Entry
Magazin für Dark Music, Kult(ur) und Avantgarde

 

Filmrezensionen - K-PAX

 

INTERMEDIA FILMS und UNIVERSAL PICTURES

präsentieren


eine LAWRENCE GORDON Produktion
ein IAIN SOFTLEY Film

 

K-PAX

 

Kinostart: 10. Oktober 2002

 

Stab

Regie Iain Softley
Produktion Lawrence Gordon, Lloyd Levin, Robert F. Colesberry
Drehbuch Charles Leavitt
Ausführende Produktion Susan G. Pollock
Casting USA Debra Zane, C.S.A.
Kamera John Mathieson, B.S.C.
Musik Edward Shearmur
Schnitt Craig McKay, A.C.E.
   
Nach einem Roman von Gene Brewer

BESETZUNG

Prot Kevin Spacey
K-PAX Filmplakat
Dr. Mark Powell Jeff Bridges
Rachel Powell

Mary McCormack

Claudia Villars

Alfre Woodard

Howie David

Patrick Kelly

Ernie

Saul Williams

Sal

Peter Gerety
Mrs. Archer Celia Weston
Dr. Chakraborty Ajay Naidu
Maria Tracy Vilar
Bess Melanee Murray
u.v.a.  

 

Story

Wie aus dem Nichts taucht ein mysteriöser Mann mit unrasiertem Gesicht und Sonnenbrille (KEVIN SPACEY) in der New Yorker Grand Central Station auf, just in dem Moment, in dem eine Passantin von einem Dieb beraubt wird. Der Fremde hilft der Frau auf - und wird festgenommen, weil die Polizei ihn mit dem Dieb verwechselt. Weil er sich obendrein als Außerirdischer namens Prot identifiziert, der vom Planeten K-PAX 1100 Lichtjahre zur Erde gereist ist, wird er von den Beamten in einer psychiatrischen Anstalt abgeliefert.

Erste Behandlungsversuche zeigen keine Wirkung, kein Medikament will bei dem ungewöhnlichen Patienten anschlagen. Prot besteht weiterhin auf seiner Behauptung, er sei ein Außerirdischer. Das Interesse von Dr. Mark Powell (JEFF BRIDGES) ist geweckt. Bei einem Gespräch verblüfft Prot den Psychiater mit präzisen Antworten und genauen Erklärungen über das Leben auf K-PAX und wie er mit Hilfe von gebündelter Lichtenergie zur Erde gekommen sein will. Er gibt sich keine Blöße - und verblüfft mit seinen einleuchtenden Darlegungen sowie mit seiner einfühlsamen Ader auch die anderen Insassen der psychiatrischen Abteilung.

K-PAX Schnell haben auch die vermeintlich unheilbaren Fälle Vertrauen zu ihm gefasst. Die gesamte Anstalt scheint sich mit einem Mal auf dem Weg der Besserung zu befinden. Nicht nur deshalb drehen sich die Gedanken von Dr. Powell mehr und mehr um den mysteriösen Prot: All seine Erklärungen über seine fremde Galaxie sind überzeugend. Um ihn zu prüfen, übergibt Powell seinem Patienten den Fragenkatalog eines befreundeten Astronomen.

Prot beantwortet nicht nur alle Fragen richtig, sondern sogar mit solcher Fachkenntnis, dass er von einer Expertenrunde von Astrophysikern eingeladen wird. Mühelos kann Prot auch sie mit seinem unglaublichen Wissen über fremde Galaxien überzeugen. Sogar die exakten Koordinaten von K-PAX kann er den Fachleuten nennen! Sie strecken die Waffen.

Als auch noch eine Vorhersage Prots zutrifft und einer der Insassen der psychiatrischen Anstalt ein Rotkehlchen im Garten entdeckt, sieht Dr. Powell seinen Patienten endgültig mit neuen Augen. In einem vertraulichen Gespräch kündigt Prot an, er werde die Erde in nur zwei Monaten wieder verlassen und nach K-PAX zurückkehren: am 27. Juli, um exakt 5 Uhr 51. Er will sogar einen der anderen Patienten mit sich nehmen. Powell ist fasziniert, weil er glaubt, ein erstes Indiz gefunden zu haben, dass Prot nicht tatsächlich von K-PAX stammt: Am 27. Juli wäre er nach eigenen Angaben genau fünf Jahre auf der Erde. Powell ist überzeugt, dass damals ein traumatisierendes Erlebnis vorgefallen sein muss.

