| Entry |
| Magazin für Dark Music, Kult(ur) und Avantgarde |
| Filmrezensionen - Der Fluch von Darkness Falls |
Columbia Pictures
und Revolution Studios präsentieren
in Zusammenarbeit mit A Distant Corners/Blue Star Pictures
einen Film von Jonathan Liebesman
Stab |
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| Regie | Jonathan Liebesman |
| Produktion und Drehbuch | John Fasano |
| Drehbuch | James Vanderbilt |
| Story | Joe Harris |
| Produktion | John Hegeman, William Sherak, Jason Shuman |
Ausführende Produktion |
Derek Dauchy, Lou Arkoff |
| Kamera | Dan Laustsen |
| Produktionsdesign | George Liddle |
| Schnitt | Steve Mirkovich, A.C.E. |
| Effekte | Stan Winston |
| Musik | Brian Tyler |
BESETZUNG |
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| Kyle Walsh | Chaney Kley | ![]() |
| Caitlin | Emma Caulfield | |
| Michael | Lee Cormie | |
| Kyle als Junge | JOSHUA ANDERSON | |
| Officer Batten | ANDREW BAYLY | |
| Caitlin als Mädchen | EMILY BROWNING | |
| Doctor Travis | PETER CURTIN | |
| Kyles Mutter | REBECCA McCAULEY | |
Es geschah vor über 150 Jahren, als einer alten, netten Dame schreckliches Leid angetan wurde. Sie hieß Matilda Dixon und lebte zurückgezogen in ihrem kleinen Häuschen, nachdem ihr Mann bei einem tragischen Unfall ums Leben gekommen war. Nur die Kinder des kleinen Ortes Darkness Falls mochte sie und schenkte ihnen Süßigkeiten und kleine Geldstücke, wenn sie ihr die gerade verlorenen Milchzähne brachten.
Man nannte sie liebevoll die "Zahnfee" – bis zu jenem Tag im Jahre 1841, als zwei Kinder nicht mehr nach Hause kamen. Im Dorf ging in Windeseile das Gerücht um, Matilda Dixon hätte den vermissten Kindern etwas Furchtbares angetan. Aufgebrachte Bürger stürmten ihr Haus und zerrten die alte Frau nach draußen. Erst in diesem Augenblick bemerkten sie, dass sie eine Porzellanmaske trug. Ihr Gesicht war seit einem Brand in ihrem Haus schrecklich entstellt.
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Die aufgebrachte Menge erschrak. Doch statt Mitleid empfanden sie nur Zorn, Matilda wurde gehängt und anschließend als Hexe verbrannt. In diesem Moment tauchten die vermissten Kinder wieder auf, die sich lediglich im Wald verlaufen hatten: Die alte Frau wurde zu Unrecht getötet! Die Menschen von Darkness Falls hüllen sich seitdem in Schweigen über die grausigen Ereignisse, doch über der Stadt schwebt ein grausamer Fluch: Der Geist von Matilda Dixon verlangt nach Rache. |
So erzählt man sich die Geschichte auch nach über 150 Jahren in Darkness Falls, wo auch der kleine Kyle mit seiner Mutter wohnt. Wieder einmal kann er nicht einschlafen und hört merkwürdige Geräusche in seinem Zimmer. Verängstigt zieht er sich die Bettdecke über den Kopf. Er kann regelrecht spüren, dass er nicht allein ist. Matilda schwebt über seinem Bett und wartet darauf, dass er ihr abscheuliches Gesicht sieht. Nur dann kann sie ihn töten. Langsam zieht der Junge die Decke vom Gesicht und ist für eine Sekunde wie erstarrt, als er Matilda in die hasserfüllten Augen blickt. Aber er kann sich mit seiner Taschenlampe retten, denn Matilda muss jedes Licht meiden. So schnell er kann rennt Kyle aus dem Zimmer, um Hilfe bei seiner Mutter zu suchen. Sie will ihm zuerst gar nicht glauben, doch als sie ganz allein das finstere Zimmer ihres Sohnes betritt, muss Kyle mit ansehen, wie sie brutal ermordet wird.
