Entry
Magazin für Dark Music, Kult(ur) und Avantgarde

 

Archiv Rezensionen - U -

 

Ugly Mustard
Ukiyo
Ultra Milkmaids
Umbra Et Imago
Uncle Meat
Undershirts
Union 13
Unit:187
Umbra Et Imago - Träume, Sex und Tod
Unleashed
Untergangskommando
Untoten
Upsland
Urania
U.S. Bombs
U-Tek
U2

 

Unleashed – Hell´s Unleashed

Das 9. Full Length Album des schwedischen Death Metal Quartetts. Sie haben sich für ihren neuen Longplayer lange Zeit gelassen. Hell´s Unleashed als Titelsong kommt neben Peace, Piece By Piece sowie Mrs. Minister in traditioneller Old School Manier in flottem Tempo daher. Wohingegen der Opener Don´t Want To Be Born und Fly Raven Fly im Midtempobereich für die nötige Abwechslung sorgen. Wer sich an den alten Unleashed Scheiben erfreuen konnte, wird mit dem neuen Silberling der alteingesessen Masters of Death seinen höllischen Spaß haben. 15 Tracks sind es immerhin geworden, das Warten hat sich also gelohnt.

Markus Freyer

 

UNTERGANGSKOMMANDO - ORAL - 7" IMPACT RECORDS

Nachdem die erste Single von UNTERGANGSKOMMANDO "Anal" hieß, kam auch nun die 2. Single "Oral" auf den Markt, und ich muß sagen, daß mir diese 4 Stücke außerordentlich gut gefallen. Mit Sex haben die Songs zwar gar nichts zu tun, aber dafür hauen die 5 Punker mächtig auf den Putz. Deutschsprachiger Punkrock, wirklich besser als die TOTEN HOSEN. Also, sie machen dort weiter, wo die TOTEN HOSEN schon vor Jahren aufgehört hatten und bringen mit Ihren linken, lustigen und teilweise recht heftigen Texten ihr Anliegen auf den Punkt. Impact Records hat mit dieser Band tatsächlich das goldene Händchen bewiesen, denn warum sollte eine Band, die musikalisch und textlich schon viel Klasse beweist, im Keller vor sich hinspielen? So vergebe ich die Note: 2-

R.R.

 

UGLY MUSTARD - Ugly MustardCD - NR: edel 0086302Concrete/Edel Company/Edel

Einer der interessantesten Newcomer-Acts aus Übersee ist ohne Zweifel die in Dallas beheimatete Band UGLY MUSTARD. Die Musik aus Elektronik & E-Gitarren ist hart und abgedreht, aber voller Feinheiten. Ihr selbstaufgenommenes 4-Track Demo inklusive dem Hit-Song "High" läuft seit 94 in den örtlichen Radiostationen rauf und runter. Mit ihrem Debut-Album und dem Vertrag bei einem Major-Label im Gepäck versuchen sie nun den Sprung über den großen Teich nach Europa. Und die Chancen stehen gut, momentan fährt ein Großteil des "Alternativen Lager" auf intelligenten Crossover-Sound a`la NINE INCH NAILS, FILTER oder ähnliches ab. Da bleibt sicherlich auch noch Platz für UGLY MUSTARD. In diesem Heft gibt es auch ein Interview mit Ugly Mustard - schaut mal rein. T.C.

 

UKIYO - CD "Ukiyo" - Hypnobeat / Indigo

Wie allmählich bekannt sein dürfte, ist Ukiyo das mittlerweile fünfte Seitenprojekt des französischen Genies und Die Form-Masterminds Phillippe Fichot. "Ukiyo" wurde zusammen mit Afumi Nakajima von der japanischen Band Aube eingespielt und dürfte all denen, die schon Gefallen an Elektrode gefunden haben, durchaus gefallen. Harsche Noiseschleifen und Industrial-artige Powerelectronics bestimmen das Geschehen, und so manches mal hört man die eine oder andere Form-Sequenz heraus, wobei man sagen muß, daß man, um dem zwingenden Vergleich zwischen Die Form und Ukiyo einmal genüge zu tun, diese CD wohl am ehesten noch mit der B-Seite der "Some Experiences with shock"-LP vergleichen kann. Ukiyo hat nichts mit der Eingängigkeit der letzten Fichot-Werke zu tun und wird daher auch nur in experimentellen Kreisen auf Begeisterung stossen. Ukiyo ist ein weiteres Kleinod im gewaltigen musikalischen Schaffen Fichots, der wohl das gesamte Spektrum elektronischer Musik - von Sombre Printemps und Die Form bis hin zu Elektrode und nun Ukiyo - ausgelotet hat. H.M.

