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| Archiv Rezensionen - S - |
Stillife – Raining December - Irond
Wir haben nicht schlecht gestaunt, als eine CD aus Moskau in der Redaktion gelandet ist. Die Rede ist von dem Album "Raining December" der Band "Stillife", das beim moskauer Label Irond erschienen ist. Das erste Stück auf dem Album "When The Lights Go Off ..." ist als Intro gestaltet und beginnt mit atmosphärischen Streichern sowie sanften Klängen und offenbart so was der Hörer im Verlaufe des Albums zu erwarten hat.
Das folgende Stück "Farewell" wiederum kommt elektronisch-atmosphärisch daher, ohne wirklich düster zu wirken. Trotzdem übt es auf mich eine Faszination aus der ich mich nicht zu entziehen vermag ... Bei "Last Hope" bleibt es weiterhin elektronisch, unterstützt von synthetischen Streichern. Schon der Titel "Nur das Schweigen" lässt aufhorchen – denn es handelt sich überraschenderweise um einen deutsprachigen Titel mit Sprechgesang, der im Verlauf des Songs zwischendurch in ultratiefen Gesang gipfelt. Hierbei dominieren neben den schon fast obligatorischen Streichen die Pianopassagen und wer sich darauf einlässt erlebt eine wunderschöne musikalische Reise.
"Ich Bin Zu Spät Aufgewachsen" ist der zweite deutschsprachige Track auf diesem Album und erweist sich als sehr experimentelles Stück, das von Geigen dominiert wird. "Stay" hingegen ist wesentlich gefälliger – ja schon fast zu unauffällig ... Ebenfalls elektronisch geprägt, wobei auch hier natürlich die Streicher wieder nicht fehlen dürfen - doch fast schon ein wenig zu langweilig, zumal es sich um ein rein instrumentales Stück handelt.
"Raining December" – der Track nach dem das Album benannt ist – kommt wiederum mit Gesang daher, ist natürlich wieder recht ruhig, setzt aber durch den dezenten Einsatz einer E-Gitarre Akzente. Der erste von zwei Bonustracks "The Green Island" weiß ebenfalls zu überraschen. Neben den nunmehr altbekannten sinnlichen Pianopassagen haucht eine weibliche Stimme ein paar Phrasen ins Mikro, was diesem fast rein instrumentalen Song einen besonders interessanten Charme verleiht. Zusätzlich enthält es Soundsamples und erinnert in seiner Aufmachung stark an einen Soundtrack. Der zweite und letzte Bonustrack heiß "Meine Frau" und kommt mit überraschend schnellem Tempo daher. Nachdem mal wieder die Streicher im Vordergrund stehen, wechseln sich diese mit dem Piano ab um später elektronischen Drums Platz zu machen, damit sich das Spiel wieder von vorne beginnen kann, wobei das Piano mit einigen Akkorden ständig präsent bleibt. Allerdings gefällt mir dieses Stück überhaupt nicht und wirkt in meinen Augen wie ein Fremdkörper auf diesem Album. Überraschend ist wieder das Ende dieses Tracks, da sich auch hier eine weibliche Stimme zu Gehör meldet und die warmen Streicher wieder in der absoluten Vordergrund rücken. Mein Favorit ist und bleibt Track Nr. 4: "Nur Das Schweigen" und lege es Euch deshalb besonders ans Herz ...
Armando Pereira
Sentenced - The Cold White Light - Century Media
Zugegeben, es war etwas irritierend, als ich den Titel des neuen Albums der finnischen Band Sentenced zum ersten Mal las. Zu meinem Erstaunen, hatte man sich bei diesem Album nicht auf ein prägnantes Wort beschränkt, wie z.B. bei den Vorgängeralben Crimson, Amok und Down. Nein, nein, diesmal hat man dem Nomen sogar einen Artikel und zwei Adjektive Vorangestellt! Schon merkwürdig, was einem so auffällt. Natürlich stellt sich jetzt die Frage, ob das Quintett auch in puncto Komposition, Lyrics und Produktion mit einigen Überraschungen aufwartet.
Mit The Cold White Light haben die Mannen um Vokalist Ville Laihiala wieder ein modernes Metal Album abgeliefert, was deutlich die Kreativität und Entwicklungsfähigkeit dieser Band aufzeigt.
Seit 1991 haben Sentenced von Album zu Album experimentiert, Grenzen durchbrochen, sich auch ausserhalb des Metal-Genres inspirieren lassen und so ihren ganz eigenen Stil entwickelt.
The Cold White Light zeigt einmal mehr, wie neu und facettenreich klassischer Metal auch heute noch sein kann und darf. Jeder der fünf Musiker bringt dabei seine ganz persönliche Note in die Musik ein. So leben die einzelnen Songs nicht nur von Villes prägnanter Stimme, sondern auch durch das harmonische Zusammenspiel der zwei Gitarristen Miika und Sami. Es gibt nicht viele in der zupfenden Zunft, die mittels eines Gitarrensolos derart geballte Emotionen transportieren können.
Auf kompositorischer Ebene stehen aggressiver Gesang, schroffe Gitarren, dumpfer Bass getragen von treibenden Drums in Opposition zu melodischeren Sequenzen mit akustischer Gitarre, schleichendem Bass, zaghaften Drums, lieblichen Pianosampels und angenehm weichem Gesang. Sicher sind diese Gegensatzpaare ein Grundmerkmal des modernen Metal, das Besondere auf The Cold White Light ist aber, dass jeder einzelne Song auf diesem Silberling mit dieser Vielfalt aufwarten kann. Konstant hingegen ist die textliche Thematik, die diesem Werk die bittersüsse, düster-melancholische Grundstimmung verleiht.
Wer auf den Geschmack gekommen ist, der kann sich ab dem 13. Mai seine eigene Dosis von dem Kalten Weissen Licht genehmigen. Wohl bekomms!
Mareike
18 Summers - Virgin Mary - E-Wave Records
Fast auf den Tag genau 1 Jahr (!) nachdem das Album "Phoenix from the Flames" das Licht der Welt erblickt hat, steht uns schon die nächste Veröffentlichung von Silke Bischoff aka 18 Summers ins Haus und stellt die Rezensentin ob der Namensänderung vor ungeahnte Schwierigkeiten. Unverkennbar Silke Bischoff kann man nicht schreiben, unverkennbar 18 Summers geht auch nicht, also versuchen wir es mal damit: Das Duo Flaucher/Schwer bleibt auch auf Virgin Mary seinem bisherigen Stil, einer Mischung aus Dark Wave und Synthiepop, treu. Ruhige, sphärische Momente, wo fleißig die Akustikgitarre gezupft wird, geben sich die Hand mit ohrwurmtauglichen Stücken und "Girl of 18 Summers" mit seinen wummernden Beats und dezenten Future-Pop-Anleihen ist geradezu prädestiniert für den nächsten Club-Hit. Aber auch die experimentell anmutende Seite kommt nicht zu kurz; der sparsam instrumentierte Sprechgesang von "Sensation White" preist nicht etwa eine Zahnpasta an, sondern klingt vielmehr wie eine Abrechnung, im Sinne von Schlussstrichziehen, mit der Silke-Bischoff-Vergangenheit. Dies aber rein spekulativ, da der Promoversion leider keine Texte beigelegt wurden. Bei der Verarbeitung von Soundelementen zeigen die beiden Soundtüftler wie gewohnt keinerlei Berührungsängste. So finden irische Folkklänge ebenso Verwendung wie wabernde Düsterelektrofragmente und auch die Stromgitarre kommt zum Einsatz; der Refrain von Sibyl Vane erinnert gar ein wenig an ein Seeräubertrinklied! Leider ist die CD mit einer Spielzeit von 45,33 Minuten recht kurz ausgefallen, aber dafür haben die Jungs auch auf unnötiges Füllmaterial verzichtet und eine von vorne bis hinten rundum gelungene Scheibe an den Start gebracht, die sich wie gewohnt melancholisch, aber geradliniger und nicht so verspielt wie der Vorgänger präsentiert.
Andrea Scherr
Stormlord - At The Gates Of Utopia - LP-CD (Promo) 47 Minuten
Ich hab echt 'nen Augenblick überlegt, wie man diese musikalische Wucht am besten beschreibt. Apokalyptic Metal wäre hier wohl am angebrachtesten, obwohl die Band es Epic Death Metal nennt. Man sagt ja im Allgemeinen, je unleserlicher der Bandname auf dem Cover ist, desto heftiger ist die Musik. Und bei Gott, der Name Stormlord müsste eigentlich unentzifferbar sein!
Orchestrale Elemente wie Orgeln, Streicher und auch Klavier sind hier meisterhaft und mit viel metallischer Virtuosität in Szene oder besser auf CD "gesetzt" worden. Tempowechsel, barchiale Schlagzeug-Orkane, verschiedene Gesangsstile von Sänger Cristiano Borchi, der vom Doomgeröhre bis zum fast opernhaften Tenor intoniert. Einfach grandios, was die Italiener hier abliefern.
Es wird mit an Wahrscheinlichkeit grenzender Sicherheit das Herz eines jeden Heavymetal-Fans aufgehen lassen. Man ist einfach überwältigt von dem was man hört, man wünscht es möge nie vergehen. Selbst ich als alter Darkwaver kann mich dem nicht entziehen und mein erster Gedanke war, ja, so muss moderner Metal klingen.
www.stormlord.net
KarstenV, 8/10 Punkten,
Solarized - Driven - Century Media
Die bereits am 25.02.2002 erschienene Scheibe von Solarized "Driven" ist im Vergleich zu dem Erstling "Neanderthal Speedway" schon irgendwie ... na sagen wir mal schleppender. Soll nicht heißen, daß das Album langsam ist. Es sind schon nette Tempowechsel erkennbar, jedoch fehlt der Scheibe einfach ne Prise mehr Power. Man kann keinen einzigen Song finden, der das Zeug dazu hätte, eine Art Gassenhauer zu werden. Mir persönlich sind die meisten Songs zu sehr nach dem gleichen Strickmuster gewebt. "Schrebbel"-Gitarren gepaart mit Hauruckaktionen des Schlagzeugs.
Der Sound ist schon typisch für Stoner Rock Music, aber meine Herren, das kann doch nicht alles sein. Wenn man sich Songs wie "Born of fire", "Chrome shop" oder "Stab your back" anhört und miteinander vergleicht wird man erkennen, wie sich die Songs, in puncto abgehacktes Gezocke, ähneln. Auf ganz schwache Songs wie "Box full of dirt" oder dem Instrumetalstück "Southbound", das eine Art Slide auf dem langen Wege ins Nichts darstellen soll, kann gut verzichtet werden. Meine Favoriten auf diesem Album sind u.a. der erste Song "Dig the ride", da dieser noch ziemlich frisch und "stoneig" rüberkommt. Ein weiterer Song, der ein wenig des coolen "On the road"- Feelings rüber bringt, ist "Angel". Ein schleppend, doomiger Song, unterlegt mit echoversetzten Gitarrenparts.
Insgesamt gesehen ist "Driven" mit Sicherheit kein ganz schlechtes Album, aber mehr als 6,5 Punkte würde ich dieser LP nicht geben. Wer jedoch Stoner Rock gerne hört, sollte trotzdem mal in diese Scheibe reinhören und sich sein eigenes Urteil bilden. Mehr ist leider zu diesem Album nichts zu sagen. Also bis dann ...
Edmund Flakowski
Spiritual Reality – "Amnesia" EP - Eigenvertrieb
Spiritual Reality waren wieder fleißig und wir haben das Ergebnis für Euch unter die Lupe genommen ...
Nun ja ... Echte Newcomer sind Ulrike Brauße
und Thomas Stanzel zwar nicht mehr unbedingt ...
Allerdings ist Ihr Projekt Spiritual Reality noch weitestgehend unbekannt, was
sich aber mit der nun vorliegenden E.P. möglicherweise endlich ändern
könnte ...
Der Silberling trägt den Namen Amnesia und enthält 8 verschiedene Versionen des gleichnamigen Songs, die von unterschiedlichsten Musikerkollegen wie z. B. Massiv in Mensch oder Spiritual Cramp den persönlichen Stempel aufgedrückt bekommen haben.
Abgesehen vom professionellen Eindruck, den
das hochwertige Cover und die nun gepreßte vorliegende CD bei mir
hinterlassen haben, war ich wirklich sehr positiv überrascht, als ich die
ersten Klänge vernommen habe ...
Spiritual Reality haben sich wirklich deutlichst weiterentwickelt ...
Bei Amnesia übernimmt hauptsächlich Tom den Gesangspart und wird dabei
– abgesehen von der toxic Version - von Ulli im Refrain unterstütz. Das
ganze klingt dabei recht harmonisch und ausgeglichen ...
Insgesamt wird dem einen oder anderen beim Einsetzen des Refrains der Song zu
langsam oder ruhig vorkommen ... eben nicht 100 % auf Kommerzialität getrimmt
... Was ich übrigens gar nicht schade finde ...