Zwölf Jahre sind seit dieser entsetzlichen Nacht vergangen. Kyle (Chaney Kley) ist ein erwachsender Mann, der mit seinen Nerven noch immer völlig am Ende ist. Viele behaupten, er selbst hätte damals seine Mutter getötet, und selbst nach etlichen psychiatrischen Behandlungen ist sich Kyle nicht mehr sicher, was vor zwölf Jahren wirklich geschah. Seit jener Nacht jedoch meidet er die Dunkelheit und kann nur noch einschlafen, wenn ein Licht brennt.
Auch der kleine Michael (Lee Cormie) fürchtet sich vor der Dunkelheit. Wegen seiner Angst hat man ihn bereits in die psychiatrische Abteilung des Krankenhauses von Darkness Falls gebracht. Seine große Schwester Caitlin (Emma Caulfield) weiß sich keinen Rat mehr, erinnert sich aber, dass ihr einstiger Schulfreund Kyle von den gleichen Ängsten erzählte. Sie findet seine Telefonnummer heraus und bittet ihn, in seine Heimatstadt zurückzukehren, um ihrem kleinen Bruder zu helfen.
Zuerst zögert Kyle, doch dann sieht er die Chance, von seinen eigenen Qualen erlöst zu werden, wenn er sich noch einmal seiner Vergangenheit stellt. Er sucht Michael im Krankenhaus auf und schon nach wenigen Minuten wird für ihn klar, dass auch der Junge Matilda gesehen hat und ihr nur knapp entkommen ist. Endlich hat Kyle Gewissheit, dass sie wirklich existiert. Doch wieder will ihm niemand glauben. Im Gegenteil: Die Bürger von Darkness Falls begegnen ihm mit Misstrauen und glauben noch immer, dass er ein Muttermörder ist. |
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Einzig Matilda Dixon scheint es zu begrüßen, dass Kyle zurückgekehrt ist. Denn sie hat noch eine alte Rechnung mit ihm zu begleichen ...
DIE LEGENDE VON MATILDA DIXON
Anfang des 19. Jahrhunderts gegründet, blickt das Städtchen Darkness Falls stolz auf seine Geschichte als betriebsamer Fischerort zurück. Doch dessen Vergangenheit ist nicht makellos. Die Zeit und der Wille haben die Erinnerung an die Ereignisse verblassen lassen. Ganz verschwunden ist sie jedoch nicht, denn die Legende von Matilda Dixon lebt.
Vor mehr als 150 Jahren wohnte eine alte Frau dieses Namens in einem kleinen Haus am Waldrand, nahe des alten Leuchtturms von Darkness Falls. Matilda und ihr verstorbener Gemahl gehörten zu den ersten Siedlern des Ortes, die alle Fischer waren und vom Walfang lebten. Bevor ihr Mann während des Fischens bei einem tragischen Unfall den Tod fand, war Matilda Teil der Gemeinschaft. Sie war kontaktfreudig und liebenswürdig, kümmerte sich um die Nachbarskinder, die sie gerne mit selbst gemachten Süßigkeiten verwöhnte. Doch dann zog sie sich zurück und wurde zur Einsiedlerin. Dennoch besuchten sie die Kinder weiterhin, bekamen Kuchen und Plätzchen und bereiteten ihr große Freude. Als Gegenleistung gaben ihr die Kinder ihre gesammelten Milchzähne. Matilda sagte, diese würden sie an die Elfenbeinschnitzereien ihres Mannes erinnern, die er während des Walfangs anfertigte. So ergab es sich schließlich, dass man sie die "Zahnfee" nannte.
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Doch es schien ein Fluch auf der armen Matilda zu liegen. Eines Nachts, während sie schlief, sprang das Feuer aus ihrem Herd auf ihr Haus über. Als die Leute aus dem Ort zur Hilfe kamen, war der Brand bereits gelöscht. Matilda weigerte sich, das Haus zu verlassen oder Hilfe anzunehmen. Von diesem Zeitpunkt an brach sie jeglichen Kontakt mit ihrer Umgebung ab. Dennoch legte sie manchmal kleine Geschenke, manchmal etwas Kleingeld auf die Stufen der Häuser, in denen Kinder wohnten. |
Das Backen hatte sie seit dem Brand aufgegeben. Nur im Schutze der dunklen Nacht schlich Matilda durch die Straßen, ihr Gesicht hinter einer weißen Porzellanmaske versteckt. Sie hielt Ausschau nach Häusern, an deren Türen die Kinder ihre sorgsam in Taschentücher verpackten Milchzähne aufhängten. Die Bürger von Darkness Falls waren gerührt von ihren kleinen Nettigkeiten und hatten Mitleid, weil Matilda so viele Tragödien erleiden musste.