 

Umbra et Imago - Kein Gott und Keine Liebeeastwest Spirit Production

Eingangs schenkt man der neuen Maxi-CD noch neugierig Aufmerksamkeit. Die Opernstimme der polnischen S"ngerin DeCoy fasziniert, das Klangszenario verzaubert. Doch letztendlich liegt im Neuen das Alte begraben. Diese Maxi ist nicht schlecht, jedoch auch nicht herausragend. Vielleicht ist der Sound etwas h"rter geworden, trotzdem bleibt der Stil der altbekannte. Schade. Note:3 K.B.

 

Umbra et Imago - Gedanken eines VampirsCD - Spirit Production/East-West

Nach fast zwei Jahren meldet sich die Band um Vampir Mozart mit vorliegendem Album zurück. Nach paarmaligem Hören fällt zunächst die Tatsache auf, daß musikalisch ein Schritt in Richtung "back to the roots of goth" getan wurde, will heißen, das Soundgewand erfuhr eine hörbare Wandlung durch vermehrte Gitarrenlastigkeit. Und dies tut dem ganzen keinen Abbruch, im Gegenteil. Vorliegendes Werk wirkt durch diesen Aspekt farbenfroher und lebendiger als die Vorgänger. Das typische Umbra-Ambiente ist dennoch erhalten geblieben, Mozarts eindringlicher Sprechgesang ebenso wie atmosphärisch melodische Keyboardpassagen, und natürlich haben auch die thematischen Inhalte wieder zum Nachdenken und Diskutieren anregenden Charakter. Die Umbra-Fangemeinde dürfte nach diesem Album größer werden. Anspieltips: das ohrwurmartige "Devotion", das süßlich melodische "Wake up" sowie "Mit Dir (Swinging Session)", wo die Band ihren Sinn für Humor zum Vorschein bringt. AX

 

Uncle Meat - UnderneathConcrete/edel

Über den Hintergrund von UNCLE MEAT brauche ich an dieser Stelle nicht allzu viel zu sagen; das könnt Ihr im Interview nachlesen. Deshalb gleich in medias res: UNCLE MAT spielen mit harten Gitarren und größtenteils aggressivem Gesang auf, der sie in das Feld der modernen, nicht prolligen Metal-Bands stellt, die offen für verschiedenste Einflüsse sind (vgl. z.B. MACHINEHEAD). Das tolle ist neben der eingängigen Musik der Gesang, der teilweise so bittersüße (hallo Zillo!) Harmonien wie bei MINDFUNK heraufbeschwört. Die sind mir denn auch als Vergleich eingefallen, wenngleich UNCLE MEAT insgesamt weniger elegisch sind und dafür teilweise in seichtere Hardcore-Gewässer hereinschnuppern. Sie spielen natürlich nicht so sehr das volle Brett, sind aber trotzdem sicherlich nicht zuletzt auch von diversen Eastcoast-Bands (und meinetwegen auch Westcoast) beeinflußt. "Monsterman" beispielsweise erinnert stark an HENRY ROLLINS "Liar" (verdammt stark...). Ihr merkt schon, daß UNCLE MEAT durchaus das Zeug haben, manchen Amibands Feuer unter dem Arsch zu machen (sie kommen aus Belgien!). Daumen oben! R.I.R.Note: 2

 

UNDERSHIRTS - DIGITALITYCD - Slaughterhouse Productions/Semaphore

Bei der heutigen Jugend sind sie etwas aus der Mode gekommen: Die Unterhemden. Dies trifft sicher zu, wenn man sich auf die Kleidungsstücke bezieht. Anders sieht es jedoch aus bei der musikalischen Ausprägung des Unterhemds. Die Jungs spielen richtig netten Sound zwischen Punk, Rock und Ska. The Undershirts können dabei aber wohl nicht abstreiten, daß sie die eine oder andere Platte vom Epitaph-Label im Schrank stehen haben. Der musikalische Klau kann ihnen dabei nicht unterstellt werden, denn sie bringen schon eigene Elemente mit in die Musik ein. Besonders auffällig ist hierbei der Einsatz einer Trompete bei einigen Stücken. Sollte Bad Religion eine Größe für Euch darstellen, dann hört in diese CD rein. G.P. Note 2

 

