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Filmrezensionen - ALIEN - DIRECTOR’S CUT

 

TWENTIETH CENTURY FOX präsentiert

ALIEN - DIRECTOR’S CUT

"ALIEN - DIRECTOR’S CUT" Plakatmotiv

 

Kinostart: 23. OKTOBER 2003

Filmlänge: ca. 118 Minuten

 

 

Facts and Rumors - Betrachtungen

 

PRODUKTIONSNOTIZEN

 

Zum ersten Mal seit fast 25 Jahren ist Ridley Scotts ALIEN wieder auf der großen Leinwand zu sehen. Twentieth Century Fox bringt den Director’s Cut des Science-Fiction-/Horror-Klassikers an Halloween bundesweit in die Kinos.

Für diese digital überarbeitete Special Edition eines Films, den viele als den „unheimlichsten aller Zeiten“ bezeichnen, hat Ridley Scott eine Reihe von Szenen hinzugefügt, die bisher noch nie im Kino zu sehen waren.

Sigourney Weaver

In enger Zusammenarbeit mit Twentieth Century Fox überwachte Scott die Restauration des Original-Negativmaterials und beaufsichtigte weitere digitale Verbesserungsarbeiten. Zusätzlich sichtete er zusammen mit seinem Team von Archivaren über 100 Kisten Filmmaterial, die in einem Londoner Kellergewölbe entdeckt worden waren. Unbeachtet und vergessen lagerten sie dort bereits fast ein Vierteljahrhundert. Aus diesem reichhaltigen Material wählte Scott dann jene Szenen aus, die im Director’s Cut zum ersten Mal zu sehen sind. Um optisch zu dem neuen, digital aufgefrischten Negativ des Films zu passen, wurde das Londoner Material vorher am Computer bearbeitet. Neu ist auch der sechsspurige Digital-Stereo-Sound, der speziell für den Director’s Cut abgemischt wurde.

Die Originalfassung von ALIEN brachte Fox im Mai 1979 in die Kinos. Der Film wurde von Kritikern und Publikum gleichermaßen als grundlegendes Werk des Science-Fiction-Genres eingestuft und spielte weltweit über 100 Millionen Dollar ein. Das für die Zeit grandiose Ergebnis schlug sich in drei Fortsetzungen nieder. 1986, 1992 und 1997 zeigte Twentieth Century Fox die weiteren Filme der ALIEN-Saga mit großem Erfolg in den Kinos.

ALIEN machte Sigourney Weaver zu einem der größten weiblichen Hollywood-Stars und Ellen Ripley, ihre Figur, zu einer der ersten und beständigsten Heldinnen des Genres.

Weitere Darsteller sind Tom Skerritt, Veronica Cartwright, Harry Dean Stanton, John Hurt, Ian Holm und Yaphet Kotto. Produziert wurde der Film von Gordon Carroll, David Giler und Walter Hill, das Drehbuch schrieb Dan O’Bannon nach einer Story von O’Bannon und Ronald Shusett.

Sigourney Weaver

 

 

Die Entstehung des Director’s Cut

Die Idee zu dem Director’s Cut entstand vor zwei Jahren, als Twentieth Century Fox begann, erste Maßnahmen zur Erhaltung des Originalfilms von 1979 zu ergreifen. Sowohl das Studio als auch Regisseur Ridley Scott waren zwar mit dem Zustand des Negativs alles in allem zufrieden, dennoch entschieden sie sich dafür, Verbesserungen vorzunehmen.

Sigourney Weaver

„Überraschenderweise sah das Negativ ziemlich gut aus“, erzählt Scott, „nur das Schwarz flatterte ein wenig und zeigte erste Anzeichen von Körnigkeit.“

Um die Farben des Films zu erhalten und zu verbessern, stellte das Studio spezielle Stoffe zur Bewahrung des Schwarz und Weiß her. Zuerst wurde ein so genannter Interpositiv-Druck von dem Original-Negativ gemacht, anschließend wurde er eingescannt.

