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| Magazin für Dark Music, Kult(ur) und Avantgarde |
| Archiv Rezensionen - K - |
Kalmah - They Will Return - Spinefarm/Century Media
Power aus scharfen Riffs und Melodiekaskarden begleiten den Hörer dieses ausgereiften High Speed Werkes durch 41 Minuten Spielzeit. Stimmlich erinnert They Will Return stark an Carcass, gemischt mit der Melodiegenialität von Dream Theatre. Death Metal aus Finnland der besonderen Klasse hat die Höllenbrutstätte Spinefarm mal wieder hervorgebracht. Meiner Meinung nach besser als Dark Tranquility. Das zweite Album der 5er Combo lässt nun wirklich keine Wünsche mehr offen. Galoppierende Gitarren und aufbauende Songstrukturen bei denen liebevoll und gekonnt das Melodiethema aufgegriffen und weiter"erzählt" wird, machen auch bei längerem und oftmaligen zuhören immer wieder Spaß.
Vorsicht Suchtgefahr !!!
Markus Freyer
KIETHEVEZ - THREE EMPTY WORDS / October - Semaphore
Wer als Synthipopfan das Label October nicht kennt, sollte mal schleunigst ihre Werbe-CD anfordern, die nicht nur ein hübsches Gimmick darstellt, sondern zudem einen prägnanten Überblick über die aktuellen Veröffentlichungen bietet. Eine davon ist KIETHEVEZ, deren Name dem einen oder der anderen auf der Zunge steckenbleiben wird. Und im Ohr. Zwar nicht der Name, dafür aber die Musik. Die gefällt nämlich sogar mir, und das ist in diesem Musikbereich nicht allzu häufig. Zwar sind auch hier die Vorbilder klar zu benennen (wer wohl), aber die ersten zehn Stücke ergeben ein stimmiges Bild, gemalt mit den Farbtupfern Melodie, Eingängigkeit und Atmosphäre. Daß man auch anderen Ideen gegenüber aufgeschlossen ist, das beweist das elfte und letzte Stück "Regrets", welches durch das Begleitinstrument Cello (!) eine schwerfällige und melancholische Stimmung erweckt. Hübsch!
L.S.
KEINE AHNUNG - PLASTIK - MCD COMEBACK RECORDS
Eine Sekunde vor Redaktionsschluß flatterte mir noch ein Prerelease - Tape der Mannheimer Formation KEINE AHNUNG ins Haus, welche uns vor nicht allzu langer Zeit das legendäre Vinyl "Keine Ahnung" (1983) via dem Silberling "Rekonstruktion" wieder zugänglich gemacht hat. Nun veröffentlichen sie in nächster Zeit eine Maxi (Spielzeit knapp über 40 Minuten), auf welcher ihr an KRAFTWERK erinnernder Kulthit "Plastik" in fünf neuen Versionen vorzufinden ist. Dabei entführen sie uns in sehr moderne Sounddschungel, haben das einfach gehaltene Stück mächtig auf Vordermann gebracht und verwandelt. Es eröffnen sich hypnotische Techno-Trance-Welten, deren spaciger Sog wahrlich zum abdriften verführt. Mal auf sehr tanzbare Weise mit pulsierenden Beats ("Thermoplaste"), mal eher zurückhaltend und mit integrierten Reggae-Sounds, Breakbeats und bizarren Elementen versehen ("Semtex"). Einen gelungenen Schluß bildet die 20-minütige "P-swoop"-Version, in dessen Klangmeer schwebende, ambienttrancige Wellen und dezent pochende Rhythmen wohldosiert fusionieren. Sphärische Teppiche und experimentelle Ingredienzen im bis auf Sprachfetzen instrumentalen Techno-Trance-Gewand, eine empfehlenswerte Maxi für das Abtauchen ins Universum. Up and away !! Note 2+
AX
THE KILLER BARBIES - Bad Taste - Drakkar / BMG
Der Name der Band und des Albums legen es nahe, das Artwork der CD macht es überdeutlich - The Killer Barbies sind Trashkultur-Fans durch und durch. Logisch, daß sie dazu passenden Punkrock zelebrieren, der von der drallen Frontfrau Sivia Superstar mehr als stilgerecht inszeniert wird. Eine Mischung aus Rocky Horror Picture Show, L7 und den Misfits. Die Melodien zünden, die Songs sind kurz und knackig - Fett kann sich dabei nicht ansetzen. Nur ganz selten gibt es ruhigere Momente wie bei "Going down", aber die fügen sich dann effektvoll ins Gesamtbild ein und intensivieren nur den kompakten Gesamteindruck dieser gelungenen Produktion. Bissig! 2xR
KLICHE - SCOPE - MCD - Memento Materia / Nova Tekk
Woher kenne ich nur diese Stimme? Da mir diese CD nur ohne Waschzettel der Plattenfirma vorliegt, werde ich es wohl nie erfahren. Musikalisch gibt man sich elektronisch tanzbar, während der Gesang (woher kenne ich nur diese Stimme?) eher zu einer Gothic-Formation passen würde. Das Titelstück ‘Scope’ gibt es gleich in drei Varianten, wobei mir der Underground Remix am besten gefällt. Die übrigen drei Stücke sind etwas experimenteller gehalten, erinnern mich teilweise an den Sound, wie er von MASSIVE ATTACK gemacht wird. Alles in allem ein gelungenes Stück Musik, zu hören demnächst in Ihrem Tanztempel.