UNION 13 - East Los presents...CD - Epitaph

Die ersten fünf Songs gehen spurlos an mir vorüber, dabei sind gerade mal 8 Minuten der CD gelaufen, und ich frage mich, ob ich überhaupt weiter hören soll. Ein Stück hört sich an wie das nächste, zügiger Punkrock, fast schon Hardcore, schräbbelige Gitarren, und ein typisches, nicht zu verstehendes Gebrüll. Song 7 - ein paar Akkorde mehr, ich freue mich über soviel Innovation. Song 10 - eine Ballade? Tatsächlich, der Gesang ist grausam, die Musik noch moderat - ein Wunder... nein, nur das Intro für das nächste Geprügel, wieder mit ein paar noch recht frischen, bisher ungehörten Gitarrenakkorden. Song 16 - Ich hatte schon die Befürchtung, die CD würde gerade wieder von vorne anfangen J Aber nein, noch mal Glück gehabt. Was ist das, gibt es doch einen Gott? Unter 18 Songs ist immerhin einer, den man sich anhören kann, nämlich "State of concious" - MERKEN! Ich glaube, UNION 13 haben’s nicht böse gemeint.... T.C. Note: 4

 

UNIT:187 - Dead Dog

"Die US-Marines auf Crack/alte Ministry + heftiger Elektropunk": das alles sind Vergleiche, die UNIT:187 nicht mehr nötig haben, finde ich. Mit dieser EP (9 Stücke!!!) wird klargestellt, daß sie die selbe Härte und Durchsetzungskraft einsetzen können wie die Erstligisten "Nine Inch Nails" oder "Ministry".Wenn das Album "Loaded" gemein war, so wird diese Disc Euch einfach nur töten, und das für eine lange Zeit. Im ganzen eine EP, die einen sehr ausgereiften Eindruck macht. UNIT:187 / Dead Dog ist einfach "arschgeil"! Natürlich sollte man den Grund für das hohe Produktionsniveau nicht außer acht lassen: D. Townsend / FLA. Zu erwähnen ist auf jeden Fall auch die Coverversion des B52-Songs "Planet Claire". Ziemlich geil! Anspielen solltet ihr das erste Stück "Stillborn" und das achte "DEAD-DOG-Punter Mix". Das letztere wird garantiert ein fetter Dancefloor-Reißer. Also, wer EBM nicht mit hirnzerfetzenden Gitarren verkraftet, sollte vor einem Kauf dieses Teiles mit seinem Hausarzt reden, denn bei etwaigen Nebenwirkungen (z. B. Mordlust) haftet niemand. Ansonsten: Rennt los und besorgt Euch das Teil!!! 1 Shadow98

 

Urania - AquariusCOP -Internatinal

Für all diejenigen, die nicht nur mit musikalischen Informationen versorgt werden wollen, sondern gleichzeitig etwas über die griechische Mythologie erfahren möchten, denen sei gesagt, daß es sich bei Urania nicht nur um das neue Projekt von George Hagegeorge handelt, sonder daß Urania eine der neun Musen (griechische Göttinnen der Künste ) ist, die einem ja gelegentlich küssenderweise über den Weg laufen sollen. Bei unser Urania steht aber dankenswerterweise die Musik deutlich im Vordergrund. Bisher haben sich George Hagebgeorge und Melissa Sharlat bei Under The Noise ausgetobt. Mit der EP "Aquarius "lenken sie ihre Kreativität in völlig neue Bahnen. Die Musik ist gradliniger und eingängiger geworden, was durchaus nicht abwertend gemeint sein soll. Vielmehr betreiben kraftvolle Basslinien und Breakbeats in Verbindung mit trashigen Gitarrenriffs ein gelungenes Wechselspiel, welches von der souligen Stimme von Melissa Sharlat stimmungsvoll untermalt wird. Eine durchweg groovige EP, die aber die nötige Härte nicht vermissen läßt. Anspieltip ist die Coverversion von Aquarius. Das Original dürfte einigen von Euch vielleicht noch aus dem Musical "Hair" ein Begriff sein. Note 2 K.F.

