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| Magazin für Dark Music, Kult(ur) und Avantgarde |
| Filmrezensionen - From Hell |
Stab |
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Directed by |
THE HUGHES BROTHERS |
| Produced | DON MURPHY and JANE HAMSHER |
| Screenplay | TERRY HAYES and RAFAEL YGLESIAS |
| Based on the graphic novel by | ALAN MOORE and EDDIE CAMPBELL |
| Executive Producers |
AMY ROBINSON, THOMAS M. HAMMEL, ALLEN HUGHES, ALBERT HUGHES |
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Director of Photography |
PETER DEMING, ASC |
| Production Designer | MARTIN CHILDS |
| Film Editors | DAN LEBENTAL, GEORGE BOWERS, A.C.E |
| Music | TREVOR JONES |
| Costume Designer | KYM BARRETT |
| Casting | JOYCE GALLIE, SALLY OSOBA |
| Unit Production Managers |
ELENA ZOKAS, MICHAL SKOP |
| Make-up & Hair Designer | LISA WESTCOTT |
BESETZUNG |
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| Fred Abberline | JOHNNY DEPP |
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| Mary Kelly | HEATHER GRAHAM | |
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Sir William Gull |
IAN HOLM | |
| Netley | JASON FLEMYNG | |
| Peter Godley | ROBBIE COLTRANE | |
| Kate Eddowes | LESLEY SHARP | |
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Liz Stride |
SUSAN LYNCH | |
| Ben Kidney | TERENCE HARVEY | |
| Dark Annie Chapman | KATRIN CARTLIDGE | |
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Ada |
ESTELLE SKORNIK | |
| Dr. Ferral | PAUL RHYS | |
| Officer Bolt | NICHOLAS McGAUGHEY | |
| Sir Charles Warren | IAN RICHARSON | |
London, 1888. Ein Unwetter braut sich zusammen über dem Londoner East End, in Whitechapel, da wo die Armen und Mittellosen wohnen. Die Prostituierte Mary Kelly (HEATHER GRAHAM) ahnt nichts von der Gefahr, in der sie sich befindet, von den Schatten, die schon bald nach ihr greifen werden. Wie ihre besten Freundinnen, Kate Eddowes (LESLEY SHARP), Liz Stride (SUSAN LYNCH), Dark Annie Chapman (KATRIN CARTLIDGE) und Polly Ann Nicholls (ANNABELLE APSION) ist sie vollauf damit beschäftigt, in den schmutzigen Gassen des Unterschicht-Viertels die paar nötigen Pennys zu verdienen, um sich am Abend einen Platz zum Übernachten leisten zu können.
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Das Leben dieser Frauen ist schwierig und gefährlich. Vor allem die brutale Nickles-Gang und deren skrupelloser Geldeintreiber McQueen machen ihnen das Leben schwer: Ein Britisches Pfund verlangt er wöchentlich als Schutzgeld – ein Vermögen für die mittellosen Frauen. Wer nicht zahlt oder zahlen kann, macht Bekanntschaft mit McQueens gefürchtetem Messer. Marys Freundin Ann Crook scheint das bessere Schicksal zu erwarten: Sie hat sich in den wohlhabenden Albert verliebt, der sie in einer geheimen Zeremonie geheiratet hat. Während Mary über das Baby der beiden wacht, kann Ann sich zum Schäferstündchen mit dem Geliebten treffen. Es wird jäh unterbrochen von Männern eines Sonderdezernats der Polizei, die Albert und Ann getrennt voneinander verschleppen. Mary wird aus der Entfernung Zeugin des brutalen Vorfalls. Schnell begreift sie, dass sich das Wissen um die Beziehung zwischen Ann und Albert in bare Münze umsetzen lässt. |
Doch längst haben sich Mächte verschworen, die fünf Frauen mundtot zu machen und mit ihnen das Geheimnis um Ann und Albert sterben zu lassen. Nun schickt sich eine finstere Gestalt an, mit dem unbedarften Kutscher Netley (JASON FLEMYNG) in Whitechapel loszuziehen, um eine unaussprechliche Mission durchzuführen und die Stadt in Angst und Schrecken zu versetzen.
