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Magazin für Dark Music, Kult(ur) und Avantgarde

 

Archiv Rezensionen - P -

 

Page 12
Nik Page
Pail
Paimon
PAL
Palantir
Pankow
Paradise Lost
ParalysedAge
Passion Noire
Pavement
PeepingToms
Perfect Torment
Carlos Peron
Peter Paracelsus
Phallus Dei
Phantoms Of Future
Philtron
Pierrepoint
Pinkostar
Pitch Yarn Of Matter
Placebo
The Prophetess - Dichotomy
Placebo Effect
Plastic
Poisonblack
Polygon
Povi
PP?
Prager Handgriff
Printed At Bismarck`s Death
Profane Omen
Project Pitchfork
The Prodigy
das pst
PSY 231
Psyche
Psychic TV
<+[Psyclon_Nine]+>
Puissance
The Psychic Force
Psychic Warriors Of Gala
Puppetland
Pzycho Bitch

Palantir - Empire Of Illusions - LP-CD 78 Minuten

Ich muss ganz ehrlich sagen, ich bin beeindruckt, von dem was ich höre und vor allem, da mein Auge ja mitisst, auch von dem was ich sehe. Die CD besticht durch geniale Aufmachung und durch einen phänomenalen Klang, vor allem unter Kopfhörern. Denn sie ist mittels 3D-Verfahren aufgenommen worden, die man eben besonders unter Kopfhörern geniessen kann. Natürlich klingt es auch in allen normalen Lautsprechern phantastisch. Palantir ist der in München lebende Künstler Christian Schimmöller, der hier seinen Ambient-Elektronik Einflüssen nachgeht, beeinflusst durch Themen der momentan aktuellen Welten und Geschichten á la Herr der Ringe. Einfach zeitlos und schön, man kann sich kaum dem Zauber der virtuosen Klängen entziehen, die wie aus einer fernen Zauberwelt zu kommen scheinen. Bei dieser perfekten und klanggewaltigen Produktion erschrickt man teilweise sogar, so natürlich sind die Geräusche aufgenommen. So als würden diese Fabelwesen jeden Moment zum Leben erwachen und auf einen zukommen.

Mein absoluter Favorit momentan. Das müsst ihr hören.

www.sphericmusic.de

KarstenV, 10/10 Punkten

 

Polygon – Refuge – Glastnost Records / EFA

MORTAL CONSTRAINT-Mitglied Ingo Lindmeier auf Solopfaden. Und auf was für welchen! Minimalistische Elektronik als Metamorphose des Alptraumhaften und Spiegelbild dunkler surrealer Welten. Die mal sphrärisch-ambienten, mal experimentellen Soundmalereien bauen eine kalte, bedrohliche Stimmung auf; die das Blut in den Adern gefrieren läßt. Irgendwie werde ich das Gefühl nicht los, in einem Soundtrack zu einem Angstschweiß erzeugenden Psychofilm gelandet zu sein, naja, kommt vielleicht daher, daß dieses Werk von Kult-Regisseur JOHN CARPENTER inspiriert wurde. Hier zeigt sich mal wieder, daß es auch mit minimalistischem Klanggerüst möglich ist, maximale Wirkung zu erzeugen. Besonders beklemmend wird das ganze, wem bei einigen Songs die eindringlichen Vocals von Ingo ins Bild kommen und pure Hoffnungslosigkeit hinaufbeschwören. Allen Leuten, die gerne in düsteren Klangwelten tauchen, kann ich dieses Werk nur empfehlen. Anspieltips: „Beyond Awareness", „Scared", sowie das alptraumhafte, geniale Stück „Soliloguy". Get into it!!

AX

 

PITCH YARN OF MATTER - STRANGE BODY / Subtronic Records - SPV

Nach dem gelungenen Debüt-Album "Signs in our minds" legt uns das brasilianische Synthie-Pop-Projekt nun das zweite Fulltime-Werk vor. Die Wurzeln von Mastermind Marcelo Gallo liegen klar ersichtlich, äh, hörbar, in den 80er Jahren, "Strange Body" ist ohne Umschweife eine Wiederbelebung vergangener Tage, ohne jedoch dabei die modernen Strömungen der 90er außer acht zu lassen. Verspielte Synthie-Melodien, sphärisch dichte Soundteppiche und der charismatische Gesang von Marcelo machen dieses Album zu einem gelungenen Ohrenschmaus. Die Songs haben das "gewisse Etwas", diese gewisse Melancholie, wie man sie von Clan of Xymox her kennt. An jene mußte ich beim Hören dieser CD dann auch desöfteren denken. Die Bandbreite der Songs reicht von geheimnisvollen, ruhigen Darbietungen, wie z.B. das ausdrucksstarke Titelstück, bis zu erfrischenden, tanzbaren Perlen ("Gray Scale", "Father"), wobei einige Tracks einen gefährlichen Ohrwurmcharakter innehaben. Ihr merkt schon, ich schmelze so langsam dahin, daher halte ich jetzt mal lieber meine Klappe. Ach nee, eins noch - Anhänger des 80er Synthie-Pops sollten hier zugreifen. This still rules... Note: 2

A.X.