Dr. Powell lädt Prot am 4. Juli zu einem Barbecue zu sich nach Hause ein. Sofort spürt Prot, dass Spannungen zwischen dem Psychiater und dessen Ehefrau Rachel (MARY McCORMACK) bestehen. Mit seiner bloßen Gegenwart scheint sich die Stimmung jedoch merklich zu bessern. Rachel gesteht Prot, dass ein Grund der Probleme das kritische Verhältnis zwischen ihrem Ehemann und seinem ältesten Sohn ist, die seit Jahren kein Wort mehr miteinander gesprochen haben. Kurz darauf kommt es zu einem folgenschweren Zwischenfall: Prot schaukelt Powells jüngste Tochter, als er von einem Wasserstrahl getroffen wird. Die Folge ist eine verblüffende Panikattacke Prots, der erst mit Medikamenten wieder zu beruhigen ist.

Mehr und mehr ist Powell davon überzeugt, dass sein Patient sich als Außerirdischer fühlt, weil ihm in der Vergangenheit etwas Schreckliches widerfahren ist. Mit Hypnose will Powell der Wahrheit auf den Grund gehen. Doch als er Prot aufsuchen will, offenbaren ihm die anderen Insassen, dass Prot die Anstalt verlassen hat, um einen dreitägigen Abstecher nach Grönland zu unternehmen. Tatsächlich ist Prot verschwunden. K-PAX

Unvermittelt kehrt Prot drei Tage später wieder zurück. Er willigt ein, sich hypnotisieren zu lassen. Zunächst bleibt Prot er selbst, doch dann spricht er von einem namenlosen Freund, der sich in schweren Zeiten an ihn gewendet hat. Bei einer weiteren Sitzung wird Prot genauer: Der Freund arbeitete in einem Schlachthof, hatte eine Frau und eine Tochter. Fünf Jahre zuvor, am 27. Juli, erlebte der Freund etwas unbeschreiblich Schreckliches.

Dr. Powell forscht weiter. Er stößt auf einen Mordfall in New Mexico, verübt am 27. Juli, fünf Jahre zuvor. Ein Schlachthofangestellter erschlug einen Landstreicher, der seine Frau und Tochter getötet hatte. Seither wird er vermisst. Sein Name: Robert Porter... Prot?

 

Facts and Rumors - Betrachtungen

ZUR PRODUKTION

 

Produzent Lawrence Gordon optierte Gene Brewers Roman K-PAX aus dem Jahr 1995, unmittelbar nachdem er ihn gelesen hatte. Er war überzeugt, dass die Geschichte von Prot und seinen Erlebnissen das Publikum ganz unmittelbar ansprechen würde.

"Die Geschichte erinnerte mich ein wenig an FIELD OF DREAMS ("Feld der Träume", 1989), den ich ebenfalls produziert hatte", erzählt Gordon. "In beiden Storys geht es um leidenschaftliche Männer, die sich dem gängigen Verhalten widersetzen, weil sie an etwas glauben - auch wenn das Außenstehenden noch so unwahrscheinlich erscheinen mag. Und in beiden Geschichten finden sich ausgefeilte, denkwürdige Figuren, wie man sie in den Drehbüchern von heute nur noch selten findet."

K-PAX Gordon heuerte den Autor Charles Leavitt für die Adaption des Romans an. "Schnell hatten wir ein exzellentes Drehbuch an der Hand - und dann dauerte es doch noch sechs Jahre, bis wir den Film machen konnten", sagt Gordon und nennt die ungewöhnliche Thematik als Stoffes als Grund dafür. "Dann sah Kevin Spacey das Drehbuch und meldete Interesse an, Prot zu spielen. Mit einem Mal bewegte sich das Projekt mit großen Schritten voran."

Spacey sagt: "Tatsächlich las ich das Drehbuch bereits vor einigen Jahren, als ich in London in einem Theaterstück auftrat. Ich kann mich erinnern, dass ich es eines Abends in meinem Zimmer zur Hand nahm und auf meinem Bett in einem Zug durchlas. Ich bin bei der Lektüre zunächst nicht an der Figur interessiert, die ich spielen soll. Ich interessiere mich zunächst ausschließlich für die Geschichte. Ich war beeindruckt und hielt Prot sofort für eine wunderbare Figur. Es dauerte eine Weile, bis alle Teile perfekt ineinander griffen, aber das Warten hat sich gelohnt."

Spacey war fasziniert von der Kompromisslosigkeit, mit der der geheimnisvolle Prot seine Überzeugungen vertritt.