 

U-Tek - Goldene Zeit (1989-1993)CD Zoth Ommog / semaphore

"Das ist ein Album, bei dem all die Nostalgiker zugreifen müssen.", sagte Sevren Ni-Arb mit leuchtenden Augen, als er mit uns über das U-Tek-Album sprach. U-Tek ist nämlich ein Projekt, das Sevren zusammen mit einem gewissen AL/X/S (mit dem er schon bei A-HEAD zusammengearbeitet hatte) betrieb, und das seinerzeit wegen labeltechnischer Probleme nicht erscheinen konnte, obwohl man ein komplettes Album fertiggestellt hatte. Da Zoth Ommog nun aber anscheinend vom Retro-Virus gepackt wurde (man erinnere sich auch an den Re-Release des ersten Fronline Assembly-Albums und an die Mentallo-Best Of), wurde es nun doch noch veröffentlicht. Man kommt vor allem zu zwei Erkenntnissen: 1. Es ist erstaunlich, was die beiden damals schon für Musik gemacht haben und 2. Es ist noch viel erstaunlicher, wie wenig sich seitdem in der Electro-Szene getan hat! Hätte man nicht gewußt, wer dieses Album wann aufgenommen hat, könnte es auch als neue Veröffentlichung durchgehen. U-Tek ist im wesentlichen Techno-EBM mit vielen deutschen Texten. Dadurch werden zwar auch gewisse Erinnerungen an NDW möglich, mir fallen jedoch eher einige sowohl musikalische wie auch textliche Einflüsse von KRAFTWERK auf ("Wir rechnen mit der Taktfrequenz"). Die repetitiven fragmentarischen Texte erinnern mich persönlich zuweilen auch an DAF ("Ich schau in Deine Augen, mein Schatz"). Aber man sollte diese Vergleiche auch nicht überstrapazieren. "Goldene Zeit" ist ein Album, bei dem das Zuhören einfach Spaß macht (und ich wette den hatten Sevren Ni-Arb und AL/X/S bei den Aufnahmen selbst auch...) und das sicherlich auch einige potentielle Clubhits beinhaltet. Bis zum Redaktionsschluß mußte allerdings ungeklärt bleiben, ob es bei "Das Mass Der Dinge" um Penisneid geht ("Meins ist größer als Deins!") - aber vielleicht hat mir mein Assoziationsvermögen da auch nur einen Streich gespielt. 1 Z 

 

ULTRA MILKMAIDS - "peps" - CD Duebel Records

Oh gott, wie kann man das hier zu Gehör gebrachte in Worte fassen? Also ich versuche es mal so: Grundlegend handelt es sich um Ambient, Space Ambient eher. Aber nicht im herkömmlichen Stil mit fließenden Drones auf denen man "durch die unendlichen Weiten" schwebt, sondern dieses Werk basiert wohl eher auf den Tönen aus dem Maschinenraum des Raumschiffes. Auffallend ist ein Wechsel von ruhigen Tonflächen und semi-rhythmischen Konstruktionen mit eher chaotisch anmutenden Tonfolgen und genau das ist auch das erklärte Ziel dieser Veröffentlichung: Ein konfuser Mix aus Ton und Stille. Mit musikalischen Werten kann man "Peps" sicher nicht beschreiben und auch "normale" Ambient-Charakteristika greifen nicht. Es ist ein Klangerlebnis technischer Natur mit experimentellen Einflüssen, daß sicher nur für solchen Dingen zugängliche Fans erreicht, diese aber überzeugen kann. Na, so komisch wie diese Review ist auch die Musik: Antesten! Also wenn das keine Avantgarde ist, weiß ich es nicht!

 

UPSLAND - War - Cthulhu / Discordia

"Qualität statt Quantität" scheint das Motto des kleinen, aber feinen Cthulhu-Labels zu sein. Wie schon bei "Im Blutfeuer" fällt als erstes die absolut edle Aufmachung auf (schwarz-goldenes Prägedruck-Digipak). An solch liebevollen Gestaltungen sollten sich die "großen" Labels ein Beispiel nehmen - halt Perfektion im Detail. Aber auch musikalisch hat die französische Formation einiges zu bieten. UPSLAND haben sich den ruhig-atmosphärischen Klängen verschrieben, die man ehesten als eine Mischung aus Laibach zu deren "Macbeth"-Phase und AUTOPSIA beschreiben könnte. Aber auch die Texte sowie die ganze Art der Präsentation erinnern mehr als einmal an Leibach. Freunde der genannten Bands, aber auch alle anderen, sollten "War" unbedingt einmal antasten, eine sowohl musikalische als auch optische Bereicherung für jede Plattensammlung. Anspieltips kann ich nicht geben, da die Band ausschließlich homogenes Material von überragender Qualität abliefert.

Holger Meyer

Home Zurück