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| Archiv Rezensionen - O - |
Onward – Reawaken - Century Media
Heavy Metal wie damals mit Iron Maiden. Das nunmehr zweite Album bei Century Media. Unterer Durchschnitt vom Gesang, vom Sound und von der Produktion. Wer auf das althergebrachte Heavy Zeug total abfährt, sollte zumindest vorher einmal reinhören, bevor er sich ärgert! Für alle anderen empfehle ich, die Finger lieber weg zu lassen. Eine knappe Stunde nicht gerade einfallsreichen Metal muss man nicht extra kaufen, um ihn dann im CD-Regal verstauben zu lassen.
Markus Freyer
Ostblock - Statement 127 (Maxi)
Bei diesem Industrial-Silberling handelt es sich um eine 4-Track Maxi, die pure Aggression, sowie technische Feinheiten und leider auch Eintönigkeit in sich vereint... Track Nummer 1, der da heißt "Cycled Hell", stampft mit treibenden Indus- trial-Rythmen voran, jedoch muss man auf Vocals oder eine Melodie-Führung hier verzichten. Das zweite Lied ("No Argument", sollte man das wörtlich nehmen?) wird dann mit Samples aus einem mir unbekannten Film "aufgepep- pelt", allerdings spuckt die Rythmus-Sektion hier zwar eben einen anderen Rythmus aus, allerdings beinhaltet dieser aber irgendwie den gleichen Sound wie der erste Song, was nicht weiter tragisch wäre, aber bei einer Band, die sich beinahe darauf beschränkt, doch schon negativ ins Auge fällt. Dem geneigten Lärm-Fanatiker unter den Elektronikern ist diese CD vielleicht ans Herz zu legen, mir persönlich aber auf die Dauer zu nervtötend! Song Nummero 3 ("X-Fax") geht dann zwar ein wenig gemäßigter zur Sache, jedoch wird man bei dem vierten und letzten Lied, welches auch den Titeltrack darstellt, vom vielversprechenden Intro getäuscht, denn auch hier herrscht das Motto "RYTHMUS UND GEBOLZE"! Fazit: Vielleicht hätten dem Scheibchen ein paar "echte" Statements eines Shouters gutgetan...(ds)
The octagon man - "Ito calculus" (DC Recordings)
The octagon man ist besser bekannt als Jonathan Saul Kane (bekannt als Depth Charge und Alexander´s Dark Band) und gilt als Mitbegründer des TripHop und Big Beats. Genauso gibt er sich auf seinem zweiten, unter diesem Namen veröffentlichten, Album. Sehr experimentell und auch nicht vor Noise-Einlagen zurückschreckend. Die ganze Scheibe könnte man als grosses electronisches Experiment ansehen, welches keine Styles oder Richtungen auslassen mag; manchmal tragend und schwer, dann wieder fröhlich und eingängig. Nicht einfach zu konsumieren aber allemal lohnend in der Anschaffung. A.D.
