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| Magazin für Dark Music, Kult(ur) und Avantgarde |
| Filmrezensionen - Wrong Turn |
Constantin Film
präsentiert
eine Constantin Film/Summit Entertainment/MC One/Stan Winston Produktion
in Zusammenarbeit mit Newmarket
Capital Group
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Stab |
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| Produzenten | Robert Kulzer, Erik Feig, Stan Winston, Brian Gilbert |
| Ausführende Produzenten | Patrick Wachsberger, Mitch Horwits, Aaron Ryder, Don Carmody |
| Co-Executive Producers | Sven Ebeling, Hagen Behring |
| Regie | Rob Schmidt |
| Drehbuch | Alan McElroy |
| Kamera | John S. Bartley, A.S.C., C.S.C. |
| Ausstattung | Alicia Keywan |
| Kostüme | Georgina Yarhi |
| Special Make-up | Stan Winston Studio, Inc. |
| Schnitt | Michael Ross |
| Editing Consultant | Alexander Berner |
| Music | Elia Cmiral |
| Music Supervisor | Randy Gerston |
BESETZUNG |
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| Chris | Desmond Harrington | ![]() |
| Jessie | Eliza Dushku | |
| Carly | Emmanuelle Chriqui | |
| Scott | Jeremy Sisto | |
| Evan | Kevin Zegers | |
| Francine | Lindy Booth | |
| Three-Finger | Julian Richings | |
| Saw-Tooth | Garry Robbins | |
| One-Eye | Ted Clark | |
| Halley | Yvonne Gaudry | |
| Rich | Joel Harris | |
| Old Man | Wayne Robson | |
| Trucker | James Downing | |
| Trooper | David Huband | |
Chris (DESMOND HARRINGTON) befindet sich auf dem Weg zu einem Bewerbungsgespräch in Raleigh. In seinem Ford Mustang Cabrio verfliegt die Zeit wie im Flug. Mit jeder Minute kommt er seinem Bestimmungsort näher, bis ein gewaltiger Truck fünf Meilen vor ihm auf dem verlassenen Highway ins Schlingern kommt und schließlich umstürzt. Dabei verliert er seine Fracht - giftige Chemikalien - die sich über die Straße ergießt. Was als gemütlicher Drei-Stunden-Trip geplant war, entwickelt sich für Chris zu einer endlosen Warterei. Zu allem Überfluss empfängt er mit seinem Handy kein Signal.
| Nach einiger Zeit wird Chris die Warterei zu dumm. Er macht eine 180-Grad-Wendung und fährt den Highway in West Virginia ein gutes Stück zurück. Als er ein Straßenschild entdeckt, das eine Tankstelle in einer Entfernung von einer Meile ankündigt, nimmt er eine Abzweigung, die zu der Raststelle führen soll. Am Ende der sehr einsamen, kaum befestigten Straße entpuppt sich die versprochene Tankstelle allerdings lediglich als heruntergekommene Hütte, in der nicht einmal das Telefon funktioniert. Aber immerhin findet sich eine alte, wenngleich kaum noch lesbare Straßenkarte der Umgegend, die lieblos an die Holzwand genagelt ist. Chris findet seine Position - und eine alte Kiesstraße, die nach etwa 20 Meilen wieder in den Highway nach Raleigh münden soll. Es ist die Bear Mountain Road - ganz offenbar kaum befahren, aber für Chris ist sie ein regelrechtes Geschenk Gottes: So glaubt er, seinen Termin in der Stadt noch halten zu können. | ![]() |
Gar nicht weit von Chris entfernt haben Jessie (ELIZA DUSHKU) und ihre Freunde - Carly (EMMANUELLE CHRIQUI), ihr Boyfriend Scott (JEREMY SISTO), Evan (KEVIN ZEGERS) und dessen Freundin Francine (LINDY BOOTH) - mit ganz anderen Problemen zu kämpfen: Sie stehen unter Schock, denn ihr Ausflug in die Wildnis hat sich gerade zu einem mittelschweren Albtraum entwickelt: Die Reifen ihres Wagens sind zerfetzt - und sie hängen in der Mitte von Nirgendwo, oder genauer: mitten in den endlosen Wäldern von West Virginia - fest.