In einer Opiumhöhle will Inspektor Abberline (JOHNNY DEPP) den Schmerz der Erinnerung an seine verstorbene Frau betäuben. Die Drogen haben allerdings noch einen weiteren Effekt: Sie verstärken seine hellseherischen Fähigkeiten. In einer verschwommenen Vision erkennt er schemenhaft einen Mann in Schwarz und die grausam verstümmelte Leiche einer Frau. Von seinem Assistenten und Freund Godley (ROBBIE COLTRANE) wird Abberline in die Realität zurückgeholt: In Whitechapel wurde tatsächlich eine Frau ermordet – offensichtlich das Werk der Nickles-Bande – und Abberline soll ermitteln.
| Die Nachricht von diesem Mord hat auch Mary und ihre Freundinnen erreicht. Den Luxus, die Straßen Whitechapels ein paar Tage nicht mehr zu frequentieren, können sie sich nicht leisten, also gehen sie weiter ihrer Arbeit nach. Polly Ann Nicholls wird in einer einsamen Straße von einer Kutsche aufgelesen. Im Inneren bietet ihr ein geschmackvoll gekleideter Herr Trauben und Alkohol an. Polly beginnt, sich zu entspannen, da wird ihr die Kehle durchgeschnitten. An einer verlassenen Ecke wird ihre Leiche zurückgelassen, allerdings nicht bevor ihr der Mörder den Leib aufschneidet und ein Organ entnimmt. Jack the Ripper hat zum ersten Mal zugeschlagen. | ![]() |
Am Tatort weiß Inspektor Abberline, dass er von der Realität eingeholt worden ist: Polly Ann Nicholls ist unverkennbar die Frau aus seinen Visionen – und ganz offenbar Opfer eines anderen Täters. Die Methode lässt eine rituelle Tat vermuten, und ein Traubenstiel in der Hand der Toten weist auf einen Mann aus der besseren Gesellschaft hin, auch wenn Abberlines Vorgesetzter, Polizeichef Sir Charles Warren (IAN RICHARDSON), diese Möglichkeit kategorisch ausschließt.
Bei Pollys Beerdigung spricht Abberline erstmals Mary Kelly an, doch sie zeigt ihm die kalte Schulter: Noch nie in ihrem Leben konnte sie einem Polizisten vertrauen. Sie zieht sich lieber mit ihren Freundinnen zurück, denen sie ihre Träume von einem besseren Leben in Irland anvertrauen kann. Gemeinsam schmieden sie Pläne, wen sie mit ihrem Wissen erpressen könnten. Doch schon am nächsten Tag ist wieder eine von ihnen dem Ripper zum Opfer gefallen.
Bei der übel zugerichteten Leiche von Dark Annie Chapman, der der Killer grausam die Eingeweide über die Schulter gelegt hat, entdeckt Abberline die gleichen Spuren wie bei Polly Ann Nicholls. Er ist sich sicher, dass es sich um denselben Mörder handelt – und dass er in der besseren Gesellschaft zu finden ist: Nur ein Mann mit ausgeprägtem chirurgischem und anatomischem Fachwissen kann in der Lage sein, diese Bluttaten mit Präzision durchzuführen.
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Trotz striktem Verbots von Sir Charles Warren sucht Abberline das London Hospital auf, um sich seine Vermutung von einem Fachmann bestätigen zu lassen. Tatsächlich nimmt sich Sir William Gull (IAN HOLM), der verdiente Leibarzt der Königlichen Familie, die Zeit, Abberline zu assistieren und mit den nötigen Informationen zu versorgen. Der Inspektor weiß jetzt, dass er auf der richtigen Spur ist. |
Von Mary Kelly, die mehr und mehr Vertrauen zu dem Polizisten fasst, erfährt Abberline die Geschichte Ann Crooks, ihrer Ehe mit einem reichen Galan und ihrer Entführung durch die Geheimpolizei. Mit einem gefährlichen Trick beschafft sich Abberline die Unterlagen des Falls. Gemeinsam mit Mary sucht er das Sanatorium auf, in dem Ann vor sich hin dämmert. Als sie in ihrer Gegenwart neben wirrem Zeug auch immer wieder von „ihrem Prinzen" erzählt, fügen sich für den Inspektor wichtige Puzzleteile zusammen: Bei Anns Albert handelt es sich tatsächlich um Prinz Edward, den designierten Thronfolger.