Eigentlich hat mir die letzte OBITUARY CD gar nicht mal so toll gefallen, war sie für meinen Geschmack doch etwas zu hart und monoton gestrickt. Daß es aber auch anders sein kann, beweist einmal mehr diese Live-CD "Dead" von der "Back from the dead"-Tour ’97. Wie OBITUARY hier klingen, hat wirklich Klasse. Ein genialer, druckvoller Sound mit geradezu zerstörerischer Kraft. Doublebassattacken, brachiale Riffe, und trotzdem ein gemäßigtes Tempo, so muß es klingen - eine morbide Endzeitvision. TC 2
OBSCENITY - Human Barbecue - Morbid Records
Huah, schon wieder so ein Geprügel! Ich fange gleich an zu heulen! Diesmal nicht True-Metal, nicht Grindcore, nicht Black-Metal, nein - Deathmetal der allerersten Stunde. Aua! Wollen die arm bleiben, oder was? Was soll das? Ist das eine "Wirärgerndiesenmonaterstmal2xR-Idee"? Habe ja fast den Eindruck... das hält doch kein Elch aus! Total altmodischer Dreck ist das, schon tausendmal gehört, als ich noch pubertierte, und das ist nun wirklich schon ein Weilchen her. Weg, weg, damit es nicht noch schlimmer wird. OBSCENITY prügeln, brüllen, schreien, was ja alles O.K. ist, aber hier ist es purer Selbstzweck; mehr als prügeln, brüllen und schreien können OBSCENUTY nicht vermitteln - mir jedenfalls nicht! 2xR 4
OFFSPRING - IXNAY ON THE HOMBRE - CD - Epitaph
Wer hätte das gedacht? THE OFFSPRING sind wieder voll dabei und schicken einen Haufen neuer Songs ins Rennen, von denen fast jeder das Potential eines sicheren Hits gewährt. `IXNAY ON THE HOMBRE` heißt das neue Album, auf dem sie sich wieder völlig kompromisslos der etwas härteren Gangart, ähnlich zum Vorgängeralbum, verschrieben haben. Richtig gut kommt diese Scheibe aber erst beim Auto fahren. Aber Vorsicht! Sie macht nicht nur höllischen Spaß, sondern läßt auch dabei die Geschwindigkeit vergessen. Egal wie schnell ihr seid, OFFSPRING sind immer schneller. Don`t Offspring and drive! T.C.Note: 2
>OOMPH!- "Defekt"Dynamica 15-2
Ich wollte erst nur einen Satz schreiben, der diesen Silberling wohl am ehesten definiert: "Oomph! goes Metallica!" Aber das wäre wohl ungerecht, waren Oomph! doch mal so etwas wie EBM-Heroen. Man hat offensichtlich einfach dort weitergemacht, wo auf der Sperm aufgehört wurde. Der ganze Stil dises Trios hat sich ziemlich dem 08/15-Heavy-Geschrammel angepaßt, für mich klingen die Stücke alle sehr ähnlich. Wenn ich den Album-Titel bedenke, der diesem Ausstoß gegeben wurde, kann ich nur hoffen, daß das nächste Werk "Instandgesetzt" oder "Geheilt" heißt! M.W.
Opera Multi Steel - Days of CreationCD - Museium Obscura
Oh je, was wird das für eine CD sein, eine Band mit so einem Namen und dann noch dieses Cover, doch wohl kein "Ordo-Hast-Du-nicht-gesehen-Solis" - Abklatsch? Weit gefehlt, denn bei OMS handelt es sich um eine französische Band, die mit "Days of Creation" eine Anthologie ihres Schaffens seit 1984 vorlegt und derenMusik wohl eher bei Clair Obscur oder Xymox eingeordnet werden kann, wenn dies auch schlechte Vergleiche sind. In der Instrumentierung und Melodieführung eher minimiert, wenn auch teilweise bestechend, gelingt es doch, eine typisch französische Melnacholie und Sehnsucht rüberzubringen, was wohl auch an der Sprache selbst liegt. Ab und zu blitzen auch orientalische Melodien durch, die diesen Eindruck natürlich noch verstärken. Das Ganze wirkt mitunter zwar etwas kitschig, die angenehme Stimme des Sängers trägt ihren Teil dazu bei, aber da ich zur Zeit für solche Musik sehr empfänglich bin, vielleicht wegen des zu langen Winters und der eigenen Sehnsucht nach Sommer, Wärme..., gefällt es mir doch ganz gut und ich kann diese 10-jährige Reisedurch die Welt des OmS den Mitmenschen ans Herz legen, die mit den genannten Begriffen etwas anfangen können. Die emälde und Skizzen auf dem Beipack sind übrigens vom guten alten Burne-Jones, dessen Darstellungen ja eigentlich auch an der Grenze des Kitsch angesiedelt sind, wenn nicht sogar schon darüber hinaus, die trotzdem aber eine tiefgehende Wirkung erzielen... Anspieltips: "Un froid swe", "Les sens", "Ja mais plus".Note: 2 C.C.