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Chris ist einstweilen sicher, dass er seinen Termin in Raleigh doch noch schaffen wird. Entspannt lehnt er sich zurück und kämpft sich durch die Windungen der Bear Mountain Road. Vor ihm wirft die üppige Baumfront ihren Schatten auf den halbverrotteten Kadaver eines Hirsches. Noch im Rückspiegel betrachtet Chris das Aas. Dann will er eine CD in seinem Wagen wechseln, doch sie fällt ihm auf den Boden. Er beugt sich hinab, um sie zu finden und verliert dabei in einer Kurve die Kontrolle über seinen Wagen. Als er den demolierten Range Rover der Gruppe vor sich sehen kann, ist es bereits zu spät anzuhalten oder auszuweichen. |
Mit ohrenbetäubendem Lärm schlittert der Mustang in den Geländewagen - und verpasst die um ihn stehenden Freunde nur knapp.
Zum Glück kommen alle mit dem Schrecken davon. Aber die Stimmung ist verständlicherweise aufgeheizt und entlädt sich auch sofort. Chris entschuldigt sich schließlich für den Unfall - und Jessie beruhigt die Gemüter, als sie den Stacheldraht entdeckt, der über die Straße gespannt ist und für die zerfetzten Reifen des Wagens verantwortlich ist. All die Unannehmlichkeiten nur aufgrund eines Dumme-Jungen-Streichs!
| Um es etwas einfacher zu haben, schließt sich Chris der Gruppe um Jessie an. Gemeinsam machen sie sich auf die Suche nach Rettung oder wenigstens einem funktionierenden Telefon. Nur Evan und Francine bleiben zurück, um auf die beiden Autos aufzupassen. Die anderen folgen der Kiesstraße zu Fuß. Je tiefer sie in den Wald vorstoßen, desto weniger sind sie bereit zu glauben, dass der angebrachte Stacheldraht Teil eines Streichs war. Denn mit einem Mal stehen die Vier vor einer versteckten und sogar von außen bereits beängstigenden Waldhütte. | ![]() |
Niemand will auf ihr Rufen oder Klopfen reagieren, also wagen sie sich in das Innere - und halten den Atem an: Die Hütte ist randvoll mit grotesken Waffen und den dazu gehörigen erschreckenden Jagdsouvenirs.
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Allen ist sofort klar: Wer - oder was! - auch immer in dieser Hütte hausen mag, ist verantwortlich für den Stacheldraht. Das war kein Streich - es war eine Falle! Was die furchtlosen Vier aber nicht wissen können: Evan und Francine sind bereits tot, abgeschlachtet, gemeuchelt von drei furchterregenden Mountain Men: menschliche Kreaturen, deren Blutdurst und Appetit auf Menschenfleisch seit Generationen in ihrer Familie in der Wildnis von West Virginia weitergereicht wurde. Diese Männer sind Jäger - und die vier Freunde sind fortan ihre Beute... |
| "Können Sie sich erinnern, wie Sie sich damals davor gescheut haben, wieder ins Wasser zu gehen, nachdem Sie DER WEISSE HAI gesehen hatten?", fragt Produzent Stan Winston mit einem geheimnisvollen aber lebhaften Funkeln in den Augen. "Wenn Sie WRONG TURN gesehen haben, wird es Ihnen mit dem Campen im Wald ebenso gehen... Das verspreche ich." | ![]() |
Und wenn eine lebende Hollywood-Legende wie Winston, der es sich im Lauf seiner einzigartigen Karriere bereits seit 30 Jahren zur erklärten Aufgabe gemacht hat, Menschen Angst einzujagen, eine solche Aussage trifft, dann sollte man besser zuhören.