Thorsten Kübler
Kainsmal - Das Mandala des Rufens Martz Mailorder-Versand, Dortmund
Elektro-Klänge verbinden sich zu unterschiedlichen Stilrichtungen. Der Sound ist abwechslungsreich und gutdurchdacht gestaltet. Härte findet sich ebenso wie ruhige, melancholische Songs, die teilweise einen orientalischen Einfluß aufweisen. Interessante Klangbilder runden das instrumentale Ambiente ab. Die Texte sind in deutscher und englischer Sprache gehalten, beweisen, daß KAINSMAL auf kreative Weise ein großes Interessengebiet ihr eigen nennen. Der Textinhalt beschreibt aktuelle Problematiken gleichermaßen emotionsgeladen wie Mythologien. Leider fehlt der prägenden Stimme der Sängerin jedes Volumen, sie scheint zu schwimmen und zieht sich durch die gesamte CD. Ein Aspekt der mit Sicherheit noch bearbeitet werden sollte. K.B. NOTE: 3-
Kalte Farben - Opium CD - Westcom
Ich denke man sollte schon ein großer Freund des Electro-Industrials sein um dieser Scheibe das Verständnis und die Aufmerksamkeit entgegen bringen zu können, die sie jedoch auf jeden Fall verdient hat. Produziert von Bruno Kramm (DAS ICH) setzten KALTE FARBEN ihre bis ins Detail ausgefeilten, intelligenten Krachkollagen fort, die bereits bei ihrem Debut-Werk an mein Ohr drangen. 10 ohne Zweifel nicht ganz alltägliche Titel, die gerade durch ihre Prägnanz und Flexibilität in den Gesangseinlagen glänzen. Ihre Spezialität dürfte ist es sein aus Chaos eine Struktur entstehen zu lassen und dabei harte, plastische Sounds mit weichen, atmosphärischen Klängen zu kombinieren. So gegensätzlich das klingt, so interessant ist es auch. Reinhören und selbst urteilen ist also angesagt! B.K.
KALTE FARBEN - Trust - Danse Macabre / EFA
Nachdem ich Kalte Farben bei der Das Ich-Tour live gesehen hatte, wurde ich von der CD jedoch ein wenig enttäuscht. Die Live-Atmosphäre der Musik fand ich nur oberflächlich wieder. Musikalisch liegen KALTE FARBEN in der Grenze zwischen Sample-Electro und leicht zugänglichen Electronic-Industrial. Da sich mittlerweile viele Bands in dieser Grenze befinden, ist diese Band also einem gewissen Durchsetzungsdruck ausgesetzt. Gefallen haben mir besonders die ersten beiden Stücke: "Illusions" und "Brain's Strained". Das Thema des Albums ist, wie kann es anders sein, die menschliche (Un-)Psyche und Seelenwelt. Ein schwer zugängliches Album, welches ich als überdurchschnittlich bezeichen würde. Live sollte man sie auf alle Fälle anhören.