 

PUISSANCE - LET US LEAD / Cold Meat Industry - Semaphore

Was soll ich von dieser Platte halten? Der Titel "Laßt uns führen" prangt auf dem achsial symmetrisch aufgebautem Cover über dem Bild eines meines Wissens bei einem Fluchtversuch aus dem KZ im Stacheldraht erschossenen Insassen. Die Rückseite schmückt schon wieder symmetrisch aufgeteiltes Eichenlaub, die Titel tragen Namen wie "Verbrennt die Erde", "Strudel der Flammen" und "Kontrolle". Auch der Hinweis "Diese Musik ist mehr als schön, sie ist das Ende der Welt", hilft mir nicht viel weiter, irgendwie muß ich an Kadmos-Projekte und Aorta-Geschreibe denken. Und da ich nicht mehr in Erfahrung bringen konnte, aber auf keinen Fall irgendwelchen misantropheischen Holocaustbeschwörern das Wort reden will, nur soviel zur Musik: es handelt sich um zuckersüß bedrohliche klassisch instrumentierte Musik... Wenn ich von irgendwem Aufklärung in Sachen "PUISSANCE" erhalten sollte, wäre ich dankbar, vielleicht irre ich mich ja gewaltig, aber das Risiko gehe ich ein!

C.C.

 

Plastic – Kuststoff

Wer den Dark Awekening Sampler schon sein Eigen nennt, dem dürfte "Experience" von Plasic schon bekannt sein. In einem harten Stil, vergleichbar mit Feindflug, hat der Track schon den Dancefloor zum beben gebracht. Doch die EP Kunst:Stoff ist da wesentlich facettenreicher! Der Opener "Lovesong" geht’s da schon etwas ruhiger an, bleibt dabei aber durchaus tanzbar. Dem 2. Track "Pray The Base" hat Olli Müller mal seinen Stempel aufgedrückt, der mit Megadump z.Z. schon für einige Clubkracher verantwortlich ist. Auch hier würde ich sagen hart und tanzbar. Weiter geht’s mit "Fahr Zur Hölle", komplett mit deutschen Lyrics und eingängigem Sound - gefolgt von "Experience" mit seinen auch deutschen Sprachsamples wie "es klebten Blut und Fetzen von gelbem Fleisch an seinem Bajonette" – das wie gesagt, im harten Feindlug Stil. So, und jetzt wird’s ruhig: "In My Eyes" wird durch einen unverzerrten Frauengesang von Tina LeDabo unterstützt und bleibt eher was zum träumen.

Abgeschlossen wird das Werk durch "Das Licht", auch eher ruhig und über Gott und die Welt, Hoffnung, das Leben, den Tod – das Licht, was zum nachdenken... Ist doch wieder überraschend, wie abwechslungsreich auch moderner Elektro sein kann, ich hab selten so viele verschiedenen Eindrücke auf einer 6-Track EP erlebt. Deshalb ist es auch schwierig, einen Anspieltip zu geben. Zum Abtanzen tendiere ich mal zu "Pray The Base", aber man sollte dieses Werk als ganze Sammlung von Eindrücken erleben. Man darf also gespannt sein, was es von Plastic als nächstes zu hören gibt!

Andreas Bauer

 

PUPPETLAND - Two Minds - Ex-Communication

Puppetland versuchen sich im Bereich Schwarzrock , aber leider klingt das ganze Album doch recht bemüht und wenig inspiriert. Die Melodien sind zwar nicht richtig schlecht, aber auch nicht zwingend. Die Songs verenden alle mit der Zeit in belangloser Mittelmäßigkeit, was vielleicht auch daran liegen mag, daß die CD schlecht produziert ist. Das Hauptproblem ist, daß man sich das Album einfach nicht besonders gut anhören kann, da es nervig klingt. Auch die Stimme des Sängers pendelt zwischen guten Ansätzen und nervigem Gesäge unkontrolliert herum, so daß ein sehr unharmonischer Gesamteindruck entsteht. 2xR

 

THE PSYCHIC FORCE - Traces - KM-Musik / Semaphore

Die ständigen Vergleiche zu Plastic Noise Experiance werden für THE PSYCHIC FORCE nach Traces wohl entgültig vorbei sein. Ihr neues Werk hat überhaupt nichts mehr gemeinsam mit ihrer Debut-CD "Mutilation". "Traces" klingt wesentlich reifer und weiterentwickelter. Michelle's Gesang ist nicht mehr so verzerrt und die Stücke klingen melodiös. THE PSYCHIC FORCE zeigen mit dieser CD, daß man mit elektronischer Musik wesentlich mehr machen kann, als reinen EBM. Mit dem Stück "Acceleration" wird das Duo wohl wieder ein neuen Club-Hit fanden. Auf "We Came To Dance Vol. 5" werden sie auch mit einem Stück vertreten sein.

Michaela Böttcher

 

The Prodigy - FirestarterMCD

Nachdem sich in der letzten Ausgabe keiner meiner werten Kollegen der genialen neuen "The Prodigy"-Maxi angenommen hatte, übernehme ich jetzt einfach mal diese Aufgabe. Denn auch in der Entry muß über dieses Ereignis berichtet werden. Die Maxi "Firestarter" ist ein erster Vorgeschmack auf das im Herbst erscheinende neue Album, und wenn das nur halb so gut wird wie diese Scheibe, dann schlägt da eine Bombe in das Elektro-Universum ein, die die im nahegelegenen Raum dümpelnden Elektroprojekte zu Staub zermalmt. Mit "No Good" landeten "The Prodigy" vor einigen Jahren ihren ersten Hit, der bereits das Potential dieser Gruppe erkennen ließ. Das ´94er Album "Music for the Jilfet generation" wußte dann auf ganzer Länge zu überzeugen und zeigte, daß Breakbeat für ein Publikum aus allen Bereichen der Musikwelt konsumierbar ist. Doch mit "Firestarter" haben sie jetzt ein Meisterwerk elektronischer Musik kreiert: dunkel, bedrohlich, aggressiv, ultratanzbar. Ohne auch nur im geringsten EBM zu sein, zeigen sie vielen EBM-Bands, was Electro anno 1996 heißt. Klasse sind auch der Remix von "Firestarter" und das letzte Stück der Maxi, "Molotov Bitch", das selbst Leuten wie Trent Reznor Bewunderung abringen wird. Doch genug geschwafelt... In den Clubs ist "Firestarter" eh längst ein Hit. Also: Tanzt!, oder vergrabt Euch in Eure modrige Gruft. Note: 1 R.I.R

