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Magazin für Dark Music, Kult(ur) und Avantgarde

 

Archiv Rezensionen - N -

 

Near Dark
Napalm Death
Nature And Organisation
Necrodeath
Nefkom
Neuroactive
Neurosis
Neurotic Fish
Neustart
Neuzeit Syndrom
Never Endless
New Bomb Turks
New Concept
New Dawn Foundation
New Rock Conference
New Vember
Niederschlag
Nice Gods Bleed
Nickelback
Nico
Night In Gales
Nosferatu - Prince Of Darkness
Nightshade
Nightwish
The Nine
Nine Inch Nails
Niowt
No Comment
Nobility of Salt
Nobody/Leutha
NOFX
Noisex
Nomenclatura
NON
Non-Agression Pact
The Northern Territories
Nosferatu
November Process
Numan
Numb
Nurzery Rhymes
Nutshell

 

Niowt - Loverboy - LP-CDR (Promo) 47 Minuten 2001

Aber hallo, was ist das denn? Wenn heutzutage Bands wie Garbage, Die Happy und Kosheen die Charts aufmischen, kommt mir eine Band wie die slovenischen Niowt gerade recht. Denn die klingen genauso! Nur mit dem Unterschied sie klangen schon viel früher als die anderen so. Nein, ganz im Gegenteil, ich freue mich immer wieder darüber, das es Bands aus Ländern schaffen, wo man es überhaupt nicht erwartet hätte, mal von Laibach abgesehen. Erst säuselt die Sängerin fast und kurz darauf entpuppt sich ihre Stimme zu einer wahren Röhre, die einen fast umbläst. Aber was am seltsamsten ist, ich habe noch nie von einer Band mit Plattenvertrag eine CDR mit muschelförmiger Hülle bekommen. Und zwar ohne jegliche Bandinfo o.ä.

Das verschafft ihnen natürlich auch den Minimalbonus bei mir. 13 Songs, mal ruhiger mal heftiger, rockig und tanzbar. Niowt haben es drauf und den Erfolg gönne ich ihnen vollends. Eigentlich braucht man nicht viel zu sagen, kauft die CD (dann hoffentlich ein Silberling) und geniesst den erfrischend anderen Electrorock. Musik, die sowohl mit Gitarren und Bass als auch mit Elektronikinstrumentarium nicht geizt und sich sehr tanzbar in die Gehörgänge schraubt. Selbst Anleihen beim NuMetal kann man ihnen nicht übelnehmen, aber Niowt sind noch besser als das....nämlich einfach geil!

www.niowt.com

KarstenV, 9/10 Punkten

 

New Dawn Foundation - So Damn Lost Again

New Dawn Foundation, so heisst die gerade geborene finnische Rockfomation, die gleich mit ihrem Debüt "So Damn Lost Again" beste Chancen hat, in der Oberliga der Rockgilde mitzumischen. Die sechsköpfige Formation um Songschreiber MiikaKuisma präsentiert dem geneigten Publikum ein wirklich solides Rockalbum, mit vielen interessanten Aspekten. Allem voran sticht einem die prägnante Stimme des Sängers Mikko Saarela sofort ins Ohr. Zeitweise hatte ich den Eindruck Nick Holmes von Paradise Lost gäbe sich die Ehre. Genauer hingehört zeigte sich allerdings, dass die Stimme des Frontmanns wesentlich ausdifferenzierter und tragender ist, als die von Mr. Holmes.

Nun kann man spekulieren, in wie fern sich die Finnen von den alten und neuen Paradise Lost inspirieren liessen, fest steht allerdigs, dass besonders zweit Songs, sehr dem neueren Stil der englischen Düsterrocker ähneln. "Weak" erinnert durch seine gelungene Kombination von weichen Keybordteppichen und dominanten Gitarrensequenzen sehr an "Mercy" und "Face The Sadness" durch seine härteren Gitarrenriffs an Kracher wie "Say Just Words" oder "I Am Nothing". Eine Kopie sind die sechs Musiker deswegen aber keineswegs. Wie bereits gesagt, hat jeder einzelnen Song seine ganz individuellen Ecken und Kanten und auch die Songtexte, die ebenfalls aus der Feder des Gitarristen Miikka stammen, sind nicht ganz so düster und melancholisch, wie die eines Nick Holmes.

"Blackened Hearts" ist der wohl atmosphärischste Song des gesamten Albums und erinnert an die Anfangszeiten der Kollegen von H.I.M. Insgesamt bietet "So Damn Lost Again" eine abwechslungsreiche Mischung aus gefühlvoll langsamen und dann wieder druckvoll vorpreschenden Rocksongs. Einziger Wehrmutstropfen ist der Backroundgesang, der leider bei einigen Songs die apart melodiöse Stimme des Sängers etwas zurückdrängt. Ansonsten gibt es aber rein gar nichts zu bemengeln, im Gegenteil, wer gute Rockmusik mag, wird dieses Album lieben. Das schreit doch geradezu nach einer baldigen Fortsetzung. Keep On Rocking Guys!