Armin Kessel
Der Cellist, der einst bei den Studioaufnahmen von LACRIMOSA mitwirkte, beschert uns hier sein erstes Album, das man dem Wave zuordnen kann. Die meisten elektronisch gehaltenen Stücke sind tanzbar, doch dies ist das einzig Erfreuliche. Der Gesang, mit einer sehr schlechten englischen Aussprache vorgetragen, ist trotz angeblicher stimmlichen Ausbildung, recht langweilig und oberflächlich. Vielleicht sollte er sich für das nächste Album eine(n) Gastsänger(in) suchen oder sich mehr auf das konzentrieren, was er wirklich gut kann, und das ist anscheinendCello spielen. Note: 3-, MV
The King is back. Mit seinem 8. Album beweist King Diamond wieder mal das er die Nr 1 ist. Niemand singt wie er und kann musikalisch so überzeugen. Voodoo ist wieder ein kleines Meisterwerk und King hat es geschafft 14 Songs der Ersten Klasse auf dieses Album zu pressen. Der Anschluß an Platten wie Abigail oder Them ist nahtlos geglückt. Voodoo setzt neue Maßstäbe in der Heavy-Metal Szene. G.B. 2 King Diamond - Voodoo The King is back. Mit seinem 8. Album beweist King Diamond wieder mal das er die Nr 1 ist. Niemand singt wie er und kann musikalisch so überzeugen. Voodoo ist wieder ein kleines Meisterwerk und King hat es geschafft 14 Songs der Ersten Klasse auf dieses Album zu pressen. Der Anschluß an Platten wie Abigail oder Them ist nahtlos geglückt. Voodoo setzt neue Maßstäbe in der Heavy-Metal Szene. G.B. 2
Kingdom Come - Master Seven Viceroy/Bellaphon
Tja, wer KINGDOM COME irgendwoher kennt, wird sich wundern, daß sie in der ENTRY auftauchen, alle anderen haben nichts verpaßt. Wieso wir von Dogondke ausgerechnet mit so einer CD bemustert wurden, wird mir ebenso ein Rätsel bleiben, wie der Blues-Sampler, den Achim auf seinem Schreibtisch liegen hat, der auch von denen gekommen ist. Um es kurz zu machen: KINGDOM COME spielen, grob gesagt, Hardrock im Stil der SCORPIONS, VAN HALEN (dafür, daß die alle auch im Waschzettel auftauchen, kann ich nichts, aber so ist es eben) und Konsorten. Alles recht schmalzig und mit hoher, kopflastiger Stimme gesungen; dazu die üblichen Zutaten, die Wohl jeder schon 'mal irgendwo gehört hat. Der einzige Grund, warum diese Platte von mir nicht gnadenlos verrissen wird ist, das ganz ab und zu 'mal Reminiszenzen and LED ZEPPELIN durchzuhören sind (so z.B. im Mittelpart von "Slow Down"), die für mich jenseits von gut und böse stehen. Insofern ringe ich mich gerade noch dazu durch, keine fünf zu geben. R.I.R. Note: 4
Kingdom Come - Janine MCD, Nr. Viceroy 33021-408 Viceroy Music/Semaphore
Älteren Semestern dürften sie wohl immer noch in den Ohren liegen und nun sind KINGDOM COME wieder da. Mit der balladenhaften Maxi "Janine" feiern sie ein vielversprechendes Comeback. Ihr klassischer Rock von damals ist wesentlich moderner geworden und verquickt nun sanfte Elektroniklänge mit einem harmonischem Gitarrenspiel. Zweites Stück auf dieser CD ist "Twilight Cruiser", daß durch seinen Sound an geniale Spacerock-Bands à la Hawkwind erinnert und Lust auf mehr macht. T.C., Note: 2
KIRCHOHMFELD - SIC TRANSIT GLORIA MUNDI XZentic-Chrom Records