Abberline wird der Grund für die Mordserie schlagartig klar. Er ahnt, wer die Drahtzieher sein könnten, in wessen Auftrag Jack the Ripper handelt. Er weiß allerdings nicht, dass sich der Mörder längst einer ganz anderen Instanz unterstellt sieht. Seine Arbeit hat erst begonnen … und Mary Kelly, an die Abberline sein Herz verloren hat, steht auf seiner Opferliste ganz weit oben …
Jack the Ripper beging im London des Herbstes 1888, in einer Zeitspanne von zehn Wochen, fünf unbeschreibliche Ritualmorde und verbreitete eine angespannte Atmosphäre der Hysterie und des Schreckens. Er wurde niemals gefasst.
Basierend auf einem populären Comicroman, wagt FROM HELL eine ebenso verwegene wie spannende psychologische Interpretation der Schreckenslegende von Jack the Ripper und deckt eine erschütternde Verschwörung auf, in die Englands höchsten Kreise involviert sind.
In FROM HELL – der Titel bezieht sich auf die Absenderadresse eines Briefes, den der Ripper an den Bürgerwehr-Chef Lusk geschickt hatte – geht es um Menschen, die in verschiedenen Formen der Hölle leben und versuchen, sich selbst unter den widrigsten Umständen irgendwie durchzukämpfen. Im Mittelpunkt stehen fünf mittellose Prostituierte, die bisweilen nur durch ihre gemeinsame Freundschaft die Kraft zum Überleben finden. Diese Freundschaft wird hart auf die Probe gestellt, als eine Reihe brutaler Morde ihre Nachbarschaft erschüttert.
| Mary Kelly (HEATHER GRAHAM), Kate Eddowes (LESLEY SHARP), Liz Stride (SUSAN LYNCH), Dark Annie Chapman (KATRIN CARTLIDGE) und Polly Ann Nicholls (ANNABELLE APSION) existieren am äußersten Rand der Gesellschaft. Ihren mageren Lohn verdienen sie sich damit, dass sie ihren Körper verkaufen. Dafür blickt man auf sie herab und verspottet sie. Obwohl sie nichts von Wert besitzen, werden sie von einem Monster bedroht, das es auf das Einzige abgesehen hat, was sie besitzen: ihr Leben. | ![]() |
Heather Graham berichtet: „Meine Figur und ihre Freundinnen leben in diesem fürchterlichen Slum und nagen ständig am Hungertuch. Jeder Tag ist ein einziger Kampf. Ein Schlafplatz gilt bereits als Luxus. Das Einzige, was Mary Kelly zum Weitermachen antreibt, ist ihr Traum von der Rückkehr nach Irland, wo sie als junges Mädchen glücklichere Tage erlebt hat."
In einer frühen Szene des Films erwachen die Frauen nach einer unbequemen Nacht, die sie aneinander gefesselt auf einer Bank verbrachten – damit sie nicht auf den Boden fallen können. Eine Horrorvorstellung! Am Morgen erscheint der Vermieter, um sie loszubinden und wieder auf die Straße zu schicken, wo sie sich die nötigen Pennys für ihr Essen und die nächste Übernachtung verdienen müssen. Die Frauen sind gefangen in einem unnachgiebigen, endlosen Kampf ums Überleben. „Das Leben dieser Frauen ist grausam und finster", sagt Lesley Sharp. „In ihrem Alltag sind sie ständig bedroht – von Zuhältern, von gewalttätigen Freiern, von Straßenverbrechern, von Krankheiten und Sucht."
Eine zusätzliche Bedrohung stellt das unheimliche Geheimnis dar, auf das die Frauen unwissentlich gestoßen sind und das das Königshaus – und damit auch ihr Leben – in Gefahr bringt.
Die einzige Autoritätsperson, die sich offensichtlich um den Schutz dieser bemitleidenswerten Frauen sorgt, ist Inspektor Fred Abberline (Johnny Depp). Abberline selbst befindet sich allerdings in einer schweren Lebenskrise. Von unerträglichen Erinnerungen geplagt, sucht er die kurzfristige Flucht in den Opiumrausch. Die Sucht verstärkt seine hellseherischen Fähigkeiten, die Abberline einerseits wertvolle Einsichten gestatten, ihn aber auch zur Handlungsunfähigkeit verdammen.
„Abberline ist vom Leben übel mitgespielt worden", meint Johnny Depp. „Er hat Frau und Kind verloren und schleppt sich mit Drogen durch die trüben Tage." Der Inspektor, der nach Jahren bei der Polizei längst nicht mehr in Whitechapel seinen Dienst versieht, wird in das heruntergekommene Viertel zurückversetzt, um die Nachforschungen im Fall Jack the Ripper zu leiten.