 

Povi - "Life in volcanoes" (Nettwerk Productions)

Popmusik! Das erste was mir zu dieser CD einfiel war Popmusik! Sehr schöne Popmusik mit weiblichen Vocals. Schnörkellos und nicht zu überladen das Ganze. Sehr schön anzuhören. Mal wird mit Gitarren gearbeitet und mal halt sihc die Elektronik im Vordergrund auf aber immer wieder in den Schatten gestellt wird die Musik von der schönen Stimme der Sängerin. Teilweise erinnert das Ganze an eine Mischung aus 80er-Musik mit Breakbeat- und Crossoveranleihen und teilweise einfach nur an schönen 90er-Electro-Pop mit Techno-Einflüssen. A.D.

 

PAIL - EPIDEMIC - Electro Chemical Research / SPV

Oh man, die spanischen PAIL vermischen so ziemlich alles, was elektronisch ist und gut abgeht. Sei es Industrial, Noise, EBM, Electro oder gar Drum & Bass, hier findet man alles wieder. Selbst Gitarrensamples, die schon MINISTRY benutzte, konnte ich irgendwo heraushören. Auf Gesang wurde bei vielen Stücken verzichtet und wenn es dann doch welchen gibt, ist er natürlich bis auf das extremste verzerrt. Ein Album, das Dir die Ohren durchbläst, auch wenn für meinen Geschmack phasenweise eine Prise zu viel Drum & Bass drin ist. Anspieltip für alle Fans von :WUMPSCUT: & Co. das geniale ‘Shadows’.

Thorsten Kübler

 

PAVEMENT - TERROR TWILIGHT - Domino / Virgin

Poppig, folkig, ruhig, das sind wohl die Attribute mit denen man die neue PAVEMENT-Scheibe betiteln kann. Diese Ruhe erweist sich dann aber auch als Nachteil, keines der Stücke kann den Hörer so recht aufwühlen. Trotz gut produzierter Songs, bleibt einem der Zugang zu oft verwehrt. Schade eigentlich.

Thorsten Kübler

 

PAGE 12 - INSIDE LIFE - CD - Celtic Circle Rec./EFA

Eine neue Mini-CD gibt es von PAGE 12. Zwar wenig spektakulär, aber dennoch nicht uninteressant, würde ich sagen. PAGE 12 erfinden auf ‘Inside Life‘ den melodiösen EBM zwar nicht gerade neu, doch sie schaffen es immerhin, die bekannten Attribute dieser Stilrichtung (verzerrte Stimme, tanzbare Beats, catchy melodies, etc.) recht gekonnt zu verbinden. Mit ‘Inside Life‘ dürfte es PAGE 12 jedenfalls gelingen, im Veröffentlichungsdschungel nicht unterzugehen, denn für solche Musik hat wohl fast jeder DJ Verwendung. Da ‘Inside life‘ zum Midprice in den Läden stehen dürfte, bietet sie einen gewissen Kaufanreiz. Note: 3, RIR

 

P*A*L - Signum - CD - NR: ACT 33 / Discordia 12211 - Ant-Zen/Discordia

Mir fällt es ehrlich gesagt nicht ganz leicht, so über diese CD zu schreiben, denn es wäre mit Sicherheit nicht ganz korrekt, sie als total überflüssig zu bezeichnen. Dennoch überwiegt nach dem Hören der Gedanke "Warum? Wozu überhaupt?". Die Musik, oder besser der Sound aus Sprach-, Musik- & Krachsamplen und einem Analogsynthesizer zu Klangkollagen meist ohne tiefreichenden Sinn zusammengebastelt ist nicht gerade die musikalische Offenbarung schlechthin. Auch wenn P*A*L den Anspruch erheben, Musik zum Abtanzen zu machen, so muß ich dem widersprechen. Nur das 6. Stück "Bewegung" (Sinn!?) konnte ein Zucken in meinen Beinen hervorrufen. Track 5 "Get Lost" lebt von seiner Atmosphäre, die restlichen wirken dagegen eher flach. Fazit: Interessante Samples sind eben nicht alles... T.C.

 

P*A*L "Release" CD, Ant-Zen

Diese Scheibe ist für mich ein zweischneidiges Schwert: Da sind zum einen EBM-artige Stücke und Rhythmus-Noise-Ergüsse, die man eigentlich schon kennt und die nicht gerade überwältigen. Die andere Seite aber sind Tracks, die auf fast schon meditativen Rhythmen basieren, die gepaart mit gelungenen Klangteppichen, sehr wohl überzeugen können. Ich sehe die Stücke, die mir gefallen als absoluten Gewinn an und sehe über die anderen hinweg. Versteht das jetzt nicht falsch, die anderen Stücke sind nicht schlecht, sondern solide Rhythmus-Tracks mit technoiden, EBM-lastigen und noisigen Einflüssen, aber mehr von "crash the party" oder "in the now" hätte diese Veröffentlichung sicher vergoldet

 

Pankow - Wodka, Erdbeeren und weitere Katastrophen - CD - Blank Your Mind / Nuclear Blast / East West