Beim ersten Hören dachte ich , daß ich bloß in der falschen Stimmung für diese Musik bin. Beim Zweiten waren mir die Songs deutlich zu Kirchenchoralisch angehaucht und als ich die CD eben nochmal an meinem Computi angehört hab, mußte ich nach fünf Minuten die Stoptaste drücken. Wieso??? Tja, wenn ich das mal so genau wüßte... Musikalisch erinnern mich Kirchohmfeld an eine schlechte Goethes Erben Imitation. Auch wenn sie durch Klangexperimente eine dauerhaft theatralische und negative Stimmung schaffen, sind die Texte (von Nietzsche, Goethe und Eichendorff etc.) eher romantisch-farbvoll. Daß ich zum knapp 32 Minuten langen Konzeptalbum eine DIN A 4 seitige Anleitung zum Hören und Verstehen der Musik inclusive aller erwünschten Interpretationen mitgeliefert bekomme, macht's nicht besser. Schön, daß das Album durchdacht und geplant ist und mit penibler Genauigkeit einen Spannungsbogen ziehen will - aber das ist es nicht, was ich von Musik erwarte. Liegt nicht der Zweck der Musik in der Anregung der Phantasie des Hörers und in der Identifikation mit Stimmungen und Texten? Weder das eine, noch das andere kann diese CD mir im entferntesten geben. Wer Musik durchdenken und eine depressiv-negative Stimmung vermittelt kriegen will (nichts gegen depressive Scheiben), anstatt die Klänge zu empfinden, liegt hiermit vielleicht richtig. Wer Oswald Henkes Projekte nicht, oder aber zu sehr mag,liegt mit dieser Imitation seiner Projekte völlig falsch - beide werden sie hassen. Positiv ist, daß die beiden Musiker von Kirchohmfeld, A. Neumann und G. Eminger, sich der Tradition elektronischer Klangelemente verschrieben haben und Selbstbeschränkung bei ihren Mitteln als eine Art Kreativitätsförderung sehen. Sie haben sich bei der einjährigen Arbeit im Studio bloß auf zwei Keyboards beschränkt. Und das will in unserer Zeit schon was heißen und verdient auch Lob. Das war's dann aber auch - von meiner Seite zumindest...lilli
KIRLIAN CAMERA - DRIFTING (MCD - Solar Plexus / Nova Tekk)
Die Italiener um Angelo Bergamini zeigen sich im Moment äußerst veröffentlichungsfreudig, denn kaum das das Mini-Album 'The Desert Inside' veröffentlicht wurde, folgte mit 'Drifting' eine weitere Mini-CD. Der sehr hohe musikalische Level, der dabei gehalten werden kann, ist schon fast erschreckend. Mit dem Titel 'Drifting' ist KIRLIAN CAMERA wieder ein Stück gelungen, das sich zu einem Hit entwickeln könnte. Es wird dominiert von einem monotonen Drumrhythmus und bohrt sich so in die Gehörgänge des Hörers. Mit 'Drift' gibt es das Ganze dann als eine etwas technoidere Version. Abgerundet wird diese Scheibe durch drei zum Teil recht minimalistische Soundscapes und einer sehr ansprechenden Version von 'The Desert Inside'. Th. K. (Note: 2)
Kirlian Camera & Dive - Obsession MCD - Nr. Disc 68/Discordia
"Obsession" ist eine 5-Track-EP, welche in Colaboration zweier bekannter Industrial-Acts entstanden ist. Dirk Ivens alias DIVE covert auf dieser CD die Kirlian Camera-Stücke "Twilight Fields" und "Ars moriendi part 2". Im Gegenzug gibt es die DIVE-Hits "Broken Meat" und "Mercy" als Kirlian Camera-Version. Besonderer Leckerbissen ist die gemeinsame Version des 80er-Jahre-Klassiker "Obsession" der Band Animotion. Kirlian teilen sich Dirk und eine weibliche Unbekannte, vielleicht Emilia lo Jacono...? Wie auch immer, "Obsession" wird mit Sicherheit demnächst öfters in Eurer Stammdiscothek laufen. T.C. Kirlian Camera - The Desert Inside CD Triton Ein bißchen enttäuscht bin ich schon von "The Desert Inside", dem neuesten Output aus dem ansonsten sehr ambitionierten Hause Bergamini/ Lo Jacono. Womöglich darin begründet, daß vor allem das Titelstück für meine Begriffe viel zu modern klingt, wahrend mich immer die zeitlose Schönheit vieler Stücke der Italiener, man denke nur an "Schmerz", "Heldenplatz" oder auch "Ascesion" beeindruckte. Kirlian Camera waren zwar stets dafür bekannt, stilistisch völlig verschiedene Alben zu produzieren, aber keine der bisher veröffentlichten CDs ist an Kälte und Emotionslosigkeit mit "The Desert Inside" vergleichbar, wahrscheinlich mit voller Absicht, aber meiner Meinung nach für diese Band ziemlich rückschrittlich, da man wirklich Besseres gewohnt war und wohl auch hätte erwarten dürfen. H.M. 3