Schon der Original Mix wirkt kommt überzeugend 'rüber, hat ein volles
Klangvolumen, allerdings ohne insgesamt überladen zu wirken.
In den übrigen Mixen wird mit den unterschiedlichsten Effekten und Elementen
experimentiert, sie runden das Bild noch zusätzlich ab und lassen beim
geneigten Elektro-Hörer in meinen Augen kaum Wünsche offen ...
Insgesamt sind die 7 anderen Versionen z. T. sehr kommerziell ausgerichtet und
haben daher meiner Meinung nach durchaus das Potential hier und da die Tanzfläche
zum brodeln bringen ...
Bildet Euch am besten selbst eine Meinung. Ich empfehle Euch dazu den Spiritual Cramp Remix von Amnesia.
Armando Pereira
Ist es so schwer bis unmöglich, gute Musik
mit deutschen Texten zu machen, ohne in Kitsch oder Hirnlosigkeit zu versinken
Nein, Schock beweisen mit ihrer CD Erwacht dass Gegenteil. Düstere Gedanken
und Gefühle, Begierden, Glaubens- oder Sinnfragen werden intensiv und eindringlich
ohne aufgesetzten Pathos verarbeitet. Der metalorientierte Sound, mal hart,
mal zart, unterstreicht eindrucksvoll die Emotionen und lässt mitleiden,
mithassen, mitfühlen. Dabei bleiben die Songs immer
melodisch, ohne aber auch nach dem 20. Hördurchgang an Gänsehauteffekt
einzubüßen. Dafür sorgt schon diese eindringliche, faszinierende
Stimme, die sofort gefangen nimmt und entführt in die Welt von Schock.
Gegenwehr ist zwecklos.
Andrea Scherr
Da hat sich die lange Wartezeit doch mal gelohnt, denn der Nachfolger von "Gottesknecht" hat es wirklich in sich. Mit mehr elektronischen Elementen und mehr Melodik als auf dem offiziellen Erstlingswerk kotzen uns die Schinder auch auf "Wundenmann" immer noch den vollen Dreck der Gesellschaft mitten ins Gesicht. Sei es nun die gnadenlose Abrechnung mit den Zeugen Jehovas und ihrer Weltanschauung auf "Zeugen in den Schacht", das apocalyptische "Todesmaschine" oder das umstrittene Mea Culpa der katholischen Kirchen bei dem Stück "Ablass 2000". Die 5 Erzgebirgler zelebrieren auch auf diesem Album Metal der intelligenteren Art - boshaft, zynisch und garantiert frei von platten Attitüden und rollenden "Rs". Hass und Wut werden herausgespieen, durchbrochen von cleanen Gesangspassen, die Frust und Verzweiflung eindrucksvoll unterstreichen. Geil! Wer diese Scheibe in voller Lautstärke hört, kann seinen Föhn getrost in die Ecke schmeißen. Hier wird einem immer noch in kompromissloser Härte das volle Pfund um die Ohren gehauen und selten kam mir die Stille am Ende einer CD so unwirklich vor. Fazit - kaufen, hören, Amok laufen;-)
Andrea Scherr
Shining – DIN - Synthetic Symphony / SPV
Und schon wieder eine Newcomerband, die eigentlich keine ist. Verstecken sich hinter dem Debüt doch keine musikalischen Greenhorns, sondern bekannte Gesichter. Zum einen Julian Beeston (NITZER EBB) und zum anderen der derzeitige PIG-Gitartist Steve White und Sänger John B.. Zusätzliche Unterstützung erhalten sie auch auf „Horizon" von Abigail Hatlerleg, wobei ich leider nicht sagen kann, wer das ist. Shining verbinden Gitarrenriffs mit dem obligatorischen-elektronischen Klanggerüst und stellen dabei goovige Melodieläufe in den Mittelpunkt. Die so entstandene Mischung hebt sich von den typischen Crossoverbands ab und klingt daher sehr eigenständig. Daß Shining nicht wie eine typische X-Over-Band klingen, hat aber leider auch einen Haken, denn obwohl das Album sehr ordentlich ist und Shining es schaffen, abwechslungsreiche Lieder zu kreieren, so fehlt mir persönlich noch etwas der Kick.
L.S.
STIGMA - Putrefaction Taste – DAFT / Discordia
STIGMA nennt sich diese Band und sie hat garantiert nichts mit STIGMATA oder den kläglichen musikalischen Gehversuchen eines bekannten Radiomoderators zu tun. STIGMA kommen aus Frankreich, sind im minimalistischen Umfeld von DIVE oder SUICIDE COMMANDO anzusiedeln und stehen eher für einen brachialen und "durch Mark und Bein gehenden" Sound. Zwar ist "Putrefaction Taste" mit 6 Titeln und knapp 42 Minuten Spielzeit für ein Album recht dürftig bemessen, doch ist dies für Qualität nicht maßgebend. Auf der PopKomm 95 erzählte mir Dirk Ivens, daß er STIGMA für sein Industrial-Label DAFT-Rccords gewinnen konnte. Er war ganz angetan von der Musik und meinte, daß THE KLINIK (nicht zu verwechseln mit KLINIK) heute genau so klingen würden, wenn es sie noch gäbe ... Ich denke, ein schöneres Lob konnte er der Band gar nicht aussprechen.
T.C.
SPHRE LAZZA - INCINERATE / FIFTH COLUMN REC. - EUROPE - ROUGH TRADE
SPHRE LAZZA ist ein seit 1992 bestehendes Electro-Duo aus dem sonnigen Florida, welches uns nun mehr ihr zweites Album serviert. Das Menü dieser Band kann man als Energy-Electronix mit verzerrten, anklagend aggresiven Vocals, beschreiben. Nix neues, könnte man denken, aber diese Formation klingt doch irgendwie anders, als artgenössische Künstler. Der Sound hat etwas erfrischendes, etwas unverwechselbares an sich, ist auf seine Art schräg, mit Ecken und Kanten. Genau das richtige also, um sich einmal vom trantütigen 08/15-EBM-Matsch vieler Bands zu erholen (bekanntlich gibt's in Berlin ja ein ganzes Nest mit derartigen Bands...). Auf der Klangreise durch dieses Album gibt es so einiges zu entdecken, angefangen mit explosiven, gitarrigen Cocktails ("Victim of the flesh") über Schocker in bester Leaether Strip-Manier ("Under Pressure", Empty V") bis hin zu Momenten mit genial verführerischen Melodien ("Mortal wounds", "Damned nations"). Auch scheuen sich die Macher nicht, stellenweise den Hörer anhand unvorhersehbarer Tempowechsel im Song einer Art Schocktherapie zu unterziehen. Kompositionsvarianz also vorhanden! Wenngleich zwei bis drei Songs auch nicht ganz zu überzeugen wissen, so ist dieses Album doch ein empfehlenswerter Silberling für alle, die etwas mehr erwarten, als stupiden Stampf-EBM Marke "Schlafen Sie gut". Note: 2-
A.X.
STATE OF MIND - FLEETING GLIMPSE
Diese in Eigenproduktion entwickelte 3-Track-Maxi hat über Umwege meinen CD-Player gefunden. "Schrecklich" war mein erster Gedanke, "ungewöhnlich" der zweite, "außergewöhnlich" der dritte. STATE OF MIND beweisen eindrucksvoll, daß es nicht reicht, Musik oberflächlich zu hören, um sie dann mit entsprechenden Attributen versehen in eine der bereits existierenden Schubladen zu packen, um sich bloß nicht eingehender mit der dargebotenen Musik auseinandersetzen zu müssen. Subjektives Gefallen ist das eine, Bequemlichkeit das andere. Zugegeben: Meinen Musikgeschmack treffen die fünf Musiker aus dem Münchner Raum nur bedingt. Dennoch: Ausgefallen ist das Konzept der "Gothic-/Progressive-Rock Formation" allemal. Man scheint inspiriert von einer authentisch wirkenden, da vermittelbaren Phantasiewelt, und aus dieser schöpfend Musik mit eigenem Charakter entwickelt zu haben, der stets zwischen düsteren, aber nicht depressiven, skurrilen, gleichsam experimentellen Polen wandelt, um diese zu einer kuriosen und eigentümlichen Atmosphäre zu vereinen. In Ermangelung adequater Vergleiche kann ich letztendlich nur musikalisch offene Leuten, denen diese Beschreibung zusagt, auffordern sich ein eigenes Bild zu machen.
L.S.
STATEMACHINE - AVALANCE BREAKDOWN / October Records - Semaphore
Da mir keinerlei Informationen über das Projekt "STATEMACHINE" vorliegen, kann ich nur vermuten, daß "Avalanche Breakdown" ihr Debütalbum ist (was ja auch Titel nahelegen würde). Tatsache ist aber wohl, daß STATEMACHINE aus Schweden kommen; und auf jeden Fall sind sie eine weitere Bereicherung der großen skandinavischen Electrogemeinde. Die Musik von Statemachine ist am einfachsten in die Schublade "poppiger Electrosound mit Techno-Einfluß" zu stopfen. Aber zugegebenermaßen wäre das zu einseitig, denn dieses Projekt ist wirklich gut und bemüht sich darum, die 60 Minuten Musik auf "Avalanche Breakdown" möglichst abwechslungsreich zu gestalten. So fängt die CD mit "Thermal Noise" sehr tanzbar und flott an (so in etwa im Stile Philtron), um dann mit "A crying Statue" wunderschön melancholisch zu werden. Der dritte Song würde auch auf das aktuelle Apoptygma-Album passen, und bei "Comprehensive" meint man zeitweise, Depeche Mode zu hören. Aber auch wenn diese Band keine sehr eigenständige Sache durchzieht, so muß man doch eingestehen, daß die Musik an sich wirklich gut gemacht ist. Außerdem muß darauf hingewiesen werden, daß "Techno-Einfluß" hier nicht bedeutet, daß die Musik durchgängig lustig und tanzbar ist; vielmehr dominiert eine recht ruhige, schwermütige Grundstimmung, die hier aber eben sehr elektronisch erzeugt wird. Mir persönlich fehlt zwar ein ganz kleines bißchen der nötige Kick hinter der Musik, aber das ist rein subjektiv, denn ich höre normalerweise nun mal weniger Weichspüler - diesen hier kann ich mir aber auch freiwillig anhören. Note: 2-3
R.I.R.
A SPELL INSIDE - VISIONS FROM THE INSIDE / Phoenix - Discordia
Ich kenne Leute, die behaupten doch tatsächlich, in der heutigen Zeit wären Melodien in der Musik absolut überflüssig. Bei solchen Aussagen kann ich nur die Hände über den Kopf zusammenschlagen, schreien und kotzen. Melodien sind ja wohl unabhängig von einer Jahreszahl oder Modernität und somit immer zeitgemäß und berechtigt. So, das mußte ich mal loswerden, auch auf die Gefahr hin, daß die betreffenden Personen vielleicht gleich vor meiner Tür stehen und mir ein Stinktier unter die Nase halten. Melodie, das ist auch das Stichwort für A SPELL INSIDE. Nach der Mini-CD "Return to grey" legt uns das Neusser Trio nun dieses Debüt-Werk ans Gehör, und, um es gleich im voraus zu verraten, dieses Album ist es durchaus wert, gehört zu werden. Geboten wird hier erfrischender Synthie-Wave mit bestechenden, schönen Melodien, wobei die Songs, obgleich im 90er Soundkleid, einen knisternden 80er-Charme versprühen. Die Band versteht es, Klangskulpturen zwischen Ruhe ("Days fo the Grace") und Sturm ("Compromises") zu kreieren, in welchen man sich gerne verliert. Ein Album mit einer dunklen, aber warmen Atmosphäre und dem "gewissen Etwas". Wer sich gerne von herrlichen Melodien verführen läßt, sollte hier mal zwei Ohren riskieren. Note 2-3 A.X.