Kein wirklich neues Album, keine Best Of-Compilation, sondern eine Raritätensammlung verbirgt sich hinter dieser letzten Veröffentlichung der Band Pankow, die gleichzeitig auch eine Hommage an den ehemaligen Sänger Alex Spalck ist. Nachdem mit dem Release des Albums "Pankow" im letzten Jahr eine neue Ära für die Band begann, wird mit "Wodka, Erdbeeren und weitere Katastrophen" die alte abgeschlossen. Abgesehen von dem getragenen "Love Is The Biggest Pig", das bereits auf dem ersten "Electrocity"-Sampler veröffentlicht wurde, sind sämtliche Songs erstmals auf CD erhältlich: so z.B. einige Songs von der ersten 12" wie "Das Wodkachaos", das meiner Meinung nach der beste Track dieser CD ist und mich etwas an die alten Front 242 erinnert. Weitere Höhepunkte sind "English Waitress", das poppige "God`s Deneuve" oder die Bearbeitung von "Lili Marleen", das auch in Deutsch gesungen wird. Ein weiterer Pluspunkt ist das sehr ausführliche Booklet, das Kommentare von Maurizio Fasolo zu sämtlichen Songs enthält, sowie Fotos der Band und einige H.R. Giger-Skizzen, die Entwürfe für das geplante Video zu "Me And My Ding-Dong" waren. Kultig ist auch das Cover, das den Titel des Songs "Strawberry Sperm" visualisiert. Eine interessante Platte, die aber nur Fans uneingeschränkt zu empfehlen ist. Reinhören lohnt sich trotzdem auf jeden Fall. Note: 2 Z

 

PASSION NOIRE - More - >Mini-Album

Wie soll ich diese CD bloß vernünftig besprechen, wo ich Wave-Pop doch kaum höre? Objektiv festzustellen ist, daß die Songs allesamt solide komponiert sind und eine sehr entspannte Atmosphäre kreieren. Auch die Produktion ist entsprechend gut gelungen, kurz gesagt: eine schöne Platte. Doch genau hier liegt auch das Problem, das ich mit solcher Musik habe: Sie ist völlig unspektakulär und hat nichts, was sie aus der Masse herausstechen läßt. Die Platte hat keine besonderen Hoch- und Tiefpunkte; alle Songs bewegen sich in etwa auf demselben Niveau. Aber nichtsdestotrotz: Wer Wolfsheim mag, der kann hier bedenkenlos zugreifen. Auch wenn mir persönlich die Platte eigentlich gar nicht so gut gefällt, gebe ich ihr trotzdem die Note 3. R.I.R.

 

PAVEMENT - TERROR TWILIGHT (CD - Domino / Virgin)

Poppig, folkig, ruhig, das sind wohl die Attribute mit denen man die neue PAVEMENT-Scheibe betiteln kann. Diese Ruhe erweist sich dann aber auch als Nachteil, keines der Stücke kann den Hörer so recht aufwühlen. Trotz gut produzierter Songs, bleibt einem der Zugang zu oft verwehrt. Schade eigentlich. Th. K.

 

PHALLUS DEI - Orpheus & Eurydice - PARAGORIC/INTERCORD

Bei Phallus Dei weiß man eigentlich nie so genau was einen erwartet. Präsentierten sie in ihrer Anfangszeit noch rituellen Industrial, so setzten sie auf den Alben "Cyberflesh" und "Pornocrates" auf dunkle Soundscapes als auch auf treibende Stücke mit heftigen Gitarrenparts. Genau diese Crossoverlastigen Stücke sind es auch, die ich auf ihrer neuen CD vermisse. Dort werden vor allem dunkel-bedrohliche Soundscapes mit dem Hang zum Experimentellen präsentiert, wie etwa das Endlosstück (knapp 20 Minuten lange!) "Abraxas". Ihre Vielfältigkeit beweisen sie auch in der mehr als abwechslungsreichen Instrumentierung, denn neben elektronischen Mitteln wie Keyboards, Drums und Samples, benutzen sie auch Strings, Akkordeon, Flöte und auch akustische Gitarren. So dürfte etwa "Queen-Bee" (Hides amongst the dead) die Dark Wave und Gothic-Herzen höher schlagen lassen. Insgesamt eine recht gewöhnungsbedürftige CD. Für die Internetsurfer unter euch gibt es übrigens eine eigens eingerichtete Internet Info-Line: http:/www.sfabrik.de/darkvinyl.htm L.S.

 

PHALLUS DIE - Pornocrates - Paragoric / Intercord

Das erste, was einen beim Betrachten der nunmehr dritten PHALLUS DIE-CD "Pornocrates" auffällt, ist das perfekte Cover. Bands, die glauben, ihre Veröffentlichungen auch heute noch mit ach so tragischen Bildchen verzieren zu müssen, sollten sich ein Beispiel an dieser graphisch-künstlerischen Meisterleistung nehmen. Musikalisch haben P.D. mit dem rituellen Industrialsound der Anfangsphase abgeschlossen und heften wie auf dem Vorgänger "Cyberflesh" eine gekonnte Mischung aus balladesk-dunklen Moritaten und aggressiv-treibenden Crossover-Nummern, wobei die Stärke der Mannen um Oliver St.Lingam eindeutig in den langsamen Stücken wie "On Aloneness", "Insignicance" oder "Veiled Statuen" liegt. Ein in seiner Gesamtheit sehr geschlossen und kompakt wirkendes Werk, das zwar alles in allem nicht ganz die Genialität der "Cyberflesh"-LP erreicht, aber dennoch als einer "der Gothic-Höhepunkte des Jahres 1994 eingestuft werden muß. "Pornocrates" ist ein Pflichtkauf für alle Anhänger "schwarzer" Musik; den Hörer erwartet, nachdem er sich in die CD hereingehört hat, ein kalt und bedrohlich wirkendes, aber dennoch einzigartiges Musikerlebnis. Übrigens: Die drei Stücke von "Metacrates" sind in nur leicht abgewandelten Versionen auf "Pornocrates" enthalten, der nachträgliche Kauf der Maxi lohnt sich also nur für Fans und Sammler.