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"Stan liebt es, erschreckt zu werden. Und er liebt es, andere zu erschrecken", meint Rob Schmidt, der Regisseur von WRONG TURN, lächelnd. "Stan ist ein wandelndes Paradox. Für viele bei dieser Produktion ist er so etwas wie eine Vaterfigur, ein absolut liebenswerter Kerl, der nicht von den geringsten Problemen belastet wird, weil er all das verarbeiten kann, indem er im Film Menschen zu Tode kommen lässt. Er liebt das Horrorgenre. Und diese Leidenschaft ist es, die die Zusammenarbeit mit ihm so aufregend macht." So ist es nicht verwunderlich, dass Schmidt und viele seiner Mitstreiter und Schauspieler unter anderem gerade deshalb diesen Film machen wollten, weil sie Winstons Arbeit und seinen Ruf als "Gentleman-Produzent" schätzen. |
"Stan ist ein unglaublicher Typ", begeistert sich Jeremy Sisto, der im Film in der Rolle des Scott zu sehen ist. "Die von ihm über die Jahre erbrachten Leistungen garantieren ein qualitativ hochwertiges Projekt, das mit Enthusiasmus und Präzision gemacht wurde. In diesem Film gibt es einige Szenen, die die Zuschauer noch lange nach dem Abspann beschäftigen werden. Dafür zeichnet Stan verantwortlich."
"Stan ist der Grund, warum ich in diesem Film mitspiele", erklärt Sistos Kollegin Eliza Dushku. "Anfangs war ich geneigt abzuwinken, denn die erste Fassung des Drehbuchs wirkte auf mich wie die Vorlage für einen ganz normalen Monsterfilm. Das habe ich Stan bei einem Treffen auch gesagt. Naja... dann hielt er Bilder der Mountain Men hoch und erläuterte, dass es sich bei ihnen um Menschen wie du und ich handelt. Sie sind keine Monster. Sie sind real. Sie existieren tatsächlich. Das ganze Konzept von Inzest und die daraus resultierenden Verformungen und Entstellungen fand ich völlig beängstigend. Da wurde mir dann auch klar, dass ich in diesem Film eine sehr ehrliche und emotional aufwühlende Darstellung geben können würde."
Vielleicht ist es Co-Star Kevin Zegers, der es am besten zusammenfasst: "Unterm Strich gilt: Wer Stans Arbeit kennt, der weiß, dass er sich zu Tode fürchten wird."
Eine Reihe der Stadtparks von Toronto und vor der Stadt liegende Wildnisabschnitte kamen zum Einsatz, um die unberührten Wälder von West Virigina nachzustellen. Der Großteil der relativ knapp bemessenen Dreharbeiten wurde allerdings an zwei konstruierten Sets abgewickelt: die Berghütte und die Baumwipfel des Waldes - jeweils konstruiert von Ausstatterin Alicia Keywan. "Alicia kann es mit jedem Ausstatter aufnehmen, mit dem ich bisher gearbeitet habe. Und das sage ich nicht einfach so dahin", berichtet Stan Winston. "Der Terror in diesem Film geht über die drei Mountain Men hinaus. Alicias Hütten-Set ist so furchterregend, weil es so real und mit fürchterlichen Details angefüllt ist, die uns viel über diese schrecklichen Männer erzählen. Obwohl es nicht das größte Set ist, das ich jemals gesehen habe, ist es doch ohne jeden Zweifel eines der wunderbarsten." |
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Winston fährt fort: "Ganz großartig ist, dass man nie den Eindruck hat, dass man sich an einem Filmset befindet, wenn man es betritt. Die Hütte ist eine voll funktionale Hütte, mit verschiedenen Räumen und Eingängen und Ausgängen. Alle vier Wände sind da. Es war wirklich, als würde man eine Familienresidenz in West Virginia betreten. Wir errichteten die Hütte sogar draußen in einem Park von Toronto, eingebettet zwischen einem Kiesweg und einem Flussbett. Wenn man die Hütte im Film sieht, zweifelt man nicht eine Sekunde, dass sie schon seit Jahren tatsächlich da steht. Ich bin mir sicher, dass die Wände blutrünstige Geschichten zu erzählen hätten. Erstaunlich... erschreckend erstaunlich..."
