Entry
Magazin für Dark Music, Kult(ur) und Avantgarde

 

Archiv Rezensionen - Magazine - SIDE LINE

 

SIDE LINE 3/96 Magazin + CD

Die neue Ausgabe aus dem belgischen Lager knüpft qualitativ nahtlos an die vorangegangenen an, klasse Lay-Out (bis auf die lupenbedürftige Schriftgröße bei den Reviews) und klasse Lay-In, sprich Inhalt. Die verschiedensten Bands werden interviewt und vorgestellt (in verständlichem englisch), eine Auswahl: a;Grumh, Deine Lakaien/Qntal, Abscess, Fear Factory, X Marks The Pedwalk, !Aiboforcen (die Side Liner themselves) , Hate Dept., Cobalt 60, Jack or Jive/Chako, Templebeat etc. Desweiteren gibt’s viele News, Reviews, Kontaktadressen, ‘nen Labelreport uvm. Die dazugehörige CD geht größtenteils in Ordnung, sie bietet Songs von den im Heft vertretenen Bands und setzt den Schwerpunkt auf Electro/Crossover. Für manche Hörer dürfte die Reihenfolge der Bands jedoch etwas unglücklich gewählt sein, fünf X-Over - Acts hintereinander dürften für Gitarrenhasser nicht leicht zu verdauen sein (Dessau, Hate Dept., Razed in Black, Clay People, Templebeat). Die besten Beiträge kommen meiner Meinung nach von Abscess ("Forged Voices"); Hyperdex - 1 - Sect, a;Grumh ("Edito"-live), Dessau ("Sun Burn") und Neotek. Im Namen meiner Augen und Ohren ergeht also folgendes Urteil: 9,90DM, die sich lohnen, also auf zum nächsten Bahnhofsbuchhandel. AX

 

SIDE-LINE NO.17: MUSIC- MAGAZINE/CD

Auch das belgische Sideline verschließt sich seit neuestem nicht dem allgemeinen Trend, Fanzines, gekoppelt mit einer CD, zum Dumpingpreis anzubieten. Auch hier ist der Herausgeber Celtic Circle Production (Kommentar siehe Gothic Grimoire-Kritik), was den Informationsgehalt und die Qualität des Heftes jedoch nicht mindert. Im verständlichen Englisch beschäftigt sich die Redaktion mit einer ganzen Fülle von unterschiedlichen Bands, wie z.B. FLA, La Floa Maldita, Deathline International, Das Ich, Regenerator, Psyche , Neuzeit Syndrom und Fiction 8. Viele von ihnen tauchen auch mit einem Beitrag auf dem beiliegenden Silberling auf, wenn auch mit unterschiedlichster Qualität. Mir persönlich gefallen Fiction 8, Regenerator, Ic434, Deathline International und Ionic Vision am besten. Recht nett auch das technoide Projekt Xingu Hill. Was die Sideline-Crew aber dazu bewogen hat, einen schleimigen (der Husten löst sich allmählich) Popsong von Silke Bischoff (da finde ich Prince und Madonna echt besser) mit ins Repertoire aufzunehmen, bleibt mir schleierhaft. Auch sind "Let your body die" (Cyber-Tec-Project) und "Incantation" (Delerium) langsam echt ausgereizt. Das gleiche gilt natürlich für Das Ich, an deren Stelle ich lieber kalt-elektronische Knüppelorgien in bester belgischer Manier (greetings to Johan!) erwarten würde. Trotzdem ist die Sound-Line Compilation samt Heft sehr zu empfehlen, denn bei einem Zehner für `ne CD kann man ja nicht allzuviel falsch machen. L.S.

 

Side-Line-Musik-Magazin No 1/97 + Sound-Line Vol. 5 (CD)