Holger Meyer

 

PHALLUS DIE - Cyberflesh - Paragoric

Das "Cyperflesh"-opus der holländisch-deutschen Formation "PHALLUS DEI" als eines der besten Alben des Jahres 1993 zu bezeichnen, ist wahrlich nicht übertrieben. Hatte das 91er Debutwerk "Pontifex Maximus" noch eindeutig sakralen Charakter, präsentiert die Gruppe auf diesem Album eine stilistische Bandbreite, die man im Bereich Gothic nur selten trifft. Nach einem kurzen Intro geht es mit "She Suffers (And Makes Suffer)" gleich Deathrock/Gothic Metal-mäßig hart zur Sache. Ein sehr gutes Stück (übrigens das einzige, zu dem der, zugegebenermaßen recht dürftige, Text abgedruckt ist). Weitere Höhepunkte die ruhigen, nachdenklichen "Confessio" und "Toitured Heroine" sowie das interessante "Losgeh"-Stück "Existence". Highlight der CD aber ist das Titelstück "Cyberflesh": ein Track, bei dem mir jedesmal ein Schauer über den Rücken läuft. Es gibt nur ein Adjektiv, welches "Cyberflesh" einigermaßen treffend beschreibt: kalt. Die kühlen, minimalistischen Elektronik-Sprengsel und die gar nicht so verzerrten, aber dennoch bedrohlichen Stimmen erzeugen eine unheimliche, aber einmalige Atmosphäre. Weniger ist eben manchmal mehr; die im Grunde einfachen Arrangements, die jedoch mit größter Effektivität umgesetzt worden sind. Was sollen die vielen Worte:"Cyberflesh" ist ein Album, das der einigermaßen informierte Gothic-Freund einfach im Schrank stehen haben sollte. So einfach ist das.

Holger Meyer

 

 

PHANTOMS OF FUTURE - Tie me up - Terrazone

Das die PHANTOMS OF FUTURE immer für Überraschungen gut sind, zeigt wieder einmal das aktuelle Album "Tie me up". Wer hier allerdings ein Konzeptalbum erwartet, daß sich in erster Linie mit Fetisch- und Bondagespielchen beschäftigt, irrt ein wenig. Dennoch überwiegt eben dieses Thema. Was die Musik angeht, so haben Songs wie "The Fly" echte Hitqualitäten, ansonsten bewegt sich das Songpotential immer im Mittelfeld. "Tie me up" würde ich als moderne, temporär recht ausgefallen und flippige Rockmusik beschreiben. Im übrigen ist Sir Hannes’ Gesang an eine Mischung aus Sir Johnny Rotten und Sir Jello Biafra angelehnt, was dem Ganzes einen gewissen Touch verleiht. Trotzdem gibt’s von den Phantoms bessere Sachen. T.C. 3

 

Philtron - None - CD - Candyland / SPV

Aus dem windigen Norden bringen uns Philtron ihr zweites Full-Time-Album. Nach der "No Promises"-Maxi, dem Debütalbum "Philtropolis" und einigen waschechten Club-Hits wie "Somewhere Between Love And Hate", gibt es jetzt den Nachfolger "None", mit dem Philtron auch genau das weitermachen, was sie wohl am besten können: nämlich Synthie-Pop, der bei einigen Songs recht treibend und EBM-lastig wird. So sind auf diesem Album auch wieder einige treibende Songs, die zum sofortigen Mitschnippen animieren, wie z.B. "Higher" oder "Visions", das meiner Meinung nach das Zeug zum Nachfolger von "Somewhere Between..." hätte. Aber diese Rolle wird wohl die (natürlich rein elektronische) Coverversion des b-Movie-Klassikers "Nowhere Girl" übernehmen. Aber natürlich hat man auch an ein paar wunderschön schmalzige Pop-Balladen wie "Your Eyes" oder das melancholische "Wintertime", die sich vielleicht erst nach mehrmaligem Hören im Ohr festsetzen. Zumindest ist "None" wieder ein sehr angenehmes und gut anzuhörendes Album geworden, was auch die mehrwöchige Platzierung in den DACharts beweist. Note: 2 Z

 

PIERREPOINT - Mini-CD "Eibon" - Celtic Circle Productions/ EFA 12518-2

Mit seiner Debüt-CD "Eibon" lieferte David Kirvel alias Pierrepoint ein Album, daß nicht nur EBM-Fans interessieren dürfte. Denn trotz harter Sounds und verzerrtem Gesang büßen die sechs Songs nichts an Melodie und Tanz-barkeit ein. Auch textlich beweist Daivd, daß er sich von Samplerbeiträgen wie "Nekrophil" weit distan-ziert hat. Besonders hervor-zuheben auf "Eibon" sind sicherlich die Songs "Why do...?", "Hoffnung auf die Wiederkehr" und natürlich "Perfect Society" mit dem PIERREPOINT unlängst auf dem Celtic Circle Sam-pler vertreten war. Nachteil dieses bemerkenswerten Albums ist nur, daß es mit 22 Minuten viel zu kurz ist. S.L.