SOMBRE VIEW - AS IT FADES AGAIN - CD OCTOBER/SEMAPHORE
Ein Album wie geschaffen für rauhes Herbstambiente. Melancholische aber doch warme Soundscapes, lodernd melodischer Synthie-Pop für gemütliche Abende vor dem Kamin. Die Bandmitglieder haben alle eine klassische Musikausbildung genossen, zu ihren Einflüssen zählen Bands wie THE CURE, DEPECHE MODE und DEAD CAN DANCE. Auffällige Merkmale ihrer Kreationen sind zum einen der stilprägende Einsatz von Piano und Violine, zum anderen das Wechselspiel zwischen männlichen, an MARC ALMOND erinnernden, und weiblichen, glasklaren Vocals. Mit viel Gefühl und Sinn für harmonisch erfrischende Klangmalereien geht die Band hier ans Werk, entführt dabei in pulsierende ("Against the Tide") als auch in ruhig fließende ("Disheartened") Gefilde, um die Puzzlestücke am Ende dann doch gelungen in eine homogene Einheit zu verschmelzen. Nettes, stimmungsvolles Hörerlebnis, um trüben Tagen einen aufhellenden Anstrich zu verpassen. Note 3(+)
AX
SNOG - THE FUTURE - CD ZOTH OMMOG/SEMAPHORE
Eine wahre Flut von fast gleich aussehenden CDs fiel einem in letzter Zeit von Zoth Ommog in die Hände. Auf allen war in etwa der gleiche Mist: Zweitklassiger Electro-Pop. Entsprechend gelangweilt warf ich das Album 'The Future' von SNOG in meinen CD-Player, da es auch besagtes typisches Design besaß. Doch gleich die ersten Takte versetzten mich in Erstaunen: Von wegen Electro-Pop! Der Sound von SNOG ist viel Techno-orientierter und reizte mich damit von vornherein mehr. Doch auch qualitativ haben SNOG einiges zu bieten, denn Ihre Musik gleicht nicht etwa den momentan angesagten Breakbeat-Variationen oder simplem Technogeklopfe. Stattdessen ist 'The Future' ein sehr dynamisches, geschlossenes System, das gut auch als Soundtrack eingesetzt werden könnte. Im Hintergrund werden sehr flächige Soundlandschaften aufgebaut, während im Vordergrund die verschiedensten Effekte passieren, was der Musik sozusagen eine gewisse Mehrdimensionalität verleiht. Schade, daß es für solche Musik keine typische Zielgruppe gibt, aber wer lieber HAUJOBB als PROJECT PITCHFORK und lieber Techno im weiteren Sinne als SILKE BISCHOFF hört, der sollte sich jetzt zumindest als potentielle Zielgruppe angesprochen fühlen und mal in 'The Future' reinhören. Note: 2
RIR
SLAVE UNIT - SLAVE UNIT - COP INT. / SEMAPHORE
Man nehme zwei Pfund MINISTRY und 750 Gramm SUICIDAL TENDENCIES, spüle dies kräftig mit einem Weichspüler durch und heraus kommt die SLAVE UNIT. Vielleicht ein wenig zu sehr vereinfacht, aber die Ami-Boys bieten eine gute X-Over-Melange, die es mit einigen Stücken sogar vermag, den geneigten Konsumenten aus dem Ohrensessel zu schleudern, vor allem mit dem leider viel zu kurzen Opener "Deadweight Loss" oder aber auch in tiefe Agonie zu stürzen wie mit "Show Time". Agressivität, Verzweiflung und Wut sind hier aus jedem Halbton zu hören, musikalisch so umgesetzt, daß es nicht nach den zahlreichen " Wir-sind-jetzt-mal-ganz-böse" - Bands klingt, sondern eine enorme Intensität entwickelt. Dabei scheinen die Jungs ihre Instrumente zu beherrschen und nicht umgekehrt, was es ja auch geben soll und setzen sie genau so ein, daß nicht alles mit Power-Gitarren zugedröhnt wird, sondern auch Platz für Feinheiten bleibt. Obwohl es die Nähe zu anderen Bands nicht leugnen kann, ist dies ein interessantes und abwechslungsreiches Werk, daß einen gelungenen Eindruck hinterläßt. NOTE: 2
C.C.
SAMAEL - PASSAGE - CD CENTURY MEDIA
Wie auch MORGOTH sind SAMAEL ein wenig mutiert, und so nicht nur im Sound, sondem auch in der Besetzung. Der damalige Keyborder wurde gefeuert, Drummer Xy hat die Synth übernommen und programmiert seitdem einen Drum-Computer. Zusätzlich wurde mit Kaos ein zweiter Gitarrenmensch verpflichtet. All das hat je doch nicht viel am ursprünglichen Samael-Sound verändert. Allerdings hat sich Xy in seinen Computer verliebt, und das hört man natürlich. So ziehen sich neo-klassische Elemente wie ein roter Faden durch das mittlerweile vierte Album `Passage`. Filigrane Pianos zieren bei `Angel's Decay`, ebenso wie die Snare als Military-Drum. Synth-Chöre und (Pfeifen-) Kirchenorgeln sind allgegenwärtig. Düster, aggressiv und pompös - und so ist auch das gesamte Album. SAMAEL überraschen jedes mal aufs Neue. Da werden sogar bei 'The Ones' Double-Bass-Gewitter von einem Techno-Rhythmusüberschattet! `Passage` ist eindeutig das beste Samael-Album und eine der wichtigsten Veröffentlichungen dieses Metal-Genres. Note: 1
T.C.
SENGIR - AUTUMN TEARS (EP) - EIGENPRODUKTION
Die belgische Formation Sengir präsentiert ihre aktuelle EP "Autumn Tears" und hinterlässt auf Anhieb einen angenehmen Eindruck. Die ehemalige Death Metal-Formation hat ihren Stil komplett geändert (wie heutzutage nicht gerade außergewöhnlich) und fabriziert nun wunderhübschen dramatisch-melancholischen Gothic-Rock mit Frauengesang, der nicht selten an die Band "Inkubus Sukkubus" erinnert. Nun denkt man sich: "Hm, eine Newcomer-Band, die schon anfangs ihren Stil wechselt? Was soll das denn geben?" Jedoch sollte man nicht vorzeitig Schlüsse über die vermeintliche "Stil-Unsicherheit" ziehen, denn die junge Band hat ihre Richtung offensichtlich gefunden! Die äußerst bezaubernde Stimme von Mikrophon-Schwingerin Ellen lässt nicht nur Männerherzen höher schlagen! Die vier Tracks bieten eine abwechslungsreiche Mischung aus Up-, Mid- und Slow-Tempo-Songs und läßt die eben angesprochenen "Inkubus Sukkubus" oft alt aussehen...
Mein besonderer Favorit, der Opener "Cry Before The War", sowie die restlichen drei Stücke ("The Relief", der Titelsong "Autumn Tears", sowie "Hydra"), glänzen außerdem noch durch wunderbar einfallsreiche Texte, die einen kaum glauben lassen wollen, dass hier tatsächlich eine blutjunge Newcomerband am Werk ist! Noch dazu ist die Produktion derart ausgereift, wie es sich eine solch neue Kombo nur wünschen kann! Also, wer vor unbekannten (aber sicherlich bald namhaften), neuen Bands nicht zurückschreckt und sich nach dieser Kritik überzeugt fühlt, sollte sich direkt Stift und Zettel schnappen und die unten stehende Kontaktadresse notieren! KAUFEN!(ds)
Kontakt:
Pieter De Lannoy
Guchtstraat 96
9340 Lede
Belgium
tel.: 0032/53/802633
Sengir00@hotmail.com
www.sengirweb.com
GOTHIC CLUB CLASSICS - VOLUME 1 - SPV/OBLIVION
Oblivion (eine Untergruppe der Firma SPV), hat sich schon durch mehrere äußerst erfolgreiche Sampler wie "EBM Club Classics 1+2", "Guitar Club Classics", oder "DAC Club Classics" einen Namen gemacht, die bis jetzt immer einen gelungenen Einstieg für Neulinge darstellten, aber auch dazu gut waren, Szene-Veteranen in Erinnerungen schwelgen zu lassen. Dies ist auch mit diesem Sampler wieder vollends gelungen. Während auf CD1 hauptsächlich ältere Klassiker wie The Mission ("Wasteland"), Bauhaus ("Bela Lugosis' Dead (Live)"), oder Fields Of The Nephilim ("Moonchild") zu finden sind, bietet CD2 mehr neuere Meisterwerke, wie z.B. Type O Negatives "Christian Woman", Moonspell ("Opium") oder Theatre Of Tragedy ("Tanz Der Schatten"). Somit ist dieser Tonträger besonders Einsteigern zu empfehlen, die sich einen Überblick über die Szene verschaffen wollen. Aber auch erfahrene Szene-DJ's dürften notfalls mit 2CD's an einem kurzen Disco-Abend auskommen...Gothic Club Classics CD1 und Gothic Club Classics CD2... (D.S.)
Severe Torture - Feasting On Blood
Die Erde bebt und Monster steigen aus ihr empor (dumpfe und harte Bässe) - eisiger Wind peitscht alles Leben nieder (agressiv wirbelnde Gitarren) - Todesengel und Dämonen sprechen ihr Gebet (dämonisches Grunzen) - die Apoka- lypse naht! Wer sich den Tag herbeisehnt, an dem Teufel und Dämon sich die letzte Schlacht mit Gott und der Menschheit bieten, kann sich mit "Feasting On Blood" schon einmal einstimmen. Ein Album, welches das Chaos der Endzeit ein Stückchen näher bringt. Jeden- falls nichts für seichte Gemüter. Fans von Bands wie Cannibal Corpse, Immolation, etc. könnten Gefallen an dem Album haben und in Severe Torture einen willkommenen Newcomer sehen.(nl)
MASCHINENWELT Compilation - CD - NR: MW001 Maschinenwelt/Discordia
Als eine der bemerkenswertesten Veröffentlichungen der letzten Monaten möchte ich Euch den Maschinenwelt-Sampler vom gleichnamigen Label vorstellen. Insgesamt treten hier 15 Bands aus dem umliegenden EBM-Sektor an. Das gerade in diesem Bereich ziemlich viel Mist veröffentlicht wird, ist keine Frage. Bei den heutigen Preisen ist fast jeder Hinz und Kunz in der Lage, seine "eigene" Compilation in Silber zu pressen. Es kommt also nur auf Qualität an und Maschinenwelt legen da die Latte ziemlich weit nach oben. Und es sind nicht Acts wie X-MARKS THE PEDWALK, SUICIDE COMMANDO oder CYBER AXIS, die den Newcomern das Wasser abgraben, nein, die Highlights kommen gerade aus dem eigenen Lager. TERMINAL CHOICE zum Beispiel sind mit ihrem absoluten Dancefloorhammer "Black Rubber" aus den Szeneläden nicht mehr wegzudenken, E-CRAFT aus Eisenhüttenstadt überzeugen mit einem ausgefeilt-melodischem Synthie-Arrangement und wem das sägende "Nation of fear" von THE UNKNOWN nicht gleich in die Beine geht, sollte sich mal ordentlich beim Arzt durchchecken lassen. Im übrigen sind alle vertretenen Stücke exclusiv für diese CD entstanden oder neu abgemischt worden. Keine Chance also, sie woanders zu bekommen!T.C.
THE SISTERS OF MERCY - Shot Rev 2.0 - Video - Warner
Mit "Shot Rev 2.0" erschien im Dezember 1993 das dritte offizielle Video der SISTERS. Wie vermutet, basiert es auf dem unverschämten "Shot"-Video (17 min. für über 30 DM) und enthält alle Clips der SISTERS seit 1987. Es beginnt mit dem ziemlich einfallslosen Filmchen zu "Temple Of Love `92", bevor es mit zwei Videos weitergeht, die zu den besten überhaupt gezählt werden müssen: das Mad-Max, mäßige "This Corrosion" und das edle, in der antiken Stadt Petra gedrehte "Dominion". Danach das altbekannte "Lucretia My Reflection", welches in Bombay gedreht wurde und "1959", in dem sich Eldritch in Fifties-Ambiente präsentiert. Es folgen Clips der Vision Thing-Phase, bevor mit dem neuen "Under The Gun" der Schlußpunkt gesetzt wird. Einziges Manko an dem Tape: die magere Spielzeit von knapp 40 min.; die überragende Qualität sowohl der Musik und der Clips rechtfertigen jedoch durchaus den Kauf.
Holger Meyer
THE SECOND SIGHT - Life wrote it down - AM-Music
Eigentlich hätten mich ja schon die Sleevephotos vom guten Felix Flaucher warnen sollen, wobei Felix da wahrscheinlich gar nicht mal soviel für kann, aber ich mußte ja unvoreingenommen, wie ich nun mal zu sein versuche, diese CD wie jede andere bei hoher Lautstärke in den Player werfen. Oh Gott, warum muß es sowas noch geben? Warum klingt Disco-Electro-Synthie-Hüppel-Pop eigentlich (fast) immer gleich? Ein schmalziger Sänger und der Rest so wunderbar weich. Oder hat der liebe Gott mir einfach nicht die organischen Voraussetzungen gegeben, in diesem Musikbereich Differenzierungen vorzunehmen? Immerhin bekennen sich TSS zum Tierschutz, aber der programmatische Song "Animals" ist wirklich so ziemlich das Schlechteste und v.a. Schmalzigste, was ich je gehört habe. Da gefallen mir TAKE THAT allemal besser, und das meine ich absolut ernst, womit ich meinen Freund Christian Höfener an dieser Stelle mal ganz herzlich grüßen will, da er wohl der einzige Mensch auf dieser Welt ist, der ein BLACK FLAG - Tattoo trägt und dennoch bekennender TAKE THAT - Fan ist. Aber ich komme vom Thema ab, denn TAKE THAT sind im Vergleich zu TTS ein viel zu hartes Pflaster. Im Ernst: Dieser Song ist unglaublich schlecht, der Rest ist zum Glück peppiger und fetziger, wobei auch dieser 80er-Jargon, in den ich jetzt verfalle wieder Bände spricht. "Peppig" und "fetzig"? Igittigitt! Aber "Fight to survive" würde sich verdammt gut an einem kunterbunten Musikexpress machen... Warum habe ich nicht auch einen so schönen Schredder wie Kienzle und Hauser?2xR Note:4
Cover Classics Volume 1 (Vision Records/TCM)
Sämtliche Electro-Grössen geben sich auf diesem sehr gelungenen Cover-Album die Ehre. Als da wären Depeche Mode mit ihrem genialen "Route 66" oder Apoptygma Berzerk mit "Electricity". Weiterhin zu hören sind: Wolfsheim, Moby, And One, Fear Factory, Krupps, Second Decay und viele mehr. EineScheibe, die ich guten Gewissens empfehlen kann. Hier kann mal sehen, dass Coverversionen nicht zwangsläufig billige Abklatsche sein müssen sondern durchaus innovativ und phantasievoll sein können.
