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| Magazin für Dark Music, Kult(ur) und Avantgarde |
| Filmrezensionen - Anatomie 2 |
Kinofilm Farbe, Super 35 mm
Drehorte Berlin & München
Drehzeit 04. März bis 26.
April 2002
Gefördert von Filmboard
Berlin-Brandenburg,
FilmFernsehFonds Bayern,
FFA
Verleih Columbia TriStar Film
GmbH
Kinostart voraussichtlich Winter 2002/2003
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Stab |
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| Drehbuch und Regie | STEFAN RUZOWITZKY |
| Produzenten | ANDREA WILLSON, JAKOB CLAUSSEN, THOMAS WÖBKE |
| Herstellungsleitung | CLAUDIA LOEWE, ULI PUTZ |
| Produktionsleitung | SONJA B. ZIMMER |
| Filmgeschäftsführung | PETER DRESS |
| Kamera | ANDREAS BERGER |
| Casting | NESSIE NESSLAUER |
| Beleuchtung | HELMUT PREIN |
| Szenenbild | ULRIKA ANDERSSON |
| Schnitt | HANS FUNCK |
| Ton | MANFRED BANACH |
| Kostümbild | NICOLE FISCHNALLER |
| Maske | STEPHANIE HILKE, JEANETTE LATZELSBERGER, JENS BARTRAM |
| SFX-Maske | EILEEN KASTNER, BIRGER LAUBE |
| und viele andere | |
BESETZUNG |
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| Jo | BARNABY METSCHURAT | ![]() |
| Viktoria | HEIKE MAKATSCH | |
| Prof. Müller-LaRousse | HERBERT KNAUP | |
| Gregor | WOTAN WILKE MÖHRING | |
| Hagen | ROMAN KNIZKA | |
| Sven | FRANK GIERING | |
| Dr. Bamberg | ROSEL ZECH | |
| Paula Henning | FRANKA POTENTE | |
| Benny | AUGUST DIEHL | |
| Lee | ROSIE ALVAREZ | |
| Wulf | SEBASTIAN NAKAJEW | |
| Kurt | FELIX KRAMER | |
| Dr. Schinder | JOACHIM BIßMEIER | |
| Manni/Fred | BORIS PIETSCH | |
| Dirk | MURALI PERUMAL | |
| und viele andere | ||
JO (Barnaby Metschurat), Arbeitersohn aus dem Ruhrgebiet, reist mit besten Vorsätzen nach Berlin, um seinen Job als Arzt im Praktikum an einem renommierten Großklinikum anzutreten. Kaum angekommen, stellt JO rasch fest, dass diese von jedem angehenden Mediziner gefürchtete Blut-, Schweiß- und Tränenzeit seine schlimmsten Erwartungen noch übertrifft. Sein Vorgesetzter, Oberarzt SCHINDER (Joachim Bißmeier), macht dem Sprichwort „nomen est omen“ alle Ehre. Vor allem bedrückt JO die Tatsache, dass er den Patienten nicht die Hilfe und menschliche Wärme zukommen lassen kann, die sie verdienen. Zudem möchte er sein wichtigstes Ziel nicht aus den Augen verlieren: als forschender Arzt ein Heilmittel für seinen Bruder WILLI (Hanno Koffler) zu finden, der an einer schweren Muskelkrankheit leidet.