Während die Arbeit voranschritt, kam Fox mit der Idee auf Scott zu, eine Special Edition des Films mit zuvor noch nie im Kino gesehenen Szenen zu veröffentlichen. „Normalerweise sehe ich mir meine Filme nicht wieder an, aber nachdem ich bei ALIEN eine Ausnahme gemacht hatte, musste ich feststellen, dass der Film die 24 Jahre seit seiner Entstehung recht gut überstanden hatte“, sagt Scott. „Außerdem wurde mir klar, dass eine ganze Generation von Kinogängern den Film noch nie im Kino gesehen hatte. Es schien also an der Zeit, ALIEN wieder auf der großen Leinwand zu zeigen.“

„Und warum sollte man bei der Gelegenheit nicht gleich auch etwas korrigieren, von dem man glaubt, dass es nicht ganz richtig ist“, fährt Scott fort. „Ich wollte den Film für das Kinopublikum von heute auffrischen und eine neue Fassung war ein Weg, dies zu erreichen.“

ALIEN - DIRECTOR’S CUT

 

ALIEN - DIRECTOR’S CUT

Scott und das Studio engagierten ein Team von „Archäologen“, das die Aufgabe hatte, vermisste Bilder und Tonelemente aufzuspüren und zu archivieren. Die Suche führte sie nach London, wo sie hunderte von Kisten mit Negativmaterial des Originalfilms entdeckten. Herausgeschnittene Sequenzen fanden sich darin ebenso wie nicht verwendete Tonfolgen. Das Material wurde nach Los Angeles zu Ridley Scott gebracht, der es auf Verwertbares für die Special Edition hin untersuchte.

Dieses Zusatzmaterial wurde dann ebenso digital überarbeitet und gescannt wie der Originalfilm von 1979. Schließlich fertigten Scott und sein Team mit modernstem digitalen Werkzeug einen neuen Schnitt an. Der Film konnte hierdurch auf eine Weise weit mehr „gesäubert“ werden, als es mit herkömmlichen, „chemischen“ Methoden möglich gewesen wäre.

Scott, der erst seit kurzem zu den begeisterten Befürwortern der Digitaltechnik im Film gehört, war hingerissen von dem Ergebnis der Verbesserungsarbeiten. „ALIEN sieht heute genauso gut aus wie vor 24 Jahren – vielleicht sogar besser,“ sagt er. „Die Digitaltechnik bietet die besten Voraussetzungen, um den Film für künftige Generationen zu erhalten.“

Hinzugefügt wurde in die Special Edition unter anderem eine Szene, die Scott „das Nest“ nennt. Ripley, dargestellt von Sigourney Weaver, findet die sterblichen Überreste von Brett (Harry Dean Stanton) und Dallas (Tom Skerritt). Scott hatte die Szene immer schon gefallen, 1979 entschied er sich aber gegen sie, weil er glaubte, sie würde den Rhythmus des 17-minütigen Filmfinales unterbrechen. „Es war eine Sache der Dynamik“, erklärt der Regisseur.

ALIEN - DIRECTOR’S CUT

„Ich dachte, die Nestszene würde die Spannung abreißen lassen, die entsteht, als Ripley zu dem Fluchtfahrzeug rennt. Doch als ich sie jetzt wieder sah, schien sie zu funktionieren: Also ist die Szene wieder drin.“

Das zusätzlich eingefügte Material umfasst außerdem Bilder der Konfrontation von Lambert (Veronica Cartwright) und Ripley, ein Disput, der sich zum physischen Zweikampf steigert, sowie Aufnahmen des Aliens, als es, an Ketten hängend, zum Angriff auf Brett ansetzt.

ALIEN - DIRECTOR’S CUT

Die Arbeit an der Special Edition versetzte Scott in die Lage, den Film leicht zu straffen. „Als ich mir den Film noch einmal ansah, machte mich etwas ungeduldig, was ich meine ‚Präambeln‘ nennen möchte“ – die Einführung von Figuren in einer Szene. „Wahrscheinlich war ich zu sehr in das Licht und die Ausstattung verliebt.“ Also schnitt Scott mehrere Szenen in Stufen von 10 bis 15 Sekunden.