KIRLIAN CAMERA - THE ICE CURTAIN DoCD - Solar Plexus / Nova Tekk
Nach 18 Jahren Bandgeschichte gibt es nun auch endlich eine (bzw. zwei) 'Best Of'-CD('s) dieser italienischen Ausnahmeband. Dabei hat man sich nicht darauf beschränkt lediglich die besten Stücke zusammenzutragen, sondern unterzog diese zum Teil einer mehr oder weniger drastischen Runderneuerung. So gibt es auch für Fans immer wieder Neues zu entdecken, Langeweile ist also nicht angesagt. Ganz im Gegenteil, hört man sich diese CD's an, wird einem erst bewußt, wie viele geniale Stücke vom Kaliber 'Eclipse' es von KIRLIAN CAMERA gibt. Somit dürfte auch diese 'Best Of' ihren Zweck erfüllen und einige (hoffentlich nicht zu wenige) neue Fans an die Band heranführen. Fans werden um dieses in einem gewohnt überdurchschnittlich schön gestaltetem DigiPak sowieso nicht herumkommen. Eine Kultveröffentlichung von einer Kultband. Pflichtkauf! Th. K. 1
KIRLIAN CAMERA - SOLARIS CD, NR: DISC 027 CD LABEL: Discordia VERTRIEB: Discordia
Lange hat man auf sie warten müssen und man wurde stets mit Re-Releasenälterer, zum Teil auch vergriffener Alben, hinweggetröstet. MitSOLARIS - THE LAST CORRIDOR ist Angelo Bergamini und seiner Band KIRLIANCAMERA wieder einmal ein großer Wurf gelungen. Ist die vorherigeERINNERUNG-EP zurrecht verrissen worden, so gibt sich SOLARIS wesentlichhomogener und anspruchsvoller. Obwohl das Album in bekannter Manierentstanden ist und eine Art Mischung aus TODESENGEL und ECLIPSE darstellt,hat es etwas besonderes. Agressive und ruhige Momente treffen wechselndaufeinander und erzeugen mit der typischen Bergamini-Monotonie einegigantische Atmospäre. Im einzelnen auf die Stücke einzugehen würdewahrscheinlich zu lange dauern und wäre sicherlich nicht im Sinne desErfinders......
KLINIK - TO THE KNIFE CD, NR: CD ZOT 143 / IRS 989.243 LABEL: Zoth Ommog, VERTRIEB: IRS
Die KLINIK von heute sind nicht zu verwechseln mit THE KLINIK von damals.Nach dem Ausstieg von Dirk Ivens versuchte Marc Verhaeghen alleine, KLINIK weiterzuführen, doch mit seinem ersten Soloalbum "Contrast" und seinem Nebenprojekt X-10 erntete er nur wenig Lob. Jetzt, gute 2 Jahre später, erscheint KLINIK wieder auf der Bildfläche, zu einem Trio avanciert, bei einem neuen Label unter Vertrag und mit einem neuen Album im Gepäck. Die Reanimation scheint perfekt. Allerdings gehen Marc Verhaeghen & Co. sowohl musikalisch als auch thematische gänzlich andere Wege. Das einzige, was noch an die Ursprünge von THE KLINIK erinnert, sind die analogen Synths, die hier und da zu hören sind. Das neue Album "To the knife" ist bei weitem nicht so dicht und geschlossen, wie es zum Beispiel "Face to Face" oder "Melting Close" waren. Betrachtet man dagegen KLINIK als vollkommen neue Gruppe, so hat man es mit einer Band zu tun, die eine klaffende Lücke im Electro-Industrial-Sektor zu schließen versucht. Dabei reicht die Qualität der Stück von hervorragend bis magelhaft. Während "Opposite" nur langweilig dahinplätschert, gehen "In your Mind" oder "Phoenix" direkt ins Hirn. T.C.