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"Die Hütte ist meine Lieblingsfigur in diesem Film", gesteht Regisseur Schmidt. "Entsprechend sind mir auch die Szenen in der Hütte die liebsten. Das ist so ein bisschen wie mit dem Haus in THE AMITYVILLE HORROR ("Amityville Horror", 1979). Alicia Keywan hat einen tatsächlichen Charakter entworfen, indem sie diesen Ort mit gruseligen und grausamen Flohmarktstücken ausgestattet hat. Dies ist ein Ort, bei dessen Anblick das Publikum sofort das Wort ,gefährlich' assoziieren wird. Man muss die Hütte nur aus der Weite sehen und schon sagt man sich: Da sollte man besser nicht näher kommen. Auf diese Weise entwickelt man in Horrorfilmen Spannung. Und deshalb macht es auch so viel Spaß, sie sich anzusehen." |
Das Waldgipfel-Set wurde in einer Studiohalle südöstlich der Innenstadt von Toronto errichtet. Ausstatterin Keywan und ihre talentierten Art-Direction-, Setausstattungs- und Konstruktionsteams bauten einen regelrechten Wald, indem sie ein Drahtgeflecht aus zentimeterdicken Stahlröhren einsetzten, die von Borken umhüllt wurden. Das machte es leichter, einzelne Äste und Zweige abzubrechen, damit man die Beleuchtung, die Kameras, die Schauspieler und Stuntleute günstiger platzieren konnte.
"Jeder Baum, den man in dieser Sequenz sieht, befindet sich tatsächlich etwa 25 Meter in der Luft", erklärt Keywan. "In dieser Höhe spielt sich die Action ab. Oben in den Baumwipfeln und nicht am Boden."
| "Das Kinopublikum ist es gewohnt, Dinge in Filmen zu sehen, die am Boden stattfinden", berichtet Stan Winston. "In unserem Film ist alles ein gutes Stück beängstigender, weil es sich oben in den Bäumen mitten in der Wildnis abspielt." Realität war beim Entwurf der im Drehbuch beschriebenen Szenen ein erklärtes Hauptbestreben der Filmemacher. Realität war aber nicht minder wichtig beim Entwurf, der Ausarbeitung und dem Einsatz des Special Effect Make-ups der drei Mountain Men. | ![]() |
Winston und sein von Shane Mahan angeführtes Team von Special Make-up Designern in den Stan Winston Studios verbrachten zahllose Stunden damit, die Appalachen und sämtliche Einzelheiten über die Folgen von Inzucht zu recherchieren. Sie wälzten unzählige Medizinbücher und Fachzeitschriften, um die Genetik der Inzucht in Einklang mit den verschiedenen körperlichen und geistigen Verformungen, Behinderungen und Entstellungen, die ihre Folge sein können, zu bringen.
Drei talentierte (und sehr geduldige) Schauspieler - Julian Richings, Garry Robins und Ted Clark - ließen endlose Stunden im Make-up-Stuhl über sich ergehen, während der Leiter der Special Effect Make-up-Abteilung, Shane Mahan, sie in ihre Figuren verwandelte: "Three-Finger", "Saw-Tooth" und "One-Eye".
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"Ich bin stolz zu sagen, dass wir uns bei unserer Arbeit in den Stan Winston Studios immer an der Realität orientieren", sagt Winston. Unsere Dinosaurier sind beispielsweise die paläontologisch korrektesten, die jemals für die Leinwand entworfen wurden. Da macht es doch nur Sinn, dass wir uns auch im Fall der Mountain Men nach der menschlichen Realität gerichtet haben, auch wenn sie wie in diesem Fall sehr grausam und grotesk ist. Aber so bezieht man das Publikum mit ein, das sich regelrecht in die Figuren hineinversetzen kann." |
Das geheimnisvolle und quicklebendige Glitzern ist in Stan Winstons Augen zurückgekehrt. "Soll das womöglich heißen, dass wir alle Darsteller des Films über den Jordan schicken?" fragt er. "Könnte sein, könnte sein..."
Was einst DER WEISSE HAI für Urlaube am Meer getan hat, so verspricht der mehrfach Oscar-prämierte Spezialeffekt-Magier und Produzent Stan Winston (TERMINATOR 3, JURASSIC PARK), wird WRONG TURN fortan für Campingtrips im Wald bedeuten. Man darf gespannt sein...
M.V.