Die ausführende Produzentin Amy Robinson erzählt: „Abberline ist ein Protagonist, wie man ihn aus den klassischen Romanen des 19. Jahrhunderts kennt. Er ist ein Held mit Fehlern, der gewaltige innere Kämpfe auszufechten hat, während er sich mit den erschreckenden Ereignissen auseinandersetzen muß."
Dem Inspektor steht der stattliche Sgt. Godley (Robbie Coltrane) zur Seite. Er ist ein loyaler Freund, der sich immer dann um Abberline kümmert, wenn er „den Drachen jagt", sprich: sich im Opiumrausch befindet.
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„Godley ist ein unkomplizierter schottischer Polizist, der seine Schlussfolgerungen zieht, wenn ihm handfeste Beweise vorliegen – also so etwas wie ein blutverschmiertes Messer und Aussagen von Augenzeugen", sagt Coltrane. „Er ist fasziniert von Abberlines Intuition und unorthodoxen Methoden. Das entspricht zwar nicht im Geringsten seinem Naturell, aber er akzeptiert Abberlines Visionen als authentisch und handelt auch entsprechend." |
Johnny Depp sagt: „Godley ist die einzige Person auf der Welt, der Abberline Gehör schenkt und die er respektiert. Godley hält ihn am Leben, fungiert als eine Art Beschützer. Er ist sein bester Freund."
Als die Morde in Whitechapel eskalieren, werden die beiden Beamten von ihren Vorgesetzten massiv in ihrer Arbeit behindert: Sie sind mehr daran interessiert, die Verbrechen unter den Teppich zu kehren, als ihre Aufklärung zu unterstützen. Die einzige Ausnahme ist der berühmte Sir William Gull (Ian Holm), der Leibarzt der Königlichen Familie, der mächtig genug ist, es sich erlauben zu können, dem verpönten Inspektor bei seinen Ermittlungen zu assistieren.
„Gull ist sich absolut sicher, dass die Morde von einem Mann mit außerordentlichen medizinischen Kenntnissen begangen worden sein müssen", erklärt Holm. „Der Killer besitzt offenkundige Kenntnisse der Chirurgie, die kein Metzger oder Arbeiter haben kann. Jeder Mord offenbart dasselbe bizarre, schreckliche Ritual."
Gull informiert Abberline über die Instrumente, die vermutlich zum Einsatz gekommen sind, und die Art, in der die Morde wahrscheinlich durchgeführt wurden. Dank Gulls Hilfe findet Abberline heraus, dass die Morde Teil eines fürchterlichen Komplotts sind, in das der Orden der Freimaurer involviert ist, die wiederum auf direkten Befehl der Monarchie handeln.
| Der Freimaurerorden ist ein Geheimbund, dem im Lauf der Jahrhunderte einige der reichsten und mächtigsten Männer der Welt angehörten. Die Freimaurer sind von jeher Gegenstand zahlreicher Verschwörungstheorien, vermutlich aufgrund ihrer geheimnisvollen Initiationsriten und ihrem Schweigegelübde. | ![]() |
Die Idee, dass den Morden von Jack the Ripper eine Verschwörung der Krone zugrunde liegt, kennt in Europa viele Anhänger, besonders in Großbritannien, wo der Fall mit ähnlicher Inbrunst verfolgt wird wie das Attentat auf JFK in den USA. Auch Alan Moore vertritt in seinem Comicroman „From Hell" die Theorie, dass das Königshaus verantwortlich für die Morde ist. Zuerst wurde „From Hell" 1999 in zehn Teilen in der Anthologie „Taboo" veröffentlicht. Die Hefte, die Zeichnungen des Künstlers Eddie Campbell enthalten, wurden von dem Produzenten Don Murphy optiert.
Murphy sagt: „Alan Moore ist der Meister des grafischen Romans. Ich bin ein Fan von Comicbüchern und bewundere seine Arbeit schon seit Jahren. Ich war sofort hingerissen von ‚From Hell‘, ohne überhaupt gewusst zu haben, dass es da um Jack the Ripper geht. Es ist eine brillante, komplexe und obsessive Geschichte, die auf ausführlichen Nachforschungen beruht und mit Seiten voller Fußnoten aufwartet."