KLINIK - Blanket of Fog - CD - Off Beat
Es ist schon erstaunlich, was ein (oder besser zwei?) neues Gesicht in einer Band bewirken kann. Bestes Beispiel hierfür die letzte DIVE-CD, aber auch KLINIK, die vor diesem Album recht festgefahren schienen. Der personelle Zuwachs hat Marc Verhaeghen bzw. KLINIK sichtlich gut getan. "Blanket of Fog" ist also etwas völlig neues.... oder doch nicht? Das neue Material wurde mit derart mit typisch monotonen Technoelementen angereichert, daß zumindest der Eindruck entsteht, als ob. Mal sind es die für Drum'n'Bass üblichen Drum- und Percussionloops, dann wieder die treibenden Blubber-Synth im Hintergrund. Auf Gesang wurde bis auf vereinzelte Sprachsamples komplett verzichtet (denn Dirk Ivens ist am Mikro wirklich nicht zu ersetzen!). Geblieben ist die kühle Atmosphäre einer fremden Welt, weit ab und so unnahbar. "Blanket of Fog" ist eine bemerkenswerte Melange aus Electro und Trance, die KLINIK wieder mit an die Spitze der progressiven Front heben. T.C. Note: 1
Endlich ist es da: das neue KMFDM-Album! Hiermit machen KMFDM wieder einen großen Sprung nach vorne: sicherlich war es schwer bis unmöglich einen auch nur gleichwertigen Nachfolger zum 95er Album "NIHIL" zu produzieren und deshalb konnte die im letzten Jahr veröffentlichte "XTORT" den hochgeschraubten Erwartungen auch kaum gerecht werden. KMFDM haben sich nun ein paar Schritte vom geraden Pfad des In-Your-Face-Elektro-Industrial entfernt und öffnen sich wieder mehr der elektronischen Seite mit tiefen Bässen und teilweise deutlich hervortretenden Techno-Einflüssen. Ihre Vielseitigkeit stellen sie beispielsweise bei Songs wie "Stray Bullet" unter Beweis, bei dem sich die Spannung in den durch schnelle Beats unterlegten aber durch die gezogenen Melodien der Slide-Gitarre (!) bestimmten Strophen aufbaut und sich schließlich im aggressiv-verzerrten Chorus entlädt. KMFDM bewahren weiterhin die Kulte, die sie selbst bewußt um sich geschaffen haben: so werden die Worte des Bandnamens einweiteres Mal vertauscht und auf einmal heißt es "Kein Mitleid Für Die Mehrheit". Es gibt wieder einige Five-Letter-Words, ein geniales Brute-Cover und reichlich prominente Gastmusiker. En Esch ist wieder richtig dabei, nachdem er ja bei dem 96er Album "XTORT" eher Gastmusiker war. Außerdem singt Raymond "Pig" Watts, der maßgeblich daran beteiligt war, daß das 95er Werk "NIHIL" ein schlichtweg perfektes Album wurde, wieder bei zwei Songs. Sascha Konietzko konnte auch seinen Freund Nivek Ogre als Sänger für den Song "Torture" verpflichten: Ogres Stimme klingt in Verbindung mit dieser Musik ziemlich anders und kann nur an einigen Stellen ihr volles Charisma entfalten. Trotzdem würde ich diesen Track als gelungen bezeichnen. Tim Skold, Abby Travis, Michel Bassin und William Rieflin trugen auch ihr Scherflein zu diesem Album bei, in dem sie in der ein oder anderen Weise an einigen Songs mitarbeiteten. So heißt es mal wieder: KMFDM - better than the best and harder than the rest! Note: 1 Z
Knorkator - The Schlechts Of Vielklang
Was passiert, wenn drei durchgeknallte Typen sämtliche "schwarze" Musikstile mit Textgut von Prollpunkbands wie Kassierer oder Lokalmatadore mischen? Kultmucke natürlich! Mit der als Industrie-Techno-Sakral-Trash bezeichneten Sound schafft es die Band, sich von den todernsten und langweiligen Combos abzuheben. Beim ersten hören tippte ich sofort auf Verarsche, aber Nachfragen haben ergeben, daß dieser Effekt von der Band nicht beabsichtigt war. In Berlin besitzen sie Kultstatus und haben eine der genialsten Liveshows. Highlights und Anspieltips sind das Pigface-artige "Ich will nur Ficken" wo gegen Frauen, die nur quatschen wollen, zu Felde gezogen wird. Wer will schon eine Tussi, die nur am quatschen ist, während man einen wegstecken will? Im Song "Klartext" bekommen Möchtegern-Super-Stars ihr Fett weg. Super Text und Sound! Anale Freuden wie Stuhlgang werden mit "Mich verfolgt meine eigene Scheiße" gehuldigt. Jedes der 13 Lieder ist ein Treffer und bleibt lange im Gehörgang. Selbst nach ununterbrochenen Hören wird es nicht langweilig. Nebenbei - Das Inlett ist eines der Abartigsten der letzten Jahre. Eine riesige, fette und wabbelige Mutti räkelt sich nackig auf einer Fitnessbank! Bähhhhhh, echt ekelig und pervers! Wer Humor hat und endlich mal was Neues hören will, der sollte sich den Silberling sofort kaufen. Emanzen und beinharte Grufties, die nie lachen, sollten einen weiten Bogen um die CD machen! 1 Stumpf
Krankheit der Jugend - Kahlgrinsleichen LP SOUNDBUSTER Prod.