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Als ihn eines Tages die warmherzige und attraktive philippinische Hilfsschwester LEE (Rosie Alvarez) um Mithilfe bei einem nicht genehmigten chirurgischen Eingriff am Kind einer ihrer Kolleginnen bittet, zögert JO trotz aller Bedenken nicht lange. Der Eingriff verläuft glücklich, doch JO wird von dem charismatischen Professor MÜLLER-LAROUSSE (Herbert Knaup) entdeckt. Der junge Arzt ist sich sicher, dass seine noch nicht einmal begonnene Karriere ihr vorzeitiges Ende gefunden hat. | |
| von links nach rechts: Felix Kramer, Barnaby Metschurat, Roman Knizka, Herbert Knaup, Heike Makatsch, Stefan Ruzowitzky (Regisseur), Wotan Wilke Möhring, Frank Giering, Sarah Ottenstein, Sebastian Nakajew und Hauke Mammen. | ||
Doch das Gegenteil tritt ein. MÜLLER-LAROUSSE hat JOs Doktorarbeit gelesen und ist von dessen Forschungen im Bereich der Neurochirurgie angetan. JO erhält eine Einladung zum wöchentlichen Jour fixe von dessen elitärer Forscherrunde, die aus Jungärzten verschiedener Disziplinen besteht. Darunter die attraktive VIKTORIA (Heike Makatsch), der plastische Chirurg HAGEN (Roman Knizka) sowie der stets nervöse SVEN (Frank Giering) – wie JO auch Neurochirurg – und eine Reihe weiterer junger karriereorientierter Mediziner. JO wird durch MÜLLER-LAROUSSE in die Gruppe eingeführt und alsbald förmlich aufgenommen. Sein Arbeitsalltag verändert sich fortan völlig. Keine „Schinderei“ mehr, endlich optimale Möglichkeiten, zu praktizieren und zu forschen. Dass es sich bei der MÜLLER-LAROUSSE-Gruppe um eine Zelle der berüchtigten Antihippokraten handelt, die zwei Jahre zuvor in Heidelberg für unrühmliches Aufsehen sorgten, entdeckt er erst später.
| Als er durch die Mitarbeit bei dieser Gruppe die einmalige Chance wittert, das Heilmittel für seinen Bruder zu finden, macht er sogar begeistert bei den vom Professor für alle Mitglieder auferlegten Selbstversuchen mit: Implantierung künstlicher Muskeln, die den Menschen zu neuen Höchstleistungen befähigen werden. Schließlich geht es um ein großes Ziel: MÜLLER-LAROUSSE will mit seinen Jüngern den Nobelpreis erringen. | ![]() |
Dafür werden von den forschenden Probanden fortwährende Schmerzen und eine damit verbundene eskalierende Dosierung von Drogen und Medikamenten billigend in Kauf genommen. Die Warnungen von Schwester LEE, die an diesem Krankenhaus mehr mitbekommen hat, als gut für sie ist, schlägt JO in den Wind. Auch den vermeintlichen Selbstmord SVENs verdrängt er. Hat er doch immer seinen kranken Bruder vor Augen, der nun auch in das Krankenhaus gebracht wird. MÜLLER-LAROUSSE hat JO Hilfe für WILLI versprochen. Erst als er entdeckt, dass MÜLLER-LAROUSSE auf Ruhm, Macht und Geld aus ist, vertraut sich JO der Klinikleiterin an. Doch er unterschätzt die Macht der Antihippokraten und kann nur knapp sein Leben retten ...
ZUR PRODUKTION
Andrea Willson, Produzentin und Geschäftsführerin der Deutschen Columbia Pictures Filmproduktion GmbH, bescherte der sensationelle Erfolg von ANATOMIE eine besondere Überraschung. Schon wenige Wochen nach dem erfolgreichen Kinostart trat das Columbia Head-quarter mit der Frage an sie heran, ob denn schon an einer Fortsetzung von ANATOMIE gearbeitet würde. Eine Frage, die sowohl Willson als auch das Coproduzenten-Team Jakob Claussen + Thomas Wöbke über-raschte. „Erst haben wir das nicht so richtig ernst genommen“, erinnert sich Andrea Willson, „aber die Anrufe häuften sich und schließlich begannen wir doch, die Möglichkeiten einer Sequel-Produktion in Betracht zu ziehen.“
Eine große Herausforderung an die Produzenten: Weder Willson noch Claussen + Wöbke verfügten zu diesem Zeitpunkt über Erfahr-ungen in der Produktion eines Sequels. „Es fällt immer schwerer, ein Projekt zu kreieren, wenn bestimmte Parameter vorgegeben sind. Daher stellt ANATOMIE 2 für uns eine interessante Herausforderung dar“, erklärt Claussen.