Das Heft: Zu Beginn gleich einmal beeindruckende Zahlen: Auf 72 Seiten gibt es 32 Band-Interviews sowie Rezensionen von ca. 60 Maxi´s, 150 Alben, 50 Sampler sowie von über 60 Tapes zu bestaunen (das Alles natürlich wie immer auf Englisch). Wahrlich eine meisterhafte Leistung! Diese geballte Informationsflut führt aber logischerweise dazu, daß bei den abgehandelten Themen in der Kürze die Würze liegen muß. Bei einigen Interviews mag das ja auch angebracht sein, bei Bands wie Pankow oder Esplendor Geometrico hätte ich mir aber doch etwas mehr als nur eine DIN A4-Seite gewünscht. Neben diesen beiden Kult-Perlen kommen auch noch Oomph!, Laibach, Type O Negativ und Psychic TV´s Genesis P´Orridge zu Wort, wahrlich keine schlecht zusammenstellung. Die Rezensionen decken von Metal über Gothic und EBM bis Techno nahezu jeden Bereich ab. Bei der Unmange an abgehandelten Neuveröffentlichungen scheint aber teilweise eine gewisse geistige Umnachtung eingetreten zu sein: Wie kann man den Hybrids die gleiche Note geben wie Ghosting (7 von 10 Punkten), und was verursachte die Notenmäßige Gleichsetzung von Dust Of Basement mit Future Sound Of London (9 von 10 Punkten).... Wer es also kompackt mag und die 9,90 DM für Heft und CD anlegt, bekommt die geballte Datenflut, kein schlechter Preis, oder? Die CD: Diese Side-Line-Kopplung Heft-CD hat den Vorteil, das man im Heft ein Interview mit jeder Band der CD findet, auch wenn dieses dazu führen kann, das von ein und derselben Band Auge und Ohr beleidigt werden! Sensationelle Newcomer gibt es nicht zu hören, für Elektro-Pop-Fans findet sich aber ebenso Nettes (z.B. Mesh) wie für EBMler (z.B. Implant). Das ganze wäre wirklich eine putzige CD zum nebenbei-Hören geworden, hätte sich die Side-Line-Crew nicht dazu entschlossen, sowohl Endraum als auch Dust Of Basement unter den Nettigkeiten zu verstecken! Schafft man die Endraum-Hürde noch gerade so durch einen gezielten Sprung zur Skip-Taste des CD-Players, so erwischt einen Dust Of Basement mit solcher Vehemenz, das keiner Reaktion mehr möglich ist, und man sich dem gehirnerweichenden Duett von Micky Mouse mit einer rülpsenden Wildsau ergeben muß... Also: aufgepaßt, Titel 5 und 9 einstampfen, dann wird es eine akzeptalbe Note. C.C.

 

SIDE-LINE-MUSIC-MAGAZIN NO 2/97 und CD: SOUND-LINE VOL.6

Auch im 22. Heft bleibt Side-Line seinen Schwerpunkten weiterhin treu. Für den Normaldeutschen bieten über 30 Band-Interviews und Band-Vorstellungen alle Möglichkeiten, das eingetrocknete Englisch mal wieder aufzufrischen. Dazu kommen, wie gehabt, massenweise Rezensionen (über 150 Alben, 74 Maxis/Singles, über 40 Sampler und 50 Tapes). Logisch, daß so eine relativ große Bandbreite an unterschiedlichsten Musikrichtungen abgedeckt werden kann. Auch logisch allerdings, daß die weitgefächerten Interviews wahrscheinlich schwerlich allesamt den Geschmack eines Lesers treffen können, so daß man entweder lern-, wiß- und englishbegierig alles verschlingen, oder aber sehr gezielt ausfiltern muß. Sehr bekannte Bands, wie Nine Inch Nails, Das Ich und And One finden rein seitenzahlenmäßig dieselbe Beachtung, wie ältere (The Legendary Pink Dots), unbekanntere (Neuroactive) oder einfach etwas andere Bands (Collection D’Arnell-Andrea). Das find’ ich schön und sehe es als positive Folge der Quantität des Heftes. Besonders gefallen hat mir das Dossier ("The leather side of Electro"), weil es mal was anderes ist und die Ansichten diverser Bands (Athamay, Sabotage qcqc, Umbra et Imago) zum Thema Fetish, SM und all der Kram einfach nett in einen Szenebericht eingeflochten sind. Das kommt ein bissl von dem Interviewmäßigen "Man hört da so einige dubiose Dinge von euch..." weg und ist eine echt Bereicherung des Blattes. Könnte noch etwas mehr sein. Ansonsten sind natürlich alle Bands der zum Heft gehörenden Scheibe innendrinne auch Interviewtechnisch vertreten - wie gehabt. (Das ist eine Überleitung zur CD Beschreibung!!! Gut, ne?) DIE CD: Tja, was soll ich dazu sagen? Angesiedelt ist das Ganze ziemlich weit im Electro-Bereich, in dem ich mich -zugegebenermaßen- weder besonders gut auskenne, noch besonders wohl fühle. Aber von EBM-Liebhabern hab ich mir sagen lassen, daß ihnen die CD für "Mal so" gefällt. Gerade der erste Teil des 63 Minuten Samplers mit Bands wie Trylok, Nomenklatura und dem Prager Handgriff ist bei ihnen auf Wohlwollen gestossen. Ich habe mich im zweiten Teil der Compilation wohler gefühlt, als der harte Beat mit The Escape , Neuroactive und Avant Garde etwas ruhiger wurde. Im Gesamten eine Disc für "schlechte-Laune-Putztage", was ich durchaus nicht negativ meine, oder für eine Einstimmung in einen Abend im EBM-Schuppen ( wobei das mit umgedrehter Songabfolge netter wär).lilli

 

Home Zurück