"Ich habe mich regelrecht in Prot verliebt - die Figur ist einfach wunderschön", beschreibt der Schauspieler. "Er wird in ein Sanatorium für geistig Verwirrte gesteckt, wo die eigentliche Geschichte ihren Ausgang nimmt. Denn es geht eigentlich darum, was passiert, wenn man auf einen Fremden trifft, der einen außergewöhnlichen Effekt auf alle Menschen hat, mit denen er in Berührung kommt." K-PAX

"Bei Prot geht es weniger darum, was er sagt, sondern wie er es sagt", führt Spacey aus. "Er hat eine beruhigende Wirkung auf die Menschen und hat ein Talent dafür, sie die Wahrheit sagen zu lassen und ehrlich zu sein. Man sagt, dass der Grat zwischen geistiger Gesundheit und Wahnsinn sehr schmal sein kann. Ich glaube auch, dass es viele Menschen gibt, die glauben, dass Außerirdische unter uns leben. Es gibt sogar eine Fernsehsendung, die auf dieser Idee beruht. Prot lebt diese Überzeugung ohne Zögern."

Regisseur Iain Softley war der nächste, der an Bord kam. "Sowohl die Geschichte als auch die Figuren zogen mich in ihren Bann, da konnte ich einfach nicht widerstehen", erzählt Softley. "Es war wirklich eines der besten Drehbücher, die ich gelesen hatte. Es unterschied sich von anderen Skripts vor allem darin, dass man auf den ersten Seiten beim besten Willen nicht vorhersagen kann, wohin die Reise geht. Und dann sagte man mir, dass Kevin Spacey den Prot spielen wollte. Besser konnte man den Part nicht besetzen."

K-PAX Die Figur des ewig logischen und pragmatischen Psychiaters Dr. Mark Powell wird von dem vierfach für einen Oscar nominierten Jeff Bridges gespielt. Er hatte in STARMAN ("Starman", 1984) selbst einen Außerirdischen gespielt, fand sich nun aber auf der anderen Seite wider. "In der Psychiatrie setzt man gegenwärtig stark auf Medikamente", sagt er.

"Sicherlich lassen sich damit gute Dinge anstellen. Aber die Interaktion mit den Patienten, einstmals sehr wichtig, wird gleichzeitig vernachlässigt. Doch bei diesem ganz besonderen Patienten, der von sich behauptet ein Alien zu sein, schlagen die Medikamente nicht an, und das weckt das Interesse meiner Figur und lässt ihn neugieriger werden - sowohl an seinem Beruf und an seinem eigenen Leben."

Regisseur Softley sagt über Prot: "Was Prot solch eine merkwürdige Person sein lässt, ist seine Normalität. Seine Geschichten über K-PAX sind zwar spannend, aber auch absolut unsensationell. Es sei dahingestellt, ob Prot verrückt oder begnadet ist: Er hat einen unbestrittenen Effekt auf den Doktor und alle Patienten, mit denen er in Berührung kommt. Je weiter die Handlung voranschreitet, desto mehr entfalten sich die Möglichkeiten beider Versionen von Prots Geschichte. Als Zuschauer muss man raten, was nun echt ist und was nicht."

Wie die Geschichte selbst erwies sich auch der Dreh als oftmals witzige und dramatische Reise. Ziemlich am Anfang beschließt Prot, dass die Früchte der Erde eine der größten Errungenschaften des Planeten sind. Bei einer Session mit Dr. Powell nimmt er eine Banane und isst sie mit wenigen Happen auf - ungeschält, inklusive der Schale. "Die bereitgestellten falschen Bananen haben überhaupt nicht funktioniert", erinnert sich Kevin Spacey. K-PAX

"Also sagte ich: Lasst mich ganz einfach eine richtige Banane essen. Und Iain ließ mich eine richtige Banane essen. Dabei darf man nicht vergessen, dass es sich um eine Szene ohne Schnitt handelt. Ich werde Ihnen nicht verraten, wieviele Bananen mit Schale ich herunter schlingen musste, bis wir die Szene endlich im Kasten hatten, aber es war mehr als eine, oder besser: es waren mehr als zehn. Schrecklich!"