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Mit Ruzowitzky als Autor und Regisseur im Rücken konnten dann auch bald die Vorurteile, die in Deutschland hinsichtlich einer Sequel-Produktion bestehen, abgebaut werden. Schnell wurde deutlich, dass es sich bei ANATOMIE 2 um ein eigenständiges und ehrgeiziges Projekt handelt und nicht um eine billige Produzentenidee, die sich auf dem Titel und dem Erfolg des ersten Films ausruhen möchte. Für Andrea Willson bedeutete dies erneute Verhandlungen mit der Columbia Zentrale in Los Angeles, wo man davon ausgegangen war, die Fort-setzung im branchen-üblichen Stil mit etwa 60 % des vorangegangen Budgets zu realisieren. „Wir haben schnell gemerkt, dass wir das nicht können und dass das in Deutschland auch nicht so funktioniert wie in Amerika“, beschreibt Willson ihren Ansatz. Die Verantwortlichen konnten vom Konzept der Produzenten überzeugt werden und willigten ein. |
Zielsetzung bei der Umsetzung des Films war von vornherein, eine gute Mischung aus „alten“ ANATOMIE-Konstanten und neuen, frischen Elementen zu finden. Durch die erneute Wahl des Mediziner-Millieus sowie durch viele Zitate soll dieser Brückenschlag gelingen. Für Jakob Claussen steht bereits jetzt fest: „ANATOMIE 2 wird wie der erste Teil – aber ganz anders.“
Mit Hilfe der bewährten Casting-Agentin Nessie Nesslauer konnte dann auch wieder ein hochkarätiges Ensemble für die Produktion verpflichtet werden. „Im Gegensatz zu ANATOMIE, wo wir einen Star hatten, der von – zum damaligen Zeitpunkt – nicht so bekannten Schauspielern umgeben war, haben wir bei ANATOMIE 2 darauf gesetzt, vor allem die Nebenrollen mit Stars zu besetzten“, beschreibt Willson den Casting-Prozess. So konnten Herbert Knaup, Heike Makatsch, Frank Giering, Roman Knizka, Wotan Wilke Möhring, Rosel Zech und für Gastrollen Franka Potente und August Diehl verpflichtet werden.
Die Suche nach dem Protagonisten erwies sich als schwieriger: „Wir hatten uns entschlossen, die Hauptrolle männlich zu besetzen – der Abwechslung halber, aber auch um den Film physischer und somit kraftvoller erscheinen zu lassen. Schließlich stehen Muskeln im Zentrum der Handlung“, so Claussen. Neben einer guten Physis muss der Hauptdarsteller auch über die Fähigkeit verfügen, selbst dann Sympathieträger zu sein, wenn er sich auf die Seite des „Bösen“ ziehen lässt. Mit Barnaby Metschurat konnte ein „up-and-coming“ Star engagiert werden, der all dies verkörpert.
Auch hinter der Kamera setzt das Produzenten-Team auf Bewährtes. Kostümbildnerin Nicole Fischnaller und Regieassistent Anton Maria Aigner gehörten schon dem ANATOMIE-Stab an. Eine Kontinuität, die Jakob Claussen nicht unterschätzt: „Wenn man sich gegenseitig kennen und schätzen gelernt hat, ist es sehr angenehm, auch ein zweites Mal miteinander arbeiten zu dürfen.“ Doch es kommt zu Neuerungen. „So sehr wir bemüht sind, Konstanten aus dem ersten Teil auftauchen zu lassen, so sehr sind wir auch bemüht, ein eigenständiges Projekt zu verfolgen. Dies wird sich unter anderem auf den Look des Filmes auswirken“, so der Produzent.
Waren es in ANATOMIE die Plastinate, die den optischen Reiz des Filmes ausmachten, so spielen in ANATOMIE 2 synthetische Muskeln eine tragende Rolle. „Man kann sich in seiner Fantasie eigentlich kaum Dinge vorstellen, mit denen sich die Wissenschaft nicht schon längst beschäftigt“, bemerkt Claussen und verweist auf kürzlich erschienene Artikel im TIME Magazine (04. Feb. 2002) und im GEO-Magazin (Ausgabe 6/2000) die vom Forschungsgebiet der synthetischen Muskeln berichten.
Also doch kein Albtraum, sondern vielleicht bald schon Realität?
M.V.