch war ich schnell gelangweilt, beim dritten Mal noch schneller und beim vierten Anhören unendlich genervt.Was ist davon zu halten? Vielleicht erklär' ich das am besten so: Das erste Lied klingt innovativ - 'Yello'-mäßig wird ein Text gesprochen, bevor die Elektrik beginnt. Kurz gehalten, ein origineller 'Prologue', wie der Name auch sagt. 'Trapped', der zweite Song, ist eine nette, leichte Komposition, die bestimmt gut tanzbar ist.Von da an geht´s allerdings auf dem selben Level weiter. Es tut sich nichts großartiges, fast jedes Lied beginnt mit einem gesprochenen Satz, einzige Auflockerung hierbei ist, daß mal ein Mann und mal eine Frau spricht. Musikalisch bleibt das Niveau gleich...Ohne besonderen Ideenreichtum werden sanft-elektrische Versatzstücke immer wieder hintereinandergesetzt und begleiten den Hörer in zermürbender Monotonie mehr oder weniger das ganze Stück lang. Gesanglich ist nicht viel zu holen, außer mehr oder weniger melodischem Sprechgesang gibt es leider keine Gesangselemente. Klar gibt's auch Stücke, denen zumindest ich mehr abgewinnen kann: Schön sind außer den schon genannten Songs auch die Titel 'Eyewall' und 'Fiat Lux'.Fazit: Nichts umwerfendes von den vier Jungs aus dem Kingdom. Diese Scheibe muß man nicht haben, aber man kann.
HYBRYDS - Cortex Stimulation CD - Daft
Mit `Cortex Stimulation` demonstriert das belgische Projekt HYBRYDS einmal mehr sein zweites Gesicht. Nach der Veröffentlichung der `Dreamscapes of a dark side` läßt diese CD auf eine völlig andere Band schließen. Dem ist aber nicht so! Es vereint eher all die Elemente des Industrials, die von etlichen Combos so vergeblich ausgeschlachtet werden. HYBRYDS reißen allen an, sei es nun rhythmisches Rauschen, selbstdefinierter Industrial-Techno oder morbide Sampleflächen. Das ist es, was diese CD nicht im Geringsten langweilig werden läßt, obwohl Monotonie ein Stilelement ist. `Cortex Stimulation` ist schon harter Tobak, aber guter Tobak! Im übrigen treten DIVE und Deutsch Nepal als Gastmusiker auf, was wohl für sich spricht. T.C.Note: 1
HYBRYDS - Soundtrack for the aquarium Daft/Discordia
Einzigartiges präsentiert uns das belgische Ritual-Projekt HYBRIDS auf ihrer neuen, auf Dirk Ivens's Label Daft erschienenen CD. Die 9 enthaltenen Stücke, die insgesamt auf eine Spielzeit von fast 74 min. kommen, sind allesamt auf Klängen aufgebaut, die in den Aquarien und Delphinarien des Antwerpener Zoos aufgenommen wurden. Plätscherndes Wasser, arbeitetende Pumpen und "singende" Delphine und Wale bilden die Basis für ruhige, aber äußerst intensive Klangmonomente, die eine perfekte Symbiose von Naturgeräuschen, Maschinen und moderner Studiotechnik eingehen. Wirklich eine der besten Ritual-CD's der letzten Zeit, ein äußerst dunkles Werk, ohne dabei depressiv zu stimmen. Sehr interessant auch die Linernotes des Zoodirektors, F.J. Daman. Ein absolut phantastisches Output, daß ich nur jedem ans Herz legen kann, der sich in irgendeiner Weise mit experimenteller, ruhiger und ultra-intensiver Musik beschäftigen kann. Einmalig. H.M.
HYBRIDS - The ritual of the rave DAFT RECORDS/DISCORDIA
"Join the Rave of our tribes". So steht es im Booklet und sollte klarmachen, wohin die Reise geht. Über 70 Minuten Ritual-Industrial wird hier präsentiert, der aufgrund seiner Sphäre und relativen Eingängigkeit auch Leuten gefallen könnte, die sonst keinen Zugang zu dergleichen Musik haben. Die sechs Stücke mit der typischen Überlänge haben dabei alle ihren eigenen Charakter: Der "Sjaministic Dream" im Ravemix (nicht umsonst lassen die Heiden gerne trancige Strukturen in ihre Musik einfließen) lädt durch seine sphärische Atmosphäre tatsächlich zum träumen ein, während in "Icarus" eine beschwörende Stimme zum tragen kommt, die einem den Eindruck vermittelt, gerade tatsächlich an einem Ritual beteiligt zu sein. Um so orgiastischer steigert sich dabei auch die perkussive Intensität des Stücks. Insgesamt eine wirklich gelungene Veröffentlichung. Lest Euch am besten währenddessen Bücher über alte Mythologien durch (oder macht Sex oder so). L.S.
Hagalaz‘ Runedance - Well of Urd
Hagalaz‘ Runedance ist ein Projekt von Andrea Haugen, dessen Wurzeln im Nördlichen / Germanischen Heidentum liegt. Das Album versteht es, den Hörer in eine weit entfernte Vergangenheit zu entführen. Beherrscht wird die Musik von den treibenden Trommeln, die immer wieder von spärlichen Synthie-Klängen um weht und von Akustikgitarren und verschiedenen Folk-Instrumenten ergänzt wird. Genau das richtige für lange Herbstnächte. Note 2, Beate Herlin
HULY GANG - Free Tyson Free - Mini-CD, 0BIAS / IRS
Etwas Neues gibt es auch von FRONT 242 zu berichten. Als Fan wird man sicherlich bemerkt haben, daß auf der letzten Front-Veröffentlichung "Angels versus Animals" der Name Richard 23 fehlte. Und tatsächlich hat es einen solchen Split gegeben. Während nun die restlichen Jungs als FRONT 242 weitermachen, hat RICHARD 23 kurzerhand HOLY GANG gegründet und zugleich eine neue musikalische Richtung eingeschlagen. Elektro-Crossover, knallende Samples, sägende Gitarren, stampfender Beat ...und doch sind alle Songs ausnahmslos am Computer entstanden, so wie es halt bei FRONT 242 üblich war. Eigentlich unvorstellbar, wenn man sich erst einmal die ganze Scheibe reingetan hat. Die nun erscheinende Mini-CD heißt FREE TYSON FREE und handelt, wie soll's auch anders sein, von dem Ex-Boxer Mike Tyson. Jenem Tyson, der im Februar 1992 in den Vereinigten Staaten der Vergewaltigung von Desire Washington für schuldig befunden und zu sechs Jahren Gefängnis verurteilt wurde. Es gab keinen Beweis für diese Tat. HOLM GANG sagen FREE TYSON FREE
Thomas Czernetzki