Moores Vorlage wurde von den Autoren Terry Hayes und Rafael Yglesias in ein Drehbuch umgesetzt. Yglesias betrachtet den Verschwörungsansatz von einer metaphorischen Warte.
„Ob die britische Monarchie nun tatsächlich in die Ripper-Morde involviert war oder nicht, spielt keine Rolle. Die Wucht der bloßen Anschuldigung gegen die herrschende Klasse wird so oder so nicht gemindert", sagt Yglesias. „Dass die Polizei grundsätzlich ablehnte, die Reichen als Verdächtige auch nur in Betracht zu ziehen, spricht Bände über die viktorianische Ära. Die Schattenseiten der Gesellschaft wurden ausschließlich als Fehler der Armen und der Unterschicht angesehen."
Als Mitglied der Unterschicht sowie als Prostituierte ist Mary Kelly die Gesellschaft angesehener Männer nicht gewohnt, zumindest nicht, wenn sie nicht arbeitet. Aus Misstrauen und Furcht davor, ausgenutzt zu werden, ist sie zunächst nicht bereit, Abberline bei seinen Nachforschungen zu unterstützen.
„Mädchen, die damals auf der Straße gearbeitet haben, waren sehr vorsichtig", sagt Allen Hughes. „Mary Kelly glaubt, dass Abberline nur ein weiterer Typ ist, der sie ausnutzen will. Seine Anständigkeit und Aufrichtigkeit sorgen dafür, dass sie ihre Verschlossenheit aufgibt. Langsam fasst sie Vertrauen zu ihm."
Als sich ihre Beziehung zu vertiefen beginnt, stellt sich ihnen etwas in den Weg, das wesentlich bedrohlicher ist als soziale Moral und Klassenunterschiede. Vielmehr ist es ein aus Verschwörungen und finsteren Absichten geschmiedeter Dolch, der auf sie gerichtet wird – und er befindet sich in der Hand eines verrückten Mörders, der in die Geschichte eingehen wird.
Rückblickend hat der Ripper gar nicht einmal Unrecht, wenn er behauptet, er hätte das 20. Jahrhundert ermöglicht. Der Kult um seine Person begründete eine neue Ära der Boulevardpresse und des Berühmtheitsbewusstseins. Die britischen Zeitungen stürzten sich sofort begeistert auf die Geschichte, die mittlerweile längst zur Legende geworden ist.
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Johnny Depp, der sich mit den Einzelheiten des Falls bestens auskennt, merkt an: „Vor Jack the Ripper gab es einige hundert Zeitungen in London. Auf der Höhe der Mordserie tauchten tausende weitere Blätter auf." Jack the Ripper, der teilweise auch von der Presse geschaffen wurde, avancierte zum ersten Star der Regenbogenpresse. |
Der Ripper-Fall war auch dafür verantwortlich, dass die forensischen Kriminalwissenschaften, die sich in den 80er Jahren des 19. Jahrhunderts noch in den Kinderschuhen befanden, weiterentwickelt wurden. Allen Hughes sagt: „Wenn dich die Polizei damals nicht in der Nähe des Opfers mit Blut an den Händen schnappte, dann waren die Chancen ziemlich gering, dass man überhaupt gefasst wurde. Es gab keine Standardabläufe wie die Abnahme von Fingerabdrücken oder Bluttests. Aber dieser Fall half dabei, neue wissenschaftliche Erkenntnisse voranzutreiben und neue Werkzeuge zur Ergreifung von Tätern zu entwickeln."
Jack the Ripper wurde niemals gefasst. Es ist das Geheimnis seiner Identität, sein Wagemut, seine Verbrechen an öffentlichen Plätzen durchzuführen und seine Fähigkeit, immer wieder zu entkommen, die die Öffentlichkeit seit mehr als einem Jahrhundert beschäftigt. „Er ist die perfekte Nemesis für einen Film", gesteht Robbie Coltrane.
Und Albert Hughes merkt an: „Unsere Herausforderung war es, ein wohl bekanntes Geheimnis voller Legenden zu nehmen und ihm mit Hilfe unseres Einfallsreichtums eine neue Dimension zu verleihen."
Allen Hughes sagt: „Den Opfern von Jack the Ripper wurde niemals ein menschliches Gesicht zugestanden. Wir wollten ihnen Leben einhauchen. Sie waren nicht einfach nur Mordopfer. Sie waren menschliche Wesen."
M.V.