Mareike Meyer

 

Niederschlag - mehr als sterben - Moonstorm Records

Zu Niederschlag kann ich nicht soviel sagen, mir persönlich gefällt sie nicht besonders, der Vergleich der neuen deutschen Härte, der öfter fällt, hinkt bei dieser Band auch ein bißchen, und gegen Bands wie Richthofen oder Megaherz können Niederschlag nicht anstehen. Mir ist auch nach dem zweiten Durchhören der CD eigentlich kein Titel im Ohr hängen geblieben. Wer also eine gute deutschsprachige Platte sucht, sollte vielleicht bei Megaherz oder sonstigen Vertretern dieser Musikrichtung nachschauen. Man kann natürlich beim Plattenhändler eures Vertrauens in die CD mal reinhören, muß aber nicht sein. Songs die die Welt nicht braucht - Niederschlag

Borg  

 

Nightshade – Wielding the scythe - Scarlet

Erstlingswerk der schwedischen Formation "Nightshade", die, wie auch "Necrodeath", bei Scarlet (Italien) unter Vertrag stehen. Überzeugen können die sechs rund um den Sänger Daniel Kvist, der nur aus der Anfangsformation übergeblieben ist, allemal. Ihre Mischung aus Black-Trashmetal und Folkloreklängen lässt bei Kennern des Genres keine Wünsche offen.

Mit allen 8 Songs auf "Wielding the cythe" haben sie für das Erstlingswerk erstaunlich überzeugende Songs produziert. Durch Keyboardklänge wird die Tendenz zum melodiösen gesetzt, was auch die vom Label angepriesene stilistische Nähe zu "In Flames" bestätigt. Zwar liegt die Tendenz stark zur Melodie, aber die gute Mischung mit harten Gitarrenriffs bewirkt eine Vorfreude darauf, was sie uns in der Zukunft bieten werden. (8 Songs – 39min)

G.H. - Note: 2+

 

Necrodeath - Black as pitch - Scarlet

Noch unzähligen Schweden Exporten in Sachen Trash-Metal-Bands ist man richtig darüber erfreut, wenn man auch etwas über andere Bands aus südlichen Gefilden hört. Was mir bei der vierten CD "Black as pitch" der Italo Trash-Metaller direkt aufgefallen ist, sind eingängige Gitarrenlines, die sofort überzeugen. Die Songs sind eingängig und nicht zu kompliziert gestaltet, was den Hörgenuss auf jeden Fall verstärkt. Technisch bewegen sich Necrodeath auf einen hohen Niveau und man hört ein sehr gutes Zusammenspiel der Instrumente. Diese Scheibe ist nicht nur für erfahrene Trash-Metaller ein Muss, sonder bietet einen wahren Hörgenuss. (11 Songs – 39 Minuten) - www.necrodeath.com

G.H. - Note: 2

 

Nefkom – Transit - Dark Sta / Indigo

Da sitze ich nun am Schreibtisch, den Füller gezückt und höre diese CD. Da klingelt es, ein Freund kommt herein, reißt entsetzt die Augen auf und fragt panisch „Was ist das denn? Das hört sich ja an, als hätten die für den Gesang einen Amiga 500 benutzt". Wo er nicht ganz unrecht hat, denn der „Gesang“ entstammt tatsächlich einem Transit-Sprachprogramm. Davon scheint man so begeistert zu sein, daß das Vorläufermodell direkt auch noch das farblose Cover ziert. „Man", das scheint übrigens jemand von GIRLS UNDER GLASS (Scheiße, warum gibt's kein Presseinfo) zu sein und produziert und gemastert wurde diese 7 Track-Mini-CD von keinem Geringeren als Carlos Peron. Was soll man davon halten? Lieber Carlos, da haben wir aber schon besseres von Dir gehört, als antiquierte Synthiemucke mit netten Melodien (z.B. „Die Schuld") und eben diesem Computergesang. Oder hat diese Veröffentlichung 'ne Pointe oder Message? An mir ist sie vorbeigegangen.

L.S.

 

NEW BOMB TURKS - SCARED STRAIGHT - EPITAPH

Um es vorweg zu sagen: NEW BOMB TURKS aus Übersee machen hausgemachten US-Punkrock mit starken Einflüssen von Jerry Lee Lewis und der gesamten Rock'n' Roll-Ära, während der Gesang zielstrebig in Richtung R&R tendiert. Es ist schon Interessant zu sehen, wie man diese Dinge miteinander vermengen kann. Ich will nicht sagen, daß mir die Scheibe besonders gut gefällt, doch hörenswert ist sie für offene Ohren allemal. Zudem sprechen die "typischen" Punkzines von `punkrock at it's best'. Im Herbst werden die NEW BOMB TURKS übrigens zusammen mit den hier ebenfalls rezensierten RED AUNTS durch Europa touren! Note: Ich enthalte mich ...

