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Rezensionen - Videos - Stimmen aus der Schattenwelt

 

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Titel: Stimmen aus der Schattenwelt Darsteller:  
Originaltitel: Voices From A Locked Room Philip Heseltine/Peter Warlock Jeremy Northam
Produktion: USA1998 Lily Buxton Tushka Bergen
Länge: ca. 88 Min. Oscar Butterworth Allan Corduner
FSK: ab 12 Jahren Gerald Duffy Hilton McRae
Leih-Videostart: 31.08.1999 Madge Ryan Bronwen Mantel
Originalmusik: Elliott Goldenthal Mrs. Heseltine Dilys Laye
Musik-Supervisor: Alex Steyermark Lady Milford Domini Blythe
Schnitt: Jonthan Shaw Sir Thomas Beecham Colin Fox
Kostüm-Design: Renee April Sir Charles Devlin Michael Sinelnikoff
Produktions-Design: Francois Seguin, Galen Johnson Angus Fergusson Chris Wiggins
Ko-Produzent: Irene Litinsky
Stimmen aus der Schattenwelt
Ausführender Produzent: Peter Gelb
Produzenten: Dina de Luca und Cary Brokaw
Drehbuch: Peter Barnes & Nicholas Meyer
Kamera: Lauro Escorel
Regie: Malcolm Clarke

Facts and Rumors

Die Schicksale von Dr. Jekyll und Mr. Hyde mögen Pate gestanden haben für diesen Psycho-Thriller der besonderen Art. Ein Pandämonium von Liebe, Haß, Wahnsinn und Verzweiflung, inszeniert von Oscar-Preisträger Malcolm Clarke ("You Don't Have To Die"). Die authentische Geschichte eines mörderischen Skandals basiert auf den Leben des Musikkritikers Philip Heseltine und des Komponisten Peter Warlock und wurde von den Drehbuchautoren Peter Barnes (das Oscar-gekrönte "Enchanted April") und Nick Meyer ("Sommersby", "Star Trek 11, IV, VI") adaptiert.

Die Hauptrollen in diesem faszinierenden Thriller spielen Jeremy Northam ("Das Netz", "Amistad") in der Doppelrolle Heseltine/Warlock und die wundervolle Tushka Bergen ("Barcelona") als Lily und Allan Corduner ("Das Herz der Finsternis", "The Impostors") als Lilys Pianist Butterworth. Von Heseltine, dem bekannten sprachgewaltigen Kritiker weiß man wenig mehr, als daß er auf dem Höhepunkt seiner Karriere mit entsetzlichen psychischen Problemen zu kämpfen hatte, und daß er (Selbstmord wird angenommen) im Dezember 1930 unter merkwürdigen Umständen zu Tode kam. Stimmen aus der Schattenwelt

Lange Zeit war nicht bekannt, daß Heseltine eine andere Identität hatte: Unter dem Namen Peter Warlock schrieb er über 200 Musikstücke. Getrieben von Selbstzweifel und Ängsten, daß seine Kreativität nicht ausreichen könnte, zerbrach der sensible Warlock vor allem an Kritik namentlich der des bekannten Philip Heseltine. Auf seinem Grabstein steht als Name: Philip Peter Warlock. Heute haben seine Arbeiten eine vielköpfige Kultgemeinde. Eine Biographie erschien 1994 von dem bekannten Barry Smith.

 

Story

London 1930. Philip Heseltine ist ein gutaussehender Mann mit besten Manieren. Doch wenn es um Musik geht, kennt dieser Feingeist mit der edlen Feder kein Pardon. Das besondere Ziel des renommierten Kritikers und Journalisten ist der gefeierte Komponist Warlock, der bereits mehr als einmal die ätzenden Angriffe seines größten Gegners ertragen mußte. Soeben hat Heseltine mal wieder bitterböse Briefe aus der Irrenanstalt erhalten - der Absender ist kein Geringerer als Warlock und gerade hat er von seinem Redakteur erfahren, daß seine letzte Schmähschrift gegen den verhaßten Komponisten auf gar keinen Fall gedruckt wird: Die Anwälte haben abgeraten. An einem solchen Tag kann ein BBC-Konzert mit Warlocks eleganter Musik Heseltines Laune natürlich nicht heben.

Stimmen aus der Schattenwelt An diesem Abend besucht Heseltine noch ein Musik-Event der ganz anderen Art: Die Darbietungen der amerikanischen Sängerin Lily Buxton im Kit Kat Club. Als Lily nach der Vorstellung hört, weich niederträchtige Kritik Heseltine durchs Telefon an seine Redaktion durchgibt, stellt sie ihn wutentbrannt zur Rede - um erst am kommenden Morgen vom Autor selbst zu erfahren, daß sie seine letzte Kritik eines Warlock-Konzertes mitgehört hat.

Ihren eigenen Auftritt hat der gefürchtete Heseltine in den höchsten Tönen gelobt. Zwischen Philip Heseltine und Lily wächst eine unübersehbare erotische Spannung. Man sieht die beiden immer häufiger zusammen. Auch bei Warlock-Konzerten, die sie genießt - Philip aber immer wieder zu entsetzlichen, öffentlichen Ausbrüchen hinreißen. Der öffentliche Feldzug gegen Warlock beginnt die Züge einer ausgewachsenen Paranoia anzunehmen. Lily fürchtet bereits um den Bestand ihrer Beziehung zu Philip: Schließlich jagt ein Eklat den anderen, namhafte Dirigenten und Musiker wie der Pianist Gerald Duffy sind bereits involviert - und Warlock selbst hat bereits im Büro seines Feindes angerufen, um ihn mit dem Tode zu bedrohen.

Heseltine will Lily seiner Mutter vorstellen und unternimmt mit ihr eine Zugreise nach Hause. Unterwegs bietet er seiner Liebsten einen wertvollen alten Verlobungsring. Lily akzeptiert. Der Besuch bei der Mutter hingegen ist voll eigenartiger Spannung. Vor allem, wenn die Rede auf den Stiefvater kommt. Dennoch: Lily und Philip schlafen das erstemal zusammen, alles scheint sich wundervoll zu entwickeln. Stimmen aus der Schattenwelt

Um so gräßlicher die Heimkehr: Heseltines Katzen sind alle getötet worden. Irgendjemand hat den Gashahn aufgedreht. Das ist der Startschuß einer unaufhaltsamen Reise in den Wahnsinn.

Und es ist erst der Anfang, als Lily erkennen muß, daß Warlocks 'alter ego' keineswegs der Pianist Duffy, sondern Heseltine selber ist. Lily beschließt, ihrem Liebsten mit allen Mitteln zu helfen, doch Liebe allein genügt wohl kaum. So beginnt sie sich um beide Männer zu kümmern. So intellektuell und selbstsicher Heseltine ist, so verletzlich und empfindsam erscheint ihr Warlock.

Stimmen aus der Schattenwelt Lilys andere Aktivitäten erreichen eher das Gegenteil: Sie trifft noch einmal Heseltines/Warlocks Mutter - und fordert damit den rasenden Zorn des Geliebten heraus. Doch Lily hat hier weit mehr erfahren als ihr lieb ist. Vielleicht den Ursprung der Persönlichkeitsspaltung Heseltines, der in der schrecklichen Tat seines Stiefvaters begründet liegen mag ...

Heseltine zerbricht zunehmend an seinen beiden Persönlichkeiten. Und als bei einem Warlock-Konzert eben jene Melodie gespielt wird, die Heseltine als Kind von seiner Mutter gehört hat, dreht er völlig durch. Die Katastrophe nimmt ihren Lauf ...

 

M.V.

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