Vielklang - "1999/2000" - Sampler (Vielklang)
Viel brauche ich ja eigentlich nicht zu dieser Label-Compilation zu sagen, denn die hierauf vertretenen Bands sprechen für sich. Als da wären: In Extremo, Subway to Sally, Dreadful Shadows, Letzte Instanz, Mr. Ed jumps the gun, und viele andere. Eine durchaus gelungene Compilation, die von Gitarren-Gothic, SKA, Hip Hop und vielen anderen Richtungen alles zu bieten hat.
Signal 12 - "Signal 12" (COP/Nova Tekk)
Müsste man für diese CD eine Musikrichtung finden würde wahrscheinlich Goa-Ebm-Trance passen. Besonders beeindruckt hat mich die Tiefe der Songs; da wummert und blippert es aus allen Ecken. Es gibt alles zu hören, was man als Electrofan so benötigt: Harte Beats, psychedelische Synthflächen, gekonnte Arrangements und Sequenzen. Meiner Meinung nach führ an diesem Album kein Weg vorbei, wenn man offen für elektronische Musik ist, die sich ausserhalb der vorgegebenen Normen befindet. Absolutes Clubpotential.
Urban Funk Breaks - Compilation (Botchit and Scarper)
Eine Doppel-CD voll mit Breakbeats und funky-tunes. Mit dabei sind u. a. T.Power, FrequNasty und Jason Sparks. Die zweite CD enthält einen Mix von DJ Orange Kush. Nun ja, für die londoner Clubs bestimmt richtungsweisend und absolut liebenswert, aber 2 CD´s voll mit Breakbeats ist bestimmt nur was für absolute Fans. Wer allerdings Club-Feeling Zuhause haben möchte ist mit dieser Compilation sicherlich gut bedient. A.D.
Silence - "unlike a virgin" (Chrom Records)
Sehr schwer einzuordnender Electro-Pop. Silence arbeiten sehr viel mit Breakbeats und gewollten Disharmonien, was sich stellenweise auch gar nicht mal so schlecht anhört, aber auf Dauer ziemlich schwierig zu hören ist. Auch an der , ein wenig aufdringlich erscheinende Stimme, könnte man sich nach der Hälfte des Albums satthören. Trotzdem ist "unlike a virgin" ein sehr gutes Album, was, meiner Meinung nach, besonders durch "the fith elephant" besticht. A.D.
Strategy - "Intense 01" (Align/Ausfahrt)
Düsterer Synthpop mit EBM-Anleihen. Die ganze Scheibe ist ziemlich ruhig gehalten aber dennoch eingängig und durchaus tanzbar; oder einfach nur zum Zuhören. Es gibt bestimmt auch einige Hits, wie z. B. das epische "Erased". Sehr schöne Kompositionen and Arrangements. Für mich ist es das erste mal, dass ich was von Strategy zu hören bekomme, aber diese Band aus Österreich sollte man sich auf jeden Fall mal merken, denn da wird man bestimmt noch einiges von zu hören bekommen. Wer auf breite Synthflächen und eingängige, nicht zu harte Beats steht, der kommt an Strategy nicht vorbei. A.D.
Sampler - CRYPTICHON - DCD - Oblivion / SPV
Mit dieser Mittelalter, Gothic und Romantik Compilation auf zwei CD’s ist SPV wirklich ein Meisterwerk gelungen. So ziemlich jede Band, die man in der Szene irgendwie mit klassischer und mittelalterlicher Musik in Verbindung bringt, ist hier vertreten. Schade ist lediglich, daß es sich durchweg um Songs handelt, die bereits veröffentlicht wurden, doch bei den 26 vertretenen Bands gibt es sicher auch für den größten CD-Sammler noch etwas zu entdecken. Außerdem ist das DigiPak wirklich schön gestaltet. Ein paar Namen: SUBWAY TO SALLY, STELLA MARIS, IN THE NURSERY, THE 3RD & THE MORTAL, IN EXTREMO, ORDO EQUITUM SOLIS, LISA GERRARD, CORVUS CORAX & ENGELSSTAUB.
Thorsten Kübler
Sampler - THE BEST ROCK ALBUM IN THE WORLD ... EVER! - DCD - Virgin
Ganz schön hochtrabend der Titel dieser Doppel-CD. Und wenn man sich dann die Trackliste anschaut, kommt man zu der Erkenntnis, daß die besten Rocksongs ‘ever’ wohl ausschließlich in den letzten Jahren geschrieben wurden. Na ob dem wirklich so ist? Lediglich DEEP PURPLE mit ‘Hush’ halten die Fahne vergangener Jahrzehnte der Rockmusik hoch. Aber trotzdem lohnt sich diese Ansammlung von 40 Songs für jeden, der auf gitarrenorientierte, mehr oder weniger mainstreamige und mehr oder weniger rockige Musik steht. Und auch hier ein paar Namen: GARBAGE, RED HOT CHILI PEPPERS, PLACEBO, LIQUIDO, THE PRODIGY, DEPECHE MODE, HIM, TYPE 0 NEGATIVE, GENESIS, SKUNK ANANSIE & RADIOHEAD.
Thorsten Kübler
Sampler - SOUNDTRACK - CRUEL INTENTIONS - Virgin
Während der Film wohl eher Durchschnitt sein dürfte (‘böser’ und reicher Jung-Romeo geht eine Wette ein, daß er das keusche Mädchen, welches sich das erste Mal natürlich für die Hochzeitsnacht aufheben möchte, in die Kiste bekommt, verliebt sich dann aber in sie etc. etc.), haben sich auf dem zugehörigen Soundtrack ein paar illustre Namen versammelt (PLACEBO, FATBOY SLIM, BLUR, SKUNK ANANSIE, THE VERVE etc.). Doch da die meisten der Stücke schon hinlänglich bekannt sind, stellt sich schnell die Frage vom Sinn solcher Compilations.
Thorsten Kübler
SILVERSPOON - ECDYSON- Tonhaus Records / Town Music
Wenn eine Gitarrenband für sechs Stücke über 60 Minuten Spielzeit benötigt, dann kann man ziemlich sicher sein, daß sie in Richtung Psychedelic tendiert und so ist es auch bei SILVERSPOON. Die epischen Songs schlagen den Hörer vom ersten Ton an in ihren Bann und die wabernde Gitarre tut ein Übriges, um eine melancholische Stimmung zu erzeugen. Bevor man es sich versieht, wird man von der Musik davongetragen, schaltet vollkommen ab und läßt sich in die Welt von SILVERSPOON entführen. Diese kommt ohne viele Worte aus, übermäßiger Gesang würde nur stören. So driftet man vor sich hin, lernt immer neue Facetten dieser faszinierenden Welt kennen, nur um nach dem letzten regulären Stück ‘Away’ durch einen hidden Track wieder in die Realität zurückgeholt zu werden. Da hat wohl jemand zuviel Super Mario auf dem Nintendo gespielt? Naja, ansonsten eine wirklich geniale Scheibe.
Thorsten Kübler
SLIPKNOT - SLIPKNOT - Roadrunner Records
Und noch so eine extraharte Combo. Wie heißt es im Waschzettel der Plattenfirma? ‘Berstende Bässe, zornige Gitarren, explodierende Drums, messerscharfe Samples und eingeschweißte Melodiemagneten schicken Dich auf einen surrealen Horrortrip.’ Für mich hört sich das Ganze dann doch eher nach Krach mit gelegentlichen Melodiesprengseln an, sorry. Es mag wohl Leute geben, die auf diese Musik abfahren, aber die lesen sicher nicht die Entry. Von daher verzichte ich jetzt auf eine weitere Beschreibung.
Thorsten Kübler
SPARKS - THIS TOWN AIN’T BIG ENOUGH FOR BOTH OF US - MCD - Virgin
Lange Zeit war es ruhig um die SPARKS, die uns vor allem in den Achtzigern mit ihren poppigen Wavesongs begeistern konnten. Doch nun hat die Werbung sie entdeckt und so flimmerte ‘This Town Ain’t Big Enough For Both Of Us’ in den Werbespots von Rover über die deutschen Bildschirme. Was lag näher, das Stück gleich noch als MCD rauszubringen. Wenn schon nichts neues, dann wenigstens alte Stücke neu aufgemotzt. Zum aufmotzen konnte man FAITH NO MORE gewinnen, deren Version dann auch ganz gut abgeht. Als Bonus gibt es noch ‘Never Turn Your Back On Mother Earth’, daß dann wieder den Bogen in die Achtziger schlägt.
Thorsten Kübler
STERBENDE WELT / XOTOX - DÖNOPTIC - Split-Tape, NEUF NOIR Records, A. Davids, Steinkerfeld 7, 59602 Rüthen-Altenrüthen
Nein, mit Dönern hat dieses Tape wirklich nichts zu tun. Naja, vielleicht doch ein wenig, geht es bei STERBENDE WELT doch auch um den Umgang der Menschen mit ihrem Nahrungsmittel Nr. 1, dem Tier. Doch kommen wir zur Musik. Auf der A-Seite gibt es 7 Stücke von eben dieser STERBENDEN WELT, die hier exzessiv minimaler Noise- und Industrialmusik frönen. Für mich ist das Ganze dann doch ein wenig zu minimal, über weite Strecken, gibt es außer atmosphärischen Rauschen nicht viel zu entdecken. Das erinnert mich irgendwo ein wenig an diese Wissenschaftler, die mit ihren hochmodernen Gerätschaften das All nach intelligenten Lebenszeichen belauschen. Da rauscht es auch monoton vor sich hin. Die gelegentlich auftauchenden bis zur Unkenntlichkeit verstümmelten Sprachsamples können da leider auch nicht mehr viel retten.
Interessanter wird es mit der B-Seite und XOTOX. Hier wird nicht auf einen Rhythmus verzichtet und auch Melodien machen sich gelegentlich breit. Zudem scheint hier jemand Spaß daran zu haben Samples mit absolutem Wiedererkennungswert ein wenig durch den Industrial-Fleischwolf zu jagen (ich habe es immer gewußt, die Schlümpfe sind kleine blaue Industrialfans). So gelingt es ohne weiteres, gegen die großen Namen, die aus jeder Szenedisco bekannt sein dürften zu bestehen. Und gäbe es XOTOX auf CD, würde es mich nicht wundern, wenn sich hierzu die Tanzflächen demnächst ebenso füllen.
Thorsten Kübler
STONE THE CROW - DAYLIGHT - Bonanza / Polydor
Wie sollte sich Rockmusik im heutigen Post-Grunge-Zeitalter anhören? Zweifellos so, wie sich ‘Daylight’ von STONE THE CROW anhört. Ein vorwärtstreibender Beat begleitet von ansprechendem Gesang und knallenden E-Gitarren bilden das Grundgerüst. Verfeinert wird das Ganze durch elektronische Spielereien und Keyboardmelodien. Das Ergebnis ist sowohl melancholisch als auch krachig und kann voll überzeugen. So würde es mich nicht wundern, wenn man diese Band in Zukunft des öfteren über unsere geliebten MT-V-IVA Bildschirme flimmern sieht. Wirklich gelungen dieses Album.