T.C

 

THE NORTHERN TERRITORIES - SATELLITE PEOPLE - Frame / Nova Tekk

Nach dem genialen Vorgänger ‘Orange Moon’ waren die Erwartungen in ‘Satellite People’ natürlich entsprechend hoch. Und schon der Opener ‘Crash And Burn’ beweist, daß die NORTHERN TERRITORIES es nicht verlernt haben, mitreißende Songs zu schreiben. Zwar tritt hier die E-Gitarre ein ganz klein wenig mehr in den Vordergrund, dennoch versinkt der Hörer sofort in den typischen melancholischen Melodien, die zusammen mit dem klagenden Gesang eine faszinierende Melange ergeben. Und so zieht es sich durch das ganze Album, mal ruhiger, dann wieder aufwühlend wird eine Welt kreiert, aus der man sich als Hörer am liebsten nie wieder verabschieden würde. NORTHERN TERRITORIES beweisen erneut, daß sie im Synthiepop Bereich einmalig sind, mit niemandem zu vergleichen, jede andere Band gegen sie verblaßt und auswechselbar wird. Einfach nur Kult und leider noch immer kaum mehr als ein Insidertip. Anspieltips: alles!

Thorsten Kübler

 

THE NINE - NATIVE ANGER - ADD EUROPA / October / SPV

Nach den beiden ersten Stücken war ich wirklich begeistert. Diese englische Band, die auf einem schwedischen Label veröffentlicht, vermag es wirklich den Synthiebands aus dem hohen Norden kräftig den Marsch zu blasen. Mit ihrem, wie sie es selbst nennen, harten Synthiepop dürften sie spielend sämtliche Tanzflächen im Sturm erobern. Zu den analogen Sounds und treibenden Beats gibt es (zu allem Überfluß?) auch noch eine wirklich ansprechende Stimme gratis dazu. Synthie was willst Du mehr? Bei den folgenden Stücken läßt THE NINE dann aber leider etwas nach, zu sehr wird hier mit Elementen aus dem Technobereich gespielt, so daß der Musik ein wenig die Ernsthaftigkeit abhanden kommt. Erst beim sechsten Stück, ‘Midnight Son’, welches es deutlich ruhiger angehen läßt, weiß man wieder zu überzeugen. Die folgenden vier Stücke schlagen dann wieder eine härtere Gangart ein, wobei sich hier der Effekt doch leider recht bald abnutzt. Trotz dieser Schwächen aber immer noch ein mehr als gelungenes Album. Anspieltips: ‘Haunted’, ‘Like An Alien’ und ‘Midnight Son’.

Thorsten Kübler

 

Neurotic Fish - "No instruments" (Vision Records/TCM)

Sehr schöner Synthpop mit typischer Stimme. Mal wieder eine Scheibe, die sich nahtlos in sämtliche Synthpop-Veröffentlichungen einreiht, von denen es ja mittlerweile genug gibt. Warum aber sollte man Neurotic Fish besonders hervorheben ? Nun, ich gebe zu, dass sie sich nicht sonderlich von den vielen anderen Electro-Combos unterscheiden, aber dennoch ist da irgendwas, das mich davon abhält, diese CD sofort zu den anderen in die Kategorie "Schön aber schon viel zu oft gehört" zu stellen. Wahrscheinlich sind es die ansagbar melodiösen und mit viel Liebe zum Detail arrangierten Tracks, die Neurotic Fish aus der Schwemme der anderen Veröffentlichungen herausragen lassen. Sehr zu empfehlen dieses Album.

 

NOBODY / LEUTHA - MEET - World Serpent

Diese Koproduktion zwischen NOBODY und LEUTHA dürfte all diejenigen ansprechen, die auf ruhigere Neo-Folktöne stehen. Kein Wunder also, daß diese CD bei World Serpent veröffentlicht wurde. Aufgrund der zurückhaltenden akustischen Instrumentierung konzentriert sich die Musik auf den sowohl männlichen als auch weiblichen Gesang. Entstanden sind acht zerbrechlich wirkende Perlen, die in ihrem eigenen Kosmos zu leben scheinen. Der Hörer kommt sich als Außenstehender vor, als Eindringling, der, wenn er nicht vorsichtig ist, diesen Kosmos durch eine falsche Bewegung zu zerstören vermag. Ein faszinierendes Album fernab jeglicher Trends.