Das Zusammenspiel der beiden Hauptfiguren - was sie einander geben und was sie voneinander lernen - bildet den Kern der Geschichte. Vorangetrieben von zwei der talentiertesten Schauspieler Hollywoods, wird der Zuschauer zunehmend in das Geheimnis der Geschichte involviert und hofft mehr und mehr, dass Prot tatsächlich der ist, für den er sich ausgibt. Produzent Gordon sagt: "Ich habe schon viele Filme produziert. Und ich sage Ihnen in aller Ehrlichkeit: Die Besetzung von K-PAX (Arbeitstitel) ist perfekt."

Sofltey beschreibt das Arbeitsumfeld: "Kevin bringt eine unglaubliche Virtuosität ein. Er hat diese Fähigkeit, eine Figur zu erschaffen und sie dann mühelos auszufüllen wie ein Magier. Das ist sehr beeindruckend. Jeff ist ein Schauspieler, der immer eine große Menschlichkeit und starkes Mitgefühl ausstrahlt. Er nahm sich jedes Detail seiner Figur vor, wirklich jede Kleinigkeit. Und es ist eine täuschend komplizierte Rolle, die sehr präzise gespielt werden muss. Jeff modulierte seine Darstellung unentwegt; an jedem Moment gab es eine andere, neue Nuance, die er in die Szenen einbrachte. Jeff und Kevin respektieren einander als Schauspieler so stark, dass es ihnen schnell leicht fiel, mit unglaublichem Vertrauen und Großzügigkeit aufeinander zuzugehen."

K-PAX (Arbeitstitel) wurde vor Ort in New York gedreht, wo der für den Oscar nominierte Kameramann John Mathieson und der Ausstatter John Beard eng zusammenarbeiteten, um eine Atmosphäre zu erschaffen, in der Licht die zentrale Rolle spielt. Beard hatte mit Softley bereits an THE WINGS OF THE DOVE ("Die Flügel der Taube", 1998) und HACKERS ("Hackers", 1995) gearbeitet.

K-PAX "Kevin Spacey sagt als Prot, er sei zur Erde gereist, indem er eine gewisse Form von Lichtenergie benutzte und dass er auf diese Weise auch wieder zurückkehren wird. Also spielen Lichtstrahlen und Helligkeit natürlich eine wichtige Rolle in der Geschichte", erklärt Mathieson. "Da sind ganz subtile Nuancen bei der Lichtsetzung und der Kameraführung, die eine gewisse Doppeldeutigkeit und damit Zweifel beim Zuschauer bewirken sollen. Gleichzeitig will man nicht zu deutlich bei den Licht- und Kameraeffekten sein, um das Publikum nicht zu überrumpeln."

Beard, der auch Terry Gilliams BRAZIL ("Brazil", 1985) und diverse Filme von Martin Scorsese designt hat, war beim Look von K-PAX (Arbeitstitel) um Understatement bemüht. Er sagt: "Zunächst einmal spielt der Film in einem Sanatorium, ein sehr nüchterner, uninspirierender Ort. Zweitens handelt es sich um ein Drama, in dem es um die Innenwelten von zwei Figuren geht - Welten, die sich von der greifbaren Welt um sie herum grundlegend unterscheiden. Ich wollte ein Understatement in meinen Entwürfen, um einen klareren Kontrast zu den lebhaften Geschichten, die Kevin Spacey erzählt, zu schaffen."

Ein ungewöhnlicher Drehort für den Film ist das neue Rose Center for Earth and Space auf dem Grund des Museum of Natural History in New York. Der Raum mit seinen hohen Glaswänden und Projektionen von Sonnensystemen und Sternanordnungen bildet eine dramatische Kulisse für die Szene, in der Prot in einem Raum voller Astronomen und Astrophysiker demonstriert, dass er womöglich mehr über das Weltall wissen könnte, als sie selbst.

"K-PAX (Arbeitstitel) fügt sich nicht in ein einzelnes Filmgenre", meint Iain Softley. "Obwohl er einen fantastischen Touch hat, werden die Zuschauer durchaus offensichtliche Parallelen zu vielen Elementen in ihrem Leben entdecken. Er ist teils Krimi, teils Komödie, teils menschliches Drama. Er verlangt von uns, das Rationale zu vernachlässigen und zuzugeben, dass es womöglich verschiedene Versionen einer Wahrheit geben könnte, jenseits der Limitierungen unseres Wissens. Und wir sollen unsere eigenen Beziehungen, die Welt und das Universum betrachten, mit Hoffnung und Wunder im Blick."

 

Na, hat das nicht Euer Interesse geweckt? Dann kratzt Eure letzten Euros zusammen und ab in die nächste Vorstellung!!!!!!!!!!!

M.V.

Home Zurück