 

PLACEBO - WITHOUT YOU I’M NOTHING (CD - Hut / Virgin)

Schon mehr als zwei Jahre ist es her, daß PLACEBO mit ihrer selbstbetitelten Debüt-CD der große Durchbruch gelang, konnten sie diese immerhin vergolden. Doch wenn man mit solchen Größen, wie David Bowie oder U2 durch die Lande tourt, dann gerät das Songschreiben schnell einmal in den Hintergrund. Ein Glück, daß die Band um Brian Molko dann doch noch die Zeit gefunden hat, dieses Album aufzunehmen. Währen uns doch ansonsten einige Indie-Songs allererster Güte entgangen. Schon der vorab als Single erschienene Opener ‘Pure Morning’ läßt erahnen, was einen auf dieser Scheibe erwartet. Es dominieren melancholische Gitarren, sowie Molkos unverkennbare Stimme. Erinnert ‘Pure Morning’ mit seinem monoton vorwärtstreibenden Beat noch ein wenig an die guten alten RED LORRY YELLOW LORRY, wird es später bei Stücken, wie ‘Ask For Answers’ oder ‘Summer’s Gone’ noch eine Spur sentimentaler. Gelegentlich läßt man es dann aber auch mal etwas heftiger krachen und flechtet gar dezente HipHop-Grooves ein, was dem Gesamteindruck aber sehr gut zu Gesicht steht. Und somit endlich mal wieder ein hörenswertes und einfallsreiches Gitarren-Indie Album. Leider sind die 50 Minuten Spielzeit immer viel zu schnell rum. Dafür gibt es nach rund 10 Minuten Stille noch ein instrumentales Bonusstück, das vermuten läßt, daß die Band auch punkigeren Tönen nicht abgeneigt ist. Th. K. (Note: 2)

 

PLACEBO EFFECT - MCMLXXXIX-MCMXCV (1989-95) past... present - CD - Ausfahrt Rec./EFA

Bei uns fällt nichts unter den Tisch, so auch nicht die aktuelle PLACEBO EFFECT CD, die bereits Ende April veröffentlicht wurde. In einer schmucken Metall-Box kommt sie und umfaßt neben 10 Audio-Tracks noch ein CD-Rom-File (PC+Windows) mit Bildern, Sounds&Videos. Das CD-Rom-File konnte ich mir leider nicht anschauen, da ich keine ´Dose‘ besitze, dafür habe ich mir die Songs garantiert doppelt so oft angehört - ehrlich! Wie der Titel der CD bereits vermuten läßt, handelt es sich um eine Compilation mit 2 neuen, unveröffentlichten, 6 alten Stücken und 2 Demoversionen, wobei die älteren Stücke schon auf den damals kultigen Tapes ‘First‘ und ‘Gargoyles‘ zu finden waren. So kann man sich sicherlich vorstellen, daß es mit der Qualität nicht weit her ist. Den ersten 6 Songs der CD fehlt ganz klar die Dynamik, hier hätte man doch etwas mehr mit der Elektronik spielen müssen. Wie dem auch sei, die CD bietet einen sehr guten Einblick in die Entstehungsgeschichte der Göttinger PLACEBO EFFECT, ist für Fans also ein Muß. Ansonsten würde ich die ‘Galleries of Pain‘-CD vorziehen. Note: 3, T.C.

 

PP? - "Itum Allenro" - KM-Musik LC 7859

Die aktuelle CD der ostwestfälischen Formation steht zwar schon in den Regalen der gutsortierten Plattenläden, für uns aber kein Hindernis, sie trotzdem noch zu beleuchten. Wer PP? bereits live gesehen hat, oder ihre MCD "Splendig Threat" gehört hat, wird damit rechne, daß er sich eine neue, harte EBM-Scheibe gekauft hat. Diese Erwartung erfüllt "Itum Allenro" jedoch nicht. Die Stücke sind wesentlich vielfältiger als bei anderen Elektronisch-Bands und auch der Verzerrerwurde bei einigen Songs nicht eingesetzt. Anspieltips: Ohnmacht, Depression und Rostock. PP? haben sich mit dieser CD auf jeden Fal weiterentwickelt, von der ungeübten Tape- zur etablierten "Disco"-Band dessen Stücke in den deutschen Clubs für volle Tanzflächen sorgen ("Ohnmacht"/"Rostock"). Diese CD wird allen gefallen, die elektronische Musik mögen, aber keine Lust auf harte Noise-Schleifen oder Industrial-elemente haben. M.W.

PP? - EXZESSE IN DER SCHATTIGEN PINIE - TAPE Eigenvertrieb

Dieses Tape braucht im Grunde genommen überhaupt nicht ‘rezensiert‘ zu werden, denn bei den ‘Exzessen in der Schattigen Pinie‘ handelt es sich um einen Zusammenschnitt verschiedener Radio-Interviews, die der gute Chicken im Laufe der Zeit gegeben hat. Unter anderen auch das Interview von meinem Kollegen Guido, welches in den SOUNDTRAX im Radio Lippeland/Hellweg-Radio lief. Zwischen den Interviewblöcken liegen selbstverständlich auch einige PP?-Songs, deren Qualitätdurch das mehrfache Kopieren mehr oder wenig stark angegriffen wurde. Dennoch ist es eine witzige Idee, die bei den Fans sicherlich Zuspruch finden wird. Zu bestellen ist dieses Fan-Tape bei UNCERTAINLY LXIX, PO-Box 1203, D-59291 Oelde. T.C.