Thorsten Kübler

 

NON-AGGRESSION PACT - BROADCAST-QUALITY BELLIGERENCE - Re-Construction / Cargo Music

Oh man, warum habe ich dieses Mal nur diese ganzen komischen CD’s bekommen? Funky Drumloops, seltsame Samples und ein Sänger, der sich anhört, als ob er in den letzten Zügen liegt, machen diese CD wahrlich nicht leicht zugänglich. Musikalisch gibt es Ähnlichkeiten zu den ebenfalls hier besprochenen HELLBENT, welch Zufall, sie befinden sich auf dem gleichen Label. Och nö, auf Dauer wird diese CD echt nervig, fehlt einfach nur noch der Raper, der ein paar hyperintelligente Sprüche drüberquatscht. Naja, zumindest gelingt es NON-AGGRESSION PACT, wenigstens gelegentlich mal ein wenig Atmosphäre zu schaffen, doch ob das reicht, um die CD zu kaufen? Ich wage es zu bezweifeln.

Thorsten Kübler

 

NEAR DARK - White Wedding - MCD - Poison Ivy

An Tempo verloren, an Härte gewonnen und ein rauher, brachialer Gesang - so interpretieren NEAR DARK, die neuen Gothrocker aus Bochum, den alten Billy Idol Kultsong "White Wedding". Trotz dieser Radikalkur bleibt der ursprüngliche Pathos erhalten, und NEAR DARK können sich zu den wenigen zählen, denen eine wirklich gute Coverversion gelungen ist. Auch die übrigen drei Songs, davon zwei bereits auf dem aktuellen Longplayer "One Day" erschienen, unterstreichen ihre Qualitäten als Dunkelmänner. Trotzdem werde ich das Gefühl nicht los, man verzeihe mir diesen Vergleich, daß NEAR DARK auf den Pfaden der frühen Secret Discovery wandeln, allerdings in einem klangtechnisch etwas besser Gewand. TC 2

 

NAPALM DEATH - Breed to breathe - MCD - Earache

Der Powersong 'Breed to breathe' vom letzten Album 'Inside the torn apart' auf einer EP, das ist schon geil. Zumindest für jemanden, der das Album noch nicht hat, oder das Video nicht kennt, weil er kein MTV & VIVA empfangen kann. Denn diese MCD kommt als CD Extra mit dem "Breed to breathe" Videoclip für PC/Mac. Die übrigen Songs schließen nahtlos an das an, was man bereits von Napalm Death gewohnt ist, wobei der 2. Song 'All intensive purposes' noch recht ansprechend und interessant gemacht ist, der Rest allerdings nur durchschnittlich dahinprügelt. T.C. 3

 

NEUROACTIVE - NEURON - MCD - NR: NET 008 - Cyberware Productions/ Subtronic/ VERTRIEB: SPV

NEUROACTIVE nennt sich diese ebenfalls noch recht unbekannte Gruppe, die sich auch dem EBM oder besser, der synthetischen Musik verschrieben hat. Im Schnitt treffen etwa 113 BEATS PER MINUTE ins menschliche Gehör, was stellenweise zu unkontrollierten Körperbewegungen und Verrenkungen führen kann. Deshalb sollte man diese 4-Track-Maxi mit dem Titel "Neuron" mit höchster Vorsicht genießen. Das 2te Album "Phonic Trace" wird wohl die Tage erscheinen und einige Deutschland-Gigs sind zudem noch geplant. AM

 

NEUROSIS - SOULS AT ZERO/ENEMY OF THE SUN - Doppel CD - IRON CITY RECORDS

Und schon wieder eine Art Compilation. Anläßlich ihrer Europatournee veröffentlichen NEUROSIS ihre beiden letzten und erfolgreichsten Cd´s 'Souls at zero' und 'Enemy of the sun' in einer komplett neu gemasterten Form. Ergänzt wird die Neuauflage mit fünf bisher unveröffentlichten Bonus-Tracks, eine kleine Hommage an die Fans oder doch zumindest ein Kaufanreiz für jeden bekennenden NEUROSIS-Jünger. Die 1985 gegründete Gruppe hat in den letzten Jahren eine rasante Entwicklung durchgemacht. Von Anfang an wollten sie ihre Band zum Kult erheben - NEUROSIS als Lebensweg... Die kompromißlose Tour durch alle bandinternen Emotionen sorgt für eine dauerhaft krasse Mischung aus unterkühlten Atmosphären und explosiven (Schrei)Gesängen. Auf der zweiten CD des DigiPaks dringen etwas fließender Töne ins Ohr des Hörers. Percussionelemente vermischen sich mit dissonanten Schreiorgien - zeigen soll das Ganze den Weg in ein anderes Universum... Mein Geschmack ist das alles zwar nicht, aber wer auf die metalligere Seite der düsteren Musik steht, wird garantiert auf seine Kosten kommen. Enden möchte ich mit einem Zitat der Plattenfirma: "Emotionen kann man nicht definieren - Ideen sollte man nicht definieren - Musik darf man nicht definieren." In diesem Sinne... TK