Thorsten Kübler
SABOTAGE Q.C.Q.C.? - GODDESS - MCD - - SPIN RECORDS / EMI
SABOTAGE haben beim Major SPIN unterschrieben und mit "Goddess" ihre Label-Debüt gegeben. Dabei ist das Stück "Goddess" auf dieser Maxi-CD gleich in 3 Versionen vertreten. Das Original ist typisch SABOTAGE - Techno meets Electro, rhythmusorientiert und basslastig. Interessanter noch sind die abgefahrenen Mixe, Nausea-Mix in Slow Motion (Man erinnere sich an die New Beat Generation!) und Grisha-Mix. Vierter Song "Do want U want" ist Prügeltechno von der Stange, nichts umwerfendes. Produziert und gemixed wurden Sabotage (ausgenommen "Do what U do") übrigens von Daniel B. und Patrick Codenys! Wann kommen denn die ersten House-Mixe?T.C., Note: 2
SABOTAGE Q.C.Q.C.? - SEXPLOITATION CINEMA
Namen sind Schall und Rauch. Das beweist eindrucksvoll das neue Album von SABOTAGE Q.C.Q.C.?. Im Zusammenhang mit ihrer neuen Produktion tauchen die Namen von Daniel Bresanutti und Patrick Codenys auf. Beides Mitglieder der belgischen Elekto-Kult-Band FRONT 242, die durch ständige Remixe ihres alten Materials künstlich am Leben gehalten wird. Mag der Opener Goddess noch recht interessant klingen, so gibt man sich spätestens mit "Wilde Kinder' der Lächerlichkeit preis. Bands wie NITZER EBB oder DAF haben in den 80er Jahren ausreichend bewiesen, daß es auch mit monoton repetierenden Rhythmen möglich ist, gute Songs zu produzieren. Wenn man sich schon an solchen Vorbildern orientiert, dann sollte man seine Hausaufgaben einfach besser machen. Der Rest der CD plätschert bzw. wabbert in einem eintönigen Synthesizergebrumme ohne nennenswerte Höhepunkte vor sich hin. Schade, daß SABOTAGE Q.C.Q.C.?. mit ihrer Musik einen solchen Ausverkauf betreiben. Wer wirklich einmal hören möchte, welche musikalische Kreativität sich hinter SABOTAGE Q.C.Q.C.?. verbirgt, dem sei das Erstlingswert "tumulte" wärmstens empfohlen.
K.F.
SACRILEGE - The fifth SeasonBlack Sun Records
Eigentlich sehen die 4 schwedischen Jungs von SACRILEGE recht harmlos aus, ganz besonders der Sänger mit seiner schicken Kurzhaarfrisur. Ziemlich ungewöhnliches Outfit für einen derart abgefahrenen Metalsound. Ich muß gestehen, daß die CD beim ersten Hörversuch in etwa 2 Minuten durchgeskippt war, und ich dachte mir: Was soll ich denn bloß mit dieser CD anfangen...? Später lief sie dann noch zwei, drei mal ganz nebenbei und siehe da, SACRILEGE sind trotz des rapiden Tempos und des zwar typischen, aber nicht nervenden Blackmetalgesanges alles anderen als in Ungnade gefallen. Ganz im Gegenteil, einige Songs der ‘The fifth Season’-CD entpuppen sich sogar als potentielle Ohrwürmer mit viel Melodie, wenn man beim Blackmetal überhaupt von so etwas sprechen kann. Durch die gepflegten Gitarrensoli und Breaks wird das Hören immer wieder aufgelockert, und auch die leichten Industrialeinflüsse a’la Machine Head (wenigstens ein bißchen...J ) tun ihr übriges. Nur etwas mehr Druck hätte die Produktion schon vertragen können. T.C. 2
SANS SECOUR - REVERB (CD - Tricom Music / Virgin)
Die eigene CD mit einem Coversong beginnen zu lassen ist schon recht gewagt, SANS SECOUR haben diese Herausforderung mit Bravour bestanden. ‘Regatta De Blanc’, im Original von den unvergessenen POLICE, erhält hier eine neue rauhe Schale und eine bessere Einleitung in das übergangslos anschließende ‘Meet The Morning’ hätte man wohl kaum schaffen können. SANS SECOUR lassen sich irgendwo im Gitarren-Indie Bereich ansiedeln, tendieren dabei gelegentlich in Richtung Punk, wozu gerade die rauhe Stimme des Sängers beiträgt. Selbst Country-Anleihen kann man entdecken (‘I See The Sun’) und die wirken noch nicht einmal peinlich, sondern fügen sich wunderbar in den Sound ein. Auf der zweiten Hälfte des Albums wird es dann instrumental und damit auch ruhiger. Das sentimentale ‘E111’ ist wirklich schön, was die Band aber mit einem Titel, wie ‘Hakkinen Is One Of Us’ sagen will, bleibt mir verborgen. Nach gerade einmal 39 Minuten ist ‘Reverb’ dann aber leider viel zu schnell zu Ende. Ach ja, SANS SECOUR stammen aus Deutschland und das hört man ihnen nun wirklich nicht an, was an dieser Stelle lobend gemeint ist.Th. K. (Note: 2)
Sara Noxx "Paradoxx" (Nightshade Productions/SPV)
Das Sara Noxx irgendwie nach Anne Clark klingt ist nicht von der Hand zu weisen. Allerdings schafft es Sara Noxx ihren eigenen Stil zu entwickeln. Wir alle kennen ihren Club-Hit "Society". Auf diesem Album verbindet sie in bekannter Sprechgesang-Manier kraftvolle Songs mit ruhigen und melancholischen Balladen. Wer Anne Clark mag wird sicherlich auch nicht an Sara Noxx vorbeikommen. Allerdings sollte man sich "Paradoxx""vorher anhören, denn eigentlich: Warum eine, wenn auch gute""Kopie hören, wenn es ein Original gibt. Note: 3 AD
SARA NOXX - Noxxious - CD - Nightshade
Was sich hier auf den ersten Blick wie Anne Clark anhört, ist in Wahrheit SARA NOXX. Diese Dame versteht es geschickt an die alten Erfolge von Anne anzuknüpfen, ohne sich als bloße Kopie zu outen. Der (Sprech-) Gesang ist wohl unverkennbar. Dennoch ist die Musik von SARA NOXX um einiges elektronischer, teilweise mit dancefloorlastigen Bässen und dadurch auch tanzbarer, verkörpert aber weniger den Geist der Melancholie. Das Gros der Songs zeichnet sich durch einfach strukturierte Rhythmen und eingängige Melodien aus, dem einige baladeske Kompositionen entgegen stehen, eher ruhig, trotzdem voller Pathos. Interessant ist außerdem noch das Cover "Unveiling the secret", im Original von den Huss-Brüdern alias Psyche. Leider muß ich gestehen, daß die CD "Noxxious" im Laufe der Zeit etwas an Glanz verloren hat. - vielleicht, weil ich sie so oft gehört habe.... T.C.Note: 3
SATANIC ROSES - "Do you believe?"Schizophrenia Records/SVP
Deathpop at it’s best. Mit ihrer nunmehr 4 CD "Do you believe?" haben die Satanic Roses ihren Stil konsequent weiterentwickelt. Mit einer Mischung aus Kylie Minogue, Massacre und Silke Bischoff vertonen die 5 Exilschweden, die eigentlich lieber Nudeln essen als Musik machen, ihre apokalyptischen Visionen. Liebevoll gehauchte Melodien und sonnige Balladen erzählen vom Ende der Welt. Das absolute Highlight der Platte aber ist eine EBM-Coverversion der Beck’s Bier Reklame mit Peter Spilles (P. Pitchfork) als Gastsänger. Nach wie vor werden die Satanic Roses nicht live zu sehen sein, da sie immer noch "kein Bock haben, den ganzen Krempel aus dem Studio auf die Bühne zu schleppen." Ein Pflichtkauf aber in jedem Fall; sowohl für den cowboystiefeltragenden Disco-Besucher als auch den angehenden Hobbysatanisten. Eine streng limitierte Auflage von 666 Stück und ein Faltcover mit Poster sorgen für die richtige Stimmung. T.W.
Schwanensee - Sag ja - Zeitbombe
Hinter dem Projekt Schwanensee verbergen sich keine grazilen jungen Damen und Herren, die in hautengen Balletanzügen durch die Gegend hüpfen, sondern Schwanensee wurde 1994 gegründet, um den Gruppenmitglieder die Möglichkeit zu geben, aus ihrem festgefahren muikalischen Rahmen zu entfliehen. Das Projekt Schwanensee setzt sich zusammen aus Peter Ewaldt (Baß) und Chris Zenk (Gesang) sowie dem ehemaligen Girls Under Glass-Mitglied Raj Sen Gupta (Gitarre) und Marcel Z., dem Ex-Schlagzeuger von Abwärts und Razzia. Die Musik von Schwanensee läßt sich schwer einordnen, was sicherlich auch dem Konzept von Schwanensee entspricht. Einschmeichelnde Melodiebögen werden im nächsten Moment von brachialen Gitarrenriffs auseinandergerissen. Über allem thront die charismatische Stimme von Chris Zenk, der auf "sag ja" die volle Breite seines Gesangsspektrums ausschöpfen kann. Mit "sag ja" werden alle Stimmungslagen menschlicher Existenz durchlebt. Wut, Haß und Leidenschaft verbinden sich zu einem brodelnden Vulkan, der jeden Moment zu explodieren droht. Note 3+ K.F.
Sea of sin - Watch out! - Subtronic Records/SPV
Uaargh! Zu so fortgeschrittener Zeit des Abends hätte ich lieber eine andere CD eingelegt: Einschläfernder Synthiepop - als Depeche Mode Fan der zweiten Stunde (‘83) sind mir all diese Synthipopbands wie DE VISION, BLIND PASSENDERS. DISTAIN oder eben SEA OF SIN mehr als suspekt. Selten ist dabei etwas Gutes rausgekommen, wenn ich mal von z.B. "CHATEAU DE JOIE" absehe - so auch in diesem Fall: nette, belanglose Melodien, eine auf DM, CAMOUFLAGE und andere Vorbilder getrimmte Stimme und 3 Kurzhaarsofties, wie sie jede Schwiegermutter begeistert und mit offenen Armen empfangen würde. Textlich geht es immerhin nicht nur um romantisch Liebesgeplänkel, sondern auch um ernste oder politische Themen, wie z.B. "Sudden death", welches die Selbsttötung thematisiert, oder "Afterworld", wo atomare Verbrecher die Chirage angeprangert werden. Musikalisch ist "Watch out" sicherlich kein schlechtes Album und wird sich bestimmte prima verkaufen, aber mir persönlich stößt diese ganze schleimige Synthiepopbereich mächtig auf den Magen, ich kann es einfach nicht mehr hören. Ruhe! Stop! Mir reicht die Dosis! Die CD ist zu Ende und es herrscht wieder eine wertvolle Ruhe im Zimmer. Gott (?) sei Dank. L.S.
Second Decay "Der Nerv"CD/Subtronic Records/SPV 077-84762
Der neueste Streich des Elektro-Duos setzt genau dort an, wo man auf dem Vorgänger "Taste" aufhörte. Dieses Werk bietet wieder Synthie-Pop der besseren Art, ohne dabei Langweiligkeit oder ein schon-mal-gehört-Gefühl aufkommen zu lassen. Man gibt sich diesmal etwas experimenteller, aber hält trotz allem seinen typischen Stil aufrecht. Was soll ich sagen, es ist einfach eine Second Decay-CD. Wer diese Band kennt, weißt, was ihn erwartet, wer noch nichts von ihr gehört hat, sollte spätestens in dieses Album reinhören, sonst entgeht ihm wirklich etwas. Anspieltips sind "Der Nerv" und "Kino". M.W.
SECOND DISEASE - FLAME THE DARK TRUE - Zoth Ommog/Semaphore
Was soll man dazu sagen? Was Second Disease hier als Debütalbum abgeliefert haben ist schlicht und ergreifend genial und wird, soviel ist heute schon klar, in der Electroszene mit enormer Wucht durchschlagen. "Flame The Dark True" wird für einige eine Erhellung sein, und zeigen wie gut Electro aus deutschen Landen sein kann. Das weiß zwar sowieso jeder spätestens seit haujobb, aber jede erstklassige Veröffentlichung aus diesem Bereich, die geeignet ist andere, durchschnittliche Combos in den Schatten zu stellen, ist mir eine kleine Lobrede wert. Die haben Lars und Ronald allein schon für das Intro "re-birth" verdient. Phantastisch. Was folgt sind dunkle und kaputte Electroperlen, die von einer tiefen, bedrohlichen und äußerst sinisteren Atmosphäre durchzogen sind und stagnierende Langeweile, wie sie etwa bei :wumpscut: mittlerweile herrscht, durch Abwechslung und Intensität aufs Abstellgleis befördern. Auch wenn Second Disease immer wieder mit Skinny Puppy verglichen werden, kann ich mich dieser Gegenüberstellung nicht so recht anschließen, weil SD nicht nur besser sind als alle diese Skinny-Klonen, sondern auch über eine gehörige Portion Eigenständigkeit verfügen. Wer Knüller wie "Twilight", das von einer Singlebeilage in der "Electronic Disease" bekannte "Black Order", "The Tale Of Vengeance" oder das nicht nur textlich gesehen finstere "Stormworld" kennt, weiß wovon ich spreche: Knüppelharte Beats, beunruhigende aber dennoch stimmungsvolle Klangteppiche, eine Reihe von Samples, der kreative Umgang mit Soundstrukturen und nicht zuletzt die tiefe, übrigens nahezu unverzerrte Stimme von Lars sind es, die letztendlich zu diesem musikalischen Gänsehauterlebnis führen. So stelle ich mir elektronische Musik vor. Erwähnenswert sind übrigens auch die sphärischen Interludes (Cross 1 - 6), die dieses Werk geschlossener wahrnehmen lassen. Trotz intelligenter Strukturen ist "Flame The Dark True", das übrigens komplett ohne Gitarren auskommt, für Clubs nahezu prädestiniert. Hut ab! Kaufen! Hören! L.S.
