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| Magazin für Dark Music, Kult(ur) und Avantgarde |
| Filmrezensionen - 6 6 6 – TRAUE KEINEM, MIT DEM DU SCHLÄFST! |
Gefördert mit Mitteln des FilmFernsehFonds Bayern und der Filmförderungsanstalt.
Stab |
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| Buch und Regie |
Rainer Matsutani |
| Produzent | Bernd Eichinger |
| Musik | Henning Lohner |
| Herstellungsleitung | Christine Rothe |
| Produktion | Jürgen Hebstreit |
| Kamera | Hans-Günther Bücking, Dieter Deventer |
| Schnitt | Hana Müllner |
| Ton | Volker Zeigermann |
| Szenenbild | Harry Turzer |
| Kostümbild | Katja Pothmann |
| Casting | Sabine Schroth |
BESETZUNG |
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| Frank Faust | Jan Josef Liefers |
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| Mephisto II | Armin Rohde | |
| Jennifer | Sonsee Ahray Floethmann | |
| Ralf Bauer | Ralf Bauer | |
| Axel | Thure Riefenstein | |
| Fürst der Finsternis | Hanns Zischler | |
| Connie | Mariella Ahrens | |
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und in den Gastrollen:
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| Boris Becker | Boris Becker | |
| Iris Berben | Iris Berben | |
| Verona Feldbusch | Verona Feldbusch | |
| Heiner Lauterbach | Heiner Lauterbach | |
| Henry Maske | Henry Maske | |
| Rudolph Moshammer | Rudolph Moshammer | |
| Claudia Schiffer | Claudia Schiffer | |
| Hella von Sinnen | Hella von Sinnen | |
Seit Jahren schon laufen die Dinge nicht mehr so, wie Frank Faust (JAN JOSEF LIEFERS) sie sich als hoffnungsfroher Schulabgänger einmal ausgemalt hat: Einst zunächst ein Musiktalent mit Aussichten, dann ein hoffnungsfroher Architekturstudent, verdingt sich der sympathische Verlierer in seiner Heimatstadt mittlerweile als Taxifahrer. Frank selbst hat sich mit seinem Zustand abgefunden, doch seine Freundin Jennifer (SONSEE AHRAY FLOETHMANN) ist immer weniger erfreut über die Entwicklung bzw. den Mangel an Entwicklung in der letzten Zeit.
Die Situation eskaliert, als Frank wieder einmal zu spät kommt, um Jennifer zur Feier des zehnjährigen Abiturjubiläums abzuholen. Als sie später auch noch mit ansehen muss, wie Frank unverhohlen mit seiner attraktiven einstmaligen Schulliebe flirtet, ist das der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt: Kurzentschlossen nimmt sie das Angebot ihrer besten Freundin Connie (MARIELLA AHRENS) an und flüchtet mit ihr nach München, um die Albtraumbeziehung abzuhaken. Frank ist am Boden zerstört: Ein Leben ohne Jennifer kann er sich nicht vorstellen, doch jeder seiner flehentlichen Anrufe wird von ihr cool abgewiesen. Als Assistentin des angesagten Fotografen Axel (THURE RIEFENSTEIN) hat sie sich ein neues Leben aufgebaut und mit ihm auch privat endlich einen Partner gefunden, der ihr das gibt, was sie braucht.
Mephisto II (ARMIN ROHDE) könnte sich keinen besseren Zeitpunkt wünschen, um Frank zu offenbaren, dass dieser ein direkter Nachfahre des berühmten historischen Faust sei. "Satans Sohn" bietet Frank einen Pakt an, wie er Jennifer zurückgewinnen kann. In seiner verzweifelten Lage fällt es Frank leicht, dem höllischen Vorschlag zuzustimmen. Mephistos Plan ist simpel: Man muss nur prominent und erfolgreich sein, um jemanden zu beeindrucken, erklärt er siegessicher. So machen sich Mephisto II und Frank gemeinsam auf den Weg nach München, wo es der teuflische Freund immer wieder schafft, höchst prominente Fürsprecher mit Faust in der Öffentlichkeit zu präsentieren, und diese Franks Fähigkeiten als Innenarchitekt preisen zu lassen. Die gekonnte Schleichwerbung zeigt Erfolg. Bald schon ist Frank ein gefeiertes Mitglied der "Gesellschaft" und kann sich vor Aufträgen kaum mehr retten. Jennifer ist beeindruckt. Hat sie sich womöglich doch in Frank getäuscht?