 

NEUSTART - Der genetische Traum

Beim ersten Mal hören dachte ich mir - Was soll das ?!? Beim zweiten Mal -- OK. Aber beim dritten Mal hat es richtig Spaß gemacht. Die Musik ist ähnlich wie "Kraftwerk", auch mit deutschen Texten, aber technisch in die Neunziger transformiert. Die Texte sind recht lustig zu hören, und würde man sie wortwörtlich ins Englische übersetzen, würde keinem Menschen auffallen, wie angenehm naiv sie sind. Anspieltip: Lied Nr. 5 - Die Körperfresser kommen (echt geil). Mit dieser CD wird zwar niemand die Welt verändern, und irgendwie war das alles schon einmal da, aber mir gefällt es. Falls das eine Kaufentscheidung beeinflussen sollte, es handelt sich bei "Neustart" um je ein Mitglied von "Wolfsheim", "Girls Under Glass" und "Stalin". Also -- dreimal anhören und kaufen! Note: 2 Zone

 

NEUZEIT SYNDROM - Lazarus - CD - Alice in...

Lage war es ruhig um die Ausnahmemusiker aus der Pfalz. Mit "Lazarus" präsentieren NEUZEIT SYNDROM nun ihr 2tes Album, mit dem sie auch weiterhin ihrem bekannten Sound treu geblieben sind. Geradezu selbstverständlich sind die Arrangements weitaus vielfältiger und filigraner ausgefallen. Die Gitarren sind zwar allgegenwärtig, aber längst nicht mehr so krachig und vordergründig. Schnelle Synthieläufe und leichte Flächen sind dennoch angesagt, ebenso bedeutungsschwangere Texte in deutscher Sprache. NEUZEIT SYNDROM haben schon immer Spartenmusik gemacht, entweder man mag sie, oder eben nicht. Gleiches gilt auch für "Lazarus". Meine Anspieltips sind "Marionetten", "NeoEgoNegativ" und "Knockin' on heaven's door" :) T.C. Note: 3

 

NEVER ENDLESS - Never Endless - Maschinenwelt

Es gibt zahllose SynthiePop-Bands, die versuchen, auf der Depeche Mode Erfolgswelle mit zu schwimmen, und so unfreiwillig in ihrem Ideen beschnitten werden. Nicht so in diesem Fall. NEVER ENDLESS beweisen, daß es auch anders geht. Mit ihrer Mini-CD "Eternity of Lies" ist es ihnen noch nicht ganz so gelungen, denn zuckersüß ist wirklich nicht Jedermanns Sache, aber der erste, selbstbetitelte Longplayer ist ausgesprochen einfallsreich und homogen. Durch Pianoeinlagen, akustische Gitarren, Streichern, aber auch mit untypischen Elementen aus der elektronischen Bastelkiste brechen sie das Vorurteil um die synthetische Popmusik. Auch die Produktion ist wirklich klasse. Mein Favorit ist übrigens der Opener "Hisland" und das leicht melancholische "Autumn Cry" - nur genial! T.C. 2

 

Nice Gods Bleed - Nagel Themes - Poison Ivy Rec.

Groámeister Myk Jung, bekannt durch Testify und The Fair Sex, scharrt mit Nice Gods Bleed neue Anh"nger um sich. Ist er genial oder wahnsinnig? Mit Sicherheit von beidem etwas, denn sein neuestes Projekt scheint eine ausgelebte Psychose zu sein, so wunderbar mitreiáend und in Szene gesetzt. Vergleiche mit anderen Bands dieser Musikrichtung fallen schwer. Erinnerungen an die legend"ren Einstrzenden Neubauten werden wach. Ein greller Gedankenblitz - Rammstein? Nein, kein Vergleich; Nice Gods Bleed ist tausendfach stilvoller. Die Rythmen tragen dich in die endlosen Weiten der Maschinenwelt. Texte, schrecklich sch"n skurril bis abgedreht brutal - aber halt ehrlich. Sie sind mit exzentrischen Sprach- oder Gesangssampels durchzogen, teilweise deutscher sowie englischer Sprache. Der Sound ist fr mich mit das Genialste was Industrial je hervorgebracht hat. Wer Marilyn Manson mag, wird Nice Gods Bleed lieben! Unbedingt Note 1 !!!! K.B.