SECRET DISCOVERY - A QUESTION OF TIME - CD - NR: GUN 083LABEL: GUN/ VERTRIEB: GUN/BMG
In Bochum gibt es nicht nur Musik-Kommunikationsstätten wie das Zwischenfall oder dem Lurie, nein, Bochum hat auch in Sachen Bands einiges zu bieten. Bestes Beispiel sind wohl SECRET DISCOVERY. Ständig sind sie herumgetourt und haben zig Gigs und sich selbst eine riesige Fangemeinde erspielt. Ihre Gitarrenriffs sind seit dem Debüt "Wasted Dreams" immer schwerer geworden, die Musik dadurch um einiges härter. Jetzt wagten sie den Sprung nach oben und unterschrieben bei GUN Records. Und trotzdem haben SECRET DISCOVERY nichts von Ihrem ursprünglichen Charisma eingebüßt. Das neue Album ist düster wie immer, nur eben wesentlich treibender, rockiger. Gleich der Opener "Colour my life" geht in die Vollen, Titelstück "A question of time", "One good reason" und "What a light" setzen alte Traditionen fort, Secret Discovery haben den Gothic sicherlich nicht verraten! T.C. Note: 2
SECRET DISCOVERY - FOLLOW MEMCD - Super Sonic / G.U.N. / BMG Ariola
Mit ihrer zweiten Singleauskopplung zur aktuellen Scheibe ‘Slave’ haben SECRET DISCOVERY nun auch das letzten Sommer begonnene Experiment abgeschlossen. Seinerzeit tourten sie durch diverse Clubs des Landes und ließen ‘Follow Me’ von verschiedenen DJ’s remixen. Gewonnen haben diesen Wettbewerb die DJ’s Lappi aus der Fabrik Coesfeld und Franco Zappala & Michael Melerski aus der Riff/Zeche Bochum, deren Versionen sich nun auf dieser MCD befinden. Hat ersterer aus ‘Follow Me’ einen heftigen EBM-Track gebastelt, geht der Remix der letzteren mehr in Richtung Industrial & Big Beat. Jeweils recht interessant, aber nicht besonders umwerfend, da gab es doch den einen oder anderen innovativeren Remix. Neben der Albumversion gibt es dann noch zwei unveröffentlichte Stücke, von denen insbesondere das ruhige ‘How Can I Learn’ überzeugen kann. Th. K. 3
Secret Hope - Follow Me! - Celtic Circle Productions
Klasse Synthie-Pop mit eingängiger Melodie und Gesang, der einfach zum Kuscheln anmutet. Erinnert an die Größen der langsam aussterben Gattung. Eindeutig tanzbar und einfach nur schön und schmalzig. Dazu brauch man eigentlich nicht mehr viel sagen, außer, daß dieser Song schwer hitverdächtig ist und ein Muß für den Freund ruhiger aber tanzbarer Musik. Da geht nichts dran vorbei. J.K1
SECRET HOPE - Pine Shadow
Nach großen Erfolgen ihres im März `95 erschienenen Tapes, damals noch unter dem Bandnamen Poda, beschlossen Secret Hope, ihre erste E.P. Aus finanziellen Gründen wurde daraus nur eine Maxi namens "The Dream". Die B-Seite "The Judgement Day" entwickelte sich im Ostteil unseres Landes zu einem Tanzflächenfüller. Nun präsentieren uns SECRET HOPE ihre zweite Maxi-CD. Auf ihr finden wir eine überarbeitete Version von "Pine Shadow" auf der ich leichte Parallelen zu Project Pitchfork feststellte, sowie eine Synthie-Pop-Nummer namens "Follow me", ein einfacher, aber eingängiger Song. Zum Schluß wird uns noch ein Instrumental-Stück "A Summersday in the garden" geboten, hinter dem sich das aktuelle Live-Intro verbirgt. Insgesamt betrachtet, dürfte diese Maxi einigen Leutchen gut gefallen (über 40 erfolgreiche Konzerte im Osten sprechen für sich), dennoch möchte ich mich lieber distanzieren, da mein Musikgeschmack nicht angesprochen wird. Und zum Schluß noch das Wichtigste: SECRET HOPE sucht noch eine Plattenfirma!
C.V.
Seelenfeuer - Blüten und Staub
Tja, da stehe ich jetzt vor einem großen Problem! Einerseits, soll man ja Objektiv schreiben über eine CD, doch soll man dafür lügen? Ich denke wohl kaum. Darum bin ich der Meinung, das die Leser der Entry ruhig wissen sollten, das sie mit Erwerb dieser CD eine Goethes Erben-Kopie kaufen. Was ich nicht verstehe ist, das ich seitens von Seelenfeuer gebeten wurde nicht den Vergleich von Goethes Erben zu machen. Ich finde hingegen, das man doch ruhig zugeben kann, wenn man von einer anderen Band so stark inspiriert wird, so das die eigene Musik dieser Band stark ähnelt. Denn es müßte doch eine Genugtuung sein zu wissen, das man Musikalisch mit seinem Vorbild verglichen wird!Das Album ist ja auch nicht schlecht, nur leider bleibt die Tatsache, das man eine andere Band raushört bestehen. Bleibt nur noch zu ergänzen, das der unterstützende Gesang, von Aneta Krüger grottenschjlecht ist. Sorry, aber das ist nun mal meine Meinung!! Ich empfehle daher jedem, kauft die CD und urteilt selber, ihr könnt der Entry evtl. auch eure Meinung dazu schreiben. Das würde mich persönlich nämlich auch interessieren, da ich echt überlegt habe, ob ich das so hart schreiben soll. Also reinhören und dann sehen wir weiter. 4 Celle98
SENSELESS - Same - CD - Mad Butcher Records
Punk aus Deutschen Landen, allerdings dann doch englischsprachig. SENSELESS knüppeln runter, was das Zeug hält. Für mich persönlich ist dies nichts besonderes, auch der Gesang ist mehr als dilettantisch, und die Soundqualität läßt zu wünschen übrig. Was nach dem Hören bleibt, ist.....nicht viel, nur der gratis Cannabissamen in der limited Edition CD-Hülle. T.C.SEPULTURA - AgainstRoadrunnerFans waren geschockt von der Trennung Max Cavaleras. Wie würde SEPULTURA ohne den alten Frontmann klingen? Und wie wird Derrick Green singen? Fragen über Fragen, die nun alle eine Antwort erhalten. Vorab: "Against" ist wirklich ein erstklassiges Album, mit dem SEPULTURA einmal mehr ihre vorrangige Stellung im Metalbereich unterstreichen - auch ohne Max! Während der typische Sound an sich beibehalten wurde, hat man mehr an den einzelnen Songs gefeilt und einiges an Technik eingebracht, was man manchmal auch erst bei genauerem Hinhören merkt... blubbernde Synthies (!) im Hintergrund, abgehackte Breaks, Samples, wild verzerrte Gitarren, faszinierend auch die Parts, an denen alle Mann im Chor singen ("Boycott"). Selbst die folkoristischen "Roots"-Elemente haben keinesfalls gelitten. Bestes Beispiel hierfür die Songs "Kamaitachi", "Tribes" und "T3rcermillenium". Wenn ich ehrlich soll, SEPULTURA sind in meinen Ohren um einiges interessanter als SOUL FLY, auch wenn dies einige Leute anders sehen! TC 1
SHOCK THERAPY - X-TINKT-SOUNDTRACKSHOCK
THERAPY are back! Doch leider nicht mit einem "regulären" Album, sondern mit dem Soundtrack zu dem Film "X-Tinkt". Aber warum nicht ´mal in andere Gefilde abschweifen? Daß SHOCK THERAPY begnadete Songschreiber sind, ist bekannt. Das zeigen sie auch hier; so z.B. mit dem Stück "If everyone knew". Doch auf einem Soundtrack sind Stimmungen mehr gefragt als Songs, und daß Itchy / SHOCK THERAPY auch dieses Metier beherschen, zeigen sie zum Beispiel bei dem düsteren "March of the Angels" oder dem sphärischen "Space Odyssey 666" das teuflisch gut abgeht. Neben SHOCK THERAPY befinden sich auf dem Soundtrack noch einige weitere Projekte, was das Hauptinteresse jedoch nicht von SHOCK THERAPYs neuen Songs ablenken sollte. Leider gibt´s auch hier Soundtrack-übliches Zwischengelaber, weshalb es insgesamt nur die Note: 3 geben kann. Die SHOCK THERAPY-Songs für sich genommen sind aber deutlich besser. R.I.R.
SHOCK THERAPY - I CAN`T LET GOCD - NR: CD 005Psycho Clown/A.M. Music
AM-Music drehen zur Zeit wieder voll auf. Nicht nur das die neue SILKE BISCHOFF-CD "to protect and to serve" die Indie-Charts erklimmt und die Label Kooperation zu den Berliner Dossiers-Records erste Früchte trägt, auch Itchy mit seiner Band SHOCK THERAPY präsentiert eine Vorab-Maxi zum kommenden Album "No fear of death", welches etwa gegen Mitte Herbst erscheinen soll. I CAN`T LET GO, auch schon bekannt von der letzten CD "Santa`s little helper" kann zwar musikalisch nicht ganz in die Kerbe der alten Sachen schlagen, doch bekommt man kräftigen Wave-Rock um die Ohren. Einen passenden Video-Clip gibt es auch noch, und dieser kommt von niemand geringerem als von Kultregisseur Jörg Buttgereit (Nekromantik I&II). T.C.
Sick - Spiders in a Crock und - Somersault MeadowEigenvertrieb
Eher durch einen netten Zufall (?) fielen mir die obengenannten Demo-Tapes in die Hände. Ich war angenehm überrascht, dermaáen sch"n arrangierte Synthi-Musik zu h"ren zu bekommen. Die Richtung ist vielleicht mit den LEGENDARY PINK DOTS zu vergleichen, ebenso experimentell, sehr gut durchdacht und geschmackvoll umgesetzt. Sick verarbeitet seine Stimme als ein zus"tzliches Instrument, setzt sie nur bedingt und gekonnt an den richtigen Stellen ein. Seine Musik ist ein erlesenes H"rerlebnis, wird nicht monoton, denn Sprach- oder Ger"uschsamples bauen eine eigentmlich interessante Atmosph"re auf, die den Sound zu farbigen Klangkollagen ausweiten. Leider sind seine Tapes nicht einfach im Handel zu bekommen. Unter der Anschrift SICK / Subsoil Town Wiesenstr. 6 in 51469 Bergisch Gladbach könnt ihr Infos bzw. Tapes bekommen. Demnächst folgt ein Interview samt näherer Beschreibung. Soviel sei gesagt, Sick lohnt sich auf jeden Fall. Ich hoffe auf eine große Zukunft dieser großartigen Musik !!! Note: 1! K.B.
SIELWOLF are back! Und sie überraschen mit einem recht krassen Stilwandel. Waren bislang riesige Gitarrenwände und völlig überdrehte Vocals das Merkmal von SIELWOLF, so hat man jetzt die Musik auf bloße Klangcollagen reduziert und verzichtet ganz auf Gesang. Auf "IV" findet man keine Musik im traditionellen Sinne mehr; das ganze Album ist vielmehr als Soundtrack konzipiert. Sollte dies der Soundtrack zum realen Leben sein,, dann müßte der Weltuntergang spätestens morgen ablaufen. Lichtblicke gibt es nicht, das blanke Entsetzten wird hier musikalisch umgesetzt Bombastisch! Und Punkt. Alles weitere im Interview. Note: 2 R.I.R.