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Mephistos Plan scheint tatsächlich aufzugehen. Jennifer will zu Frank zurückkehren. Doch womit der arme Teufel nicht gerechnet hätte, sind seine Gefühle: Er selbst hat sich unsterblich in seinen Klienten verliebt und will um Frank kämpfen! Dieser ist entsetzt und wirft Mephisto aus seiner Wohnung... Doch der "Teufel" gibt nicht auf und sabotiert erfolgreich alle Versöhnungsversuche zwischen Frank und Jennifer. Diese resigniert und flüchtet nach Mallorca, wo sie zufällig auf ihre Jugendliebe Ralf Bauer (RALF BAUER) trifft. Er lässt sich nicht zweimal bitten, ihr Trost und Zärtlichkeit zu spenden. |
Mittlerweile hat sich auch Mephistos Vater, der Fürst der Finsternis (HANNS ZISCHLER), ins Geschehen eingeschaltet. Er ist ganz und gar nicht erfreut über die Entwicklung der Dinge im Allgemeinen und das sexuelle Verhalten seines Sohnes im Besonderen. Er setzt den beiden ein Ultimatum, die höllische Ordnung wieder herzustellen. So raufen sich die beiden widerwillig zusammen und machen sich auf die Suche nach Jennifer. Doch auf Mallorca wartet so manche Überraschung auf das ungleiche Duo...
Mit "6 6 6 – TRAUE KEINEM, MIT DEM DU SCHLÄFST!" inszenierte Regisseur Rainer Matsutani eine rasante Verwechslungskomödie rund um einen teuflischen Pakt. Ein höllischer Spaß!
Beides, es ist ja eine Rolle. Und in dieser einen Rolle diese Facetten zu zeigen und dann noch diese Möglichkeit zu haben, mich zu verwandeln, ist ein wahres Geschenk. Was kann's denn schöneres geben?
Da sagt man sofort zu?
Natürlich. Ich habe ja erstmal die Verwandlung in diese ganzen prominenten Zeitgenossen und dann innerhalb der Rolle noch weitere Veränderungen. Schöner geht's ja gar nicht.
Haben Sie "Faust" schon mal am Theater gespielt?
Nein. Das ist aber eventuell eine meiner nächsten Rollen. Im Moment spiele ich "Richard III" am Theater in Bochum. Ich stecke noch voll in dieser Rolle und spiele die so gerne. Ich kann ja immer nur eine Rolle pro Spielzeit machen, mehr kriege ich zeitlich nicht auf die Reihe. Jetzt überlege ich, ob es schöner ist, den "Richard III" noch mit in die nächste Spielzeit zu nehmen, oder schon eine neue Rolle zu spielen. Eine neue Rolle will mir aber noch gar nicht so richtig einfallen, weil dieser Richard, diese monströse Gestalt, in mir noch so viel Raum einnimmt, dass da neue Wünsche noch gar nicht heranreifen können.
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Wäre eher Faust oder Mephisto am Theater etwas für Sie?
Ich würde fast lieber den Faust spielen als den Mephisto. Das, womit sich Faust herumschlägt, steht mir im Moment näher, als das, was ihm Mephisto anzubieten hat. Aber ich würde bei beiden Rollen nicht nein sagen. |
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In 6 6 6 werden Sie mit einer ganz anderen Herausforderung konfrontiert: Sie spielen mit Medienprofis, die zwar schon vor der Kamera gestanden haben, aber über keinerlei Schauspielerfahrung verfügen.
Ich habe mich auf all diese Leute gefreut, weil ich sie alle noch nicht näher kannte. Boris Becker habe ich mal auf Mallorca kurz getroffen, Claudia Schiffer hatte ich mal gesehen, aber nicht mit ihr geredet. Ich habe darauf vertraut, dass sie Profis sind, die gewohnt sind, in der Öffentlichkeit zu stehen, die gewohnt sind, Disziplin an den Tag zu legen, und dass es keiner von ihnen nötig haben würde, viel Wind um sich zu machen. Und das war auch wirklich so. Die kamen alle vollkommen normal, bescheiden ans Set, wie jeder andere auch, mit großer Bereitschaft, ihre Aufgabe zu erfüllen. Nicht mehr, und nicht weniger.