 

Night in Gales - Towards The Twilight - Nuclear Blast

Brachiale Gitarrenkunststücke bilden das Intro dieser recht emotionsgeladenen CD. Der Sound bildet nach und nach zwischen haßerfüllter Aggressivität und tödlicher Leidenschaft einen vorzüglichen Kernpunkt. Ein gewisser Grad an Härte wird eingehalten und verleiht der CD einen geschmackvollen Charakter. Insbesondere der Song FROM EBONY SKIES erscheint erwähnenswert, wird hier das wahre Talent der Musiker zur Schau gestellt. Metal-Fans können sich freuen! K.B. NOTE: 2

 

Nine Inch Nails - Further down the spiral - Island/BMO

Eigentlich hätte diese Besprechung noch in das letzte Entry gemußt, aber bei diesem Werk kommt sie sicherlich nicht zu spät. Auch halte ich sonst nicht so viel von Remixalben, aber schon die überwältigende "downward spiral" sollte klarmachen, was einen hier erwartet, nämlich ein qualitativ absolut hochwertiges Album, daß sich in keinster Weise hinter dem Original zu verstecken braucht, oder anders gesagt: Trent Raznor hat wieder einmal zugeschlagen. Das einstündige Hammerteil, das für ca. DM 16,- zu kriegen ist, läßt mal wieder keine Fragen offen. Vielmehr ist es an Bombast, Innovation und Ausdrucksstärke kaum zu überbieten. Neben "Piggy", "Mr. Selfdestruct" (in drei schier unglaublich geilen Versionen), "Heresy", "The downward spiral", "Ruiner" und "Eraser", enthält es die als Video ausgekoppelte Live-Version von "Hurt" als auch das von Aphex Twin (!!) beigesteuerte "At the heart of it all". Wer hier nicht zuschlägt, ist entweder selbst schuld oder Gothe und somit erst recht selber schuld.. L.S.

 

No Comment - Bondage - Rough Trade/Vision Records

Leider kenne ich keine anderen Sachen von No Comment außer die aktuelle CD "Bondage". Die Betonung liegt hierbei auf "leider", weil "Bondage" ein erstklassiges Album ist! Neben wirklich sehr guten Songs befindet sich auch eine Cover-Version vom 80er-Klassiker "You spin me round" von "Dead or Alive" auf dem Album, welche ich hier mal als sogenannten "Tanzflächenknaller" betiteln möchte. Insgesamt runden 14 Titel in bester Electro-Pop-Manier meinen sehr guten Eindruck von "Bondage" ab. Ich kann nur sagen: Anhören!! 2 AD

 

NOFX - So long and thanks for all the shoes - CD - Epitaph

Yo Mama, die neue NOFX ist da, das sind 16 High-Power-Songs gebannt auf einen Silberling. Man durfte ja wirklich gespannt sein, was da so kommt. NOFX habe einige Tage verstreichen lassen und präsentieren nun ihren neuen Longplayer (No.19...!) mit dem merkwürdigen Titel "So long and thanks for all the shoes". Punk Rock & Ska auf höchstem Niveau und Tempo, dem wieder mal nur schwer zu folgen ist. Ach ja, wie war das mit dem Tempo? Das letzte Album "Heavy Petting Zoo" war ja etwas ruhiger.... man wollte die MTV-Direktive beeindrucken. Hat aber anscheinend nicht geklappt. Doch zurück zum Album... einige Songs sind mehr als genial, andere klingen wiederum doch etwas, man verzeihe mir den Vergleich, nach Bad Religion. Aaaarrgh, nicht weh tun, bitte?! Natürlich klingen NOFX nach NOFX! Trotzdem mag ich keine Trompeten, so! Damit scheiden schon mal mindestens 3 Songs aus. Ansonsten.... wollt Ihr mit Eurem Auto möglichst schnell von A nach B, dann legt diese CD ein und ab geht's. T.C. Note: 2

 

NOISEX: OUT OF ORDER - Mental Ulcer Forges/Discordia

Auf Rudy R's eigenem Label erschien diese Tage das Debüt von Noisex, einem Projekt von Raoul Revere, bei dem Rudy kräftig mitgemischt hat. Und das ist deutlich zu vernehmen, denn beim Hören dieser CD spukt einem sofort der Name :wumpscut: durch die Großhirnrinde, denn die minimal arrangierten Power Electronic-Stücke (derer gibt es 23) mit Industrialeinschlag könnten auch unter dem Namen :wumpscut: veröffentlicht werden, auch wenn Rudy derzeit ruhig zu werden scheint. Die hier veröffentlichten Tracks sind es nicht, im Presseinfo ist gar von "tanzbarem Krach" die Rede. Soweit würde ich dann nicht gehen, denn mit einem solchen Attribut würde ich lieber die richtig deftigen Industrialklamotten versehen, denn Noisex klingt durch die teils zu eingängigen Strukturen doch etwas brav. Außer mir wird das aber wohl wenige stören, denn Lieder wie "Rhythm age" werden bei der :wumpscut:-Fraktion sicherlich prima ankommen, auch wenn diese der Bunkertor 7 den Vorzug gibt. Übrigens: Bei oben genannten und noch ein paar anderen Stücken ist auch Rudy's Stimme vernehmbar, was die :wumpscut:-Analogie perfekt macht. L.S.