Operating Strategies - The Rainbow-Coloured Bride - Strange Ways/Indigo
Nachdem es fast vier Jahre still um die Operating Strategies war, die die Zeit für die Komposition von Ausstellungs- und Theatermusik nutzten, liegt nun nach "The Waters and the Wild" (1993) ein neues Album vor. Trotz der langen Zeitspanne, die vergangen ist, erinnert viel an alte Zeiten. Nachwievor vermag Marco es, mit seiner prägnanten Stimme eine melancholische Atmosphäre zu schaffen, die von einfühlsamen Melodien geprägt ist. Allerdings ist das Album ein wenig eingänglicher geworden, was ich als Manko empfinde. Dennoch: Ob Instrumental oder poppige Struktur, auch der neue Silberling verfügt mit Stücken wie "Let the rain come down"oder oder "Shed No Tear" über tolle Höhepunkte, die sich einer Traditon verpflichtet sehen, wie sie Lieder wie "an ideal age" oder "the waters and the wild" gelegt haben. Wer die OS früher mochte, wird sicherlich auch ihr neues Album mögen. LS
Orange Sector - Scars Of Love - EP - Zoth Ommog / semaphore
Orange Sector sind von ihrem Wochenendausflug mit Picknick in das verträumte Örtchen Synthetic Symphony zurück ins gute alte Zoth Ommog gekommen, wo sie der graue Alltag wieder eingeholt hat (was nicht heißen soll, daß das Wochenende rosiger war...). Man hat die Synthie-Pop-Elemente, mit denen man zuletzt rumexperimentierte, wieder zurückgeschraubt, aber auch nicht völlig fallen lassen. Herausgekommen ist eine seltsam anmutende Mischung zwischen dem alten Knüppel-Sound, den schmeichelnden Synthie-Melodien und neuen technoideren Dance-Elementen, die mich aber immer noch nicht von den Qualitäten von Orange Sector überzeugen kann. Nur die beiden Remixe der Orange Sector-Klassiker "Kalt Wie Stahl" und "Für Immer" sind richtig cool, weil sie von Grandmaster Sevren Ni-Arb in ein modernes Gewand gesteckt wurden, und mit dem Titeltrack kann ich mich auch noch anfreunden. Ansonsten plätschert diese EP ein wenig ohne nennenswerte Höhepunkte dahin. Note: 3 Z
ORBICYBE - Creatures - EPCD - Neuf Noir Records
So sehen also unsere Nachwuchselektroniker aus...!? Newcomer ORBICYBE bringen mit "Creatures" bereits ihre zweite CD, die sich sowohl inhaltlich als auch musikalisch im Vergleich zum Vorgänger doch um einiges gewandelt hat. Vielmehr bestehen die 9 Tracks aus minimalistischen, 80er angehauchten Monotonsequenzen, teilweise versetzt mit technoiden Elementen vom Trance und Breakbeat. Einen Song wie "Secrets of Love" könnte man so zum Beispiel dem Bereich der Endzeitelektronik zuordnen, klaustrophobisch, Angst einflößend, kein Ziel vor Augen, während sich "Black Day" mit seinen Industrialanleihen perfekt in die Riege um Suicide Commando und Co. einreiht. Wer nun Blut geleckt hat und den Untergrund fördern möchte, der sollte sich schleunigst bei ORBICYBE melden, denn diese CD gibt’s für 15,-DM inkl. Porto. Info: Andreas 02952-2922, orbicybe@t-online.de TC Note: 2
ORCHESTRAL MANOEUVRES IN THE DARK - THE OMD SINGLES (CD - Virgin)