Mit Jan Josef Liefers hatten Sie schon die erste Folge der ARD-Serie "Die Partner" und den Kinofilm ROSSINI gedreht. Wie war die Zusammenarbeit?
Wir mögen uns, seit wir uns das erste Mal begegnet sind. Das ist absolut problemlos. Das sind tiefe, freundschaftliche Gefühle, die uns verbinden, was natürlich die Arbeit ungeheuer erleichtert.
Gerade wenn man ein Funkensprühen unter Männern spielen muss?
Eben. Wir haben auch den gleichen Humor, können über dieselben Sachen lachen, was ungeheuer wichtig ist. Wir waren von vornherein auf einer Linie. Wir spielen uns die Bälle zu, das geht wie’s Brötchen backen.
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Sie haben bereits DER BEWEGTE MANN erwähnt. Warum fällt es denn so leicht, über Homosexuelle zu lachen?
Wir lachen ja nicht über Homosexuelle. Ich liebe alle meine Rollen, und ich versuche sie zu beschützen, als wären sie mein kleiner Bruder, auf den ich aufpasse, den ich verteidige mit Klauen und Zähnen. Wenn es um bloßes Auslachen geht, dann bin ich nicht dabei. Aber wenn es darum geht, mit den Homosexuellen zu lachen, dann schon. |
Würden Sie für Ihre große Liebe Ihre Seele verkaufen, wie Faust für Jennifer?
Die große Liebe hätte ja nichts mehr davon, wenn sie mich ohne Seele kriegt. Was habe ich denn noch davon?
Mephisto wäre bei Ihnen zum Scheitern verurteilt?
Ja, man kann seine große Liebe ohne Seele nicht bekommen. Das schließt sich ja aus.
Wie war die Zusammenarbeit mit Rainer Matsutani?
Ich kannte ihn vorher nicht. Er ist ein ungeheuer behutsamer Regisseur und sehr einfallsreich und aufmerksam. Das liebe ich, wenn Regisseure mir zutrauen, das Thema zu kennen und auf dem Gebiet frei zu agieren. Ich laufe auch erst dann zu Hochform auf, wenn ich diese Art von Respekt, Zuneigung, Aufmerksamkeit und Vertrauen vom Regisseur bekomme. Das geht mir auch mit Sönke Wortmann so. Der Sönke braucht mir fast gar nichts sagen, der schaut mir in die Augen und ich weiß, was er von mir sehen will.
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Sie haben ein großes komisches Talent und haben auch eine Clownsausbildung gemacht...
Parallel zur Folkwang-Schule hatten wir den Pierre Byland, der war früher Jahre lang Lehrer an der Le-Coq-Schule in Paris. Wir hatten das große Glück, den Mann als Clownstrainer zu haben. Ich bin ihm tief dankbar. Das trifft auch auf Rolf Henniger zu, der damals die Folkwang-Schule geleitet hat. Von ihm habe ich ein großes berufliches Ethos mit auf den Weg bekommen. |
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Hilft Ihnen diese Clownsausbildung heute noch?
Natürlich. Es ist immer etwas heikel, das zu sagen, weil viele Missverständnisse darüber herrschen, was ein Clown eigentlich ist. Ich meine nicht den Trara-Clown, den Dummen August, obwohl ich den auch spielen könnte, das ist mit drin in der Ausbildung, genauso wie der Weiß-Clown. Aber Clown-Sein, das heißt erst einmal mit dem Fiasko umzugehen. Das, was man normalerweise als peinlich empfinden würde, muss man sich zu Arbeitsmaterial machen und bereit sein, keiner Peinlichkeit aus dem Wege zu gehen, wenn es hilft, die gestellte Aufgabe zu lösen. Clown sein, das heißt auch, eine Figur so zu spielen, als hätte man nicht ein Drehbuch gelesen, sondern die Figur aus dem Moment heraus geboren.