SIN - NOISY PIPES, LOVELY NOISES (CD - Recall / Virgin)
Wie hört sich die Musik einer Band an, die sowohl auf NINE INCH NAILS, als auch DEPECHE MODE steht? Hört Euch das Debütalbum von SIN an und ihr wißt es. Schon das Eröffnungsstück ‘The Launch’ läßt es mit gesampelten Gitarren und heftigen Noise-Attacken gehörig krachen. Bei einigen Stücken auftretende Synthieelemente erinnern an die oben angesprochenen DEPECHE MODE, doch diese werden immer wieder schnell von Industrialattacken verdrängt. Alles in allem gelingt es SIN aber nicht, an die Qualität der ganz Großen dieses Genres anzuschließen, zu zerrissen zeigt sich ihre Musik. Fans dieser Musik dürfen aber ruhig einmal das eine oder andere Ohr riskieren, zumal es mit über 70 Minuten eine Menge Sound fürs Geld gibt.Th. K. (Note: 3)
Sixth Comm - "The Little Death"(Celtic Circle/EFA)
Kein Zweifel, O’Kill hat großartige Arbeit geleistet. Egal, ob bei Death in June oder solo gegen Ende der 80er. "Nifelheim", "Winter Sadness" oder "A Nothing Live" sind Meilensteine in der Szene. Was aber bei weitem nicht die mehr als seltsame Veröffentlichungspolitik rechtfertigt. Nachdem wohl jeder gemerkt hat, daß O’Kills Kreativität bei den letzten Veröffentlichungen auf dem Nullpunkt angelangt ist und er scih so manche Sympathie verspielt hatte, feiert er mit vorliegender Compilation seinen Einstand bei Celtic Circle. Ob er sich damit aber Freunde macht, möchte ich bezweifeln. Denn: eine Best-of ("Turn of the wheel"), ist genug. Schlimm genug, daß die regulären LP’s größtenteils deckungsgleich sind. Wieviele Versionen von "Serpent Danc" oder "Birth of the 7" sollen wir uns noch gefallen lassen? Da wird ein bißchen gemixt und dann als unveröffentlicht angepriesen (am Rande, die Oberfrechheit: das Death In June-Kult-Stück "The Torture Garden" - ein bißchen rumgemixt, in "World As Power" umbenannt und schon hat man einen "eigens für die CD eingespielten, vorher unveröffentlichten Titel"). Wie gesagt, eine höchst überflüssige Veröffentlichung. Erwähnenswert ist das wirklich bemerkenswert gestaltete Booklet; für totale Neueinsteiger ist diese Doppel-CD vielleicht interessant, Sixth-Comm-Fans werden sich jedoch verarscht vorkommen.H.M.
SKINNY PUPPY - BRAP (Back and Forth 3+4 DCD Off Beat / SPV
Na, wenn das hier mal kein Leckerbissen ist, bei dieser Doppel-CD (im edlen Digipack) werden bei allen Skinny Puppy-Freaks (sind wir ja eh alle, oder? Höre ich Gegenstimmen?) Sicher die Mäuler wäßrig, die Äuglein und Öhrchen riiiesengroß und die Hände zittrig. Ich spare mir an dieser Stelle mal einfach mal jedwede biographischen Ausführungen, Aufzählungen und Auseinandersetzungen, das wurde und wird bereits von anderen erledigt. Kommen wir also gleich auf vorliegendes Zweifachvergnügen zu sprechen, über dessen Haupt mit dicken Lettern geschrieben steht: Hier waren Kreativitätsphänomene am Werk! Ersichtlich zum einen auf CD1 , auf welcher die Vancouver-Puppy uns mit Aufnahmen aus den Jahren 83-85 beglücken, bei denen bereits eine enorme Experimentierfreude und Gefühle für herrliche Stimmungsmomente ("Double Cross", "Jackhammer") zu beobachten sind, sowie zum anderen auf CD2, dessen Klangrillen Outtakes + Live-Aufnahmen ("Tin Omen" z.B. geht echt gut ab...) aus der "Too Dark Park / Last Rights"-Phase offenbaren. Zudem findet der Hörer hier den fehlenden "Last Rights"-Song "Left Hand Shake". Jaaa, das ist kultiges Futter für die Ohren! Pflichtstoff! AX Note: 1
SKUNK ANANSIE - POST ORGASMIC CHILL (CD - Virgin)
Mit ihrem aktuellen Werk dürften SKUNK ANANSIE nicht nur den Mainstream ansprechen. Auch für die schwarze Szene ist mit den melancholischen Stücken ‘Lately’, ‘Good Things Don’t Always Come To You’ und ‘Cheap Honesty’ etwas dabei. Alles in allem ist die Band etwas elektronischer geworden, man experimentiert etwas mehr und wird so zwangsläufig auch abwechslungsreicher. Schade nur, daß sich auf meiner Promo der für die CD angekündigte CD-ROM Track nicht befindet.Th. K.
Sleeping Dogs Wake - Under the starsCD - hyperium, 39101262, LC 6821
Die alten "Toys for Alice"-Zeiten scheinen entgültig vorbei zu sein, wie wohl nach diesem Album entgültig feststeht. Eigentlich schade, denn kaum eine Band hat es so verstanden, völlig verrückte, brachiale Klänge mit soviel romantischen und ruhigen Elementen zu kombineiren! Aber daß diese Zeiten vorbei sind, heißt nicht, daß das neue Werk von SDW schlecht ist. Es ist sehr ruhig geworden, fast ein wenig zu glatt. Aber trotz, daß die Ecken und Kanten fehlen, hat Karin Sherret eine wunderschöne Stimme, die auf eine ungewöhnliche Weise musikalisch untermalt wird. Nach wie vor hört man zwischendurch quietschige Gitarren an Stellen, wo man es überhaupt nicht erwartet. Voraussichtlich wird man von dieser CD jedoch kein Stück in den Clubs hören, da sich die Songs zum Tanzen nicht gerade eignen. Dieses Album knüpft nahtlos an "Sugar kisses" an. Wer also "Sugar kisses" gemocht hat, wird auch "Under the stars" mögen.M.B.
Soil And Eclipse - NecromancyCOP International/ Semaphore
In jeder Rezension, die ich über dieses Machwerk bisher lesen konnte, haben Soil and Eclipse ziemlich gut abgeschnitten, und zwar verdientermaßen. Straighter, melodiöser Soft EBM in Verbindung mit einer melancholischen Männerstimme von klassischem Umfang, dazu Songs mit solchem Tanzflächen Hitpotential wie "False Prophet" oder "Nocturn" ...was soll man daran kritisieren? Nicht mal die Texte lassen zu wünschen übrig, Soil and Eclipse haben es tatsächlich geschafft, mit ihrer Debut CD gleich ein tadelloses Album auf den Markt zu bringen, das zweifelsfrei seine Hörer finden wird. Dennoch wirken die Songs noch besser, wenn man sie einzeln herausfiltert, anstatt die CD am Stück durchzuhören, aber dies ist wohl eher eine Frage des persönlichen Geschmacks. Mit "Necromancy" ist ein Fehlkauf jedenfalls so gut wie ausgeschlossen, dieses Album könnte man tatsächlich getrost auch blind ergattern. H.M. Note: 2
Sopor Aeternus & The Ensemble of Shadows - TodeswunschApocalyptic Vision/EFA
Bei unserem letzten Redaktionstreffen verspürte keiner die unbändige Lust, diese CD zu besprechen. Mit dem Kommentar "Dann verreiß ich sie eben" habe ich sie dann widerwillig, aber mit einem zynischen Lächeln, eingesteckt. Zu gut war mir noch der üble Vorgänger "Ich töte..." in Erinnerung geblieben, den ich günstigenfalls und diplomatisch als stinklangweilig und belanglos betrachten würde. Die musikalische Katastrophe blieb jedoch aus, denn bei dieser CD ist eine deutliche Weiterentwicklung zu konstatieren: eine Vision von 500 Jahre alten Kirchglocken, die quasi das Unheil einläuten, ertönt und wird mit mittelalterlicher Musik, wie z.B. betörend-beschwörerischen Flöten, unheimlichen Orgeln oder orgiastischen Trommeln und stellenweise choralem Frauengesang unterlegt. Die so entstandene Atmosphäre schafft es, einen gedanklich in düster-faszinierende Zeiten zu versetzen. Welche Texte auf den/die (wohl auch vom im Sarg schlafen) geneigte HörerIn zukommen, brauche ich wohl nicht erwähnen. Ich frage mich bloß manchmal, wann all diese ominösen Gestalten, die nur von Tod(eswunsch), Selbsttötung, Friedhof oder Teufel singen tatsächlich ihre sterblichen Hüllen unter die Grasnarbe verlagern, wo das Leben doch soooo schrecklich ist, anstatt uns jahrelang mit einer Philosophie zu konfrontieren, mit der man unter Umständen ruhig mal den Psychiater konfrontieren sollte. Nun gut, auch wenn ich Mittelaltercombos à la "Des Geyers schwarzer Haufen" den Vorzug gebe, ist diese CD rein musikalisch nicht schlecht (wenn auch recht langatmig) und wird sicherlich ihre Freunde finden, Musik ist schließlich Geschmackssache. L.S.
SPERMBIRDS - GET OFF THE STAGE DoCD NR: 74321-35335-2 , LABEL: GUN VERTRIEB: BMG Ariola
Nach über 10 Jahren musikalischen Schaffens haben sich die legendären Hardcore-Punker SPERMBIRDS getrennt. Diese bedanken sich nun bei ihrem treuen Publikum mit einer Live-Doppel-CD (zum Preis einer CD!) des Abschiedkonzertes, welches Oktober ‘95 in ihrer Heimatstadt Kaiserslautern gegeben wurde. Aus diesem Anlaß erklärte sich auch der ehemalige Frontmann Lee Hollis bereit, nach seinem Ausstieg im Jahre 1992 nochmals die Bühne zu besteigen und seiner alten Band in den letzten Stunden beizustehen. 32 brillante Songs mit allen Hits und Klassikern wie "Your Opinion", "Shit for sale", "Only a phase" oder "Melt the ice" sind nun auf diesen zwei Silberlingen verewigt worden, mit denen sich die SPERMBIRDS tatsächlich selbst ein kleines Denkmal gesetzt haben. T.C. Note: 2
Stromberg Polka - Skinhead Single - Teenage Rebel Records
Stromberg Polka - eine Band, an der sich die Geister scheiden. Sie waren in den 80ern eine der wenigen Skinheadbands, die es damals gab, und haben sich immer eindeutig gegen rechte Ideologien und Politik gestellt. Auf dieser Platte befinden sich 6 Stücke, die in den Jahren von 1986 bis 1991 veröffentlicht wurden. In ihren Texten, die einen nachdenklich stimmen, geht es um Politik, Menschenrechtsverletzungen und Ideologien, gegen die sie Stellung beziehen. Da ihre Platten rare Sammlerstücke sind, wurden alle 6 Stücke ihrer Singles noch einmal zusammen gefaßt, um sie allen Interessenten zugänglich zu machen. Ich denke, dies ist eine lohnende Investition.M.V. Note: 2
Swans of Avon - Trust the AngelsMCD - Consequence Records/Discordia
Nach der E.P. "When Heaven falls" liegt nun der neue Silberling in Form einer MCD vor. Die seit 1989 bestehende Band bleibt ihrem Stil treu, allerschönster, melodischer Dark-Wave ertönt aus den Boxen, untermalt mit ausdrucksstarken dunklen Vocals. Die Bandbreite der musikalischen Darbietungen reicht dabei von druckvollen, pulsierenden Songs wie "Trust the angels", der die Tanuzgelüste in jedermann wecken dürfte, über schwebende Mid-Tempo-Nummern ("Trust the angels-visionary"), bis hin zu ergreifenden Balladen ("A kiss of a windflower", "kingdom"). Thematisch befassen sich die Lyrics mit traumatischen Erlebnissen und der Beschreibung von visionären zukunftsbildern. Begeisterndes Werk - soltle sich jeder einmal zu Gemüte führen.A.X.
SMOOTH QUALITY EXCREMENT - "Bird/Truck Collision" - CD-R Influx Communications
Was mir hier ins Haus geschickt wurde, ist ein Meisterwerk des Dark Ambient. Influx Communication, ein Label aus den USA hat hier mit "Bird/Truck Collision" etwas abgeliefert, daß absolut in der ersten Liga des Ambient angesiedelt ist. Dunkle Drones untermalen geniale Tonstrukturen aller möglichen Frequenzbereiche in fünf unbetitelten Tracks. Es wird nie langatmig oder langweilig und es werden ware Klangebenen erzeugt, die Größen wie Lustmord, Stavöstrand, Thomas Köner oder Schloß Tegal zu Ehre gereichen würden. Wer Interesse hat sollte sich mal unter influxcommunication@angelfire.com informieren, da Vertrieb und Erhältlichkeit, nicht ganz klar sind. Es lohnt sich auf alle Fälle und wie mir mitgeteilt wurde, hat dieses Label noch mehr davon auf Lager, also kontakten und genießen! Tom
SQUAREMETER (m^2) - "14id1610s" - CD Ant-Zen
Wer auf Minimalmusik steht, sollte hier wohl reinhören, mein Fall ist es eher nicht, da hier eigentlich nur sehr selten soetwas wie ein musikalischer Fluß entsteht. Noisige und wie zufällig aneinandergereihte Töne bilden ein Netz aus fast schon nervig-experimentellen Klanggebilden. Post-Techno heißt das wohl heute. Aber trotzdem ist dies eine interessante Sache, kommen die verwendeten Samples doch zu 89% aus früheren Ant-Zen Veröffentlichungen. Mir persönlich ist es zu kalt und chaotisch, aber wer soetwas mag, chaotisch-technische Sounds, sollte mal reinhören. Surreal ist hier ein passendes Stichwort. Tom
Solaris - (J. J. Janousek, Putzendoplerg. 2/2/22, A-1230 Wien)
Nanu? Ja, Ihr habt richtig gelesen: Es gibt keinen Titel! Mir liegt zwar eine CD vor, diese ist aber keine richtige Veröffentlichung, sondern beinhaltet nur einen Überblick über das bisherige Schaffen von Solaris, die einige von Euch übrigens unter dem Namen "Bullet vs. Body" vom Electronic Future Vol. 2-Sampler" kennen dürften. Mittlerweile haben sie sich ja in Solaris umbenannt, aber wahrscheinlich wird sich auch dieser Name ändern. Sobald sich etwas Neues ergibt, werde ich es kundtun. Nun aber zur Musik von Solaris: 1993 fing alles an (zumindest auf dieser CD) und das konnte sich auch schon hören lassen und kann es sicherlich auch heute noch. Electro-Beats und Sequencen mit Gitarren, die aber nicht zu sehr im Vordergrund stehen. Nun ja, einige meinen jetzt, daß es sowas schon zu genüge gäbe. Solaris haben ihren eigenen Stil gefunden, der sich kaum beschreiben läßt, es sei denn, daß ein "gut Musik" reicht. Denn die Musik ist einfach gut, nicht weniger und nicht mehr. Mal gibt es fast schon apokalyptische Synthflächen mit fordernden beats, mal pure EBM zum Ausrasten. Am besten wendet Ihr Euch mal an J. J. (Adresse steht oben). Ich bin mal auf neues Material gespannt, denn schon diese paar Tracks haben mir den Mund wässrig gemacht.