In 20 Jahren Bandgeschichte haben OMD eine Menge Hits veröffentlicht, was einem erst so recht bewußt wird,wenn man die vorliegende CD hört. Da geht es über ‘Enola Gay’, ‘Joan of Arc’ und ‘Maid of Orleans’, die Anfang der Achtziger für volle Tanzflächen sorgten, über ‘Dreaming’ und ‘Sailing on the Seven Seas’, die beide auch schon bald 10 Jahre auf dem Buckel haben hin zu aktuellen Songs, wie ‘Dream of Me’ und ‘Walking on the Milky Way’. Insgesamt 18 Stücke, kein einziger Ausfall und für jeden etwas dabei, egal, ob man nun auf düster angehauchte Wave-Perlen steht, oder einfach nur guten Pop hören möchte. OMD bedienen sie alle und man muß dieses Album einfach lieben. Einen Wermutstropfen gibt es dann aber doch, denn laut Sänger Andy McCluskey stellt diese Compilation das letzte Album von OMD dar, den perfekten Abgang einer großartigen Band. Und wieder ist ein Stück Jugenderinnerung gestorben. We’ll never forget you. Bye ...Th. K. (Note: 1)
Ordo Catharis Templi - Templum Comparatio II - CD, Nr. AT04, 339.0204.2 - Rough Trade
Ordo Catharis Templi liefern mit ihrer CD "Templum Comparatio II" die Fortsetzung der Templum Comparatio I aus dem Jahre 1992. Templum Comparatio II ist wie sein Vorgänger als Konzeptalbum gedacht. Aufgrund seiner Differenziertheit, erschließt es sich dem Hörer nicht auf Anhieb. Wer sich aber die Zeit und Muße nimmt, um in das "Ambient-Klang-Universum" von Templum Comparatio II einzutauchen, der wird sicherlich durch ein äußerst vielschichtiges Hörerlebnis belohnt werden. Die Mitglieder des neurologischen Arbeitskreises Ordo Catharis Templi verstehen es, mit rein elektronisch-instrumentalen Mitteln eine mystische Aura zu erzeugen, die das klangliche Fundament von Remplum Comparatio II bildet. Darauf aufbauend, wechseln sich unterschiedliche Stimmungsbilder ab, die die musikalische Evolution innerhalb des Temples in den letzten 5 Jahren eindrucksvoll dokumentieren. Templum Comparatio II ist für mich ein weiteres Beispiel dafür, daß Musik eine Sprache ist, die ohne Worte auskommt. K.F.
ORDO EQUITUM SOLIS CD "Hecate" - Glasnost / EFA 11282
Hekate, der griechischen Göttin des Mondes und der Nacht, ist das neue Album des italienisch-französischen Duos Ordo Equitum Solis gewidmet. Zwar reicht, um dieses einmal vorwegzunehmen, dieses Album nicht ganz an die überragende Qualität der ersten beiden CD's und besonders die der letztjährigen Live-Veröffentlichung "Paraskenia" heran, trotzdem präsentieren Leithana und Deraclamo mit "Hecate" ein Album mit dem ihnen wohl endlich der verdiente Durchbruch gelingen wird. Fragile, klassisch-orchestrale oder akustische Klangmonumente, über denen der einfühlsame und warme Gesang Leithanas schwebt, machen dieses Album zum Pflichtkauf für alle O.E.S.-Fans. Ganz wie die göttliche Namensgeberin, die ebenso Reichtum und Glück wie auch Tod und Verderben bringen kann, schwebt das Album in einer Sphäre zwischen Hoffnung und Melancholie, Freude und Verzweiflung - wobei im Vergleich zu früheren Veröffentlichungen die positiven Momente überwiegen. Ein mehr als gelungener Release. H.M.