Wichtig sind in diesem Zusammenhang auch die Kostüme. In diesem Film haben sie einen schönen schwarzen Anzug...
Ist der nicht herrlich!? Den hätte ich gerne mitgenommen.
Und dann haben sie dieses enge rosa Teil mit dem geblümten Kopftuch und eine Korsage, die sie von Claudia Schiffer übernehmen. Helfen solche Kostüme?
Die sind eine große Hilfe. Wir hatten eine wunderbare Kostümbildnerin, Katja Pothmann. Wenn man sich in dieser Aufmachung im Spiegel anschaut, ist man der Rolle schon um einen Riesenschritt näher gekommen. Deswegen liebe ich es auch, Maske zu machen. Das ist am Theater gängiger als im Film, aber als Bierchen in KLEINE HAIE habe ich selbst für die Maske gesorgt. Wenn man sich in dieser Aufmachung sieht, dann muss man eigentlich nur noch das spielen, was man da vor sich sieht. Je besser man ausgestattet ist, um so leichter fällt es.
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Wie fühlen Sie sich in solchen Kostümen?
So wie's aussieht (lacht). Obwohl ich natürlich in jeder Sekunde weiß, dass ich spiele. Ich bin kein hysterischer Identifizierer. Auch über das Method Acting bestehen viele Missverständnisse. Das heißt ja nicht, mit echten Gefühlen hausieren zu gehen, sondern sich an echte Gefühle zu erinnern, um sie zum Arbeitsmaterial zu machen. In dem Moment wo ich spiele, fühlt sich das auch so an. |
Brauchen Sie nach einer Rolle lange, um wieder "runter zu kommen"?
Ja. Das fängt an mit Phänomenen wie Schlaflosigkeit, weil man nach so einer Aufgabe erstmal gar nicht mehr runterschalten kann - das ist so, als gäbe man im Leerlauf immer noch Vollgas. Es dauert eine Weile, bis man sich innerlich beruhigt hat und die normalen Anforderungen des Alltags bewältigen kann. Deswegen sieht auch mein Schreibtisch so chaotisch aus. Ich brauche da ganz viel Hilfe, von meiner Frau, von meiner Agentur. Eine Rolle hinterlässt bei mir immer Spuren, die mich erst einmal unfähig machen, mit dem Alltag und seinen Aufgaben so umzugehen, wie man es von einem erwachsenen Menschen erwarten kann. Manchmal stehe ich eine halbe Stunde vorm Nudelregal und mir laufen vor Ratlosigkeit die Tränen runter, ohne dass ich das bremsen kann. Das hört sich albern an, ist aber so.
In welchen Prominenten würden Sie sich wirklich gerne mal verwandeln?
Ich würde gerne mal einen Tag als Gerhard Schröder erleben, mit dem ganzen Politikzirkus. Wie einem die Welt vorkommt in dieser Position, das würde ich gerne erfahren. Oder auch als Papst. Oder Verona Feldbusch, wie ihr die Welt vorkommt. Oder auch Claudia Schiffer - als Frau würde ich wahnsinnig gerne mal die Erfahrung machen. So eine schöne Frau, wie Claudia Schiffer, die ja keine dumme Blondine ist... Was in 6 6 6 passiert, ist schon ziemlich nah an meinen Wünschen dran. Das sind ja alles hochspannende Leute.
Was machen Sie wenn sie nicht arbeiten?
Ich liebe es wahnsinnig, meiner Frau beim Malen zuzuschauen. Sie ist Künstlerin und ich liebe es, mich da in ihre Sachen mit hineinzuknien, Broschüren vorzubereiten. Oder ich treffe mich mit Freunden, Essen, Filme gucken, Reden, Wein trinken. Das liebe ich. Das ist Luxus. Die Zeit zu haben, mit Freunden einen Abend beginnen zu lassen, der erst am nächsten Morgen aufhört - das finde ich herrlich! Computergrafik und Computerspiele mache ich gerne. Nächtelang habe ich "Diabolo" gespielt, bis die Sonne aufging.
Der Teufel lässt Sie nicht los...
Das ist zufällig mein Lieblingsspiel. "Diabolo 1 und 2", mit Extension-Sets. Ich weiß nicht, wie oft ich das schon durchgespielt habe.
M.V.