 

PP? - Tod, Tanz & Tarantelbein Video/Nr. DTY 9509/ KM-Musik

PP? haben es endlich geschafft, ihr lange angekündigtes Videotape ist endlich fertig. Man wird sich nun vielleicht fragen, wo PP? überhaupt ein Video gemacht haben!? Ohne unfair zu klingen, möchte ich behaupten, daß es in erster Linie für Fans und die Band selbst gedreht wurde und nicht, um daran eine Mark zu verdienen. Es ist sicherlich nicht perfekt geworden, aber wer kann das schon von sich behaupten? "Tod, Tanz & Tarantelbein" (blöder Name, war bestimmt Chicken’s Idee) kann als Compendium aller bisherigen Hits, und ich meine Hits, und diverser anderer Stücke gesehen werden. So besteht das Tape aus den 5 selbstgedrehten Clips zu "Ohnmacht", "Somewhere between death & birth", "Alpha HF", "Silver Scorpio" und "Rostock", sowie 10 Mitschnitten verschiedener Konzerte der letzten Monate, in die Interviewsequenzen eingeschoben wurden (ja, ich wollte schon immer mal Chicken beim Billardspielen sehen!). Video-technisch wird fast alles machbare geboten, was sich leider auch auf die Augen auswirkt. Mir war es vor lauter Wipes, Stroboskopbildern, Falschfarben, Überblendeffekten, MulitPiPs und Standbildern nicht möglich, das komplette Tape anzuschauen - Absicht? Weniger Effekt hätten es bestimmt auch getan. Ich möchte nun nochmals wiederholen, daß "T,T&T" meiner Meinung nach nur für Fans & Freunde der Band gemacht wurde und ich solche Aktionen voll unterstütze. Und noch was... immer wieder bekomme ich mit, daß es gerade in unserer Region (PB/BI/HF) einige Leute gibt, die lokal ansässige Bands wie PP? oder WELLE ERDBALL eher müde belächeln, wogegen ja nichts einzuwenden ist, aber anschließend zu "Ohnmacht" oder "WOLF" auf der Tanzfläche abhotten... da stimmt doch was

 

Prager Handgriff-Maschinensturm - CD-084-160512 - Electric Blue/SPV

Dieses Werk vom Prager Handgriff ist meines Erachtens eine Enttäuschung. Nicht nur, daß sie sich scheinbar nicht weiter entwickelt haben, sondern auch, daß sich dieses Werk größten Teils einfallslos anhört. Ich hoffe, daß sie mit diesem Album nicht ihren vermeintlich eigenen Stil gefunden haben wollen. Einziger Lichtblick auf dieser CD ist für mich das Lied "Bihac", welches ein Instrumentales ist und schöne melodische Züge beinhaltet. Die Texte zeigen ein grüne-linkes, Gesellschaftskritisches Thema und haben dabei sogar den Anspruch, angehört zu werden. Alles in allem eine CD die nur für die Freunde von dem Prager Handgriff geeignet sein kann.. R.R.

 

PRINTED AT BISMARCK’S DEATH - Chamber Music for those absent - Dion Fortune Records

Ein ungewöhnliches Album! PABD machen hier die interessantesten musikalischen Versuche: Mal wirken die Songs wie eins-zu-eins Übernahmen von TOM WAITS-Stücken ("Crowds", "Moonriver"), dann wieder geht es etwas flotter elektronisch ab ("Camuanorghia"), und dann wird genau dieser Song Gegenstand einer Piano-Interpretattion, die wieder im TOM WAITS-Stil gehalten ist ("Camuanorghia for prepared Piano"). "Never send Flowers to a Clergyman’s Funerla" klingt so, wie ich mir ein verregnetes irisches Landbegräbnis vorstelle, und das darauffolgende "Almost an Ode" klingt dann als Kontrast wie BAUHAUS auf Acid. "Unter verschnittenen Weiden" ist die Rezitation eines Trakl-Gedichts, untermalt von einigen Gitarrengriffen. Im Zntrum der CD findet sich die aus vier Segmenten bestehende "Sarajevo Suite", die auf rund 30 Minuten eindringliche Klangkollagen präsentiert, die sich dem Thema Sarajevo musikalisch zu nähern versuchen. Das und noch einiges mehr an Abwechslung hat "Chamber Music for those absent" zu bieten, und wenn man sich die Zeit nimmt, auf dieses Album einzugehen, dann wird man sicher reich belohnt. 2xR 2

 

PSYCHE - YOU RAN AWAY/GOOD BYE HORSES - CDS - 055-61343 - SYNTHETIC SYMPHONY / SPV

Das ist ja richtige Dancefloormucke, die PSYCHE jetzt machen! Ist es ein Ausschrei des Entsetzens oder nur die Überraschung? Um ehrlich zu sein, mir waren die alten experimentierfreudigen und nicht sooo glatten PSYCHE viel lieber. Nun sind sie mit ‘You ran away‘ weiter einen Schritt in Richtung Pop-Musik gegangen. Was soll‘s, den Leuten scheint es trotzdem zu gefallen. Lediglich der balladeske Piano-Song ‘Lonely one‘ konnte meine Enttäuschung zügeln und ‘Good Bye horses‘ geht eigentlich auch noch... T.C., Note: 4

 

Peter Paracelsus - Peter Paracelsus - EFA

Hier wird mal wieder von einer Band das Kapitel Soundtrack angeschnitten. Hinter Peter Paracelsus stehen mehrere Mitglieder der slowenischen Band LAIBACH. Entgegen dem von dort gewöhnten, erklingt von der CD ;,Satanic Techno". Dies ist, nach P.P., "der Zustand, wem der Schmerz oder das Vergnügen nicht länger ihrer Eigenen Natur unterworfen sind, sondern ein Problem des wissenschaftlich denkenden Geistes. Dahinter verbirgt sich dahin plätschernde Musik, die mich selbst bei voller Lautstarke nicht vom Hocker reißen kann. Unterlegt ist das Ganze teilweise mit Lateinischen Texten und eingesampelten Sprachen. Vielleicht können eingefleischte LAIBACH-Fans oder techno-Freaka mit dieser Scheibe etwas anfangen, für alle anderen lohnt sich der Kauf nicht.