All das änderte sich jedoch in einer Nacht des Grauens und fortan stand der Name Matilda Dixon für ein ganz unglaublich klingendes Verbrechen.
Es war ein Nachmittag im Jahre 1841, als zwei kleine Kinder ihren Eltern sagten, dass sie der "Zahnfee" einen Besuch abstatten wollten. Als sie jedoch nicht mehr nach Hause zurückkehrten, fiel sofort ein Verdacht auf Matilda. Der offizielle Suchtrupp verwandelte sich schnell in einen aufgebrachten Mob, der Rache verlangte. Mit Fackeln und einem Seil eilten sie den verschlungenen Weg zu Matildas Haus empor.
Matilda sperrte die Tür ab, doch der Mob bewarf das Haus mit Steinen und verlangte lautstark, dass sie sofort herauskommen solle. Verängstigt und verwirrt beteuerte sie ihre Unschuld. Doch vergebens. Ein halbes Dutzend Männer brachen die Tür auf und zerrten Matilda hinaus. Dabei warfen sie einen großen Krug um, aus dem Hunderte von Milchzähnen auf den Boden fielen.
Matilda bedeckte ihr Gesicht mit der Porzellanmaske und flehte um Gnade. Trotz ihrer Bitte, sie nicht anzustarren, rissen ihr zwei Männer die Maske vom Gesicht und zerschlugen sie auf dem Boden. Die Männer mussten nach Luft holen, einigen wurde sogar übel, als sie sahen, was sich hinter der Maske verbarg. Das einst so sanfte Gesicht von Matilda war bis zur Unkenntlichkeit verbrannt und von Schmerz und Gram verzerrt. Keiner der Anwesenden konnte jemals diesen Anblick vergessen. Keiner sprach je wieder davon, nur in ihren Albträumen weinten und schrien sie vor Angst.
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Matilda wurde gehängt – musste bei ihrer Hinrichtung jedoch schreckliche Qualen erleiden, bevor sie hilflos starb. Als der letzte Lebenshauch aus ihr gewichen war, verbrannten sie ihren Körper. Um ihr Gewissen zu entlasten, einigten sie sich darauf, dass dem Recht mit dieser Tat genüge getan wurde. Als sie zu dem verkohlten Körper aufblickten, hörten sie entfernte Schreie. Die restlichen Einwohner der Stadt rannten den gewundenen Pfad hinauf und waren wie vom Schlag getroffen, als sie den Körper der armen alten Dame erblickten. |
Die Menge teilte sich und gab den Blick auf die beiden vermissten Kinder frei, die sich einfach nur zu tief in den Wald gewagt hatten, den Weg nicht zurückfanden und eingeschlafen waren.
Die Bürger von Darkness Falls verharrten wie betäubt in der Stille. Die Schande war so groß, dass der Vorfall fortan von niemandem mehr erwähnt wurde. Dennoch konnte die Geschichte nicht verheimlicht werden, sie wurde von einer Generation zur nächsten weitererzählt, so dass die Ereignisse jener schicksalhaften Nacht im Jahre 1841 ebenso verzerrt und entstellt wurden wie der Körper der bemitleidenswerten Matilda Dixon, der am Ast einer alten Eiche baumelte, während ihr angebranntes Nachthemd im Wind flatterte.
DER FLUCH VON DARKNESS FALLS … DER ANFANG DER LEGENDE
DER FLUCH VON DARKNESS FALLS erzählt die Geschichte von Kyle Walsh (Chaney Kley), der in seine Heimatstadt zurückkehrt, um sich seiner erschütternden Vergangenheit zu stellen. Er muss seine Jugendfreundin (Emma Caulfield) und ihren jüngeren Bruders Michael (Lee Cormie) vor dem Bösen retten, das die Stadt Darkness Falls seit mehr als 150 Jahren heimsucht.