Was ist das? Eine weiße Pappschachtel mit einem seltsam anmutendem, verdrehten Menschen darauf! Ein Tape! Aaah, der Käufer bekommt dieses Werk als LP, in einem aufwendigem, hochglänzenden Klappcover mit noch so 'nen Schnickschnack(!). Aber was ist auf diesem Tape? Ein Werk, wie ich es schon lange nicht mehr gehört habe. Genial und chaotisch zugleich, irgendwo zwischen Punk und ich weiß nicht. Die Texte tanzen irgendwo zwischen den Gebrechlichkeiten der Menschheit hin und her und wirken dennoch auf den abgestumpften Hörer. Endlich ein Werk, welches mir auf anhieb gefallen hat. Das einzige, was mir nicht so gut an Krankheit der Jugend gefällt, ist die Tatsache, daß sie mich zu sehr an die Einstürzenden Neubauten erinnern. R.R.
Da steh ich nun, ich armer Tor! Und bin so klug als wie zuvor... T.O.M. meinte, die neue KREATOR wäre so richtig geil, und da der gute T.O.M. momentan fast nur Gitarre zum besten gibt und wirklich einen guten Richer hat, was das angeht, hab' ich ihm natürlich geglaubt. Da er das KREATOR-Interview gemacht hat, sollte er natürlich nicht auch das Album besprechen (von wegen Objektivität und so; deshalb darf ich ja auch nicht die FEAR FACTORY rezensieren, schnüff...). Jetzt obliegt es mir, Gerechtigkeit walten zu lassen. Und da ich einige der älteren KREATOR-Stücke kenne, war ich echt gespannt. Eins gleich vorweg: Die Band hat sich um Lichtjahre nach vorne entwickelt. Vor allem das Riffing ist wirklich klasse; die Atmosphäre des ganzen Albums ist düster-aggressiv und schlägt rücksichtslos ein. So weit, so gut. Was mir aber immer noch nicht gefällt, ist der Gesang von Mille, der deutlich die Trash-Wurzeln von KREATOR aufdeckt, was sonst nicht so offensichtlich ist. Ich Steh' nun 'mal nicht so sehr auf DIESE Art von Geschrei; und selbst wenn der Gesang an einigen Stellen verzerrt ist, hilft mir das nicht viel weiter. Das reißt das ganze Album etwas runter, auch wenn ich es musikalisch wirklich durchweg gut finde. KREATOR sind modern und erwachsen geworden. Insofern kann ich mir gut vorstellen, wie T.O.M. mit seinem dunkelblauen Citroën BX durch das Paderborner Land brettert, sich immer noch ärgert, daß er keine elektrischen Fensterheber mehr hat, folglich von Hand die Scheibe 'runterkurbelt und dabei mit voller Wonne "Outcast" aus seiner High-End-Car-Hifi-Anlage hämmern läßt. Das Album verschleppt teilweise begnadet das Tempo, und das dürfte auch T.O.M. gefallen. Wer sich also mit dem Gesang abfinden kann, dem kann ich die Scheibe nur wärmstens empfehlen, und so tut es natürlich auch T.O.M., der aber mindestens eine, wenn nicht gar zwei Noten besser bewertet hätte. R.I.R. Note: 3
KILLING JOKE - Millenium - MCD
Das bereits angekündigte Album "Pandemonium" läßt zwar auf sich warten, doch vorerst trösten uns Killing Joke vorerst einmal mit einer Auskopplung aus ihrem neuesten Werk. In "Millennium" präsentiert sich die Band härter als je zuvor. Treibende Gitarren dominieren mit brachialer Gewalt, ohne jedoch den genialen Gesang des Frontman Jaz Coleman in den Hintergrund zu drängen. Gesang und Musik bilden eine Einheit und sorgen für eine phänomenale Atmosphäre. Die Experimtier-freudigkeit KILLING JOKEs zeigt sich in den nachfolgenden Remixen. Hervorzuheben ist dabei der Back to Orion Mix, der einen in unbekannte, fremdartig erscheinende Sphären entführt. Fazit: KILLING JOKE at their best!
Alexandra Gerhardt