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Magazin für Dark Music, Kult(ur) und Avantgarde

 

Archiv Rezensionen - Magazine - The Gothic Grimoire

 

The Gothic Grimoire 1/1996 Magazin/CD

Als ich im Bahnhofskiosk stehe und mir der klischeehafte Name dieses Magazins entgegenspringt (natürlich in Gothicschrift), denke ich nur fassungslos "Schon wieder ein neues Mag ? Wer braucht das denn noch?" Irgendwann ist der Informationsbedarf ja auch mal gedeckt. Das dachte sich auch Lara von Bergen, die Redaktionsleiterin, die einem auf der zweiten Seite ganz ohne weißen Schal und Sonnenbrille in die Augen schaut und dachte sich flugs ein neues Konzept aus. Interessant könnte es doch sein zu recherchieren, wo all diese Bands geblieben sind, von denen man lange nix mehr gehört hat, wie z.B. The Merry Thoughts und Angina Pectoris. So weit so schlecht. Dieses erste Heft ist in seiner Bandbreite jedoch interessanter, als man glauben könnte, da es sich nicht nur auf bekannte Gothicbands versteift, sondern auch völlig unbekannte, teilweise im Tapebereich rumgeisternde Gruppen vorstellt und auch die Grenzen zum Electro nicht so eng steckt. Gut finde ich auch den kulturübergreifenden Aspekt dieses Zines, so gibt es z.B. auch Kurzgeschichten und eine Reihe Literaturvorstellungen aus dem Fantasybereich. Die Rezensionen sind allerdings überflüssig, weil nicht aktuell und zu oberflächlich bzw. schwammig. Das ganze Teil kommt übrigens mit einer CD und ist für den Preis von DM 9,90 sehr günstig. Auf dem mittelmäßigen Sampler sind u.a. Die Form mit einem unveröffentlichten Stück, sowie Call, C.A.I. 777, In Strict Confidence, Xrossive, die Faschisten Forthcoming Fire, !AiBoFoRcEn<-, Diary of Dreams, sowie The House of Usher vertreten, die auch alle im Heft zu finden sind. Desweiteren gibt es noch Interviews mit u.a. dem Prager Handgriff, Putrefy Factor 7, London After Midnight, Covenant, Pierrepoint und Battery. Mich persönlich spricht der recht langweilig gestaltete Gothic-Abklatsch (der wohl auch deren Nachfolgeschaft übernimmt, während das Gothic in veränderter Form erscheinen soll) nicht so sehr an, aber mein eigentlicher Kritikpunkt liegt ganz woanders: Wie bereits das Vertigo, Sideline und wohl auch ein spanisches Mag, ist der Herausgeber wieder einmal Celtic Circle Productions. Die dahinterstehende Politik kann ich nur als gefährlich betrachten, denn es ist sicherlich nicht gerade förderlich für die Pressefreiheit und Unabhängigkeit von Fanzines und anderen Institutionen der Szene, wenn ein Label versucht diese aufzukaufen, um einen größeren Einfluß und Absatz der Produkte zu erreichen. L.S.

 

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