„Wir haben die ganze Sache etwas verschärft“, sagt er, „das verleiht dem Film etwas mehr Schwung.“Bei dem Director’s Cut von ALIEN spielt die Restauration des Tons eine ebenso große Rolle wie die der Bilder. Als die Filmemacher sich den sechsspurigen Originalsound von 1979 anhörten, der für den 70-mm-Film konzipiert worden war, entdeckten sie, dass die Mischung unvollständig war. Also rekonstruierten sie den sechsspurigen Surround Sound und komponierten für die zusätzlich eingefügten Szenen einen neuen sechsspurigen Mix.

Eine der auffallendsten Veränderungen betrifft die Alien-Geräusche, die 1979 von dem berühmten Tondesigner Ben Burtt (STAR WARS, „Krieg der Sterne“) kreiert worden waren.

Die legendäre Musik von Jerry Goldsmith wurde nicht verändert, doch jetzt ist sie zum ersten Mal so zu hören, wie Scott und Goldsmith sich das vorgestellt hatten. „Das Schöne an dem Mix ist, dass er einen lehrt, wie Musik so sparsam wie möglich und doch effektiv eingesetzt werden kann“, sagt Scott. „Sie ist nur dann zu hören, wenn es wirklich nötig ist. Es ist immer ein Grund dafür vorhanden. Jerrys Musik beschwört Urängste herauf, sie ist gleichzeitig beunruhigend und wunderschön. Immer noch ist sie eine der unheimlichsten, die ich kenne.“

 

Das Vermächtnis von ALIEN

Seit seiner Erstveröffentlichung 1979 hat sich ALIEN den Ruf eines echten Leinwandklassikers erarbeitet. Aufregend und voller überraschender Wendungen, erzählt der Film von außerirdischem Terror und existenziellen menschlichen Ängsten. Geschickt verbindet er traditionelle und beliebte Elemente des Horrorfilms (man denke vor allem an die Spukfilme) mit Topoi des Science-Fiction-Genres.

Die außerordentliche filmische Vision von Ridley Scott haucht dem Film Leben ein und gibt ihm Raum für zahlreiche Bezüge. Die klaustrophobischen Innenräume des Raumschiffs Nostromo, die eisige Kälte des Weltalls sowie das Mysterium und die Feindseligkeit eines unerforschten Planeten sind so realistisch und ungeschönt dargestellt, wie dies nur ein Team von hochtalentierten Fachleuten fertig bringen kann.

Dallas (Tom Skerritt) und seine Kollegen untersuchen das fremde Raumschiff

ALIEN erzählt die Geschichte von fünf Männern und zwei Frauen, die auf einem bereits arg ramponierten Raumschiff weit draußen im All Dienst tun und dabei einem grausamen galaktischen Horror begegnen. Die Mannschaft der Nostromo besteht nicht aus stereotypen heroischen Eroberern des Universums – sie sind mehr so etwas wie intergalaktische Fernfahrer. Die realistischen Figuren – und die darstellerische Leistung von Sigourney Weaver, Tom Skerritt, John Hurt, Ian Holm, Veronica Cartwright, Harry Dean Stanton und Yaphet Kotto – ergänzen Scotts ehrlichen, fast dokumentarischen Regiestil, der den Zuschauer gleich einem achten Crew-Mitglied in die Handlung hineinzieht.

Dallas - Kapitän des Raumschiffs Nostromo (Tom Skerritt)

Das Alien stellt eine der größten technischen Errungenschaften des Filmteams dar. Konzipiert und gezeichnet von dem gefeierten surrealistischen Schweizer Maler H. R. Giger, geht die monströse Figur auf dessen ureigene visuelle Vorstellungswelt zurück, die der Künstler „biomechanisch“ nennt.

Während der gesamten Produktion arbeitete Giger eng mit Scott zusammen. Er zeichnete verschiedene Bewegungsabläufe des Aliens ebenso wie dessen unterschiedliche Formen. Sogar lebensgroße Kostüme und Sets konstruierte Giger selbst. Verantwortlich war der Schweizer auch für die Realisierung des Alien-Planeten sowie des mysteriösen, verlassenen Raumschiffs, in dem die Kreatur gefunden wurde.