 

NOMENCLATURA - STYXX - MCD- Maschinenwelt

Die Berliner Combo NOMENCLATURA präsentiert mit 'Styxx' ihre erste Maxi in CD-Format, insgesamt 5 Electro-Songs mit leichten Industrialeinflüssen, einer dunkler, kriechender und suizidgefährdender als der andere. Genau der richtige Stoff, um sich eine Gänsehaut zu holen, nachts, bei Kerzenschein und einem guten Glas roten Wein, oder um auf der Tanzfläche tausend Tode zu sterben. Mein Tip: 'Sleep' und 'Black III'. Note: 2, T.C.

 

NON-AGGRESSION PACT - BROADCAST-QUALITY BELLIGERENCE (CD - Re-Construction / Cargo Music)

Oh man, warum habe ich dieses Mal nur diese ganzen komischen CD's bekommen? Funky Drumloops, seltsame Samples und ein Sänger, der sich anhört, als ob er in den letzten Zügen liegt, machen diese CD wahrlich nicht leicht zugänglich. Musikalisch gibt es Ähnlichkeiten zu den ebenfalls hier besprochenen HELLBENT, welch Zufall, sie befinden sich auf dem gleichen Label. Och nö, auf Dauer wird diese CD echt nervig, fehlt einfach nur noch der Raper, der ein paar hyperintelligente Sprüche drüberquatscht. Naja, zumindest gelingt es NON-AGGRESSION PACT, wenigstens gelegentlich mal ein wenig Atmosphäre zu schaffen, doch ob das reicht, um die CD zu kaufen? Ich wage es zu bezweifeln. Th. K.

 

Nosferatu - Lord of the Flies - Hades Records/ Etherhaus Distribution

Um Längen verbessert hat sich die unlängst bekannte britische Deathrock Formation Nosferatu mit ihrem neuesten Output 'Lord of the Flies': anstatt der arg kantigen und Metal-lastigen Veröffentlichungen der letzten Jahre besann man sich offenbar wieder eher seiner Wurzeln, ging ins Studio und kam mit einem beinahe klassischen, wenn auch immer noch recht schrägen, Gothic Album wieder heraus, dem der Metal-Einfluß zwar weiter anzumerken, aber immerhin in seine Schranken verwiesen worden ist. Vor allem der Opener 'Torturous' sowie das Glanzstück des Albums, 'Witching Hour', verfügen zudem über erstaunliche Ohrwurm- und Tanzflächenqualitäten, und könnten Nosferatu auf den in einigen Jahren sicherlich regelmäßig stattfindenden nostalgischen "90er Jahre Goth & Guitar Parties" ein Denkmal setzen. Und bis dahin schweigen und genießen wir. H.M. 2

 

NOSFERATU - The Prophecy - EFA

Der bereits totgeglaubte Gothicrock lebt wieder auf. Auf dem heutigem Markt ist es sehr schwer, sich neben Größen wie Fields oder Sisters einzugliedern und dazu noch eigenständig zu klingen. Aber NOSFERATU, eine im Jahre 1988 gegründete Band aus England, setzt sich langsam aber sicher auch in Deutschland durch. Ihr Debütalbum "Rise", mit Sänger Louis de Wray, ist durchweg gelungen. Jeder Song ein Highlight. Ein Sängerwechsel folgte und mit ihm das neue Album "The Prophecy". Niall Murphy hat eine melodiösere Stimme als sein Vorgänger, allerdings ist sie, meiner Meinung nach, nicht so eindringlich. Aber jedem wie es gefällt. Wie bereits auf der "Rise" ist der Einstiegssong "Requiem" auf der ,;The Prophecy" ein instrumentales Meisterstück. Um ihren Namen alle Ehre zu machen, gibt es natürlich auch einen Song "Savage Kiss", der von einem Vampir handelt, allerdings ist dieser zur Abwechslung weiblich. Sehr hörenswert. Abschließend kann man sagen, daß NOSFERATU den Darkwave bzw. Gothicrock mit diesem Albrun einen erfrischenden Touch gibt. Weiter so

Simone Hampeter

 

 