AD
Such a Surge - "Der Surge Effekt" (Epic Records/Brainstorm)
Wer VIVA, MTV und BRAVO-TV schaut, der kennt Such a Surge bestimmt und braucht dann auch gar nicht weiterlesen, denn bei "der Surge Effekt" gibt´s mal wieder kräftigen Gitarren-Hip Hop-Crossover in gewohnter Manier. Bestes und wohl bekanntestes Beispiel ist "Tropfen". Bei dieser Scheibe geht die Post ab und allen, die Such a Surge vielleicht noch nicht so gut kennen oder es sich bisher nicht getraut haben kennenzulernen, sollten sich "Der Surge Effekt" unbedingt mal anhören. A.D.
Syntact/Microscape/Escape to Dreamscape
Olaf Kujat, der hinter all diesen Projekten steckt, versteht es wie kaum ein anderer, sphärische Klänge und Melodien mit härteren Beats und Gesang zu in Einklang zu bringen, das daraus eine Synthese entsteht, deren Wirkung sich niemand entziehen kann.
Über mehrere Jahre experimentierte Olaf Kujat mit Gitarre und Geräuschen (eine Art Industrial), bevor er mit elektronischem Instrumentarium zu arbeiten begann. Daraufhin gründete er "Syntact", wie die anderen Projekte, ein Solo-Projekt ist. Jenes benannte er wegen der sprachlichen Ähnlichkeit zu "Syntec" in "Microscape" um. "Escape to Dreamscape" rief er ins Leben um ruhigere und weniger komplexee Stücke, welche harmonischer, mystischer und melancholischer sind als "Syntact" und nicht in dieses Projekt passten, umzusetzen.
Mir lagen mehrere Tapes vor, die nun im einzelnen von Olaf Kujat kommentiert werden:
Syntact – "The System inside" (6/97): Konzeptwerk über jemanden, der sich eine virtuelle Welt erschafft, sich in sie hineinversetzt und durch die scheinbare Perfektion dieser, den Bezug zur Realität verliert und in dieser Welt verloren geht. Stilistisch bietet es sowohl "leichte" Dance-Tracks als auch Industrial/EBM oder auch Dark Ambient.
Microscape – "Visible/Invisible" (6/97): Konzeptwerk über die Wahrnehmungsfähigkeit des Menschen bzw. dessen Grenzen gegenüber kosmischen Ereignissen. Hier ist der Industrialanteil schon eher geringer, dafür ist die Musik noch sphärischer durch Ambient- und Technoelemente.
Microscape – "Revision" (8/97): Einige Remixe des "Visible/Invisible"-Tapes. Hier wurden die Tracks in verschiedenen musikalischen Stilrichtungen ausgeweitet. Dazu gibt es neues Stück und mit "Sonic Flow" gibt es auch eine radikal veränderte Experimentalversion von "Sonic Sea".
Escape to Dreamscape – "Essence" (9/97): Eine Art Best-of-Tape aus den 5 vorhergehenden ETD-Tapes, die ich eigentlich nur für mich selbst machte. Hier hört man auch die verschiedenen Phasen, die ich in 1 ½ Jahren ETD hatte.
Escape to Dreamscape – "Spirits" (2/98): Fiktives Konzeptwerk über Geister, deren Empfindungen, sowie positive und negative Einflüsse, mit denen sie uns Menschen beeinflussen. Stilistisch schon homogener als "Essence", dennoch sehr vielfältiger Synthpop/Ambientwave.
Das neuste Tape, welches ich in diesen Tagen erhielt, heißt "Green" und ist, wie schon die anderen oben erwähnten, ein kleines Meisterwerk. Auf der "Green" wurden vermehrt verschiedene Elemente wie z. B. Break-beats, in die einzelnen Songs eingebaut, ohne dabei den Microscape-typischen Sound zu verlieren.
"Syntact" ist übrigens auch (neben Radar 02, Sound Tessellated, Lunastoy u. a.) auf dem CD-Sampler "Elektronik Future Vol. 2" vertreten, den ich Euch hiermit auch ans Herz legen möchte.
Abschließend möchte ich sagen, daß Olaf Kujat wohl zu den kreativsten Menschen gehört, die ich je kennenlernen durfte.
Mach bitte weiter so, Olaf !
Und Ihr, Ihr solltet Euch unbedingt o. g. Tapes beschaffen !
AD
Kontakt:
Olaf Kujat
Berliner Straße 1
38685 Langelsheim
Shock Of Reality - Abysmal Devotion - Zoth Ommog
Beim den ersten Takten diese Debutwerks drängte sich mir das Bild einer dilettantischen Hardcoreband auf, die man in einen Raum voller elektronischer Instrumente gesteckt hat... , doch dem ist nicht so! Die Lieder sind größtenteils schön schnell und hart, doch durchaus auch tanzbar. Ich bin mir sicher, das eine oder andere Stück demnächst in der Zeche Carl zu hören (die jenigen, die einmal dort waren, wissen sicherlich, was ich meine...)! Also Leute: rein hören und tanzen.
Hades
S.P.O.C.K - Astro Girl - MCD, Energy Records / SPV
Am 10. Dezember letzten Jahres war es soweit ...Vorabpräsentation der Ende Februar kommenden 2. Langrille des Schwedischen Trios S.P.O.C.K.. Musikalisch bleibt alles wie gewohnt, nur da sich nun Captain Eddy B Kirk zusammen mit seiner Crew Asteroid und Android in eine weiter entfernte Galaxy wagen und dort ein Mädel kennenlernen - Das ASTROGIRL. Tja, und genau so heißt auch die gerade erschienene MAXI, welche es in 2 verschiedenen Versionen gibt. Zum einen die mir hier vorliegende CD mit einem 2. Titel namens The Androids are here und eine 4-Track-Maxi mit 4 Mixversionen von AstroGirl, natürlich streng limitiert im DigiPack.
Thomas Czernetzki
SHADE FACTORY - A TERMINAL CAGE - Discordia
SHADE FACTORY melden sich nach 2 Jahren Abstinenz endlich wieder aus Finnland zurück; diesmal mit dem Full-Time-Debüt-Album A Terminal Cage. SHADE FACTORY, das ist die Band von und um Timo Väänänen und wurde im Januar 1992 zunächst als ein Ein-Mann-Projekt ins Leben gerufen. Die ersten limitierten Demotapes waren binnen Tagen schon vergriffen und so war praktisch abzusehen, daß die Maxi-CD "Look and Flog" kommen würden. Nebenbei war Timo jedoch nicht untätig und produzierte zusammen mit der Gothic-Band TWO WITCHES die beiden Alben "Phaeriemagig" und "Vampire's Kiss". Mittlerweile ist SHADE FACTORY zu einer dreiköpfigen Combo gewachsen und präsentiert sich ausgefeilter und tanzbaren als zuvor. Obwohl die neue CD recht harte EBM & Crossover Rythmen vereint, bleibt genug Freiraum für die eindringlichen Melodien einzelner Stücke, die durch klassische Arragements unterstrichen werden. Beim ersten Hören empfand ich diese CD nur als chaotisch durcheinander, doch kam mit der Zeit auch das Feingefühl, mit dieser Musik umzugehen. Erfrischend anders ist das Album A Terminal Cage allemal. SHADE FACTORY waren auch schon auf diversen Sampler vertreten, zum Beispiel Taste This I oder der BodyRapture Sampler III.
Michaela Böttcher
SILENCE GIFT - bju-ty (The skin broken by tears) - Hyperium
Als "Liebeslieder an die Liebe" bezeichnet Silence Gift -Mastermind Florian Schäfer seine Songs. Mit "bju-ty" ist nun nach der Debut-EP "Crossroads" das erste Album der Düsseldorfer Formation erschienen. Es ist ein romantisches Werk geworden, daß man ruhig mit romantischen Wave-Pop umschreiben kann. Hörer, die sich den Gefuhlen aller Nuancen und Schattierungen stellen wollen, finden hier einen ruhigen Einstieg. Einige Songs erinnern mich an Bands wie Poesie Noire oder (Clan of) Xymox. Hervorzuheben ist noch, die sehr interessante Cover-Gestaltung (ist man bei Hyperium ja mittlerweile gewohnt). Desweiteren sind die Songtexte abgedruckt. Eine Empfehlung für Hörer die auch mit Wolfsheim etwas anfangen können.
Armin Kessel
SOL INVICTUS - The Death Of The West - Tursa/Discordia
Seit einigen Wochen ist nun diese CD auf dem Markt, über die sich nach Wakefords Willen jeder seine eigene Meinung bilden soll, ob er sie denn nun als neues SOL INVICTUS-Album oder nur als verlängerte Maxi ansehen soll. Aber diese Frage ist ja eh nur Nebensache. Viel hat sich im Vergleich zu der letzten S.I.-Veröffentlichung "King And Queen" nicht getan, man präsentiert von Gesang, Gitarre und Streichem dominierte Dark-Folk-Songs, die, wie immer, von überdurchschrittlicher Qualität sind, aber irgendwie nichts neues bieten. Man bekommt genau das präsentiert, was man vom neuen Album erwartet hatte, professionell vorgetragen zwar, wer aber auf grundlegende Neuerungen gehofft hatte, wird enttäuscht sein. Nichtsdestotrotz eine hervorragende CD, die vor allem durch das traditionelle "Come, Join The Dance" und das ansprechende Cover zu gefallen weiß.
Holger Meyer
SOUL IN ISOLATION - Black Days in Heaven - Mini-CD
Vier sehr melodische und sauber produzierte Songs von "Soul in Isolation" finden sich auf dieser Mini-CD, die vor allem die Anhänger des Romantic-Wave ansprechen dürfte. Musikalisch scheint das Duo an die Gitarrensounds der Sisters oder Love Like Blood anzuknüpfen, wobei den Songs eine romantisch-sehnsuchtsvolle Stimmung zugrunde liegt, wie man sie von den Lakaien kennt. Dennoch ist ihre Musik nicht einfach eine Kreuzung oben genannter Elemente, vielmehr überzeugen die "Souls" durch Eigenständigkeit und musikalische Abwechslung. Wirklich empfehlenswert!
Stefanie Lohmann
Synaesthesia - Embody - Zoth Ommog
Vancouver ist die Stadt in Kanada, in der namhafte Acts wie Numb, Skinny Puppy oder auch Frontline Assembly ihre Geburtsstätte haben. Und das Vancouver immer noch lebt, zeigt ein neues Projekt namens SYNAESTHESIA, für das sich ein gewisser Herr R.Deckard verantwortlich zeichnet. Doch spätestens beim Hören des ersten Tracks der CD Embody fallen einem zwangsläufig Namen wie DELERIUM, WILL oder NOISE UNIT ein , die ja ausnahmslos alles Neben- oder Soloprojekte von Bill Leeb und Rhys Fulber alias Front Line Assembly sind. So haben diese beiden Musiker für SYNAESTHESIA die Verantwortung übernommen und mit Ihrer Erfahrung und Reife helfend zur Seite gestanden. Daher ist es nicht verwunderlich, daß sich das Album EMBODY fast nahtlos an Bill Leebs DELERIUM-Projekt anfügt. Ich will sogar so weit gehen und behaupten, SYNAESTHESIA hätte ebenso gut DELERIUM heißen können, denn diese CD steht seinen Vorbildern in nichts nach. So werden Ethno- und dunkle Sphärenklänge gezielt eingesetzt, um ein harmonisches, manchmal aber auch bedrohliches Gesamtbild zu prägen und eine Reihe von Stimmungen zu erzeugen. Es ist ein beachtliches Debüt-Werk, irgendwo zwischen Techno und New Age.
Thomas Czernetzki