OUT OF NORM - An O.D. of realityMCD - UpArtPublishing
Dieser 4-Track Silberling der Essener Electro-Combo OUT OF NORM haut mich zwar nicht gerade vom Hocker, hat meiner Seele aber auch keinen größeren Schaden zugefügt. Die beiden eher tempogemäßigten Songs "Paradise" und "Farewell" gefallen mir ganz gut, sie erinnern an 80er Minimal-Electro und versprühen charmante Funken. "Rausch" und "Murderous ways" besitzen zwar tanzbare Akzente, stechen aber nicht aus dem viele Bands beinhaltenden Durchschnitts-Electro-Topf hervor. Nett, aber nicht "Out of Norm". Warten wir ab, was die für’s Frühjahr geplante Fulltime-CD zu Tage bringt. AX
Als düsteres Gegenstück zu der "Crossing All Over" - Serie, von der wir in der letzten Entry bereits den fünften Teil vorgestellt haben, bringt GUN-Records nun den "Out of the dark"-Sampler. Auf dieser CD sind Bands wie Secret Discovery, Moonspell oder Projekt Pitchfork vertreten, die sich allesamt von Ihrer Gothicseite zeigen. Höhepunkte sind ohne Zweifel Theatre of tragedy, My Dying Bride und Rage zusammen mit dem Prager Symphonie-Orchester. Was mir persönlich etwas negativ aufstößt, sind die gekürzten Versionen einiger Titel. So zum Beispiel mußten Type-O-Negative mit "Christian Woman" oder London after Midnight mit "Kiss" einige Minuten lassen. Wie dem auch sei, der "Out of the dark"-Sampler liefert einen guten Querschnitt mit nötigem Tiefgang. T.C.Note: 2
Overgament - Hello, Good-buy! - CD Nova Tekk
Mit Overgament hatte ich eigentlich immer den Song "In Your Hands" in Verbindung gebracht, der nun aber gar nicht auf dieser Best Of ist - die nebenbei gesagt natürlich wieder rare und unveröffentlichte (gähn) Tracks beinhaltet - sondern "In Your Hands" wird jetzt auf einmal von einem Projekt namens Love? (s. Rezi in diesem Heft) auf dem Schwester-(oder Cousinen- oder was weiß ich) Label Visage (gehört jedenfalls auch zu Westcom) veröffentlicht. Zumindest waren mir Overgament wegen ihres Auftritts in Stefan Raabs "Vivasion" eigentlich immer sympathisch, aber was sie auf dieser Platte zu bieten haben, reißt mich nun wirklich nicht vom Hocker. Es ist der für Overgament typische EBM-Sound vermixt mit vielen Stahl- und Metall-Sounds, was an sich ganz interessant ist, aber es fehlen einfach die wirklich zündenden Ideen. Z says "Hello, Bad-buy!". Für eine Best Of-Compilation ist das einfach ein bißchen mager. 4 Z
OVERGAMENT - Vulva
Produziert wurde Vulva von Carlos Peron, was zwar einen Anhaltepunkt gibt, aber nicht für Qualität sprechen muß. Eigentlich besteht Vulva aus zwei Teilen. Und um es vorweg zu nehmen, den ersten Teil mag ich nicht, weil ich Musik dieser Art nicht leiden kann. Natürlich ist es elektronische Musik usw. usw., aber sie kann nicht überzeugen, hat bestenfalls die Kategorie "Frühstücksmusik" verdient. Dies gilt für den ersten Teil, bestehend aus den ersten 9 Stücken des Albums. Teil 2 besteht aus dem Mega-Stück "Serapeyard of the Devil / 20 Minutes of hope". Und dies kommt mit allerlei Geräuschen einher, die durchaus auch mir zu gefallen wissen. Es gibt aber wichtigere Dinge. Außerdem finde ich die Belehrung "Vulva is just a word like penis" extrem überflüssig.
Frank Hellwig
ORAL CONSTITUTION - Piss Preik - Artware/Discordia
Nach so vielen positiven Kritiken nun mal eine negative. In einigen Kreisen scheint dieses norwegische Werk hoch gehandelt zu werden, in den Katalogen der einschlägigen Mailorder-Vertriebe ist teilweise sogar von den "legitimen C93 Nachfolgern" die Rede. Selten habe ich ein ähnlich uninspiriertes, schlecht durchdachtes und produziertes Album gehört. Unglaublich schwaches Songmaterial, äußerst mäßiger Gesang! ("filigranen Gesang", wie in den Anzeigen behauptet wunde, habe ich jedenfalls nicht wahrgenommen). Das größte Manko jedoch: die grauenhafte Produktion. Jeder der ohnehin rar gesäten guten Ansätze wird durch den geradezu üblen Sound zunichte gemacht. Manch einer wird dieses Teil als besonders "avantgardistisch" verehren und die Band selbst ist womöglich noch stolz auf diese Schandtat, für mich ist dieses Album jedoch der Reinfall des Jahres.
Holger Meyer