| "Der Film DER FLUCH VON DARKNESS FALLS handelt von einem Menschen, der sich im Dunkeln fürchtet, vordergründig zumindest", erklärt Produzent John Hegeman. "Doch Kyle erkennt ziemlich schnell, dass in der Dunkelheit tatsächlich etwas lauert, und dieses ,Etwas’ versucht, ihn zu töten." | ![]() |
"Mit der Geschichte von DER FLUCH VON DARKNESS FALLS bringen wir zwei grundlegende Konzepte zusammen. Zum einen spielen wir mit der Angst vor der Dunkelheit, zum anderen wecken wir die Kindheitserinnerungen an die ‚Zahnfee‘", meint Regisseur Jonathan Liebesman. "Allerdings haben wir die Geschichte der ‚Zahnfee‘ auf den Kopf gestellt. In unserem Film ist sie keine engelsgleiche Erscheinung mehr, sondern eine mörderische alte Hexe, die eine ganze Stadt terrorisiert."
Die "Zahnfee" Matilda Dixon ist eine vor langer Zeit verstorbene Einwohnerin des Städtchens Darkness Falls in Neuengland. Vor über 150 Jahren wurde sie unschuldig hingerichtet. Doch sie kehrt zurück, um Rache zu üben. "Sie tötet jeden, der ihr ins Gesicht blickt", erklärt Liebesman weiter, "und wer ihr, wie auch immer, entkommt, den verfolgt sie gnadenlos weiter."
Matilda ist ein Geschöpf der Finsternis und kann bei Licht nicht existieren. Sie schlägt im Schutz der Nacht zu, so dass niemand mit Sicherheit sagen kann, ob es sie wirklich gibt oder ob sie nur ein Produkt der eigenen Fantasie ist.
Die Spannung zwischen Realität und Einbildung nutzt Liebesman so gekonnt, dass sich dem Zuschauer regelrecht die Nackenhaare sträuben. Der Regisseur wollte sich nicht dem Trend aktueller Horrorfilme anpassen, die nur noch darauf aus sind, andere Filme des Genres zu parodieren, sondern, wie er es sagt, das Ganze "geradeheraus angehen". Liebesman weiter: "Wenn man alles zu stark aufbauscht, folgt dir das Publikum nicht mehr. Ich habe versucht, mit Stimmung und Atmosphäre die Oberfläche zu durchbrechen und die wahren Ängste der Leute zu treffen."
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Produzent William Sherak stimmt dieser Haltung zu: "Wir wollten nicht einen von diesen üblichen Filmen drehen, in denen Teenager am laufenden Band abgemetzelt werden. Die Zuschauer sind einer solchen Handlung mittlerweile so weit voraus, dass sie sich in ihren Sitzen völlig entspannt zurücklehnen können. Bei unserem Film ist das anders. Er lässt einen bestimmt nicht ruhig im Kinosessel sitzen." |
Die zentrale Figur ist Kyle, dessen Leben von Angst und traumatischen Erlebnissen überschattet ist. Für die Rolle suchte Liebesman jemanden, "dem man es ansieht, dass er gelebt hat. Wir brauchten jemanden mit den Eigenschaften eines jungen Clint Eastwood oder Mel Gibson." Der Regisseur weiter: "Ich wollte keinen Darsteller, der mit zu viel Ballast an die Rolle herangehen würde, oder den man mit seinen früheren Rollen in Verbindung gebracht hätte. Er sollte ein ganz normaler Typ sein, gleichzeitig aber das schauspielerische Talent besitzen, eine Figur mit charakterlichen Schwankungen glaubhaft darzustellen. Etwa so wie Gibson in Lethal Weapon (Zwei stahlharte Profis, 1987) oder Eastwood in Play Misty for Me (Sadistico, 1970), die es verstanden, die Zuschauer mitfühlen zu lassen."
Diese Anforderungen erfüllte Schauspieler Chaney Kley, der zuvor in Chicago auf der Bühne stand und mit DER FLUCH VON DARKNESS FALLS sein Leinwanddebüt gibt. "Durch seine starke Präsenz und seine Bodenständigkeit verleiht Chaney der Rolle eine ansatzweise gespaltene Persönlichkeit und bringt damit weitere Spannung in die Geschichte", erklärt Liebesman.