Hella Schrader

 

PARALYSED AGE - Nocturne - Glasnost Records / EFA

Nach ihrem Szene-Hit "Bloodsucker" und Beiträgen auf diversen Samplern, haben Paralysed Age nun ihre Debüt-CD veröffentlicht. Die Stücke bewegen sich im klassischem Giterren-Wave Stil und erinnern ein wenig an frühe Cure-Werke. Die ruhigen Gitarrenklänge passen wunderbar zu der charakterstarken Stimme vom Sänger Michael Knust. Gesamt ein Erstlingswerk, das nicht enttäuschend ist.

Michaela Böttcher

 

PEEPING TOMS - Garden Of Harmocide - Dark Star/Strange Ways/Indigo

Diese CD ist ein echter Geheimtip für alle, die elektronische Sounds gemischt mit knallharter, aggressiver Gitarre mögen. PEEPING TOMS besteht aus Alex Caldwell, Lars Schmidt und Jan P. Wichmann. Die Musik hat ihren Ursprung im EBM, ist jedoch bereichert mit aggressiv, live eingespielten Gitarren und bizarrsten O-Ton-Samples aus amerikanischen Splatter-und B-Movie-Horrorfilmen. In ihren Texten befaßt sich die Band mit manischen, gescheiterten Existenzen, die zugleich Täter und Opfer in einer Person sind.

Michaela Böttcher

 

PERFECT TORMENT - Even Ten Gods Leave Nothing But Sorrow - KM Musik/Semaphore

Die Debüt-CD von PERFECT TORMENT enthält teilweise ruhige, schöne Musik aber auch schnelle Stücke. Durch die schöne und teilweise beschwörende Stimme von Oliver Lacher haben die Tracks irgendwie etwas bedrohliches an sich. Ein Album; das gefallen kann.

Michaela Böttcher

 

CARLOS PERON - Ritter und Unholde - Dark Star

Erneut stellt uns Carlos Peron sein Fingerspitzengefuhl für interessante Hörspiele unter Beweis. Nach "Die Schöpfung der Welt" folgt mit "Ritter und Unholde" ein Hörspiel (kann man es eigentlich so nennen?) vor, das besonders durch Peter Ehrlich's Stimme und den akustischen Malereien von Carlos Peron lebt. In 15 Kapiteln werden verschiedene Sagen und Mythen aufgegriffen und vertont. Beispielsweise Teile der Nibelungensage "Die junge Krimhild" oder auch Wagners "Lohengrin". Für Freunde des Mittelalters ist diese CD eh ein Muß und für Liebhaber von Hörspielen eine interessante Variante jener Vortragsweise von Geschichten. Peter Ehrlich's Gestaltungskraft seiner Sprache malt dem Hörer eine reale Situation oder Filmsequenz vor das Auge. Bisher der Höhepunkt dieser Reihe von Hörspielen.

Armin Kessel

 

PSYCHIC TV - Pagen Day - Cleopatra

Bereits 1984 wurde dieses damals auf 999 Stück limitierte Album bei Temple Records veröffentlicht. Nach 10 Jahren wurde es nun beim Cleopatra Label in den USA neu veröffentlicht. Bei der Aufnahme handelt es sich um ein Konzert des Projektes um Genesis P-Orridge. Die LP wurde damals nur für einen einzigen Tag zum Vertrieb freigegeben. PSYCHIC TV-Veröffentlichungen fallen gewöhnlich sehr unterschiedlich aus. Hier aber handelt es sich um gitarrenorientiertes Material, das an trübere Aufnahmen bekannter Apocalyptic-Bands erinnert. Spiel- und Soundfehler wurden mit aufgezeichnet, was dem Ganzen einen menschlichen Touch gibt. Die Covergestaltung ist ausgesprochen gut gelungen. Ich muß aber sagen, daß ich schon besseres von dieser Band gehört hebe. Für Sammler und / oder Interessierte ist dieser Kauf aber durchaus berechtigt.

Armin Kessel

 

PSYCHIC WARRIORS OV GAIA - John Peel Session - KK Records

PWOG? Vor dieses Rätsel gestellt rief ich bei KK-Records an. Der gute Mann am Telefon klärte mich auf. PWOG steht für niemanden anderes als PSYCHICK WARRIORS OV GAIA. Fans dieser Band werden jetzt garantiert wegen meiner Unwissenheit verständlicher Weise Ihren Kopf schütteln. Immerhin hat diese Combo seit Ihrer Entstehung im Jahre 86 schon 2 Fulltime-Alben und etliche Singles herausgebracht. Sie verstehen sich als multimediales Underground- Netzwerkprojekt mit ganzheitlich- perspektivischem Anspruch .... Die 3 Stücke dieser neuen Maxi-CD wurden, wie der Name schon sagt, bei einer der berühmten John Peel Sessions vom BBC aufgezeichnet und nun als Medium verewigt. Durch die monotonen Beats und die ausgefeilten Synthie-Rhythmus-Arragements kreieren PWOG eine wahrlich hypnotische Musik, die garantiert jedem in die Beine geht. Trotzdem ist diese Scheibe NFF (nur für Fans!).

Thomas Czernetzki

 

PSY 231 - Industrial Hits for greatest youth":

Au weia! Ich glaube, man muß wohl ein Freund des "experimentellen Industrials" sein, um sich dieses Album überhaupt reinziehen zu können.

So gestalten sich die 17 Songs durch recht eintönige Soundcollagen, denn irgendwie geht alles zum einen Ohr rein und zum anderen gleich wieder raus!

Einen kleinen Lichtblick stellt "The 4th Reich" dar, in dem versucht wird, die Situation Deutschland während des 2. Weltkrieges durch heulende Alarmsirenen und zeitgenössische Sprachsamples darzustellen. Insgesamt ist diese CD wohl eher was für Sammler...

Stefanie Lohmann

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