NUMB - CHRISTMEISTER / BLISS - KK-RECORDS / PLAN X

O.K.: NUMB's verschollener Christmeister-Schatz sowie die "Bliss" - E.P. gibt es jetzt wieder auf einer Scheibe zu kaufen, und da ich es mit den Kollegen vom Vertigo halte ("... von Numb muß man alle Platten haben!) reicht das als Rezension ja eigentlich schon, und ich kann mich endlich mal wieder meiner Makramee-Arbeit widmen. Vielleicht kann die aber noch ein wenig liegen bleiben, und ich werde noch ein paar absolut subjektive Dinge über die Neuauflage dieser Platten schreiben. Immer wieder schaffen es die Mannen um Mr. Gordon in ihren jeweiligen Experimentierfeldern sofort zur Meisterschaft zu gelangen, ob es absolut fertige, "Mainesthai"-artig- bedrückende, Lieder wie "Eugene" sind oder eher X-Over-Sachen wie "Bliss". Die ganze Sache ist ja schon 6 Jahre alt, aber auch 1996 ist dieser Re-Release ein Maßstab, an dem sich einige Bands einmal orientieren sollten. "Christmeister" ist NUMB pur, das heißt, es geht von hier bis zur Hölle ohne Rückfahrschein, vorbei an Tod, Elend, Zerstörung, begleitet von Samples und Soundcollagen, die den Tag verdunkeln und Tempo-Stücken, die den Rhythmus der Reise vorgeben. Schade ist nur, daß die Texte nicht abgedruckt wurden, dies wäre sicher ganz interessant gewesen, aber das ist natürlich eine Marginalie. Diese Platte ist ein Muß für alle Elektronix und ein Müßchen für alle Anderen, äh...jo! NOTE: 1, C.C.

 

NUTSHELL - 45 r.p.m. - MCD - Mad Butcher Records

Amipunk erster Güte aus deutsche Landen, dafür stehen NUTSHELL. Voller Elan powern sie auf ihrer aktuellen Mini-CD "45 r.p.m." 8 Songs in knapp 20 Minuten, ohne jedoch nur monoton runter zu knüppeln. Die leichten Ska-Einflüsse drosseln hin und wieder schon etwas das Tempo. Außerdem ist bei NUTSHELL Melodie kein Fremdwort sondern Programm. Wenn jetzt noch etwas am Gesang gefeilt wird, dann könnte es beim nächsten Mal auch die Höchstnote geben. T.C. 2

 

NATURE AND ORGANISATION - Beauty Reaps The Blood Of Solitude - Durto / Discordia

Eine kleine, fast schon rhetorische Frage: Wie klingt ein Album, an dem Leute wie Douglas P., Steven Stapleton, David Tibet und Rose McDowall beteiligt sind? Richtig, wie eine Mischung aus Current 93 und Death in June. Diese erste Solo-LP Michael Cashmores, der sich bereits auf den letzten C 93-Veröffentlichungen als Gitarrist Lorbeeren verdienen konnte, als bloße Kopie der o.g. Bands zu bezeichnen, würde ihm Unrecht tun. Natürlich, die Nähe zu den Göttern des Dark/Apocalyptic Folk ist nicht zu leugnen, aber: Wen wunderts? Wo C 93 eine ganze Ecke psychodelischer und DIJ eher finster-sakral daherkommen, ist "Beauty..." doch endeutig mehr songorientiert. Herausragende Stücke sind "Bloodstreamruns" und "My Black Diary" sowie die bezaubernden Instrumentals. Wie gesagt, nichts neues, aber doch zu gut, diese CD als weiteres, typisches World Serpent-Produkt übergehen zu können. Außerdem, wie bei allen neueren W.S.-Veröffentlichungen, ein phantastisches Cover, welches den durchweg positiven Eindruck der CD noch verstärkt.

Holger Meyer

 

NICO - In Memoriam - Musikvideo

Mittlerweile bekommt diese Dame endlich die Anerkennung, die sie verdient hat. Zur Zeit sollen ja sogar Lieferschwierigkeiten mit NICO CD´s auftauchen auftauchen. Als ehemalige Mitstreiterin von Velvel Underground ist sie sicherlich nur der älteren Generation der Independent-Szene bekannt. Ihre Solo-Veröffentlichungen wie "The Hanging Gardens" oder "The End" (mit einer Interpretation des Deutschlandliedes) übertreffen aber bei weitem die Atmosphäre der meisten heute neu auflcotnmenden Bands. Erkennungsmerkmal Nico's ist das Akkordeon. Dieses Instrument wird von ihr in einer so durchdringenden, melancholischen und schwebenden Art gespielt, daß hier wirklich von Gefühlsmusik gesprochen werden kann. Dieses Video präsentiert die Ausnahmedarstellerin in Interviews und in Live-Mitschnitten. Für NICO-Eineinsteiger(innen) ist dieses Tape ein gelungen zusammengestelltes Dokument über diese Künsterlin. Seit ein paar Monaten ist auch eine neue Biografie über Nico und Velvet Underground erschien. Nico's Werke sind durchträngt von bedrückenden Stimmungen und drogenbeeinflußten Gedanken, weshalb sie ja auch oft als "Queen of drugs" bezeichnet wird. Ein faszinierende Reise durch Gefühle.

Armin Kessel

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