"Mein Ansatz war es, den inneren Konflikt der Figur herauszustellen", ergänzt Kley, "zwischen dem, was für ihn real erscheint, und dem, was er für Einbildung hält." Der Schauspieler weiter: "Kyle ist eine gequälte Seele. Er konnte in den vergangenen zwölf Jahren nicht viel Schlaf finden, weil er die meiste Zeit gegen seine inneren Dämonen ankämpfte. Seine Mitmenschen halten ihn für psychisch labil, und er ist sich tatsächlich unsicher, ob sie nicht vielleicht Recht haben könnten. Ironischerweise zeigt es sich dann, dass er im Vergleich zu allen anderen den gesündesten Verstand besitzt."
Das emotionale Zentrum des Films bildet die Figur der Caitlin. "Sie steht in der Geschichte für Wärme und Verwundbarkeit", erläutert Liebesman. Bei der Besetzung entschied er sich für Emma Caulfield, die einem großen Publikum durch ihre Rolle der Anya in der erfolgreichen Fernsehserie "Buffy, the Vampire Slayer" (Buffy – Im Bann der Dämonen") bekannt geworden ist. "In den dramatischen Szenen am Anfang setzt sich Emma zunächst mit der geistigen Verfassung ihres Bruders auseinander, doch gegen Ende des Films entwickelt sie sich zu einer richtigen Actionheldin."
Caitlin kümmert sich um ihren neunjährigen Bruder Michael, der von den gleichen Albträumen gequält wird wie einst Kyle und genau wie dieser unter Schlaflosigkeit leidet. "Caitlin ist eigentlich stark und belastbar, aber es dauert seine Zeit, bevor sie sich dessen bewusst wird", meint Emma Caulfield. "Sie umsorgt einerseits ihren Bruder, wendet sich anderseits an Kyle, um Beistand zu finden, auch wenn ihn alle anderen für gefährlich und verwirrt halten."
Die größte Herausforderung war die Besetzung der Rolle des Michael. "Wir benötigten eigentlich einen 45-jährigen Mann, der im Körper eines Neunjährigen steckt", so Liebesman. "Es musste jemand sein, der weiß, was echte Qual bedeutet." Nach langer Suche traf der Regisseur in der Gegend von Melbourne, Australien, schließlich auf Lee Cormie, dem er zutraute, dieses erwachsene Kind spielen zu können.
"Lee ist ein unglaublicher Junge", erzählt Produzent Jason Shuman begeistert, "seine Augen leuchten wie Feuer, wenn er Angst verspürt."
| Im Gegensatz zu Kyle weiß Michael, dass seine Furcht einen realen Hintergrund hat. "Die Ärzte glauben, er habe einfach nur Angst vor der Dunkelheit", so Cormie, "aber er hat die ‚Zahnfee‘ tatsächlich gesehen. Er weiß alles über sie, auch, dass sie das Licht meidet. Aus diesem Grund will er nicht, dass das Licht ausgeschaltet wird." | ![]() |
Laut Liebesman ist Michael ein Katalysator für die Handlung: "Michael ist das Spiegelbild von Kyle. Als Kyle in seine Heimatstadt zurückkehrt und Michael von seinen höllischen Qualen befreien will, ist das für ihn auch der Versuch, in seinem Leben selbst Erlösung zu finden."
Für einen ganz anderen Hauptdarsteller war jedoch kein Casting erforderlich. "Die Dunkelheit in diesem Film dient nicht nur der Erzeugung von Stimmungen, sie ist der eigentliche Gegenspieler", so Liebesman, "und sie besitzt eine eigene Persönlichkeit."
Aus dieser Dunkelheit taucht schließlich Matilda Dixon auf, und wie alle bedeutenden Monster der Filmgeschichte, wie etwa Alien (Alien – Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt, 1979) oder Jaws (Der weiße Hai, 1975), sieht man auch Matilda nur als Schattengestalt – oder wenn es blitzt. "Ich wollte, dass man sie nicht allzu oft sieht, weil die Zuschauer sonst schnell die Angst verlieren würden. Irgendwann begreifen sie dann, wodurch ihre Angst ausgelöst wird", erklärt Liebesman. "Wenn man den Zuschauern jedoch so wenig wie möglich zeigt, werden sie allein durch ihre Vorstellungskraft an den Rand des Wahnsinns getrieben. Soweit es möglich war, habe ich Matilda im Verborgenen gehalten, um zum Zeitpunkt der Abrechnung eine noch größere Erregung und anschließende Befriedigung erzeugen zu können."
Also doch kein Albtraum, sondern ein Stück Realität...?
M.V.