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Magazin für Dark Music, Kult(ur) und Avantgarde

 

Rezensionen - Videos - LEXX - The Dark Zone

 

LEXX

Was ist LEXX? - Es soll ja noch einige Leute geben, die noch nie etwas über die schrägste und abgefahrenste Sci-Fi-Serie des uns bekannten Universums gehört haben - schämt euch! LEXX ist der Name des lebenden Raumschiffs, mit dem vier Outlaws in die chaotische Darkzone fliegen und dort haarsträubende Abenteuer erleben! Ganz untypisch für dieses Genre wird Humor, Erotik und Gore sinnvoll in der Serie eingesetzt! Star Trek und anderen klinischen Moralserien wird gekonnt der Mittelfinger gezeigt Also genau das richtige für Kaputtniks wie du und ich!

 

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Lexx

 

 

A LEXX is born!

 

Anfang der 90er arbeitete der Kanadier Paul Donovan an einem Projekt, aus dem später die Serie "LEXX - The Dark Zone" wurde. Er produzierte einen dreiminütigen Trailer, der im Vergleich mit dem Endprodukt noch ziemlich grob war. Aber um Kohle lockerzumachen und auf die Möglichkeiten von CGI (Computer-Effekte!) hinzuweisen, reichte das Testfilmchen aus. Donovan machte LEXX, weil er oft von Science-Fiction-Serien / Filmen enttäuscht war. Er selbst bezeichnete die Serie als: "Dark Star" trifft "Alien" und "Beavis und Butthead"! Von Anfang an dabei war auch der Darsteller des Loosers Stanley Tweedle (Brian Downey), der auch schon beim Trailer wußte, daß er unbedingt bei der endgültigen Serie dabei sein muß! Er war sofort von dem ungewöhnlichen Konzept überzeugt.

Für den Namen stand Drehbuchautor Lex Gigerott pate. Donovan wollte etwas, das nicht übersetzbar ist und in allen Sprachen gleich klingt - was ihm auch gelungen ist! Die Idee und das Konzept der LEXX ist so ungewöhnlich wie genial. Statt der SpaceOpera typischen durchdesignten Kriegsschiffe (Galaktika, Sternenzerstörer) schuf man ein riesiges, insektenähnliches Raumschiff, aus organischem Material, das lebt! Um Energie zu bekommen, muß es essen wie wir Menschen (Ob das mit der Verdauung auch so funktioniert wie beim Menschen?). Aber auch andere Schiffe, wie die libellenartigen Beiboote oder Kampfflieger der Brunnen-G - alles scheint irgendwie lebendig!

 

The Story and something else!

 

Die vier Hauptcharaktere Zev, Kai, Stanley und der Roboterkopf 7/90 klauen das mächtige Schiff des fiesen Herrschers "Sein Schatten" und fliehen an den Ort, an dem er sie nicht erreichen kann - in die Darkzone. Jeder hat seinen persönlichen Grund, um zu fliehen:

 

Stanley Stanley Tweedle, der das andocken eines Gefangenentransporters verweigert und letztendlich zur Entkörperung verdonnert wird.

 

Kai Kai, der letzte der Brunnen-G, der von "Seinem Schatten" jahrhunderte lang als Killer gehalten wurde (der sich nun aber dagegen zur Wehr setzt - obwohl er doch eigentlich schon lange tot ist!)

 

Zev Zev, die - weil sie ihren ehelichen Pflichten nicht nachkam - zur Liebessklavin umgewandelt werden sollte (klappte nur ansatzweise - sieht zwar zuckersüß aus, ist aber genauso zickig wie vorher) und der Kopf des Roboters 7/90, der die Liebesdroge abbekommen hat, die für Zev bestimmt war und ihr nun überall hin folgt (ewig wird er sie lieben!)

 

Gemeinsam erleben sie in der Darkzone verrückte, gefährliche und witzige Abenteuer! Ob wie im ersten Teil "Rebellen der Galaxis" die temporeiche Flucht, die menschenzerfleischenden Cluster-Echsen (in Zev ist auch ein Teil Cluster-Echse!), "Sein Schatten" oder die anderen Vorgänger / Vorschatten in Form von Gehirnen. Oder auch die in Menschenleder gehüllte Kannibalin Gigerota (von Stanley auch "Lederarsch" genannt), die sich auch an Bord schmuggelt. Oder im zweiten Teil "Supernova", in der Zev Stanley überredet, auf Kai´s alter Heimatwelt "Brunnis" zu landen um ihn wieder lebendig zu machen, und sie auf ein Hologramm eines ehemaligen Überlebenden treffen, der wegen Drogenkonsums die Evakuierung verpaßt hat (gespielt von Tim Curry - dem Hauptdarsteller aus "The Rocky Horror Picture Show"), denn Brunnis wird in absehbarer Zeit zur Supernova.

Rasant ist auch der dritte Teil "Karussell des Todes", in dem die LEXX zwecks Nahrungsaufnahme auf einem Müllplaneten landen muß, der bewohnt ist. Die wenigen Bewohner leben in Symbiose mit einer Art Riesenwürmern. Diese Riesenwürmer leben von einer Paste, die aus den Körperteilen der Bewohner gemacht wird. In einer Art "Glücksrad" wird dann entschieden, wer welches Körperteil beisteuert. Im Gegenzug für die Nahrung versetzen diese Würmer die Bewohner dann in eine Art Glücksrausch. Der Anführer wird gespielt von Haudegen Rutger Hauer ("Blade Runner"), der mal wieder in Hochform spielt!!