1979 gewann der Film einen Oscar für die Besten Visuellen Effekte – eine verdiente Würdigung der Arbeit von H. R. Giger. Seine Kreation gilt heute als eines der furchterregendsten Filmmonster aller Zeiten: ebenso schockierend beim zehnten Ansehen des Films wie beim ersten. Von seiner allerersten Erscheinung als Ei über die parasitäre Zwischenexistenz bis zu seiner finalen Gestalt bleibt das Alien stets gleich entsetzlich – eine Kreatur, die ohne Gewissen oder Moral tötet.

Der futuristische Zeichner und politische Karikaturist Ron Cobb kreierte das Design des Raumschiffs Nostromo. Sein funktionales, realistisches, metallenes Konstrukt kontrastierte eindringlich mit Gigers außerirdischem Konzept des Aliens und seines Planeten. Die Arbeit an den visuellen Effekten überwachten Nick Adler und Brian Johnson, der auch bei THE EMPIRE STRIKES BACK („Das Imperium schlägt zurück“) mitwirkte.

Die Produktion des Originalfilms begann 1978 in dem berühmten Shepperton Studio Centre in der Nähe von London. Es war der erste Spielfilm der unabhängigen Produktionsfirma Brandywine Productions, einem Unternehmen, dem der Produzent Gordon Carroll und das Drehbuchautor-Regisseur-Gespann David Giler und Walter Hill vorstanden.

Ellen Ripley (Sigourney Weaver)

 

 

ALIEN-HOMMAGE

ALIEN-Spannung - damals und heute
Hommage an Ridley Scotts Filmklassiker zum 25-jährigen Jubiläum

Ellen Ripley (Sigourney Weaver) im Streit mit Ash (Ian Holm)

„Diese Exkursion durchs All ist im Grunde eine Freudsche Reise in Verdrängungen: erschreckend, verstörend – und vergnüglich.“
DIE ZEIT, 2. November 1979

„Abgesehen vom phantastisch-perversen Motiv selbst beruht die Spannung dieses Films auf einer ansonsten realistisch-psychologischen Geschichte...
Kein Wunder, daß die neue gigantisch-ästhetische Errungenschaft nicht bloß von den Reklameleuten der großen Filmindustrie ins Rosarot gepriesen wird...“
FAZ, 25. Oktober 1979

„Die 20th Century Fox hat...ein perfektes Horrorspektakel auf 70-Millimeter-Film und im Dolby-Stereo-Luxus-Sound fabriziert ....... der Film ist wie eine Geisterbahn, in der die Zuschauer von einer Alien-Attacke zur nächsten transportiert und von schauerlichen Dingen gestreift werden.“
Weltwoche, 29. August 1979

Ellen Ripley (Sigourney Weaver)

„Noch nie jedoch seit den Tagen der großen Action-Filme hat ein Filmemacher diese Situation so inspiriert ausgeschöpft wie Ridley Scott.
Die letzten zwanzig Minuten, wenn die Heldin des Films in Fluten zuckender Lichter, schwankender Dekorkonturen und apocalyptischer Ängste ihrem letzten Gefecht entgegensieht, macht Scott zu einer der schönsten und stärksten Sequenzen der Filmgeschichte.“
Deutsche Zeitung
16. November 1979

Hans Rudi Giger -  der Designer des Aliens

 

„Außer dem Spiel mit schrecklichen Geräuschen hat der Film ALIEN aber auch noch anderes zu bieten, nämlich das Dekor von Hans Rudi Giger...“
Süddeutsche Zeitung, 12. Dezember 1979

„Horror-Trip im intergalaktischen LKW“
Süddeutsche Zeitung, 12. Juli 1979

„Ich habe mich zwei Stunden lang ausgezeichnet unterhalten; nicht zuletzt durch das so entwaffnend spontan mitgehende amerikanische Publikum....Sie sinken tief in den Sessel, schnallen sich sozusagen an, wenn das Raumschiff Hyper-Geschwindigkeit aufnimmt; schreien auf Entsetzen, wenn plötzlich der Bauch des Piloten platzt und ein neues, glitschiges Monstrum keckernd ans Licht schlüpft...“
Werner Burkhardt, Süddeutsche Zeitung, 12. Juli 1979

 

M.V.

 

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