Der abschließende vierte Teil "Gigaschatten" übertrifft die anderen Episoden noch um Längen... mehr wird zu diesem Teil nicht verraten - außer, daß Alex Malcolm McDowell ("Clockwork Orange") in einer Gastrolle zu sehen ist. Highlight und Pflicht für alle Fleischeslustigen ist die Duschszene im zweiten Teil, in dem Zev nackt unter einem phallusartigen Schlauch den Duschfreuden frönt (achtet auf das Schamhaar-Toupet!!).

 

LEXX goes Germany

 

Ein Drittel der Dreharbeiten fand in den Babelsberger Studios statt, wo einst Fritz Lang seinen Klassiker "Metropolis" drehte. Dort entstand z. B. der Müllplanet Claagya, auf dem die LEXX im dritten Teil landet. Anhand des immensen Arbeitsvolumens wurde von der Spezial-Effekte-Firma C.O.R.E. in Deutschland eine Tochtergesellschaft gegründet, die in Babelsberg mit einem Budget von 15 Millionen kanadischen Dollar (einen nicht unbeträchtlichen Teil übernahm das Filmboard Berlin-Brandenburg) einen großen Teil der Spezialeffekte kreiert. Die deutschen Regisseure Rainer Matsutani ("Nur über meine Leiche") und Robert Sigl waren auch mit von der Partie. Das beweist auf´s neue: Deutschland ist fähig, gute SF-Serien / Filme zu machen. Wir haben genug Spezialisten und Regisseure, die es schaffen können! Aber ohne Geld geht nichts. An diese Stelle also mein Aufruf:

LEUTE: SPENDET GELD, AUF DAS WIR BALD EINE VÖLLIG EIGENE SCI-FI-SERIE BEKOMMEN!!!

 

C.O.R.E. - Captain Kirk's Effektschmiede!

 

William Shatner (Captain Kirk) gründete 1994 im kanadischen Toronto die Computeranimationsfirma C.O.R.E. Digital Pictures Inc., um für seine "TekWar"-Serie Effektspezialisten zu suchen. Ausnahmsweise wurde er fündig: Bob Munroe, John Mariella, Derek Grime und Kyle Menzies. Unter dem Banner von C.O.R.E. arbeitete das neue Team zunächst an Shatner's TekWar. Da der Erfolg nicht ausblieb, wurden sie dann auch für Fremdprojekte geordert, wie z. B. "Vernetzt - Johnny Mnemonie", "Darkman II + III" und natürlich "LEXX - The DarkZone". 70% des Filmmaterials ist mit visuellen Effekten ausgestattet. Hier ein paar technische Begriffe für Computerfreaks: 3-D-Modell "Power Animator" von Alias / Wavefront auf SGI Indigo II Extrem Workstations mit 128 MB Arbeitsspeicher! Natürlich wurden auch die alten Modell-Effekte verwendet - nur nicht im großen Stil!

 

The Chaotic Four - Die Schauspieler

 

Der schöne Tote - Kai (Michael McManus)

Was Zev / Eva Habermann für uns Kerle ist - das ist Kai / Michael McManus für die Frauen! Der Schauspieler, der in der Rolle aussieht, wie früher Alexander Veljanov (der Sänger von "Deine Lakaien" - für alle die es immer noch nicht wissen) ist in Kanada ein begehrter Schauspieler. Er hat das Publikum im Sturm erobert. An der Universität in Alberta absolvierte er sein Schauspielstudium. Nach zahlreichen Auftritten in Film und Fernsehen zog es ihn immer wieder auf die Theaterbühne. Paul Donovan wurde auf ihn aufmerksam und engagierte den attraktiven "Canadian Boy" für "Paint Cans" und "Screamish Five". Zu seinen Credits gehören: "Nothing Sacred", "The killing Ground" und andere Traumrollen.

 

Der Looser - Stanley Tweedle (Brian Downey)

Seit 1979 begegnet er dem kanadischen Publikum in Film, Fernsehen, Rundfunk, Werbung und Theater. Der vielseitige Entertainer mit dem Komikergesicht spielte in den kanadischen Produktionen "The Beach combats", "Fresh Fish", "Yesterday Heroes" und "Culture Shock". Donovan und Downey kennen sich bereits von den Filmen "Fantasy Island - Die Geisterinsel und Crazy Balloon".

 

Das (bläulich-)blonde Gift - Zev (Eva Habermann)

Die Duschszene ist schon legendär und ihre Figur ist... (kleiner Scherz!). Die Hamburgerin mit dem schmachtenden Blick hat in fast jeder deutschen Soap mitgespielt und wurde durch "Pumuckl TV" bekannt. Erste Erfahrungen im SF-Genre sammelte sie im Pilotfilm der deutsch / amerikanischen Co-Produktion "Star Command". Mit LEXX gelang ihr der Sprung ins Unterhaltungsprogramm für Erwachsene. Die zahlreichen Serien, in denen sie spielte, lasse ich aus, da ich so einen Schrott nicht gucke. Übrigens - ungeschminkt und ohne ihre hell-blaue Perücke sieht sie gar nicht mehr so gut aus! (Echt wahr!)

 

7/90

Der Blechschädel - 7/90

Der Drehbuchautor Jeffry Hirschheld leiht dem liebeskranken 7/90 im Original die Stimme!

 

 

The future of LEXX

 

Zweiundzwanzig neue Folgen sind bereits fertig!! Die Episoden spielen zwischen dem ersten und dem vierten Teil und sollen noch schräger sein. Gerüchte besagen, daß Eva Habermann nicht mehr als Zev dabei ist. Schade! Vox hat vor kurzem die vier 95 minütigen Filme wiederholt. Wann die neuen Folgen starten, steht noch nicht fest, euer Captain Stumpf bleibt aber für euch an der Sache `dran! Watch out for more - LEXX ist Kult!

Stumpf

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